Mrz 072012
 

Nur bitte, was für ein Verständnis von Erkennen und Erkenntnis,
Wenn ich sage: „Geld allein macht auch nicht glücklich“,
Aber irgendwie schon besser im Taxi zu weinen als im HVV-Bus, oder nicht?
Kettcar – Im Taxi weinen

Merkt ihr selber, oder?

Nürnberger Fans haben nach dem Derby im Pokal den Innenraum gestürmt. Der Kontrollausschuss beantragt einen Teilausschluss der Fans, Nürnberg kommt mit einer Strafe von 100.000 Euro davon. Nochmal: Fans stürmen Innenraum = mehrere Täter = Absicht. Passiert ist – zugegeben – nicht viel, aber wo genau ist der Kassenrollenwurf nun so schlimm, dass er einen Teilausschluss rechtfertigt? Wohlgemerkt, so richtig ohne Vorstrafe ist Nürnberg nun auch nicht. In der „Randaletabelle“, welche die Bildzeitung der St. Pauli Blogs letzte Saison erstellt hatte immerhin mit uns auf einer Stufe. Lieber FCSP, geht vor ein ordentliches Gericht und beendet endlich diese Posse der DFB Gerichtsbarkeit.

Kölner außer Rand und Band

Wir tun uns etwas schwer mit Vorverurteilungen und Pauschalisierungen Wir halten wenig davon, Leuten ein Stempel aufzudrücken, bevor ein ordentliches Gericht Täterschaft und Umstände der Täterschaft aufgeklärt hat. Wir halten auch wenig davon, irgendwelche „harten Strafen“ zu fordern, bevor überhaupt gerichtlich aufgeklärt ist, was nun genau passiert ist. Warum haben wir damit Probleme? Ganz einfach: Wir stehen auf so etwas wie eine demokratische Legitimation und ja, wir finden selbst das Gewaltmonopol des Staates gar nicht so doof. Hat jemand eine Alternative, die nicht darauf hinausläuft, dass der Gewalttätigere und Brutalere die Macht hat? Sorry für Offtopic. Und wir halten auch nichts von Nebengerichten. Die sind im besten Fall irgendwie wirr und willkürlich (siehe DFB), im schlechtesten Fall ist Selbstjustiz wieder nur „might is right“. Nochmal Offtopic: Das ist ja gerade das perfide an dieser Fanausschreitungsrechtsprechung des DFB: Er will die angeblich zu laschen Gerichte ersetzen und die angeblich nicht abschreckenden Strafen der normalen Gerichte ersetzen. Und alleine deswegen gehört diese ganze Rechtsprechung und wahrscheinlich auch Stadionverbote in den Abfluss der Geschichte.

Nebenbei haben wir auch aus einem anderen Grund etwas dagegen. Wenn man mal fragt, woher eigentlich diese Forderungen kommen, woher diese Vorverurteilungen kommen und woher auch diese komische Rechtsprechung des DFB kommt, dann kann man das ganze schnell auf folgendes herunterbrechen:

Selbst weit in linken Kreisen wird immer noch die Mär von den „laschen Gerichten“ und den „nachsichtigen Richtern“ geglaubt. Und um diese angeblich nachsichtige Behandlung zu verhindern und schon mal vorab zu kritisieren, überbietet man sich mit Strafforderungen und mit alternativen Strafhandlungen. Und fällt dann doch auf die Bildzeitung rein, die diese Mär ständig befeuert. Nochmal: Nur weil eine Straftat Schlagzeilen macht, ist sie nicht schwerer als tausend andere, die null Schlagzeilen machen. Und glaubt uns: Im Endeffekt sind die Gerichte gar nicht so lasch. Sie fühlen sich nur an so etwas wie „Verhältnismäßigkeit“ und „Rechtsstaatsprinzipien“ gebunden. Ja, das ist unsexy und unpopulär. Deswegen ist es ja auch albern, dass im Namen des Volkes Recht gesprochen wird, denn dieses fordert sowieso immer nur Kopf ab.

