Mrz 282019
 

Liebe Lesende, warum wollen wir beinah jeden zweiten Hot Take „Am Arsch” nennen? 

Egal. Kommen wir zum Thema. Unser Verein hat heute eine „Maßnahmenpaket” veröffentlicht, das in Tonalität und Inhalt nur als kontraproduktiv und lächerlich bezeichnet werden kann. Beinhaltet es doch beinahe ausschließlich Kollektivstrafen, die entweder alle Südbesucher*innen betreffen oder zumindest eine große Gruppe von Südbesucher*innen. Dabei wird ausdrücklich keine individuelle Verantwortlichkeit der Süd oder der benannten Gruppen ausgemacht.

Das ganze ist eine Ansammlung von fragwürdigen Formulierungen, die MOPO Leser*innen und ihr Geifern nach möglichst harten Strafen beruhigen soll, und vollkommen unsinnigen Kollektivstrafen für Südbesuchern*innen, die wahrscheinlich zu 99 % mehr Opfer als Täter*innen waren. Das ist zutiefst reaktionär. Wenn man sich heute von Seiten des Präsidiums fragt, was einen denn von anderen Vereinen unterscheidet, dann kennen wir die Antwort: Euer Verhalten in Krisen schon mal nicht. Ihr reagiert genauso holzschnittartig und auf den deutschen Pöbel zugeschnitten wie Uli Hoeneß. 

Uns ist ja klar, dass man Presse, Sponsoren etc. auch beruhigen muss, die mit einem ruhigen pädagogischen Ansatz nichts anfangen können, sondern lieber den starken Mann sehen wollen, der ein paar Leute öffentlich „hängt”. Klar ist das ein Spannungsfeld, aber das kann man doch viel klüger bearbeiten, als mit so einem Schrott. 

Ein paar Lowlights

Da wird z. B. geschrieben “Der FC St. Pauli wird den Weg des Dialogs mit der Fanszene nicht aufgeben, auch wenn das vom Verein entgegengebrachte Vertrauen während des Derbys von Teilen der Fanszene in der Südkurve missachtet worden ist.” Warum wird da entweder niemand benannt oder jemand konkret benannt? So eine Wischiwaschi-Formulierung ist doch scheiße! “Teilen der Fanszene in der Süd” bedeutet 10%? 50%? 70% Klingt doch nach mindestens 50%, realistischer sind wahrscheinlich 10%. Und macht man nun USP verantwortlich? Wenn ja: Dann sagt es! Wenn nein, warum dann Kartenentzug? (Dazu später mehr)

Was soll dieses „Ihr wart böse, aber wir sind gnädig und bleiben im Dialog?” Sonst stille Treppe wie bei der Super-Nanny? Mal ganz davon ab, dass diese komplett erzieherisch destruktiv ist, ist so eine unkonkrete Formulierung ein Witz. Was ist denn die Alternative zum Dialog, liebes Präsidium? Polizei mit Knüppeln reinschicken? Stadionverbot für alle Südler? Beleidigtes Anschweigen? Sagt mal konkret, was eure Handlungsalternative ist! So ist es eine lächerliche Mischung aus gnädigem Mafiaboss und zahnlosem Tiger. Warum soll man den Dialog mit “der Fanszene” (Definition?) aufgeben wollen, wenn ein Teil der Fanszene auf der Süd (da sind zwei Eingrenzer drin!) sich danebenbenimmt? Da wird einer kollektiven Verantwortung und Bestrafung das Wort geredet, welche wir beim FCSP eigentlich immer – aus guten Gründen – abgelehnt haben. 

