Apr 082019
 

Liebe Lesende, so richtig Spaß macht das alles gerade nicht. Und damit meinen wir hier jetzt einfach mal nur die Darbietung unserer Mannschaft auf dem Platz.

So einfach

Es wäre diese Saison sehr einfach gewesen, die “MillerntonMaik-Spiele” zu erreichen und mit Stuttgart (oder Nürnberg oder Augsburg) einen Platz in Liga 1 auszuspielen. Klar, die Erfolgsaussichten sind gering und die mittelfristigen Folgen der Teilnahme an einer Relegation nicht immer gut (Küsschen nach Braunschweig), aber in einem professionellen Umfeld sollte man diese kleine Chance an den Haaren herbeiziehen wollen und das bestmöglichste auf den Platz bringen.

Das schaffen wir zur Zeit nicht wirklich. Es stimmt hinten und vorne nicht auf dem Platz. Ja klar, auch in der Hinrunde waren die Darbietungen nicht immer überzeugend, aber im Notfall hat man das immer notwendige Glück einfach erzwungen. Oder hat alles reingeschmissen und dann verloren. Remember Wiesbaden?
Diese Brisanz, dieses Feuer fehlen ebenso wie eine bessere, flexiblere taktische Ausrichtung.

Keine gute Figur

Nun macht unser Trainer in dieser Krise zumindest öffentlich nicht gerade die beste Figur und in unserem Slack ist schon mehrfach eine Ablösung diskutiert worden. Vielleicht würde unter einem neuen Trainer alles Besser? Oder doch nicht? Dagegen spricht, dass wir nun ja auch in den Jahren vor Kaucze immer wieder mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatten und der sportliche Erfolg nun wirklich sehr beschränkt war. Und klar, Fußball ist ein Tagesgeschäft. Nach dem Spiel gegen Sandhausen sagte Stöver in einer Hamburger Zeitung, dass die Situation nach den beiden Niederlagen nicht mit Janßen vergleichbar sei, da habe man ja sechs bis sieben mal hintereinander nicht gewonnen. Damals wahrscheinlich noch in der Hoffnung, dass man gegen Duisburg gewinnt, hat er damit natürlich jetzt nach dem vierten sieglosen Spiel ein Ultimatium gestellt, ohne eines stellen zu wollen. Nun lässt sich Stöver zitieren, dass Kaucze die Mannschaft schon mehrfach aus solchen Situationen geführt habe. Nun ja, in seiner Amtszeit kann man 1-10 Tore mit einem Punkt aus vier Spielen zwar an einem Finger abzählen, und eine ähnlich negative Serie gab es nur zum Ende der letzte Saison, als wir aus 7 Spielen 3 Punkte holten. Also einmal bisher. Hoffen wir mal, dass er mit seiner grundsätzlichen Einschränkung Recht behält. Für die Gesundheit von uns allen. Wir kommen als alte Pessimist*innen aber nicht drum herum, im Folgendem doch ein paar Zweifel einzustreuen.

Das öffentliche Auftreten unseres Trainers ist Vorsicht formuliert verbesserungswürdig. Wir wissen nicht, wie er intern agiert und was intern wie besprochen wird. Daher beschränkt sich unsere Analyse natürlich auf den Ausschnitt, den wir wahrnehmen.

Da wird vor dem Duisburg Spiel von einem „starken Gegner” gesprochen, die waren damals Tabellensiebzehnter, auch wenn die in jüngster Vergangenheit ganz ok gespielt hatten. Aber verdammt noch mal! Wir waren da Vierter mit 4 Punkten auf den Relegationsplatz!
Da wird in mehreren Pressekonferenzen davon gesprochen, dass wir „keine Spitzenmannschaft“ seien. Wir sind nun wirklich nicht im Hauptberuf Fußballmotivationskünstler, aber müsste in Pressekonferenzen nicht eher die eigene Stärke noch mal herbei geredet werden? So ein klein machen würden wir uns als Spieler jedenfalls zu Herzen nehmen.

