Sep 082011
 

oder

Basisgedanken

Es ist schon spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Herangehensweise an die Diskussion um die beiden Modelle ist. Jede Herangehensweise hat etwas für sich und aus jeder kann man auch Gedanken ziehen, die man in seine persönliche Abwägung einbeziehen muss. Hinzu kommen viele interessante Kommentare, Mails und Gespräche, aus denen man auch wieder Gedanken ziehen kann. Für Faktenliebhaber und als Grundinformation kann man nur das Machwerk von Lichterkarussell zum immer wieder lesen empfehlen, der Artikel ist in Fakten nicht zu übertreffen und seien wir ehrlich: Das wäre der Wunsch an Übersteiger und/oder Viva gewesen, so ein Ding rauszuhauen. Vielleicht ist ja die offizielle Page so cool, überarbeitet und ergänzt das Teil noch mal zusammen mit dem Macher des Lichterkarussells und packt es dann auf die offizielle HP. Und vieles sagt er auch schon aus. Und in den Kommentaren und Pingbacks findet man noch ganz andere Blickwinkel und einige Aspekte, die der Kollege nicht beleuchtet hat. Und einige bewegen mich, auch wenn das teilweise jetzt „ist schon geschrieben, nur noch nicht von mir“ wird. PS: Sehr lesenswert finde ich auch die Ausführungen des Kleinen Tods, weil er so ganz ohne Polemik auskommt, sich seine Entscheidung nicht leicht macht und alles für sich nach besten Wissen und Gewissen abwägt. Wenn mal alles so immer diskutiert werden würde. (Und da ist am Ende dann vollkommen egal, ob ich nun jeden Aspekt teile oder nicht, ich kann ihn nachvollziehen. Beifall dafür).

Gentrifizierung?

Erstmal muss man sich mal klar machen, was Gentrifizierung eigentlich heißt. Ich habe jetzt mal den Wikipediaartikel verlinkt und da findet man ganz viele Aspekte dieses Begriffes, wobei man vieles garantiert stundenlang diskutieren kann. Ich denke im Hinblick auf St. Pauli ist insbesondere ein Satz entscheidend und ich denke, dass dies auch die brutale Problematik der Gentrifizierung deutlich macht:

Eine Gentrifizierung im engeren Sinne zeichnet sich […] durch den Austausch einer statusniedrigeren durch eine statushöhere Bevölkerung aus.

(Ohne jetzt diesen Satz in seine Einzelteile zerlegen zu wollen, er gefällt mir nicht 100 %). Vereinfachen wir diesen Satz jetzt noch ein bisschen: Arme Bevölkerung wird durch reiche Bevölkerung aus ihrem angestammten Quartier verdrängt. Das passiert auf St. Pauli ohne Frage, man gucke sich mal das Gelände der ehemaligen Astrabrauerei und die Folgen an. Man lese von Kneipen, deren Verträge nicht mehr verlängert werden, weil Wohnungen dann teurer vermietet werden und man gucke sich schicke Bürobauten an, wo eben noch eine Bowlingbahn stand. (Wobei das jetzt nicht meine Meinung ist, sondern eher das, was einem verkauft wird, ich finde diese tanzenden Türme grauenhaft).

Das ganze hat Folgewirkung, es zieht Kapital nach, die Orte werden für „reiche“ Menschen spannend, die auch eine entsprechende Infrastruktur (Starbuckskette statt eigentümergeführter Kneipe, Biomarkt statt Aldi, Eigentum statt Miete wenn ich das mal plakativ auf Schlagwörter verkürzen darf) nach sich ziehen. Und da diese Infrastruktur mehr Geld umsetzt, mehr Gewinn macht und dementsprechend mehr Miete zahlen kann, kommt es zu einem Verdrängungswettbewerb. Und das ist dann im Endeffekt eine Spirale mit unzähligen Wechselwirkungen, die den Rahmen hier sprengen würden.

In einem solchen Umfeld bewegt sich auch unser Stadionneubau. Und man muss ganz klar sagen: Auch wir gentrifizieren! Das ist für mich bereits jetzt mehr oder minder feststehend.

Nehmen wir als Beispiel die Haupttribüne. Einen Preisvergleich Sitzplatz alte Haupt gegen Sitzplatz neue Haupt, den muss ich wahrscheinlich nicht noch mal aufmachen. Alleine durch diesen Preissprung werden Menschen verdrängt. Und das (zur Zeit) beinah ohne Alternative, denn auch Süd ist teuer, die Gegengerade verkauft und die Nord mit nur sehr wenig Plätzen ausgestattet.