Man formuliert weiterhin “Nach dem Abschluss der Gespräche” und an einer anderen Stelle dann “Die weitere Aufarbeitung der Ereignisse mit allen Beteiligten erfolgt”. Ja was denn nun? Und warum braucht man, wenn man einen Maßnahmenkatalog schon in die Öffentlichkeit posaunt, eine weitere “Aufarbeitung”. Was soll diese denn noch bringen? Noch mehr Strafen? Und welches Interesse sollten dann Fans daran haben? Als aktive Gruppe kann man doch seine Beteiligung auf dem Podium nächste Woche nun nur absagen. Wir haben auch schon gehört, dass dies Vertreter*innen gemacht haben. (Kurze Klarstellung: Auf dem Podium sollten Fans ja sowieso nicht sein, aber auch als Publikumsdiskutant macht das kein Sinn mehr.)

Und zu allem auch noch die gewählten Formulierungen: “Maßnahmenpaket” klingt auch eher nach Amtsschimmel als nach Fussballverein, der “durch sportlichen Erfolg seine Werte möglichst vielen Menschen präsentieren will”. Könnt Ihr Euch Oke beim Verlesen dieses Maßnahmenpaketes vorstellen? Gut, wir auch nicht. Ehrliche Sprache statt autoritärem Gehabe.

Vor 10 Jahren haben wir – wie sogar der Verein so schön auf seiner Seite beschreibt – als erster Verein in Fussballdeutschland gemeinsame Leitlinien beschlossen:
Toleranz und Respekt im gegenseitigen Miteinander sind wichtige Eckpfeiler im FC St. Pauli.”
“Die aktive, d.h. in erster Linie die auch am Spieltag vor Ort engagierte Fanszene bildet das Fundament für die Emotionalisierung des Fußballsports, welche wiederum die Grundlage der Vermarktungsfähigkeit des FC St. Pauli darstellt.”
Wir wünschen uns, dass die für dieses Unding von Statement verantwortlichen mal mit den Leitlinien meditieren gehen. Sehr sogar.

Zu den einzelnen „Maßnahmen“: 

“Verringerung des von Fangruppen in der Südkurve selbstbestimmt verwalteten Kartenkontingents für die Südkurve. Diese Karten gehen in den freien Verkauf.”

Unser Wissensstand ist, dass USP und der Fanladen Karten haben. Da der Fanladen keine „Fangruppe” ist, meint man hier wohl USP. Warum? Macht man sie verantwortlich? Ist vielleicht schon weit hergeholt, aber sie haben ja Verantwortung übernommen. Siehe MillernTon. Dann kann man es aber sagen. Aber warum dann die Karten? Wir kennen genug Leute, die so Karten bekommen, und das waren eher Leute, die über das Geschehen entsetzt waren. Warum muss man diese Leute nun konkret bestrafen? Oder ist es ein albernes “Privilegien entziehen”? Und was genau soll ein freier Verkauf besser machen? Dass Elo noch häufiger erklären muss, dass Fotos in Mitte der Süd extrem uncool sind? Die Grundstruktur ändert es nicht. Und der Sturm wurde ja z.B. auch mit der Kartensituation begründet. Die macht man nicht über einen “freien Verkauf” besser. Das ist auch so ein bisschen „Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass“. Wir wollen kollektiv bestrafen, aber das Südkonzept da trauen wir uns nicht. Nächstes Mal werden dann 10 Karten mehr pro Pyro entzogen? 

“Kostenbeteiligung von Fangruppierungen der Südkurve an brandschützenden Maßnahmen”

Das klingt komplett unklar. Ist das abgesprochen? Ist das eine Strafe? Welche Gruppen und wie? Über die Kartenpreise? Das wäre eine Kollektivstrafe, die auch alle Unbeteiligten trifft. Ebenso wäre eine Rechnung an erkennbare Gruppen. Warum soll die G.A.S. dafür bezahlen, wenn die wahrscheinlich gar nix damit zu tun haben? (Wissen wir natürlich nicht, aber die sind jetzt mal fiktiv genannt, weil sie toll sind) Unseren in der Süd stehenden Teil hat jedenfalls bisher noch keine Rechnung erreicht.

