Apr 112012
 

oder

Ehrlichkeit währt am längsten

Wir aus dem Osten geh’n immer nach vorn
Schulter an Schulter für Eisern Union
Hart sind die Zeiten und hart ist das Team
Darum siegen wir mit Eisern Union
(Nina Hagen – Union Hymne (Vorsicht, spontane Beschallung)

Vorwort

Liebe Leser, was soll man eigentlich über ein 17:30 Spiel schreiben? Durch die bescheidene Anstoßzeit, die uns beiden vollkommen unsere normale Routine kostete und durch den nächsten Arbeitstag war leider nur Fußball pur angesagt, was nervt. Uns ist ehrlich gesagt die Notwendigkeit dieses Anstoßtermines nicht wirklich in den Kopf zu bekommen. Wenn man sich mal in die Gedankenwelt der medialen Verwertungskette herablässt, dann muss man sich doch mal ehrlich und wirklich fragen, ob Sky, ob Sport1 oder ob Liga Total auch nur einen Kunden mehr dadurch bekommt, dass die 2. Liga fertig ist, bevor die 1. Liga anfängt. „Oh ich hätte ja Sky abboniert, aber an dem einen Wochenspieltag pro Saison ist die 1. und 2. Liga parallel, oh dann lohnt sich das ja nicht…“ Hier parallele Konferenzen oder vielleicht selbst eine Gesamtkonferenz mit Einzelspieloptionen zu organisieren, das wäre wahrscheinlich auch für den medialen Verwertungsprozess viel spannender. Nun ja, wir mögen diese mediale Verwertungskette sowieso nicht, denn wenn Formate „fernsehgerecht“ und „medial verwertbar“ werden, dann werden sich auch überraschungslos, inhaltslos und farblos. Wir kommen noch drauf zurück.

Und eigentlich hätten wir nun keine Worte geschrieben, wenn nicht doch einiges zu schreiben gewesen wäre.

… gab es zum Schlusspfiff ein Happy End

Wir mögen Union. Wir mögen die Loyalität und wir mögen auch die ganzen netten Leute, die da rumlaufen. Wir mögen, dass die Fans viel für die Zukunftsfähigkeit ihres Vereines getan haben und wir mögen die Attitüde. Wir mögen einen ihrer Blogs (Link trocken vergessen) und wir kennen sehr viele sehr korrekte und coole Unioner. Wir finden es geil, dass Thorsten Mattuschka ungefähr 10 KG zu viel hat und trotzdem 2. Liga spielt. Und wir mögen die Alte Försterei.

Dese ganze Zuneigung soll eines jedoch nicht überdecken: Leider hat auch Union Idioten. Und leider immer noch viel zu viele. So durften sich einige St. Paulianer vor dem Spiel auf eine Diskussion über die Abgabe von Schals und Fahnen einlassen, die u.a. auch mit so freundlichen Bezeichnungen wie „Hamburger Juden“ geführt wurde und die nach der freundlichen Aufforderung, sich doch bitte zu verpissen auch noch handgreiflich wurde. Natürlich ein faires Ding in Überzahl der Angreifer. Zum Glück ist außer einer kleinen Platzwunde nicht viel passiert, aber unschön ist es doch. Und diese Erlebnisse müssen noch weitere braun-weiße gehabt haben, denn die Idioten entblödeten sich auch nicht, die geraubten Sachen am Zaun zu präsentieren. Eine Unart, die einfach nur Scheiße ist. Und nebenbei Raub und damit eine ziemlich schwere Straftat. (Auch dieser Link und die zwei Sätze sind ergänzt)

Im übervollen Gästeblock hing wohl auch genügend Ostberliner Nazipack rum, was aber wohl eher „geil St. Pauli“, als „geil Union“ als Ursache hatte. Nun ja, wir hoffen mal, dass die Mehrzahl der korrekten Unioner dieses Problem über die Jahre in den Griff bekommt bzw. klein hält.

Nebenbei mussten wir auch hören, dass irgendso ein Thor Steinar Idiot auf der Süd unterwegs war und noch Solidarität von braun-weißen erhielt, weil die nicht wussten, was Thor Steinar ist. Also Leute, so uninformiert kann man doch gar nicht sein, oder?

Und da sind wir wieder bei dem Respekt: Die Vereine, die es packen bei einem Dienstag 17:30 Spiel den Gästeblock gerammelt voll zu machen, die kannst du in Liga 2 an einer Hand abzählen. Fürth gehört definitiv nicht dazu.

Und dann kommen wir wieder zur medialen Verwertungskette. Natürlich wird diese Kassenrollennummer ein Nachspiel haben, verzögerte sie doch den Anpfiff und griff damit in die Planbarkeit des Fernsehens ein. Das ist eine Totsünde. Aber wenn selbst ein alter Herr, der diesem Blog verwandtschaftlich nahe steht, dieses Youtubevideo gesehen hat und so etwas einfach nur cool findet, dann wissen wir, dass ein bisschen Anarchie einfach sein muss und den Fußball am Leben erhält.

