Jul 082011
 

oder

Das meinen die nicht ernst, oder?

Gestern Abend sah sich das Kartencenter gezwungen eine Klarstellung zur Verwendung der Daten auf der offiziellen Homepage zu veröffentlichen. Und als ich die las, hatte sie wenigstens einen Effekt. Ich hatte wieder Adrenalin und damit Wachheit im Blut. Nur warum muss das immer wieder aufgrund von Ärger über meinen Verein sein.

Denn was da formuliert wird, ist mehr als unglücklich und man fragt sich, ob der Verein sich eigentlich juristisch beraten lässt und wenn ja, wer diese Beratung vornimmt. Wenn man sich in einem solchen Bereich widerspricht und unklare Formulierungen verwendet, dann schürt man Misstrauen und macht sich schwer unglaubwürdig. Das darf in einem Vertrauensverhältnis (und nix anderes ist die Hergabe von Daten) nicht passieren. Ich will nur kurz zwei Beispiel nennen:

1. Weitergabe an Dritte

In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Vereines steht folgendes: „10.2 Der FC St. Pauli ist berechtigt, die durch den Kunden mitgeteilten personenbezogenen Daten an Dritte zu übermitteln, die der Veranstalter mit der Durchführung des Vertrages beauftragt hat, soweit dies zur Vertragserfüllung erforderlich ist. Dies schließt das Recht zur Bonitätsprüfung ein. Der Vertragspartner erklärt sich durch den Abschluss des Vertrages mit einer solchen Bonitätsprüfung einverstanden.

Mal ab von der Frage, warum sich der Verein eine Bonitätsprüfung da reinschreiben lässt, ist das eine übliche Klausel, die zwar nervig ist, aber bei mir nun nicht sofort die Alarmglocken angehen lässt. Nur diese Klausel ist auch Bestandteil eines Vertrages zwischen Kartenkunde und Verein. Im Zweifelsfall würde diese gelten und keine andere einseitige Erklärung des Vereines. Daher muss man sich fragen, warum nun folgendes erklärt wird:

„Im erforderlichen Umfang können Dritte beauftragt werden, dem FC St. Pauli bei der Durchführung des Vertrages, soweit dies zur Vertragserfüllung erforderlich ist, zu helfen. Die Hoheit und der Zugang zu Daten obliegt dabei allein dem FC St. Pauli“

Richtig, der Unterschied ist minimal, aber doch da, denn in den AGB ist ein Zugriff eines Dritten auf die Daten geregelt, hier wird behauptet, der Zugag obliege alleine dem FC St. Pauli. Warum leugnet man eine Regelung, die man gerade an alle Dauerkartenkunden aufwendig verschickt hat? Zusätzlich könnte man sich fragen, was denn mit FC St. Pauli gemeint ist? Nur der e.V. oder auch eventuelle Tochtergesellschaften? So etwas muss in einem solchen Bereich klar definiert werden!

Okay, wäre jetzt alles noch nicht so schlimm, dass ich da drüber ausser der Reihe schreiben würde, der Kopf näherte sich aber sehr schnell dem Schreibtisch und schlug mehrfach darauf auf, als folgendes zu lesen war:

2. Grundsätzlich?

„Abschließend sei erwähnt, dass sich der Verein grundsätzlich an die gesetzlich vorgegebenen Datenschutzbestimmungen hält.“

Okay, das ist eine Formulierung, die einem einfach nur die Kinnlade offen stehen lässt. Warum? Naja erstmal sind die Datenschutzbestimmungen zwingend, insofern ist es gar keine Frage, dass sich der Verein (!!!! die Tochtergesellschaften nicht?) daran hält. Nur da ist das unscheinbare Wort „grundsätzlich“ drin. Und für einen Juristen (und dieser Text ist wohl oder übel einer mit einem juristischen Inhalt) ist das eine Relativierung im Sinne von „Regel und Ausnahmeverhältnis“. Der Verein (wer das auch immer ist) behält sich also vor in einer wie auch immer zu definierenden Ausnahme gegen zwingendes Recht zu verstoßen?

Yeah, endlich sind wir mal non established!