Man kann natürlich Eingänge umbauen (Personenvereinzelungsanlagen etc), aber auch hier muss wieder gefragt werden, inwieweit ich alle für einige bestrafen möchte. Denn solche Umbauten und “strengere Kontrollen” sind immer extrem unbequem. Man kann das gerne mal in Bielefeld besichtigen. Zumal die Einlasssituation in der Süd nun auch in der Vergangenheit schon nicht gerade optimal war. Wir berichteten mehrfach.

Morgen

Wir sprachen vor einigen Tagen darüber, dass wir morgen mit komischem Gefühl ins Stadion gehen – wenig vorhersehbar was passiert, wie und ob es eine Reaktion gibt, etc. pp. Und durch das Statement ist leider klar geworden: Dieses mulmige Gefühl war berechtigt. Gilt doch in Krisensituationen auch bei uns das Prinzip “Führung mit harter Hand” statt Dialog.
Offen bleibt, warum so ein Statement einen Tag vorm nächsten Heimspiel – und eine Woche vorm angekündigten Dialog über unsere Werte – so scharf (in Wortwahl) und unscharf (in Inhalt) zugleich rausgedonnert werden muss. 
Wir wundern uns nicht, wenn Unmut darüber morgen auch im Stadion zu sehen ist. Und können nur sagen: Zu Recht. Und schicken solidarische Grüße an alle guten Leute mit reaktiönären Präsidien da draußen, so fühlt sich das also an.

Nachtrag (29.03.2019, 09:00 Uhr)

Wir haben uns noch mal die beiden Statements des Vereins angesehen:

„Am Tag nach der Partie gegen den HSV kritisieren Präsidium, Aufsichtsrat und Geschäftsführung des FC St. Pauli die Vorfälle in der Südkurve.“
Erste Stellungnahme des Vereins am 11. März

„Verantwortliche des FC St. Pauli beschließen Maßnahmenpaket nach Vorkommnissen im Derby“
Verkündigung des Maßnahmenpakets am 28. März

Uns fällt auf, dass die erste Formulierung klar die unterzeichnenden Gruppen benennt, das fehlt in der gestrigen Kommunikation völlig. Und stellt sich daher die Frage, ob da jemand unaufmerksam war oder ob die Formulierung absichtlich so schwammig gewählt wurde.

  19 Responses to “Wie ein mäßiger Zweitligist”

  1. Die Post sagt alles über das fehlgeschlagen Projekt Südkurve aus. Der wird sicher viel zu einer Befriedung beitragen! NICHT!

    Entlarvend!

    Wie Kleinkinder denen das Spielzeug weggenommen wird.

    Seit einem halben Jahrzehnt stehe ich nun bei fast jedem Spiel auf der Süd. Leider bin ich Zeugin geworden, wie diese Kurve immer mehr verroht, ohne Werte von Halbstarken dominiert wird und sich Hängengebliebene in irgendeiner Pseudo-Ultra-Tradition laben. Wo junge Lemminge dem Gruppenzwang folgen. Wo Gewalt statt dem miteinander dominieren. Wo Spieler – auch die eigenen – als „Schwuchteln“ beschimft werden.

    Das alles leider auch unter den Augen der AFM-Verantwortlichen, die diese Entwicklung mitzuverantworten haben.

    Dem Verein blieb nichts anderes übrig zu handeln. Ich finde das wichtig und zum richtigen Zeitpunkt. Für die Süd hat das auch erhebliche Vorteile. Zumindest ich fühle mich wieder sicherer und ich weiß wofür ich meine Mitgliedsbeiträge (und auch Spenden) zahle.

  2. Dialog mit diesem unberechenbaren Haufen ohne Namen und Gesichtern? Wie denn? Ergo: nö!

  3. Auf den Punkt gebracht!!

  4. Hm… normalerweise schätze ich eure Statements, aber diesmal frage ich mich was los ist, dass ihr so überzogen und emotional und ablehnend reagiert anstatt wie sonst gewohnt alles nüchtern sachlich abzuwägen?

    Ich finde das Statement des Vereins sehr nachvollziehbar und gut geschrieben. Es bringt auf den Punkt, welche Vorkommnisse Grenzen dessen klar überschritten haben, die nicht vom Wertekonsens des FCSP gedeckt werden.

