Mai 112011
 

oder

Schulte, Sie passen nicht in diesen Verein, bitte treten Sie umgehend zurück!

Vorwort

Bevor es nicht offiziell ist, kommentiere ich Spieler-Verabschiedungen nicht. Das ist ein eisernes Gesetz. Und nur sehr wenigen Spielern würde ich überhaupt einen eigenen Beitrag widmen.

Aber hier gehen zwei Spieler unter Umständen, für die man sich einfach nur schämen muss.

Ja, die Ultras hinterweltlerisch Berlin würden uns nun wieder vorwerfen, dass es kein richtiges Leben im falschen gibt, aber die können ja mit ihrer verqueren Besserwisserlogik gerne mal bei Lorbeer Rothenburgsort ankommen. Die würden keine 10 Sekunden dort bleiben am Stammtisch in Rothenburgsort. (Toller Platz nebenbei)

Herr Schulte, mit Verlaub, Sie sind…

Ja, wir spielen im Profifussball – in einem Haifischbecken, wo nur wenig Platz für Menschlichkeit ist. Aber diesen kleinen Platz, der dort ist, den muss man nutzen. Oder anders ausgedrückt: Könntet Ihr Euch vorstellen, dass Uli Hoeness Spieler unverabschiedet gehen lassen würde, die weder im Streit gehen noch sich jemals hängen liessen und die 7 Jahre ihre Knochen hingehalten haben? Ich nicht.

Und wenn Verantwortliche dieses kleine bisschen Menschlichkeit vermissen lassen, dann haben sie bei uns nichts zu suchen. Und dieser Vorwurf geht an Sie, Herr Schulte. Gehen Sie, verschwinden Sie einfach aus dem Verein, der mir und der Lelle und Egi soviel bedeutet.

Nein, die Ausrede „der neue Trainer muss doch erstmal planen“ lasse ich nicht gelten. Jeder Blinde mit einem Krückstock konnte sehen, dass es für die beiden sportlich eng wird und es wäre Ihre ehrenvollste Aufgabe gewesen, sofort nach der Unterzeichnung mit Schubert zu klären, ob und wie die beiden noch gebraucht werden. Und dies vor dem letzten Heimspiel, um die beiden wenigstens angemessen zu verabschieden. Denn dies hätten die beiden verdient. Viel mehr als Bastian Oczipka und Richard Sukuta-Paso. Warum? Das können Sie gerne noch mal nachlesen, hier jetzt gleich. Die Entscheidung Montag oder Dienstag nach dem letzten Heimspiel zu fällen, das ist Absicht. Ja, ich unterstelle Ihnen da was, aber die Argumente sind auf meiner Seite.

Absicht? Ja, ich unterstelle noch mehr: Publikumslieblinge, die Sie nicht geformt haben, die Sie nicht selber sind? Ist ja unangenehm. In Ihnen kocht anscheinend der Neid. Den Applaus können Sie anscheinend nicht gönnen. Menschlich sehr schwach. Unerträglich schwach.

Nein, das ist nicht mein St. Pauli. Mein St. Pauli, das menschliche Antlitz im falschen Leben. Herr Schulte, Sie sind untragbar für mich, gehen Sie. Weit weg. In einen Verein, der sich einfach nur über seinen sportlichen Erfolg definiert. Hier haben Sie nichts verloren.

Und die lauten Rufe „Schulte raus“, die nun hoffentlich in Mainz ertönen, die haben Sie sich redlich verdient. Und glauben Sie mir, ich fordere sonst nie den Kopf eines Verantwortlichen. Zumindest habe ich es lange nicht mehr. Nein, es geht nicht um „Erfolg“, um „Qualität“ es geht um Menschlichkeit. Und die fehlt Ihnen.

