Jul 302012
 

oder

Testwochenende

Präskriptum

Geliebte Leser, endlich mal wieder ein Bericht, der sich nicht mit dem Wahnsinn des DFBs auseinandersetzen muss, sondern der sich genüsslich mit unserer kleinen und natürlich immer heilen Welt auseinandersetzt.

Was gibt es also heute? Zwei heitere Testspiele mit kleinen Nebentönen und eine Kartenvergabe mit Nebentönen. Zu letzterem schon hier ein Wort: Es fällt schwer und die Verärgerung der Leute, die nun teilweise drei Jahre eine Dauerkarte hatten und nun draußen sind, ist mehr als verständlich. Wir hatten mal nach Leuten gesucht, wo etwas schief gelaufen ist, haben auch viele Antworten bekommen, wollen uns bereits hier für die ganzen Einsendungen bedanken, müssen aber sagen, dass viele Fehler sich bei genauem Hinsehen als Nichtfehler erkennen lassen.

So nun aber erstmal die heiteren Spiele des Wochenendes.

Wenn der Blitz einschlägt, sind wir alle alle Tod!

Freitag, es ging nach Wedel und somit in ein bekanntes Stadion. Vorbereitungen, in denen man am Ende nicht einen einzigen neuen Ground gemacht hat, sind unbefriedigend, aber gut. Wie immer war man viel zu früh, so dass noch ein bisschen Zeit war, das bis dahin sehr gute Wetter bei Wilkommhöft zu genießen. Leider mit nur einem dicken Pott, so dass man die Schiffsbegrüßungsanlage nicht wirklich abfeiern konnte.

Dann war es aber auch Zeit ins Stadion zu gehen und wir trafen doch viele uns bekannte Gesichter zum ersten mal wieder. So war erstmal Erlebnisse austauschen angesagt, bevor es zum Fußball ging.

Wedel hatte sich in Schale geworfen und auch die Organisation des Testspieles war am oberen Ende der Organisationsskala. Freundliche Ordner, genügend kopierte Mannschaftsaufstellungen, ein ganz zügiger Einlass, der dann irgendwann doch den Massen nachgab. Dafür gab es reichlich Bier- und Wurststände und zu wenig Klos.

800 Jahre wird unsere Elbestadt jung. Aus diesem Grund hatten es die drei örtlichen Vereine zum ersten Mal geschafft eine gemeinsame Auswahl auf den Platz zu stellen. Was bei solchen Auswahlen immer das Problem ist, zeigte sich relativ schnell. Sie sind nicht eingespielt.

Unsere Jungs eher mit einer B-Elf, wobei bemerkenswert war, dass Schachten hier viel Spielzeit bekam. Diese B-Elf hatte sehr wenig Probleme mit den Wedelern und gewann am Ende 19-1. Sie hätte noch höher gewinnen können, denn zwischen den Toren wurde auch noch fleißig das Gebälk auf Haltbarkeit getestet.

Und so würde eigentlich schon der Bericht vom Freitag enden, wenn es nicht doch noch einige bemerkenswerte Details gegeben hätte.

Auf dem Platz war dies der „finnische Zauberzwerg“ (Mopo in ihrer üblichen Rationalität) Matias Ojala, der aber uns nun nicht zu Begeisterungsstürmen hinriss. Der Junge mag ja Talent haben, aber das sah teilweise doch argh holprig aus. Und das obwohl so eine Auswahl doch sehr viel Platz lässt.

Bis Minute 45 hatten wir bestes Sommerwetter, aber in der Halbzeit zog sich dann der Himmel zu. Und so kam es in Minuten 50 zu einer längeren Unterbrechung aufgrund eines spontanen Gewitters mit Sturm, Hagel und Starkregen. Wie aus dem Nichts zogen Sturmböen über den Platz und es flogen Äste von den Bäumen. Die Spieler zogen sich zurück und auch viele Zuschauer verließen Hals über Kopf und doch sehr nass den Platz. Das Bemerkenswerte: So schnell der Sturm kam, so schnell war er auch wieder weg. Nach zehn Minuten nieselte es nur noch etwas und irgendwann konnte das Spiel fortgesetzt werden. Als wir später zum Bahnhof zurück spazierten, sahen wir doch viele sehr stark eingeknickte und beschädigte Bäume. Das hatte in Wedel ganz schön gewütet.

