Jun 092011
 

oder

Die Informationsveranstaltung zum elektronischen Einlasssystem am Millerntor und die AGB

Vorwort

Liebe Leser, es ist mal wieder Zeit vom Leder zu ziehen. Leider ist das notwendig. Ich will nicht verheimlichen, dass ich es sehr positiv finde, dass man überhaupt vor einer Einführung eines elektronischen Kartensystems eine öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltung durchführt. Bei anderen Vereinen würde man das nach dem System „Friss oder stirb“ vor die Nase gesetzt bekommen. Das muss, bevor man das alles sehr kritisch beleuchtet auch mal positiv erwähnen.Aber wenn ich nicht so entspannt gewesen wäre an diesem Tag, ich hätte wahrscheinlich das Clubheim auseinander genommen. Ich werde diesen Beitrag auch nutzen, um mich mal mit den geänderten AGB des Vereines zu beschäftigen. Dazu muss ich etwas länger ausholen, juristisch werden und damit unangenehm. Chaotisch ist das ganze sowieso, da sich eine Chronologie nicht wirklich einhalten lies, weil das doch sehr alles durcheinander ging. Das also als Lesehinweis vorab.

Das ist ein Projekt unter 500.000 Euro, das macht dann die Praktikantin

Ich denke die Diskussionslinien bei der Einführung eines elektronischen Kartensystems sollten bekannt sein. Die Vorteile liegen in der Schwarzmarktbekämpfung, in der Ersetzbarkeit von verlorenen Tickets und (mit Einschränkungen) in der Möglichkeit körperlose Tauschbörsen zu errichten. Die Nachteile liegen in einer Sammlung von Daten, was immer Missbrauch und Grenzenlosigkeit impliziert.

Vorweg: Datenschutz ist ein Thema, mit dem man niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlockt. 90 % der Leute werden sagen „Warum, was habe ich denn zu verbergen?“ oder „Wovor habt ihr Angst?“ Die meisten Leute nutzen Google, ohne drüber nachzudenken, die meisten Leute haben Facebook, die wenigsten interessieren sich, was mit ihren Daten passiert. Wusstet ihr z.B., dass Google eure privaten Mails automatisiert nach Schlagwörtern durchsucht, um dann entsprechende Werbung einblenden zu können? Steht in deren Allgemeinen Geschäftsbedingungen nebenbei, nur wer liest die?

Datenschutz ist, wenn man so will voll 80er und 90er. Daher auch diese Post Privacy Bewegung. Ich kann euch nur sagen: Ich bin altmodisch wie es nur geht. Ich versuche durch mein Leben zu gehen und zumindest zu versuchen, meine Daten so weit wie es irgendwie geht bei mir zu behalten. Und wenn ich sie schon rausrücken muss, dann wenigstens an Vertragspartner, denen ich traue und nur so viel, wie unbedingt notwendig. Und da wird es jetzt schon problematisch.

Disclaimer: Ich nutze ein Android Telefon. Wer die Technik mal genauer begutachtet, der weiß, dass dies ungefähr der Datenschutzkiller schlechthin ist.

Ich werde nun versuchen diese ganzen Punkte etwas genauer zu erläutern. Nach diesem Vorspiel möchte ich an dem Verlauf der Versammlung entlang hangeln. Ich habe mich entschlossen, dies zu machen, wie ich es auch bei normalen Versammlungen des Vereines mache. D.h.: Es gibt eine ausführliche handliche Mitschrift. Daraus ziehe ich, was ich den handelnden Personen in den Mund lege. Eine Garantie auf 100 % Richtigkeit gibt es dabei nicht. Wenn ich meine eigene Meinung äußere, dann versuche ich die in Klammern zu setzen, um sie als solche Kenntlich zu machen. Auch dies gelingt nicht immer zu 100 %, weil man Sachen auch Meinungsbehaftet aufschreiben kann. Ich versuche für die Übersichtlichkeit Zwischenüberschriften zu bilden, aber auch das gelingt nicht immer.

Und stellt euch auf Lesestoff ein, das wird kein kurzer Beitrag.

Das Vorspiel

Das Thema elektronisches Einlasssystem (EES) geistert schon seit langem durch informierte Kreise. Daher kam für mich die Einladung zu einer Informationsveranstaltung nicht überraschend. Nun lest euch diese Einladung noch mal genau durch. Wie würdet ihr aus dieser Einladung folgende Fragen beantworten: 1. Ist es fest beschlossen, dass ein EES kommt? 2. Wann würdet ihr sagen, führt der Verein dieses System ein?

Man kam also gespannt am Clubheim an, wo im Ligaraum (ich meine so heißt dieser Nebenraum) auch zwei Einlassschranken (nebenbei: ich bin jetzt immer bei drei s und meine Korrektur sagt, dass sei richtig, aber ich weiß nicht, ob es stimmt) waren montiert, durch die der Besucher versuchsweise mit einer Karte gehen sollte. (Finde ich schon mal spannend jeden dazu zu „zwingen“, denn meine Frage, ob es auch ohne gehe, konnten wir leider nicht ausdiskutieren, weil mir jemand eine Karte in die Hand drückte und meine Diskussionslaune gerade nicht da war.)

