Nov 212011
 

oder

Muss echt nicht sein

Vorwort

Liebe Leser, ich weiß was dann wieder kommt „ihr Gutmenschen“, „Selbstgerechtigkeit“ und „Linksfaschisten“ oder so. Und auch die herrliche Gleichsetzung von links = rechts habe ich schon gelesen. Ne, darauf antworte ich nicht mehr. Wer das noch glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen. Auch gerade, weil ich die politische Schiene bei uns gegen Hansa vollkommen überbewertet finde. Das sind aber alles so schöne Ausreden um nicht vor der eigenen Haustür zu kehren und sich nicht selber zu reflektieren. Nur seien wir ehrlich, liebe Hansa Fans: Ihr habt ein Problem. Und wenn ihr das nicht löst, sondern weiter klatscht, wenn Leuchtkugeln im Gästeblock einschlagen, dann werdet ihr so oder so irgendwann das Ergebnis sehen und es wird euch nicht gefallen.

Ihr wisst, wo der Fanshop steht

Wie vielleicht alle wissen, mag ich Hochsicherheitsspiele gar nicht. Ich habe kein Bock, dass mir jemand an die Wäsche will, weil ich per Zufall braun-weiß bin und er per Zufall schwarz-weiß-blau oder blau-weiß-rot. Ich habe da einfach kein Bock drauf. Ich habe auch kein Bock darauf zu akzeptieren, dass bei Fußball Homophobie, Raub und/oder Gewalt „dazu gehört“. Bei der Nonkonformität, die jede Kurve haben sollte, ist mir so etwas zu wider. Genauso ist es mir zuwider nun alle Hansa Fans als Nazis oder was auch immer hinzustellen. Denn dem ist einfach nicht so. Nur wenn es Leute gibt, die Gehirn haben in Hansas Fanszene, dann müssen sie jetzt anfangen zu denken, wenn sie nicht die Mechanismen des Polizeistaates am stärksten und am heftigsten spüren wollen. Mal ganz davon ab, dass man sich als Homophobie Wiederholungstäter nicht wundern muss, wenn irgendwann für so etwas Strafen kommen. Und zwar nicht nur 5.000 Euro. Ich habe da zwar null vertrauen in den DFB, denn der ist auf diesem Auge blind, aber irgendwann sehen selbst Blinde etwas.

Und dabei geht es nicht um das Verhältnis zu uns. Das man seinen lokalen Rivalen nicht mag, das ist ja okay und gegen eine verbal aggressive Stimmung habe ich nun wirklich nix. Wenn ich Fangruppenplakate habe, die verkünden, dass sie „Auf der Suche“ nach Gästefans sind, dann geht es hier nicht um ein „die sind sonst nie da“, sondern dann wird da alltäglich Gewalt gegen Gäste (man beachte das Wort) ausgeübt und die Gewalt zum Alltag. Und seien wir ehrlich: Wer selbst Paderborn angreift und Paderbornschals klaut und präsentiert, der sollte sich dringend mal selbst hinterfragen und sich mal hinterfragen, ob ACAB wirklich das Problem ist, oder das eigene Verhalten. Und wenn eine breite Masse dies akzeptiert oder bejubelt, dann hat Hansa nicht „einige wenige“ Gewalttäter, sondern ein Klima der Gewalt, welches solche Auswüchse erst ermöglicht.

Ebenso ist es ja begrüßenswert, wenn man gegen Nazis ist und im Gegensatz zu früher wird auch bei Rostock nicht mehr ein Mob in Thor Steinar Klamotten auflaufen, wenn aber Hitlergruß und laute „Schwule, Schwule“ Rufe (mit entsprechender Geste) zu sehen sind, dann ist man erst einen Schritt nach vorne gegangen um dann zwei Schritte zurück zu gehen. Nein, Fußball ist eben nicht Fußball und Politik Politik. Auch bei einem lokalem Rivalen ist eben Diskriminierung die Grenze. Und wenn ich aufhöre mich über so etwas zu ärgern oder es zu ignorieren, dann habe diese Kräfte gewonnen und das will ich nicht. Das geht mir viel zu doll in die Richtung „Hauptsache Unioner“ und „Der macht hier doch nix“. Nein, Fußball ist Teil der Gesellschaft und in dieser Gesellschaft ist Diskriminierung fehl am Platz. Hinzu kommt, dass es ja wohl doch deutlich Ausdruck einer Geisteshaltung ist, wenn man „Homo“ und „Schwul“ als Schimpfworte benutzt. Ausdruck einer Geisteshaltung in der Minderheiten, Homosexuelle und auch Frauen (man beachte die Gestik) keinen Platz haben.