    Es steht dort explizit zu lesen, dass mit allen relevanten Gruppen intern umfangreich gesprochen wurde.

    Ihr stellt einige Fragen, die ihr im Text nicht beantwortet findet und legt das dem Verein jeweils negativ aus. Ich finde, das sind Details, die in so eine Stellungnahme auch gar nicht hinein müssen, weil es dann nicht mehr kurz und knackig auf den Punkt wäre. Aber ich habe ausreichend Vertrauen in die handelnden Personen, dass ich denke, dass diese Fragestellungen intern sehr wohl ausführlich besprochen und erläutert wurden.

    Auch die Maßnahmen sind fast alle für mich logisch und nachvollziehbar und sind in keiner Weise wie von euch dargestellt repressiv und kollektivbestrafend wie so mancher Verein es gerne macht.

    Dass der Eingang Süd besser gesichert werden muss, liegt auf der Hand, ist im Vereinsinteresse und die Staatsmacht hat da Gewiss auch ein Wörtchen mitgeredet. Wenn es nicht mehr leicht zu überrennen ist, muss das nicht gleichbedeutend damit sein, dass es länger dauert beim Einlass und so ätzend wie in Bielefeld wird es bestimmt nicht werden. Schaut euch mal den neuen Gästeeinlass an der Feldstr. an, der hat beim Derby standgehalten gegen den versuchten Sturm und der wird sicher dann Vorbild sein. Dort erkenne ich nichts menschenunwürdiges.

    Da in dem Text ausdrücklich der Plural Fangruppierungen gewählt ist, geht das bisherige Kontingent sicherlich nicht nur an USP, sondern wird an andere Ultragruppen weiterverteilt- vielleicht ist es ja sogar im Dialog mit USP angestimmt, das Kontingent so zu verkleinern, so dass es nur noch für USP selber ausreicht und so eine Art Selbstreinigung entsteht. Einzig die freie Vergabe dieser Karten wird das eher nicht besser machen. Aber es ist andererseits ja auch so, dass USP dem beim Millernton klar formulierten Führungsanspruch und der damit verbundenen Verantwortung nicht ganz gerecht werden konnte. Denn es sind ganz klar beim Derby Dinge passiert, die das Gros der USPler mit Sicherheit selber nicht gutheißen – beim Millernton behaupten sie anderes, aber würden sie es offen zugeben, dass sie die an sich nicht tolerierten Sachen wie gestohlenes Zeug präsentieren und Pyrogemackere sowie Gewalt gegen andere Fans in der Kurve nicht verhindern konnten, dann käme das ja rüber als hätten sie ihre Kurve nicht im Griff, also Gesichtsverlust gegenüber anderen Ultraszenen…

    Der Aspekt des Brandschutzes und der Kostenbeteiligung daran ist sicherlich auch etwas, wo die Staatsmacht mitgeredet hat, andererseits glaube ich auch hier an einen guten internen Dialog – vielleicht ist es ja auch ein Deal a la „Loide, ihr wisst, dass dieses Präsidium Pyro an sich nicht ablehnt, so lange es in gewissen Grenzen bleibt“ – lasst uns also gemeinsam schauen, wie wir es in Zukunft sicherer hinkriegen und ein wenig die Kosten teilen, das gibt ein schönes Signal für die Öffentlichkeit.

    Und schwupps ist das alles gar nicht so schlimm und böse, wie ihr es darstellt.

    Vielleicht einfach nochmal ne Nacht drüber schlafen und wenn eure Emotionen runtergekocht sind es nochmal nüchtern sachlich neu bewerten – und / oder blogintern nochmal jemand anderen ranlassen zum schreiben- ist schon recht deutlich rauszulesen, wer von euch das geschrieben hat und wer eher nicht…. 😉

    Auch euren quasi indirekten Aufruf zum Boykott des Werte-Diskussionsabends halte ich für äußerst problematisch und einen großen Fehler, genauso wie ihn zur Farce zu erklären. Sonst wollt ihr doch immer Brücken bauen, jetzt reißt ihr aktic Gräben auf und polemisiert gegen das Präsidium… verstehe ich überhaupt nicht!

