Mai 112011
 

oder

Schulte, Sie passen nicht in diesen Verein, bitte treten Sie umgehend zurück!

Vorwort

Bevor es nicht offiziell ist, kommentiere ich Spieler-Verabschiedungen nicht. Das ist ein eisernes Gesetz. Und nur sehr wenigen Spielern würde ich überhaupt einen eigenen Beitrag widmen.

Aber hier gehen zwei Spieler unter Umständen, für die man sich einfach nur schämen muss.

Ja, die Ultras hinterweltlerisch Berlin würden uns nun wieder vorwerfen, dass es kein richtiges Leben im falschen gibt, aber die können ja mit ihrer verqueren Besserwisserlogik gerne mal bei Lorbeer Rothenburgsort ankommen. Die würden keine 10 Sekunden dort bleiben am Stammtisch in Rothenburgsort. (Toller Platz nebenbei)

Herr Schulte, mit Verlaub, Sie sind…

Ja, wir spielen im Profifussball – in einem Haifischbecken, wo nur wenig Platz für Menschlichkeit ist. Aber diesen kleinen Platz, der dort ist, den muss man nutzen. Oder anders ausgedrückt: Könntet Ihr Euch vorstellen, dass Uli Hoeness Spieler unverabschiedet gehen lassen würde, die weder im Streit gehen noch sich jemals hängen liessen und die 7 Jahre ihre Knochen hingehalten haben? Ich nicht.

Und wenn Verantwortliche dieses kleine bisschen Menschlichkeit vermissen lassen, dann haben sie bei uns nichts zu suchen. Und dieser Vorwurf geht an Sie, Herr Schulte. Gehen Sie, verschwinden Sie einfach aus dem Verein, der mir und der Lelle und Egi soviel bedeutet.

Nein, die Ausrede „der neue Trainer muss doch erstmal planen“ lasse ich nicht gelten. Jeder Blinde mit einem Krückstock konnte sehen, dass es für die beiden sportlich eng wird und es wäre Ihre ehrenvollste Aufgabe gewesen, sofort nach der Unterzeichnung mit Schubert zu klären, ob und wie die beiden noch gebraucht werden. Und dies vor dem letzten Heimspiel, um die beiden wenigstens angemessen zu verabschieden. Denn dies hätten die beiden verdient. Viel mehr als Bastian Oczipka und Richard Sukuta-Paso. Warum? Das können Sie gerne noch mal nachlesen, hier jetzt gleich. Die Entscheidung Montag oder Dienstag nach dem letzten Heimspiel zu fällen, das ist Absicht. Ja, ich unterstelle Ihnen da was, aber die Argumente sind auf meiner Seite.

Absicht? Ja, ich unterstelle noch mehr: Publikumslieblinge, die Sie nicht geformt haben, die Sie nicht selber sind? Ist ja unangenehm. In Ihnen kocht anscheinend der Neid. Den Applaus können Sie anscheinend nicht gönnen. Menschlich sehr schwach. Unerträglich schwach.

Nein, das ist nicht mein St. Pauli. Mein St. Pauli, das menschliche Antlitz im falschen Leben. Herr Schulte, Sie sind untragbar für mich, gehen Sie. Weit weg. In einen Verein, der sich einfach nur über seinen sportlichen Erfolg definiert. Hier haben Sie nichts verloren.

Und die lauten Rufe „Schulte raus“, die nun hoffentlich in Mainz ertönen, die haben Sie sich redlich verdient. Und glauben Sie mir, ich fordere sonst nie den Kopf eines Verantwortlichen. Zumindest habe ich es lange nicht mehr. Nein, es geht nicht um „Erfolg“, um „Qualität“ es geht um Menschlichkeit. Und die fehlt Ihnen.

Und ja, mir ist der Abschied vor einem vollen Millerntor, würdig und laut, der ist mir wichtig. Wichtiger als vieles. Das kann man nicht durch ein Abschiedstestspiel ersetzen. Und so klingen die salbungsvollen Worte von Orth (!!!!) auch hohl: „Es ist uns wichtig, dass wir beide gemeinsam mit unseren Fans würdig verabschieden“, so Orth. Wie, wo und wann die Verabschiedung genau stattfinden wird, wird in den nächsten Tagen besprochen.“. Tja Herr Schulte, nicht einmal auf der offiziellen HP lassen Sie sich irgendwie lobend zitieren. „Schwer gefallen“ wie lächerlich, wie hohl, wie nichtssagend. Nein, Sie sind nicht St. Pauli. Wo haben Sie bloss den Helmut der 80er Jahre gelassen?