Auf diese Rufe und auf das grammatikalisch sehr spannende Plakat in Richtung Gästeblock bezieht sich auch die Überschrift, bzw. ein auf der Rückfahrt geborener Chant, der sich noch zu einem Höhepunkt des Tages entwickelt.

Das erstaunliche dabei ist: Es ging vor ca. 10 Jahren auch anders. Ich erinnere bis heute meinen ersten Besuch in Rostock im Februar 2002. Damals sind wir mit einer kleinen Gruppe per Wochenendticket angereist, wurden von wenigen Polizeikräften eskortiert, hatten mit „Trabbi“ einen bekennenden Hansa Fan dabei und wurden von den Hansa Fans, die wir getroffen haben zum größten Teil in Ruhe gelassen. Auch im Stadion war zwar eine aggressive Stimmung, aber außer einem Mob von Mutanten, die ich wirklich mal unter „sind sonst nie da“ einordne (in den Polizeiberichten war von „Berlinern und BFC Fans“ die Rede), passierte nix wirklich in Richtung Gewalt gegenüber Gästefans. Und damals war der Durchgang bei der Eishalle noch nicht abgesperrt, denn genau so gingen wir – zwar neutral – zu unserem Auto. Da stand kein Mob und wollte auf die Gäste los, außer halt diese komischen Mutanten. Was auch bemerkenswert ist: Damals gab es die Suptras schon, man muss sich also fragen: Was hat sich geändert? Warum geht es heute nicht so? Langeweile? Der bundesweite Wettkampf um den Randalemeister? Jugendliche Unvernunft?

Aber kommen wir dann doch mal zu einer historischen Aufarbeitung des Tages:

Die Polizei lies sich mal wieder etwas neues einfallen. So konnten wir mal wieder den Staatsapparat in höchster Perfektion erleben. Erstmal gab es eine Allgemeinverfügung, die ein Glasflaschenverbot und das Verbot enthielt Pyrotechnik mitzuführen. Letzteres ist nebenbei ein bisschen absurd. Zwar ist der bloße Besitz nicht zwingend in Deutschland verboten, aber spätestens das mitführen zu einer öffentlichen Versammlung fällt nun definitiv unter das Versammlungsgesetz und ist verboten. Nun ja gut. Die Begründung für diese Allgemeinverfügung hatte dank eines AFM Vorstandes den Weg in den Zug gefunden und sorgte doch für einige Lacher. Am besten die Beschreibung des letzten Spieles, die u.a. folgende Klassikerformulierung enthielt: „Bei Ankunft des ersten Sonderzuges am S-Bahnhaltepunkt Parkstraße in Rostock (820 Personen, davon 120 B, 30, 250 Antifa) wurde Pyrotechnik[…]“ Was sind denn Antifa? Sind das dann Kategorie A? Und warum nur 250? Ich würde doch mal stark von 820 mal Antifa ausgehen, oder? Und kann man gleichzeitig Klasse B oder A sein und Antifa? Oder schließt sich das aus? Und bei alle in Schwarz im dunklen: Wie lange hat die Polizei für diese Zählung gebraucht?