    Der Diskussionsabend kommt genau zum richtigen Zeitpunkt und ist wichtiger denn je!

    Ich hoffe sehr, dass die Mehrheit der Leute die Vereinsstellungnahme nicht so verquer lesen wie ihr und all die positiven Botschaften darin erkennen. Und wie dort ja auch zu lesen ist der gemeinsame Dialog konstruktiv weitergeht.

    Forza FCSP!

  5. […] Glück haben die vom MagischenFC scheinbar Zeit gefunden (oder halt einfach nur mehr Schreiber), und haben bereits in herrlicher […]

  6. Moin Tessa,

    stimmt, da bestrafen wir dann lieber pauschal die ganze Kurve und USP, das ist total zielführend.

  7. Moin Jan,

    also erstens sind unsere Statements mit Sicherheit nicht immer unemotional. Und uns würde ja fast schon interessieren, wer denn aus deiner Sicht diesen Beitrag (den wir, wie alle Beiträge – außer wir kennzeichnen dies explizit – im Kollektiv veröffentlicht haben) geschrieben haben soll.

    Wir finden das Statement eben nicht gut, wie im Blog ausführlich kritisiert: Scharf und unscharf zugleich; Kollektivstrafen, die Unschuldige treffen; ist jetzt fertig gesprochen oder nich; etc. …

    Was mich persönlich insbesondere trifft: Wir feiern uns fürs anders sein, für den Dialog zwischen aktiven Fans und Verein, etc. Und all das wird durch so ein Statement ganz schön ausgehebelt. Jahrelange Arbeit.

    Und wir rufen nicht zum Boykott des Abends auf, sondern haben mitgeteilt, was uns andere Fangruppen berichtet haben. Ob man da hingehen will und das für zielführend erachtet sei jedem Leser/ jeder Leserin selbst überlassen.

    Und wenn wir uns die ersten Reaktionen so angucken, bleibt nur festzuhalten, dass die Reaktionen gespalten sind – einige finden es super, dass jetzt hier endlich mit „harter Hand regiert wird“, andere finden es in Ton und Inhalt komplett daneben. Jedenfalls keine gute Basis für einen gewünschten Dialog.

  8. konkreter als das gewäsch, das hier kritisiert wird, wird dieser artikel leider auch nicht; strafen, die der verein wegen pyrogefackels zahlen muss, werden seit jeher auf kartenpreise umgelegt, und das betrifft alle tribünen, kurven und ränge, da muss man sich nicht unnötigerweise echauffieren, wenn maßnahmen für die bereiche ankündigt, in denen es eben – sprichwörtlich – brennt. an dieser stelle ist der verein in seiner formulierung bspw. viel deutlicher als ihr es in eurem artikel werdet.
    pflückt euch lieber beim nächsten mal die leute vom zaun und setzt sie vor die tür statt dieser ermüdenden chronischen opposition gegen alles, was ihr subjektiv als autoritär brandmarkt, wenn das wirklich nur einige wenige waren, dürfte das ja quanitativ auch kein problem sein.
    die gg hat der süd beim derby ganz deutlich hören lassen, dass die süd nicht erst seit dem 10.03. manches mal neben der spur ist, sei es aktiv oder eben passiv durchs nichtstun, da ist es auch völlig egal, ob es um ultras oder irgendwelche vermummten halbstarken geht, die den zaun mit judgendlichem testosteron tränken, aber nicht die eier haben, sich den lappen aus dem gesicht zu ziehen, vielleicht in der vagen annahme, dass die große pyro-revolution vielleicht doch nicht ganz ok sein könnte und erst recht nicht von allen gtgeheißen wird

  9. Komisch das du alles in der Süd Scheisse findest, dich aber anscheinend bewusst für die „Kurve der Ultras“ (Überschrift über das immer noch gültige Südkurvenkonzept) entschieden hast. Diesen Widerspruch müssen wir zum Glück nicht ertragen.