Offensichtlich ist auch, dass der „normale“ Haupttribünenbesucher an den Rand gedrängt worden ist und in der Mitte die Businesselite ihre Plätze gefunden hat. (Oder eben die Leere, weil die Businesselite in der 2. Liga nicht kommt). Und hier hat es auch einen Wandel zum Kuchenblock gegeben. Nicht mehr der kleine Sponsor, der eine Verbundenheit zum Verein hat, sitzt dort (nein, der sitzt eher auf der Süd oder ist ganz aus diesem Businessbereich weg), sondern eher die internationale Kette, die ihren Kunden halt mal Bayern zeigen will. Auch dies ist für mich eben der klassische oben genannte Austausch.

Man nehme doch auch mal die Zahlen als Beispiel: Vor dem Ausbau hatten wir irgendwas um die 20.000 Plätze, davon waren wirklich höherwertig (im Sinne von TEUER) vielleicht 2.000, so dass 18.000 „normale“ Plätze übrig blieben. Zur Zeit haben wir 24.487 Plätze (laut Bundesliga.de). Ich bin mal so dreist, dass ich sage, dass die 4.600 Plätze auf der Haupt und mindestens die 1.200 Business Seats auf der Süd „teure“ verdrängende Plätze sind und wir zur Zeit eher weniger, als mehr „normale“ Plätze haben als im alten Millerntor. Das ist eine – wenn auch vielleicht nur vorübergehende – Herausdrängung.

Die Frage ist nun: Können wir dies in einem ganz fertigen Millerntor zumindest abfedern? Und wenn ja, wie? Und da kommt der Gegengerade (und später der Nord) entscheidende Bedeutung zuteil. Entscheidend ist hier eben, dass man genügend „normale“ Plätze schafft und das meint nicht nur Stehplätze, weil dann der Alte, der Kranke, der klassisch statusniedrigere auch herausgedrängt wird. Und eines darf man in diesem Zusammenhang nie vergessen: Eine Zusicherung, dass auf der Gegengerade die Preise nicht steigen ist ungefähr soviel Wert, wie die Garantie, dass die Mieten in den nächsten 10 Jahren nur sozialverträglich angehoben werden. Da weiß jeder, was im 11. Jahr passiert.

Und wenn ihr mich fragt: Hier sind insbesondere Sitzplätze hinter den Toren ein entscheidendes Regulativ, weil sie eben von der (etwas) eingeschränkten Sicht nicht so teuer gemacht werden können. Und das hier natürlich die Business Seats Süd ein sehr blockierenden Gedanken haben (eine Ultrakurve, wo da wieder gestanden würde, nebenbei auch), das sei auch mal deutlich gesagt. Aber! Was nicht passieren darf ist, dass Tribünen sich gegeneinander ausspielen lassen. Ich verweise da nur auf den Rückbau von Business Seats, den jeder fordert. Und am besten zuerst auf „seiner“ Tribüne. Jedoch: Gentrifizierung heißt ja auch immer an den Rand drängen, sei es nun in der Stadt, sei es im Stadion und wenn die „armen“ nur noch in der Ecke geduldet werden, dann ist das auch nicht der Sinn der Sache. Das ist ein Drahtseilakt, um das mal deutlich zu sagen.

Und klar, wir ziehen Publikum ins Viertel, was deutlich zu dem Gentrifizierungsbauten passt. Durch Business, durch höherwertig und auch durch Kapazitätserweiterung an sich. Sprich: Wir gentrifizieren nicht nur in unserem Stadion, wir gentrifizieren auch das Viertel.

Und nun kommt die Welle ins Spiel und dieser Kommentar beim oben zitierten Lichterkarussell (der ist jetzt einfach mal Copy & Paste übernommen, ich befürchte nur, dass die Absätze etwas verschoben sind):

„ein aspekt bei der diskussion kommt für meinen geschmack zu kurz und zwar der blick auf die gentrifizierungsbauten überall im viertel, in die sich die welle/tsunami nahtlos einführt. ob ich als bewohner vom bnq vorbei am riverside über die tanzende türme + den dann neu gebauten esso revier mich am ende auf die welle stellen soll und das alles nicht so schlimm finden soll.

je mehr ich darüber nachdenke umso weniger kann ich mich damit anfreunden.
will man dem zeitgeist entsprechen muß die welle gebaut werden. aber dem fcsp würde hier auch einen kontrapunkt zum unsäglichen bauboom im viertel gut zu gesicht stehen. die diskussion ob eine gegengerade das viertel vielleicht auch zum negativen ändern kann, oder der gentrifizierung vorschub leistet, sollte auch in die diskussion mit einfliessen.“