Kurz gesagt: USP, das war der Hammer. Der absolute Hammer! Die Fotowurfstory ist es auch, nur wo hattet ihr diese vollkommen unglaubwürdigen, absolut nicht nach Ultras aussehenden Gegengeradesteher als Model her? 😉

Gesammelt wurde auch doppelt und zwar einmal für die Choreo zum Abschied der Gegengerade und einmal für MTZ, letzteres auf der Gegengerade am Zaun mit ziemlich mässigem Erfolg. Und man merkt es wieder: Der Gegengerade fehlt eine Vernetzung, fehlt ein Infoflyer, fehlt Struktur. Ein bequemes nebeneinander stehen reicht nicht aus. In diesen Haufen muss Führung und Ansage. Ja, das wird vielen linken Individualisten nicht gefallen, aber wir alle benötigen dringend einen fetten Arschtritt. Und das hat nichts mit „Alt“ oder „Bequem“ zu tun. Aber wenn sich in den Eimern gerade mal so ca. 30 Euro wiederfinden, dann ist das bitter und alles, aber nicht gelebter Antifaschismus. Und ob wir wirklich Informationsdefizit so breit gelten lassen wollen? Nun ja, offizielle Homepage, offizielle Facebookseite, auf allen Fankanälen. Das kann man auch mal lesen.

Zum Spiel nicht viel. Uns gefällt dieser K(r)ampf. Auch wenn wir uns den vielen Stimmen anschließen wollen, die sagen, dass sie solche Spiele mit dem Herz nicht mehr lange mitmachen. Aber ich sage euch, dass 2-1 war wieder so ein Tor, wo alle durchdrehten. Und dafür lebt der Fußball, für die Unplanbarkeit, für die Überraschungen. Und seien wir deutlich: Ebbers trägt sehr cool dazu bei. Erstmal ist es absolut respektabel, dass er das Handspiel zugibt. Und wir alle werden dafür eben spät, aber nicht zu spät belohnt. Und so ist der Ausgang viel besser, als wenn das 2-1 vom ihm zählt, unsere Kampfmaschine aber für die restlichen 4 Spiele im Videobeweis gesperrt wird.

Die spielerische Leichtigkeit der Aufstiegssaison erreichen wir nicht, aber endlich endlich endlich fightet die Truppe bis Minute 93. Und bleibt nicht nach 75 Minuten traurig stehen. Und zum Glück ist sie zweimal dafür belohnt worden. Durch ein 3-3 nach 0-3 und gestern durch Bartels Geniestreich.

Fußballvereine haben ganz viele unsung heros. dazu gehören Zeugwarte, Konditionstrainer, Füsios und auch Torwarttrainer. Wir mussten gestern feststellen, dass Tschauner die letzten zwei Saisons beinah nicht gespielt hat und sich trotz der Verletzung in seiner Normalform (und die ist halt sehr gut) präsentierte.

Und dafür kann man Matze Hain nicht genug danken. Da arbeitet jemand sehr gut mit unseren Torhütern und entwickelt die wirklich weiter. Da kann noch viel draus werden. Bleibt nur zu hoffen, dass sich der Verein dort mittelfristig auch als Ausbildungsverein positioniert.

Viel mehr gibt es nicht zu sagen, außer dass die Euphorie nach dem Spiel zum Greifen nah war. Strahlende Menschen, in den Armspringereien, Freude, Leben. Das hier ist Fußball und das hier sind Dramen.

Und wir sagen euch: Nix Relegation, nix Ligaerhalt, wir werden noch 2. Fürth nun schlagen und dann bekommen die so das Denken, dass wir uns die noch holen. Passt mal auf. In diesem Sinne: Wir sind St. Pauli, wir können nicht einfach, aber wir können.

Apr 112012
 

Liebe Leser,

heute ist der 11.04.2012, dies ist der 102. Tag des Jahres und unser Statistiktool behauptet, dass wir eben gerade so viele Besucher gehabt haben, wie im gesamten Jahr 2011. Aktuell sind es 123991 Besucher. 400 Hits sind wir noch unter der Zahl des Vorjahres, aber die knacken wir voraussichtlich auch heute. Unser Statistiktool notierte bisher 179030 Hits.

 

Alles im Allem wird dieses Jahr ein absolutes Rekordjahr für dieses Blog. Nun ist Reichweite garantiert nicht alles und vieles was wir schreiben ist auch seelische Verarbeitung des Erlebten, aber natürlich freuen wir uns, dass es anscheinend so vielen Lesern gefällt. Dies leiten wir auch daraus ab, dass dieses Blog immerhin seit 30.05.2011 949 gefällt mir auf Facebook eingesammelt hat und ca. 350 Follower bei Twitter besitzt.

Wenn man Ursachenanalyse betreibt, dann sind natürlich große Teile der Hit auf zwei Artikel zurückzuführen. Der Artikel über den Schweinskecup mit dem Titel „Feierabend“ und der Artikel über die unsäglichen Cottbusplakate mit dem Titel „Wenn Fußball zur Nebensache wird…“ vereinen gut 60.000 dieser Hits auf sich.

Das ist dann die Schattenseite des Erfolges, denn beide Artikel waren Artikel, die zwar notwendig waren, aber natürlich nicht zu der höchsten Freude bei der Blogerstellung führen.

Nun ja, wir feiern nun ein bisschen, schreiben einen Union Bericht und hoffen euch auch weiterhin vielen irrelevanten Lesestoff zu liefern.

 

Eure magischerfc.de Macher