Vom Verein waren Sven und Daniel Bierhoff („Leiter Ticketing“ laut Homepage) anwesend, sowie eine Praktikantin, deren Namen ich leider nicht mitbekommen habe. Dazu noch zwei (?) Vertreter des Herstellers „Smartterminal“ (so habe ich es aufgeschrieben, Google bringt da keine Ergebnisse, daher ohne Garantie). Im Publikum befanden sich noch Roger vom Aufsichtsrat und Bodo vom Amateurvorstand.

Die beiden Herren des Herstellers waren in ein braunes Totenkopfshirt gepackt. Dieses der Marke: Neu, aus dem Shop geholt, wahrscheinlich mit Rückgabeverpflichtung nach der Veranstaltung. (Ganz ehrlich Leute, wann begreifen Fußballvereine mal, dass Fans von Dienstleistungsfirmen nicht erwarten, dass sie Fan des gleichen Vereines sind? Ich erwarte eine professionelle und gute Dienstleistung. Ob der Dienstleister Hansa Rostock oder Dynamo Dresden Fan ist, ist mir vollkommen egal. Diese billigen Marketinggags nerven.)

Der Beginn

Er stellte die Leute vor und erwähnte, dass die leider namenlose Praktikantin „uns“ bei der Vorbereitung geholfen habe. (Nun nix gegen Praktikanten, aber es ist immer wieder erstaunlich, was bei uns alles Praktikanten machen. Leider definierte er nicht, wer „uns“ ist, aber mein Gefühl ist, dass dies nicht im Sinne einer Arbeitsgruppe gemeint ist. Mal so eine Frage an euch alle: Ihr seid Firmenchef. Ihr plant ein Projekt, welches euren Kundenkontakt extrem beeinflussen wird und welches zwischen 1/6 bis 1/10 eures Jahresgewinns kosten wird. Wie bereitet ihr die Einführung und Konzepterstellung vor? Wer jetzt sagt „Ich beauftrage eine Person des mittleren Managements und einen Praktikanten“, der sollte ganz schnell eine Bewerbung schreiben: FC St. Pauli, Heiligengeistfeld 1 (neu, nicht vergessen), 20359 Hamburg. Wie es richtig geht, zeigt nebenbei die Einführung der Pfandbecher. Ich bilde eine – wenn auch nur virtuelle – Arbeitsgruppe, ich beteilige den Kunden(-vertreter immer gerne FCSR oder StFA) vom ersten Tag an, ebenso Entscheidungsgremien wie Aufsichtsrat und Vorstand (der AR wusste laut eigenem Bekunden auch nicht mehr, als das so etwas geplant sei) nehme auch die Bedenken der Fanvertreter ernst und gehe dann mit einem Konzept an die Öffentlichkeit. Vielleicht täusche ich mich ja und das ist alles so gemacht worden, aber eher nicht. So entstand auch der gehässige Spruch, der in der Überschrift zu diesem Teil zu lesen ist.)

Dann startete er eine Präsentation auf einem Beamer. (Ich sage euch ganz ehrlich Leute, wer auch immer Powerpoint erfunden hat, er sollte erschlagen werden. Es macht Reden langweilig und strukturiert sie falsch.)

Die Problemfelder

Man habe zur Zeit folgende Problemfelder: 1. den Schwarzmarkt, man habe mal drei Monate beobachtet, da habe es alleine bei Ebay 131 Auktionen mit 204 Karten gegeben. Dabei habe man 120 Händler identifizieren können. Dazu käme noch der Schwarzmarkt vor Ort. Sven ergänzte später in dem Vortrag noch, dass man bei Ebay alles von einem Einzelverkäufer bis hin zu diversen Accounts, die auf eine Adresse angemeldet gewesen seien gefunden habe. Bei den organisierten Händlern sei eine Häufung der Stadt Bremen auffällig. (Dem Kenner eher nicht, denn genau die gleichen Nasen verkaufen auch vor dem Bremer Weserstadion. Wir müssen uns auch klar machen: Wir haben es hier nicht mit dummen Jungs zu tun, die sich ein bisschen was dazu verdienen wollen. Nein, wir haben es hier mit gut organisierten, gut durchdachten Banden zu tun, die Mafia Strukturen und Methoden nutzen. Wer glaubt, dass er solchen Banden durch ein besseres Kontrollsystem zu Leibe rücken kann, der irrt wahrscheinlich. Dir ins Netz gehen die Dummen, die klugen Banden bleiben. Oder nutzen andere Geschäftsfelder.)

2. Verlorene Karten: 200 Karten habe man als offizielle Zahl für das letzte Saison, man gehe aber von einer Dunkelziffer aus. Man könne aufgrund der Missbrauchmöglichkeit keinen Ersatz leisten. Auf Nachfrage sagte er, dass man das bei der Haupttribüne (wo man mit der Karte eben nur auf diesen einen Platz könne) widerwillig gemacht habe (und dies obwohl man es vor dieser Saison extra ausgeschlossen hat), aber bei den anderen Bereichen nicht. (Das ist eines der Hauptargumente für ein EES. Was viele aber nicht machen ist, mal in die AGB zu gucken. Der Verein lässt sich natürlich den Ersatz der Dauerkarte bezahlen. Und zwar mit dem lockeren Betrag von 25 Euro laut AGB. Naja, der Ersatz des Personalausweises ist teurer.)