Und jeder sollte schon in Altona durchsucht werden. Und hier prallen dann zwei Welten, zwei Logiken, aufeinander, die man nicht zusammenbringen kann und die sich in ihrer Konsequenz nur aufschaukeln können. Logik 1 nenne ich jetzt die Polizeilogik. Sie sagt: „Letztes mal ist etwas passiert, also muss ich mehr machen, damit diesmal nix passiert.“ Logik 2 nenne ich jetzt mal die Fanlogik: „Jetzt schikaniert die Polizei mich noch mehr und will noch mehr Pyro verhindern, da zündel ich doch noch eher und umgehe die Kontrollen.“. Und man muss kein Hellseher sein um zu verstehen, dass diese beiden Logiken nicht zueinander passen. Sie beißen sich vollkommen und können nicht zu einander finden. Das Logik 2 auch die von Logik 1 vorgesehene Fantrennung zu nichte macht, muss man nur am Rande erwähnen.

So fanden sich eine große Gruppe von St. Paulifans halt nicht beim Sonderzug ein. Viele mit Fahrzeugen, andere in großer Gruppe im Regelzug, aber eben nicht mit dem Sonderzug. Da wird die Getränkekalkulation für den Partywagen zum Glückspiel. Und wir verspielten uns diesmal. Hatten wir doch gedacht, dass 1200 0,5 Flaschen für einen Sonderzug von 900 Leuten reichen und nach Hannover letztes Jahr sind wir auch mit deutlich weniger ausgekommen. Nur was wir nicht bedacht hatten ist, dass die Leute bei einem Glasflaschenverbot keine eigenen Kästen mithaben und dementsprechend nur sehr wenig eigene Vorräte haben. Und dementsprechend war der Durst doch deutlich auf der Rückfahrt und wir nach der Abfahrt in Rostock schnell ausverkauft. Fanräume und das Solikonto danken.

Vor der Beladung des Sonderzuges mussten aber auch wir durch die Kontrollen. Und die waren so hart, wie ich sie sonst nie kannte. Aber sie waren nicht so hart, als dass man da nicht Bengalos durchbekommen hätte.Zwar wurden die drei Hauptfächer meines Rucksacks durchsucht, aber die wirklichen Verstecke hat sich wieder niemand angesehen und auch Hunde waren nicht direkt anwesend, so dass auch nichts hätte erschnüffelt werden können. Entgegen der Absprachen wurden auch die Ordner gefilzt und auch die Fanladenmitarbeiter. Was man aber sagen muss: Zumindest zu uns die Polizei freundlich geschäftsmäßig. Keine Aggression oder Hektik. Gefunden wurde wohl letztendlich irgendwie ein bisschen verbotene Rauchware und ein „Mist, hätte ich es doch rausgenommen“ Messer. Für den Aufwand nicht gerade begeisternd.

Auf dem eigentlich geplanten Gleis stand ein IC nach Karlsruhe, dessen Lok sich gleich verabschiedete, so dass er erstmal eine Stunde Verspätung bekam und unser Gleis blockierte. Und als wir gerade uns Gedanken machten, wo denn unser Zug nun hinkommt und wie wir das Bier dahin bekommen, wurde der Zug einfach auf das Gleis nebenan gesetzt. Diesmal hatten wir das schon immer erträumte Fahrradabteil und die durch den Zug gehenden Polizisten haben dann auch unsere Paletten akzeptiert. Super aber die Frage „Haben sie die mitgebracht oder waren die schon hier?“ Also man kann sich ja bei der DB alles vorstellen, aber das die Paletten drin stehen lassen, kann ich mir irgendwie auch nicht vorstellen.

Die Hinfahrt erwies sich erstmal als unproblematisch und von einer gewissen Spannung geprägt. Spätestens, als wir in Mecklenburg Vorpommern angekommen waren, war die Anspannung doch spürbar. In Schwerin sahen wir nur Team Green. Aber selbst dieser riesige Auflauf konnte nicht verhindern, dass der andere Zug beworfen wurde. Seien wir mal ehrlich: Bei nasskaltem Wetter irgendwo auf einen Bahnhof rumzuhängen um Sachen auf einen vorbeifahrenden Zug zu werfen? Da kommen mir 1.000.000 Sachen in den Sinn, die mir mehr Spaß machen würden und da ist selbst ein Zahnarztbesuch mit bei.