Nein, seien wir ehrlich: So wird es nicht gemeint sein, aber der Eindruck, dass hier unbedacht, unberaten und unprofessionell nach außen agiert wird, der bleibt. Und wenn mit so etwas sensiblen wie Daten umgegangen wird, dann will ich Profis, dann will ich professionelles Verhalten und dann will ich klare, überdachte und sichere Formulierungen. Und nicht so etwas.

Kein Datenskandal, aber erneut Zweifel. Zweifel, die auch meine Meinung zu elektronischen Einlasskontrollen und der erhöhten Sammlung von Daten beeinflussen.

Jul 072011
 

oder

… und dann würden wir es nicht für seine Desorganisation lieben

Präskriptum

Liebe Leser, eine mir bekannte Twitterin hat heute Namenstag und ihr Name bedeutet soviel wie „die Widerspenstige“. Hätte FC St. Pauli ein eigenen Namenstag, dann würde dieser Name für „Chaos“ stehen. Bevor nun die Kommentarspalte genommen wird: Paulus heißt lateinisch „klein“ oder „gering“. Aber klein würde ich das Chaos nicht nennen.

St. Pauli in St. Lorenz

Wir müssen also nun ein Heimspiel in St. Lorenz austragen und dies gegen Ingolstadt. Am ersten Tag des Verkaufes der Karten kommt es zu riesigen Schlangen und auch als ich Dienstag meine Karte abhole, ist da eigentlich regelmäßiger Betrieb. Umso mehr verwundert folgende Mitteilung, die am Mittwoch Abend auf der Homepage erscheint: „Bisher sind etwa 3.500 Karten verkauft. Ab Donnerstag den 07.07.2011 wird das Vorkaufsrecht auf Mitglieder erweitert.“

Wahrscheinlichere Interpretation: Man hat sich verschrieben und es sind noch 3.500 Karten verfügbar.

Unwahrscheinliche Interpretation: Das stimmt. Dann würde nur ungefähr jeder 4. Dauerkartenbesitzer nach Lübeck fahren. Dies wäre erstmal ganz schön peinlich. Es würde aber auch die Frage aufwerfen, warum es dann zu dreistündigen Wartezeiten am ersten Tag kam, denn 3.600 Tickets in drei Tagen sind doch nicht wirklich viel. Rechnet man noch 1.000 Onlineticketholer ab und denkt, dass vielleicht 1.500 am ersten Tag über den Schalter verkauft wurden, muss man sich dann doch fragen, warum das nicht schneller geht.

Was mich aber erstaunte: Da macht man Barcodes auf die Tickets, aber für einen Scanner bei den Kassen reicht es nicht. Das Kassenpersonal muss jede einzelne Karte einzeln per Hand in das System eingeben. Da fragt man sich dann doch, warum man an diesem Ende spart.

Ich zitiere dann die Mitteilung vom 30.06.11: „Für die Lebenslangen Dauerkartenbesitzer sind Karten reserviert. Diese können bis zum Sonnabend, den 09.Juli am Schalter des Kartencenters während der Öffnungszeiten abgeholt werden. Die Karte ist grundsätzlich kostenfrei. Da der Verein mit einem hohen sechsstelligen Verlust rechnet, wird es aber jedem freigestellt seine Karte regulär zu bezahlen.“ Zitat Ende. Ich war nun so nett/doof/treu/bescheuert zahlen zu wollen. Information des Mitarbeiters „Das geht nicht. Ich kann das nicht buchen, wenn ich die Karte eingebe, gibt er mir eine umsonst Karte raus.“ Nun weiß ich nicht, ob das stimmt oder ob der Mitarbeiter schlecht informiert war. Aber ganz ehrlich: Wenn man so etwas in eine Mitteilung schreibt, dann muss das auch schnell, unproblematisch und in einer hektischen Situation einfach zu vollziehen sein. So kann man nur sagen: „Wer nicht will, der hat schon.“

Es passt ins Bild, dass man bisher keine Informationen herausgegeben hat, was für Karten es neben den Dauerkarten geben wird und wie und wann. Ich kann mir immer nicht vorstellen, dass dies so schwierig ist. Die Leute lechzen doch nach Saisonpaketen und Einzelkarten, der Spielplan steht auch schon länger, da kann man doch mal Infos rausgeben. Und man muss Infos nicht immer einen Tag bevor es los geht raushauen. Das geht auch früher.

