Jul 302012
 

oder

Testwochenende

Präskriptum

Geliebte Leser, endlich mal wieder ein Bericht, der sich nicht mit dem Wahnsinn des DFBs auseinandersetzen muss, sondern der sich genüsslich mit unserer kleinen und natürlich immer heilen Welt auseinandersetzt.

Was gibt es also heute? Zwei heitere Testspiele mit kleinen Nebentönen und eine Kartenvergabe mit Nebentönen. Zu letzterem schon hier ein Wort: Es fällt schwer und die Verärgerung der Leute, die nun teilweise drei Jahre eine Dauerkarte hatten und nun draußen sind, ist mehr als verständlich. Wir hatten mal nach Leuten gesucht, wo etwas schief gelaufen ist, haben auch viele Antworten bekommen, wollen uns bereits hier für die ganzen Einsendungen bedanken, müssen aber sagen, dass viele Fehler sich bei genauem Hinsehen als Nichtfehler erkennen lassen.

So nun aber erstmal die heiteren Spiele des Wochenendes.

Wenn der Blitz einschlägt, sind wir alle alle Tod!

Freitag, es ging nach Wedel und somit in ein bekanntes Stadion. Vorbereitungen, in denen man am Ende nicht einen einzigen neuen Ground gemacht hat, sind unbefriedigend, aber gut. Wie immer war man viel zu früh, so dass noch ein bisschen Zeit war, das bis dahin sehr gute Wetter bei Wilkommhöft zu genießen. Leider mit nur einem dicken Pott, so dass man die Schiffsbegrüßungsanlage nicht wirklich abfeiern konnte.

Dann war es aber auch Zeit ins Stadion zu gehen und wir trafen doch viele uns bekannte Gesichter zum ersten mal wieder. So war erstmal Erlebnisse austauschen angesagt, bevor es zum Fußball ging.

Wedel hatte sich in Schale geworfen und auch die Organisation des Testspieles war am oberen Ende der Organisationsskala. Freundliche Ordner, genügend kopierte Mannschaftsaufstellungen, ein ganz zügiger Einlass, der dann irgendwann doch den Massen nachgab. Dafür gab es reichlich Bier- und Wurststände und zu wenig Klos.

800 Jahre wird unsere Elbestadt jung. Aus diesem Grund hatten es die drei örtlichen Vereine zum ersten Mal geschafft eine gemeinsame Auswahl auf den Platz zu stellen. Was bei solchen Auswahlen immer das Problem ist, zeigte sich relativ schnell. Sie sind nicht eingespielt.

Unsere Jungs eher mit einer B-Elf, wobei bemerkenswert war, dass Schachten hier viel Spielzeit bekam. Diese B-Elf hatte sehr wenig Probleme mit den Wedelern und gewann am Ende 19-1. Sie hätte noch höher gewinnen können, denn zwischen den Toren wurde auch noch fleißig das Gebälk auf Haltbarkeit getestet.

Und so würde eigentlich schon der Bericht vom Freitag enden, wenn es nicht doch noch einige bemerkenswerte Details gegeben hätte.

Auf dem Platz war dies der „finnische Zauberzwerg“ (Mopo in ihrer üblichen Rationalität) Matias Ojala, der aber uns nun nicht zu Begeisterungsstürmen hinriss. Der Junge mag ja Talent haben, aber das sah teilweise doch argh holprig aus. Und das obwohl so eine Auswahl doch sehr viel Platz lässt.

Bis Minute 45 hatten wir bestes Sommerwetter, aber in der Halbzeit zog sich dann der Himmel zu. Und so kam es in Minuten 50 zu einer längeren Unterbrechung aufgrund eines spontanen Gewitters mit Sturm, Hagel und Starkregen. Wie aus dem Nichts zogen Sturmböen über den Platz und es flogen Äste von den Bäumen. Die Spieler zogen sich zurück und auch viele Zuschauer verließen Hals über Kopf und doch sehr nass den Platz. Das Bemerkenswerte: So schnell der Sturm kam, so schnell war er auch wieder weg. Nach zehn Minuten nieselte es nur noch etwas und irgendwann konnte das Spiel fortgesetzt werden. Als wir später zum Bahnhof zurück spazierten, sahen wir doch viele sehr stark eingeknickte und beschädigte Bäume. Das hatte in Wedel ganz schön gewütet.

Unschön dabei war, dass nicht nur der Himmel ein Feuerwerk aufführte, sondern auch einige St. Paulifans Böller und Clips zünden mussten. Das ist nun wirklich nicht schön und auch nicht wirklich sinnvoll. Bei aller Pyroliebe: Es muss schon bei Sachen bleiben, die konontrollierbar sind. Und das sind Clips und Böller in einer Menschenmenge nun definitiv nicht. Und wenn man mal auf die theoretische Pyrolegalisierung guckt, dann ist natürlich schon zu fragen, ob wirklich alle Leute dieser Differenzierung fähig sind. Sonst ist das ein Bärendienst dieser Bewegung gegenüber. Ein Böllerwurf wiederholte sich auch noch Samstag, das ist natürlich ebenso scheiße.

Und damit ist der Freitag auch schon erzählt.

Freundschaftsspiel

Samstag dann also Aberdeen und damit wohl der letzte Test der vermeindlichen A-Elf. Nun ist noch eine Woche Training und wie schnell eine Verletzung das ganze noch umwerfen kann, zeigt die Verletzung von Florian Mohr.

Die Viererkette also mit Kringe-Zambrano-Thorandt-Kalla. Und da diese Besetzung doch sehr lange so spielte, gehen wir mal davon aus, dass das auch die erste Wahl gegen Aue sein wird. Das wäre zumindest erstaulich, denn Kalla hatten wir eigentlich unter diesem Trainer abgeschrieben. Bemerkenswert dabei ist auch, dass dann zwei nicht gelernte Außenverteidiger die Außenverteidigerpositionen bekleiden würden. Mag ein Risiko sein und so ganz eingespielt wirkte die Kette auch noch nicht. Leider immer ein Problem des hochtalentierten Zambranos ist die Konzentration über die ganze Spielzeit und auch dies wurde noch mal getestet und für noch nicht ganz vorhanden befunden.

Soviel eigentlich auch zu dem Geschehen auf dem Rasen, wo das Spiel ansonsten wenig Spannung und gute Aktionen der braun-weißen brachte. Tschauner ist schon sehr gut in Form. Er rettete das Unentschieden. Insgesamt auf dem Platz ein enttäuschendes Ergebnis denn gegen einen Tabellen-Neunten der Schottischen Premiere League sollte man als deutscher Zweitligist kurz vor der Saison besser aussehen. Da hilft es auch nix, auf die vier schottischen Meisterschaften zu verweisen. Die sind lange her und nur Kenner des schottischen Fußballs werden sich an sie erinnern. Und vielleicht noch einige andere, weil sie von einem jungen Trainer errungen wurden, der danach noch zum Sir und Champions League Sieger wurde. Dies aber im Norden Englands.

Auch einfach ekelhaft war, was sich da im Gästeblock ansammelte. Der BFC Dynamo meint, dass er mit Aberdeen eine Fanfreundschaft habe und schickte eine Abordnung von jungen Herren, die u.a. mit „Frei, sozial, national“ Shirts auffielen. Es ist wahrscheinlich gut für den Aberdeen FC, dass dort wohl niemand so richtig diese Freundschaft kennt. So intonierte dieser Block auch noch u.a. „Wo ist die Antifa?“ als typisch schottischen Gesang.

Es wäre irgendwann doch mal lobenswert, wenn man bei der Auswahl der Testspielgegner etwas vorsichtiger wäre.

Ob es nach dem Spiel noch gerappelt hat, entzieht sich unserer Kenntnis. Dafür hat es in der Süd gerappelt, als ein Typ mit nackten Oberkörper meinte den Lauten zu machen und dafür fing. Warum, wieso, weshalb und was genau da ausgetauscht wurde, entzieht sich unserer Kenntnis. Unschön ist es allemal.

Und so schloss die Sommervorbereitung mit einem recht belanglosen Test und wir freuen uns auf „endlich wieder Liga“.

Kartenvergabe und die obligatorische Kritik

Vorweg: Das Ganze ist nicht einfach! Und wenn man eine solch hohen Nachfrage eine Auswahl treffen will, dann ist diese immer falsch und immer doof. Das hatten wir bereits angemerkt, bevor die Ergebnisse kamen. Wer hier den Königsweg anbieten kann, der werfe bitte den ersten Stein. Doof ist natürlich, dass nun beinah alle Leute rausfallen, die erst nach dem Wiederaufstieg aus der Regionalliga nach und nach zu uns gekommen sind. Diese hatten meistens nun drei Jahre Dauerkarte und sind dementsprechend schon gut mit dem Verein und dem Spielbesuch verwachsen und auch über die erste Euphorie treu geblieben. Das diese Generation nun beinah gänzlich ihre Dauerkarte verliert, wird sich auch durch Einzelkartenverkauf nicht wirklich auffangen lassen. Da muss man sich nichts vormachen. Und so verlieren wir junge Leute, die nun genau an dem Punkt gewesen wären, wo sie sich in der Kurve so sicher gefühlt hätten, dass sie auch Engagement und Verantwortung übernommen hätten. Das ist ärgerlich und es bleibt zu hoffen, dass die uns irgendwo erhalten bleiben und irgendwann doch wieder an Dauerkarten kommen. Denn allemal veraltern wir die Kurven.

Weil wir jedoch chronisch an allem etwas zu kritisieren haben (ihr kennt uns ja) können wir uns es nicht verkneifen auch dieses Mal ein paar Worte zum Karten-Drama zu verlieren. Vorweg möchten wir niemandem böse Absichten unterstellen und sind uns sicher, dass die Verantwortlichen ihr Bestes geben. Das bitte doppelt unterstreichen! Denn nur wer nix macht, macht keine Fehler.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag verschickte das Kartencenter Zu- und Absage-Mails an alle Bewerber. Und schon bei der Formulierung der Mails haben wir was zu meckern. Und das zieht sich dann später auch insgesamt durch das Gemeckere: Weniger die Ausführung, als die Kommunikation des Ausgeführten ist verbesserungswürdig. Man muss sich hier schon fragen, warum hier nicht der individuelle Punktestand mitgeteilt wurde. Gerade wenn man die abgelehnten Bewerber nun auf eine Warteliste packen möchte, dann sollte man ihnen auch mitteilen mit welcher Punktzahl sie auf dieser Liste stehen. Zu der Warteliste später aber auch noch mehr.

Wir haben viele Mails bekommen, wo Leute sich über Falschberechnungen beklagen. Wenn man sich die Mails dann mal so ansieht, dann liegen die Leute zu 90 % einem Missverständnis auf, welches aber auch durch eine deutlichere Kommunikation hätte vermieden werden können. 11/12 Dauer-/Saisonkarte brachte keine Punkte! Das haben die meisten übersehen. Das hätte aus unserer Sicht auch ausdrücklich schon in der ersten Mitteilung auf der Homepage drin stehen müssen! Denn soweit wir uns erinnern können, war dieses und auch andere Jahr(e) in der Umfrage noch enthalten. Leider haben wir den genauen Text aber nirgendwo abgespeichert.

Dann gab es noch einige Leute, da war die Punktezahl definitiv falsch und auch Sven meinte im Gespräch Samstag, dass dies in Einzelfällen passiert ist. Wer schon mal Datenbanken gepflegt hat, wer insbesondere schon mal versucht hat Daten aus mehreren Datenbanken zusammenzuführen und abzufragen, weiß, dass es da immer einen Bodensatz an Fehlern gibt, die an unterschiedlichen Schreibweisen von Namen etc. liegen können. Das ist leider so und wenn man dann noch bedenkt, dass man die Mitgliederverwaltung gerade wieder ins Haus geholt hat und jetzt auch mit einer vernünftigen Datenbankpflege beginnt, dann muss hier niemand „Skandal“ schreien, auch wenn jeder einzelne Fehler ärgerlich ist und dem Betroffenen garantiert einen ordentlichen Schrecken eingejagt hat.

Uns sind drei Sachverhalte bekannt geworden, die aus den Schilderungen der Leute (die wir nicht nachprüfen können und wollen!) als Fehler durchgehen. Das ist aus unserer Sicht keine auffällige Quote, so dass man hier von bedauerlichen Einzelfällen reden muss. Immerhin war ja das Kartencenter so fair auch gleich ein Korrekturformular beizufügen. Warum man dieses jedoch so gestaltet, dass man es auf einem Rechner nicht ausfüllen kann, bleibt wohl das Geheimnis des Kartencenters.

