Aug 022011
 

Tschüß Harald!

Der FC St. Pauli ist nicht mehr der gleiche Fußballverein.

Er muss seine weitere Geschichte ohne Harald Stender bestreiten und Harald hinterlässt eine Lücke, die wahrscheinlich niemand schließen kann. Harald Stender ist am 01.08.11 verstorben. Und ich bin aufrichtig traurig.

Wie wahrscheinlich die meisten Fans der Neuzeit habe ich die Wunderelf nicht gesehen, kann zu Haralds sportlichen Leistungen nichts sagen und ich behaupte auch, dass diese für sein Ansehen im Verein eher zweitrangig sind. In die Jahrhundertelf ist er wahrscheinlich eher gewählt worden, weil er „eine Seele von Mensch“ war.

Ich habe Harald kennen gelernt als St. Paulianer, der sich im Ehrenrat engagierte und dort in turbulentesten Zeiten versuchte die Wogen zu glätten, zu schlichten und Brücken zu bauen. Dem die Einheit, die Geschlossenheit und das Wohlergehen des Vereines immer am wichtigsten war. Harald konnte man ebenso im Alten Stamm schnacken sehen, wie vor Spielen mit jungen Ultras. Er zog keine Gräben, wichtig war ihm, dass die Leute ein braun-weißes Herz hatten. Mit ihm ist eines der schönsten und besten Fotos aus einem Merchkatalog entstanden, wo man zwei alten Herren ansehen konnte, wie stolz sie auf ihren Verein sind.  Er wurde von jedem geschätzt und von jedem hoch angesehen. Und dies vollkommen zu Recht.

Harald, ich hoffe du und dein Kumpels aus der Wunderelf und aus diesen 78 Jahren FC St. Pauli spielen nun in der verstorbenen Liga um den Titel mit und gewinnen ihn endlich auch mal. Du hast es verdient.

Im kleinen Kreise habe ich immer gesagt, dass Harald Stender der einzige Mensch ist, für den ich die Adresse „Heiligengeistfeld“ aufgeben würde und ich rege bereits jetzt an, dass der Verein sich dafür einsetzt, den Südkurvenvorplatz in Harald-Stender-Platz umzubenennen und ihn so ewig in der Adresse zu führen. Als Leitbild für alle zukünftigen Generationen.

Mach es gut Harald, wir werden dich vermissen.