St. Pauli in Berlin

Währenddessen macht sich unser Kleidervermarkter und Inhaber unserer Modemarken auf den Weg in die Hauptstadt um bei der „Bright Tradeshow“ mitzumachen. Ich hatte euch ja schon im letzten Artikel mich über die Internetpräsenz lustig gemacht, aber ich zitiere jetzt die auf der Seite befindlichen FAQ: „Die Bright Tradeshow hat sich zu einem festen Venue für Streetwear, Sneaker, Fashion und Boardsport in Europa entwickelt. Treibende Kraft und Bindeglied der verschiedenen Elemente ist Skateboarding, dessen Einflüsse das Bild und den authentischen Charakter der einzelnen Segmente stark prägen. Die Bright bietet den unterschiedlichsten Brands eine Produktbezogene Möglichkeit sich zu präsentieren, ihr einmaliges Konzept gewährleistet ein Maximum an Image und Identität.“

Und nun stelle ich euch folgende Frage: WAS ZUM TEUFEL VERFICKT NOCH MAL SUCHT DORT EIN FUSSBALLVEREIN BZW. SEIN VERMARKTER?

Mal ganz ehrlich: Es geht mir nicht darum, ob es sich finanziell lohnt oder nicht. Das kann und will ich nicht beurteilen. Es geht um Imagetransfer und der ist immer beidseitig. Und ein cooles Venue für Fashion und Broadsport (wasissndas?) in Europa (erstaunlich, dass da nicht Europe steht, oder?) ist ein Imagetransfer, den ich einfach Scheiße finde. Mal ganz davon ab, dass man dem Vorurteil, es würde sich um ein Modelabel mit dem Nebenbetrieb Fußball handeln noch Vorschub leistet. Das ist ein ganz schön bitterer Imagetransfer, der aus meiner Sicht auf Dauer auch schädlich ist. Denn cool wird auch uncool. Und non established ist das auch nicht.

Sorry, ich weiß dass bei unserem Textilvermarkter echt coole Leute arbeiten mit denen man echt super zusammenarbeiten kann, die auch echt gut drauf sind, aber das Teil ist ein Griff ins Klo. Nebenbei: Man kann immer viel darüber motzen, dass unsere Vermarktungsrechte so einem bescheuerten französischem Konzern gehören, der sonst nur Dreck produziert, aber als aktiver Fan kann man mit den handelnden Personen wenigstens problemlos zusammenarbeiten und alles klappt.

Jul 072011
 

oder

Als Gag vorab

Ich denke gerade so über einen neuen Artikel nach und wollte u.a. auch über die Teilnahme unseres T-Shirtverkaufspartners an einer Modeveranstaltung berichten. Denk ich „Guck dir wenigstens mal die Website an, bevor du motzt“. Hier also die Website in zwei Screenshots:

1. Screenshot, die englische Version der Seite:

2. Screenshot die deutsche Version

(Ach ja, wer den Unterschied nicht sofort erkennt: Unten in grau steht einmal „German“ und einmal „English“ das ist die jeweilige Verlinkung zu der anderen Sprache. Und der eine Fließtext beinhaltet ein paar deutsche Worte.)

Jul 032011
 

oder

Hella Halbmarathon Hamburg 2011

Vorwort

Liebe Leser, zur Zeit kocht dieser Blog vor Updates. So kann und darf das nicht weiter gehen, aber zur Zeit habe ich einfach Bock viel zu schreiben. Mein Schwesterherzchen bastelt auch gerade an ihrem eigenen Blog und daher schon mal eine pauschale Empfehlung für www.sielaeuft.de auch wenn da noch nix drauf steht. Aber wird schon die übliche rotzige Art meiner Schwester werden. Wie immer. Also: Twitterfolgen und Facebookliken schon einmal

Bestzeit beinah

Der Hella Halbmarathon (komischerweise nennt man hier wie selbstverständlich den Sponsorennamen) ist die größte Halbmarathon Veranstaltung in Hamburg. So grob 6.000 Teilnehmer laufen oder skaten den Halbmarathon. Davon sind die ganz überwiegende Zahl Läufer, denn Skater kamen gerade einmal 237 ins Ziel. Läufer immerhin 4291. Für mich immer noch die bessere Zahl, als die Zahl der Anmelder. Also insgesamt etwas über 4.500 Finisher. Wenn man bedenkt, dass sonst kein Halbmarathon in Hamburg viel mehr als 500 Finisher hat, dann ist das schon ein großer Lauf. Der zweitgrößte ist dann schon der Heldenlauf, der leider dieses Jahr ohne mich stattfindet.