Es gibt noch mehr Sachen, die man hinterfragen muss und die alle in Formulierungen und Kommunikation bedingt sind. In loser Reihenfolge:

Laut der Absage Mail kommen die Bewerber nun auf eine Warteliste. Das ist gut. Aber wie lange soll diese gelten? Wird die irgendwann wieder aufgestockt? Wieviele Leute sind auf dieser Warteliste? Und wie wird zwischen den ganzen Kandidaten mit 2 und 2,5 Punkten differenziert? Und davon gibt es doch eine riesige Menge. Da wäre es doch z.B. von vorn herein sinnvoll gewesen das genaue Eintrittsdatum der Mitgliedschaft zu erfassen und transparent zu formulieren, wie das gehandhabt wird. Insgesamt muss man sagen, dass es viel besser gewesen wäre die Kritieren im Vorwege transparent zu erläutern und zu erklären! Warum z.B. fällt 2011/2012 raus? Weil jeder Bewerber da eine DK/SK hatte? Weil die ohne Anstehen erhältlich war? Unklar und erläuterungsnotwendig, wenn uns jemand fragt.

Was uns so ein bisschen Bauchweh macht: Wenn diese Liste nun ca. 10.000 Namen umfasst und wir so ca. 200 Dauerkarten pro Saison verlieren, dann würde diese Liste 50 Jahre rechnerisch reichen, was wiederum bedeuten würde, dass ein Teil des Nachwuchses erst mit Ende 60 oder so an der Reihe wäre. Nun ist das natürlich rein rechnerisch, aber es zeigt, wie lange so eine Liste eventuell halten muss und wenn man sich schon die Mühe einer Umfrage macht, dann aus unserer Sicht richtig und dann mit einer transparenten Feindifferenzierung der Kritieren, dass man nicht noch mal eine Umfrage/Datensammlung machen muss, um alle 2,5 und 2 Punkte Kandidaten zu differenzieren. Dann einmal richtig ranklotzen und das Ergebnis mitteilen und gut ist. Textvorschlag? „Lieber XYZ, du hast 2,5 Punkte, wir feindifferenzieren so und so (Eintrittsdatum? Taggenau?) und du bist Nr. 6.374 auf der Liste.“ Und jedes Jahr kann man dann nur eine Mail mit einem Update schicken. „Lieber XYZ, es sind 231 Leute runter von der Liste, du bist nun Nr….“ (kein Bock zu rechnen)

So ist die Warteliste aus unserer Sicht eher unvollständig und man wird nicht umhin kommen bei freiwerdenden Dauerkarten eine weitere Abfragerunde zu starten. Unschön und vermeidbare Mehrarbeit. Mal ganz davon ab, dass man dann natürlich noch mal die Kritieren ändern könnte, was ein jetzigen Verweis auf die Warteliste inhaltsleer machen würde.

Eine frühere Kommunikation der Kritieren (schon mit der Umfrage wäre am besten gewesen!) haben wir ja schon kurz angesprochen. Vorteil davon wäre gewesen, dass man sich dann frei hätte machen können von jedem noch so kleinen Mauschelvorwurf.

Und als letzter Meckerpunkt kommt noch: Warum zum Teufel lässt man keinen Juristen darüber sehen. Wenn man fragt, wie lange jemand Mitglied ist, dann ist das in der Formulierung schlichtweg etwas anderes, als wenn man fragt „Wie lange bist du durchgehend Mitglied?“ und ersteres zu letzterem auszulegen? Das ist definitiv nicht zwingend. Und das ist nur ein Beispiel für viele unglückliche Formulierungen.

Es bleiben aber auch Fragen ungeklärt: Ist dies eigentlich nun die endgültige Aufgabe des Südkonzeptes? Wird dieses Ergebnis nun verewigt? Oder findet jedes Jahr eine neue Umfrage statt? Wie werden die beiden Wartelisten zusammengeführt? Oder bleiben es zwei getrennte Wartelisten? Hier muss man wohl die nächste Basch abwarten. Nur, da aus unserer Erfahrung USP deutlich besser kommuniziert, als das Kartencenter, denken wir, dass wir dort Antworten bekommen.

Fazit des Ganzen? Es ist nicht fair, es ist nicht schön, es ist ordentlich gelaufen, es kann immer besser sein und gerade kommunizieren muss das Kartencenter noch besser. >p>

Jul 252012
 

oder

Es sieht nicht gut aus

Vorwort

Liebe Leser, wir schreiben einen Fußball-Blog. Und eigentlich sollte es in einem solchen Blog um Fußball gehen. Nun sind wir garantiert nicht die Taktikfreaks und wir können euch auch nicht sagen, ob es nun sinnvoller ist 4-4-2- oder 4-2-3-1 zu spielen. Leider muss man aber in der letzten Zeit immer mehr konstatieren, dass das alte „wichtig ist auf dem Platz“ einem „wichtiger ist auf den Rängen“ gewichen ist. Vorgestern hat der Frodo schon sehr viel geschrieben, was wir schreiben wollten, so dass wir jetzt nur noch eine Art kommentierte Blogschau veröffentlichen.

Um noch irgendetwas positives zu schreiben: Herzlich Willkommen Florian Kringe!

Ratlosigkeit

Liebe Leser, wir befinden uns in einer Zeit des Wahnsinns. Wir befinden uns am Ende eines Systems. Die ärmste Marie Antoniette verlor ihren Kopf, weil ihr u.a. der berühmte Spruch vom Kuchen essen, wenn man kein Brot hat, zugeschrieben wurde. Sie hat das wahrscheinlich nicht so gesagt, aber es zeigt den Realitätsverlust, wenn man sich nicht in der „wahren“ Welt bewegt, sondern nur in Schlössern (VIP Logen).

Es ist dieses Reden in zwei Welten, was die Diskussion so schwierig macht. Deswegen können die Mächtigen die Aufmüpfigen auch nicht verstehen und deswegen glauben sie auch ständig selbst im Recht zu sein. Eigentlich soll der demokratische Prozess genau das verhindern bzw. durch eine Abwahl verhindern. Wenn aber eine basisdemokratische Entscheidung durch ganz viele Delegiertenebenen verhindert wird und ein Präsident trotz Kritik an der Basis mit 100 % gewählt wird, dann entsteht eben doch diese Wahrnehmungsblase. Und diese Blase endet eben mit Kopfverlust.

Auch durch ständige Wiederholung durch die Mächtigen kann man die Realität nicht verändern. Für die breite Masse kann man die Wahrnehmung der Realität ändern und das geschieht fleißig. Aber die eigentlich dahinter liegende Realität kann man nicht ändern, sondern sie nur verschleiern. Für diese Verschleierung braucht man immer mehr Gewalt und Zwang von oben, sonst klappt das nicht und irgendwann implodiert das System. Die Frage ist nur, was dann passiert. Besser es käme nicht dazu.

Und auch wenn die Mächtigen ständig wiederholen, dass es doch ganz schlimm sei mit der Gewalt im Fußball, immer schlimmer wird und immer eine neue Qualitäten erreicht, so stimmt es einfach nicht. Es zwingt uns nur zu ständigen Wiederholungen. Und daher noch einmal: Man vergleiche die Zahlen mal ernsthaft mit den Zahlen von Straftaten beim Oktoberfest. Man erkennt keinen signifikanten Unterschied. Und man darf Folgendes nie vergessen: Dieses wird von der Polizei als ruhig und gesittet bezeichnet. Kurzum: Fußball hat kein spezifisches Gewaltproblem.

Was also erfolgt hier? Wie das Lichterkarussell in einem eher sozialwissenschaftlichem Text ausführt, werden hier delinquente Milieus geschaffen und aufrechterhalten. (Der Text ist schwierig, lang und sehr wissenschaftlich, aber doch lesenswert.) Das ganze ist ein perfektes Herrschaftsinstrument. Über den Hebel Feind kann man besonnene Stimmen oder interne Kritiker sehr schnell mundtot machen, der Vorwurf der Sympathie für den Feind, der Feigheit vor dem Feind ist schnell gemacht und nur schwer auszuräumen. Oder weniger wissenschaftlich ausgedrückt: Es wird hier pauschal eine Kriminalisierung vorgenommen und weite Teile der Fußballfans gelabelt, damit man selber an der Macht und im VIP Raum bleiben kann.

Ein sehr gutes Beispiel für diese ganzen Mechanismen ist das Interview von Herrn Sandrock. Wir sprechen hier immerhin von dem Generalsekretär des Verbandes, in dem wir alle Mitglieder sind. Dieses zu lesen verursacht einem erhebliche Schmerzen.

Eigentlich hatten wir vor, ihm mal einen offenen Brief zu schreiben. Aber warum sollten wir mit Menschen reden, die ja auch mit uns nicht reden wollen? Die unsere Realität ja auch gar nicht kennen wollen. Auch in der eher ja rhetorischen Form des offenen Briefes wollen wir das nicht. Deswegen zerlegen wir nur noch mal genüsslich die einzelnen Aussagen, wobei wir uns ein bisschen mit dem Artikel des hochgeschätzten Kollegen Frodo überschneiden. Dies, liebe Leser, sei uns bitte entschuldigt. Wir können aus Ärger unsere Tasten nicht still halten.

Was bemerkenswert ist: Habt ihr ein Interview mit Herrn Sandrock in irgendwelchen bürgerlichen Medien zu diesem Thema gelesen? Wenn man Google bemüht, dann scheint er ausschließlich der Internetseite des DFBs und dem Kicker ein Interview gegeben zu haben. Beides Orte, wo er nicht mit kritischen Nachfragen rechnen musste. Dabei wären die hier angebracht.

Es fängt schon einmal mit der Überschrift an. Da wird schlichtweg behauptet, man handele ja im Sinne aller friedlichen Fans. Immer! Oder anders ausgedrückt: Wer uns widerspricht, der ist schlichtweg kein friedlicher Fan, der ist – um noch mal mit dem Lichterkarussell zu argumentieren – Rowdy, Gewalttäter, der ist deliquent oder er sympathisiert mit diesen. Das macht eine Argumentation schon einmal sehr gut. Der friedliche Fan als das „Alternativlos“ der Fußballdiskussion.

Nun halten wir uns für sehr friedlich. In 13 Jahren Auswärtsfahren haben wir bisher nie wirkliche Probleme mit Ordnungsdiensten, Polizei oder Vorschriften gehabt. Okay, wir haben einmal einem Badischem Ordner gesagt, dass seine Anweisung Blödsinn ist, aber das war unser Rebellentum. Sind wir damit schon unfriedlich, Herr Sandrock? Und um das mal deutlich zu sagen: Er handelt nicht in unserem Sinn!

Dann sagt Sandrock den Satz, der einem die Kaffeetasse aus der Hand fallen lässt: “ Wer ihn liebt, wird aber nichts unternehmen, was dem Fußball und den beteiligten Personen – damit meine ich Spieler, Offizielle, letztlich jeden einzelnen Zuschauer – in irgendeiner Form schaden kann.“ Und was ihm schadet, das definieren natürlich ausschließlich wir. Und Sepp Blatter, Platini und das korrupte System, dass u.a. bei Welt- und Europameisterschaften Gewinne immer privatisiert und sich um die Verluste und Kosten der Länder einen Dreck schert, das schadet dem Fußball natürlich nicht. Okay, hat er auch Recht. Es schadet der Allgemeinheit.

