Jan 312011
 

oder

18.11.1986 / Lokalrivale – FC St. Pauli 6-0

Vorwort

Wie bereits erwähnt soll nun jeden Tag ein Blick auf Derbyspiele veröffentlicht werden, die ich besucht habe. Dabei bitte ich zu bedenken, dass ich aus der Erinnerung schreibe, so dass Details garantiert falsch sein können. Auch habe ich – außer den Terminen und Ergebnissen – keine Recherche betrieben, so dass nicht alles richtig sein mag. Einige Spiele fasse ich auch zusammen, weil sie einfach als Serie zusammen gehören.

Mein erstes Mal

Im Achtelfinale des DFB Pokals wurde damals der kleine FC gegen den großen Lokalrivalen gezogen. Eine Umzugsdiskussion oder so gab es damals nicht, da der Lokalrivale auch nominell das Heimrecht hatte. Heute undenkbar, damals aber wahr: Das Spiel war nicht annähernd ausverkauft und dies obwohl damals Stehplätze und Spottpreise noch die Regel waren. Der unpolitische, 13 jährige Steppke aus der Vorstadt war mit seinem Vater und seiner Schwester (und bei der letzteren bin ich mir nicht einmal sicher) angereist. Meine Mutter hat den Volkspark in den ganzen Derbyzeiten genau einmal betreten. Das aber zu einem späteren Zeitpunkt.

Wir standen in der Ostkurve, die von einem kleinen braun-weißen Stimmungsblock in dem Block über dem Eingangstor und sonst einer Durchmischung von Lokalrivalenfans und braun-weißen bestand. Vor uns eine Lokalrivalenkutte mit den damals so üblichen Druckgaströten. Und das lustige dabei? Aggressivität oder Auseinandersetzungen habe ich an diesem Tag nicht erlebt. Ich weiß nicht, ob was passiert ist, aber an diesem Tag war keine Aggression zu spüren und der kleine versprengte Haufen, der nur St. Paulifan war, blieb ohne Beschimpfungen oder anderes im Stadion.

Das Spiel verloren Ippig-Wenzel-Gronau-Demuth-Kock-Studer-Beermann-Dahms-Bargfrede-Klaus-Golke mit 6-0 gegen Hain-Kaltz-Jakobs-Plessers-Kroth-Gründel-Jusufi-von Heesen-Okonski-Kastl-Schmöller. Auf beiden Seiten also Spieler, die ihrem Verein bereits vorher oder noch den Stempel aufdrücken sollten. Dirk Zander und Franz Gerber waren bei uns noch als Einwechselspieler mit von der Partei. Bei den Rauten unter anderem auch ein Dietmar Beiersdorfer.

Ich erinnere mich noch an einen verschossenen Elfmeter und daran, dass wir etwas früher gegangen sind. Und das erstaunliche war: Man war mit der Leistung der Mannschaft absolut zufrieden. Immerhin waren wir Aufsteiger in die 2. Liga und die Rauten waren die Übermannschaft mit einem Traumtrainer.

Dieser Abstand sollte nicht so bleiben und auch die Unschuldigkeit sollten die Derbys in den nächsten Jahren verlieren. Aber davon berichte ich dann morgen.

Ach ja: Wer heute die MoPo gelesen hat, findet im Sportteil auch einen Kommentar von Sven Töllner, der an Sexismus nicht zu überbieten ist. Schon traurig, dass dieses Giftblatt so einen Scheiß abdruckt.

  One Response to “Das Derby der Unschuld”

  1. Hach, mein allererstes St.Pauli Spiel, damals mit meinem Papa zusammen in der Westkurve, einer der Aussenblöcke und ich hab ständig neidisch auf die andere Kurve geschaut…

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