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Dit und Dat

oder

kommentierte Zitateschau

Dauerkarten nur für Beständler

Das Kartencenter in seiner Heiligkeit schreibt:

„Schon jetzt steht allerdings fest, dass Dauerkarten nur verlängert werden können, neue Dauerkarten werden nicht in den Verkauf gegeben.

Was mich an diesem Satz stört? Bereits bevor man weiß, wie viele Dauerkarten man absetzt, legt man fest, dass man auch nur so viele haben will. Damit geht die schleichende Umwandlung von Dauerkarten in Einzelkarten und/oder Saisonpakete, die ich bereits mehrfach angeprangert habe weiter. Den Fanvertretern wird dann immer die Mär von 15.000 Dauerkarten, die ständig verlängert werden aufgetischt, aber der Verein selber gibt ja zu, dass dies nicht stimmt, wie ich hier schon mal feststellte.

Was geschieht hier? Ganz einfach, der Verein will nicht den Spatz in der Hand (Dauerkarte), sondern er will das renditestärkere Einzelticket und das renditestärkere Saisonpaket. Er will eben keine Dauerkunden mehr, er will Wechselkunden. (Am besten noch mit weniger Bindung an den Verein, dann nerven die nämlich als aktive Fans nicht). Höheres Risiko (nämlich den Nichtverkauf der Einzeltickets), aber der süße Geruch von höherem Gewinn. Kapitalismus pur.

Man verstehe mich bitte nicht falsch: Ich will auch nicht, dass das Millerntor ein closed shop wird, der nur durch eine Dauerkarte betretbar ist. Ein ausgewogenes Verhältnis von Dauerkarten zu Einzelkarten ist aus meiner Sicht dringend notwendig. Aber die hier vom Verein geübte Intransparenz und die bewussten verdecken der wahren Zahlen gegenüber Fanvertretern ist nur ein Versuch aus meiner Sicht die eigentlichen Ziele (mehr Gewinn! eine heimliche Preiserhöhung) zu verdecken. Ein ausgewogenes Verhältnis wird hier nicht angestrebt. Hier muss endlich ein transparentes System mit den Fanvertretern gefunden werden, was dann auch veröffentlicht wird. So lange traue ich dem Verein keinen Millimeter! Hinzu kommt noch eine Verkaufspraxis der Einzelkarten, die extrem kundenunfreundlich ist, wie hier auch schon mehrfach angerissen.

Das absurde ist: Gerade im Bereich der Auswärtskarten hat der Verein diese Saison vorbildlich vorgemacht, dass man diese Transparenz einführen kann und haben kann. Wie man Karten verteilt, darüber kann man immer mit guten Argumenten streiten, aber die Zahlen transparent zu machen, dass kann doch nicht so schwer sein, oder?

Noch etwas nervt: Erneut sind wir ungefähr der letzte Verein, der Dauerkarten verkauft. Geld auf der Bank bringt Zinsen, eine Feststellung, die sich beim FC St. Pauli noch nicht durchgesetzt hat.

Zu Spät(h) für vernünftiges Handeln

Vielleicht habt auch ihr euch gewundert, dass die Abschiedspapierschals, die massenhaft beim letzten Heimspiel verteilt wurden unten rechts einen schwarzen Strich aufwiesen. Dazu verweise ich jetzt mal auf den Beitrag des hochgeschätzten Users MacX im Forum, dessen Wahrheitsgehalt ich nicht überprüfen will und werde, denn ich weiß, wer da was schreibt:

„Es waren das Logo des Flyerproduzenten (weil dann billiger) und die Namen von 4 Fanszenelokalitäten (Knust, Jolly Roger, Weinbar, Raval) aufgedruckt. Die 4 haben keine Kohle dafür gezahlt, sondern wurden vom Initiator aus reiner Sympathie genannt. Das hat der Verein mitbekommen und die Choreo unter den Umständen untersagt. Somit machten sich am Samstag Nachmittag und Abend 15 Leute mit Edding bewaffnet über fast 18.000 Papierschals her und strichen die die besagte Zeile durch.

Soweit mein Kenntnisstand.

(Falls das ein Offizieller liest und hinzufügen möchte das der Verein
damit streng nach den Leitlinien gehandelt habe:

1. Interessieren die euch sonst auch eher selten, oder sind im
Zweifelsfall „Auslegungssache“. Hier merkwürdiger Weise nicht.

2. Interessiert mich euer ewig kleinkariertes Gesabbel sowieso herzlich
wenig!)

Zu seinen Schlussfolgerungen (unter der Hypothese, dass der Sachverhalt wahr ist) vielleicht doch kurz ein paar Sätze: Bei dem Flyerproduzenten kann man gerne stärker geteilter Meinung sein, als er es ist, denn in diesem Bereich haben wir immerhin einen sehr teuren Sponsor, der höchstwahrscheinlich ein Exklusivrecht hat. Diese modernen Exklusivrechte kann man bedauern, aber dem ist dann leider so. Da war der Produzent vielleicht auch ein bisschen blauaugig. Im Bereich Gastro haben wir einen solchen Partner definitiv nicht, so dass dieses Argument (welches ich halt zählen lassen würde) entfällt.