Und damit haben wir eigentlich schon alles zum Thema „Gewalt und Fußball“ gesagt. Fußball hat kein spezifisches Gewaltproblem (verweisen wir doch einfach mal auf den Artikel hier im Blog, wo der berühmte Vergleich mit dem Oktoberfest gezogen wird). Gewalt ist ein Problem der Allgemeingesellschaft. Es ist kein Problem von Ultras, es ist kein Problem von Stehplätzen, es ist ein Problem der Gesellschaft. Nur Fußball steht im Brennglas der Öffentlichkeit und damit auch die Gewalt, die im Namen des Fußballs geschieht.

Nur ob sie nun im Namen von Fußball, von Gangrivalität oder „nur so“ passiert, sie ist gleich scheiße und unangebracht. Für uns gibt es keinen wirklich ernsten Grund einen anderen Menschen verletzten zu wollen oder Gewalt anzuwenden. Ja, das ist eine ziemlich Hippieske Meinung, aber wir stehen dazu. Deswegen finden wir es auch bedenklich, wenn bei besonders absurden Taten davon gesprochen wird, dass eine „Linie überschritten sei“. Die normale Backpfeife ist okay? Der normale Schalklau auch? Das dies nicht sein kann, merkt ihr selber, oder? Wenn ich jemandem Gewalt anwende, nur weil er eine andere Farbe als man selber trägt, dann kann ich nur nach dem Hirn fragen.

Schlimm genug, dass die Polizei innerhalb von kurzer Zeit von einem kategorischen Wegsehen (habt ihr mal versucht in den 90er Jahren einen Schalklau anzuzeigen?) zu einem kategorischen Übertreiben gewechselt ist. Oder ist das einfach nur die beiden Extreme, die man braucht um die gute Mitte zu finden?

Haben wir bisher etwas zu der neuen Glanztat aus Kölner Kreisen gesagt? Nein! Aber man muss es vorab sagen, bevor man wieder zu einer besonders absurden Tat kommt. Nun gehen wir mal davon aus, dass der Sachverhalt so von einem Gericht festgestellt wird: Leute fahren 100 Kilometer hinter einem Bus her, nur um ihn auf einer Raststätte zu stellen, mit einem Stein zu bewerfen und ihn mit Schlagwerkzeugen anzugreifen.

Zu diesem Fall folgende Anmerkungen: 1. in dem verlinkten Video ist die Rede davon, dass die Polizei wegen Nötigung und Sachbeschädigung ermitteln würde. Das wäre dann strafrechtlich eher eine Lächerlichkeit. Wir hoffen aber mal, dass die Polizei (oder die Staatsanwaltschaft) auch wegen so etwas wie versuchter gefährlicher Körperverletzung, gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr und eventuell auch wegen versuchtem Totschlag (sorry, aber wer einen Stein in einen Bus wirft, der nimmt auch schwerste Verletzungen und Tod in Kauf) ermittelt.

Sollten die Täter wirklich einer Fanszene angehören, sollte diese sich wirklich mal überlegen, wo dieses „nicht mit Polizei reden“ endet. Man könnte bei solchen Taten doch sehr ernsthaft überlegen, ob das nicht außerhalb einer Grundsolidarität steht, die auch mal „Scheiße bauen“ deckt. Für uns sind das eher rhetorische Fragen. Ganz ehrlich: Irgendwo endet jedes Verständnis.

Und als interessierte Öffentlichkeit sollten wir es den Gerichten überlassen, zu klären, ob das Ultras waren, was die eigentlich wirklich vor hatten und uns mit Vorfestlegungen zurück halten. Nebenbei halten wir auch wenig davon jede Gewalttat journalistisch mit „Hooligans haben…“ zu überschreiben. Auch das ist einfach viel zu pauschal. Ja, auch unser Vertrauen in die Gerechtigkeit von Gerichten hat schon mehrfach einen Knacks bekommen und der Polizei trauen wir keine 10 Centimeter, auch wir sind nicht leichtgläubig. Aber a. Wo ist die Alternative? Freirandale für BMG? b. Solange wir keine Gerechtigkeit haben, müssen wir mit der Justiz vorlieb nehmen.