Und ja, mir ist der Abschied vor einem vollen Millerntor, würdig und laut, der ist mir wichtig. Wichtiger als vieles. Das kann man nicht durch ein Abschiedstestspiel ersetzen. Und so klingen die salbungsvollen Worte von Orth (!!!!) auch hohl: „Es ist uns wichtig, dass wir beide gemeinsam mit unseren Fans würdig verabschieden“, so Orth. Wie, wo und wann die Verabschiedung genau stattfinden wird, wird in den nächsten Tagen besprochen.“. Tja Herr Schulte, nicht einmal auf der offiziellen HP lassen Sie sich irgendwie lobend zitieren. „Schwer gefallen“ wie lächerlich, wie hohl, wie nichtssagend. Nein, Sie sind nicht St. Pauli. Wo haben Sie bloss den Helmut der 80er Jahre gelassen?

Lieber Egi

Marcel Eger, 23.03.1983 irgendwo geboren, 110 Pflichtspiele für braun-weiß, davon die wenigsten in den letzten Saisons. Und trotzdem ein Garant des Aufstieges. Warum?

Ja, lieber Egi, ich werde diesen Tag nie vergessen, und an diesem Tag habe ich Dich endgültig in mein Herz geschlossen. Es war kurz vor dem entscheidenden Spiel am Montagabend gegen Augsburg. USP hatte schon verkündet, dass sie den 20-Minuten-Boykott auch bei diesem Spiel durchziehen würden und Du standest vor dem Fanladen und diskutiertest, als ich da in ganz anderer Sache hinkam. Ich weiß nicht, ob Du zufällig da warst, ob geplant, ob aus eigenem Antrieb oder als Botschafter der Mannschaft. Aber Du warst da, stelltest Dich alleine gut fünf bis zehn aufgebrachten Ultras (pauschalisiert) und Ihr diskutiertet. Und zwar mal ärgerlich, mal lautstark. Und ich glaube, Ihr seid an diesem Tag nicht mal zu einer Meinung gekommen. Aber Du nahmst Dir die Zeit (ich ging nach mehr als einer Stunde und Ihr standet da immer noch), gingst dieser Diskussion nicht aus dem Weg, auch wenn sich Deine Stirn teilweise arg in Falten zog. Und bis heute glaube ich, dass Deine Argumente gegen den Boykott, Deine Argumente dafür, dass die Mannschaft die Unterstützung braucht, dafür gesorgt haben, dass der Boykott opportunistisch aufgehoben wurde und eine Stimmung am Millerntor herrschte, die an diesem Abend jeden Gegner in die Knie gezwungen hätte. Gespielt hast Du an diesem Abend nicht eine Minute, aber ja, Du warst die entscheidende Person für dieses Spiel und damit für den Aufstieg.

Du, der mit seiner Tasche mit der 14 drauf durchs Viertel schlurft, der VcA mit Herz und Seele unterstützt, der bei Bela B. trommelt und dem mal zeigt, wie man das macht. Ja, Marcel, Du bist St. Pauli. Und nicht die Schulte, Meeskes oder Späths dieser Welt. (Und ja, ich nenne bewusst nun Angestellte). Ich will Dich behalten, und wenn es auf dem Platz nicht mehr reicht (leider), dann will ich Dich im Notfall als was auch immer haben. Mir egal. Aber in 7 Jahren hast Du mehr für diesen Verein getan als andere Menschen in 20. Du hast seinen Charakter gelebt und geprägt.

Danke Marcel. Mach es gut, und komm irgendwann wieder zu uns.

Auch Dir, lieber Lelle

Wer erinnert sich nicht? Wir liegen 2-3 gegen Hertha zurück, Lelle wird von Krämpfen geschüttelt. Er bekommt den Ball vor der Gegengerade und versucht so etwas wie einen Sturmlauf. Der an den Krämpfen scheitert. Anscheinend gibt der Fussballgott ihm die entscheidende Eingebung: „Wenn du nicht weißt, wohin mit dem Ball, dann ins Tor“. Lelle schießt. Viel zu weit weg vom Tor, viel zu gekrampft eigentlich. Aber irgendjemand will, dass es gelingt, und das Geschoss schlägt in der Verlängerung zum 3-3 ein. Der Rest ist Geschichte.

Ich glaube, Antje machte das Foto von Deinem anschließenden Jubellauf. Eines meiner Lieblingsfotos aus 27 Jahren St. Pauli und auch zu Recht groß im Jubiläumsbuch abgedruckt. Man sieht deine Freude, deine verkrampften Finger (!) und man sieht wie wichtig dir dieses Tor für deinen Verein war.