Und natürlich hat er Recht: Verstößt man selber, ist es Auslegungssache, verstößt ein anderer, dann muss es härtest nach dem Wortlaut des „Gesetzes“ sein. Traurig, traurig. Auch gerade weil alle genannten Institutionen nicht unwesentlich zu dem Image beitragen, welches die Meeskes, Späths und Wegmanns dieser Welt so gerne vermarkten.

Das Abendblatt kann man heute (11.05.11) zwischen den Zeilen lesen

Ich nehme mir jetzt mal das Zitatrecht raus, auch wenn die Axel Springer AG gerade in diesem Bereich beginnt Leute sehr schnell abzumahnen. Meines Erachtens rechtlich vollkommen unhaltbar, aber wundert euch nicht, falls ich irgendwann in nächster Zeit um Spenden bitte. Und wenn die Axel Springer AG der Meinung ist, sie brauche keine Zitierung ihrer Publikationen und die damit immer verbundene Werbung nicht, dann gibt es hier jetzt auch nicht die Empfehlung sich doch mal das Abendblatt von Heute zu kaufen oder Online zu lesen (daher auch keine Verlinkung), denn Lutz Wöckener übt sich heute in der hohen Kunst des „Zwischen den Zeilen schreiben.“ Hier nur vier kleine Ausschnitte aus seinem Artikel, die – bewusst gelesen – für sich selbst sprechen. Ich merke trotzdem ein zwei Sachen jeweils an:

„aber es sind viele Kleinigkeiten vorgefallen. Das alles hat dann in dem Spiel gegen Bayern seinen Ausdruck gefunden.“ (zitiert er die Aussagen von Fabio Morena)

Viele Kleinigkeiten soll heißen: Es ist abseits das Platzes soviel Scheiße gelaufen, dass alle nur genervt sind. Wöckener sagt dann, dass Morena keine Namen nenne, weil er eben ein Guter ist (meine Wertung des geschriebenen). Wöckener nennt auch keine Gründe, macht sie aber doch deutlich bestimmbar:

Auf Spielerebene mit zwei kleinen Sätzen:

„Angedachte Verstärkungen erwiesen sich als Brunnenvergifter.“

„Und so wird Holger Stanislawski in Mainz wohl nur eine Einheit auf den Platz bekommen, wenn er auf vermeintliche Leistungsträger verzichtet.“

Wen würdet ihr jetzt aufstellen und wen nicht? Ich werde mich hüten jetzt irgendwelche Namen fallen zu lassen, aber ich denke jeder, der dies liest hat nun ungefähr die gleichen Namen im Kopf, die er in Mainz nicht spielen lassen würde.

Aber auch das Umfeld der Mannschaft bekommt sein Fett weg. Morena wird von Wöckener mit folgendem Satz zitiert:

„Das sind Sachen, die du als Einzelner nicht mehr steuern, nicht mehr greifen kannst. Auch nicht als Trainer.“

Wer fehlt da? Richtig der Manager! Ob im Original nicht genannt oder von Wöckener weggelassen? Man kann es nicht sagen. Und wer den Vorwurf noch nicht verstanden hat, dem gibt Wöckener noch folgenden Satz an die Hand, den er einfach so im Bericht stehen lässt:

„Keine Kommunikation, keine Ahnung.“

Muss man nicht erläutern, wen Wöckener da meint, oder? Sind die Vorwürfe berechtigt? Wir wissen es nicht (siehe letztes Blogpost), aber spannend ist es schon, wie deutlich sie in eine doch sehr wissende Zeitung geschrieben sind.

Und nun nehme man sich die Hamburger Morgenpost und sich mal das Interview mit Morena an. Ich gehe mal davon aus, dass der nicht erst mit dem Abendblatt und dann mit der MoPo gesprochen hat, sondern mit beiden gleichzeitig. Das wäre allemal die normale Praxis in Hamburg. Spannend, wie die MoPo das im Endeffekt glattbügelt, oder?

Die MoPo Meldung…

… das Lelle und Eger heute nahegelegt bekommen haben, dass man nicht mehr mit ihnen plane, kommentiere ich nicht, so lange dies nicht offiziell ist.

Sachsen Leipzig bleibt Gehirnfrei

Sich mit dem Leipziger Fußball zu befassen bringt einen um. Die Fronten sind einem nicht so wirklich klar und die grüne Seite des Fußballs (wo eigentlich auch mal die Guten beheimatet waren), hat sich in ihre Atome aufgespalten und Metastasen gebildet, die einfach nur abscheulich sind. In dieser Melange fühlt sich der Chemieblogger heimisch (was ungleich „wohl“ ist) und schreibt einen sehr lesenswerten Blog, den ich nur deswegen nicht häufiger lese, weil mir Leipzig ferner ist, als ungefähr alles andere auf diesem Fußballplaneten.