  10. Warum sollen „wir“ (nebenbei zu 3/4 Gegengeraden Menschen) Leute vom Zaun pflücken? Als Teil von „der Gegengerade“ legen wir sehr viel wert darauf, dass du nicht für uns sprichst.

    Und warum sind aus deiner Sicht Kollektivstrafen gegen einen Bereich voller unschuldiger okay, damit die anderen das nicht tragen? Das ist schon ein bisschen absurd.

    Nebenbei gibt es hier im Blog sehr lange Texte darüber, wie wir uns Reaktionen vorstellen können, wenn was falsch läuft und was genau zu kritisieren ist. Lies die mal, bevor du behauptest, wir würden dazu nix schreiben.

  11. Danke für eure Antwort!

    Also ich finde nach wie vor, dass aus dem Vereinsstatement eindeutig hervorgeht, dass ein ausgiebiger Dialog stattgefunden hat zwischen allen relevanten Gruppen, Verein, Fanladen, aktive Fanszene… und auch weiter stattfinden wird. Ich sehe nicht, was davon durch das Statement ausgehebelt wird?

    Der Verein positioniert sich einfach glasklar, wo die Grenzen der Grundwerte sind, so wie die Verantwortlichen ihn verstehen und auch ich ihn unterschreiben würde. Wie gestern schon geschrieben, ICH denke, die Detailfragen, die ihr stellt, sind intern beantwortet worden und in so eine Stellungnahme muss schon im Sinne von KURZ UND AUF DEN PUNKT nicht alles auf drölfzig Seiten bis ins kleinste ausdiskutiert.

    Ich finde auch nicht, dass das Statement gleichbedeutend ist mit „hier wird jetzt mit harter Hand“ regiert.
    Wenn dem so wäre, dann hätten da Sachen gestanden wie „einen weiteren Dialog mit der Fanszene wird es nicht geben, Pyro ist ab sofort geächtet, alle Privilegien der Ultras wie z.B. für Choreovorbereitung eher ins Stadion dürfen werden abgeschafft, es gibt keinerlei selbstverwaltete Karten mehr, anhand der Videoaufzeichnungen wird versucht, möglichst viele Täter zu identifizieren und mit Stadionverbot zu belegen etc.“
    All das ist nicht der Fall. Die einzig wirklich diskutable Maßnahme ist der Teilentzug selbstverwalteter Karten. Das da nicht explizit die Details stehen, auch das ist ok. Auch da vertraue ich darauf, dass das intern sehr genau besprochen wurde mit den Betroffenen.

    Ich finde schon, dass die Stellungnahme sehr deutlich darstellt, dass der Verein einen Weg des Dialoges geht. Aber gerade vor dem Hintergrund, dass USP im Millernton Testosterongesteuertes Mackertum wie präsentieren und zerstören von Gegnerbannern sowie Pyrogemacker pauschal als vorher intern besprochen und ok darstellt nach dem Motto „die Rauten haben so viele reudige Sachen gemacht die letzten Jahre, da haben sie es nicht anders verdient“, also ne, da MUSS der Verein ganz klar die Konsens-Werte dagegenstellen und das unmissverständlich so kommunizieren. Auch wenn ich glaube, dass USP das nur zähneknirschend so geäußert hat, um nicht öffentlich eingestehen zu müssen, dass eben die Selbstreinigung in der letzten Saison nur so semi bis gar nicht funktioniert hat.

    Dass einiges in dem Statement eher unkonkret / schwammig formuliert ist, liegt sicherlich daran, dass Oke kein Hardliner ist und viel auf Toleranz setzt und er sich schwertut, das alles glashart zu formulieren. Wohlwissend, dass es Gegenwind wie nun von euch geben wird.

    Aber es ist gut und richtig und wichtig, dass der Verein das tut.