Das Wetter sah ja nicht wirklich vielversprechend aus und daher twitterte ich die Überschrift dieses Artikels. Aber oh Wunder, es blieb während des gesamten Laufes trocken. Ein zwei Tropfen waren alles, was fiel. Ich hatte mich langärmlig angezogen, was im Nachhinein ein Fehler war, denn dann so wurde es zu warm. Daher musste ich nach 12 Km auf den sexy-um-den-Bauch-knoten Look wechseln, etwas was ich eigentlich immer vermeiden will.

Neben uns machte sich das Skateteam Ahrensburg bereit und es ist schon spannend, was für unterschiedliche Rollen die unter ihre Skates schnallen. Einige 5, andere 4 Rollen, einige die zweite Rolle etwas kleiner, weil dort das Gewicht am stärksten lagert (so die Auskunft). Wir lernten auch, dass die Regenrollen haben, die einen ganz anderen Grip haben. Okay, die Formel 1 Vergleiche enden hier, denn auch die Regenrollen sehen aus wie Slicks.

Gestartet wird auf der Reeperbahn und so traurig es ist, da wird man zum Teil des Problems. Denn eigentlich ist so eine Laufveranstaltung für Anwohner nicht wirklich störend, denn außer ein paar Wildpinklern (Tztztz) ist Laufen eigentlich eine ruhige Sportart. Wenn man aber natürlich Sambagruppen und Lautsprecher aufstellt, dann ist sie wieder da, die dauernde Lärmbeschallung des Kiezes und anschließender Straßen. Und das genau einen Tag nach dem schlimmsten Event, was auf St. Pauli stattfindet, nämlich dem Schlagermove.

In der Startaufstellung noch kurz mit einigen Trias geschnackt, aber sonst leider keinen der St. Pauli Laufgruppe. Nun ging es aber los und die wilde Hatz begann.

Von der Reeperbahn geht es dann in Richtung Rathaus Altona, die Königstraße hoch, was sprichwörtlich zu verstehen ist, denn es ist eine Steigung. Mein Ziel war so grob den Lauf in einer 6:30er Pace (Zeit pro Kilometer, um mal Läufersprech zu erklären) zu absolvieren. Kilometer 1 wurde also in einer 6:24 Pace absolviert, KM 2 (die Königstraße hoch) in einer 6:48er Pace, wobei da auch eine kleine Buschpause (sorry) einzurechnen ist. Beim Altonaer Rathaus geht es dann hart links ab auf die Max-Brauer Allee und gleich noch mal links ab auf die Palmaille. Und nun geht es bis Höhe Altonaer Fischmarkt eigentlich nur bergab. Mein Puls war noch ziemlich im grünen Bereich und daher hatte ich nun eine Entscheidung zu treffen, Gas geben und versuchen hier eine Zeit rauszuholen oder locker zu Ende laufen? Ich entschied mich für Gas geben. Kilometer 3 und 4 also in 6:08 und 6:09er Pace. Ich schreibe hier bewusst die Pace, da die ausgeschilderten Kilometer dann doch mal 1,10 oder auch nur 0,95 Kilometer lang sind, so dass die Zeit an sich irreführend wäre.

An der Hafenstraße dann die erste Verpflegung und eine giftige Steigung. Wer glaubt, dass Hamburg flach ist, der kann gerne mal in unserer Stadt Läufe mitmachen. Sofort, wenn man an den Flüssen ist, dann geht es von ihnen weg doch in ordentlichen Steigungen weg. Eine davon nennt man Helgoländer Allee. Unter der Schreiber Brücke (was für ein ekelhafter, menschenverachtender Kerl. Peinlich, dass der nicht von seiner eigenen Partei vom Hof gejagt wird. Gut, dass niemand auf die Idee gekommen ist, den als Bürgermeisterkandidat aufzustellen.) durch und in Richtung Millerntorplatz. Zum ersten Mal kommt der Puls richtig hoch und ich war bei einer Pace von 6:32. Insgesamt immer noch alles im grünen Bereich, auch wenn ich den Anstieg schon in den Beinen merkte. Pack ich das? Langsamer laufen? Das muss man jetzt entscheiden, denn wenn man einmal nicht mehr kann, dann bricht man komplett ein. Ach egal, Zielschluss nach 3 Stunden, dann gehe ich eben ein.