Und Krawallmacher, Rowdys sind natürlich keine Fans. Ne ist klar. Ich habe mich mit bekennenden Hooligans schon besser über Fußball unterhalten als mit Funktionären. Man mag das nicht mögen, aber das Fandasein kann man ihnen eben nicht absprechen. Aber davon ab: Nun müssen wir – wie auch schon der Kollege Frodo – doch mal einhaken. Hier wird eine Trennschärfe heraufbeschworen, die es doch so gar nicht gibt. Fußball ist Emotionen. Damit wird Fußball doch auch vermarktet und auch Herr Sandrock sagt: „Natürlich wollen wir alle Emotionen beim Fußball und kein steriles Stadion. Aber die Leidenschaft hat dann ihre Grenzen, wenn andere beleidigt, gefährdet oder gar verletzt werden.“ Wer auch immer Eduard V. Eckardt ist, aber ihm wird laut Wikipedia folgender Satz als Zitat angehängt:

„So lange Emotionen existieren, kann es keine perfekte Welt geben.“

Und man muss so deutlich sein und diese Ehrlichkeit müssen wir endlich verfickt noch mal auch im Fußball haben. Wenn wir Emotionen haben wollen, wenn wir sie fördern wollen, wenn die Medien jedes Spiel emotional hochtreiben, dann müssen wir auch mit der negativen Seite dieser Emotionen umgehen. Sinnvoll umgehen! Und wenn wir Leute entrechten, sie als Krawallmacher brandmarken, sie außerhalb unserer Fußballgesellschaft stellen und abstempeln, wenn sie eine anderer Meinung sind, dann ist das eben kein sinnvoller Umgang mit insbesondere jugendlichen Emotionen.

Dazu gehört nebenbei auch, dass man als DFB die Medien in die Pflicht nimmt, dass diese eben nicht eine Absage eines einzelnen Spielers eines Testspieles mit „riesen Wut“ kommentieren. Das schüren von Emotionen, insbesondere von negativen Emotionen, dass muss dann eben auch betrachtet werden.

Was macht der DFB hier? Er schiebt die Verantwortung ab für einen Geist, den er ruft. Hatten wir beim letzten mal noch den Staat an der Hand, der ständig sich vor seiner Verantwortung drückt, so ist es hier der DFB. Und man muss sich dann natürlich auch fragen: Warum ist er dann nicht konsequent? Warum will der DFB Fanprojekte bezahlen, die nach ihrer eigenen Beschreibungen doch mit problematischen Jugendlichen, problematischen Fußballfans arbeiten.

Diese Verantwortungslosigkeit sorgt bei uns für Emotionen. Man möchte Herrn Sandrock schütteln.

Nachdem wir unsere Ratio wieder gefunden haben, wollen wir Herrn Sandrock doch mal weiter befragen in unserer Phantasie. Wo sieht er denn die Trennschärfe? Nehmen wir doch mal ein aktutes Beispiel. Es könnte ja sein, dass ein deutscher Verein ein Testspiel gegen Barcelona angekündigt hat. Es könnte sein, dass die Medien dieses Spiel auf „Messi kommt nach Hamburg“ verkürzen und überhöhen. Es könnte – natürlich rein fiktiv – sein, dass Messi nicht spielen kann und Barcelona mit einer B-Elf anreist. Diese ist zwar auch noch sehr namhaft, aber die Presse hatte das doch sehr auf Messi reduziert. Es könnte sein, dass sich Menschen insbesondere jugendlichen Alters sehr auf Messi gefreut haben. Es könnte selbst sein, dass Menschen dafür Urlaube unterbrochen haben um mit ihren Kindern/Jugendlichen dahin zu fahren. Nun könnte es sein, dass die vor dem Spiel von dem Fehlen Messis erfahren und vielleicht ganz vielleicht ihre Freude in Ärger umschlägt. Vielleicht entläd sich dieser Ärger, weil sie erst so 16 bis 20 sind in einem Tritt gegen eine Bande, die kaputt geht.

Nun Herr Sandrock, so in ihrer Wertung: Was ist das? Ein Fan? Ein wahrer Fan? Oder ein Krawallmacher?

Oder was ist eigentlich mit der Polizei? Wenn man so die Berichte von Fanprojekten liest, dann wird ja doch teilweise sehr eskalativ gehandelt. Fanprojekte, die vom DFB bezahlt und auch als Schlüssel gesehen werden! Ist das Lüge? Was ist mit der Gegenemotion? Sind das alles Krawallmacher?

Natürlich sind das alles rein rhetorische Fragen. Wenn man endlich mal begreift, dass man Gewalt nicht aus dem Fußball und aus der Gesellschaft bekommt, wenn man endlich mal begreift, dass es eine Million verschiedene Ursachen für Gewalt gibt, die man auch unterschiedlich anpacken muss, erst dann werden wir etwas ändern, Herr Sandrock. Aber nicht mit solchem Schrott.

Natürlich – und da muss man doch die Augen nicht verschließen – gibt es auch Fußballfans (!!!), die daneben eine viel zu starke Neigung zu Gewalt haben. Und natürlich hat der Fußball als Katalysator der Gesellschaft und der Gesellschaftsfehler hier immer eine Aufgabe. Diese muss aber insbesondere im gewaltpräventiven Bereich liegen. Der Fußball muss sich also viel mehr in der Prävention engagieren, als in der Repression. Alleine schon weil ihm in der Repression die Kompetenz und die Erfahrung fehlt, die ein Staat eigentlich haben sollte.

Der Sport holt Kinder von der Straße und verhindert so Gewalt ist eine hohle Phrase, an die sich man aber vielleicht trotzdem mal zurück erinnern sollte. Und die man vielleicht auch endlich mal auf Fans ausweiten sollte. Sollen wir wieder die ganze Leier wiederholen mit den Ultras und Jugend, die sich für ihre Sache engagieren und warum kriminalisiert man die nur, anstatt sie einzubinden? Nö, lassen wir jetzt mal, könnt ihr hier zu genüge nachlesen.

Aber zurück zu Herrn Sandrock. Was auch spannend ist und da danken wir dem Kollegen von „Ja was denn?“, die folgendes Zitat rausgesucht haben:

„“Dieser Punkt betrifft in der Praxis doch nur diejenigen, die sich nicht an die Regeln halten. Wer als friedlicher Fan zum Fußball geht, muss sich über das Strafmaß bei Verstößen doch gar keine Gedanken machen.“

Wir lesen § 3 Abs 3 der Richtlinie zu Stadionverboten :

„Die Festsetzung eines Stadionverbotes soll im Hinblick auf die Zwecksetzung (§ 1 Abs. 2) möglichst zeitnah zur sicherheitsbeeinträchtigenden Handlung des Betroffenen und in der Regel zu dem Zeitpunkt erfolgen, zu welchem dem Hausrechtsinhaber die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens bzw. die Durchführung eines sonstigen Verfahrens oder das Vorliegen eines ausreichenden Verdachts der Verwirklichung eines Tatbestandes nach § 4 dieser Richtlinie bekannt wird. Bei der Festsetzung des Stadionverbots ist eine bereits vorliegende Stellungnahme des Betroffenen zu berücksichtigen, die Festsetzung kann jedoch auch ohne sie erfolgen. Das Recht zur Anhörung gemäß § 5a bleibt unberührt. In Zweifelsfällen können vor Erteilung des Stadionverbots weitere Informationen eingeholt werden. Insbesondere kann der etwaige Bezugsverein um eine Stellungnahme ersucht werden.“

Für Herrn Sandrock ist also Verdacht = nicht an Regeln halten = schuldig. Wenn man bedenkt, dass (zumindest schmeisst das eine kurze Google Suche raus) so ungefähr 30 bis 40 Prozent aller Ermittlungsverfahren überhaupt zu Strafbefehlen, Anklagen etc. führen, sprich gut 60 % schon vor einem konkreterem TatVERDACHT enden, dann ist das ein – hmmm wie sollen wir sagen? – spannendes Rechtsverständnis.

Man darf das eben nie vergessen: Kontakt mit der Polizei, Einleitung eines Ermittlungsverfahrens reicht für ein Verfahren aus. Das verbunden mit der Delinquenz, welche der Kollege so schön herausgearbeitet hat und fertig ist ein Unrechtssystem. Und was macht so ein Unrechtssystem? Garantiert nicht Gewalt eindämmen, garantiert nicht Fans, welche zu Gewalt neigen zu isolieren, zu bessern. Wir müssen das nicht ausführen, oder?

Ja da schließt sich der Kreis. Die Leitung des DFB sieht Recht und Gesetz halt ausschließlich als Täterschutz, denn sie bestimmen ja, wer „echter Fan“ ist, wer „sich nicht an Regeln hält“. Selbstherrlichkeit ich hör dich trapsen. Wie war das mit Kuchen?

Das Rechtsverständnis des DFB zeigt sich auch in der neuen Verhandlung des DFB. Wie respektlos da selbst gegenüber dem eigenen nicht mal wirklich unabhängigem Gericht gehandelt wird, zeigt sich daran, dass der DFB Vertreter nach seinem Vortrag einfach den Saal verlässt. In einem normalen Gericht undenkbar, beim DFB anscheinend normal. Gerichte, warum? Täterschutz! Und nebenbei zeigt die ganzen Verhandlungen gegen Vereine, die nichts falsch gemacht haben und doch bestraft werden nur, dass Paragraphen, die auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen doch am Ende vollkommener Blödsinn sein können. Siehe dazu die ganzen Ausführungen, die wir so über die Jahre zu § 9a geschrieben haben.

Wir drehen uns also im Kreis. Die Welt des DFB und die Welt der Fußballfans ist nicht mehr deckungsgleich. Auch der DFB ist theoretisch von unten demokratisch aufgebaut, auch wenn durch mehrere Delegiertenebenen bewusst versucht wird, eine demokratische Kontrolle der Oberen zu verhindern. Und deswegen ist es für die Oberen auch so gefährlich, wenn sich Fans für Vereinspolitik interessieren. Denn über diesen Hebel könnte man zumindest für Unruhe beim DFB sorgen. Nur mal so als Beispiel: Der Hamburger Fußballverband hat 166.000 Mitglieder in 432 Vereinen. Davon sind alleine grob 80.000 in den beiden Vereinen, die Profifußball betreiben. Wenn die sich auf die Hinterbeine stellen würden, dann würde es zumindest interessant werden. Ob man dann den Gang durch die Instanzen gewinnt, sei mal dahin gestellt, aber wollen wir wirklich kampflos gehen? Das wäre nicht der FCSP und schon gar nicht seine Fanszene, oder? Nur wir müssen uns im klaren sein. Die Gegenseite spielt nicht fair, sie kriminalisiert uns.

Und so hat der Kollege Frodo recht, wenn er folgendes schreibt:

„Unterm Strich lässt es sich wohl weiterhin gut damit zusammenfassen, dass der Fußball wie wir ihn kennen, sich an einem Scheideweg befindet. Dies mag er bereits seit Anfang des Jahrtausends sein, seit die Fanproteste organisierter und lautstärker werden, langsam nähert sich der Schnellzug allerdings tatsächlich der Weiche, an der sich viele entscheiden werden müssen, ob sie diesem Zirkus noch weiter folgen wollen, oder sich auf lange Sicht wahlweise anderen Sportarten oder unteren Ligen zuwenden, oder gar Vereine neu gegründet werden. Dies mag durchaus noch 4-5 Jahre so weitergehen, mit der ebenfalls zunehmenden Spirale der Polizeigewalt gegen Fußballfans und deren Reaktion kann es aber eben auch sehr viel schneller zum Zusammenstoß kommen.“

Wollen wir einfach so als Schlusswort übernehmen.

Jul 192012
 

Liebe Leser,

da stolpern wir doch zufällig im Forum über folgende Ankündigung, die wir jetzt mal im Volltext und im Bild klauen:


Moinsen,

da sich auf der Gegengerade zum Saisonstart einige Leute neu sortieren und den einen oder anderen geliebten Wellenbrecher vergeblich suchen, nutzen wir einfach mal die Gelegenheit, einen Aufruf zu starten. Wir suchen Leute, die Bock haben, mit uns abzugehen. Es geht nicht darum 90 Minuten 110% zu geben. Alles kann nichts muss. Aber wir wünschen uns, dass der Support mal wieder mehr im Vordergrund steht. Wir wollen aktiv das Spiel verfolgen und die Mannschaft mit einem spielbezogenen Support nach vorne peitschen.

Einige Gruppen ( Ostbock St. Pauli , Alte Meister , Alte Schule , LMSP , etc.) und viele Einzelpersonen haben sich in den letzten Jahren in Block E bereits zusammengefunden. Ab kommender Saison wird der Supportblock ein kleines Stück Richtung Süd wandern.

 

Also….Kommt pünktlich ! Macht mit ! Stellt Euch zu uns ! Bringt Eure Fahnen und Banner mit !Geht mit uns ab ! Lasst uns den
Roar entfachen und …..

 

….den Beton zum Wackeln bringen!