Leider meinte der Fußballgott, Dir diesen Glücksmoment heimzahlen zu müssen, und Du hattest danach ungefähr jede blöde Verletzung, die man sich vorstellen kann. Der Beinbruch in der Vorbereitung zur ersten Zweitligasaison hat Dich wahrscheinlich viel gekostet, denn es fehlte Dir ein unglaublich wichtiges Jahr. Aber mit deinem Kampfgeist hast Du Dich immer wieder heran gekämpft, jeder Rückschlag hat dich eigentlich nur noch kämpferischer gemacht, immer vorbildlich. Und selbst wenn Du noch so stark die sportlichen Grenzen aufgezeigt bekommen hast hast Du Dich nie hängen lassen und bist auch in den 100sten aussichtslosen Zweikampf mit Arjen Robben gegangen. Solche Typen haben uns gefehlt. Leider ist Dir das Abschiedstor knapp verwehrt worden. Aber da war er wieder, der Fußballgott.

Er hat dir aber immerhin 115 Pflichtspiele (nebenbei nur zwei Tore, wenn Wikipedia stimmt) in braun-weiß gegönnt. Ich habe jedes Spiel genossen – wenn Du gespielt hast, dann wusste ich: Hier wird 90 Minuten für braun-weiß gespielt.

Würde das alles schon reichen um dich hier unvergesslich zu machen, ist es auch bei Dir das Angenehme sein neben dem Platz. Eher immer etwas zurückhaltend und still, aber alleine die ganzen Fotos mit Laila, das Interview mit ihr in dem Out of Control: Das war ehrlich, das war bodenständig, das war St. Pauli.

Ich habe mal erzählt bekommen, dass Du einen Mitspieler, der von der Politik in der Südkurve genervt war, gesagt hast, dass dies dazu gehöre bei uns. Ich weiß nicht, ob es stimmt, aber es würde zu dir passen.

Auch Du bist nicht in die Vorstadt gezogen, sondern mit Deiner Frau im Viertel geblieben und lebst hier. Deine Frau baut sich gerade eine eigene Existenz auf und gerüchteweise sollst Du da auch mal hinterm Tresen stehen. Es würde zu dir passen. „Für nix zu schade“ ist eine Floskel, die zu Dir passt.

Danke für Dein Tor, danke für Deine angenehme Art und danke dafür, dass Du sieben Jahre deine Knochen immer dann hingehalten hast, wenn man Dich brauchte. Auch für dich gilt das bei Egi gesagte, du bist St. Pauli und lebst unsere Ideale mehr, als viele andere, die sich dafür feiern lassen. Ich finde es in diesem Verein immer noch traurig, dass die 21 nicht, aber die 2 doch vergeben wird. Aber wenn einer Andre Trulsens Nummer verdient hat, dann Du.

Alles Gute, Lelle, mach es gut, und komm irgendwann wieder.

  69 Responses to “Tschüss Lelle, Tschüss Egi”

  1. Mein Auge hat grad ein Leck.

    Danke für diesen tollen Beitrag.

  2. oh nein, nach diesen zeilen könnte ich glatt weg heulen und wenn ich weinen muß kann ich nichts schreiben

    danke für diese zeilen

  3. […] Das ist so wichtig: https://www.magischerfc.de/?p=5651 – bessere Worte für den Abschied von Eger und Lechner könnte ich nicht finden, versuche es […]

  4. Danke für diese Worte! So fühle ich auch – könnte es aber nie so treffend ausdrücken…

  5. Mein Auge hat kein Leck, ich heule. Danke dafür und danke für nix, Herr Schulte. Ich schäme mich in Grund und Boden für diesen Verein, der einerseits den Kult zelebriert (siehe: Stani/Truller-Abschied, Jahrhundertelf-Poster an der HT-Baustelle, Wendettrikot, kaufen-Sie-jetzt-diese-diese-und-diese-Produkte-der-Jahr100-Kollektion), und danach still und heimlich die neben Boller größten Kämpfer der letzten 8 Spielzeiten, als es uns mies, und dann richtig richtig mies ging.