In diesem Blog fand man letztens ein Foto eines Verkaufsstandes, der sich (wenn ich es richtig verstehe) auf dem Vereinsgelände bei einem Spiel des FC Sachsen Leipzig breit gemacht hatte. Und dort fand man das unfassbar ekelige Shirt „Fussball bleibt homofrei.“ Kommentar? Überflüssig! Ermittlungen des DFB? Wo denkt ihr hin? Auch für die antisemitischen Ausfälle von Dynamo Dresden blieb es bei einer harmlosen Geldstrafe. Was folgen wir daraus? In Sonntagsreden macht sich Antidiskriminierung immer gut, im echten Leben will der DFB sie aber nur dort, wo sie niemandem weh tut. Eine abscheuliche Haltung.

5 Kommentare

  1. Die MoPo-Meldung wäre der letzte Tropfen, der bei mir in Sachen Vereinsführung das Faß zum Überlaufen bringen würde. So geht man mit verdienten FCSPlern nicht um – ich verlange bei Verabschiedungen von Ikonen den Präsidenten, bei Altgedienten deutliche Ansagen und offizielle Verabschiedungen zur rechten Zeit daheim – und nicht solch unwürdigen Spielchen. Das Biermann-Buch sollte ich wohl mal lesen…

    Das mit dem Papierschal war ja auch so eine Sache – Flyerproduzent, okay, aber der Rest? Und wäre da nicht auch eine Einigung mit dem Sponsor zumindestens als Versuch möglich gewesen? Wirkt alles seltsam.

    Da läuft gerade wieder ein Faß über…

  2. Und gute Worte auch zu den Dauerkartenthema. Wobei ich ja schon glücklich wäre, wieder am Millerntor sein zu dürfen, alo bei verlängerter Saisonkarte. Man muß ja nehmen, was man kriegen kann.

    Oh, ein Teilrückbau der VIP-Sitze wäre in dem Zusammenhang auch mal stark angebracht.

  3. Diese Einzelkarten und Saisonpaketts gehen klar in der Richtung von dem Englisch Model. Fans die nur zur ein oder zwei Spiele pro Saison gehen, sind bereit mehr für den Eintrittspreis zu bezahlen und brauchen Souvenirs (Fotos vom Spiel, Souvenir „Freundshaft“ Schals von dem Spiel, Trikots, Getränke und und und). Umsatz pur!
    Und durch Berichte wie Football Focus auf dem BBC können sie Werbungen für den „Kult Erlebnis“ für umsonst machen. Die neue Gegengerade wird bestimmt ein kleines Hotel auch anbieten 😉
    Das einzige Problem ist das sowas wird die Atmosphäre schwacher machen (als Beispiel guck den Europapokal Halbfinal zwischen United und Schalke an – keine Sau hat gesungen weil sie zu viel beim Fotografieren waren) und das wird nicht nur unsere Spielerlebnis schlechter machen aber wird auch den Millerntor Roar/einzig Artiges „Brand“ (im scheiss Marketingsprache) verwässern.
    Trotz SozialRomantiker lauft der Kommerz noch weiter und gravierender. Der einziger Vorteil ist zwar, dass in der 2. Bundesliga braucht den Verein uns, den unerwunschten billig Karten Besitzern, etwas mehr – nun haben wir mehr Einfluss und wir sollten es benutzen.

  4. Jan Jan

    Man man man, da kommt einem doch schon wieder alles hoch……
    Was soll das? Das noch mehr wie die 2 versbschiedeten Spieler gehen war absehbar, aber warum nun Lechner und Eger? Bei Klassenerhalt und Einstufung als nicht 1. Liga tauglich das eine, aber nach Abstieg und dem eh schon befürchteten Weggang der meisten Stützen der Mannschaft versteh ich dies nicht. Und wenn diese Aussage schon so deutlich und so früh kommt, warum dann nicht vor dem letzten Heimspiel? Mag man zu beiden Spielern stehen wie man will, aber da gehört sich eine Ordentliche Verabschiedung nach dieser Zeit. Und wie hier erwähnt, warum nicht Geradr Stani und Truller als altgediente und Ikonen des Vereins da nicht noch mjehr bekommen haben, als alle anderen Spieler das nach nur einem Jahr auch bekommen mag verstehen wer will, ich nicht.
    Das mit den DK`s ist noch mal ne ganz andere Sache.
    Jolly Rouge wird wohl echt noch ne weile bleiben und eher noch mal kräftig zum Beginn der neuen Saison belebt werden müssen.

  5. […] Warum, sollte klar sein … wenn man die Wahrnehmung des „geschickt Ausbremsens“ weiterhin zulässt, ist klar, dass folgendes fortgesetzt werden wird: „Was geschieht hier? Ganz einfach, der Verein will nicht den Spatz in der Hand (Dauerkarte), s… […]

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