Weitere Problemfelder seien eine Doppelnutzung von Karten, falsche Ermäßigungen und ein Eintritt ohne Karte. Alles sei schon vorgekommen, weil die Ordner nicht ordnungsgemäß arbeiten. (Im Einlasssystem ist es dann so, dass bei einer wie auch immer gearteten Ermäßigung kein Einlass erfolgt, sondern ein Prüfungsauftrag an den begleitenden Ordner gestellt wird, den dieser dann abarbeiten muss. Dies gilt selbst bei Mitgliederkarten. (!) So wenigstens der Stand gestern auf der Veranstaltung. Was man nicht vergessen darf: All diese Probleme bleiben, denn später wurde erzählt, dass jeder Ordner eine Masterkarte hat, mit denen er Einlass gewähren kann. Fahrlässigkeit oder Vorsatz der Ordner, das bleibt als Problem.)

Das EES

(Ab hier wird es chaotisch. Denn das zu Beginn vorgeschlagene System „Vortrag erst, dann Fragen“ wurde nicht durchgehalten. Von jemanden, der ein „Leiter“ in seinem Titel hat, erwarte ich eigentlich ein durchsetzungsstarkes, souveränes Auftreten, selbst bei vollkommener Ahnungslosigkeit. Das z.B. konnte Corny wie kein Zweiter. Aber Daniel Bierhoff kann es nicht. Bei den ersten kritischeren Nachfragen fing er an zu schwimmen. Und das waren Fragen, bei denen 100 % klar war, dass sie die Ersten sind, die gestellt werden. Sven mit seiner natürlichen Autorität rettete ihn dann doch einige mal. Die ketzerische Frage, die man stellen muss: Ist der auch bei der Leitung des Kartencenters so?)

Ein EES funktioniere so, dass keine personenbezogenen Daten an das System übertragen würden, es würden nur aus dem Ticketing die Barcodes der einzelnen Tickets weitergegeben, keine Namen. Die Zuordnung von Barcodes zu Namen würde nur im Kartencenter liegen und verlasse dieses nicht.

(Wie werden Daten interessant? Indem man sie verknüpft! Deine Adresse bei einem Anbieter ist relativ uninteressant (ja, schlechtes Beispiel). Deine Adresse zusammen mit deinem Konsumverhalten ist schon sehr viel interessanter, dein Konsumverhalten, deine Adresse und die Uhrzeit und wann du wie konsumierst ist die Steigerung und so weiter. Hier ist unser Verein zur Zeit noch die datenschutzrechtliche weiße Weste, denn er bekommt es nicht einmal hin, die Mitgliedsdaten automatisiert mit den Kartendaten zu verknüpfen und kann daher z.B. nicht einmal sagen, wie viele Mitglieder eigentlich eine Dauerkarte haben. Die Frage ist natürlich: Wie lange dauert es, bis ein notorisch klammer Verein merkt, auf was für einen Goldschatz er sitzt. Und in diesen Goldschatz zahlen wir mit den Daten unseres Stadionbetritts wieder einen Taler mehr ein. Glaubt ihr nicht? Einfaches Beispiel: Ich verknüpfe Mitgliedsdaten mit Kartendaten und mit Emaildaten. Einfach und habe ich alles im besten Glauben dem Verein gegeben. Der Verein merkt, dass ich immer früh ins Stadion gehe. Gezielte Werbeangebote, gezielte Marketingaktionen etc. sind nur die Möglichkeiten, die mir unkreativem einfallen.)

Exkurs: Unsere Datenschutzregeln

Daten haben auch immer etwas mit Vertrauen zu tun. Ihr gebt eure Handynummer wahrscheinlich auch nur Leuten, denen ihr vertraut. Bei einem Unternehmen sollte man dieses Vertrauen nur bedingt an die handelnden Personen knüpfen, denn diese können morgen schon weg sein, trotzdem hat das Unternehmen meine Daten und kann damit tun und lassen, was es eben darf.

Gesetzlich gilt in Deutschland ein Verbot der Bearbeitung von personenbezogenen Daten (das sind alle, aus denen die Person bestimmbar (!) ist) mit der Möglichkeit des einzelfallbezogenen Erlaubnisvorbehaltes. Sprich: Ich kann jemandem genehmigen meine Daten zu verwenden. Dies werde ich leider immer machen müssen, denn in eigentlich jeder Allgemeinen Geschäftsbedingung (AGB, dazu noch später mehr) werde ich eine Klausel finden, die mir die Zustimmung aufdrückt. Unterschreibe ich nicht, kann ich halt keinen Handyvertrag, keine Eintrittskarte, was auch immer kaufen. Und da die AGB eine gewisse Monopolwirkung haben, werde ich schwerlich einen Handyvertrag (!) ohne dies bekommen.

Blicken wir mal auf die Datenklausel in den AGB (Ich spreche hier von den „Allgemeinen Geschäftsbedingungen für den Besuch von Veranstaltungen des FC St. Pauli“ ob der Verein in anderen Bereichen andere AGB nutzt, weiß ich nicht, habe ich auch nicht geprüft.) des FC St. Pauli:

10 Datenverarbeitung / Datenschutz

10.1 Der FC St. Pauli bearbeitet die durch den Kunden mitgeteilten personenbezogenen Daten unter Einhaltung der geltenden Datenschutzbestimmungen. Personenbezogene Daten werden in dem für die Begründung, Ausgestaltung oder Änderung des Vertragsverhältnisses erforderlichen Umfang erhoben, verarbeitet und genutzt.