  6. …entsorgt, fehlt da zum Schluß. Mann, bin ich wütend.

  7. Wer hat denn schon wieder so viele Fliegen organisiert….komisch die Fliegen die letzten Tage öfter in meine Augen…

  8. SEHR, SEHR GUT.

  9. Das sind wochen der tragik und der text sorgt fuer noch mehr ziehen in der brust. Aber gerade wenn die wahrheit brutal ist, danke fuer den text.

  10. Ein absoluter Hammer-Beitrag! Gänsehaut und feuchte Augen inclusive. Besser kann man es nicht schreiben!

    Eine sportliche Ergänzung zu Lele: Das Tor im Pokal gegen Bochum war (wohl) kein so wichtiges wie gegen Hertha (wir führten ja schon 2-0), aber für mich das schönste Tor des magischen FC – zumindest eines der schönsten. Nach Querpass aus 30 Metern Vollspann direkt abgezogen und der Ball landet im Winkel.

  11. Könntest Du bitte die zukünftigen Abschiedsreden verfassen. Wow, bis zu diesen Zeilen hatte ich alles tränenlos überstanden, gut Trullers Abschiedsrunde tat weh, aber da saß der Schock des Auftretens beim Spiels noch zu tief.

    Vielen Dank für diese Worte, die ich zu 1910% unterschreibe!

    Die Position des Vorstandes ist hier auch wieder mal mehr als unglücklich. Und warum MAtze Hain nicht zum Ende seiner aktiven Karriere verabschiedet wurde frage ich mich bis heute.
    Das ist alles nicht mein St. Pauli.

  12. Auch ich hab den Rest vergessen gerade:

    YNWA!

  13. Danke für diese Worte! Ich bin gerade so unfassbar wütend und traurig zugleich.

  14. Hab grad nen mächtigen Klos im Hals….. Einfach nur Danke!

  15. gelesen und unterschrieben.

  16. Das nenne ich mal eine würdige Verabschiedung, Bravo!
    Du hast die absolut treffenden Worte gefunden und ich kann jeden Satz so unterschreiben!

  17. Einfach mal Danke für diesen Text!

  18. Wie hier und aktuell überall, zu recht und absolut zustimmend zu diesem Beitrag verlinkt und geschrieben wird: Lieber Norbert, 1910% sprichst Du als und für Sankt Paulianer!
    Das ist Herz, das ist Seele… UND DAS, NUR DAS IST SANKT PAULI!

    EGI………….LELE………….. 1910.000.000.000.000.000 Kehlen singen !YNWA!

  19. respekt und danke, für deinen beitrag.
    und respekt und danke für lelle und egi.
    ich hoffe, sie können es mitlesen.
    danke.

    jens

  20. DANKE!

  21. Danke für die Worte!
    So einen Abschied wie Schulte den beiden Spielern bereitet, haben Lelle und Egi nicht verdient! Stani hat schon gewußt, warum er Schulte nicht mit einem Wort in seiner Abschiedsrede bedacht hat.

  22. Genau so ist es, sehr guter Beitrag! Über die „Personalie“ Schulte und wie man in Zukunft mit ihr umgeht solltem man sich jetzt wirklich Gedanken machen…

  23. Richtig gut und voll zutreffend! Die Jungs sollten bleiben…

  24. DANKE!

    Aber die Tränen waschen die Wut nicht weg…

    In diesem Verein ist in dieser Saison so viel Schxxxx passiert, aber genau an dieser Stelle ist für mich eine Grenze überschritten worden, die niemals überschritten werden darf: Die Grenze zwischen Menschlichkeit und eiskaltem Business, oder anders gesagt, die Grenze zwischen dem FC St. Pauli und einem x-beliebigen Profi-Fußballverein. Ich für meinen Teil bin nicht geneigt, das einfach so hinzunehmen.

    Lele und Egi: Danke für alles! Auch wenn sie Euch nicht mehr bei uns kicken lassen, in unseren Herzen bleibt Ihr Helden!

  25. 🙁 Wie immer auf den Punkt!!!

    YNWA

  26. Weltklasse!!!

    DANKE!!!

    Forza St. Pauli!!!