Sehr überlegenswerter Beitrag. Vieles ist richtig, einiges sehe ich anders. Richtig ist: Leisten wir der Gentrifizierung Vorschub? Ich denke ja, siehe oben. Richtig ist: Wir reihen uns in den Bauboom ein (ich habe das „unsäglich“ bewusst weggelassen, weil ich da noch einen Gedanken später zu habe). Was mich jedoch nachdenklich macht: Reiht sich wirklich NUR die Welle nahtlos in die – vollkommen zu Recht – genannten gentrifizierenden, grauenhaften Bauten ein? Optisch? Absolut! Da führt kein Weg dran vorbei. Und da ist die Welle auch selbst aus meiner Sicht etwas mehr belastet, als das „Basismodell“, auch wenn das in seiner Beton-Glas Optik mit einigen Schamziegelsteinen (hier weiche ich nebenbei von Kleiner Tod deutlichst ab) nun nicht gerade sich von den Gentrifizierungsbauten abhebt. Da ist natürlich die „alte“ Gegengerade perfekt, aber die gammelt uns unter dem Arsch weg.

Nur man bedenke auch mal folgendes: Die Optik allein ist zwar eine Frage persönlicher Ästhetik, aber für mich doch eine eher oberflächliche. Und noch etwas: Sie ist wandelbar. Denn auch die Welle muss nicht ein schwarzer Monolit sein, sie könnte auch eine Wellblechkonstruktion, eine Backsteinkonstruktion etc. sein. Und man muss dann sehr vorsichtig werden, ob man es nur ablehnt, weil es „anders“ ist. Entscheidender empfinde ich die Funktionalität.

Wenn man sich diese ansieht und die genannten Gebäude vergleicht, dann muss man schon einen Unterschied sehen: Riverside, tanzende Türme, BNQ, neue „Esso“ Häuser sind alles Bauten, die von ihrer Funktionalität, ihrer Nutzung maßgeschneidert sind für reiches Publikum und die als Zielgruppe genau dieses reiche Publikum haben, was hipp wohnen will. Unsere Gegengerade – egal in welcher Form – soll (!) ja genau Stehplätze in großer Anzahl beinhalten und damit genau nicht „höherwertige“ Plätze, wie sie auf der Haupt und Süd entstanden sind. Egal, welchen Bau, es werden mit die billigsten Plätze in unserem Stadion. Einschränkung: Ja das mit den Sitzplätzen, siehe oben. Trotzdem sehe ich hier schon einen Bruch mit den oben genannten Bauten und eine Differenzierung, die gegen ein nahtlos spricht.

Oder mal ab vom Geschmack: Man stelle sich mal fiktiv in den tanzenden Türmen gute, sinnvolle sozialverträgliche Wohnungen vor. Wären sie dann alleine von ihrer Optik ein Gentrifizierungsobjekt? Ich denke nein, auch wenn ich sie weiterhin hässlich fände. Aber das ist aus meiner Sicht ein sehr subjektiver Eindruck. (Mal ganz davon ab, dass man solche aufwändigen Bauten meistens für „höherwertige“ Projekte einsetzt, das ist mir auch klar.)

Bauboom: Seien wir ehrlich: St. Pauli hatte Nachholbedarf. Man würde hier wohl von einem Modernisierungsstau sprechen oder so ähnlich. Seien wir auch ehrlich: Bauten wie die Essohäuser sind per se keine architektonischen Schönheiten und auf der Fläche ließe sich garantiert auch mehr Wohnraum realisieren, als dort jetzt ist. Was das ganze erst unsäglich macht ist, dass man eben keine Stadtentwicklung vorgenommen hat und insbesondere dem Profitstreben nie Einhalt geboten hat. Die meisten Flächen, die nun von irgendwelchen Bavaria 0815 KGs oder wie die heißen mit Gentrifizierungsobjekten zugekleistert werden, gehörten der Stadt. Und diese hat mehr oder minder vorsätzlich diese zu Höchstpreisen an private Investoren mit den jetzt zu bewundernden Folgen verkauft. Höchstpreis fordert eben auch Höchstpreis in der Vermietung bzw. Nutzung ein. Eine Erhaltung, ein echtes Quartiersmanagement, das hat die Stadt versäumt. Und meines Erachtens ist dies jetzt auch nur noch unter Schmerzen zu erreichen. So müsste die Stadt die Esso-Häuser zurückkaufen und ein sinnvolles, am Bedarf des Viertels orientiertes und fortschrittliches Neubau/Sanierungs/Umbaukonzept entwerfen. Und auch dies kostet richtig Geld. Ebenso wie unser Nachholbedarf uns Geld kostet. Hätten wir wirklich 1989 bereits mit Tribünen angefangen und alles modernisiert, dann sähe die Lage jetzt ganz anders in unserem Stadion aus. Und wir hätten auch nicht das Problem, dass uns die GG unterm Arsch wegfault. Und das ist nicht nur sprichwörtlich gemeint.