10.2 Der FC St. Pauli ist berechtigt, die durch den Kunden mitgeteilten personenbezogenen Daten an Dritte zu übermitteln, die der Veranstalter mit der Durchführung des Vertrages beauftragt hat, soweit dies zur Vertragserfüllung erforderlich ist. Dies schließt das Recht zur
Bonitätsprüfung ein. Der Vertragspartner erklärt sich durch den Abschluss des Vertrages mit einer solchen Bonitätsprüfung einverstanden.

10.3 Des Weiteren ist eine Übermittlung der Daten an Strafverfolgungsbehörden nach Maßgabe der anwendbaren Rechtsvorschriften zulässig, wenn dies zur Gewährleistung der Sicherheit der Veranstaltung, zur Abwehr von Gefahren für die Sicherheit im Stadion oder zur Verfolgung von Straftaten notwendig ist.

10.4 Bei einem Verstoß gegen das Verbot gemäß Ziffer 4.5 Satz 1 behält sich der FC St. Pauli ferner vor, die gespeicherten Daten des Vertragspartners an andere Vereine der Fußball-Bundesliga und ihre Betriebsgesellschaften zu übermitteln, um den Schutz der in Ziffer 4.4 Satz 1 genannten Interessen (insbesondere die Sicherheit aller Besucher sowie die Einhaltung eines sozialen Preisgefüges) möglichst effektiv zu gewährleisten. Der Vertragspartner erklärt sich durch den Abschluss des Vertrages mit einer solchen Weitergabe seiner Daten einverstanden.

Alle mal in Ruhe gelesen? Und was darf der FC nun mit euren Daten? Erstmal sie zeitlich unbegrenzt speichern. Denn ihr gebt ihm dazu die Genehmigung. Wann darf er dies? „
Personenbezogene Daten werden in dem für die Begründung, Ausgestaltung oder Änderung des Vertragsverhältnisses erforderlichen Umfang erhoben, verarbeitet und genutzt.“ Schreit hier jemand „Gummiklausel“? Sprich: Geht mal davon aus, dass alles erlaubt ist. (Hier bitte ein Vorbehalt, den ich später noch erkläre)

Weitergabe Dritte? „Der FC St. Pauli ist berechtigt, die durch den Kunden mitgeteilten personenbezogenen Daten an Dritte zu übermitteln, die der Veranstalter mit der Durchführung des Vertrages beauftragt hat, soweit dies zur Vertragserfüllung erforderlich ist.“ „erforderlich ist“? Noch so eine schöne Gummiformulierung.

Wie ist es denn zur Nutzung für Werbung? Steht nix drin, aber ich würde mal sagen, wenn man bedenkt, dass das Bundesdatenschutzgesetz da eine Sperrung verlangt, würde ich schon mal sagen, dass der FC diese Daten sehr entspannt für Werbungszwecke nutzen kann. Targeting Marketing. Wie wäre es mit Early Bird Specials für Frühkommer? Oder ähnlichem?

Viele Leute wird auch die Weitergabe an Strafverfolgungsbehörden stören, denn hier kann man wieder elegant ein Bewegungsprofil anlegen, welches nebenbei sehr viel genauer ist, als dies einer Handyzelle. (Erstaunlich und hier muss ich mal die Chronologie der Veranstaltung verlassen: Weder Bierhoff, noch Sven hatten dies drauf und fingen an zu schwimmen. Dabei steht das ausdrücklich in den AGB.)

Irgendjemand in der Veranstaltung fragte, wie denn der Gebrauch der Daten durch Mitarbeiter des FC geregelt sei und dieses kontrolliert werde. Klar, es gelten die gesetzlichen Regeln (sprich eine behördliche Kontrolle), aber eine große Rolle innerhalb des FC auf einer freiwilligen oder vorsorgenden Basis hat das anscheinend bisher nicht gespielt, denn eine Suche auf der Internetseite nach „Datenschutzbeauftragter“ und/oder „Datenschutz Konzept“ bringen keine Ergebnisse. In der Datenschutzerklärung der Internetseite steht nur etwas von „zur Verschwiegenheit verpflichtet“ im Bezug auf die Mitarbeiter.

Exkurs Ende

Weiter: Das EES

Die Firma Eventim mache das Ticketing für den FC. Man brauche da einen Dienstleister, weil der die Software habe um u.a. Saalpläne und eine Onlinebestellung anbieten zu können. (Ich habe das jetzt mal aus ein paar Fragen zusammengeschnitten, das ist nicht so zusammenhängend gesagt worden. Ab hier wurde der Vortrag auch immer wieder durch Fragen unterbrochen, so dass ich teilweise Sachen zusammenfassen muss.)

Man bekomme die Daten dann zurück vom Dienstleister, also auch welcher Barcode wann ins Stadion gegangen sei. Wie lange man diese Daten speichere wisse man noch nicht. (Bumms. Ganz ehrlich: Diese Frage war zu erwarten und darauf muss ich doch eine andere Antwort haben, als ein Schulterzucken und ein zögerliches „wissen wir noch nicht“. Daten sind immer Vertrauen und schon hier wird Vertrauen erschüttert. Das zusammen mit der oben diskutierten Datenschutzklausel ist schon ein Hammer.)