  27. Einfach nur Danke dafür!

  28. Ich habs die ganze Zeit ohne eine Träne geschafft. Weder Stanis PK noch die Abschiedsrunde noch irgendwas… aber das jetzt war einfach zu viel.

    Danke, Norbert, besser gehts einfach nicht. :´(

  29. Besser kann man es wirklich nicht ausdrücken, bin total ergriffen von Deinen Worten. Danke dafür !!!

  30. […] der Vereinsführung: wenn Ihr wissen wollte, wie man jemanden richtig verabschiedet, dann lest mal DAS HIER beim […]

  31. Klasse Beitrag hinsichtlich der Verabschiedung der Beiden.

    Ich bin sowieso der Meinung, dass zu jedem letzten Heimspiel der Saison, die komplette Mannschaft verabschiedet werden sollte. Bei Spielern, die in der nächsten Saison DEFINITIV nicht mehr für den Verein spielen werden etwas mehr, die anderen in die Sommerpause.

    Nochmals danke für diesen Beitrag!!!!

  32. […] Magischer FC: Tschüss Lele, Tschüss Egi. […]

  33. wenn menschlichkeit nicht einmal mehr bei sankt pauli zu finden ist, gebe ich die suche nach ihr auf… dieser sport wird immer falscher.

  34. Sehr schöner Text.
    Die Sache mit den beiden schließt sich nahtlos an die Biermann-Geschichte an.

  35. Ein Schuss in mein Herz, aus meinem Herzen.
    Danke!

  36. Wahnsinn… Was für Worte!!! Danke!!!

  37. Die beiden waren St. Pauli. Keine Technik, keine Schnörkel. Das Herz am rechten Fleck schlug bei jeder Grätsche für unseren Verein!!! Danke ihr beiden, ich werde euch vermissen! IHR SEID ST. PAULI!

  38. […] an Norbert für den schönen Artikel. Zu Schulte fällt mir nichts mehr […]

  39. Hallo lieber Magischer FC Autor.
    Vielen vielen Dank für diese schönen Zeilen über mich und Egi. Es tut schon sehr weh auf wiedersehen zu sagen, aber es erfüllt mich mit stolz jemals für unseren FC St.Pauli gespielt zu haben und einer von euch zu sein.
    Ich kann mich nur für die letzten 7 Jahre bei allen bedanken. Es war eine tolle Zeit in der es nicht immer nur bergauf ging.
    Die Zeit hat mich geprägt. Ich werde mein Leben lang St.Paulianer sein.

    Forza St. Pauli
    Lelle

  40. Dieser Text ist so Sankt Pauli, mein Sankt Pauli! Ich bin ergriffen und bewegt.
    Danke Norbert

  41. Danke! Wahre Worte gelassen ausgesprochen! Egi dein Tor hatte meinen zweitlautesten Jubler diese Saison…

  42. EINFACH DANKE !!!!!!!!!!!!!

  43. Über weite Strecken wie mir aus der Seele gesprochen. Danke dafür!

    Auch wenn Egis fußballerische Möglichkeiten in Liga Eins offenkundig mehr als nur an ihre Grenzen stießen – es tut mir leid – ganz besonders auf diese Art und Weise – um einen, der sich für nichts zu schade ist; auf dem Platz und daneben.
    Keine Sau mag sich mehr erinnern, aber Marcel hat mir einen verloren geglaubten Abend gerettet: Dezember 2008 – Heimspiel gegen Koblenz (?), Braun-Weiß hat kurz vor Schluss den 2-2 Ausgleich erzielt, das Spiel lässt über die volle Distanz sehr zu wünschen übrig und das Wetter ist gelinde gesagt unter aller Kanone (Schneeregen aus Kübeln und man will überall sein, nur nicht hier und vor allem DRINNEN!), jeder wartet bereits sehnsüchtig auf den Schlusspfiff, aber Egi geht nochmal mit nach vorn und haut das Ding in der 93. Minute in die Maschen – nass, aber glücklich. Danke, Alter!

    Man verliert hier ohne Not einen Typen. Leider. Mach’s gut!