Uns passierte aber nix und so kamen wir im Rostocker Käfig an. Wie schon erwähnt: Ich hasse so etwas. Bellende Hunde, Polizisten, die schon vermummt sind (ist das eigentlich wirklich so frei erlaubt?) und man darf nur in eine Richtung. Aber immerhin inklusive Bäcker, Klos (Dixies extra aufgestellt) und Schließfächern. Das ist man ja gar nicht gewöhnt, dass wenigstens insoweit mitgedacht wurde.

Die Verladung in die Busse war dann wieder ein einziges Chaos. Eigentlich wollte man immer vier Busse gleichzeitig beladen und dann gemeinsam losfahren lassen. So war die Absprache, aber nein, man belädt einen Bus, lässt ihn ein Stück vorfahren, holt den nächsten Bus etc. Folge: Das Leute in den ersten Bussen lange gedrängelt in den Bussen aushalten müssen und natürlich unruhig werden. Von Fanseite wurden Scheiben in vielen Bussen von innen verklebt um sie bei Steinbewurf wenigstens etwas haltbarer zu machen. Hab ich so auch noch nicht gesehen, aber gar nicht doof.

Wir düsten mit dem 4. Bus in Richtung Stadion und die Polizei hatte überall mit starken Kräften abgesperrt. Das es DEUTLICH einfacher gewesen wäre, den Mob zu Fuß von dem S-Bahnhof gehen zu lassen, ist wohl jedem, außer der Polizei Rostock klar. Bei aller Randale: So ein Spiel kann man bei einer Taktik und einer intelligenten Polizeiführung mit viel weniger Polizisten über die Bühne bringen.

Und was auch immer auffällt: Polizei denkt nicht von der Tapete bis zur Wand. Wenn eine Gruppe sich in Hamburg den Kontrollen entzieht, was wird sie dann wohl in Rostock machen? Na, liebe Leser, genau, sie wird noch mal versuchen sich den Kontrollen zu entziehen. Und wenn ich dann einen Eingang nur mit ein paar Ordnern besetze, der baulich auch nicht gerade so gebaut ist, dass er einen Sturm verhindern kann und die Polizei irgendwo rumsteht, dann wird eben durchgebrochen. Und dann hilft es auch nix irgendwelche wilden Pfefferspraynummern IM Stadion zu veranstalten oder nach dem Sturm da Polizei hinzustellen. Nur mal so in der Logik 1 von oben weitergedacht. Und so hatte Logik 2 bereits gewonnen und die Gerüchteküche munkelte was von diversen Licht- und Rauchelementen. Das diese dann eher zurückhaltend eingesetzt wurden, lag daher nicht an der Möglichkeit, sondern daran, dass dann irgendwann die Vernunft über den Spieltrieb siegte.

Was ich auch bei Rostock nie begreifen werde ist die bauliche Art des Stadions. Nun hat man zwar zum Gästeblock ein Netz und einen Puffer geschaffen, aber draußen kann man sich von den Aufgängen immer noch fröhlich sehen und bewerfen. Warum man hier nicht einen simplen Sichtschutz installiert, wird mir immer unbegreiflich bleiben. Und so flogen auch diverse Dinge hin- und her. Darunter auch irgendetwas blaues großes, was ich von meiner Position als Sitzschale identifizieren will, ich hatte aber keinen guten Blick.

Was einfach absurd in Rostock ist, dass die Ordner an den Eingängen, im Presseraum und im Innenraum eine Ausgeburt der Freundlichkeit und Herzlichkeit sind. Die beiden Radios schnackten fröhlich, der Techniker bangte um die Leitung, die Pressesprecher schnackten und sabbelten und alles ist entspannt. Es ist absurd, wenn man bedenkt, dass draußen bürgerkriegsartige Zustände herrschen.

