Aug 072011
 

oder

Die Rostocker Marathonnacht

Vorwort

Liebe Leser, meine Schwester und ich hatten beschlossen, dass wir mal die Rostocker Marathonnacht laufen wollen. Der Bericht dazu folgt nun. Dazu auch ein kleiner Produkttest, wenn ihr so wollt.

Duathlon war eigentlich nicht gebucht

Als wir inklusive Unterstützungscrew (danke noch mal dafür) in Hamburg losfuhren, da nieselte es und alles war irgendwie feucht. Kein perfektes Wetter, aber für’s laufen eigentlich sehr gut. Der Nieselregen verwandelte sich jedoch schnell in einen ordentlichen Dauerregen. Auf der Autobahn ging nur wenig, aber wir waren so früh los, dass es nur zähfließender Verkehr war und kein Stau, der uns auf der A1 unterhielt. Die A 20 nach einem Tankstopp dann trocken und leer, so dass es zügig nach Rostock ging. Eine Fußballanmerkung sei mir erlaubt: Die Ultras aus Rostock haben es anscheinend nicht so mit Autobahnbrückenbemalung. Denn anders als in eigentlich jeder anderen Stadt findet man hier keine Bemalungen an jeder Autobahnbrücke.

Parkhaus gefunden, 12 Euro für den ganzen Tag, perfekt. Kurz noch die Stadt angeguckt, Startnummern geholt und dann wollten wir was die Stadt angeguckt, Startnummern geholt und dann wollten wir was Essen gehen. @bluecher23 hatte uns einen Tipp gegeben, aber leider passten die Öffnungszeiten nicht so wirklich. So ging es am Hafen in ein Restaurant und wenn man sich in der Stadt mal frei bewegen darf, dann muss man erstmal sagen: Rostock ist verdammt hübsch. Den Hafen ha man zum größten Teil saniert und die Warnow, die durch die Stadt fließt hat den Effekt, den Wasser in Städten immer hat: Es macht sie hübsch hat den Effekt, den Wasser in Städten immer hat: Es macht sie hübsch Auch die Innenstadt ist hübsch, auch wenn wieder das ganz typische Auch die Innenstadt ist hübsch, auch wenn wieder das ganz typische Phänomen der Neuzeit zu bewundern ist: Immer die gleichen Ketten.

So nun aber laufen. Im Internet konnte man viele kritische Kommentare über die Organisation dieses Laufes finden. Vorweg: Dies kann ich nicht bestätigen. Die Organisation war sehr gut. Ein kleines Minus: Am Anleger des Schiffes wusste niemand wo und wann es ablegen soll.

Ja und hier sind wir schon beim absoluten Höhepunkt der Veranstaltung: Man wird mit dem Schiff zum Start gebracht. So kommt man zu einer kostenlosen Hafenrundfahrt. Und auf Bitten des Schiffes machte der Kapitän es mit Informationen. Und so erfuhr man, dass die Glückszahl der Stadt die Nr. 7 ist, weil es irgendwie 7 Dinge mit einer Sieben gibt.

Insgesamt eine coole Art zum Start zu kommen, denn die Langsamkeit eines Schiffes beruhigt und entspannt. Von der Anlegestelle zum Start war es ein kleines Stück zu laufen, was aber okay war.

Am Start, der am Eingang des Warnowtunnels und in der Mitte von Nichts war musste man noch eine Stunde warten, was ein bisschen lang war, wir aber auch überstanden.

Bis zum Start war es trocken, aber die dunkle Wand am Himmel versprach einen Regenlauf. Und pünktlich zum Start fing es an zu regnen. Hier dachte ich noch: Egal so ein paar Tropfen, das wird schon gehen. Und es geht ja erst durch den Tunnel und dahinten wird es ja heller.

Satz mit X: Das war wohl nix. Als wir den Tunnel verliesen, fing es richtig an zu regnen. So, nun mal zur Laufstrecke. Start am einen Eingang des Warnowtunnels. @bluecher23 warnte zu Recht davor, dass ein Tunnel heisst, dass man einen Anstieg hat. Ich war sehr schnell losgelaufen und auch den Anstieg sehr schnell gelaufen.

Nach dem Tunnel ging es über eine Brücke (noch eine Steigung) in den IGA Park. Und nun ging die Welt unter. Sicht ca. 3 Meter und akute Wasserkühlung. Ist ja zum Laufen an sich nicht so schlimm, aber so doll muss es dann doch nicht sein. Wenn einem Bäche durch die Hose laufen, dann ist das schon ein eigenartiges Gefühl. Man entschuldige mir meine Direktheit. Ich lief die Kilometer so zwischen 5:55 und 6:10, was für mich eigentlich zu schnell ist. Ich wollte aber dringend wieder in den Tunnel. Ich hatte Angst, dass das Wasser in den Bauchbeutel läuft und mein Handy (dort drin) kaputt geht und so wollte ich es wenigstens aus machen.