 

Quelle

 

Also erstmal ist es cool, dass sich Leute um so etwas kümmern. In einer perfekten Welt müsste es so einen Sammelpunkt nicht geben, da würde das sich ganz von alleine finden, aber in einer perfekten Welt leben wir nun mal nicht. Insofern haben solche Sachen immer unsere Sympathien. Und das auf der Gegengerade etwas passieren muss, ist wohl auch klar. Insofern: Haltet eure Augen auf, wenn ihr Bock habt, dann macht da mit.

Nun sind wir ehrlich gesagt zu alte Säcke und zu bequem für einen Supportblock. Wer uns kennt, der weiß, dass Support bei uns da ist, aber so direkt in the middle of it, da gehören wir nicht mehr hin und unsere Bezugsgruppe auch nicht. Da soll man auch mal ehrlich zu uns sein. Und leider ist das ziemlich genau der Platz, den wir uns mit unserer Bezugsgruppe so ausgedacht hatten beim letzten Spiel und in der Sommerpause.

Und genau hier ist auch der Ansatz, wo wir Waldorf & Stadlers etwas zu kritisieren haben. Die Gegengerade ist träge, sie wehrt sich gerne gegen Veränderungen und Veränderungen müssen vorbereitet und begleitet werden. Und da ist die Art der Kommunikation und der Diskussion leider verbesserungswürdig.

Wenn man uns gefragt hätte, dann wäre eine solche Verlegung des Kernes der neuen GG besser wie folgt angekündigt worden: Flyer beim letzten Heimspiel, Netzwerktreffen wie es die Nord hat, dort offene Diskussion, Beschlussfassung und dann Verkündung über alle Kanäle inklusive FCSR, Fanladen etc. Auch im Hinblick darauf, dass es ja eine Tauschmöglichkeit gab und so vielleicht Leute zu diesem Block hätten tauschen können. Okay, das war vielleicht aber nicht absehbar.

 

Mal ganz davon ab, dass nach unserer Erfahrung viele Bezugsgruppen eher lose organisiert sind und sich beim letzten Heimspiel schon abgesprochen haben, wie sie sich wiederfinden und wo sie stehen wollen. Da wäre eine Entscheidung und Kommunikation vor diesem letzten Heimspiel natürlich das gelbe vom Ei gewesen.

Hauptproblem bleibt  aber, dass der Gegengerade ein Netzwerktreffen und ein Flyer nach dem Vorbild der Nord fehlt. Und das wird hier wieder schmerzhaft deutlich.

Das nun ein Unbekanntes „wir“ (= die genannten Fanclubs?) die restliche Gegengerade vor ein fertiges Konzept stellt, wird sofort Abwehrreflexe bilden und damit zu Problemen führen. Das hätte nicht sein müssen.

 

Wir wünschen natürlich trotzdem, dass aus diesem großen Kern eine tolle, neue und laute Gegengerade entsteht. Wir werden uns dran beteiligen, wenn auch voraussichtlich an anderer Stelle.

 

 

Jul 192012
 

oder

Fuck Off!

Pushing little children
With their fully automatics
They like to push the weak around
S.o.a.D – Deer Dance

Vorwort

Liebe Leser, eigentlich wollten wir uns an dieser Stelle dem wirklichen Freundschaftsspiel in Babelsberg widmen, wo wir eine riesige Menge Spaß hatten, wo die Polizei sich ausschließlich am Bahnhof aufhielt, wo trotz keiner Polizei, keiner Ordner und trotz Bengaloeinsatz weder die Welt untergangen ist, noch irgendwer wirklich zu Schaden gekommen ist, wo Menschen einzigartige Fußballkultur zelebriert haben und alles friedlich blieb.

Wir wollten positiv gesehen nette Menschen abfeiern, die zusammengewürfelt einen riesigen Spaß hatten und negativ homophobe Sprüche von irgendwelchen St. Paulipunkern geißeln. Wir wollten den Stadionsprecher loben und die Gastfreundschaft, wir wollten ein insgesamt positives Fazit schreiben und uns auf die Saison freuen.

Nur dann kam der Sicherheitsgipfel. Und damit war alle Vorfreude verzogen und es bleibt nur die Feststellung, dass dieser Fußball nicht (mehr) der Fußball ist, den wir lieben.

Worum geht es eigentlich?

Nachtrag als Vortrag: Leider kam das Interview mit Meeske und Spies erst nachdem dieser Text fertig gestellt wurde. Es wird am Ende des Textes gewürdigt.

Liebe Leser, was ist denn da beschlossen worden? Warum gehen Fanvertreter denn so auf die Palme? Ist das nicht alles richtig und muss Gewalt nicht bekämpft werden? Und was ist denn nun mit den Stehplätzen? All das muss man kritisch hinterfragen und dafür muss man ausholen. Und genau dies macht die ganze Diskussion ja auch so schwierig. Steht man doch als kritischer Fan sehr schnell als „Gewaltverharmloser“, als „nicht konsequent“ da. Dies macht das Ganze ja auch so perfide, weil zwar nicht mit dem Begriff „alternativlos“, aber doch mit dem dahinter stehenden Gedankengut versucht wird eine Diskussion, eine besonnene Stimme sofort zu töten.

Es geht hier nämlich auch um die Herrschaft an den Stammtischen. Und genau daher weht der Wind. Innenminister Friedrich muss befürchten, dass das Verfassungsschutzdebakel doch endlich mal die Öffentlichkeit aufwachen lässt. Das jemand mal Sicherheitsbehörden hinterfragt und vielleicht auch Journalisten irgendwann anfangen diese zu hinterfragen. Da muss man ein Thema finden, wo man sich als Hardliner, als Retter des Friedens aufspielen kann und dafür muss man jemanden finden, der (auch aus eigenem Verschulden nebenbei) keine Lobby in der Öffentlichkeit hat. Und da eignet sich der Fußballfan an sich und der Ultra im besonderen doch perfekt. Oder?

Wir möchten hier auch auf ein Interview mit jemandem verweisen, der im Rockerumfeld recherchiert. Nun liegt es uns fern, uns mit Rockern und ihrer archaischen Gesellschaftsform zu solidarisieren, aber die Mechanismen sind die gleichen. Und wenn man bedenkt, dass die einbetonierte Leiche schlichtweg nicht gefunden wurde, dann greifen hier in der Öffentlichkeit schon ähnliche Mechanismen.

Dieser Vereinfachungslogik, dieser Stammtischlogik, diesem lauten Ruf nach immer mehr Gesetzen und immer mehr Strafen eine Stimme entgegen zu setzen, das muss unser Ziel sein. Dafür müssen wir aber ausholen und euch, liebe Leser, fordern. Bildzeitungsparolen sind eher nicht unsers. Wiederholungen zu alten Artikeln werden sich nicht vermeiden lassen. Wir bitten dies zu entschuldigen.

Stadionverbote

Fangen wir mit den Stadionverboten an. Jeder denkt zuerst: „Ist doch gut, wenn ein Straftäter oder ein Gewalttäter aus dem Stadion genommen wird.“ An dieser Logik mag auf den ersten Blick etwas dran sein, aber wenn man sie genauer betrachtet, dann fällt sie schnell in sich zusammen. Wenn man sich die Presseerklärung so ansieht, dann wird da der Begriff „Störer“ verwendet. Und da weiß man schon, woher die Musik spielt. Störer ist ein polizeirechtlicher Begriff, der in den Bereich der präventiven Gefahrenabwehr gehört. Und ein Störer ist z.B. Verschuldensunabhängig, so dass es in dieser Denke vollkommen logisch ist, dass man Stadionverbote gegen jemanden verhängt, der Notwehr ausübt. Gerechtigkeit oder so spielt da keine Rolle. Und damit hat man das Grundproblem schon am Wickel.

Man kann und muss sich auch fragen, ob es denn zur Gefahrenabwehr nützlich war oder ist. Und dies kann man wohl sehr stark verneinen. Das Stadionverbot gibt es nun seit 20 Jahren und trotzdem wird in der Denke der Sicherheitsfanatiker doch alles immer nur schlimmer. Insofern muss man selbst aus ihrer Denke sehen, dass dieses Instrument schlichtweg gescheitert ist. Dass es auch widersinnig ist, einen potentiellen Gewalttäter lieber auf der unkontrollierbaren Straße, als im Hochsicherheitstrakt Bundesligastadion zu haben, sei nur so am Rande erwähnt. Mal ganz davon ab, dass bei Ultragruppen Stadionverbote eher einen Solidarisierungs- und Gruppenfestigungseffekt haben. Aber zugegeben, so etwas wie Sozialpädagogik ist vollkommen aus der Mode.

Nun hat man also dieses problematische Instrument wieder auf fünf Jahre im Regelfall verlängert und in „Extremfällen“ sollen auch bis zu zehn Jahren möglich sein. Die Presse macht daraus dann, dass „gegen besonders brutale Hooligans“ zehn Jahre möglich seien. Was bereits hier wieder vergessen wird und selbst von „Qualitätsmedien“ wie der Tagesschau nicht einmal annähernd problematisiert wird ist, dass das Stadionverbot eben keine Strafe sein soll.

Dies zeigt auch die Praxis: Stadionverbote werden ständig in noch laufenden Ermittlungsverfahren verhängt und bevor überhaupt eine Verurteilung vorliegt. Zwar kann man bei einer erwiesenen Unschuld (! Das ist nebenbei etwas anderes, als eine Einstellung wegen Geringfügigkeit) dieses wieder aufgehoben bekommen, aber Fakt bleibt, dass man erstmal im Stadionverbot ist, obwohl die juristische Unschuldsvermutung noch gilt. Im Endeffekt erlebt man hier eine Umkehr der Beweislast. Man muss beweisen, dass man unschuldig ist. Das ist nebenbei rechtstaatlich gar nicht möglich.

Mit dem zweifelhaften Argument der präventiven Gefahrenabwehr wird hier also ein
Nebenstrafrecht eingeführt. Dass dies der Fall ist, zeigt sich noch an Folgendem:

Es kommt die Vergabepraxis vor Ort hinzu. An vielen Standorten wird pauschal immer drei Jahre für jedes Vergehen (unjuristisch gemeint) gegeben. Es wird also die Sachbeschädigung mit der Körperverletzung mit dem Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz gleichgesetzt. Eine Abwägung der individuellen Gefährlichkeit, eine Beurteilung, ob der Täter auch in einem Jahr, in zwei Jahren, in drei Jahren oder in zehn Jahren noch gefährlich ist, erfolgt nicht und kann eigentlich auch von privatrechtlichen Vereinen nicht passieren. Bei zehn Jahren wäre dann auch dringend zu fragen, warum keine Kontrolle in der Frist erfolgt? Auch der brutalste, fieseste Hooligan heiratet, wird braver Familienvater und will sich seinen Verein nur bei einem Wasser auf der Haupttribüne ansehen. (Wir arbeiten bewusst mit Klischees). Um es mal zusammen zu fassen: Was der Staat hier macht, ist, dass er sich um seine ureigenste Aufgabe drückt. Und – bei aller Kritik am Polizeirecht – ist das u.a. eine effektive und sinnvolle Gefahrenabwehr.

Findet ihr rechtstaatlich nicht problematisch? Wir schon! Ja, Rechtstaat ist immer so ein böses Wort. Es ist nämlich Täterschutz. Und das ist unpopulär. Wir hören schon das geliebte „wenn man nichts macht, dann hat man doch nichts zu befürchten“ Argument. Tja, da Freunde Stadionverbot haben, weil sie ihr Eigentum verteidigt haben, können wir irgendwie dieses Argument nicht sehen.

Und als Strafe ist ein Stadionverbot schlichtweg unhaltbar. Denn auch das ist eine ureigenste Aufgabe des Staates. Daher: Wenn man unbedingt Stadionverbote als sinnvoll erachtet, dann gehören die Raus aus irgendwelchen Vereinbarungen von Vereinen, dann haben die nicht die Vereine zu vergeben, dann muss das der Staat machen mit all seinen Rechtsschutzmöglichkeiten und all seinen Institutionen. Nur das wäre datenschutzrechtlich, freiheitsrechtlich und überhaupt auch nur annähernd vertretbar. Und dabei wollen wir nicht verheimlichen, dass wir gerade im Bereich des Ordnungsrechtes erhebliche Bauchschmerzen bei ALLEN Möglichkeiten des Staates haben. Aber haltet mal diesen Gedanken der Privatisierung der staatlichen Aufgaben fest, er wird uns noch mal begegnen.

