Dez 232018
 

Vorwort

Abschluss des Jahres 2018. Zwei Tage vor Weihnachten. An einem Samstag. Spielpläne können echt brutal sein. Wir hier in diesem Land haben ja wirklich keine Tradition von Weihnachtsfußball, aber wahrscheinlich hätte man da besser am Boxing Day spielen können als dem letzten Samstag vor dem 24. So ein bisschen genervt ist man da schon, da helfen allerdings die #1910smilesofMats ein bisschen, die der offizielle Twitteraccount jeden Tag um 19:10 veröffentlicht. Vorab mal ein Lob, wo ein Lob nötig ist: Das ist richtig toll!

Rein rechnerisch muss Mats so grob 5 ¼ Jahre für unseren Verein spielen, damit wir auf 1910 Bilder kommen. Wir gehen davon aus, dass das jemand mitzählt, oder? Und ja, Mats bleibt selbstverständlich mindestens so lange hier!

Wasserwerfer nur, weil Magdeburg den Grill mitbringt

Mal wieder ein Risikospiel am Millerntor und wir kommen später noch auf sehr negative Begleiterscheinungen des Magdeburger Publikums zu sprechen. Vor dem Spiel fallen die Wasserwerfer auf dem Heiligengeistfeld auf und dass Magdeburger überall parken dürfen und kreuz und quer herumspazieren. Oder neben ihrem Auto erstmal den Grill anwerfen. Da hat so ein Wasserwerfer beinah mal Sinn.

Könnt ihr euch eigentlich ein anderes Stadion vorstellen, wo ihr bei insgesamt knapp 30.000 Zuschauern und dem Label „Risikospiel“ ganz entspannt mit einem Schal des Gastvereins am Fanprojekt des Heimvereines vorbeigehen könnt und nicht einmal einen dummen Spruch kassiert? Am Millerntor geht das und dies sollte auch so bleiben. Trotzdem könnte man jeden Magdeburger mal fragen, warum er davon ausgeht, dass dies in HH hinhaut, er aber wahrscheinlich zu gut weiß, dass das bei ihm zu Hause nicht funktionieren würde.

Großes Hallo, viele Lieblingsmenschen, bloginternes Gestichel, rauf auf die geliebten Ränge. Übersteiger gekauft …

Normale Gegengeradensteher für die Ultras

… Übersteiger gekauft und (später) gelesen und sich gefragt, was die Redaktion eigentlich da geritten hat. Leute, also mal ganz ehrlich: Ja, man kann viel an den Verhalten von Menschen kritisieren, die für sich das Label Ultrà in Anspruch nehmen. Aber was ihr da an pauschalem Mist beschreibt, ist einfach Niveau Mopo-Podcast und für euch als Teil der aktiven Fanszene komplett unwürdig. Mal ganz davon ab, könnte ein Medium mit der Reichweite des Übersteigers auch darüber nachdenken, ob es nicht besser ist in einem Heft mit Schwerpunkt „Ultrà“ mit den Ultras zu reden als über die Ultras. Ihr disqualifiziert euch damit echt für jeden ernsthaften Dialog.

Höhepunkt der Schwachsinnigkeiten ist ein Artikel über die Auswärtsfahrt nach Bielefeld, wo eine Autorin echt die Solidarität verweigert, weil sie sich „nicht pauschal mit den Ultras solidarisiert“. Mal ganz davon ab, dass genügend „normale“ Leute von dem Kessel betroffen waren und viele Fakten nicht stimmen, ist es schon geil, dass ein Fanzine einen Artikel veröffentlicht, der als Fazit hat, dass man doch bitte weiter Party im Stadion macht, während Leute von uns eingekesselt sind, weil wenn die was gemacht haben, dann wird das schon in Ordnung sein. Stellungnahmen vom Fanladen, der Braun-Weißen Hilfe und des FC St. Pauli werden auch mal vollkommen außer Acht gelassen. Ist der Übersteiger seit neustem das Organ der Gewerkschaft der Polizei? Zumindest ein Vereinsmitglied sollte das freuen.

