Nov 162011
 

oder

Bündnisfähigkeit

Vorwort

Liebe Leser, ich finde Nationalmannschaftsfußball traditionell Käse und so habe ich mich gestern auch zur Halbzeit verabschiedet. Nicht, dass es sich nicht um Fußball auf höchstem Niveau handelt und man so etwas als Fan der Sportart nicht genießen könnte, aber bei mir ist der Genuss durch nationale Stereotypen und Bela R. (die Abrissbirne der deutschen Sportkommentatoren) so gemindert, dass ich „dem Holländer“ nicht wirklich genußvoll zusehen kann, wie er von „den Deutschen“ ausgespielt wird.

Aber es gibt ganz viele Kurzmeldungen.

Rostock

Wisst ihr eigentlich, dass Rostock eine wunderschöne Stadt mit sehr netten Einwohnern ist? Wahrscheinlich nicht, oder? Das Feinbild „Hansa“ ist bei uns ja genauso tief verwurzelt wie das Feindbild „St. Pauli“ bei denen. Leider. Bei uns sind die meisten Hansa Fans wahrscheinlich immer noch Faschos, ein Vorurteil, was vielleicht auf einige zutrifft, aber aus der Ferne betrachtet nun definitiv nicht mehr auf die Mehrheit der Rostocker. Wir sind wahrscheinlich die Gutmenschen, Linksradikalen, Zecken, was auch immer. Und so wird es auch Samstag wieder genügend Leute geben, die Schaum vor dem Mund tragen und ihrer Gewalttätigkeit frönen werden. Und dies auf beiden Seiten. Dazu noch die Prise „fußballspezifischer Raub“ und fertig ist der Bürgerkrieg.

Zumindest in der Öffentlichkeit. Und genau hier setzt leider nicht das denken an. Es geht nicht darum, was wirklich passiert, was in unserem empfinden passiert, sondern was die breite Öffentlichkeit draus macht. Und wer bisher nicht begriffen hat, welcher Fokus auf diesem Spiel liegt, welcher Fokus von den Sicherheitsbehörden auf dieses Spiel gelegt wird und welche weitreichenden Folgen jede Gewalt, jeder Pyro haben kann, der ist blind und taub.

Natürlich ist man als Fußballfan ein Spielball fremder Mächte. Denn wenn es friedlich bleibt, dann wird das nicht auf die Vernunft der Fußballfans geschoben werden, sondern auf die massive Polizeipräsenz. Ich lese schon den Satz: „Unser Konzept der Fantrennung und der frühen Kontrolle ist aufgegangen.“ Und wenn es doch kracht, dann wird eben wieder an der Stellschraube gedreht.

Das Konzept der Polizei muss man kritisieren (link geht auf die Fanladenseite). Nicht nur, dass so etwas wie persönliche Freiheiten auf ein Minimum beschränkt werden, indem ich mich bereits in Altona einer Kontrolle unterziehen muss, nein es ist auch fragwürdig, dass man in Rostock Hauptbahnhof und Pendelbusse nutzen will. Das Konzept einer geteilten Stadt und eines Fußmarsches erscheint mir da doch sehr viel sinnvoller und das ist letztes Mal in Rostock auch angewandt worden und hat sich ja wohl auch in Hannover bewährt. Pendelbusse stehen im Stau, der Hauptbahnhof wird auch zentraler Anfahrtsweg der Rostocker sein müssen und wie ich da die Kontrolle herstellen will, ist mir nicht klar.

Tja, soll man an die Vernunft appellieren? An die Gewaltfreiheit? Ich denke, dieser Zug ist abgefahren. Ich würde ja mal radikal vorschlagen, dass man vielleicht irgendwann mal zwischen den Fans vereinbart, dass man sich nix tut, wenn keine Polizei vor Ort ist. Das mal radikal von zwei eigentlich verfeindeten Fangruppen an die Polizei getragen, das würde ich mal cool finden.

Termine Teil 1

Nächsten Dienstag 22.11.11. ist JHV. Kommt zahlreich, diskutiert mit, überlegt mit. Ich denke, dass ich Montag noch kurz was zu den Anträgen schreiben werde.

Termine Teil 2

Warum bist DU eigentlich bei St. Pauli? Ja, diese Frage stellen sich eigentlich viel zu wenige und auch die Aktion letzte Saison ging eher aus wie das Hornberger Schießen. Nun also eine Podiumsveranstaltung mit mehr oder minder prominenten Gästen am 28.11.11. um 19:30 im Ballsaal. Das ganze wird garantiert spannend, nur ob es die selbstreflektierende Frage beantwortet, das wage ich jetzt schon zu bezweifeln. Wir werden es sehen.

Termine Teil 3

Fanräume hat sich mal was neues ausgedacht und hat zusammen mit Karsten Schölermanns Laufgesellschaft und der Triathlonabteilung den 1. St. Pauli X-Mess Lauf aus der Taufe gehoben. 5 KM durch Stadion, HGF und Planten und Blomen. In der angegebenen Zeit auch für den nicht so geübten Läufer locker zu machen und es gibt eine Urkunde, eine Medaille und einen Glühwein. Und Fanräume unterstützt man auch noch. Wer sich also noch nicht angemeldet hat, der tue dies bitte JETZT.

Nebeneffekt: Eine gesperrte Glacischaussee, etwas was man auch SEHR selten sieht in Hamburg, wenn da nicht gerade geparkt wird.

Aktion Libero

Spannende Aktion mit einem wichtigen Thema, habe auch schon einige wirklich gute Texte dort gelesen. Nur ganz ehrlich: Da sind Blogs verlinkt, die ich schlichtweg nicht für bündnisfähig halte, schon gar nicht beim Thema Diskriminierung und mit denen ich unter keinen Umständen in einer Reihe stehen will. Daher hier nur der Hinweis auf die Aktion, kein Text, keine Beteiligung von meiner Seite. (Bevor jetzt jemand nachfragt: Konkreter werde ich öffentlich nicht.)

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