Und niemand muss glauben, dass da eine differenzierte, täter- und tatorientierte Stadionverbotspraxis beschlossen wurde. Alleine wenn davon die Rede ist, dass alle Maßnahmen konsequent ausgenutzt werden sollen, dann wird hier doch wieder dem angeblich zu verständlichem Ortsverein, eine Nähe zu den Fans und eine „falsche“ Nachsichtigkeit unterstellt. Die Vereine werden bei einem Abweichen von den Höchststrafen in einen erheblichen öffentlichen und politischen Erklärungsdruck gedrängt. Da haben doch schon Innenminister gefordert, dass nur der Verband die Stadionverbote aussprechen solle, weil der ja Unabhängiger sei. Und so etwas wie Einzelfallgerechtigkeit und Anhörungen sind sowieso etwas für Gutmenschen, Weicheier, was auch immer. Beängstigend nebenbei, dass dieser Innenminister einer grün-roten Regierung angehört. Ein Zeichen dafür, wie weit Rechtspopulismus und Stammtischparolen schon in das linke Umfeld eingedrungen sind.

Fanprojekte

Mehr Geld für Fanprojekte ist immer eine gute Sache. Viele Standorte leiden darunter, dass sie viel zu viel machen müssen mit zu wenig Personal. Aber das ist eben immer nur die eine Seite der Medaille.

Es bleibt die Sorge, dass hier nur ein soziales Feigenblatt geschaffen wird. Fanprojekte müssen auch ernst genommen werden, dürfen in ihrer Arbeit vor Ort nicht behindert werden und dürfen von der Polizei nicht einfach nur als lästig wahrgenommen werden. Nur dann bringt das Geld auch etwas. Und zu Recht weisen die Fanprojekte immer wieder darauf hin, dass man bei Jugendlichen Handlungsalternativen aufzeigen können muss. Und wenn das Verhalten auch zu fünf Jahren Stadionverbot führt, obwohl man im Endeffekt juristisch unschuldig ist, dann ist damit ein wichtiger sozialpädagogischer Ansatz zunichte gemacht. Man muss Jugendliche und ihre Organisationen immer als so vielschichtig sehen, wie sie es sind. Nicht nur als Sicherheitsrisiko!

Nebenbei: Auch hier wird der Ersatzstrafrechtscharakter des Stadionverbotes sehr deutlich. Ein Jugendlicher, der sich einer einfachen Körperverletzung strafbar macht, würde in dem – nebenbei richtigem – Ansatz des Jugendstrafrechtes höchstens geringe Auflagen und Maßnahmen bekommen. Im Sicherheitsdenken des Fußballs bekommt er dafür nun fünf Jahre, wenn nicht zehn Jahre. Für einen Jugendlichen ist das gleich Lebenslang. Glaubt ihr, dass dies zu einer Besserung führen würde? Nein, er ist gebrandmarkt und er würde sich danach auch so verhalten. Sinnvoll ist dies alles nicht.

Mal ganz davon ab: Man hat nun jahrelang nicht ernsthaft mit Fans geredet, man hat nur schöne Fotofankongresse abgehalten, ohne Folgen, der DFB hat mit seinem Basta Abbruch der Pyrogespräche eine goldene Chance vertan, so dass es mehr als lächerlich ist nun Fanprojekte stärken zu wollen, wenn man sie eigentlich nur als Handlanger sieht und nicht als Fanvertreter. Denn mit diesen will man ja nicht sprechen und sie auch nicht zur Lösung des Problemes machen. Das wäre viel wichtiger, als mehr Geld. Das dieses Geld dann auch noch von den Vereinen kommt, die öffentliche Hand sich also aus ihrer Verpflichtung der Finanzierung (teilweise) zurückzieht, ist noch ein widerlicher Nebeneffekt.

Mehr Videoüberwachung

Nun soll also in noch schärfere Eingangskontrollen und noch stärkere Videoüberwachung investiert werden. Nun hat wohl ganz bewusst niemand hinterfragt, was genau damit gemeint ist, denn die Videoüberwachung in Stadien ist bereits sehr überzogen und verhindert auch nix. Weil Videoüberwachung schlichtweg nun mal nix verhindert. Und in einer sich bewegenden, dunklen, nicht perfekt ausgeleuchteten, uniform gekleideten Masse stößt Videoüberwachung schnell an seinen Grenzen. Sie ist aber der Freund von jedem Sicherheitsfanatiker. Dass sie Probleme nicht löst, das steht ja auf einem ganz anderen Blatt. Auch die Eingangskontrollen sollen verschärft werden und so werden wir wohl flächendeckend erleben, dass irgendwelche Sprengstoffhunde an einem rumspringen, dass einem mit homophoben Äußerungen in den Schritt gefasst wird und das noch mehr Ordner freidrehen. Was das nützt? Nichts! Aber es klingt so gut, insbesondere wenn man unterstellt, dass die Vereine bisher ja aus „Privilegien“ nichts getan haben. Dass das alles Schwachsinn ist, sei nur nebenbei angemerkt.

Aber auch hier wird das Ganze erneut auf die Vereine abgeschoben, was eigentlich Aufgabe des Staates ist. Sie haben Ordner (Stichworte dazu u.a. Niedriglohnsektor, zweifelhaft, da häufig Rocker oder Nazis etc.) einzustellen, die Körperdurchsuchungen machen in einem Bereich, der außerhalb eines Stadions eindeutig der Polizei vorbehalten ist.

Und was ist mit den Stehplätzen?

Von einigen Seiten wird jetzt schon gesagt, dass die Abschaffung der Stehplätze schon beschlossene Sache ist. Und so ganz von der Hand zu weisen ist diese Theorie nicht, denn wie schon oben ausgeführt, es ist Wahlkampf, Friedrich hat ein Imageproblem und er muss sich als Macher präsentieren. Da ist so ein Stehplatzverbot doch echt mal toll. Nun ja, aber vielleicht regt sich dann doch Widerstand? Von den Vereinen können wir uns den nicht so richtig vorstellen, die werden eher ein bisschen pseudomäßig protestieren und dann die Schuld auf die bösen Ultragruppen schieben. Und sie verlieren endlich den Ansatzpunkt ihre Preispolitik zu kritisieren. Kein Zwanni für ein Steher? Super, wenn es keine Steher mehr gibt, dann kann ich doch mindestens 40 Euro nehmen. Und wenn ich 40 Euro für einen Kurvensitzplatz nehme, dann kann ich doch 60 Euro… Die feuchten Träume eines jeden wirtschaftlichen Geschäftsführers beginnen ungefähr so.

Aber geht das Ganze vielleicht doch woanders hin? Immerhin muss man auch immer etwas anderes bedenken, der Staat hat sich einer lebenslangen Sparpolitik verschrieben. Und natürlich könnten die Länder auf die Idee kommen zu überlegen, ob man nicht bei Polizeieinsätzen sparen kann. Kosten auf die Vereine abwälzen? Ach was, das ist nervig, da könnte noch jemand plötzlich mitbestimmen wollen und/oder klagen. Und was ist mit den Anfahrtswegen? Und was für ein Schlüssel nehme ich eigentlich? Und was ist, wenn mehrere Bundesländer beteiligt sind? Viel zu kompliziert. Und unsexy. Aber man lese folgendes (und danke an DPA, dass sie diesen Zwischenton mit transportieren):

„Die Vereine seien für die Ordner und Begleitung der Fans auf Auswärtsfahrten verantwortlich. «Für die allgemeine Sicherheit ist die öffentliche Hand zuständig. Bei dieser Arbeitsteilung muss es bleiben», sagte Friedrich.“

Man lese das ganz genau, was Herr Friedrich dort sagt. „Die Vereine seien für die Ordner und die Begleitung der Fans auf Auswärtsfahrten verantwortlich.“ Na, wo müssen Fans wohl nach Meinung von Sicherheitsfanatikern „begleitet“ werden? Richtig, wenn sie mit der Bahn fahren. Und wer ist für die Sicherheit in der Bahn und auf Bahnhöfen zuständig? Richtig, die Bundespolizei. Und wer bezahlt die? Richtig, Herr Friedrich.

Kurz: Hier könnte jemand doch sehr auf die Idee kommen, das Schweizer Modell (oder das holländische Modell oder eine Kombination aus beidem?) anzuwenden und weite Teile der Sicherung der Anfahrtswege zu privatisieren und dazu „Schwarze Sheriffs“ einsetzen. Wie problematisch das alles ist, müssen wir wahrscheinlich nicht ausführen, oder?

Dass Herr Wendt sich im weiteren Verlauf des Artikels aufregt und diesen Vorschlag seines obersten Dienstherrens (jaja, Herr Wendt ist Landespolizist) nicht so toll findet und andere Vorschläge macht, ist logisch, denn er will natürlich keinen Kosten/Nutzenwettbewerb mit privaten Anbietern haben. Das könnte für seine Beamte in Lohndumping enden.

Aber ja, so etwas könnte man sich schon vorstellen, oder? Das Sparpaket über Fußballfans bezahlt. Das noch populistisch verpackt und alle sind zufrieden. Außer vielleicht die Fußballfans.

Einschub: Wir würden nebenbei ein Verbot, seine Begründung und die Klage dagegen sehr spannend finden. Juristisch würden wir gerne mal sehen wie Stehplätze = Quelle der Gewalt begründet wird und wie z.B. Oktoberfest und andere Veranstaltungen von diesem Verbot ausgenommen werden. Und warum es überhaupt ein Sonderrecht für den Fußball geben muss, wenn beim Oktoberfest doch genauso viel passiert.Und worauf der Bund ein solches Verbot hätte stützen wollen. Wäre spannend geworden. Einschub Ende

Bengalos?

Es sei Herrn Friedrich als Innenminister (aber nicht als studierter Jurist) verziehen, dass er den Unterschied zwischen de lege lata und de lege ferenda nicht kennt. Und als Politiker einen Kompromiss sofort auszuschließen finden wir – sagen wir mal – eher spannend. Gut, von Horst Seehofer wird er in der Koalition nichts anderes gelernt haben, aber wirklich sinnvoll ist es nicht. Und daher bleiben auch wir bei unserer Haltung: „Bengalos sehen gut aus, müssen aber sinnvoll eingesetzt werden, so dass eine Neuentwicklung von weniger gefährlichem Material und eine Genehmigungspraxis mit Augenmaß sinnvoll ist. Da kann es keinen Kompromiss geben.“ Liebe Medien, wir sind insoweit zitierfähig.

Und nun?

Sich unterwerfen? Der Sicherheitslogik entsprechen? Keine Bengalos mehr und dem Nazi lieb den Weg in den Gästeblock erklären? Bernd Georg zum Präsidenten wählen? Nein, so lange wir bei St. Pauli sind, wird es dies nicht geben.

Und lieber FC, wie man es macht, hat Union gezeigt. Und selbst wenn der Präsident von Union das alles toll fand, selbst wenn es ihm nur um das zuschicken 20 Stunden vor einer Sitzung ging und wenn er erkannt hat, dass dies nicht von seinem allgemeinen Vertretungsmandat so ohne weiteres gedeckt ist, so sei er zu feiern und zu beglückwünschen. Diese Einsicht hätten wir von einem Bernd Georg Spies auch erwartet. Wir fragen uns, wie man sich als durchsetzungsstarker Präsident präsentieren will, wenn man bereits hier ohne Not einknickt. Für uns ist er damit unwählbar geworden. (Nachtrag auch hier: Dirk Zingler begründet sein Wegbleiben und hat jetzt unsere volle Sympathie. )

Von unserem Präsidium erwarten wir, dass sie ihre Einwilligung in diesen Sicherheitspakt widerrufen, öffentlich erklären, dass sie Stadionverbote über drei Jahre ignorieren werden und das sie gegen eventuelle Lizenzauflagen sowohl den verbandsinternen, als auch den ordentlichen Rechtsweg bestreiten werden. Und wir erwarten von unserem Verein auf der nächsten Verbandstagung Gegenanträge, Änderungsanträge, Gegenkandidaten. Kurzum: Wir erwarten das volle Rohr an zivilem Ungehorsam.

Das sind wir unserem non established schon lange schuldig. „Auf St. Pauli regeln wir das unter uns?“ Richtig. Und auch ohne Friedrich oder DFB.