Noch was: Nicht alles, was bei uns nach „Ultra“ aussieht, ist USP. Und so lange man nicht 100% weiß, ob es sich um einen USPler handelt, kann man sich eine öffentliche Gruppennennung wirklich klemmen.

Noch mal zur Erinnerung, was wir für das richtige Verhalten auswärts halten: Wenn sich da jemand danebenbenommen hat, dann klären wir das, dann kritisieren wir das. ABER: Es ist so ein bisschen wie mit dem ungeliebten Verwandten. Wir dürfen den kritisieren, wenn jedoch jemand von außen den anmacht, dann ist es unser Verwandter. Gerade auswärts heißt es für uns, dass wir alle da gemeinsam hinfahren, gemeinsam reingehen und gemeinsam wieder nach Hause fahren. Und passiert dies wegen Polizei nicht, dann wird sich erst einmal solidarisiert. Klären, diskutieren etc. kann man dann zu Hause. Wenn es denn was zu klären gibt.

Nein, wir sind weder noch Ultrà noch das Sprachrohr von USP und häufig genug gehen uns Dinge auf den Sack. Das kann man dann kritisieren. Aber nicht so. Und schon gar nicht, wenn man behauptet „normale“ Gegengeradensteherin zu sein. Was ist denn bitte „normal“, was ist die Norm? Da behauptet man für eine Gruppe zu sprechen, die es so nicht gibt. Und uns repräsentiert das garantiert nicht.

Ende der Debatte und sorry Übersteiger, Ende der Diskussion mit euch.

Gemackere nervt!

Wir sind ja nicht nur normale “Gegengeradensteher*innen” sondern befinden uns auch auf der Süd. Und da gibt es so einen Fangesang, der uns massiv auf die Nerven geht. Ja, Magdeburg ist scheiße, das besingen wir auch gerne. Aber warum müssen wir denn die Schwäche von Gegnern besingen? Ist es nicht grade so, dass wir in einer Gesellschaft leben, wo die fehlenden Möglichkeiten, Schwäche zuzugeben, massive gesundheitliche Einschränkungen mit sich gezogen haben? Wir werfen da jetzt nur mal als Stichwort Burnout und Depressionen in den Ring. Also: Wir sind besser als Magdeburg. Die sind scheiße. Aber halt nicht, weil die schwach sind. Sondern weil wir ne geile Mannschaft sind.

Auf jeden Fall nervt uns dieser Gesang seit längerem massiv. Wir stellen da ganz bewusst den Support ein und sprechen das auch gegebenenfalls mal an, insbesondere wenn wir darauf angesprochen werden.

Was wir in diesem Zusammenhang wirklich bezeichnend finden: Das ist der Gesang, der in der subjektiven Wahrnehmung am lautesten mitgesungen wird.
Kein “Aux Armes”, kein “We love Sankt Pauli”, kein “We love you”, also die Lieder in denen wir besingen, wie wir den Gegner hier rausschießen, weil wir die besten sind.. Sondern das, wo wir uns mal mackermäßig über die Schwäche der anderen erheben. Und ja, das singen insbesondere die männlichen Südbesucher besonders laut mit.

Und wenn wir das dann ansprechen, dann müsst ihr uns nicht den Rest des Spiels auf ziemlich niedrigem Niveau beleidigen. Verwendet das mal lieber auf die Reflexion, warum wir da nicht mitmachen und ob wir nicht vielleicht doch auch einen kleinen Punkt haben.

Weniger Rumgemacker am Millerntor. Das wärs doch mal. Wir glauben ja nicht an Neujahrsvorsätze. Aber das wär ’n guter.
In diesem Zusammenhang ein kleiner Hinweis (und ja, der Bogen hat was von schlechter Sky-Moderation): Am 19. Januar findet eine Veranstaltung. am Millerntor statt, die sich dem Thema Inklusion widmet. Kommet in Scharen!