Unschön dabei war, dass nicht nur der Himmel ein Feuerwerk aufführte, sondern auch einige St. Paulifans Böller und Clips zünden mussten. Das ist nun wirklich nicht schön und auch nicht wirklich sinnvoll. Bei aller Pyroliebe: Es muss schon bei Sachen bleiben, die konontrollierbar sind. Und das sind Clips und Böller in einer Menschenmenge nun definitiv nicht. Und wenn man mal auf die theoretische Pyrolegalisierung guckt, dann ist natürlich schon zu fragen, ob wirklich alle Leute dieser Differenzierung fähig sind. Sonst ist das ein Bärendienst dieser Bewegung gegenüber. Ein Böllerwurf wiederholte sich auch noch Samstag, das ist natürlich ebenso scheiße.

Und damit ist der Freitag auch schon erzählt.

Freundschaftsspiel

Samstag dann also Aberdeen und damit wohl der letzte Test der vermeindlichen A-Elf. Nun ist noch eine Woche Training und wie schnell eine Verletzung das ganze noch umwerfen kann, zeigt die Verletzung von Florian Mohr.

Die Viererkette also mit Kringe-Zambrano-Thorandt-Kalla. Und da diese Besetzung doch sehr lange so spielte, gehen wir mal davon aus, dass das auch die erste Wahl gegen Aue sein wird. Das wäre zumindest erstaulich, denn Kalla hatten wir eigentlich unter diesem Trainer abgeschrieben. Bemerkenswert dabei ist auch, dass dann zwei nicht gelernte Außenverteidiger die Außenverteidigerpositionen bekleiden würden. Mag ein Risiko sein und so ganz eingespielt wirkte die Kette auch noch nicht. Leider immer ein Problem des hochtalentierten Zambranos ist die Konzentration über die ganze Spielzeit und auch dies wurde noch mal getestet und für noch nicht ganz vorhanden befunden.

Soviel eigentlich auch zu dem Geschehen auf dem Rasen, wo das Spiel ansonsten wenig Spannung und gute Aktionen der braun-weißen brachte. Tschauner ist schon sehr gut in Form. Er rettete das Unentschieden. Insgesamt auf dem Platz ein enttäuschendes Ergebnis denn gegen einen Tabellen-Neunten der Schottischen Premiere League sollte man als deutscher Zweitligist kurz vor der Saison besser aussehen. Da hilft es auch nix, auf die vier schottischen Meisterschaften zu verweisen. Die sind lange her und nur Kenner des schottischen Fußballs werden sich an sie erinnern. Und vielleicht noch einige andere, weil sie von einem jungen Trainer errungen wurden, der danach noch zum Sir und Champions League Sieger wurde. Dies aber im Norden Englands.

Auch einfach ekelhaft war, was sich da im Gästeblock ansammelte. Der BFC Dynamo meint, dass er mit Aberdeen eine Fanfreundschaft habe und schickte eine Abordnung von jungen Herren, die u.a. mit „Frei, sozial, national“ Shirts auffielen. Es ist wahrscheinlich gut für den Aberdeen FC, dass dort wohl niemand so richtig diese Freundschaft kennt. So intonierte dieser Block auch noch u.a. „Wo ist die Antifa?“ als typisch schottischen Gesang.

Es wäre irgendwann doch mal lobenswert, wenn man bei der Auswahl der Testspielgegner etwas vorsichtiger wäre.

Ob es nach dem Spiel noch gerappelt hat, entzieht sich unserer Kenntnis. Dafür hat es in der Süd gerappelt, als ein Typ mit nackten Oberkörper meinte den Lauten zu machen und dafür fing. Warum, wieso, weshalb und was genau da ausgetauscht wurde, entzieht sich unserer Kenntnis. Unschön ist es allemal.

Und so schloss die Sommervorbereitung mit einem recht belanglosen Test und wir freuen uns auf „endlich wieder Liga“.