Das erwarten wir nebenbei auch von uns Fans. United we stand, divided we fall ist eine griffige Parole, die es hier mal wieder gilt auszupacken. Wir lassen uns nicht teilen, wir regeln das unter uns, aber wer meint, dass mit Denunziantentum und Zusammenarbeit mit Polizisten etwas geregelt wird, der kann sich gepflegt gehackt legen. Wir lassen uns nicht verdrängen und wenn doch, dann gehen wir gemeinsam.

Und lieber Verein, lieber DFB, liebe Polizei. Wir können auch anders. Sonst gibt es eben den AFC St. Pauli von 2013. Und da gibt es jedes Spiel das fetteste Bengalointro, was ihr euch vorstellen könnt.

Lebe St. Pauli, lebe unangepasst.

HALTET DIE PRESSE

In der Zwischenzeit hat unser Verein (vielleicht weil ihm Leute die Bude einrennen?) reagiert und versucht zu relativieren. Und mal wieder macht er damit alles eigentlich nur noch schlimmer. Da wird die Drohkulisse angesprochen. Und dann geht man darauf auch noch ein. Das wäre doch der Moment, wo man sagt „Sie drohen mir? Machen Sie mal, aber dann muss ich mit Ihnen auch nicht reden, Herr Friedrich.“

Nein, stattdessen wird selbst indirekt in diesem Interview Friedrich zugestimmt, dass doch die Stehplätze das Problem seien. Denn anders kann man die „überreagiert“ Passage gar nicht lesen. Das alleine ist unfassbar. Haben die denn kein Rückgrat? Oder verstehen die nicht, was sie da gerade unterschrieben haben?

Wenn Herr Friedrich einen erpressen will, dann soll er es tun. Nur dann steht man auf und geht und unterschreibt nicht noch irgendwelche platten Tafeln und macht lieb Kind! Die Öffentlichkeit muss dies doch als grundsätzliche Genehmigung des Maßnahmenkataloges verstehen und hat es auch so verstanden. Das ist ja Schwächung der Verhandlungsposition in Perfektion!

Und wenn wir so etwas lesen: „Meeske: Er sagt ja zum Beispiel nur konsequente Sanktionierung, nicht Erhöhung der Sanktionen aus.“ Dann fragen wir uns, ob die nicht begreifen, was die da gerade unterschrieben haben. Die Öffentlichkeit hat es so aufgenommen, dass die Erhöhung beschlossene Sache ist. Wie soll da denn noch zurück gerudert werden? Sie nehmen sich mit der Unterschrift doch jedes Argument, gegen eine Erhöhung der Sanktionen zu sein. Und so etwas wie diese platte Wand zu unterschreiben, wenn es einen Maßnahmenkatalog gibt, den man nicht unterschreiben will, das ist doch blauäugig, leichtsinnig, gefährlich. Warum machen die so etwas? Das ist ja noch schlimmer, als wenn man gleich die fünf bis zehn Jahre Stadionverbot abgenickt hat.

Noch ein Klassiker: „Ganz im Gegenteil: die Diskussion ist jetzt erst eröffnet.“ Wer soll denn mit wem diskutieren? Die Fans mit den Vereinen? Damit dann die Oberen wieder bei Herrn Friedrich kuschen? Die Fans mit Herrn Friedrich? Ne, danke, der hat ja nun gezeigt, wessen Geistes Kind er ist. Und eine Diskussion unter der Prämisse „ihr schluckt das oder wir verbieten die Stehplätze“ ist ja nicht wirklich eine Diskussion auf Augenhöhe. Jahrelang wurde versäumt mit Fanprojekten mit Fanvertretern und mit Fans zu reden. Und da fällt der „Basta“ Abbruch der Gespräche über Pyro genau wieder auf den DFB zurück. Niemand hat mehr Bock auf irgendwelche Alibiveranstaltungen zu gehen, wo schöne Worte gedroschen werden und am Ende wird doch wieder Friedrich abgenickt. Der FC St. Pauli sollte sich sehr genau überlegen, ob ein zweiter Fankongress sinnvoll ist, wenn man selbst hier Fans anscheinend nicht ernst nimmt. Wir sagen vorsichtshalber unsere Teilnahme schon mal ab.

Man kann die Fans absolut verstehen, dass sie stark überlegen, ob sie sich an einer AG Stadionverbote beteiligen. Warum sollten sie? Alles ist beschlossene Sache und im Notfall lässt man sich die AG durch „wahre Fans“ (aka Bildzeitungsleser) besetzen und alles ist gut (Ironie).

Annex. Eine kleine Presseschau:

Lichterkarussell haut in die gleiche Kerbe.

Metalust und Subdiskurs denkt an das römische Reich

11 Freunde erkennt die Frechheit

Reviersport fragt auch mal Fans. U.a. den unvergleichbaren, unerreichten und unglaublichen Wilko.

Wir stellen schon in Zweifel, dass der Fußball ein spezifisches Gewaltproblem hat, aber sonst ist auch die Süddeutsche sehr lesenswert.

Mit Dank an eine namentlich nicht genannte Ideengeberin aus dem Rhein-Main Gebiet.

Jul 182012
 

Liebe Leser,

wir kennen den Adlerblog nicht, wir haben ihn noch nie gelesen, er ist nicht auf unserer Linkliste. Und trotzdem erklären wir uns hiermit solidarisch mit seinem Macher. Wenn ein Verein wegen solcher Summen gegen seine eigenen Fans mit einer kostenpflichtigen Abmahnung vorgeht, anstatt einfach mal mit dem zu reden und das gemachte Vergleichsangebot zu akzeptieren, dann ist das einfach unmoralisch.


Und man kann nur sagen: Schämt euch, Eintracht Frankfurt!

(Disclaimer: Auch wir mussten leider einmalig zu dem Mittel der Abmahnung greifen, nachdem ein kommerzieller Anbieter auch auf einen freundlichen Hinweis null reagiert hatte. In allen anderen Fällen haben wir so etwas bei einem Bier ohne Anwalt friedlich und konstruktiv lösen können.)

Jul 172012
 

Against the grain, that’s where I’ll stay,

Swimming upstream, I maintain against the grain,

(Bad Religion – Against the Grain)

 

Liebe Leser,

heute ist die Sicherheitskonferenz im Fußball, die sich insbesondere dadurch auszeichnet, dass man die Betroffenen vorsichtshalber nicht eingeladen hat, weil es ja so einfach ist über Fans zu reden, aber viel schwieriger mit ihnen. Insbesondere weil man dann endlich mal einsehen müsste, dass Fans eben nicht nur ein Sicherheitsrisiko sind, sondern auch Opfer. Opfer anderer Fans, Opfer von Polizeigewalt und Opfer einer ständigen Entrechtung. Um Wiederholungen zu vermeiden verweisen wir hier auf die geniale Pressemitteilung von F_in:

„Dies entspricht den gängigen Sicherheitskonzepten, die seit Jahren davon ausgehen, dass es zwangs­läufig zu Ausschreitungen zwischen Gruppen von Fans bzw. zu körperlichen Auseinander­setzungen unter Fans kommen wird, sofern man nicht dafür sorgt, dass jede Zuschauerin und jeder Zuschauer einer eingehenden Kontrolle und Überwachung unterzogen wird. Lieber greift man zur „Fantrennung“ statt „Fanbegegnung“ zu ermöglichen. Frei nach dem Motto: Ausgrenzung statt Kommunikation.

Was vor ein paar Jahren noch keine Ausschreitung war oder teilweise noch nicht mal eine Ordnungswidrigkeit, ist heute verboten und wird strafrechtlich verfolgt. Dieses immer enger werdende Netz von Regeln, Gesetzen und Verordnungen lässt sich auch an Beispielen verdeutlichen: Das Besteigen der Zäune war nie erwünscht, inzwischen ist es aber verboten und wird als Ordnungswidrigkeit verfolgt. Darüber hinaus wird man sehr schnell zum „Gewalttäter Sport“, ohne jemals einer strafrechtlich relevanten Tat beschuldigt geschweige denn verurteilt worden zu sein. Manchmal reicht schon die einfache Anwesenheit in einer Gruppe, der abweichendes Verhalten unterstellt wird, die Personen also als potenzielle Gewalttäter gelten.“

Nun wollen wir ja gar nicht wieder damit anfangen, dass hier eine Pseudodebatte geführt wird, dass Fußball gar kein fußballspezifisches Gewaltproblem hat (Stichwort Oktoberfest) und das man mit irgendwelchen Platitüden noch nie ein Problem gelöst hat. Leider muss man das immer wieder wiederholen, da ja auch Presse und Innenminister ihre Mär von der „ständig ansteigenden Gewalt“ ständig wiederholen und niemand mal wirklich dies hinterfragt. Mal abgesehen von einigen Bloggern, die ihren Kopf noch zum denken benutzen.

Als wäre das nicht schon alles peinlich genug und als wäre nicht klar, dass da nur Law and Order Platitüden gedroschen werden, nein es entstehen auch Fotos wie dieses hier:

Mit vielen Dank an textilvergehen.de, die uns die Nutzung genehmigt haben.

Also erstmal wollen wir ja Bernd-Georg Spieß dazu gratulieren, dass er nun anscheinend beim SC Paderborn tätig ist. War das die Ablöse für die ganzen Paderborner Spieler?

Wer hat bei uns unterschrieben?

Wir finden es peinlich, dass der FC da überhaupt hingefahren ist. Wenn man da hin fährt, dann lässt man sich am besten von Brux vertreten, der sein altes Hafenstraßensolishirt (oder ähnliches) anzieht. Das wäre mal ein Statement gewesen. Und wenn Brux gerade im Angelurlaub ist, dann unterschreibt man doch bitte bitte keine Tafel auf der etwas von „Wir stehen für eine konsequente Sanktionierung“ steht. Freibrief für das lebenslange Stadionverbot? Für noch mehr Law/Order und Entrechtung? Wo ist eigentlich „non established“ wenn es mal hart wird? Drückemäusertum und sein Fähnchen in den populistischen Wind hängen ist für uns nicht St. Pauli. Wenn es hart wird, dann muss man zeigen, dass man anders ist, dass man gegen den Strom schwimmt.

Wer richtig kotzen will. Damit wurde dieser peinliche Verhaltenskodex unterschrieben.

Herr wer auch immer: Treten sie zurück. St. Pauli ist nicht ihr Verein. Paderborn vielleicht schon.

Ach ja: Bevor jemand Union Berlin abfeiert, es war wohl kein Vertreter dieses Vereines anwesend, so dass auch niemand hätte unterschreiben können.

Jul 172012
 

Liebe Leser,
immer mal wieder ist an dieser Stelle von der DFB Rechtsprechung und ihrer Willkür die Rede. Der DFB hält es in seiner Rechtsprechung nicht für nötig sich an Grundprinzipien der rechtsstaatlichen Ordnung zu halten. So werden u.a. Urteile nicht im Volltext veröffentlicht und die Verfahrensordnung regelt Strafbestände mehr oder minder frei, so dass die DFB Gerichtsorgane teilweise ohne eine „gesetzliche“ Grundlage urteilen.

So ist der Teilausschluss mit keinem Wort in der Verfahrensordnung erwähnt. Die Gerichtsorgane sind der Meinung, man könne dies ja durch eine Analogie begründen, was insofern spannend ist, als dass im „normalen“ Strafrecht ein Analogieverbot besteht. Und dies nebenbei zu Recht, denn als „Straftäter“ soll man aus dem Gesetz ablesen können, was einen erwartet und nicht plötzlich mit einem „weniger“ überrascht werden, was vielleicht ganz andere Folgen hat, was vielleicht gar kein weniger ist (weil ich z.B. mehr Ordnungsdienst einsetzen muss und einen hohen organisatorischen Aufwand habe) und was allemal nie demokratisch durch den Gesetzgeber legitimiert ist. Wir hatten schon mehrfach darauf hingewiesen, dass der DFB hier ein Demokratiedefizit hat.

Als wäre dies nicht alles schon schlimm genug hat der DFB anscheinend auch ein Justiz Defizit. Sinn und Zweck einer Judikative ist u.a. folgendes:

„Wesentliche Merkmale der Rechtsprechung sei „das Element der Entscheidung, der letztverbindlichen, der Rechtskraft fähigen Feststellung und des Ausspruchs dessen, was im konkreten Fall rechtens ist““

Die Betonung soll hier mal auf „im konkreten Fall rechtens ist“ liegen.