Das bewerfen mit den Bananen hab ich nicht verstanden. Der Gag ist irgendwie an mir vorbei gegangen. Oder soll das die Rückgabe der seit 1990 in den Osten gelieferten Bananen sein? Mir war es zu hoch, sorry. Ich finde es sowieso sehr spannend, dass man bei uns ständig über Fangnetze überall und ähnlichem nachdenkt und in Rostock stehen zwei mehr oder minder hilflose Ordner mit Regenschirmen und sollen den Wurfgeschoss Hagel abhalten. Und da flogen nicht nur Bananen und Bierbecher, sondern auch „Kleine Feigling“ Flaschen, Feuerzeuge und andere sehr harte Gegenstände.

Stimmung bei solchen Spielen ist eigentlich immer gut, das ist eben das, was solche Spiele eigentlich ausmacht. Gästeblock vor dem Spiel noch exklusiv, danach auch die Heimkurve. Und man muss sagen: Beide mit Momenten, wo sie richtig laut waren und Momenten, wo man nur die anderen hörte. Sehr gut fand ich nebenbei die Reaktion des Gästeblocks beim präsentieren der erraubten Fanschals und Plakate. „Ihr wisst wo der Fanshop steht“ war wohl doch relativ laut zu hören und die einzig richtige Antwort auf eine Kollektion von Fanshopprodukten, die man wahrscheinlich irgendeinem unbedachten Familienvater im Sommerurlaub geraubt hat. Man muss wieder sagen: Ein echter Glanz für jede Fanszene und ein Zeichen, wie hammercool man ist. Merkt ihr selber, oder? Und selbst auf das Barflys Banner kam keine wirkliche Reaktion. Der zuerst gescheiterte Ansteckversuch wurde trocken noch mit „Ach ja, das war damals schwer entflammbarer Stoff“ kommentiert. Vielleicht merkt jetzt der letzte Rostocker (und ebenso die Rautenfans etc.), dass man damit nicht provozieren kann und unterlassen den Scheiß einfach.

Nebenbei: Hansa Rostock, ihr fragt euch, was ihr noch machen könnt? Und stellt euch als hilflos dar? Nein, seid ihr aber nicht, denn wenn bereits vor dem Spiel Fanschals abgefackelt werden und euer Stadionsprecher dazu kein Wort verliert, dann ist das eben auch eine Duldung, ein „als normal“ ansehen und damit eine schweigende Zustimmung. Sozusagen ein „ihr macht das, was ich mir nicht traue“. Deutliche verbale Kritik als Verein wäre hier mal angebracht und etwas, was ihr wirklich machen könntet. Ich empfand es sowieso mehr als skurril, wie entspannt da auf einem Sitz ein Shirt abfackeln konnte. Braucht man als Rostock diese Sitze nicht? Oder hat man reichlich Kohle?

Das Spiel war im Endeffekt nach 8 Minuten entschieden. Rostock mit sehr beschränkten fussballerischen Mitteln, aber bis in die Haarspitzen motiviert, wir mit der viel besseren Spielanlage und dem Versuch das ganze routiniert herunterzuspielen. Das hätte alles spannend werden können, wenn nicht nach 8 Minuten einem Rostocker die Sicherungen durchgebrannt wären. Und auch nach der 10. Wiederholung: Wer da so reingeht, der muss sich nicht wundern, wenn der Schiri es nicht bei gelb belässt. Das war einfach dämlich von dem Spieler.

Bemerkenswert: Nicht Boll nimmt die Binde, sondern Ralle zieht sie sich einfach mal so über und spielt danach gut 80 Minuten wie es sich für einen Kapitän gehört. Routiniert, klasse Stellungsspiel und Gewinner jedes wichtigen Zweikampfes. Es spricht auch für den Zusammenhalt und das Verständnis untereinander, dass Boll auch in der Halbzeit die Binde nicht zurückforderte.

Was bei uns nicht funktioniert ist die Außenverteidigung. Rechts ist klar bei den ganzen Ausfällen, aber Kalla gefiel mir auf links auch gar nicht. Und immer noch stehen beide Spieler auf der linken Seite mir viel zu offensiv und müssen dementsprechend viel zu häufig ihren Gegenspielern hinterher laufen. Das macht für mich wenig Sinn und wird immer mehr zu unserer Schwachstelle.