Kartenvergabe und die obligatorische Kritik

Vorweg: Das Ganze ist nicht einfach! Und wenn man eine solch hohen Nachfrage eine Auswahl treffen will, dann ist diese immer falsch und immer doof. Das hatten wir bereits angemerkt, bevor die Ergebnisse kamen. Wer hier den Königsweg anbieten kann, der werfe bitte den ersten Stein. Doof ist natürlich, dass nun beinah alle Leute rausfallen, die erst nach dem Wiederaufstieg aus der Regionalliga nach und nach zu uns gekommen sind. Diese hatten meistens nun drei Jahre Dauerkarte und sind dementsprechend schon gut mit dem Verein und dem Spielbesuch verwachsen und auch über die erste Euphorie treu geblieben. Das diese Generation nun beinah gänzlich ihre Dauerkarte verliert, wird sich auch durch Einzelkartenverkauf nicht wirklich auffangen lassen. Da muss man sich nichts vormachen. Und so verlieren wir junge Leute, die nun genau an dem Punkt gewesen wären, wo sie sich in der Kurve so sicher gefühlt hätten, dass sie auch Engagement und Verantwortung übernommen hätten. Das ist ärgerlich und es bleibt zu hoffen, dass die uns irgendwo erhalten bleiben und irgendwann doch wieder an Dauerkarten kommen. Denn allemal veraltern wir die Kurven.

Weil wir jedoch chronisch an allem etwas zu kritisieren haben (ihr kennt uns ja) können wir uns es nicht verkneifen auch dieses Mal ein paar Worte zum Karten-Drama zu verlieren. Vorweg möchten wir niemandem böse Absichten unterstellen und sind uns sicher, dass die Verantwortlichen ihr Bestes geben. Das bitte doppelt unterstreichen! Denn nur wer nix macht, macht keine Fehler.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag verschickte das Kartencenter Zu- und Absage-Mails an alle Bewerber. Und schon bei der Formulierung der Mails haben wir was zu meckern. Und das zieht sich dann später auch insgesamt durch das Gemeckere: Weniger die Ausführung, als die Kommunikation des Ausgeführten ist verbesserungswürdig. Man muss sich hier schon fragen, warum hier nicht der individuelle Punktestand mitgeteilt wurde. Gerade wenn man die abgelehnten Bewerber nun auf eine Warteliste packen möchte, dann sollte man ihnen auch mitteilen mit welcher Punktzahl sie auf dieser Liste stehen. Zu der Warteliste später aber auch noch mehr.

Wir haben viele Mails bekommen, wo Leute sich über Falschberechnungen beklagen. Wenn man sich die Mails dann mal so ansieht, dann liegen die Leute zu 90 % einem Missverständnis auf, welches aber auch durch eine deutlichere Kommunikation hätte vermieden werden können. 11/12 Dauer-/Saisonkarte brachte keine Punkte! Das haben die meisten übersehen. Das hätte aus unserer Sicht auch ausdrücklich schon in der ersten Mitteilung auf der Homepage drin stehen müssen! Denn soweit wir uns erinnern können, war dieses und auch andere Jahr(e) in der Umfrage noch enthalten. Leider haben wir den genauen Text aber nirgendwo abgespeichert.

Dann gab es noch einige Leute, da war die Punktezahl definitiv falsch und auch Sven meinte im Gespräch Samstag, dass dies in Einzelfällen passiert ist. Wer schon mal Datenbanken gepflegt hat, wer insbesondere schon mal versucht hat Daten aus mehreren Datenbanken zusammenzuführen und abzufragen, weiß, dass es da immer einen Bodensatz an Fehlern gibt, die an unterschiedlichen Schreibweisen von Namen etc. liegen können. Das ist leider so und wenn man dann noch bedenkt, dass man die Mitgliederverwaltung gerade wieder ins Haus geholt hat und jetzt auch mit einer vernünftigen Datenbankpflege beginnt, dann muss hier niemand „Skandal“ schreien, auch wenn jeder einzelne Fehler ärgerlich ist und dem Betroffenen garantiert einen ordentlichen Schrecken eingejagt hat.

Uns sind drei Sachverhalte bekannt geworden, die aus den Schilderungen der Leute (die wir nicht nachprüfen können und wollen!) als Fehler durchgehen. Das ist aus unserer Sicht keine auffällige Quote, so dass man hier von bedauerlichen Einzelfällen reden muss. Immerhin war ja das Kartencenter so fair auch gleich ein Korrekturformular beizufügen. Warum man dieses jedoch so gestaltet, dass man es auf einem Rechner nicht ausfüllen kann, bleibt wohl das Geheimnis des Kartencenters.