Trotzdem und das sei als Fazit dieses Abschnittes immer wieder verdeutlicht: Wir gentrifizieren und wir müssen sehen, wie wir dies ausgleichen und abfedern, wenn wir einer sozialen Verantwortung wirklich gerecht werden wollen. Was uns gleich zu der nächsten Frage überleitet:

Wir und das Viertel

Es ist ja nach dem oben beschriebenen absurd und es zeigt ja auch, dass Gentrifizierung eben kein einfaches Phänomen ist, aber St. Pauli ist und bleibt das Veranstaltungsklo Hamburgs. Jede laute, lärmende und nervige Veranstaltung wird in dieses Viertel geschoben oder hat zumindest starke Auswirkungen auf dieses Viertel. Und was man klar sagen muss: Wir sind so eine nervige Veranstaltung! Wenn da 30.000 Leute in ein neues Millerntor pilgern, dann ist das eine der größten Tagesveranstaltungen, die auf St. Pauli stattfinden. Und das inklusive Lärm, Dreck und allem anderen, was Menschenmassen so verursachen.

Und davon ist ein breiter Teil auch noch ein Publikum, was mit dem Viertel gar nix mehr am Hut hat. Und da denke ich nicht einmal ausschließlich an Business Seats und ähnlichem.

Das es dagegen bisher null Protest gegeben hat, zeigt aus meiner Sicht die bisher vorhandene enge Verbundenheit des Viertels zum FC. Und hier muss dringend daran gearbeitet werden, dass dies keine Einbahnstraße ist/wird/bleibt. Unser FC muss sich viel mehr ins Viertel bewegen und zwar AUCH mit Geld. Ideen wie „St. Pauli braucht mehr (Sporthallen)“, Kiezkick, Fanräume etc. sind vielleicht der Fußweg in die andere Richtung, eine Fahrbahn wäre aber ein klares finanzielles Engagement des Profibereiches. Das hier z.B. die Finanzierung und der Bau einer vereinseigenen Dreifeldhalle mit entsprechender Nutzung durchs Viertel auf der Hand liegen würde, sei nur mal so am Rande erwähnt. Und dies ist eine Aufgabe des kommerziellen Teils, der Veranstaltung FC St. Pauli, nicht des gemeinnützigen Vereines. Ich will ja nichts sagen, aber gerüchteweise entstehen zwischen der Polizeiwache und Fanräume so ca. 600qm Platz. Passt da eine Sporthalle rein? Sonst schmeißt einfach die Polizeiwache raus, die braucht kein Mensch.

Schon gar nicht in dieser Größe und in dieser Omnipräsenz. Eine Stadionwache, ja braucht man wohl, da kommt man wohl nicht drum herum. Aber wie wäre es denn, diese irgendwo so zwischen Nord und Haupt zu bauen? Da sieht sie keiner und da nervt sie auch nicht. Und die Domwache lieber Hamburger Senat, die wolltet ihr doch schon lange sparen, oder?

Die Grundstücksgrenze

Eine weitere Frage stellt sich: Wieviel Platz braucht man? Und genau hier hat der Wellenentwurf seinen Charme, er kommt mit dem vorhandenen Grundstück aus. Ich verweise hier auf die Erläuterungen im Lichterkarussell. Nur wenn man sich die Grafik anguckt, dann ist das nicht viel Platz und ob man den nicht eventuell auch in einem klassischen Modell „schinden“ kann, ist mir nicht klar. Ich als Laie könnte mir eine angeschrägte Tribüne vorstellen, wie sie ja auch jetzt zum Spielfeldrand in der GG Realität ist. Oder ein überlappender Oberrang, wie er in Nürnberg gebaut ist.

Aber keine Ahnung, wieviel Plätze oder Geld das kostet. Auch gerade löst beides nicht das riesigste Problem des klassischen Entwurfes. Nämlich die Platzproblematik beim Dom. Und der wird sich nicht wegbewegen. Das Domreferat wird niemals (!) auf auch nur einen Centimeter Platz verzichten. Niemals!