Fragen über Fragen

Keine Ahnung, ob hier Druck genommen werden soll, uns erscheint das schon sehr kontraproduktiv. Und mal ganz ehrlich: Der Druck in diesem Verein ist nun echt gering. Wir haben eine tolle Hinrunde gespielt und wollen die halt nun veredeln. Zumal es ja nun mehr als einen Spieler in diesem Kader gibt, die mehrfach betonten, wie toll es ist, dass die Fans auch in schwierigen Zeiten voll hinter der Mannschaft stehen.

Wir wissen nicht, welche Dynamiken in der Mannschaft um sich greifen, aber von außen und dem Ergebnis nach betrachtet wirkt das alles gerade nicht gut. Dabei hatte man in der Hinrunde schon das Gefühl, dass sich der FCSP taktisch auf seine Stärken konzentriert und auch auf taktische Züge des Gegners reagieren kann. Könnt ihr bei den taktischen Analysen des Millernton nachlesen. Es scheint da also irgendwie eine Kompetenz da zu sein. Wo ist all dies nun geblieben?

Auch der Umgang mit Spielern in einer Leistungskrise erscheint wenig zielführend. Mal Bank, dann Tribüne, dann wieder Startelf und nächstes Mal wieder Tribüne? Flum als Kapitän(sersatz für Nehrig) spielt plötzlich gar keine Rolle mehr. Ohne irgendeine Erklärung. Dabei ist doch gerade er als „erfahrener Spieler“ vor der Saison gelobt worden? Und ausgerechnet Flum hatte vor einigen Wochen ja auch die Einstellung anderer Spieler im Kader öffentlich kritisiert. Das passt doch alles nicht zusammen.

Auffällig ist der Leistungsabfall bei vielen Schlüsselspielern. Nehmen wir mal Knoll als Beispiel: Es ist wahrscheinlich auszuschließen, dass so ein Spieler wie er keinen Bock mehr hat. Der Typ ist doch der lebende Bock. Aber aus dem Dominator im Mittelfeld ist ein vollkommen unauffälliger Spieler geworden, der überhaupt nicht mehr in seine aggressive Spielweise kommt, die ihn so ausgezeichnet hat. Wir mussten auf der Heimfahrt aus Kiel tatsächlich kurz nachgucken, ob er überhaupt gespielt hatte.

Waren die Trainingsinhalte im Winter falsch, war der Formaufbau nicht richtig getimed?
Wir wissen es nicht, aber die hier bereits zitierten Laufwerte direkt nach der Winterpause wären zumindest ein Indiz (aber auch nicht mehr) dafür. Oder gibt es irgendwelche kleine Verletzungen die er und andere versuchen zu überspielen?

Über die immer wiederkehrenden Floskeln in der Außendarstellung haben wir bereits in unserem Rant geschrieben. Man möchte sich beinah mal eine zweite Stimme bei der PK wünschen (früher gingen da mal Spieler mit hin, aber das war wohl früher auch Pflicht), nur damit mal eine Auflockerung drin ist.

Nun kann man natürlich den Trainer als Sündenbock definieren und so ganz schuldlos ist der meistens auch nicht. Aber das ist eben immer nur die halbe Wahrheit. Wenn unsere Erinnerung uns kein Schnippchen schlägt, dann war es unser Präsident, der mal sagte, dass eine Trainerentlassung auch immer heißt, dass das ganze sportliche System in einem Verein versagt hat. Und da hat er natürlich Recht. Denn in einem guten System gäbe es eine Qualitätskontrolle, Frühwarnsysteme und genügend vertrauenswürdige Stimmen, die einem Trainer frühzeitig neue Ideen mitgeben und ihm seine Arbeit erleichtern.

Dieses System gibt es bei uns anscheinend noch nicht.

