Okt 292012
 

Liebe Leser, ein Blogexperiment. Ab heute bekommt ihr täglich einen Bericht über das Abenteuer New York.

Übermorgen geht dieses los. Marathon laufen in einer der aufregensten Metropolen der Welt. Da kann man noch so ein alter Hase sein, wem da nicht die Düse geht, der ist eiskalt. Zusammen mit drei Menschen ohne Blog und mit der Kollegin von sielaeuft.de wollen wir den New York Marathon bestreiten.

Mein Fuß meldete sich daher bereits letzte Woche ab und will nicht. Nicht etwa, weil er was hat. Nein er ist schlichtweg aufgeregt.

Und die Aufregung steigt, weil zur Zeit sich noch Sandy auf der Rennstrecke breit gemacht hat und nicht überholt werden kann. Sandy, ein ausgewachsener Hurricane der Stärke was auch immer meinte nun unbedingt in New York an Land gehen zu müssen. Bisher sieht es so aus, als ob er bis Mittwoch durch ist, aber man weiß bei diesen Viechern nie.
Versuchen wir es mal lieb: Sandy, bist du bitte so lieb und lässt New York und den Rest der USA unbehelligt und verpisst dich bitte ganz schnell? Danke!

6136 Kilometer liegen vor uns um dann 42,195 Kilometer zu laufen. Ich werde berichten. Mal sehen, ob und wie es W-Lan vor Ort gibt, sonst müssen die hochgeschätzten Mitblogger die per Brieftaube geschickten Berichte online stellen.

Okt 292012
 

oder

Charakter!

Vorwort

Liebe Leser, es ist Montagabend und draußen regnet es. Man kann sich gar nicht mehr vorstellen, was für ein sonniger Tag gestern war. Aber so wars. Und weil wir nichts anderes haben, schreiben wir darüber.

Dü dü dü, na na na, mo mo mo .

Am Wochenende vorher noch T-Shirt-Wetter, am Samstag dann Spiele mit rotem Ball. Da kann man schon mal Hoffnung auf Hamburger Wetter haben, aber es kam anders, als man dachte. Unsere Protagonisten trafen sich also so morgens im Fanladen und frönten den Getränken, als der Tag das erste mal so ein bisschen schwierig wurde. Gab es doch keine Rumkugeln beim Bäcker und Kaugummis flogen von den Balkonen. (Kein Witz!)

Dafür aber ein Showelement der feinen Sorte, denn da standen doch viele Leute rum, die wir mal so der dritten Halbzeit zuordnen würden. Irgendwann wollten die los (zu einem verabredetem Ding?), aber „unsere“ Zivis waren auch am Start, sodass sie nicht weit kamen. Irgendwie wirkte das alles so unkonspirativ. Aber ganz ehrlich: Wir sind da auch Laien.

So ein paar Dresdner, die auch aussahen, als ob sie eher nicht zum Biertrinken im Viertel sind (Vorurteil, ganz klar) hatten auch noch einen freundlichen Schnack mit der Polizei, aber sonst blieb es wohl insgesamt ruhig.

Der eine Teil dann am Jolly Scones gemampft (legga!), der andere Teil am Container noch jeden begrüßt, der nicht bei drei auf den Bäumen war – dann rein ins Stadion. In der Sonne war es zu warm für Mütze, im Schatten zu kalt, aber hey, nicht nörgeln bei so ’nem schönen Herbsttag.

Schön waren auch die Choreos auf beiden Seiten. Wer aus diesem Pipifaxrauch den Untergang des Abendlandes konstruieren will, der glaubt ebenfalls an den Weltuntergang am 21.12.12. Dies und alles weitere wurde bei unserem Gegengeraden-Teil immer mit „Das ist (halt) Dynamo“ kommentiert. Dynamo ist schon beeindruckend, wenn es um Support und Choreos geht. Aber das drücken die genauso konsequent durch, wie eben auch Pyro zu zünden und keine Ordner in ihren Blöcken oder an ihren Fahnen zu dulden. Das kann man sich nur bewundernd und kopfschüttelnd gleichzeitig ansehen. Daher der Ausspruch.

Dagegen war bei uns Lahmarschtag. Nee Leute, das typische Bashen der jeweils anderen Tribüne ist scheiße. Weder ist die GG nur still, noch stört die Süd mit Dauerlala. Hier kann sich jeder mal jetzt genau an seine eigene Nase fassen, von seinem hohen Ross heruntersteigen und dann gemeinsam weiter arbeiten. Gerade ergibt das Bashing deswegen keinen Sinn, weil man ja nicht die Schnarchnasen, sondern die Aktiven trifft. Die Schnarchnasen interessiert das sowieso nicht.

Zum Spiel: Das Ganze war die ersten 40 Minuten einfach schlecht. Unsere Jungs mental zu langsam, lauffaul, viel zu weit weg von den Gegnern und zu breit aufgestellt. Kalla auf Außen mit seinem guten Gegenspieler komplett überfordert und beim 0-1 einfach auch so hmmmm… Doch plötzlich, als hätten die Jungs einen Schalter gesucht und nun gefunden, kippt das Spiel. Boll, immer wieder Boll und Boll dreht sich und dreht dadurch das Spiel. 1-2 und neue Hoffnung.

Der Kapitän holt seine Mannen zu sich, redet auf sie ein und erst dann gehen sie in die Halbzeit. Plötzlich ist alles anders. Kampf, alle beißen sich rein, auch Kalla gewinnt mal einen Zweikampf und das Spiel kippt. 2-2 und 3-2 innerhalb kürzester Zeit.

Und dann beginnt das große Zittern. Eine Spitzenmannschaft hätte den wankenden Gegner ausgeknockt, das können unsere Jungs leider noch nicht. ABER sie zeigten Charakter, sie bestanden den Charaktertest – und schließlich ist Abstiegskampf auch immer eine Charakterfrage. Optimistisch gesehen, könnte dieses Spiel der Wendepunkt der Saison sein.

Nach dem Spiel gab es Klopse. Königsberger Klopse. Und viel Herumgerenne im Viertel. Aber was da los war? Keine Ahnung.