Und ich habe einfach vor folgendem Szenario Angst: Wir weihen im August 2012 feierlich ein, dann kommt der Herbstdom, es kommt bei den 13.000 Menschen zu Gedränge, irgendwas passiert und BUMM sagt die Polizei „Tja lieber FC, zu Domspielen leider nur 10.000 Leute.“ Und selbst in diesem Szenario wird sich der Dom nicht bewegen, versprochen.

Da muss Platz und Entfluchtung geschaffen werden und dieses Problem hat die Welle deutlich gemacht und versucht eine Lösung zu präsentieren. Ob es andere gibt? Ich weiss es nicht.

Das die Welle dieses Problem durch die Flucht in die Höhe löst und sich dadurch Folgeprobleme ergeben, nämlich die der Steilheit, der Absturzsicherheit und der Bierbecherwurfsicherheit, dies muss jedem klar sein. Bei den gewünschten Dimensionen gibt es auf dieser Fläche keine perfekte und problemlose Lösung!

Haltbarkeit

Wie lange muss so ein Stadion eigentlich halten? Die Intervalle in denen Stadien oder Arenen „unmodern“ werden, sind verdammt kurz geworden, wenn man mal sieht, dass der umgebaute Bruchweg und das umgebaute Dreisamstadion innerhalb von 10 Jahren von modern zu unmodern gingen.

Trotz dieses Gedankens denke ich, dass das Teil mal gepflegte 25 Jahre ohne grössere Sanierungen halten sollte. Und da muss man sich fragen: Hält Stahlrohr in einer so gewagten Konstruktion so lange? Oder ist der alte Spruch „Hoffentlich ist es Beton“ hier vielleicht besser? Das muss absolut kritisch geprüft werden!

Kosten

Ich halte das zur Zeit für eine schwer kalkulierbare Frage. Denn Basismodell von der Stange geht halt nicht wirklich und nur bei einem Bau von der Stange wäre ein wirklich grosser Kostenvorteil zu erreichen und die Welle wäre aus dem Rennen.

Die Frage die sich stellt ist: Wenn beide Entwürfe realisierbar sind, ist die Welle einem dann eine Markfünfzig mehr wert? Und wenn ja, wie gross darf diese Markfünfzig sein? Oder neutraler formuliert: Wie gross darf die Spanne zwischen beiden Modellen sein, damit man diesen Punkt nicht als entscheidend wertet? Meine persönliche Schmerzgrenze wäre so bei einer bis 1,5 Millionen. Wobei man andere Faktoren wie z.B mehr Plätze (und wenn es nur 50 sind) gegenrechnen müsste.

Das wohlgemerkt ist ein Punkt, den wir erst dann wirklich diskutieren können, wenn wir wissen, wie die beiden Modelle ihre Probleme umschiffen.

Habe ich einen Favoriten?

Ja, den habe ich, aber der steht da und gammelt vor sich hin. Ich werde mit der Vorstellung einer neuen Tribüne niemals warm. Und ob ihr mich auf einem VIP Stehplatz oder einem normalem Stehplatz auf der Welle oder in dem Basismodell seht, das würde ich mal mit 40/60 beziffern. Ich werde also verdrängt. 😉 (Achtung: Scherz)

Und dann war da noch…

… die Rückkehr der Sozialromantiker, die ich ehrlich gesagt eher kritisch sehe, denn aus meiner Sicht ist dieser Zug schlichtweg abgefahren und zwar ohne uns. Leider hat sich nie eine Struktur gefunden, die aus einer allgemeinen Unmut wirklich politische Forderungen gemacht und gepuscht hat. Nun noch einmal an die diffuse Unmut zu appellieren erscheint mir nicht zielgerichtet. Hinter den Zielen stehe ich jedoch weiterhin voll und ganz.

… Schalke hat die durstigen Fans, titelt news.de. Was mich da mal interessieren würde, ist der pro Kopf Verbrauch, denn es sind nur absolute Zahlen genannt. Aber der Artikel beleuchtet auch mal, wie viel Geld da eigentlich gemacht wird. Und auch die Paykartenverarsche hat ihren Weg in die normalen Medien gefunden.

  2 Responses to “Wellengedanken”

  1. Und im Forum habe ich jetzt das Totschlagargument gefunden:

    „Da ist es doch interessanter, dass Tauben auf einem Flachdach viel besser landen und scheißen können.“

    LOL

  2. […] Im bereits oben erwähnten Artikel macht sich der Magische FC-Blog Gedanken zur Gentrifikation und inwieweit die “Welle” eventuell weiter dazu beitragen […]

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