Apr 012011
 

oder

Leider kein Aprilscherz

Liebe Leser, in einem passwortgeschützten Artikel hatte ich mich über die „Engel“ Werbung von Axe aufgeregt, die seit Tagen unsere offizielle Homepage „verschönert“. Ein aufmerksamer Leser hat sich beim Verein beschwert und postete nun die Antwort in den Kommentaren, diese möchte ich euch nicht vorenthalten, weil sie mal wieder zeigt wie Werbung bei uns gehandhabt wird:

Zitat Beginn

Hey,
ich hatte zu der Axe-Werbe-Sache mal an den Verein geschreiben, sie sagten nur, dass sie es weiterleiten, nach 3-maligem Nachhaken kam dann das hier:

Guten Tag Herr XXX,

von Seiten des FC St Pauli wurde uns zugetragen, dass Sie mit der Werbekampagne von Axe auf dem Portal fcstpauli.com aufgrund der inhaltlichen Ausrichtung nicht einverstanden sind. Wir liefern diese Werbung in unserem gesamten Netzwerk, welches 200 Sportportale in Deutschland umfasst, ohne Probleme oder weitere Beschwerden von Portalbetreibern oder Besuchern aus.

Leider können wir in diesem Fall die Werbung auch nicht entfernen, da Axe explizit auch das Portal fcstpauli.com gebucht hat und bitten um Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen,

XXX

S P O R T W E R K
i.A.

Zitat Ende

Ich treibe das jetzt mal bewusst auf die Palme, aber die Argumentation ist spannend. Argument 1: Es hat sich sonst keiner beschwert, also wird es nicht schlimm sein. Argument 2: Aber auch wenn ihr als FC das schlimm findet, können wir es nicht entfernen, weil der Kunde auch ausdrücklich FC gebucht hat.

Und wenn jetzt Thor Steinar kommt und niemand sonst beschwert sich? (Was ich nicht hoffe!) Und die ausdrücklich FC bestellen, dann kann es auch nicht entfernt werden?

Kurzer Disclaimer: Ob und inwieweit Sportwerk so etwas versucht über AGB auszuschließen, ist nicht zu recherchieren, da die Firma ihre Vertragsbedinungen nicht auf ihrer Homepage hat. Eine wirklich große Sensibilität scheint jedoch nicht vorzuherrschen, wenn man von dieser Antwort auf die übliche Geschäftspraxis schließen mag.

Oder anders ausgedrückt: Es ist immer wieder spannend, wie die hier abgefeierten Grundsätze anscheinend nicht gegenüber externen Dienstleistern kommuniziert werden und man plötzlich bedenkliche Werbungen auf der Homepage hat und sich dann die Hände in Unschuld wäscht.

Und ja, ich halte eine Werbung, wo ein „Engel“ „geschickt“ wird und leicht bekleidete Damen posieren für sexistisch. Frauen reduziert auf gut aussehen und Männer begleiten zu einem Date. Klasse Frauenbild, wenn man mich Mann fragt. Überlegt doch einfach mal, welche männlichen Phantasien da bedient werden. Und was das alles mit einem Deo zu tun hat, begreife ich sowieso nicht.

Vielleicht sollte man einfach auch auf die Einschaltung von externen Vermarktern und Dienstleistern verzichten und wirklich Kontrolle über das gewinnen, was man auf der offiziellen Homepage transportiert. So etwas wie beiderseitiger Imagetransfer sei hier als Stichwort genannt.

Noch ein Disclaimer: Die Authensität der Antwort kann ich nicht endgültig überprüfen. Ich sehe aber keinen Grund von einer Fälschung auszugehen.