Lieber Egi

Marcel Eger, 23.03.1983 irgendwo geboren, 110 Pflichtspiele für braun-weiß, davon die wenigsten in den letzten Saisons. Und trotzdem ein Garant des Aufstieges. Warum?

Ja, lieber Egi, ich werde diesen Tag nie vergessen, und an diesem Tag habe ich Dich endgültig in mein Herz geschlossen. Es war kurz vor dem entscheidenden Spiel am Montagabend gegen Augsburg. USP hatte schon verkündet, dass sie den 20-Minuten-Boykott auch bei diesem Spiel durchziehen würden und Du standest vor dem Fanladen und diskutiertest, als ich da in ganz anderer Sache hinkam. Ich weiß nicht, ob Du zufällig da warst, ob geplant, ob aus eigenem Antrieb oder als Botschafter der Mannschaft. Aber Du warst da, stelltest Dich alleine gut fünf bis zehn aufgebrachten Ultras (pauschalisiert) und Ihr diskutiertet. Und zwar mal ärgerlich, mal lautstark. Und ich glaube, Ihr seid an diesem Tag nicht mal zu einer Meinung gekommen. Aber Du nahmst Dir die Zeit (ich ging nach mehr als einer Stunde und Ihr standet da immer noch), gingst dieser Diskussion nicht aus dem Weg, auch wenn sich Deine Stirn teilweise arg in Falten zog. Und bis heute glaube ich, dass Deine Argumente gegen den Boykott, Deine Argumente dafür, dass die Mannschaft die Unterstützung braucht, dafür gesorgt haben, dass der Boykott opportunistisch aufgehoben wurde und eine Stimmung am Millerntor herrschte, die an diesem Abend jeden Gegner in die Knie gezwungen hätte. Gespielt hast Du an diesem Abend nicht eine Minute, aber ja, Du warst die entscheidende Person für dieses Spiel und damit für den Aufstieg.

Du, der mit seiner Tasche mit der 14 drauf durchs Viertel schlurft, der VcA mit Herz und Seele unterstützt, der bei Bela B. trommelt und dem mal zeigt, wie man das macht. Ja, Marcel, Du bist St. Pauli. Und nicht die Schulte, Meeskes oder Späths dieser Welt. (Und ja, ich nenne bewusst nun Angestellte). Ich will Dich behalten, und wenn es auf dem Platz nicht mehr reicht (leider), dann will ich Dich im Notfall als was auch immer haben. Mir egal. Aber in 7 Jahren hast Du mehr für diesen Verein getan als andere Menschen in 20. Du hast seinen Charakter gelebt und geprägt.

Danke Marcel. Mach es gut, und komm irgendwann wieder zu uns.

Auch Dir, lieber Lelle

Wer erinnert sich nicht? Wir liegen 2-3 gegen Hertha zurück, Lelle wird von Krämpfen geschüttelt. Er bekommt den Ball vor der Gegengerade und versucht so etwas wie einen Sturmlauf. Der an den Krämpfen scheitert. Anscheinend gibt der Fussballgott ihm die entscheidende Eingebung: „Wenn du nicht weißt, wohin mit dem Ball, dann ins Tor“. Lelle schießt. Viel zu weit weg vom Tor, viel zu gekrampft eigentlich. Aber irgendjemand will, dass es gelingt, und das Geschoss schlägt in der Verlängerung zum 3-3 ein. Der Rest ist Geschichte.

Ich glaube, Antje machte das Foto von Deinem anschließenden Jubellauf. Eines meiner Lieblingsfotos aus 27 Jahren St. Pauli und auch zu Recht groß im Jubiläumsbuch abgedruckt. Man sieht deine Freude, deine verkrampften Finger (!) und man sieht wie wichtig dir dieses Tor für deinen Verein war.

Leider meinte der Fußballgott, Dir diesen Glücksmoment heimzahlen zu müssen, und Du hattest danach ungefähr jede blöde Verletzung, die man sich vorstellen kann. Der Beinbruch in der Vorbereitung zur ersten Zweitligasaison hat Dich wahrscheinlich viel gekostet, denn es fehlte Dir ein unglaublich wichtiges Jahr. Aber mit deinem Kampfgeist hast Du Dich immer wieder heran gekämpft, jeder Rückschlag hat dich eigentlich nur noch kämpferischer gemacht, immer vorbildlich. Und selbst wenn Du noch so stark die sportlichen Grenzen aufgezeigt bekommen hast hast Du Dich nie hängen lassen und bist auch in den 100sten aussichtslosen Zweikampf mit Arjen Robben gegangen. Solche Typen haben uns gefehlt. Leider ist Dir das Abschiedstor knapp verwehrt worden. Aber da war er wieder, der Fußballgott.

