Jul 072011
 

oder

… und dann würden wir es nicht für seine Desorganisation lieben

Präskriptum

Liebe Leser, eine mir bekannte Twitterin hat heute Namenstag und ihr Name bedeutet soviel wie „die Widerspenstige“. Hätte FC St. Pauli ein eigenen Namenstag, dann würde dieser Name für „Chaos“ stehen. Bevor nun die Kommentarspalte genommen wird: Paulus heißt lateinisch „klein“ oder „gering“. Aber klein würde ich das Chaos nicht nennen.

St. Pauli in St. Lorenz

Wir müssen also nun ein Heimspiel in St. Lorenz austragen und dies gegen Ingolstadt. Am ersten Tag des Verkaufes der Karten kommt es zu riesigen Schlangen und auch als ich Dienstag meine Karte abhole, ist da eigentlich regelmäßiger Betrieb. Umso mehr verwundert folgende Mitteilung, die am Mittwoch Abend auf der Homepage erscheint: „Bisher sind etwa 3.500 Karten verkauft. Ab Donnerstag den 07.07.2011 wird das Vorkaufsrecht auf Mitglieder erweitert.“

Wahrscheinlichere Interpretation: Man hat sich verschrieben und es sind noch 3.500 Karten verfügbar.

Unwahrscheinliche Interpretation: Das stimmt. Dann würde nur ungefähr jeder 4. Dauerkartenbesitzer nach Lübeck fahren. Dies wäre erstmal ganz schön peinlich. Es würde aber auch die Frage aufwerfen, warum es dann zu dreistündigen Wartezeiten am ersten Tag kam, denn 3.600 Tickets in drei Tagen sind doch nicht wirklich viel. Rechnet man noch 1.000 Onlineticketholer ab und denkt, dass vielleicht 1.500 am ersten Tag über den Schalter verkauft wurden, muss man sich dann doch fragen, warum das nicht schneller geht.

Was mich aber erstaunte: Da macht man Barcodes auf die Tickets, aber für einen Scanner bei den Kassen reicht es nicht. Das Kassenpersonal muss jede einzelne Karte einzeln per Hand in das System eingeben. Da fragt man sich dann doch, warum man an diesem Ende spart.

Ich zitiere dann die Mitteilung vom 30.06.11: „Für die Lebenslangen Dauerkartenbesitzer sind Karten reserviert. Diese können bis zum Sonnabend, den 09.Juli am Schalter des Kartencenters während der Öffnungszeiten abgeholt werden. Die Karte ist grundsätzlich kostenfrei. Da der Verein mit einem hohen sechsstelligen Verlust rechnet, wird es aber jedem freigestellt seine Karte regulär zu bezahlen.“ Zitat Ende. Ich war nun so nett/doof/treu/bescheuert zahlen zu wollen. Information des Mitarbeiters „Das geht nicht. Ich kann das nicht buchen, wenn ich die Karte eingebe, gibt er mir eine umsonst Karte raus.“ Nun weiß ich nicht, ob das stimmt oder ob der Mitarbeiter schlecht informiert war. Aber ganz ehrlich: Wenn man so etwas in eine Mitteilung schreibt, dann muss das auch schnell, unproblematisch und in einer hektischen Situation einfach zu vollziehen sein. So kann man nur sagen: „Wer nicht will, der hat schon.“

Es passt ins Bild, dass man bisher keine Informationen herausgegeben hat, was für Karten es neben den Dauerkarten geben wird und wie und wann. Ich kann mir immer nicht vorstellen, dass dies so schwierig ist. Die Leute lechzen doch nach Saisonpaketen und Einzelkarten, der Spielplan steht auch schon länger, da kann man doch mal Infos rausgeben. Und man muss Infos nicht immer einen Tag bevor es los geht raushauen. Das geht auch früher.

St. Pauli in Berlin

Währenddessen macht sich unser Kleidervermarkter und Inhaber unserer Modemarken auf den Weg in die Hauptstadt um bei der „Bright Tradeshow“ mitzumachen. Ich hatte euch ja schon im letzten Artikel mich über die Internetpräsenz lustig gemacht, aber ich zitiere jetzt die auf der Seite befindlichen FAQ: „Die Bright Tradeshow hat sich zu einem festen Venue für Streetwear, Sneaker, Fashion und Boardsport in Europa entwickelt. Treibende Kraft und Bindeglied der verschiedenen Elemente ist Skateboarding, dessen Einflüsse das Bild und den authentischen Charakter der einzelnen Segmente stark prägen. Die Bright bietet den unterschiedlichsten Brands eine Produktbezogene Möglichkeit sich zu präsentieren, ihr einmaliges Konzept gewährleistet ein Maximum an Image und Identität.“

Und nun stelle ich euch folgende Frage: WAS ZUM TEUFEL VERFICKT NOCH MAL SUCHT DORT EIN FUSSBALLVEREIN BZW. SEIN VERMARKTER?

Mal ganz ehrlich: Es geht mir nicht darum, ob es sich finanziell lohnt oder nicht. Das kann und will ich nicht beurteilen. Es geht um Imagetransfer und der ist immer beidseitig. Und ein cooles Venue für Fashion und Broadsport (wasissndas?) in Europa (erstaunlich, dass da nicht Europe steht, oder?) ist ein Imagetransfer, den ich einfach Scheiße finde. Mal ganz davon ab, dass man dem Vorurteil, es würde sich um ein Modelabel mit dem Nebenbetrieb Fußball handeln noch Vorschub leistet. Das ist ein ganz schön bitterer Imagetransfer, der aus meiner Sicht auf Dauer auch schädlich ist. Denn cool wird auch uncool. Und non established ist das auch nicht.

Sorry, ich weiß dass bei unserem Textilvermarkter echt coole Leute arbeiten mit denen man echt super zusammenarbeiten kann, die auch echt gut drauf sind, aber das Teil ist ein Griff ins Klo. Nebenbei: Man kann immer viel darüber motzen, dass unsere Vermarktungsrechte so einem bescheuerten französischem Konzern gehören, der sonst nur Dreck produziert, aber als aktiver Fan kann man mit den handelnden Personen wenigstens problemlos zusammenarbeiten und alles klappt.

Jul 072011
 

oder

Als Gag vorab

Ich denke gerade so über einen neuen Artikel nach und wollte u.a. auch über die Teilnahme unseres T-Shirtverkaufspartners an einer Modeveranstaltung berichten. Denk ich „Guck dir wenigstens mal die Website an, bevor du motzt“. Hier also die Website in zwei Screenshots:

1. Screenshot, die englische Version der Seite:

2. Screenshot die deutsche Version

(Ach ja, wer den Unterschied nicht sofort erkennt: Unten in grau steht einmal „German“ und einmal „English“ das ist die jeweilige Verlinkung zu der anderen Sprache. Und der eine Fließtext beinhaltet ein paar deutsche Worte.)