Aber wir bleiben dabei: Dem Gewaltproblem des Fußballes und der Gesellschaft ist nicht mit Scheißhausparolen, mit Verallgemeinerungen (es waren nicht „DIE“ Kölner Fans, es waren wahrscheinlich irgendwelche Kölner Fans) und mit Pauschalen beizukommen und auch nicht mit der immer gleichen stereotypen Forderung nach härteren Strafen. Sondern nur mit Ruhe, Besonnenheit und einem Überlegen. Oh nein, Patentrezepte haben wir auch nicht.

Fansladen goes social media

Fanladen kann man nun abliken auf Facebook. Wobei die Werbung bei über 1.100 Likes innerhalb eines Tages eigentlich schon Eulen nach Athen tragen ist.

Mrz 072012
 

oder

Läuft

you’re living in your own private idaho, idaho
you’re outta control, you’re rivers that roll
you fell into the water and now you’re n-idaho
get outta the state, get outta the state you’re in
B 52′ – Private Idaho

Vorwort

Liebe Leser, wir wissen noch nicht so richtig, wie wir mit Spielberichten umgehen wollen. Wahrscheinlich wird es nicht zu jedem Spiel einen geben, weil die ermüdende Wiederholungsgefahr ist dann doch da. Umso erfreuter sind wir, dass nicht das ganze Personal dieses Blogs den Fanladenbus gewählt hatte und wir so doch was zu erzählen haben.

Mehr Menschen sollten Arte schauen

So war man (yeah Ultragrammatik der ausgehenden 90er Jahre, endlich mal wieder) auch in einer Ingolstadtreisegruppe vertreten und machte sich bereits Freitag in die bayrischen Landen auf. Auf dem Weg die entscheidende Frage: Was passiert eigentlich, wenn der „Audi Fanclub“ von Ingolstadt seine Fahne entwendet bekommt? Müsste sich dann Audi auflösen? Wir stellen uns jetzt so eine Pressekonferenz vor, in der Prof. Dr. rer. nat. Dr.-Ing E.h. Martin Winterkorn (Angaben laut volkswagenag.com) tränenreich die Auflösung seiner erfolgreichsten Konzerntochter bekannt gibt, weil leider Stuttgart (wegen VW ach ne, da sitzt ja auch Porsche)… weil leider Wolfsbu… äh nein… weil also irgendwer das Banner präsentiert hat.

So als Wessihopper geht man dann doch mal gerne sehr nahe an den Fanblock. Und da man hier auch nicht gerade mit „ausverkauft“ oder dem – nebenbei wenig Gastfreundlichem – „aufs Maul“ rechnen musste, war vor Ort schnell eine 11 Euro Eintrittskarte erworben.

In Ingolstadt kann man aber nicht die zeitlichen Maßstäbe von St. Pauli anlegen. Wenn man bei uns so 90 Minuten vor dem Spiel kommt, dann brennt da schon der Baum. Bei Ingolstadt findet man ein zwei versprengte Unioner und sonst die große leere Weite. Und so blieb es auch sehr lange. Vierstellig wurde die Zuschauerzahl erst so 20 Minuten vor dem Beginn der Auseinandersetzung. Letztendlich waren dann doch 6200 und ein Keks Zuschauer da.