Man behalte dies im Sinne, wenn man dann die Pressemitteilung zum Urteil gegen Hertha BSC liest. Erneut sei der Hinweis erlaubt, dass dies unzulässigerweise mit der Urteilsbegründung gleichgesetzt wird, da uns diese aufgrund ihrer Nichtveröffentlichung nicht vorliegt. Wir lesen dort u.a. folgendes (und es sei unseren Kollegen vom Übersteiger zu verdanken, die dies sofort gesehen haben):

„Darüber hinaus müssen die Stehplatzbereiche komplett geschlossen bleiben, es kommen nur Sitzplatzkarten in den Verkauf.“

Dem aufmerksamen Fußballfan fällt sofort ins Auge, was da nicht stimmt. Dem unaufmerksamen verweisen wir auf die Kartenkategorien bei Hertha BSC Berlin. Richtig liebe Leser, es gibt keine Stehplätze bei Hertha und es werden auch keine Sitzplätze als Stehplätze verkauft (anders als z.B. bei Bayern München).

Was also liebe Leser, haben die DFB Richter nicht gemacht? Recht im konkreten Fall gesprochen. Dafür gibt es mehrere Begründungen, die man sowohl alternativ, als auch kumulativ betrachten kann: 1. Sie haben sich mit dem Olympiastadion nicht auseinander gesetzt. Sie haben den Sachverhalt nicht aufgeklärt. Wohlgemerkt: Es handelt sich um ein Stadion in dem jährlich der DFB ein nicht ganz unbedeutendes Fußballspiel austrägt, zu dem die Richter garantiert eingeladen sind. Ein schwerer, nein wenn nicht der schwerste juristische Fehler überhaupt. Nichts ist schlimmer, als das Recht auf einen Sachverhalt anzuwenden, der gar nicht vorliegt. 2. Sie haben „Copy & Paste“ aus vorherigen Entscheidungen gemacht. Sie haben sich also nicht mit dem konkreten Fall auseinander gesetzt. 3. Es war ihnen schlichtweg egal und es hat sie nicht interessiert. Wichtig war irgendwie den Teilausschluss zu begründen. Womit wir dann wieder bei der Frage sind, warum genau diese Anzahl an berechtigten Zuschauern. Warum nicht 1000 mehr oder 1000 weniger? Wie kommt man genau im Rahmen einer Strafzumessung auf diese Zahl? Auch dies bleibt immer wieder beim DFB unbeantwortet. Insbesondere, da er anscheinend nicht nach % des jeweiligen Stadions urteilt. Nur zum Vergleich: 14.000 bei uns sind so grob 70 % der Kapazitat. 27.500 bei Hertha sind so grob 45 % der Kapazitat. Hier mal eine – logische – Begründung zu lesen, das würde uns mal interessieren.

Insgesamt kann man nur sagen: Das Urteil ist rechtswidrig, es ist willkürlich und es ist einfach juristischer Dreck.

Und alleine deswegen kann man dieses Urteil nicht akzeptieren, als Erfolg werten und „nach vorne schauen“, wie es die Hertha nun tun will.

Schade, dass erneut ein Verein nicht den Mut aufgebracht hat sich endlich mal mit allen Mitteln gegen die DFB Unsinnigkeiten zu wehren. Und deswegen muss man sagen:

Schade Hertha

 

 

Jul 122012
 

Liebe Leser,

wir waren gestern beim Fotoshooting der ersten Mannschaft. Da wird viel geschossen, aber niemand kommt zu Schaden und das ist die einzige Schießerei, die uns Hippies gefällt. Das Ganze wurde vor der Baustelle der Gegengerade veranstaltet und zum Glück fand es bei eigentlich ganz annehmbarem Wetter statt. Sonne ist ja auch nicht immer förderlich. Die harte Arbeit hat dankenswerterweise ein Kollege dokumentiert:

Danke an O. Ruhnke, alle Rechte vorbehalten

(Vielen Dank an O. Ruhnke, der uns freundlicherweise das Foto zur Verfügung gestellt hat und bei dem sämtliche Rechte liegen.)

Das ganze war sehr gut organisiert, es gab wenig Gedrängel, alle Kollegen verhielten sich brav und jeder kam zu seinem guten Foto. Kleinere Mängel in der Orga (Spieler durcheinander aufgestellt, auf der vorher verteilten Legende keine Rückennummern) lächeln wir jetzt mal weg. Perfekt ist so etwas NIE. Die Einzelbilder findet ihr hier.

Nun ist so ein Fotoshooting für uns hobbymäßige Fotografen eine richtige Aufgabe und ein Lächeln bekommt unser Fotograf – im Gegensatz zu der hochgeschätzten Kollegin Afroh – auch nicht bei jedem Spieler hin. Leider fehlte dieses Jahr der Kollege Gröni, dessen Bilder immer viel besser sind, weil er sich auch eine unglaubliche Mühe macht. Leider nicht dieses Jahr.

Hier also ein Mannschaftsfoto von uns:

Mannschaftsfoto

Mannschaft 2012/2013

Weil aber auch wir wissen, dass viele Leser das Bild gerne als Hintergrund haben, haben wir es mal in dreifacher Version als RAR zur Verfügung gestellt. Perfekt ist keines von den dreien und bearbeitet sind sie auch nicht. Irgendeine Person guckt immer doof, sucht euch also aus, wer doof gucken darf und wer nicht.

Ihr dürft das gerne privat verwenden, wenn wir das aber irgendwo kommerziell sehen und/oder nicht auf unser Copyright hingewiesen wird, dann gibt es als Strafe ewige Verdammnis und 24 Stunden Dauerberieselung abwechselnd mit diesem und diesem Lied (Link anklicken nur für gefestigte Menschen empfohlen).

Abschließend noch die Legende des Mannschaftsfotos, die nun ungeprüft von der Medienabteilung des FCSP übernommen ist:

(v.l.) Florian Bruns, Fabian Boll, Markus Thorandt, Sebastian Schachten, Carlos Zambrano, Kevin Schindler, Daniel Ginczek, Lennart Thy, Sören Gonther

(v.l.) Siggi Dous, Siegmar Krahl, Ronald Wollmann, Bastian Bolz, Peter Ott, Timo Rosenberg, Thomas Meggle, Mathias Hain, Timo Schultz, André Schubert

(v.l.) Akaki Gogia, Marcel Andrijanic, Mahir Saglik, Florian Mohr, Benedikt Pliquett, Philipp Tschauner, Patrick Funk, Fin Bartels, Jan-Philipp Kalla, Dennis Daube

Jul 032012
 

oder

Beobachtungen zur EM

Vorwort und FCSP

Liebe Leser, so ein bisschen Sorgen muss man sich schon um den FCSP machen, oder? Die große Stärke der Vorjahre war immer, dass man früh den Kader zusammen hatte, dass man einen Kern in der Mannschaft hatte und man eine gemeinsame Vorbereitung nutzen konnte, um die Mannschaft zusammenzuschweißen. Dies alles wird in der nächsten Saison nicht der Fall sein. Denn von den jetzt vorhandenen 15 Spielern werden sich eventuell selbst nur zehn bis elf überhaupt regelmäßig im Kader wiederfinden, wenn denn das Kalkül aufgeht und man noch echte Verstärkungen findet. Das bringt Unruhe und ist definitiv nicht gut. Es muss auch kein Beinbruch sein, aber ein erhöhtes Risiko ist damit definitiv verbunden.

Mag man ja einen Umbruch noch verstehen, so ist es doch sehr bemerkenswert, dass dieser anscheinend nicht langfristig geplant war. Sonst hätte man doch deutlich mehr Spieler auf den einzelnen Positionen in der Hinterhand haben müssen. Nun kommt also ein neuer Sportchef und darf dies alles erben und begradigen. Man könnte sagen: Er macht hier gleich seine erste Feuerprobe. Wir wären angesichts dieser Voraussetzungen mit einem ruhigen Saisonverlauf und einem guten Platz 7 mehr als zufrieden, aber mit Glück können wir sehr viel mehr, mit Pech sehr viel weniger erreichen.

Aus Zeitgründen ist dieses Jahr unsere Präsenz bei Testspielen sehr klein, so dass wir leider auch die ersten Testspiele komplett versäumen. Das ist dann so und vielleicht ja auch mal ein gutes Omen, denn in den letzten 10 Jahren waren wir doch auf nahezu jedem Testspiel präsent.

Sollen wir uns noch ernsthaft mit der Antwort von Herrn Neumann auseinandersetzen? Nicht wirklich, oder? Es ist alleine dieses nicht verstehen wollen, dieses „wir haben alles richtig gemacht und machen immer alles richtig“, welches Politik, Exekutive und insbesondere die Polizei immer weiter von dem Bürger, deren Repräsentant sie eigentlich sein sollen, entfernt. Alle Macht geht vom Volke aus? Das steht immer mehr auf dem Papier und der Politikbetrieb und die Exekutive schafft sich von oben ihre eigene Gesellschaft. Sinnvoll ist dies nicht.

Und bei Sinn und Unsinn sind wir dann bei der EM.

Nachwort und Spanien

Liebe Leser, seid ihr DFB-Fan? Habt ihr euch gefragt, warum das zweiterfolgreichste Team der letzten sechs Jahre nie auch nur annähernd in den Verdacht kommt einen Titel zu gewinnen?

Natürlich fällt die sportliche Analyse einfach aus. Löw hat seine Mannschaft zu doll auf Italien getrimmt, obwohl er doch eigentlich dem Gegner sein Spiel aufzwingen wollte. Er sah eine Stärke in der Mitte und eine Schwäche in der rechten Außenseite und wollte deswegen seine Mitte stärken. Das ist sehr konservativ gedacht und ist schief gegangen. Offensiver wäre es gewesen, gerade die schwache Seite des Gegners stark zu besetzen. Und es wäre auch ein psychologisch anderes Signal an die eigene und die gegnerische Mannschaft gewesen. Das Signal „seht her, wir haben vor euch keine Angst, wir sind stark“. So kam genau das gegenteilige Signal an und Italien gewann.

Diese ganze Analyse und die Analyse, dass der DFB Auswahl auch ihre Topstars in Topverfassung fehlen, all das ist schnell geschrieben. Natürlich kann man die noch verfeinern, aber wir schreiben hier garantiert keinen Taktik- und/oder Fußballspielblog. Das überlassen wir Leuten, die das definitiv besser können als wir.

Was aber auffällt ist, dass diese sachliche Analyse in Deutschland nicht stattfindet. Zaghaft wird es in einigen Zeitungen mal angesprochen, aber wirklich in die Tiefe geht eigentlich niemand. Es wird im Sieg eine Euphorie entfacht, welche jegliche Kritik wegfegt und in der Niederlage eine „Kreuzigt sie“-Stimmung, die jegliche sachliche Rechtfertigung verbietet.

Ja, Löw hat einen Fehler gemacht. Er hat selbst einen ziemlich dusseligen Fehler im Halbfinale gemacht, er hat vielleicht auch den Systemfußball übertrieben, aber ist er deswegen untragbar? Ist die DFB-Auswahl deswegen ein Haufen Versager? Natürlich nicht! Liebe DFB Fans, da hat der Zeigler Recht.

Und lächerlich wird es, wenn man dann wirklich eine Diskussion nun beginnt, ob die Spieler die Hymne mitsingen sollen oder nicht. Dazu mal folgende Feststellungen: Die BRD ist zu Zeiten Welt- und Europameister geworden, als das mitsingen von Hymnen zumindest in West-Deutschland noch nicht in Mode gekommen war. Nein, selbst die Mehrzahl der DFB Titel gehören in diese Zeit. Hinzu kommt, dass nun bewiesenermaßen das mitsingen der Hymne keinen Einfluß auf den Ausgang des Spieles hat, denn mangels „Libretto“ (Bela R. zeigt, dass er Verbindung zu Kultur hat oder mit einem Fremdwörterduden umgehen kann; aber eben doch daneben liegt, denn eine Oper ist keine Hymne so wirklich) fällt bei Spanien das singen aus. Und auch die inbrünstig singenden Italiener wurden nicht Europameister.