Reeperbahn, Königstraße, Palmaille, kennen wir schon. Unterbrochen wurde die Hatz von einem kleinen Plausch mit @ottoerich, der am Rand stand. Denn bei aller Zeithatz, wenn ich keine Zeit mehr für einen Schnack mit Bekannten habe, dann ist was falsch. Das soll ja immer noch Spaß machen.

Leider fand ich so richtig niemanden zum schnacken, so ging also relativ alleine weiter. Jetzt den Baumwall hoch und ich hielt die Pace bei 6:20, 6:13, 6:23. Alles im grünen Bereich. Bei den Mühren, Willy-Brandt-Straße heißen die Straßen, aber im Endeffekt ist das ein Straßenzug unten am Hafen, dann geht es Richtung Hauptbahnhof und damit ordentlich bergauf auf eine Brücke und dann in den Wallringtunnel. Wem die Streckenführung nebenbei bekannt vor kommt. Soweit ist sie dem Marathon in Hamburg relativ ähnlich. Man läuft nicht ganz so weit nach Altona, aber sonst ist es sehr ähnlich. Auch der Wallringtunnel ist ähnlich. Der Marathon umläuft dann aber noch die Binnenalster, was der Halbmarathon nicht macht. Er läuft die Kennedybrücke einmal rauf und einmal runter.

Ich mag den Wallringtunnel nicht wirklich. Ich finde die Luft in Ihm nicht wirklich gut. Aber immer wieder lustig, was die Garmin draus macht, denn im Tunnel hat die logischerweise keinen Empfang. Und nach dem Tunnel will sie die gelaufene Strecke wieder aufholen und so hatte ich kurze Zeit mal eine Pace von 1:30. Das könnte ich in echt nicht mal zwei Meter laufen.

An der Wende sind es noch grob 7 KM und nun hatte ich mich entschieden, mich komplett auf zu machen. Folge am Nachmittag: Fetter Krampf und eine Absage eines Termines (sorry), aber gut, dass ist dann auch mal so. Nix schlimmes, spätestens Montag ist das wieder weg.

Aber nun drehen wir erstmal frei am Atlantik vorbei. Hier habe ich im Marathon aufgegeben, so dass kurzfristig sich mal schlechte Gedanken in mir breit machten, schnell verscheucht, an andere schöne Dinge gedacht und von den Händen ab alles locker gemacht. Die Pace schwankte immer noch so um die 6:20, mal schneller, mal langsamer. Nun enden auch die Parallelen zum Marathon, denn der würde nun in Richtung Ohlsdorf laufen, wir laufen nun aber die Schöne Aussicht und dann die Sierichstraße (die da noch nicht so heißt) lang. Und laufen an einem riesigen Ärgernis vorbei, denn die Burschenschaft Germania schenkte Bier aus. Ärgernis, warum? Ich nehm kein Bier von Nazis. Und der Mitläufer, der neben mir eines nahm (auch weil er nicht gesehen hatte, was für Wichser da Bier ausschenken) stimmte mir zu, als ich ihm das genau sagte. Mensch, ich hätte wahrscheinlich einfach den Tisch umschmeissen sollen oder denen sagen sollen, was für Penner sie sind, aber für einen Zwischenspurt war ich leider zu fertig.

Über die Maria Louisen und die Agnesstraße geht es noch einmal runter an die Alster und dann kam der Anstieg, der mir einen Endspurt verwehrte. Denn man muss dann mit dem Harvestehuder Weg und der Abteistraße hoch zur Rothenbaumchaussee. Und das war gelinde gesagt mein Tod. Die letzten 500m hatte ich keine Reserven mehr und so konnte ich hier leider keinen Endspurt mehr ansetzen. Eine 6:40 auf dem letzten vollen KM dokumentiert dies vollkommen.