    Und um Lelle tut es mir besonders leid. Seit meiner ersten Saison anno ’06/’07 hatte ich ihn vom ersten Spiel an in mein Herz geschlossen (seine furiosen Auftritte im Pokal der Saison zuvor waren mir natürlich nicht verborgen geblieben) – einer, der immer noch dem letzten verloren geglaubten Ball nachgrätscht, wenn alle anderen bereits über ihre Zunge stolpern. Der sich immer noch ein Herz fasste, wenn seine Kollegen bereits der Hoffnung den Stecker gezogen haben. Der sich für das Team opfert, wenn er die letzte Bastion zwischen Gegner und dem eigenen Kasten ist. Dessen St. Pauli-Comix-Konterfei noch immer an meinem Spind geheftet ist.

    Ich werde deine (in dieser Saison leider selten gewordenen) Auftritte schmerzlich vermissen. Thanks a million for your tireless effort, mate!

  44. Mehr Worte bedarf es eigentlich nicht, ausser vielleicht:“ So langsam geht mir der Vorstand und der Schulte echt aufn Sa**.

  45. Petition! Für Lele & Egi!

  46. Auch wenn sie in der FC-St.Pauli-Blogger- und Blog-Kommentierer-Szene eher wenig üblich zu sein scheinen, einige kritische Anmerkungen:

    Sooo schlecht fand ich die beiden auch nicht, dass es vollkommen abwegig gewesen wäre, mit dem neuen Trainer eine Vertragsverlängerung zu erörtern.

    Und vorrauszusetzen, dass der mittwochs verpflichtete Trainer, der noch woanders seinen Job zu erledigen hat, bis Freitag in seiner Kaderplanung für den Eventualfall 2. Liga soweit fortgeschritten ist, um den Daumen zu senken, dies mit Helmut Schulte bespricht, und dieser einen Termin mit den beiden vereinbart, halte ich für sehr anspruchsvoll. Und dass das eventuell in den 2 Tagen nicht geschafft worden ist, als Ausrede abzutun, und stattdessen Schultes Neid auf den Applaus als Grund anzunehmen, scheint mir doch ein wenig an den Haaren gezogen zu sein.

    Aus diesem Grund Schulte zu beschimpfen und Rücktritt zu fordern, ist lächerlich. (Wenns der Tropfen ist, der ein Fass, dessen Inhalt ich nicht kenne, zum Überlaufen bringt, o.K..)

    Und: Ich find es auch wirklich sehr schade, dass Marcel und Lelle gehen, und auch dass wir sie Samstag nicht verabschieden konnten. Der jetzt entstandende Hype, von wegen Jahre lang die Knochen hingehalten, unmenschlicher Verein usw. vermießt mir die Trauer. Nur aus Altruismus haben sie auch nicht für uns gespielt.

    Obwohl ich echt gern bei der wie auch immer noch kommenden Verabschiedung dabei wäre, aber auf eine Kundgebung gegen den fiesen Profi-Fußball hab ich kein Bock.
    Ich hoffe sehr, und glaube auch, dass sich sowohl Marcel als auch Lelle bei allen Unstimmigkeiten, die sich in letzter Zeit ergeben haben mögen, nicht als arme Opfer eines unmenschlichen Business gerieren, als die sie stililisiert werden.

    Die „Nachrufe“ sind allerdings wirklich sehr gelungen.

  47. Hallo Kastenmeier,

    natürlich kann man das so sehen wie du. Ich bin ja nun nicht in Besitz der allheilbringenden Wahrheit. Daher danke für deinen Kommentar gerade sachliche kritische Kommentare schätze ich. Ich möchte dir trotzdem inhaltlich antworten und ein zwei Sätze zu deinen Argumenten erwidern.