Was auffällt ist, dass dieser Kader immer dann funktioniert, wenn er muss. Siehe die beiden Heimspiele am Ende der letzten Saison. Was dieser Kader jedoch nicht kann, ist Spannung über einen langen Zeitraum hochzuhalten oder diese wirklich mal auch in Sandhausen zu haben.

Und in der Winterpause ist diese Spannung komplett verloren gegangen und sie kam nur noch einmal in Paderborn zu einem Kurzbesuch vorbei. Seitdem? Die ganze Luft raus. Ein Spiel gegen Union, bei dem man durch einen Elfmeter doch noch knapp gewinnt, nachdem man vorher fast 2 Punkte verschenkt hatte. Ein glückliches Tor gegen den Tabellenletzten, der offensiv zerfällt und eine gute Defensivleistung gegen Paderborn. Das war’s.

Es gilt dringend die Ursachen dafür zu analysieren. Was hat sich in der Winterpause verändert? Was für Vorgaben gab es wann? Wie war die Ansprache? Haben die Vertragsverlängerungen eventuell Spannung genommen? Was würde dies über den Charakter der jeweiligen Spieler aussagen? Etc. Etc.

Und so toll die Amerikareisen für die amerikanischen Fanclubs ist, die eine sehr wichtige Stimmen im FCSP Kosmos geworden sind, so sehr müssen auch diese auf den Prüfstand.

Irgendjemand schrieb so schön sinngemäß auf Twitter (sorry vergessen wer es war) „Jungs, jetzt noch mal richtig anstrengen und dann fliegen wir nicht schön 10 Tage in die USA, sondern nach Stuttgart“. Ja, auch die Amerikareise kann eine Fehlmotivation sein. Wir wissen nicht, ob noch eine dritte Tour geplant ist, aber aus unserer Sicht sollte eine „Relegation oder Reise“ Alternative ab jetzt vermieden werden.

1. Liga? Ja!

Wir als Blog wollen aufsteigen. Ja, die erste Liga ist mit ganz vielen Unannehmlichkeiten verbunden, aber Dinge wie „bessere Finanzierung unserer ganzen Stadionumbauten“, „Unsere Ideen des anderen Fußballs viel weiter präsentieren und der Welt zeigen, dass man auch als e.V. in Liga 1 spielen kann“ oder auch „Wir haben gerade ein Derby zu gewinnen“ (wobei, das Derby derentwegen weiterhin in Liga 2 stattfinden wird) sind für uns Argumente genug.

Für uns gibt es dafür noch ein ganz entscheidendes Argument: Einmal Europa, einmal so etwas erleben, wie Eintracht Frankfurt gerade. Und das geht nur mit Aufstieg. Nein, Pokal ist da als Zweitligist nicht wirklich eine Alternative. Und wäre angesichts unserer Pokalhistorie auch ein sehr hartes in die Tasche lügen.

Wir als Blog werden deswegen nicht müde, ein kurz-, mittel- und langfristiges Konzept, eine FCSP Spielweise, ein konkretes Ziel für unsere Profis und unsere sportliche Leitung einzufordern. Wir müssen von ganz oben bis ganz unten uns auf sportlichen Erfolg konzentrieren. Und wenn es nur die positiven Spiegelneuronen (Hallo Ewald) sind. Und ganz ehrlich: An diesen Zielen werden sich alle immer messen lassen müssen.

Ja, wir sind ein etwas anderer Verein, nein wir gehen alle nicht zum FCSP, weil da so viele Titel errungen wurden. Und ja, es gibt klare Grenzen dessen, was wir bereit sind zu vermarkten. Alles gut so weit. Wir kennen unsere Grenzen. Und finden es gut, dass es die gibt.