Magdeburg über alles

Es ist begrüßenswert, dass bei uns auswärtige Fans erstmal relativ viel dürfen, aber muss bei uns ein Zaunlappen hängen, auf dem wirklich neben einem „Gott will es“ ein „1. FC Magdeburg über alles“ steht? Das ist schon erheblich fragwürdig. Und nun kommt uns nicht damit, dass das eine Ironie sein soll.

Ebenso meinten erneut einzelne Magdeburger, dass man am Millerntor abhitlern müsse. Zum Kotzen.

Das nach dem Spiel sich einige Magdeburger noch einen Durchbruchversuch in den Heimbereich der Nord leisteten und sich eine gute Hauerei mit den Ordner*innen lieferten, rundet ein sehr unsympathisches Bild ab. Großen Respekt an die Ordner*innen, die da schlimmeres verhindert haben mögen.

Wir haben in diesem Internet auch einige kluge Magdeburger kennen gelernt, fragen uns aber wirklich, ob ihr eigentlich Bock habt, hinter „…über alles“ zu stehen und diesem ganzen anderen rechtsradikalen und gewalttätigem Pack zuzusehen. Leute, so schwer das ist, schafft Strukturen dagegen! Ein Statement des Vereins haben wir dazu bisher auch nicht gelesen.

Und da rettet der wirklich beeindruckende und geschlossene Support des Gästeblocks auch nichts mehr. Wir wollen so einer Fanszene keinen Respekt zollen.

Heimsupport

Es wird besser, aber wir würden uns so gerne wünschen, dass die GG, die Außenbereiche der Süd und ach was schreiben wir… Okay, noch mal von vorne: Wir würden uns wünschen, dass alle Bereiche mit Ausnahme der absoluten Mitte der Süd endlich mal ihr Potential zu 100 % abrufen würden. Du stehst auf der GG, es ist ein absolut passender Moment für einen spielbezogenen Support und es kommt gar nix. Außer von vielleicht fünf Leuten um einen herum. Das muss soviel besser werden. Überall. Wenn nicht einmal ein sehr lauter Gästeblock dazu anspornt, aus dem Quark zu kommen, dann wissen wir auch nicht.

Auf dem Platz

Erste Halbzeit im Ergebnis ausgeglichen, aber ganz viel Ballbesitz und viel mehr Torschüsse für Magdeburg. Und doch gewinnen wir 4-1. Und das nicht, weil wir nur Glück haben. Nach dem 2-1 für uns muss Magdeburg offensiv aufmachen, weil sie eben nicht in einer normalen Formation Druck aufbauen können. Wir hingegen können nach einer echt durchwachsenen Halbzeit umstellen, verlieren noch einen Stürmer und einen Außenverteidiger wegen Verletzung und haben trotzdem die Qualität und die Bankspieler, um in der zweiten Halbzeit drei Tore zu erzielen. Überhaupt, wir freuen uns, dass der Trainer taktisch Ideen hat, knifflige Spielsituationen in der Halbzeit zu erkennen und die Mannschaft entsprechend auf taktische Umstellungen auch reagieren kann.

An drei von vier Toren ist Bernd Nehrig beteiligt. Wir wissen nicht, wie der Stand ist und welche Zukunft Bernd bei uns noch hat. Wir vermuten mal nicht viel, wenn man sich ansieht, wie er sich auf der Bank verabschiedet. Wenn das sein Abschied it, dann ist es der perfekte. Wenn das der Abschied ist, dann wünschen wir dir alles Gute, egal wo es dich hin verschlägt. Und die Kritik, die wir hätten, würdest du bleiben, die verschweigen wir.

Dieses wundervolle Foto von Afroh wollen wir euch nicht vorenthalten:

Nutzung mit freundlicher Genehmigung.