Durch eine Schleuse bekämen man 1.000 Leute pro Stunde. Man könne dann Karten sperren, z.B. wenn der Ermäßigungsgrund wegfalle. Nein, dies ginge nicht automatisch, dass könne er manuell machen. Dies würde er auf Zuruf der Mitgliederverwaltung machen (letzteres auf meine Nachfrage. (Dem ersten, dem hier die Karte wegen eines Beitragsrückstandes gesperrt wird, dem empfehle ich ganz dringend den Klageweg. Und zwar aus folgendem Grund: Weder aus den AGB, noch aus der Satzung ergibt sich diese Befugnis. Satzungstechnisch ist nur der Ehrenrat berechtigt Strafen gegen ein Mitglied zu erheben. Und nur durch einen Beitragsrückstand endet auch nicht die Mitgliedschaft im Verein (siehe § 11). In den AGB hat man zwar versucht diesen Fall zu regeln, aber es einfach nicht geschafft. Denn Ermäßigungstatbestand (2.8. der AGB) ist nach allem, was man auf der Homepage finden kann die Mitgliedschaft. Von einer BEZAHLTEN Mitgliedschaft ist da nicht die Rede. In 3.6. der AGB sagt man: Wenn du den Aufschlag als beitragsrückständiges Mitglied zahlst, kommst du ins Stadion. Aber einen Sperrtatbestand findet sich gar nicht in den AGB. Und in der Satzung auch nicht. Denn welches Mitgliedschaftsrecht das Mitglied verliert ist abschließend in der Satzung geregelt. Das mag einem nicht gefallen, aber Willkür ist eben nicht. Klare Regeln! Mal ganz davon ab, dass jeder, der mal JHV Einlass gemacht hat weiß, wie viele Fehler in diesen Mitgliedslisten sind. Leider auch bei der Frage, ob bezahlt wurde oder nicht.)

Weiterhin könne man den Schwarzmarkt durch dieses System besser bekämpfen, die Identifizierung und Sperrung von Schwarzmarkthändlern werde einfacher, man habe auch die AGB entsprechend angepasst, so dass ein Namensfeld auf der Karte sei und man dann auch den Käufer in die Pflicht nehmen könne. Man werde die Karte sperren und so auch den Käufer in die Pflicht nehmen.

Exkurs AGB / Übertragung der AGB an Käufer

Jetzt muss ich ein bisschen ausholen. AGB sind Vertragsbestimmungen, die eine Partei für eine Vielzahl von Verträgen vorformuliert (§ 305 BGB). Sie unterliegen einer verschärften Kontrolle durch den Gesetzgeber und die Gerichte. Im BGB gilt eigentlich, dass Vertragsparteien alles vereinbaren dürfen, da man von einem Gleichgewicht der Kräfte ausgeht. Da dies hier nicht mehr so wirklich gilt, weil man von einem Vertragspartner ein „Friss oder Stirb“ aufgedrückt bekommt, gibt es eine erweiterte Inhaltskontrolle. Wichtig für uns ist aber erstmal: Wie werden AGB Bestandteil des Vertrages? § 305 Abs. 2 sagt: „wenn der Verwender bei Vertragsabschluss

1. die andere Vertragspartei ausdrücklich oder, wenn ein ausdrücklicher Hinweis wegen der Art des Vertragsschlusses nur unter unverhältnismäßigen Schwierigkeiten möglich ist, durch deutlich sichtbaren Aushang am Ort des Vertragsschlusses auf sie hinweist und

2. der anderen Vertragspartei die Möglichkeit verschafft, in zumutbarer Weise, die auch eine für den Verwender erkennbare körperliche Behinderung der anderen Vertragspartei angemessen berücksichtigt, von ihrem Inhalt Kenntnis zu nehmen,

und wenn die andere Vertragspartei mit ihrer Geltung einverstanden ist.

Den letzten Satz könnt ihr gleich wieder vergessen, denn wenn ihr nicht einverstanden seid, habt ihr keinen Vertrag und fertig ist der Lack.

Das ganze muss aber „bei Vertragsschluss“ passieren! Sprich einen Aufdruck bei einer ausgehändigten Karte oder auf einer Rechnung reicht nicht! Denn da ist der Vertragsschluss bereits vorbei. Unser Verein hat versucht diesem Umstand Rechnung zu tragen, in dem er an alle Dauerkartenbesitzer einen Ausdruck der AGB geschickt hat. Das ist sauber und okay. Nur leider sind die Süddauerkarten als Saisonkarten beim Verein hinterlegt. Kein Anschreiben, wenn ich es richtig verstanden habe. Also keine Zusendung, also keine Möglichkeit. Okay, bliebe der deutlich sichtbare Aushang am Ort oder der Hinweis. Ich habe heute mal zwei Leute gefragt, ob sie a. einen Aushang gesehen haben und/oder darauf hingewiesen worden seien. Beide verneinten. Das ist jetzt keine empirische Studie, spricht aber gegen die Einhaltung dieser Formalien. Und wohlgemerkt: Im Streitfall hat der Verein die Beweislast! Interessante Frage ich auch: Was ist mit den lebenslangen Dauerkarten? Damals gab es so eine Klausel „akzeptiert die AGB in der jeweiligen Fassung“. Eine solche Klausel ist nicht das Papier wert, auf dem sie steht. Denn die kannte ich bei Vertragsabschluss nicht und eine solche Klausel scheitert an der erweiterten Inhaltskontrolle. Kurz: Neue AGB rechtswirksam auf die lebenslangen Dauerkarten zu übertragen ist so einfach nicht möglich.