Aber „verlieren“ oder „glorreich scheitern“ sollten nicht FCSP DNA sein. Und “Hinter Heidenheim und Paderborn stehen” auch nicht. Wir sind eben nicht mehr das arme Mäuschen mit einer Bruchbude von Stadion. Wir sind ein Zuschauerkrösus, ein Merchkrösus und garantiert auch ein Vermarktungseinnahmenkrösus in dieser zweiten Liga. Diese Baustellen der 90er und 00er Jahre haben alle Präsidien und „Verantwortlichen“ wirklich gut bearbeitet und gelöst. Nun gilt es diese Lösung auch im sportlichen Bereich zu entwickeln und umzusetzen.

Dazu gehört auch, dass Spieler aus dem Jugendbereich, die nun als Profis an uns gebunden sind entwickelt werden. Das hat bisher nur sehr bedingt geklappt. Bei Park z.B. gar nicht, bei Carstens bisher ganz gut. Auch wenn wir schon fragten, wie zielführend dieses Positionsgeschachere für einen jungen Spieler wie ihn jetzt ist. Umso mehr Respekt für Carstens, dass er – trotz dieses Geschacheres – am Samstag die zweitbeste Leistung aller Spieler auf dem Platz abgerufen hat. Die Entwicklung der Jugend muss besser werden. Eine Jugend, die um Titel mitspielt ist ein ganz besonderes Kapital! Und häufig genug bringen die Jungs auch ein Herz für den Verein mit. Siehe Brodersen, der nicht nur beim FCSP spielt, seitdem er laufen kann, sondern laut Wikipedia auch eine lebenslange Dauerkarte sein Eigentum nennt. So etwas ist als Kern einer Truppe von unermesslichem Wert.

Oder drücken wir es doch kurz aus: Wir als Blog wollen besseren Fußball.

Mopo und Co, ihr nervt

Was wir nicht wollen? Für die MOPO die lustigen Paulis sein, die alles mit einer „Portion Witz“ transportieren.

Liebe MOPO, ja auch wir hatten das Plakat als nicht wirklich den geilsten Hit am Millerntor eingeordnet, aber könnt ihr endlich mal aufhören so zu tun, als ob ans Millerntor nur Heilige gehen, Plakate immer zu einem RIESIGEN SKANDAL zu machen, die euch im Volkspark nicht die Bohne jucken würden und könnt ihr auch endlich mal aufhören, das Klischee von den lustigen, total verrückten, nie pfeifenden und vollkommen friedlichen Paulis zu verbreiten? Das stimmte schon 0,5 Jahre nach der Einführung durch euch nicht mehr. Und das ist 35 Jahre her. Diese extreme Aufgeregtheit macht nebenbei jede sachliche Diskussion vollkommen unmöglich. Danke dafür, ihr Doofies in der Griegstraße.

Maik hat das noch mal besser und ausführlicher geschrieben.

So damit ist auch alles zum Geschehen um den Platz gesagt.

  2 Responses to “Trainerentlassungen sind immer doof”

  1. Dies nur zur USA-Reise: Oke, Sami Allagui und Bernd von Geldern (und Justus vom Fanladen) haben an unterschiedlichen Stellen (u.a. im Millernton) davon gesprochen, dass die letzte Reise auch aus anderen Gründen sehr positiv war. Einige merkten an, wie sehr diese Reise *auch* dazu führte, dass sowas wie „Die FCSP-Werte“ (sic) auch mannschaftsintern vermittelt werden könnten. Von daher würde ich das nicht zwingend so negativ sehen oder begreifen, wie es sich bei Euch gerade liest.

    Ne Saisonabschlussfahrt machen die sonst auch, nur halt nach Malle und ohne irgendwas mit Basiskontakt. Hier gibt’s „Event“ in USA und vielleicht die Möglichkeit den Teamspirit und das Zusammengehörigkeitsgefühl und das Verständnis (!) für den FC St. Pauli zu stärken.

    Alles immer unter der Voraussetzung, dass dieser Trip ähnlich wieder letzte auch mit Fanladenbegleitung etc. stattfindet und keine reine „Wir fahren zu UA und besuchen einen Fanclub“-Veranstaltung wird.

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