Es gibt noch mehr Sachen, die man hinterfragen muss und die alle in Formulierungen und Kommunikation bedingt sind. In loser Reihenfolge:

Laut der Absage Mail kommen die Bewerber nun auf eine Warteliste. Das ist gut. Aber wie lange soll diese gelten? Wird die irgendwann wieder aufgestockt? Wieviele Leute sind auf dieser Warteliste? Und wie wird zwischen den ganzen Kandidaten mit 2 und 2,5 Punkten differenziert? Und davon gibt es doch eine riesige Menge. Da wäre es doch z.B. von vorn herein sinnvoll gewesen das genaue Eintrittsdatum der Mitgliedschaft zu erfassen und transparent zu formulieren, wie das gehandhabt wird. Insgesamt muss man sagen, dass es viel besser gewesen wäre die Kritieren im Vorwege transparent zu erläutern und zu erklären! Warum z.B. fällt 2011/2012 raus? Weil jeder Bewerber da eine DK/SK hatte? Weil die ohne Anstehen erhältlich war? Unklar und erläuterungsnotwendig, wenn uns jemand fragt.

Was uns so ein bisschen Bauchweh macht: Wenn diese Liste nun ca. 10.000 Namen umfasst und wir so ca. 200 Dauerkarten pro Saison verlieren, dann würde diese Liste 50 Jahre rechnerisch reichen, was wiederum bedeuten würde, dass ein Teil des Nachwuchses erst mit Ende 60 oder so an der Reihe wäre. Nun ist das natürlich rein rechnerisch, aber es zeigt, wie lange so eine Liste eventuell halten muss und wenn man sich schon die Mühe einer Umfrage macht, dann aus unserer Sicht richtig und dann mit einer transparenten Feindifferenzierung der Kritieren, dass man nicht noch mal eine Umfrage/Datensammlung machen muss, um alle 2,5 und 2 Punkte Kandidaten zu differenzieren. Dann einmal richtig ranklotzen und das Ergebnis mitteilen und gut ist. Textvorschlag? „Lieber XYZ, du hast 2,5 Punkte, wir feindifferenzieren so und so (Eintrittsdatum? Taggenau?) und du bist Nr. 6.374 auf der Liste.“ Und jedes Jahr kann man dann nur eine Mail mit einem Update schicken. „Lieber XYZ, es sind 231 Leute runter von der Liste, du bist nun Nr….“ (kein Bock zu rechnen)

So ist die Warteliste aus unserer Sicht eher unvollständig und man wird nicht umhin kommen bei freiwerdenden Dauerkarten eine weitere Abfragerunde zu starten. Unschön und vermeidbare Mehrarbeit. Mal ganz davon ab, dass man dann natürlich noch mal die Kritieren ändern könnte, was ein jetzigen Verweis auf die Warteliste inhaltsleer machen würde.

Eine frühere Kommunikation der Kritieren (schon mit der Umfrage wäre am besten gewesen!) haben wir ja schon kurz angesprochen. Vorteil davon wäre gewesen, dass man sich dann frei hätte machen können von jedem noch so kleinen Mauschelvorwurf.

Und als letzter Meckerpunkt kommt noch: Warum zum Teufel lässt man keinen Juristen darüber sehen. Wenn man fragt, wie lange jemand Mitglied ist, dann ist das in der Formulierung schlichtweg etwas anderes, als wenn man fragt „Wie lange bist du durchgehend Mitglied?“ und ersteres zu letzterem auszulegen? Das ist definitiv nicht zwingend. Und das ist nur ein Beispiel für viele unglückliche Formulierungen.

Es bleiben aber auch Fragen ungeklärt: Ist dies eigentlich nun die endgültige Aufgabe des Südkonzeptes? Wird dieses Ergebnis nun verewigt? Oder findet jedes Jahr eine neue Umfrage statt? Wie werden die beiden Wartelisten zusammengeführt? Oder bleiben es zwei getrennte Wartelisten? Hier muss man wohl die nächste Basch abwarten. Nur, da aus unserer Erfahrung USP deutlich besser kommuniziert, als das Kartencenter, denken wir, dass wir dort Antworten bekommen.

Fazit des Ganzen? Es ist nicht fair, es ist nicht schön, es ist ordentlich gelaufen, es kann immer besser sein und gerade kommunizieren muss das Kartencenter noch besser. >p>

  One Response to “Blitz und Donner”

  1. […] | Hinterlasse einen Kommentar Auch wenn ich die intransparente Dauerkartenvergabe, siehe Magischer FC, nicht verstehe, die Saison geht los und ich werde wieder Teil des Ganzen sein. Ab Freitag stelle […]

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