Das macht z.B. eine nachträgliche Änderung von AGB so schwierig, denn im Endeffekt muss ich dann jeden einzelnen anschreiben und eine Vertragsänderung herbeiführen. Das habt ihr vielleicht schon einmal von Banken bekommen, die dann schreiben „wenn sie nicht bis… protestieren, dann gehen wir von ihrem Einverständnis aus“. Das akzeptiert man dann meistens, weil man ja auch sein Konto behalten will. In einem auf ein Jahr angelegten Vertrag, der nicht kündbar ist (Dauerkartenvertrag) kann ich mir das schon eher überlegen, ob ich bei einer geänderten AGB zustimme.

Exkurs im Exkurs: Wie behindere ich Blogger und Fanzines?

Dies sollte man nur mal im Ohr haben, wenn man bedenkt, was für Blödsinn in Sachen Fotografieren, Bloggen etc. in den neuen AGB steht. Dazu der Artikel bei stpauli.nu, muss ich nicht alles auch noch mal selber schreiben.

Wenn der Verein nun über Änderungen nachdenkt kann man nur sagen: Schön, aber viel zu spät. Es ist mal wieder ein Kind in den Brunnen gefallen und das nun gegenüber Leuten zu ändern, die bereits eine Dauerkarte gekauft haben, ist nur schwierig möglich. Und schon gar nicht rechtlich über einen Aushang auf der Hompage. Es ist wieder übereilt, unüberlegt und blödsinnig gehandhabt worden. Nach Nachfrage durch unseren Fanladen wolle man ja nur „gewerbliche Geschichten“ verbieten. Mal sehen, wie das formuliert wird. Denn eine Gummiklausel kann einem Blogger, der eventuell Googleads auf seiner Seite hat (und damit gewerblich unterwegs ist) oder jemanden, der bei Flickr veröffentlicht (klar eine gewerbliche Seite) nicht wirklich ausnehmen.

Man wird sich daher auch mit einer kommenden neuen AGB Fassung kritisch auseinandersetzen müssen. Bevor das nicht geklärt ist, werde ich aber garantiert kein Fotoupdate machen oder neue Fotos Online stellen. Denn wie ihr wisst, bin ich bei Heimspielen nicht akkreditiert. Und juristisch würde ich auch jedem davon abraten. Ich werde mir auch stark überlegen, ob ich wirklich weiter über Heimspiele schreibe, bevor ich die Neuregelung nicht gesehen habe. Zumindest mit der alten Regelung ist das schon sehr problematisch. Und ein Satz „Dies gilt nur für gewerbliche Angebote.“ ist auch nicht der Allheilsbringer, wie ich eben geschrieben habe.

Auch hier gilt: Es ist egal, ob ich der Meinung bin, dass das jetzige Präsidium zu einem Verbot von Blogs fähig ist, wenn so etwas erstmal in der Welt ist, dann wird es irgendwann auch irgendwie benutzen. Und da hilft einem auch die Unklarheitenklausel des § 305 c BGB „Zweifel bei der Auslegung Allgemeiner Geschäftsbedingungen gehen zu Lasten des Verwenders.“ nicht wirklich weiter, denn ob es wirklich Zweifel gibt und wie dann auszulegen ist, dass kann man dann vor Gericht klären, wenn man denn das Geld hat.(Das war auch die Einschränkung, die man oben bei der Datenschutzklausel lesen muss.) Wohlgemerkt: Gewerblich ist ein sehr weiter Begriff im juristischen Deutsch.

Insbesondere auch Fanzines sind davon betroffen, wenn diese einen kleinen Gewinn machen und dieser wahrscheinlich von der Redaktion versoffen wird (oder in Projekte gesteckt wird), dann wird man die Gewerblichkeit ohne weiteres bejahen müssen. Und welches Fanzine hat bitte diese Macht, dass man es nicht verbieten kann? Der Übersteiger vielleicht, aber sonst? Meint ihr wirklich, es gäbe einen riesigen Aufschrei, wenn das Ende der Welt plötzlich weg wäre? Oder dieser Blog? Ich glaube es nicht. In der jetzigen Form ist das eine Inhaltskontrolle durch die Hintertür und es wird sehr stark auf die Formulierungen ankommen, die in einer neuen Version benutzt werden. Mein Vorschlag: Nehmt den Scheiss einfach ersatzlos raus. Und wenn die DFL meckert: Zeigt denen einen gestreckten Mittelfinger, seit verfickt noch mal endlich einmal „non established“.

Ende des Exkurses im Exkurs

Kommen wir aber zurück zum Thema Schwarzmarkt. Bei Vertragsschluss müssen diese bekannt sein. Zuerst hat man versucht Karten, die auf dem Schwarzmarkt gekauft wurden einfach so zu sperren. Dies haben die Gerichte nicht mitgemacht, denn die Sperrklausel aus AGBs galt vielleicht zwischen Verein und Schwarzhändler, aber wenn dieser die nicht weitergegeben hat (eher unwahrscheinlich) oder daneben hing „bei diesem Schwarzhandel gelten die AGB des XY e.V. sie sind bei ihrem Schwarzhändler einsehbar“, dann muss man ganz klar sagen: Pech gehabt. lieber Verein, was du mit dem Schwarzhändler vereinbarst, gilt nicht gegenüber einem dritten Käufer, du musst ihn ins Stadion lassen.