Und da war er der große Moment, wo man das oben genannte wahr hätte machen können, denn direkt vor uns kletterte ein junger Mann auf den Zaun und befestigte die Audifanclubfahne. Aber wir als gesetzestreue Bürger ließen sie natürlich in Ruhe, auch wenn wir später noch einmal in Versuchung geführt wurden. Und dabei heißt es doch „Und führe mich nicht in Versuchung…“

Erinnert ihr euch noch an unser Auswärtsspiel in Trier und die danach folgende Diskussion bei ufftas.ws? Wir halten dieses Forum ja eigentlich nicht für zitatfähig (sprich nicht für eine Quelle von wisdom oder football), aber damals stand da der folgende (per copy/paste zitierte) Satz:

„Eines ist klar,in Trier hat sich was entwickelt und da kann keiner einfach mehr hin fahren und den dicken raus hängen lassen!“

Also wenn man die Maßstäbe ansetzt, dann hat sich auch in Ingolstadt was entwickelt. Bemerkenswert: Den ganzen Abend bekamen wir nicht ein€ Böse Onkelz, FreiWild oder Thor Steinar Shirt/Jacke was auch immer zu sehen. Das ist nicht mehr unsere Kleinstadtszene.

Union war dann vielleicht mit 300 bis 600 Leuten (wo ist eigentlich der Schätzergott, wenn man ihn mal wirklich braucht?) am Start. Das Spiel ist schnell erzählt. Union 70 Minuten eine Klasse besser, führt verdient 2-1, fängt dann an zu pennen, gerät schnell in Rückstand und rettet mit der letzten Aktion des Spieles einen Punkt. Für den neutralen Zuschauer ein schönes Spiel.

Danach begann das Warten auf unseren Helden, der noch einige Termine wahrzunehmen hatte, aber irgendwann kam und ein sehr hübsches Gastpräsent für uns hatte. Dankeschön, wird in Ehren getragen werden.

Danach ging es Essen und sabbeln und wie unser Held so ist, hatte er die vier Wochen schon ausgenutzt um ein gutes Lokal mit leckerem stillen Wasser ausfindig zu machen und sich mit dem Wirt anzufreunden. Sehr nett gelabert und dann wurde noch die Überschrift für diesen Teil des Berichtes geschaffen, denn im Videosystem der Karre war Arte an und das finde ich für einen Fußballer eher lobenswert untypisch.

Der Samstag ist schnell erzählt. Ingolstadts Sehenswürdigkeiten minus Audi angeguckt (benötigte Zeit 20 Minuten), mehrfach verlaufen, ein bisschen gechillt. Bayern (nix Konferenz) in der Kneipe geguckt und dann das Nachtleben angetestet. Dabei den zweiten Torhüter von Ingolstadt getroffen, mit dem Satz „das sind die Jungs, die dich früher immer bepöbelt haben“ vorgestellt worden und ein fröhliches Lächeln und ein „da stand ich doch drauf“ geerntet. Coole Reaktion. Und wie sagte unser Held so schön? „Wenn man meint, dass was die Leute auf dem Platz verkörpern auch ins echte Leben zu tragen, dann wird es falsch.“ Nicht ganz unrecht.

Sonntag dann ein Ausflug in die Gedenkstätte Dachau. Dachau war das erste KZ und das einzige, was die gesamte Naziherrschaft bestanden hat. Es war somit auch Vorbild für alle anderen Lager. Dachau war anders als spätere Lager kein „Vernichtungslager“, aber ich denke das Stichwort „Vernichtung durch Arbeit“ sollte jedem ein Begriff sein und genau dies fand auch hier statt. Die Gefangenen wurden schikaniert, permanent unterernährt und zu schwerster Zwangsarbeit gezwungen und dementsprechend hoch war die Todesrate. Laut der von uns besuchten Führung am Ende ca. 150 bis 200 Menschen am Tag, die durch die Bedingungen starben.

Was so betroffen macht ist diese Maschinerie des Tötens. Diese deutsche Art des Bürokratisierens und des Perfektionierens. Und für uns bleibt es genau aus diesen Gründen ein Verbrechen, was mit anderen Verbrechen nicht zu vergleichen ist. Diese Maschinerie des Tötens, die unglaublichen Opferzahlen und die Gründlichkeit sind für uns Grund genug einen Vergleich mit anderen (insbesondere deutschen) Diktaturen zu unterlassen. Diese Vergleiche haben immer nur eine Relativierung zur Folge.