    Es bleibt ja auch ein Aspekt: Staatsmacht und DFL / DFB erwarten auch, dass der Verein eine Reaktion zeigt und auch wenn man sich das in einer idealen Welt wünschen mag, ein hippiemäßgies „ja ne, wir haben da intern intensiv drüber gesprochen und alle entwickeln ein gemeinsames Konzept, wie so unschöne Szenen zukünftig vermieden werden können, aber mehr sagen wir öffentlich auch nicht dazu“, das ist wohl kaum realistisch. Und wie gesagt, ich finde nicht, dass die „Maßnahmen“ nun soooo schlimm sind. Auch die Beschneidung des selbstverwalteten Kontingents sollte zu verkraften sein – wenn sich dann eben ein paar mehr Leute im freien Verkauf anstellen müssen, wird das zu organisieren sein.

    Und eine baulich verbesserte Einlasskonstruktion, die ein Überrennen erschwert oder idealerweise verhindert als Kollektivstrafe zu interpretieren empfinde ich auch als sehr weit hergeholt… es sind bei dem Überrennen im wahrsten Wortsinn auch Leute hingefallen und überrannt worden und wir können froh sein, dass dabei niemandem schlimmeres zugestoßen ist. Insofern sind bauliche Veränderungen eben absolut notwendig wie auch die Aufstockung der Ordner. Natürlich ist es für alle schöner, wenn ein Einlass friedlich ohne große Absperrungen funktioniert. Aber hier sollte man vielleicht nicht beim Verein, der jetzt eben reagieren muss, die Schuld suchen, sondern vielmehr bei den Idioten, die sich da illegal Einlass verschafft haben – und das, obwohl USP vorab bei der internen Diskussion alles versucht hat, so etwas zu vermeiden, wie im Millernton geschildert. Auf diese Leute sollte man sauer sein, denen die Werte des FCSP scheißegal sind, denen es nur um ihre Selbstdarstellung, Gemackere, Gewaltfetisch usw. geht und die wie ich denke vor allem jenen Gruppen zuzuordnen sind, die eigentlich im Rahmen der Selbstreinigung bereits rausgeworfen wurden aus der Kurve. Ich kann die Entscheidung von USP, sich im Millernton hinter die zu stellen, um keinen Gesichtsverlust wegen Ohnmacht denen gegenüber zu riskieren, durchaus teilweise verstehen. Es beschädigt aber das Gesamtbild, weil der Normalofan ohne Detailwissen es eben wieder auf „die Ultras = USP“ schiebt. In dem Zusammenhang ist es auch fatal, dass USP nicht öffentlich Stellung beziehen will – würden sie da über ihren Schatten springen, könnte das manchen Graben zumindest ein bisschen schließen.

    Puh, sorry, ich habe jetzt etwas weiter ausgeholt, aber ich bin eben auch emotional ziemlich aufgewühlt.
    Weil ich es einfach nur schwer ertragen kann, wie viele Leute aus der aktiven Fanszene dieses ätzende Mackertum, was die „Rotkäppchen“ beim Derby gezeigt haben, irgendwie versuchen zu rechtfertigen oder es tolerieren und dann die verbale Reaktion der Gegengeraden (und tatsächlich auch Randbereichen der Süd und der Haupt) in der Diskussion der viel größere „Skandal“ ist und vor allem offenbar ALLE in der Süd sich angesprochen fühlten. Während aus meiner Wahrnehmung eben nur die gemeint waren, die deutlich Grenzen überschritten und gemeinsame Werte verletzt haben. Und das wird dann eben auch spontan verbalisiert. Ist Fußball, sind Emotionen im Spiel. Dann zu sagen „besser Faust in der Tasche ballen und das später intern ausdiskutieren, wenn die Rauten nicht dabei sind“. Ja, Wunschvorstellung, aber scheitert ja schon daran, dass der Normalofan auf der GG doch gar nicht die realistische Chance hat, mal mit einem der Rotkäppchen zu diskutieren. Mal ganz davon ab, dass viele dieser elenden Macker auch gar nicht diskussionswillig sind, sie ziehen einfach ihr Ding durch, egal was der Rest der Fanszene davon hält und wenn sie mal jemand anspricht, dann wird Gewalt mindestens angedroht oder es gibt wirklich gleich eins auf die Nase. Das soll keine Pauschalisierung sein, es sind nicht wirklich viele Leute und sie sind nicht genau zuordnebar. Aber wenn sie in Aktion sind und man sie dann kritisch anspricht, ist klar, dass es der richtige Adressat ist.