Daher nun die Eintragung des Namens als Nutzer. Das steht auf der Karte, dass man ohne nicht rein kommt und damit die AGB anerkennt. Reicht dies aus? Reicht eine Bestimmung aus, dass man ohne Name auf der Karte nicht ins Stadion kommt, wohlgemerkt auch in den AGB oder aufgedruckt auf die Karte (das sind auch rechtlich auch AGB)? Ein abschließendes Urteil findet man dazu nicht. Das LG Essen hat 2010 mal eine Sperrung für unrechtmäßig erklärt, ist dann aber von dem OLG Hamm aus formalen Gründen aufgehoben worden. Und anscheinend ist das dann nicht weiter verfolgt worden, so dass dies nicht endgültig geklärt ist. Bei Schalke sind/waren die AGB darüber hinaus aber auch anders formuliert, als sie es bei uns sind. Nach dem oben gesagten (Möglichkeit der Kenntnisnahme vor Vertragsabschluss etc.) kann man da gerne mal dran zweifeln. Und das in diesem Wertpapier verbriefte Recht ist erstmal der Einlass in das Stadion. Und wenn dann diese Vertragsdetails nicht dem Käufer bekannt waren, dann kann man sehr zweifeln, ob eine Sperrung zu Recht erfolgte. Man wird sehen müssen, ob und wie die Gerichte das mitmachen.

Es gibt bisher nur ein Urteil auf wettbewerbsrechtlicher Basis und das ist auch nur ein Teilerfolg der Vereine und lässt insbesondere den Graumarkt von u.a. Viagogo am Leben. Denn der BGH erlaubte Vigagogo ausdrücklich den Kauf von Kartenkäufern und den anschließenden Weiterverkauf. Dies sei nicht wettbewerbswidrig und damit könne man die Karten auch nicht sperren. Nur direkt beim Verein dürften diese Portale nicht kaufen.

Man muss daher sehen, inwieweit eine Mitverantwortung der Käufer und damit das Signal „nicht auf dem Schwarzmarkt kaufen“ erreicht werden kann. Nur wenn dies natürlich nicht erreicht wird, dann wäre dieses Argument eventuell sehr schnell der Boden entzogen.

Exkurs Ende

Namen auf der Karte und Schwarzmarkt

Man habe die Dauerkarten im April produziert und da sei noch nicht klar gewesen, ob man ein elektronisches System einführen würde, daher habe man noch aufgedruckt, dass die Karte nicht ersetzt werde. (Hier stand mir schon der Mund auf: Man war sich im April (also drei Monate vor der Einführung) noch nicht sicher? Bei einem Projekt, was den Kundenkontakt vollkommen verändert und mal eben richtig Geld kostet? Es wird noch besser liebe Leser, aber hier bleibe ich mal in der Dramaturgie des Abends, denn das ist einfach zu gut.)

Dann drehten sich viele Fragen um den Namen auf der Karte. Eigentlich spiele das nur bei gesperrten Karten eine Rolle (richtig, denn wenn die nicht gesperrt ist, dann habe ich nicht diesen Streit, ob zu Recht oder nicht). Man müsse also nicht zwingend unterschreiben. (Verstößt dann aber natürlich gegen die AGB und kann für jeden Furz rausgeschmissen werden.) Bei Tommy in der Tauschbörse werde man das so lösen, dass man für die abgegebenen Karten Einzelkarten ausdrucken werde. Die Nachricht solle halt sein „kauft nicht bei irgendwelchen Typen“

Es wurde dann von einem Besucher eine Folgeproblematik andiskutiert, nämlich der Weiterverkauf bereits benutzter Tickets, was bei eingerissenen Tickets eben nicht geht. Elektronischen Tickets erkennt man ihre Nutzung nicht an. Der Verein meinte, dies sei doch zu kompliziert und da würde man doch nur einmal bei diesem Typen kaufen. (Nun ja, mafiöse Strukturen, Kartenkunden sind eher nicht ständige Besucher, Auswärtsfanfalle waren die Stichworte, die mir gleich einfallen. Und ob ich nun eine 45 Euro Karte für 90 Euro verkaufe oder eine genutzte Karte noch mal verkaufe. Eine ordentliche Gewinnspanne bleibt.)

Eigene Onlinetauschbörse

Man wolle eine Tauschbörse Online einrichten, wo man per Telefon seine Karte sperren könne und die dann weiterverkauft werden könne. Jedoch mit einer Gebühr, die ungefähr 20 % des Kartenpreises betragen werde. Daran verdiene der Dienstleister, den man sich bedienen würde und der Verein würde auch einen Teil bekommen. (Ich gehe mal davon aus, dass das dann auch Eventim macht. Und Leute, seien wir doch mal ehrlich: Schwarzmarkt? Verlorene Dauerkarte? Vergisst es! Das ist der Hauptgrund, warum Vereine das machen, man kann noch irgendwo Geld rausdrücken. 20 % des Ticketpreises sind ja keine Peanuts. Bei einer 30 Euro Karte sind das gepflegte 6 Euro. Und das bei einer extremen Automatisierung des Systems und bereits vorhandenen Callcentern etc. Da ist eine schöne Gewinnspanne drin.