    Du schriebst:
    „Und vorrauszusetzen, dass der mittwochs verpflichtete Trainer, der noch woanders seinen Job zu erledigen hat, bis Freitag in seiner Kaderplanung für den Eventualfall 2. Liga soweit fortgeschritten ist, um den Daumen zu senken, dies mit Helmut Schulte bespricht, und dieser einen Termin mit den beiden vereinbart, halte ich für sehr anspruchsvoll. Und dass das eventuell in den 2 Tagen nicht geschafft worden ist, als Ausrede abzutun, und stattdessen Schultes Neid auf den Applaus als Grund anzunehmen, scheint mir doch ein wenig an den Haaren gezogen zu sein.“

    Ich würde das Zeitargument als Überzeugend ansehen, wenn die Entscheidung in zwei Wochen oder so gefallen wäre. Denn das Schubert sich in den Verein erst einarbeiten muss, das ist ohne Frage. Nur ich frage mich in dem jetzt gesehen Zeitablauf: Welche Erkenntnis hatte man Montag, die man nicht auch Freitag schon hatte? Immer wohlgemerkt: Dazwischen lag ein Wochenende, bei dem auch Schubert in seinem Verein tätig sein musste, so dass er garantiert keine Spiel(er)analyse beim FC gemacht hat.

    Auch am Montag wird sich Schubert auf die Expertise von Schulte verlassen haben müssen. Und daher bleibt mein Vorwurf: Das hätte man alles (insbesondere bei moderner Kommunikationstechnik) vor dem letzten Heimspiel klären können und den beiden so einen würdigen Abschied ermöglichen können.

    So stinkt es für mich zum Himmel. Mal ganz davon ab, dass man sich immer wieder Fragen muss, warum wir einen (im Notfall hochbezahlten) Sportchef haben, wenn dieser nichts ohne Trainer entscheiden will. Das ist ein Geschäftsführerposten!

    Du schriebst:
    „Aus diesem Grund Schulte zu beschimpfen und Rücktritt zu fordern, ist lächerlich. (Wenns der Tropfen ist, der ein Fass, dessen Inhalt ich nicht kenne, zum Überlaufen bringt, o.K..)“

    Natürlich, ich gehe mit Schulte hart ins Gericht und wäre dies eine einmalige Sache, dann müsste man den Vorwurf der Lächerlichkeit definitiv ernst nehmen. Nur wir sind uns im klaren, dass dies nicht die erste Geschichte ist, die sauerst aufstößt. Und um gleich das Argument der Branchenüblichkeit (welches du ja nicht benutzt) aufzunehmen: Ich will nicht, dass der FC branchenüblich ist und es ist sein „Markenkern“ eben nicht branchenüblich zu sein. Branchenüblich wäre auch ein Verkauf des Stadionnamens und eine Ballermannmusikshow.

    Du schriebst:
    „Ich hoffe sehr, und glaube auch, dass sich sowohl Marcel als auch Lelle bei allen Unstimmigkeiten, die sich in letzter Zeit ergeben haben mögen, nicht als arme Opfer eines unmenschlichen Business gerieren, als die sie stililisiert werden.“

    Im Kern geht es nicht darum, ob sie Opfer sind, dazu stilisiert werden oder nicht. Im Kern geht es um so etwas wie Würde, Menschlichkeit und Anstand. Wir bewegen uns in einem Haifischbecken und das dort auch mal Menschen gehen müssen, die menschlich absolut super sind, das verstehe ich auch. Nur dann muss man das würdig, mit Anstand und Menschlich machen. Das verlange ich vom FC. Und zwar als sine qua non. Natürlich hänge ich das hoch auf, aber dies ist mir eben sehr wichtig.

    Grüße

  48. Danke Kastenmeier fürs ausdrücken dessen, was mir auch durch den Kopf ging.

    Danke Norbert für die Worte über die Spieler.

    Irgendwie gefällt mir nicht, was im Moment passiert.

  49. Auch ich habe die letzten Wochen ziemlich emotionslos, weil enttäuscht überstanden. Aber die Schilderung von Lelle’s Ausgleichstor hat auch mir feuchte Augen beschert. Weil dieses Spiel das vielleicht emotionste und geilste von unzähligen Spielen war, die ich je am Millerntor erlebt habe. Und Lelle hat ein gehöriges Stück dazu beigetragen.
    Danke dafür! Lelle und Egi SIND St.Pauli. Alle anderen, die sich in dem Kult-Hype sonnen sind es nicht. Helmut Schulte schon überhaupt garnicht. So ein Verhalten ist einfach nur schäbig. Der Mann muss weg!

 Leave a Reply

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

(required)

(required)

Blue Captcha Image
Refresh

*