Feb 102011
 

oder

Derby überstrahlt alles

Präskriptum

Liebe Leser, immerhin die Internetseite http://www.blablameter.de findet meine Texte gut, denn im Bullshitindex bin ich doch relativ weit unten. Der „Ratlos“ Text kam nur auf ein 0,11. Alle Leser dieses Artikels möchte ich noch einmal bitte auf die kleine Ergänzung hinweisen, bevor ich hier zum Ultrahasser gemacht werde, was ich nun prinzipiell nicht bin. Ich bin eher ein wohlwollender aber kritischer Begleiter dieses Phänomens und ich bleibe dabei: Die Jugend hat immer den Freibrief der Unvernunft.

Nur wenn das deutsche Strafgesetz diese Unvernunft in schwerste Straftatbestände einordnet, dann muss man eben bewusst und vorsichtig handeln. Und das ist kein Verraten der Kultur, kein sich beugen dem System, es ist einfach kluges und taktisches Handeln. Mal ganz davon ab, dass ich Gewalt gegen Personen absolut für nicht hinnehmbar finde, egal in welcher gesellschaftlichen Utopie man gerne leben würde.

Zocken wir doch ein bisschen…

Wenn sich ein Magazin Fakt nennt, dann erwartet man eigentlich Fakten. Das Fakt diese nicht liefert und lieber keine Namen nennt, zeigt schon wie dünn die Story ist. Der Verein tut dann eigentlich genau das richtige, er nennt die Fakten und nimmt damit der Spekulation die Grundlage. Bisher ist nicht bewiesen, dass überhaupt ein Spiel unseres Vereines verschoben wurde (also im anderen Sinne als dem von Helmut Schulte benutzten). Es gibt Verdachtsmomente und ein Spieler behauptet viel. Aber ein Beweis ist das nicht. Und bis zum Beweis gilt in Deutschland außerhalb der Boulevardmedien immer noch etwas sehr schönes, nämlich die Unschuldsvermutung.

Natürlich kann man jetzt eine Wahrscheinlichkeitsrechnung anstellen, wie wahrscheinlich es denn ist, dass unsere aktuellen Spieler noch in den Verdacht kommen an diesen (versuchten) Mauscheleien beteiligt gewesen zu sein. Dagegen spricht insbesondere eine Sache: Staatsanwaltschaften neigen nicht dazu Menschen als Zeugen zu vernehmen, wenn es nahe liegt, dass diese Beschuldigte in diesem Verfahren werden könnten. Man darf nicht vergessen, dass ein Zeuge die Wahrheit sagen MUSS und Aussagen MUSS. Ein Beschuldigter jedoch muss weder noch. (Zumindest im deutschen Rechtsdenken). Würde man einen also erst als Zeugen, dann als Beschuldigten führen und dies von Anfang an im Sinn haben, dann läuft man sehr schnell in Verwertungsverbote.

Kurz: Solange hier nicht irgendwelche tolle neuen Fakten auf den Tisch kommen, bleibt es ein Sturm im Wasserglas, der ärgerlich ist, der aber unseren aktuellen Kader nicht betrifft.

… oder wollen wir Karten spielen?

Unser Verein hat sein Einzelkartenverkaufssystem auf die Neuzeit umgestellt. Sprich: Man muss nicht mehr in der Schlange stehen, sondern kann Online und/oder telefonisch bestellen. Letzten Freitag hatten wir den ersten Praxis Test, der erstmal zu einem Zusammenbruch der Datenbank führte. So führten Onlinebestellungen erstmal ins Nichts und selbst bei Bestätigungsmails sollen Bestellungen teilweise nicht wirklich in die Bearbeitung gelangt sein.

Sollte an diesen zahlreichen Berichten nur irgendwas dran sein, dann kann man nur den Kopf schütteln. Ein Unternehmen wie Ticketonline muss sein System doch eigentlich soweit getestet haben, dass es solche Anstürme verkraften kann. Und jetzt bitte nicht die „überrascht“ Platte auflegen, denn wenn für dieses Produkt bei ekeligstem Wetter stundenlang angestanden wird, dann kann man sich einen entsprechenden Andrang vorstellen.

Aber auch andersherum ging es. Ein mir bekannter St. Paulifan bekam keine Bestätigungsmail, versuchte es noch mal telefonisch, bekam dort die Auskunft, dass seine Onlinebestellung, sollte sie denn eingegangen sein, automatisch storniert werde und bekam an Ende natürlich zwei Karten. Das ist natürlich ärgerlich und erst nach vielem hin- und her konnte er die zurück geben, was aufgrund der speziellen Kartenart (Sitzplatz ermäßigt) das einfachste für ihn ist.

Ich will noch kein abschließendes Urteil geben, aber der erste Start war schon einmal schlecht. Und wenn ein Onlinesystem zusammenbricht, dann überfordert man sehr schnell die ärmsten Damen und Herren am Telefon, die bereits nach 20 Minuten nur noch folgendes Orginalzitat auf Lager hatten: „Ich kann nicht mehr“. Verständlich, wenn man wahrscheinlich nur genervte Kunden hat.

No Borders No Nations!

Wie ihr vielleicht über die Jahre gemerkt habt, nähere ich mich der Flüchtlings-, Abschiebe- und Asylthematik nur sehr vorsichtig. Ich halte das für ein Thema, welches sehr schwierig in der schriftlichen Kommunikation ist und wo man schnell in die Ecke des Utopisten oder Rassisten (nicht auf einer Stufe) gestellt wird. Ich habe dazu eine Meinung, aber die würde diesen Bericht sprengen. Das ich kein Freund der grundsätzlichen Organisation von Menschen in Nationen, Völkern etc. bin, das steht noch auf einem ganz anderen Blatt (und ist wahrscheinlich eine absolute Mindermeinung).