Bei netto 2:16:00 blieb die Uhr stehen, eine Zeit, die für meine Verhältnisse sehr gut ist und die sich bei mir in die schnellen Halbmarathone einreiht. Ein Vergleich ist etwas schwierig, denn der Lauf durch’s schöne Alstertal und auch der Kieler Halbmarathon sind traditionell etwas zu kurz. Und beim Insellauf war ich langsamer. Meinem Traumziel, einen Halbmarathon mal in einer 6:00 Pace zu laufen, bin ich noch 10 Minuten entfernt und auch im Familienduell fehlen mir gut 14 Minuten, aber ich weiß nicht, ob ich die noch aufhole.

Jubel, viel Wasser und andere Getränke in mich reingeballert und Zeit für eine allgemeine Veranstaltungsbewertung:

Malerischer kann man in Hamburg nicht laufen, wenn man denn einen Straßenlauf organisiert. Für einen Lauf, der kein Marathon ist, hat die Veranstaltung relativ viele Zuschauer. Die Organisation lässt eigentlich keinen Punkt offen, alles geht schnell und problemlos und selbst die Schlangen vor den Dixies (die super sauber waren) sind erträglich, weil genug da sind. Am Ende versucht man Fahrzeuge durchzulassen, um die Sperrungen erträglich zu halten, aber das ist auch okay. Das kann man alles irgendwie mit Rücksichtnahme organisieren. Bei der Kleiderrückgabe soll es noch ein bisschen chaotisch gewesen sein, aber davon habe ich nix mitbekommen. Auch der riesige Stau direkt nach dem Ziel war dieses Jahr aufgelöst, weil man die Medaillenausgabe hinter die Getränke gelegt hatte.

Das Wetter war so dann doch relativ perfekt und so liefen viele Teilnehmer klasse Zeiten. Der Lauf an sich ist in Hamburg einer der einfacheren Halbmarathone, als ganz einfach würde ich die Strecke aufgrund ihrer Wellen aber nicht einordnen.

Und wie immer: Die Strecke bei GPSies.

Und zu Guter letzt: So sehen Finisher aus:

Hunger nach Erfolg

Jul 012011
 

oder

Warum Sex kein Thema sein sollte; zumindest nicht so.

Vorwort

Liebe Leser, es gibt Texte, die fallen einem leicht und es gibt Texte, die fallen einem schwer. Dieser hier fällt unter die letztere Kategorie. Denn sich sinnvoll mit Sexualität und auch Homosexualität auseinanderzusetzen, wenn man der heterosexuellen männlichen Dominanzgesellschaft (so ähnlich würde es jetzt wahrscheinlich ein sehr geschätzter Blogkollege ausdrücken) angehört, ist per se und insbesondere für mich schwierig. Und dies merkt man dann wahrscheinlich auch. Jedoch: Mich nervt, dass das Thema immer bei weiblichen Sportereignissen hoch kocht und auch die Art, wie es hochkocht. Ihr werdet sehen, dass ich viele Fragen formuliere, daher ist das ausdrücklich ein Diskussionsbeitrag, denn auch ich bin garantiert nicht frei von Fehlannahmen, unbewussten Prägungen und Fragen.-

Und?

Beim Sport geht eigentlich um Wettkampf im besten Sinne des Wortes, um höher, schneller, weiter. (Klar, auch da sind Sachen, die bedenklich sind im Sport, aber das blenden wir jetzt mal aus.) Trotzdem garniert man Sport immer wieder mit Bildern des jeweiligen (meistens weiblichen) Lebensabschnittspartner oder Frau oder Geliebte oder was auch immer, ohne Sexualität wirklich zum Thema zu machen. Eine heterosexuelle Beziehung wird für einen (männlichen) Sportler de facto als normal (Unwort, aber dazu später mehr) unterstellt und der Öffentlichkeit so vorgeführt. Niemand würde ein Bild der Freundin von Schweini mit „Schweini ist nebenbei bekennender Heterosexueller“ kommentieren.

