Aug 102011
 

Vorwort

Ich habe lange überlegt, ob ich das mache. Denn die Gefahr, dass man virales Marketing unterstützt und sich zum Büttel der Industrie macht ist, wenn man Produkttests und persönliche Meinungen über Produkte schreibt, immer gegeben. Daher vorab: Ich würde nie bei irgendwelchen Tests mitmachen, wo ich ein Produkt gestellt bekomme oder es vorab zum Test bekomme. Weiterhin würde ich mich nie bezahlen lassen, egal in welcher Form. Soviel Unabhängigkeit möchte ich mir bewahren. Das ist jetzt kein moralischer Anspruch, den ich an alle habe, sondern nur mein moralischer Anspruch an mich. Trotzdem halte ich Texte über einzelne Produkte für sinnvoll, weil ja Läufer auch im Internet nach so etwas suchen und dann  kann ihnen meine subjektive (!!!) Meinung auch weiterhelfen, so denke ich. Aber erwartet nun so etwas nicht in regelmäßigen Abständen im Blog.

Powerbar Fruitgel

Ich bete jetzt erstmal die Allgemeinplätze runter, weil sie in einen solchen Test einfach gehören: 1. Auf langen Strecken muss man sich irgendwann ernähren. Ernsthaft schafft man wahrscheinlich einen langsamen HM ohne, aber dann beachte man: 2. Man sollte im Wettkampf und insbesondere im Marathon nix machen, was man nicht vorher im Training ausprobiert hat. Das ist eine uralte Weisheit, die aber viele Leute nicht beachten. Ich nebenbei habe diesen Fehler auch mal gemacht. Daher trainiere ich eigentlich bei langen Läufen immer die Verpflegung und zwar zwischen KM 7,5 und 10 je nach Tagesform und dann alle 7,5 bis 10 km, je nach Tagesform. Nein, das ist nicht zwingend notwendig, ich würde es auch ohne schaffen, nur mein Magen sagt dann im Wettkampfstress gerne „Ne, das passt nun aber gar nicht.“ und dann wird der Marathonlauf nicht in Kilometern, sondern in Dixies abgemessen. Und glaubt mir, so ein Dixie bei KM 35, wenn man im hinteren Teil des Feldes unterwegs ist, das ist kein Spaß. 3. Ernährung ist etwas sehr individuelles. Selbst mein Schwesterherzchen und ich können nicht die gleichen Sachen ab. Aus meiner Sicht ist es deswegen zweitrangig, ob eine Zeitung oder ein vorlauter Blogger etwas empfiehlt, wichtig ist try and error und da können solche Artikel wie dieser hier nur Anhaltspunkte liefern.

So und ich benutze schon seit langem Power Bar Gels und kann die auch ab (am liebsten Lemon Lime und Strawberry Banana). Und letztens fällt mir das Power Bar Fruit Gel Mango Passionsfruit Guarana in die Hände. Ha, probier ich doch mal aus. Nährwerte sind grob die gleichen, wie bei den normalen Gels, so dass ich das letztens mal zu einem langen Lauf mitgenommen habe.

Der Test an sich hinterlies aber bei mir eher ein gespaltenen Eindruck. Mein Magen kann das ab und irgendeinen längeren Nachgeschmack (das habe ich bei einigen Sachen) hatte ich auch nicht. Insoweit ist das für die Verpflegung für mich geeignet.

Der Geschmack an sich ist für mich aber eher so naja. Und das obwohl ich die Kombination Mango/Passionsfrucht als Fruchtsaft eigentlich mag. Aber insgesamt ist mir das ein bisschen zu fruchtig und zu wenig auch normaler Mangogeschmack. Hinzu kam, dass mein Gehirn irgendwie keine klebrige Konsistenz erwartete, diese sich aber genau einstellte. Das ist aber eher eine Überraschung, die bei mehrmaligem Benutzen vielleicht weg geht. Eine Menge Flüssigkeit brauche ich sowieso immer bei solchem Zeug, das war hier nicht anders.

Fazit: Wer mit dem Geschmack klar kommt und sowieso Nutzer der normalen Gele ist, der wird wahrscheinlich auch mit diesem Zeug glücklich.