Er hat dir aber immerhin 115 Pflichtspiele (nebenbei nur zwei Tore, wenn Wikipedia stimmt) in braun-weiß gegönnt. Ich habe jedes Spiel genossen – wenn Du gespielt hast, dann wusste ich: Hier wird 90 Minuten für braun-weiß gespielt.

Würde das alles schon reichen um dich hier unvergesslich zu machen, ist es auch bei Dir das Angenehme sein neben dem Platz. Eher immer etwas zurückhaltend und still, aber alleine die ganzen Fotos mit Laila, das Interview mit ihr in dem Out of Control: Das war ehrlich, das war bodenständig, das war St. Pauli.

Ich habe mal erzählt bekommen, dass Du einen Mitspieler, der von der Politik in der Südkurve genervt war, gesagt hast, dass dies dazu gehöre bei uns. Ich weiß nicht, ob es stimmt, aber es würde zu dir passen.

Auch Du bist nicht in die Vorstadt gezogen, sondern mit Deiner Frau im Viertel geblieben und lebst hier. Deine Frau baut sich gerade eine eigene Existenz auf und gerüchteweise sollst Du da auch mal hinterm Tresen stehen. Es würde zu dir passen. „Für nix zu schade“ ist eine Floskel, die zu Dir passt.

Danke für Dein Tor, danke für Deine angenehme Art und danke dafür, dass Du sieben Jahre deine Knochen immer dann hingehalten hast, wenn man Dich brauchte. Auch für dich gilt das bei Egi gesagte, du bist St. Pauli und lebst unsere Ideale mehr, als viele andere, die sich dafür feiern lassen. Ich finde es in diesem Verein immer noch traurig, dass die 21 nicht, aber die 2 doch vergeben wird. Aber wenn einer Andre Trulsens Nummer verdient hat, dann Du.

Alles Gute, Lelle, mach es gut, und komm irgendwann wieder.

Mai 112011
 

Zu Verkaufen:

Fahrt Hamburg – Mainz – Hamburg

Mit dem ICE Abfahrt: 8:00 Ankunft Mainz 12:55 Zurück 20:00 Ankunft Hamburg 01:00

VB: 90 Euro

Bei Interesse Mail an Kontakt

Disclaimer: Ich bin nur Vermittler, Details sind dann mit dem Anbieter (ein Freund von mir) zu klären

Mai 112011
 

oder

kommentierte Zitateschau

Dauerkarten nur für Beständler

Das Kartencenter in seiner Heiligkeit schreibt:

„Schon jetzt steht allerdings fest, dass Dauerkarten nur verlängert werden können, neue Dauerkarten werden nicht in den Verkauf gegeben.

Was mich an diesem Satz stört? Bereits bevor man weiß, wie viele Dauerkarten man absetzt, legt man fest, dass man auch nur so viele haben will. Damit geht die schleichende Umwandlung von Dauerkarten in Einzelkarten und/oder Saisonpakete, die ich bereits mehrfach angeprangert habe weiter. Den Fanvertretern wird dann immer die Mär von 15.000 Dauerkarten, die ständig verlängert werden aufgetischt, aber der Verein selber gibt ja zu, dass dies nicht stimmt, wie ich hier schon mal feststellte.

Was geschieht hier? Ganz einfach, der Verein will nicht den Spatz in der Hand (Dauerkarte), sondern er will das renditestärkere Einzelticket und das renditestärkere Saisonpaket. Er will eben keine Dauerkunden mehr, er will Wechselkunden. (Am besten noch mit weniger Bindung an den Verein, dann nerven die nämlich als aktive Fans nicht). Höheres Risiko (nämlich den Nichtverkauf der Einzeltickets), aber der süße Geruch von höherem Gewinn. Kapitalismus pur.