Um dies deutlich machen, dann leider doch mal ein Vergleich. Hohenschönhausen soll (laut Wikipedia) in seiner Gesichte 1.000 Menschenleben gefordert haben. Alleine Dachau forderte dies am Ende innerhalb von 5 bis 7 Tagen. Alleine daran wird die Dimension, die Perfektion und die Perversität der Nazis deutlich.

Es kann daraus nur eine Konsequenz geben, die sich perfekt auf zwei Stichworte reduzieren lässt: Kein Vergeben, kein Vergessen. Und das ist der Punkt, an dem man am meisten am schreien ist. Nebenan in der alten SS Kaserne hat die bayrische Polizei ein Ausbildungszentrum. In der Nachkriegszeit musste lange darum gerungen werden, dass KZ zur Gedenkstätte zu machen und auch heute besuchen gerade einmal 800.000 Menschen pro Jahr die Gedenkstätte.

Leute, bewegt euren Arsch dahin. Es ist kein schöner Ausflug, es macht betroffen, es macht sauer, aber es ist notwendig! Und jeder, der Nazis verharmlost, ihre Verbrechen vergisst oder diese Ideologie der Diskriminierung wieder hoffähig machen will, der bekommt es mit uns zu tun, versprochen.

Lobenswert war in der Führung noch, dass die Referentin ausdrücklich auf die Verfolgung Homosexueller und ihre spätere Negierung als Opfergruppe einging. Siehe dazu den Bericht zur Fanladenveranstaltung zum Holocaustgedenktag.

Unsere Referentin war nebenbei Eva Gruberová, die auch ein Buch zum KZ Dachau geschrieben hat und das ganze sehr informativ und sehr „kurzweilig“ (es findet sich kein wirklich passendes Wort) gestaltete.

Danke nebenbei an unseren Helden, der diese Station vorgeschlagen hatte und danach auch die richtige Pizzeria auf Lager hatte um das ganze zu „verdauen“.

Montag morgen, unsere Sportskanone machte sich auf die Laufstrecke. Bei der Umrundung des Olympiastadions weinte der Himmel so stark über die Nichtbenutzung, dass es leider zu einem kleinen Handywasserschaden kam. Okay, Telefon im Arsch, passiert halt mal.

Danach wurde erstmal hart gechillt bis um 16 Uhr dann auch der Rest des Mobs eingetroffen war. Unser Dönerladen wurde wieder supportet, beim Glückspiel festgestellt, dass wir kein Glück haben und dann begann er der Weg ins Grauen Fröttmanning. Ich weiß nicht, das Stadion ist irgendwie so gar nix. Grau, selbst wenn es illuminiert ist, kalt, selbst wenn Sommer ist, unwirklich wie es da in einer Ödnis liegt. Was hätte man aus der Fläche alles machen können? Biergärten, Restauration, meinetwegen auch Werbefläche, aber dem Sicherheitswahn wird mit einer öden Fläche gehuldigt. Und dieser Eindruck wird bei „den Blauen“ noch dadurch verstärkt, dass das Stadion vielleicht beinah halb gefüllt ist.

Der Fanladenbus hatte seinen Weg dann auch irgendwann mal geschafft und auf die große Pause wartet man wohl heute noch.

1860 wollte auf dem Rasen den Rechtsradikalismus „links liegen lassen“. Wir nahmen das mit Erstaunen zu Kenntnis. In Bayern ist doch eher irgendeine wachsweiche „gegen jeglichen Extremismus“ Formulierung Konsens. Für eine solche deutliche Aussage werden andere Leute vom bayrischen Verfassungsschutz beobachtet.