Ebenso ist es immer problematisch sich Einzelschicksale herauszupicken und die problematische Grundpraxis nicht zu diskutieren, aber auch dafür fehlt mir die Zeit. Nur soviel: Die Flüchtlingsthematik kann man so lange nicht befriedigend lösen, so lange man es aus taktischen Überlegungen zulässt, dass Diktatoren aus Armutsländern Milliardenvermögen abziehen und in die eigene Tasche wirtschaften. Ägypten ist ja eher noch eines der reichen unter den armen Ländern, aber man stelle sich mal vor, die 70 Milliarden (!!!) die Hr. Mubarak angehäuft haben soll, wären dem Land produktiv zugute gekommen. Man mag nebenbei viel gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung haben, aber dadurch, dass sich niemand 30 Jahre in diesem System an der Macht hält, ist eine persönliche Bereicherung in diesem Umfang ausgeschlossen.

Dies alles vorausgeschickt, möchte ich trotzdem auf den Fall von Samir hinweisen und eure Unterstützung einfordern. Details gibt es bei stpauli.nu. Dort verbreitet der geschätzte Kollege ring2 auch Updates zu dem Thema. U.a. liegt der Fall nun dem Hamburger Petitionsausschuss vor, so dass erstmal eine Duldung erreicht ist, die aber natürlich auf wackeligsten Füssen steht. Ein Hinweis: Im Petitionsausschuss (förmlich richtig: Eingabenausschuss) der Hamburger Bürgerschaft sitzen insgesamt 22 Parlamentarier. Es ist Wahlkampf: Sucht euch den euch genehmen heraus und fragt ihn doch mal, wie er sich denn bei einer Wiederwahl in dieser Frage verhalten wird. Denn viele der Parlamentarier, die da nun sitzen, werden auch nach der Wahl der sitzen. Und nach der Wahl steht da relativ schnell wieder eine Liste von 22 Namen, die man ja mal freundlich fragen kann. Freundlich hier nebenbei wirklich und echt gemeint, denn unsachgemäße oder unfreundliche Anfragen bringen in solchen Fällen gar nix.

Und zuletzt noch ein kleines bisschen Werbung

Ein Mittwitterer sucht Ebooknutzer für ein Interview im Rahmen seiner Magisterarbeit. Belesene Nerds an die Front, sage ich mal. Kontakt kann über mich hergestellt werden, wenn jemand bereit ist.

  3 Responses to “Und was sonst noch war…”

  1. Dieses Ticketonline-Bestelldesaster war sehr enervierend.
    Erst erkannte das System die Mitgliedsnummer nicht. Nach 20 Minuten konnte man bestellen und erhielt eine Bildschirmnachricht, dass der Reservierungswunsch angekommen sei, aber keine Bestätigungsemail.
    Als sich herumsprach, dass diese Online-Reservierungen anscheinend schiefgegangen waren, doch an die Telefonhotline. Mitteilung, dass es für diese Mitgliedsnummern keine Eintragungen gibt, leider mittlerweile nur noch Sitzplatzkarten verfügbar.
    Reines Glück, dass ich diese Information hatte, sonst hätte ich nicht mehr angerufen und hätte jetzt überhaupt keine Karte.

    Wäre es eine #fcsp-interne Bestellhotline gewesen, hätte mich das Chaos nicht gewundert, aber von Ticket online hatte ich professionellere Ausrüstung erwartet.

  2. Die Flüchtlingsthematik kann man so lange nicht befriedigend lösen, so lange man es aus taktischen Überlegungen zulässt, dass Diktatoren aus Armutsländern Milliardenvermögen abziehen und in die eigene Tasche wirtschaften.

    Ja, richtig, das ist die eine Seite.

    Die andere besteht eben darin, eine Einwanderungspolitik zu fordern, die weder völkisch ist, noch ausschließlich nach Nützlichkeitserwägungen agiert und so was wie Menschenrechte auch hierzulande zwischendruch mal ernst nimmt – das Ganze also gar nicht nur im Sinne der „Flüchtlingseigenschaft“ zu sehen. Salim lebt hier, Punkt. Und das Phänomen, dass die Privatinsolvenzen steigen, während man Banken Milliarden hinterher wirft, gibt es hier ja auch.

    Die Antwort, die Ring 2 von der Behörde für Inneres und Sport erhielt, kann man ja auch als ein Plädoyer für eine andere zukünftige Gesetzeslage lesen, und auch das kann man dann ja dem Abgeordneten seiner Wahl mit auf den Weg geben, während man sich um Einzelschicksale bemüht. Wir haben schließlich Wahlkampf, und gerade in der Abschiebepolitik hat gerade Hamburg sich nun mittlerweile ein Profil verschafft, mit dem man nun wirklich nicht leben wollen können kann.

    Und man hat ja mehr als die Wahl zischen Rassist und Utopist 😉 … ich gehe mal davon aus, dass Du das auch so siehst, und wollte es nur mal los werden.

  3. du weißt ja wie es ist, man googlet ja auch seinen namen im internet.
    und jetzt habe ich mich beim blablameter checken lassen.
    tolle erfindung 😛
    aber ich denke nicht, daß man dieser wertung glauben schenken darf.
    aber lustig ist es allemal.

    jens

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