Saglik ist dafür der andere Gewinner. Das erwartet man von einem Stürmer. Kommt von der Bank, trifft und trifft noch mal. Und lässt sich beim Jubeln absolut nicht provozieren.

So nun aber schnell weg hier. Relativ unproblematisch war ich wieder in den Bussen und auch dieser erste Bus fing keine Steine oder so. Später soll noch ein Bus mit Steinen beworfen worden sein und es soll da auch zu einer leichten Verletzung gekommen sein. Erneut muss man sich fragen, was so etwas soll. Das ist doch nur dämlich.

Am Zug dann folgende Übung: Wie verkaufe ich 1.000 Flaschen Bier in 30 Minuten? Indem das Geld nur so über den Tresen fliegt. Danke an alle Helfer, insbesondere an Hanner und Moritz, die hier körperliche Schwerstarbeit verrichteten. Nur so saßen auch wir Helfer auf dem Trockenen, denn auch die Softgetränke gingen innerhalb kürzester Zeit weg.

Unser Zug fing dann wohl noch ein Wurfgeschoss und einen Farbbeutel, aber ansonsten passierte nix mehr und so begann eine entspannte Rückfahrt, die von gechille, gesaufe (soweit möglich) und gesinge geprägt war. Am Hauptbahnhof verließen uns die meisten Mitfahrer, weil offiziell eine Pause von 20 Minuten vor der Weiterfahrt angesagt war, die dann aber nicht kam und so rollten wir schnell in Richtung Altona, wo wir die kläglichen Reste der Ware ausluden und dann jeder seinen Gang ging.

Noch ein paar Worte zu Bengalo und Clips: Ich empfinde es nicht als sinnvoll bei einem solchen Spiel zu zündeln. Das ist einfach vorhersehbar und schon wieder im Rahmen der Norm. Daher ist es langweilig. Nur ganz ehrlich: Im Gegensatz zu Böllern oder geschossenen Clips gefährdet das nur einen selbst. Und das andere ist mehr oder minder der Versuch jemanden wirklich stark zu beschädigen.

Umso erstaunlicher nebenbei, dass von einem verletzten Ordner nirgendwo die Rede ist, denn ein Ordner wurde doch ordentlich blutend nach dem Böllerwurf rausgeleitet. Ich konnte nicht erkennen, ob die Böller nun von uns oder von Rostock kamen. Ich behaupte mal, dass jeweils mindestens einer geflogen ist und das finde ich Millionen mal beschissener als ein Bengalo oder ein bisschen Rauch.

Ach ja: Alle „ihr habt ja angefangen“ Argumentierer: Ja klar und dann darf man natürlich zur Selbstjustiz greifen. Und die Frau im kurzen Rock, die hat ja auch angefangen, nech? Es ist eben doch etwas anderes, ob ich einen Bengalo zünde oder ob ich mit Leuchtkugeln auf Leute schieße. Und wenn wir schon so kommen: Wer hat denn vor dem Spiel schon eine stattliche Anzahl von Schals geraubt und die schon vor dem Spiel in Brand gesetzt? Richtig, dann hat wieder Rostock angefangen. (was natürlich lächerlich ist, denn das eigene dumme Verhalten kann eben nicht durch das dumme Verhalten von anderen gerechtfertigt werden).

Fazit Nr. 1 (geklaut vom Lichterkarussell)

Fazit Nr. 2 (geklaut aus Facebook)

„Pepper spray and smoke bombs, my scarf is giving off an interesting scent!“

Ach ja: Kommentare bitte nur sachlich und ich behalte mir vor, alles zu löschen, ohne Argumente, ohne Rechtfertigung. Und nebenbei müssen hier Kommentare sowieso vorab genehmigt werden, spart also eure Zeit, wenn ihr hier rumpöbeln wollt.