    Womit wir wieder beim Diskussions-Workshop am 4.4. Die Wichtigkeit ist immens. Leider wird es aber mit Sicherheit so sein, dass die Macker-Rotkäppchen sich dieser Diskussion nicht stellen werden, weil es ihnen eh egal ist. Wie das zu lösen ist, weiß ich auch nicht. Am ehesten mit einem Schulterschluss zwischen Verein, Fanladen und aktiver Fanszene und Normalos, von allen Seiten den Mackern klarmachen, dass beim FCSP für sie kein Platz ist. Ich bin ein sehr toleranter und harmoniebedürftiger Mensch. Aber wenn solche Leute am Stück auf die Werte des FCSP scheißen und nicht mal eine Diskussion mit denen möglich ist, dann sehe ich da keine Brücke mehr, die gebaut werden könnte. Zumal ja gewiss u.a. Fanladen und USP bereits alles versucht haben, die mal zur Vernunft zu bekommen, was aber offenbar leider bisher komplett misslungen ist…

  12. […] in sozialen Netzwerken von „Schlag ins Gesicht der aktiven Fanszene“ geschrieben.Der Magische FC-Blog ist in seiner Tonalität auch ziemlich […]

  13. Euer wehleidiger Text lässt mich mit offenem Mund zurück. Ich traute meinen Augen nicht.

    Hier ist primär was bei den ULTRAS und der SÜD angezündet worden.

    Die Verantwortung nicht auf sich zu nehmen und auf Kosten des Teams Politik betreiben (Sanhausen-Ultra-Eklat) ist ganz schön billig; dies noch schönzuschreiben noch viel mehr.

  14. Hääääääääääääää?

  15. warum fühlt sich der admin hier immer genötigt gleich direkt zu antworten + zu kontern. strange hier.

    verirrte mich hierher via twitter … dieses blog schreibt echt stellvertretend für paulifans?!? shocking! euer text geht gar nicht! schnell weg hier.

  16. Für Paulifans schreibt die BILD, für normale „Sankt Pauli-Fans“ die MOPO und für den Rest schreiben wir.

  17. für mich schreibt ihr schon mal nicht

  18. Na immerhin einer. Ne aber mehr ehrlich wir schreiben für uns vier.

  19. Moin!
    Die Maßnahmen als klare Kollektivstraffe zu interpretieren, sehe ich als falsch.
    So gibt es m.E. mehrere Möglichkeiten diese zu interpretieren.

    So kann auch von Vereinsseite gesagt werden, hey:
    (1) Einlass
    Einlass überrennen, geht nicht. Also muss am Einlass was verändert werden.

    (2) Hoheit über das Stadion / Kartenvergabe
    These / Interpretation:
    Es sind zudem Menschen ins Stadion gekommen, die sich offensichtlich und bewußt daneben benommen haben. Hier scheint der Verein der Meinung zu sein, dass dies mit Wissen / Duldung von denjenigen geschehen ist, die über das Kartenkontigent verfügen.
    Der Verein holt sich also durch die Verringerung des Kontigents die Hoheit über das von ihm zu verwaltende Stadion zurück. Auch wenn sich das vielleicht seltsam anhört, aber es ist keine Strafe, sondern es ist eine Einschränkung der zuvor gewährten Privilegien; und dies um selbst wieder mehr Verantwortung bei der Kartenvergabe zu übernehmen.

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