Auch der Ultrablock äußerte sich deutlich. Das er aber in seiner Kurve doch noch ordentlich Drecksarbeit zu leisten hat, sieht man daran, dass keine 10 Meter daneben immer noch laut „ihr linken Dreckszigeuner“ in Richtung Gästeblock geschleudert wird. Man verstehe uns bitte nicht falsch. Die Rufer hatten auch die körperliche Statur, welche ein ausdiskutieren nicht ganz einfach macht. Überhaupt seien an dieser Stelle mal die langjährigen Bemühungen einzelner Löwengruppen gegen Nazis gewürdigt. In diesem Umfeld sich aktiv gegen Nazis zu stellen ist garantiert kein Zuckerschlecken.

Auf den Rängen ansonsten für dieses Stadion, an diesem Tag doch gute Stimmung. Im Gästeblock mag man die Lautstärke immer schlecht finden, aber es sei angemerkt, dass man den Gästeblock doch durchgängig auch auf der anderen Seite des Rasens hörte.

Auf dem Rasen sah man zwei Mannschaften, die modernen Fußball in Reinkultur zelebrierten. In einer solchen perfekten Aufstellung beider Mannschaften, bei nahezu perfekter Defensivarbeit sind Torchancen Mangelware und so mussten zwei individuelle Fehler für die Tore sorgen. Es ist schon bemerkenswert, dass wir nach der Winterpause gerade einmal 5 Tore geschossen haben, damit aber immerhin zwei Siege, zwei Unentschieden und nur eine Niederlage gebaut haben. Noch bemerkenswerter dabei ist, dass wir Tore nur aus Standardsituationen erzielt haben.

Wir halten wenig davon einzelne Spieler auf die Streckbank zu führen oder für eine Misere verantwortlich zu machen und die nun betrachtete Statistik spiegelt bei weitem nicht den gesamten Wert des Spielers wieder, aber sie zeigt schon, wo es gerade hapert:

Kruse insgesamt 10 Tore, die ersten 5 in den ersten 7 Spielen, dann noch mal 3 in den Spielen 10 bis 12, seit dem nur noch 2 Tore, davon keines in der Rückrunde. Nochmal: Das stellt bitte nicht den Wert dieses Spielers da, aber wenn der torgefährlichste Spieler schon immer weniger trifft, dann zeigt es, dass die Mannschaft Probleme hat Torchancen und daraus folgend Tore sich zu erarbeiten. Das Kruse auch noch einen anderen Wert hat, zeigt alleine die Tatsache, dass er den Pass zu der Aktion gab, die durch einen Elfmeterpfiff beendet wurde.

Und wenn wir schon bei einzelnen Spielern sind und Kritik an ihnen meistens doof ist. Klar macht Funk einen dummen Fehler, aber er spielt auch eine riesige Saison, ist einsichtig, wird aus diesem Fehler lernen und ist noch jung. Leider war es bereits der zweite individuelle Fehler in einem solchen Spitzenspiel, der uns Punkte gekostet hat. Man stelle sich mal vor, dass Kalla gegen Fürth sich die gelb/rote abholt und Funk diesen Ball in die weiten des Münchener Nachthimmels befördert. Wir wären mit vier Punkten mehr Tabellenführer. Und es sind leider diese Kleinigkeiten, die nach guten Spielen und einer guten Saison eventuell zwischen Platz 5 und Platz 1 unterscheiden. Denn qualitativ geben sich die Mannschaften nur wenig. Trotzdem muss man mit dem Punkt bei 1860 hochzufrieden sein, es hätten aber halt noch 2 mehr sein können.

Erstaunlich schnell kann man das weite Rund verlassen und eine nächtliche Heimattour wurde mit Bravor abgeschlossen. Danke an unseren Helden und an P. für ein gelungenes Wochenende.

Der Teil „Dann war da noch…“ wird heute Abend oder morgen früh als gesonderter Bericht erscheinen, wir sind da noch nicht ganz fertig.