Kosten?

Ein Ultra brachte dann eine sehr wichtige Frage elegant auf den Punkt: „was kostet der Scheiß?“ „bei weitem nicht eine halbe Million“ war die Antwort. (Und nun kommt es). Man habe sich aber noch für keinen Anbieter fest entschieden. Man hole gerade Angebote ein. Man sei nun in der engeren Auswahl und der hier vorgestellte Anbieter sei einer davon. (Meine Kinnlade fiel wieder auf die Tischkante. Man erinnere sich an die oben gestellten Fragen: Ich denke mal jeder ging bisher her von folgendem aus: Feste Einführung zum ersten echten Heimspiel. Oder? Aber seid unbesorgt, es kommt noch besser. )

Das ganze habe sich in 4-5 Jahren amortisiert. (Was zeigt wieviel Gewinn man mit diesen Tauschbörsen machen kann. Man bedenke, dass Tommy pro Spiel garantiert bis zu 200 Karten da hatte und dies bei einem sehr geringen Bekanntheitsgrad.)

Fragerunde

Wir sind jetzt nebenbei in einer losen Fragerunde. Nur um mal zu sagen, dass der Knaller gleich erst kommt. Erstmal ging es aber um Datenschutz Fragen. Das ganze wird laut des Herstellers über einen APN Tunnel (so habe ich es mir aufgeschrieben, vielleicht kann jemand Technikwissendes dazu was in den Kommentaren sagen) durchs Internet geschickt werden. Dies sei sicher und da käme kein Dritter an die Daten. (Kann und will ich persönlich nicht beurteilen. Nach den Hackerskandalen der letzten Zeit kann man wohl trotzdem erstmal skeptisch sein.)

Der Verein werde sich absichern, dass er keinen Schrott kaufe, man werde das testen eventuell bei einem Heimspiel der Amateure. Man werde Ordner einsparen können wahrscheinlich so ein bis zwei pro Eingang. (Sparen bei Leuten, die wahrscheinlich am unteren Ende der Nahrungskette leben. Ich liebe es.)

Wann wo wieviele? Klären wir noch!

Und nun kommt der Hammer. Irgendwer fragte nach dem Zeitplan. Das war eine der letzten Fragen der Runde. Ja man habe noch gar keine endgültige Entscheidung getroffen, man würde jetzt erstmal die hier geäußerten Meinungen abwägen und in den Entscheidungsprozess einfließen lassen und dann entscheide die Vereinsführung („nicht nur“ murmelte Roger). Nachfrage: Ihr wisst noch gar nicht sicher, ob das kommt? Und es gibt keinen Zeitplan. Nein, man wolle das nicht zwingend zum ersten richtigen Heimspiel einführen. Man habe sich beide Optionen offen gehalten und bis Spiel 11 könne man entscheiden, denn so lange könnte man die Dauerkarte abknipsen ohne den Barcode zu beschädigen. (Rumms. Nochmal die oben gestellte Frage: Hättet ihr das gedacht? Hättet ihr dies aus der Einladung rausgelesen? Aus den Schreiben? Die Saison fängt in 5 Wochen an und man weiß noch nicht einmal, welches Einlasssystem man machen will? Und dann will man es irgendwann so zwischendurch machen?)

Irgendjemand merkte noch an, dass dies die nächste Arenascheiße sei, die bei St. Pauli Einzug erhält. Wieder mehr moderner Fußball. Dem kann man nicht widersprechen, auch wenn es natürlich ein emotionales und sehr rückwärtsgewandtes Argument ist.

Mein Fazit

Lieber FC, tretet die ganze bisherige Planung ungesehen in die Tonne und fangt noch mal neu an. Und zwar mit einer vernünftigen Arbeitsgruppe unter Beteiligung von Präsidium, Aufsichtsrat, Fans, externer Juristen und Ticketing. Lasst euch ein Jahr Zeit, geht im Winter mit einem neuen Konzept an die Öffentlichkeit und diskutiert das noch mal mit allen und dann kann man zur Saison 2012/2014 garantiert über eine Einführung nachdenken. Vielleicht ist bis dahin auch die Schwarzmarktfrage gerichtlich geklärt und alles ist gut. Aber so ist das nur Schrott. Schwarzmarkt wird man damit nicht wirklich behindern, man bekommt graue Marktplätze wie Viagogo nicht tot und ein Austausch von Dauerkarten zu einem Fünftel des Verkaufspreises ist auch eher ein schlechter Witz. Ebenso eine rein kommerziell ausgerichtete Tauschbörse. Fragt die Fans, die stellen euch das Teil umsonst hin, besser, ohne einen ätzenden Dienstleister und die Gebühr ist dann am Ende fest 1,50. Das wäre fair. Alles andere ist nur eine weitere Geldquelle auftun. Und klärt erstmal, was ihr wann wie mit den Daten machen wollt. Erstmal Daten sammeln und dann vielleicht mal überlegen wie lange und wie verknüpft, das ist Schrott. Da glaubt euch keiner mehr.