Das IGA Gelände mag sehr schön sein, aber wirklich was gesehen habe ich nicht. Ich kämpfte nur mit den Elementen. Grossen Respekt nebenbei an die ganzen Helfer, die tapfer Wasser verteilten und das auch noch mit lustigen Sprüchen auf den Lippen „Der Becher ist jetzt Hella direkt aus der Flasche, kein Regenwasser.“ Und einige Zuschauer hatten auch den Elementen getrotz und feuerten Tapfer aus Bushäuschen oder Garagen an.

Noch 13 km, ich fühlte mich gut, aber ich war mit der Pace und dem Puls für mich eigentlich zu schnell und zu hoch. Meine Pace immer noch knapp über 6 Minuten und ich begann zu rechnen. Ich hatte eher im Scherz gesagt, dass ich unter 2:10 bleiben wolle. Dazu muss man wissen, dass meine Bestzeit bisher 2:14 und einen Keks war. Nun erschien das plötzlich realistisch. Also: Alles oder nix. Vollgas!

Die Strecke nun entlang der Warnow mit teilweise sehr hübschen Blicken auf die Warnowbucht und Rostock. Und auf die riesigen Gewitter am Himmel. Der Veranstalter denkt sich das ganze wahrscheinlich wie folgt: Lauf in den Sonnenuntergang mit tollen Blicken über’s Wasser. Da spielte der stockdunkle Himmel aber leider nicht. Trotzdem eine sehr schöne Strecke.

Ich lief immer noch 6:05 bis 6:10 auf den Kilometer und die ersten 10 Kilometer insgesamt in 1:01. Jetzt gab es nur noch zwei Möglichkeiten: Bestzeit oder Heldentod.

Der Regen hatte sich in ein leichtes Nieseln verwandelt. Aber wer dachte, das die Naturgewalten nicht noch eine kleine Gemeinheit für uns vorbereitet hätten, der sah sich getäuscht. Es ging auf einer Landstrasse in eine Senke und unten stand die Feuerwehr. Und dies nicht für einen Getränkestand, sondern weil die Strasse richtig stark unter Wasser stand. Die Läufer wurden vorbildlich gewarnt und kurze Zeit später befand man sich auf der Schwimmstrecke der Rostocker Marathonnacht. Besser auf der Watstrecke. Hmm, Idee für einen neuen Sport? Ach ne, so komische Strongmen Runs gibt es ja schon.

Mir ging das Wasser schön bis über die Knie, kleinere Läufer 😉 konnten darin auch ihren Popo kühlen. Gut 30 bis 40 Sekunden blieben liegen, aber bei mir hatte das ganze einen positiven Effekt. Die Beine fühlten sich plötzlich wieder frisch an und mein Puls war weit runter gekommen. Also weiter Vollgas.

Vor mir eine Dame im roten Shirt, die mich zog und wir beide überholten unzählige Läufer. Da kann man sagen, was man will, das ist die perfekte Kombination, jemand, der einen zieht und Läufer die man überholt.

Tolle Stimmung aber, dann im Halbdunkeln in die Innenstadt einzulaufen. Vereinzeltes Publikum munterte einen auf und die tapferen Helfer reichten alle 2 Kilometer Getränke. Weiter Vollgas, nun machen wir die letzten Körner platt. Es wurde etwas langsamer bei mir, aber eine 2:10 Zeit war immer noch sehr gut machbar. Nur eines war klar: Wenn man die ganze Zeit schön am Wasser längs läuft, dann muss es irgendwann hoch gehen, wenn man etwas entfernt vom Wasser das Ziel hat. Meine Zugdame hatte ihrem Tempo Tribut gezollt und war stehen geblieben, normalerweise habe ich dann immer einen aufmunternden Spruch auf den Lippen und warte auf solche Leute auch mal ein paar Sekunden um selber die Zugmaschine zu spielen, aber heute war ich a. Egoist und b. hatte ich sie auch zu schnell aus den Augen verloren.

Der Berg kam und meine Körner waren weg. So ging der letzte Kilometer gut deutlich über 6:30 in die Bücher und ich schleppte mich durchs Ziel. Das wurde mit 2:09:20 durchquert und damit eine neue Halbmarathonbestzeit. Der Jubel im wieder stärker werdenden Regen war groß. Rostock hat eine sehr hübsche Medaille und eine noch hübschere Urkunde.

Nach einem kurzen Schnack mit @bluecher23 und @thomas2058 hieß es für uns auch: Dave is on the road again. Und in Regenschauern ging es wieder in unsere Hansestadt.

Fazit: Eine sehr nette Laufveranstaltung, die wider erwarten doch gut organisiert ist. Falls es in den vorherigen Jahren Mängel in der Organisation gegeben hat, dann sind diese abgestellt. Wer also mal zu einer sehr ungewöhnlichen Zeit laufen will, der kann dies dort machen. Letztendlich noch die Strecke auf gpsies.com

Und hier noch Bilder von einigen Helden und den Zuständen:

  One Response to “Rostock hat immer etwas abenteuerliches”

  1. Schöner, lesenswerter Bericht, danke für die Eindrücke. Da ich leider nicht mitlaufen konnte, freut es mich um so mehr, viel darüber lesen zu können.
    Glückwunsch zur neuen Bestzeit, und das unter diesen Bedingungen!

 Leave a Reply

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

(required)

(required)

Blue Captcha Image
Refresh

*