Und dann kommt die Frauen-WM, und Sexualität und insbesondere Homosexualität ist plötzlich das riesige Thema. Jede Zeitung schreibt über Homosexualität im Frauensport, und das meiste klingt für mich gekrampft aufklärerisch und/oder wie die Ausstellung eines Zootieres. Plötzlich sammeln sich in der Mailinggruppe einer Fanorganisation, der ich angehöre, Journalistenanfragen über Homosexualität, und wie man das denn „als Fan“ (nicht als Mensch?) finde. Was bitte soll man darauf inhaltlich wirklich ernsthaft antworten? Ein „mir doch egal“ klingt abgedroschen (und ist auch gefährlich, siehe dazu später) und macht Homosexualität als „unnormal“ zum Thema(vielleicht sieht man bereits jetzt, warum „normal“ ein Unwort ist). Komischerweise fragt niemand eine Fanorganisation, wie sie eigentlich die Heterosexualität von Sportlern findet (wäre „ekelhaft“ eine angemessene Antwort?).

Insgesamt ist das Ganze so ein bisschen eine Zooausstellung, sei es nun das Abfilmen von Spielerfrauen (wie weit wir nebenbei von wirklicher Emanzipation teilweise entfernt sind zeigt sich daran, dass a. Frauen darauf reduziert werden und sich b. darauf reduzieren lassen) oder eben diese plötzliche Berichterstattung. Mensch, die sollen Fußball spielen, Rennen fahren, was auch immer, und ich will weder die Freundin sehen noch den Freund noch will ich das überhaupt wissen! Was zwischen Menschen passiert, sollte zwischen den Beteiligten bleiben. Und es gehört nicht in eine Sportberichterstattung (!), in eine gesellschaftliche Betrachtung schon viel mehr und in eine Gesellschaftsdiskussion schon. Nun kann man den Sport natürlich nicht von der Gesellschaft lösen, aber So würde ich grundsätzlich mir eine Sportberichterstattung mir wünschen, .

Exkurs: Ja „normal“ ist hier ein extremes Unwort. Denn dazu gehört „unnormal“, und wer da keine Herabwertung sieht, der ist schon sehr, sehr unsensibel. Und das ist noch sehr freundlich ausgedrückt. Ich höre schon den Einwand der mehrheitlich heterosexuellen Gesellschaft. Nun ja, aber ist die denn so homogen wie heterosexuell? Was ist denn „normaler“ heterosexueller Sex? Der zur Fortpflanzung (rufen Sie bitte jetzt im Vatikan oder bei anderen religösen Sexualmoralisten )? Licht aus? Nur verheiratet? Nur zu zweit? Nur Mann und Frau? Blasen noch normal? (Fragt erneut mal im Vatikan oder ähnlichem nach, oder im Oral Office; okay, Flachwitz) Und so weiter und so fort. Es gibt so viele Spielarten, so viele Gelüste, und ich weigere mich absolut, eines davon als „normal“, als „Norm“, selbst als „Mehrheit“ hinzustellen, weil allein schon die Heterosexualität in viele einzelne Arten zerfällt. Das Konzept des „safe, sane, consensual“ mag extrem unscharf sein, mag aus einer Spielart des Zusammenlebens zweier Menschen stammen, ist aber schon eine gute grobe Grenze für das sexuelle Zusammenleben von zwei (oder mehreren?) Menschen. Ich spare mir jetzt eine Erörterung, das ist ja hier ein Fußballblog, kein Sexualratgeber (den ich auch nicht schreiben könnte)…

Unsere Gesellschaft ist jedoch weit davon entfernt, so zu denken. Zwei Männer/Frauen, die sich gleichgeschlechtlich in der Öffentlichkeit küssen? Aufregung. Oder etwa nicht? Fast jeder guckt so einem Paar hinterher, wenn es händchenhaltend durch die Gegend geht. Kann ich mich wahrscheinlich nicht einmal von ausnehmen. Ich finde es dann aber doch immer amüsant, wenn Homosexuellen vorgeworfen wird, sie würden mit ihrer Homosexualität hausieren gehen. Tun die Heterosexuellen (unbewusst vielleicht) doch jeden Tag. Exkurs Ende

Und dies alles gesagt, fragt man sich: Warum wird jetzt, hier und so das ganze zum Thema gemacht? Warum sonst nicht? Aber wahrscheinlich ist da etwas anderes bei der heterosexuellen männlichen Gesellschaft das Thema: Frauen werden über Aussehen, über „sieht die geil aus, die will ich aber…“ vermarktet. Und da stört die nicht verfügbare Frau. Oder um in der oben benutzen Sprache zu bleiben: Sie stört das „ich kann sie alle haben“ denken breiter Teile der männlichen Dominanzgesellschaft. Ja, das klingt jetzt hart, aber seien wir ehrlich: So tickt die Gesellschaft immer noch.

