Mrz 202012
 

oder

Mix football and politics

Vorwort

Ein kurzer Mix aus Politik und Fußball gibt es heute auf die Augen.

Demonstrierende Trottel

(Bild von @FrauRausHH benutzt mit freundlicher Genehmigung)

Erneut wollen wir euch erinnern am 02.06.12 nix vorzuhaben. An diesem Tag wollen die Nazis ihren „Tag der deutschen Zukunft“ in Hamburg begehen und dies gilt es zu verhindern bzw. zu behindern. Wir schließen uns hiermit ausdrücklich dem Aufruf des Hamburger Bündnisses gegen Rechts an.

Muss man den Aufruf an einer Demo gegen Nazis teilzunehmen eigentlich erläutern? Wir denken ja, dass man dies nicht tun muss, sondern dass dies eine Selbstverständlichkeit ist. Aber einige erläuternde Worte wollen wir doch noch haben.

Oh nein, wir übersehen nicht die Diskriminierung, den Rassismus und auch den Antisemitismus breiter (auch angeblich linker) Gesellschaftsschichten. Neustes Beispiel gefällig? Man folge dem Link. Und auch der Aufruf auf der oben verlinkten Seite übersieht unseres Erachtens dies nicht. Und auch in unserem Fußballprollblog legen wir immer mal wieder bewusst den Finger in die Wunde.

Aber gerade bei Nazis gehört nicht nur der Kampf gegen den Nährboden dazu, sondern auch der Kampf gegen ihre Erlebniswelten, mit denen sie ihre Szene zusammenhalten und stärken können. Gemeinsame Demonstrationen, die auch noch erfolgreich durchgeführt werden können, sind immer ein Stärkungssignal nach innen. Und alleine deswegen gilt es solche Demonstrationen zu verhindern. Und gerade nach den mehr oder minder gescheiterten Versuchen in Dresden gesichtsrevisionistisch zu demonstrieren, können wir uns auch vorstellen, dass diese Veranstaltung für die Nazis und ihre Kampagnenfähigkeit sehr wichtig wird. Wir geben aber zu: Wir sind keine Experten auf diesem Gebiet.

Und noch etwas weiteres kommt hinzu: Weder wollen wir, dass die Nazis meinen, sie würden ja nur die Meinung der breiten Öffentlichkeit laut auf die Straße bringen, noch wollen wir, dass gerade in unserer Stadt so eine Veranstaltung störungsfrei durchgeführt wird. (Jaja, wir wissen, das letzte Argument ist nicht ganz unproblematisch).

Wir halten auch die in dem Konsens angesprochenen Blockaden für ein absolut legitimes Mittel. Wir sind uns der juristischen Diskussion um die Strafbarkeit von Sitzblockaden sehr wohl bewusst, aber wenn es um die Verhinderung von Naziaufmärschen geht, dann kann man auch mal zu gerade eben noch legalen Mitteln greifen, wenn ihr uns fragt.

Also beteiligt euch! Geht am 02.06.12 auf die Straße, stellt euch den Nazis entgegen.

Am Vorabend wird die Marathonabteilung noch einen eigenen Lauf veranstalten und auch Geld für das oben genannte Bündniss sammeln. Das ist schon mal sehr gut, auch wenn uns die Ankündigung sonst noch etwas inhaltsleer ist, aber da kommt garantiert noch was.

Leipziger Trottel

Hmm nein, wir meinen nicht die angreifenden Lok Hooligans und normalerweise verlinken oder zitieren wir die Bildzeitung nicht, aber folgender Satz aus dem Bericht der Bild Leipzig hat uns einfach zu einer Ausnahme genötigt:

„Das Problem: „Niemand hatte uns vorab informiert, dass die St.-Pauli-Profis auf dem Bahnhof sind“, schimpft Polizeisprecher Damrau“ (BILDZEITUNGSLINK!!!!)

Wie haben wir das denn zu verstehen? Für uns ist das eine gepflegte Umdrehung von Täter und Opfer.

Es ist auch schon bemerkenswert für eine angeblich freie und tolerante Gesellschaft, dass Menschen, die nicht in das Weltbild der Nazi-Hooligans (erzähl uns hier niemand was von einem reinen Fußballding) passen nur dann geschützt werden können (zumindest nach Ansicht des Polizeisprechers), wenn sie ihre Reisepläne vorab mitteilen. Da wird die national befreite Zone zum polizeilichen „alles ruhig“ Normalfall.

Ansonsten ist ja nix passiert und wir verweisen auf den Lichterkarussell-Hoschi

Fink das Milchmädchen

„Wenn wir ein Gegentor durch eine Standardsituation kassieren, müssten die Spieler in die Mannschaftskasse einzahlen. Wenn wir ein Tor schießen, dürfte sich die Mannschaft etwas rausnehmen“

Hmm… das ist doch mehr oder minder eine Milchmädchenrechnung, oder? Denn die Mannschaftskasse ist doch Geld der Mannschaft? Sprich: Wenn man ein Gegentor bekommt, dann zahlt man an sich selbst und wenn man ein Tor schießt, dann schüttet man an sich selbst aus.

Oder was heißt „Die Mannschaft kann sich etwas herausnehmen“? Was kann sie dann damit machen? Auf den einzelnen Profi verteilen? Das wird garantiert ein lustiger Verteilungskampf. Uns ist irgendwie nicht klar, wie das motivieren soll. Aber wir sind auch keine Fußballtrainer.

Und behaupten sowieso, dass er wahrscheinlich auch bei Salzburg so ein Modell nicht hatte, sondern das eher einfache Lösungen für ein komplexes Problem vortäuschen soll.

Man könnte auch sagen: Im Volkspark geht die blanke Angst um, dass die Uhr bald abgelaufen sein wird.

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