Man verstehe mich bitte nicht falsch: Ich will auch nicht, dass das Millerntor ein closed shop wird, der nur durch eine Dauerkarte betretbar ist. Ein ausgewogenes Verhältnis von Dauerkarten zu Einzelkarten ist aus meiner Sicht dringend notwendig. Aber die hier vom Verein geübte Intransparenz und die bewussten verdecken der wahren Zahlen gegenüber Fanvertretern ist nur ein Versuch aus meiner Sicht die eigentlichen Ziele (mehr Gewinn! eine heimliche Preiserhöhung) zu verdecken. Ein ausgewogenes Verhältnis wird hier nicht angestrebt. Hier muss endlich ein transparentes System mit den Fanvertretern gefunden werden, was dann auch veröffentlicht wird. So lange traue ich dem Verein keinen Millimeter! Hinzu kommt noch eine Verkaufspraxis der Einzelkarten, die extrem kundenunfreundlich ist, wie hier auch schon mehrfach angerissen.

Das absurde ist: Gerade im Bereich der Auswärtskarten hat der Verein diese Saison vorbildlich vorgemacht, dass man diese Transparenz einführen kann und haben kann. Wie man Karten verteilt, darüber kann man immer mit guten Argumenten streiten, aber die Zahlen transparent zu machen, dass kann doch nicht so schwer sein, oder?

Noch etwas nervt: Erneut sind wir ungefähr der letzte Verein, der Dauerkarten verkauft. Geld auf der Bank bringt Zinsen, eine Feststellung, die sich beim FC St. Pauli noch nicht durchgesetzt hat.

Zu Spät(h) für vernünftiges Handeln

Vielleicht habt auch ihr euch gewundert, dass die Abschiedspapierschals, die massenhaft beim letzten Heimspiel verteilt wurden unten rechts einen schwarzen Strich aufwiesen. Dazu verweise ich jetzt mal auf den Beitrag des hochgeschätzten Users MacX im Forum, dessen Wahrheitsgehalt ich nicht überprüfen will und werde, denn ich weiß, wer da was schreibt:

„Es waren das Logo des Flyerproduzenten (weil dann billiger) und die Namen von 4 Fanszenelokalitäten (Knust, Jolly Roger, Weinbar, Raval) aufgedruckt. Die 4 haben keine Kohle dafür gezahlt, sondern wurden vom Initiator aus reiner Sympathie genannt. Das hat der Verein mitbekommen und die Choreo unter den Umständen untersagt. Somit machten sich am Samstag Nachmittag und Abend 15 Leute mit Edding bewaffnet über fast 18.000 Papierschals her und strichen die die besagte Zeile durch.

Soweit mein Kenntnisstand.

(Falls das ein Offizieller liest und hinzufügen möchte das der Verein
damit streng nach den Leitlinien gehandelt habe:

1. Interessieren die euch sonst auch eher selten, oder sind im
Zweifelsfall „Auslegungssache“. Hier merkwürdiger Weise nicht.

2. Interessiert mich euer ewig kleinkariertes Gesabbel sowieso herzlich
wenig!)

Zu seinen Schlussfolgerungen (unter der Hypothese, dass der Sachverhalt wahr ist) vielleicht doch kurz ein paar Sätze: Bei dem Flyerproduzenten kann man gerne stärker geteilter Meinung sein, als er es ist, denn in diesem Bereich haben wir immerhin einen sehr teuren Sponsor, der höchstwahrscheinlich ein Exklusivrecht hat. Diese modernen Exklusivrechte kann man bedauern, aber dem ist dann leider so. Da war der Produzent vielleicht auch ein bisschen blauaugig. Im Bereich Gastro haben wir einen solchen Partner definitiv nicht, so dass dieses Argument (welches ich halt zählen lassen würde) entfällt.

Und natürlich hat er Recht: Verstößt man selber, ist es Auslegungssache, verstößt ein anderer, dann muss es härtest nach dem Wortlaut des „Gesetzes“ sein. Traurig, traurig. Auch gerade weil alle genannten Institutionen nicht unwesentlich zu dem Image beitragen, welches die Meeskes, Späths und Wegmanns dieser Welt so gerne vermarkten.

Das Abendblatt kann man heute (11.05.11) zwischen den Zeilen lesen

Ich nehme mir jetzt mal das Zitatrecht raus, auch wenn die Axel Springer AG gerade in diesem Bereich beginnt Leute sehr schnell abzumahnen. Meines Erachtens rechtlich vollkommen unhaltbar, aber wundert euch nicht, falls ich irgendwann in nächster Zeit um Spenden bitte. Und wenn die Axel Springer AG der Meinung ist, sie brauche keine Zitierung ihrer Publikationen und die damit immer verbundene Werbung nicht, dann gibt es hier jetzt auch nicht die Empfehlung sich doch mal das Abendblatt von Heute zu kaufen oder Online zu lesen (daher auch keine Verlinkung), denn Lutz Wöckener übt sich heute in der hohen Kunst des „Zwischen den Zeilen schreiben.“ Hier nur vier kleine Ausschnitte aus seinem Artikel, die – bewusst gelesen – für sich selbst sprechen. Ich merke trotzdem ein zwei Sachen jeweils an:

„aber es sind viele Kleinigkeiten vorgefallen. Das alles hat dann in dem Spiel gegen Bayern seinen Ausdruck gefunden.“ (zitiert er die Aussagen von Fabio Morena)

Viele Kleinigkeiten soll heißen: Es ist abseits das Platzes soviel Scheiße gelaufen, dass alle nur genervt sind. Wöckener sagt dann, dass Morena keine Namen nenne, weil er eben ein Guter ist (meine Wertung des geschriebenen). Wöckener nennt auch keine Gründe, macht sie aber doch deutlich bestimmbar:

Auf Spielerebene mit zwei kleinen Sätzen:

„Angedachte Verstärkungen erwiesen sich als Brunnenvergifter.“

„Und so wird Holger Stanislawski in Mainz wohl nur eine Einheit auf den Platz bekommen, wenn er auf vermeintliche Leistungsträger verzichtet.“

Wen würdet ihr jetzt aufstellen und wen nicht? Ich werde mich hüten jetzt irgendwelche Namen fallen zu lassen, aber ich denke jeder, der dies liest hat nun ungefähr die gleichen Namen im Kopf, die er in Mainz nicht spielen lassen würde.

Aber auch das Umfeld der Mannschaft bekommt sein Fett weg. Morena wird von Wöckener mit folgendem Satz zitiert:

„Das sind Sachen, die du als Einzelner nicht mehr steuern, nicht mehr greifen kannst. Auch nicht als Trainer.“

Wer fehlt da? Richtig der Manager! Ob im Original nicht genannt oder von Wöckener weggelassen? Man kann es nicht sagen. Und wer den Vorwurf noch nicht verstanden hat, dem gibt Wöckener noch folgenden Satz an die Hand, den er einfach so im Bericht stehen lässt:

„Keine Kommunikation, keine Ahnung.“

Muss man nicht erläutern, wen Wöckener da meint, oder? Sind die Vorwürfe berechtigt? Wir wissen es nicht (siehe letztes Blogpost), aber spannend ist es schon, wie deutlich sie in eine doch sehr wissende Zeitung geschrieben sind.

Und nun nehme man sich die Hamburger Morgenpost und sich mal das Interview mit Morena an. Ich gehe mal davon aus, dass der nicht erst mit dem Abendblatt und dann mit der MoPo gesprochen hat, sondern mit beiden gleichzeitig. Das wäre allemal die normale Praxis in Hamburg. Spannend, wie die MoPo das im Endeffekt glattbügelt, oder?

Die MoPo Meldung…

… das Lelle und Eger heute nahegelegt bekommen haben, dass man nicht mehr mit ihnen plane, kommentiere ich nicht, so lange dies nicht offiziell ist.

Sachsen Leipzig bleibt Gehirnfrei

Sich mit dem Leipziger Fußball zu befassen bringt einen um. Die Fronten sind einem nicht so wirklich klar und die grüne Seite des Fußballs (wo eigentlich auch mal die Guten beheimatet waren), hat sich in ihre Atome aufgespalten und Metastasen gebildet, die einfach nur abscheulich sind. In dieser Melange fühlt sich der Chemieblogger heimisch (was ungleich „wohl“ ist) und schreibt einen sehr lesenswerten Blog, den ich nur deswegen nicht häufiger lese, weil mir Leipzig ferner ist, als ungefähr alles andere auf diesem Fußballplaneten.

In diesem Blog fand man letztens ein Foto eines Verkaufsstandes, der sich (wenn ich es richtig verstehe) auf dem Vereinsgelände bei einem Spiel des FC Sachsen Leipzig breit gemacht hatte. Und dort fand man das unfassbar ekelige Shirt „Fussball bleibt homofrei.“ Kommentar? Überflüssig! Ermittlungen des DFB? Wo denkt ihr hin? Auch für die antisemitischen Ausfälle von Dynamo Dresden blieb es bei einer harmlosen Geldstrafe. Was folgen wir daraus? In Sonntagsreden macht sich Antidiskriminierung immer gut, im echten Leben will der DFB sie aber nur dort, wo sie niemandem weh tut. Eine abscheuliche Haltung.