Ändern wir es zumindest in unserem Bereich, gucken wir einfach guten (oder schlechten) Sport. Hätte mein Fazit eigentlich lauten sollen, aber seien wir ehrlich: Das ist gefährlich. Denn es beinhaltet ein „rede nicht drüber und alles ist gut“ ebenso wie es ein „die Dominanzgesellschaft drückt ihre Inhalte durch und über den Rest reden wir nicht“ beinhaltet. Daher muss man drüber reden, reden wie sich die Gesellschaft verändert, damit man eine wirkliche Gleichanerkennung hat. Und man muss über Diskriminierung reden. Über die offene (Nigerias Trainerin sei hier nur als Beispiel (!) genannt), aber auch über die versteckte („Frauenfußball muss weg vom Lesbenimage“ Ja, warum denn? Ist ein „Lesbenimage“ etwas schlechtes? Was ist das eigentlich? Reduktion des Menschens auf seine Sexualität. Hurra, siehe oben. Nebenbei ist der DFB gerade in diesem Bereich ganz groß engagiert, was einfach nur zum kotzen ist.) Wie man drüber reden soll? Weiß ich nicht, aber ich weiß, dass es mir so nicht gefällt.

(Mit ausdrücklichen Dank an alle Leute, die diesen Text vorher gesehen haben und ganz viele Anmerkungen mir geliefert haben.)

Jul 012011
 

Wie jedes Jahr stand auch dieses Jahr, wieder das Fotoshooting an. Ich hatte diesmal Zeit und daher konnte ich auch ein paar Fotos machen. Dazu ein paar Anmerkungen, bevor ihr die Verlinkung bekommt:

1. Unkommerzielle Blogs mit Bezug zum FC St. Pauli können die Fotos gerne bei entsprechender Quellenangabe (magischerfc.de) für sich verwenden. Einer weiteren Nachfrage bedarf es nicht.

2. Jegliche andere Verwendung (und damit ist auch ausdrücklich Facebook etc. gemeint) bedarf meiner vorherigen schriftlichen Zustimmung.

3. Die Schreibweisen der Namen sind nach bestem Wissen und Gewissen. Als Vorlage diente eine Pressemitteilung des FC von gestern 23:08. Trotzdem natürlich alles ohne Gewähr und sollte sich ein Spieler falsch geschrieben entdecken: Sorry!

4. Ich hatte am Tag des Shootings im Zuge der Google+ Debatte getwittert, dass ich Gröni bei der Arbeit fotografieren will. Ihr seht also auch, wie der hochgeschätzte Kollege und Fotograf meines Titels an die Arbeit geht. Das ist schon ein bisschen was anderes, als ich das mache, daher hat er garantiert irgendwann Bombenfotos in seinem Blog.(Ein Blick in seinen Blog sagt: hat er schon)

5. Wie eigentlich bei allen Menschen gibt es auch unter Fußballprofis Leute, die ein Anknipslächeln haben (Ebbers, Meggle), Leute, die unbedingt ernst gucken müssen (Naki, Herber, gerne mal jüngere Spieler) und Leuten, denen man anmerkt, dass sie andere Dinge lieber machen.  Trotzdem herrschte eine sehr ungezwungene Atmosphäre und die Spieler waren eigentlich sehr geduldig, dafür, dass das auch kalt ist in Trikot und Hose auf so einem Rasen zu stehen. Ralle meinte so schön „Norbert, du hast doch schon so viele Fotos von mir.“ Stimmt und irgendwann mache ich mir auch mal den Spaß von ihm und von Fabio Fotos aus all den Jahren zu sammeln.

 

Hier also nun der Link zu den Fotos:

 

Habt Spaß damit