Irgendwie dünkt uns, dass es hier um etwas ganz anderes geht. Nämlich um eine „wahre Deutsche“ Diskussion und um eine „du gehörst nicht dazu“. Hier wird wieder das ausgrenzende, das nationalistische der Nation betont. Und dies am besten gegenüber Menschen mit „Migrationshintergrund“. Da wird wieder die Kerbe bedient, in der es eben einen wahren Blutsdeutschen gibt und einen Migranten, der sich sein dazu gehören durch singen, gut Fußballspielen, kurz Nützlichkeit erkaufen muss. Und bevor wir jetzt vollkommen in die Rabatte kotzen, hören wir lieber auf uns mit der DFB Auswahl zu beschäftigen. Betrachten wir doch lieber mal, was das Turnier sonst so gebracht hat. Oder was es auch nicht gebracht hat.

Nicht gebracht hat es eine Überraschung. Im Halbfinale stand keine Mannschaft, die man wirklich als „überraschend“ bezeichnen konnte. Vier Favoriten unter sich. Da war Portugal schon die größte Überraschung. Und die war nicht wirklich groß, wenn man mal betrachtet, wie sich Portugal über die Jahre entwickelt hat. Jaja, Dänemark und die Niederlande stehen in dieser komischen Fifa Rangliste vor Portugal, aber ganz ehrlich: Die kan man auch gepflegt in die Tonne treten, also die Rangliste jetzt, um das klar zu stellen. Negative Überraschungen, ja die gab es und die sind wohl die Gastgeber und die Niederlande.

Auch wirklich spannende Spielverläufe sucht man vergeblich. In allen KO Spielen wurde eine Führung genau nur ein einziges Mal ausgeglichen. Und zwar von Griechenland gegen die DFB Auswahl. Das spricht nicht gerade für Spannung. Fußball lebt vom Comeback, vom Ausgleich und von der Wendung im Spiel. Diese war hier nur selten und in den entscheidenden Spielen gar nicht gegeben.

Und das lag auch an einer Perfektionierung des Fußballs durch Mannschaften wie Italien und insbesondere Spanien. Was Spanien insbesondere spielt, ist der perfekte, technische Fußball, der so etwas wie Fehler oder Hektik nahezu nicht kennt. Und wenn die in Führung gehen, dann ist gegen die kein Kraut gewachsen. Und sollten sie dann doch mal Chancen zulassen, dann steht da ein Weltklassetorhüter und verhindert auch wirklich große Chancen, wie die von Rakitic in der Vorrunde.

So wird man absolut verdient Europameister und man muss neidlos anerkennen, welch perfektes Gefüge dort entstanden ist. Nur ganz ehrlich: Für den neutralen Zuschauer isties natürlich nicht wirklich spannend. Um Spannung zu haben, müsste der große Favorit mal in Rückstand geraten, aber dies hat nur Italien im Eröffnungsspiel erreicht und schon entstand das beste Spiel dieser EM. Nein, das Finale hatte auch Klasse, war aber zu einseitig, als dass man von einem „besten Spiel“ sprechen kann.

Früher hätte man wohl versucht gegen eine solche Mannschaft wie Spanien die alte Uruguay Taktik zu benutzen, die damals ja hieß „treten auf alles, was sich bewegt“. Wie ergänzte Berti Vogst in einem seltenen Anflug der Ironie mal „dann hat unser Mittelfeld ja nichts zu befürchten“ (wohlgemerkt im Bezug auf Kroatien).

Nur der moderne Fußball lässt – vielleicht auch zum Glück? – eine solche Taktik nicht mehr zu und daher haben Mannschaften dies auch verlernt. Gelbe Karten sind eine Seltenheit geworden auf internationalem Level. Im Finale gab es gerade mal zwei. Okay, im Halbfinale dafür umso mehr, aber wenn man bedenkt, dass davon auch noch eine Anzahl für Kinkerlitzchen ist, merkt man, dass die aggressive Spielweise sich verbietet.

Auch auf den Rängen gab es sehr wenig, was einem Gänsehaut oder Überraschungen vermittelte. Die UEFA inzeniert das ganze als große Seifenoper und da sind Fanreaktionen nur dann erwünscht, wenn sie vermarktungsgerechte Emotionen als Fernsehschnipselchen sind. Und wenn dieses Fernsehschnipselchen gerade nicht live verfügbar ist, dann wird es irgendwoher gezaubert. Wen interessiert dabei Wahrheit?

Und ehrlich: Es ist auch nicht neu, dass Iren „Fields of Athenry“ sehr gut singen können und es auch dann tun, wenn ihr tapferes Team 4-0 zurück liegt. Trotzdem ist das schon der einzige wirkliche Gänsehautmoment dieser EM, der auch keiner UEFA Inzenierung unterlag. Er war einfach Spaß, Alkohol und dem Wissen, dass mit der Qualifikation sehr viel erreicht war, geschuldet.

Wenn man das bedenkt, dann ist es schon lächerlich, dass die UEFA dafür einen Preis vergibt. Aber auch von uns bekommen die Iren einen Preis, den „Tom Bartels zum schweigen gebracht“ Preis. Und das ist sehr viel Wert.

Ihr wollt jetzt nicht wirklich eine Fernsehkritik, oder? Was ARD und ZDF bei diesen Turnieren auf die Beine stellen ist einfach schlecht, selbstverliebt und langweilig. Analysen, Inhalte oder auch mal was spannendes blitzt nur selten auf. Und dann ist meistens Scholl im Bild, der sich wenigstens nicht den Mund verbieten lässt und frei Schnauze losredet.

Auch eine UEFA Kritik muss man jetzt nicht wirklich beginnen. Rassismus wird nur in Mittwochs- und Donnerstagsreden bekämpft, sonst nicht. Man muss hier nur auf die ausgesprochenen Strafen verweisen. Ein „people’s game“ auch nicht durchgeführt. Naja, außer dass die UEFA klassisch Gewinne privatisiert und die Verluste bzw. Kosten für Stadien und Infrastruktur sozialisiert, sozusagen den „people“ da lässt. Und so zieht die Heuschrecke UEFA weiter und landet in vier Jahren in Frankreich. Und in acht Jahren vielleicht in ganz vielen Ländern gleichzeitig. Was das dann noch mit einem Turnierformat im Gegensatz zu einem Ligaformat zu tun haben soll, dass weiß wahrscheinlich niemand. Aber gut vermarktbar, das ist es garantiert.

Nach so einem Turnier gibt es immer neue und alte Stars. Ein alter Star hat endlich mal die Anerkennung bekommen, die er verdient und wurde Spieler des Turnieres. Wie stand schon vor Jahren mal in der Presse? Iniesta ist ein Spieler, der andere Spieler gut aussehen lässt. Und genau das beschreibt wohl perfekt diesen unscheinbaren, kleinen Mann mit Halbglatze, der wie kein Zweiter seine Mannschaft lenkt und doch nie wirklich im Rampenlicht auftaucht.

Okay, Rachid, der ist für lockere 200 Mio zu haben. Das sollten wir doch irgendwo über haben, oder?

Und wenn dann noch Geld übrig bleibt, auch Mario Balotelli stünde uns gut zu Gesicht. Genie und Wahnsinn liegen häufig sehr eng zusammen und es ist wohl die Kunst eines Trainers es so in die richtigen Bahnen zu lenken, dass der Schützling auf dem Platz noch seine Leichtigkeit behält, aber nicht komplett aus dem Ruder läuft. Wenn das bei diesem jungen Mann weiterhin gelingt, dann steht hier jemand an dem Anfang einer riesigen Karriere. Und das Bemerkenswerte daran: In dem vor dem Turnier von der 11 Freunde veröffentlichten Ranking der 50 wichtigsten Spieler taucht ein Mario Balotelli erst gar nicht auf. So kann man sich täuschen. Iniesta nebenbei auch nur auf Rang 18.

Und wenn man diesen Extrovertierten und diesen Introvertierten so sieht, dann passt da ein Andrea Pirlo auch noch gut zwischen. Da denkt man immer, dass die Zeit der 10er, der Stehgeiger (etwas frech gesagt, aber Sprinten tut er höchst selten) vorbei ist und dann kommt einer und spielt sie, die präzisen langen Pässe, die so aus der Mode gekommen sind. Das war ja beinah schon erfrischend anders.

Zuletzt noch zur Mannschaftstaktik. Die Reduktion auf einen Stürmer hat Spanien dann endgültig perfektioniert, indem sie ohne wirklichen Stürmer spielten. Nun mag das in der perfekten Raumaufteilung der Spanier mit dem ständigen verschieben und rotieren sehr sinnvoll sein, in der zweiten Liga möchten wir das eher nicht sehen.

Und so bleibt uns nur noch das Fazit: Gut, dass bald wieder 2. Liga ist.

Haltet die Presse an!

Da ist dieser Artikel schon beinah fertig, da kommt der Wöckener mit einer neuen Ausgabe Pommes braun-weiß um die Ecke. Nun ja, viel Klamauk, die Witze waren auch schon mal besser und sehr viel neues erfährt man auch nicht wirklich. Bis man plötzlich über einen Satz stolpert. „Der FC St. Pauli hat im letzten Geschäftsjahr 200.000 Euro Gewinn gemacht.“ Nun ist es garantiert noch zu früh, so eine Nachricht zu feiern oder zu tadeln, denn das Ende des Geschäftsjahres ist gerade mal drei Tage her, da ist das garantiert noch nicht in Stein gemeißelt. Da werden ja noch Bilanzabschlussarbeiten und ähnliches fehlen. Wenn es aber am Ende so kommt, dann könnte man schon Fragen stellen. Fragen nach dem Ton beim Thema „Strafen“, nach der Unfinanzierbarkeit einer Stadionwachenalternative und auch eine Frage, ob den jährliche Preiserhöhungen wirklich notwendig sind.

Warten wir es ab und freuen uns bereits jetzt auf die diesjährige JHV.

Jul 032012
 

Liebe Leser,

ein treuer Leser hat sich heute mal die Mühe gemacht und die Entfernungen zu unseren 18 Auswärtsspielen dieser Saison herausgesucht. Und freundlicherweise gab er uns noch die Erlaubnis zur Veröffentlichung. Danke, Tristan! Um euch vielleicht auch die Saison schmackhaft zu machen und euch auf das garantiert wieder tolle Fanladentourshirt vorzubereiten, hier schon einmal die Übersicht:

    Datum Gegner Stadion und Entfernung 
    3.-6. August Aue Erzgebirgsstadion 531
    17. - 20.08.2012 Offenburger FV Karl-Heinrich-Schaible-Stadion 701
    24. -27.08.2012 FC Energie Cottbus Stadion der Freundschaft 423
    14. - 17.09.2012 1. FC Köln Stadion 360
    21. - 23.09.2012 FSV Frankfurt 1899 Stadion 494
    28.09. - 01.10.2012 SSV Jahn Regensburg Jahnstadion 683
    19. - 22.10.2012 SC Paderborn 07 Arena 278
    02. - 05.11.2012 TSV München 1860  Arena 768
    16. - 19.11.2012 Hertha BSC Olympiastadion 293
    27. - 28.11.2012 Eintracht Braunschweig Eintrachtstadion 180
    14. - 17.12.2012 FC Ingolstadt 04 -Stadion 704
    08. - 11.02.2013 SV Sandhausen 1916 Walter-Reinhard-Stadion 584
    01. - 04.03.2013 VfR Aalen Häselbach Stadion 644
    15. - 18.03.2013 1. FC Union Berlin Alte Försterei 332
    05. - 08.04.2013 SG Dynamo Dresden Rudolf-Harbig-Stadion 508
    19. - 22.04.2013 VfL Bochum 1848  Stadion 355
    03. - 06.05.2013 MSV Duisburg -Arena 379
    19.05.2013 13.30 Uhr 1. FC Kaiserslautern Fritz-Walter-Stadion 605 

Im Durchschnitt werden wir 490,11 Kilometer auf der Autobahn verbringen. Wenn man mal davon ausgeht, dass so ein Bus mit Fußballfans ca. 80 Kilometer pro Stunde schafft, dann können wir uns schon einmal auf 216 Stunden mit unseren Lieblingshoschis freuen. Da steigt doch die Vorfreude auf die neue Saison, oder?

Kein Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit, die Entfernungen beziehen sich mal auf die schnellste, mal auf die kürzeste Strecke. Bei den Stadien herrscht teilweise etwas Unsicherheit. Offensichtliche Sponsorennamen sind weggelassen.

 

Und anbei das ganze noch einmal als überarbeite Excel Tabelle, dann immer mit der kürzesten Entfernung.

Und nach fleißigen Leserkorrekturen hier die korrigierte und überarbeitete Version 03.07.12 13:00. Hier in der Liste ist nun nix korrigiert.