Das vierte Tor wird dann mustergültig von Bernds designiertem Nachfolger vorbereitet, der zuvor auch für ihn eingewechselt worden ist. Generationswechsel murmeln viele Menschen neben uns im Stadion.

Wir haben nix zu verlieren

Seien wir ehrlich. In dieser Liga gibt es zwei Vereine, die sind qualitativ besser als alle anderen Vereine. Und auch Union Berlin hat vielleicht mehr Qualitäten als wir. Aber alle drei spüren zur Winterpause immer noch unseren kalten Atem im Nacken beziehungsweise sehen jetzt sogar unser Rücklicht. Und die haben alle was zu verlieren. Wir nicht. Gerade der 1. FC Köln mit seinen Nationalspielern und Stars sollte sich fragen, warum diese Trümmertruppe in braun-weiß nur zwei Punkte hinter ihnen steht. Na, werden die Knie schon weich?

Wir kommen, wir sind der FC St. Pauli, wir sind die einzige Möglichkeit und wir überholen euch! Watch your back, Digga!

(Zeilen geschrieben, zur Halbzeitpause der 2. Liga. “Weiche Knie” scheint zuzutreffen.)

YNWA, Henk!

Und während wir diese Zeilen tippen und redigieren, erreicht uns dann doch noch eine schlechte Botschaft, bevor wir uns in die Winterpause verabschieden. Es hätte aber auch zu schön sein können.

Alles Gute, Henk! Come back stronger und eine vollständige Genesung! YNWA!
Auch, aber nicht nur spielerisch ist das ein riesiger Verlust für den FCSP.
Wie wichtig Henk für unser Spiel wird, kann man an ein paar Zahlen ablesen: 6 von 30 Toren gemacht, zudem 5 vorbereitet. Die meisten Torschüsse abgegeben (39 von 228) und das in 16 von 18 Spielen, die er auf dem Feld stand.
Wir sind gespannt, wie und ob der Verein darauf in der offensiven Formation reagieren wird. Hoffnung macht uns, wie Dimi nach seiner Einwechslung direkt da ist.

Und nun ist Winterpause

In den Momenten nach Abpfiff, wo neben den Einlaufkindern dann auch die Spieler ihre Zipfelmützen aufgesetzt haben und “Auld Lang Syne” durchs Stadion schallt, wird uns nach dem furiosen Spiel ganz warm ums Herz. Klingt kitschig, aber genau solche Augenblicke in Verbindung mit einer sehr guten Umsteher*innen-Crew machen Feiertage richtig schön. Diese Art von Weihnachtsfeier mit der Wahlfamilie ziehen sicher viele von uns den zähen Zankstresslangeweileveranstaltungen mit der buckeligen Veranstaltung vor. Wir sind wahrhaftig beseelt.

Euch allen ein frohes Fest, einen guten Rutsch und 2019 wird unser Tag kommen. Tiocfaidh ár lá

Und bis dahin, Tschüß 2018, das Jahr in dem wir 10 Jahre alt wurden und vier Menschen wurden:

For auld lang syne, my jo
For auld lang syne
We’ll tak’ a cup o’ kindness yet
For auld lang syne

  9 Responses to “Gott will es”

  1. So. Erstmal Respekt für den Absatz zum Übersteiger. Auch eine so angesehene und respektierte Institution unserer Fanszene muss kritisiert werden dürfen, genau wie USP/Gegengerade/whatever auch.
    2 kritische Anmerkungen gibt es dann meinerseits aber doch:
    1.) Der angesprochene „Anti-Gesang“ der Süd. Meint ihr nicht dass ihr da ein wenig zu viel hineininterpretiert? Ich habe diesen Gesang noch nie so verstanden, dass man sich über mentale Schwäche oder Unterlegenheit lustig macht. Vielleicht ist die Gästemannschaft einfach fußballerisch schwächer. Und vielleicht sollte es unser Ziel sein stärker zu sein als die Leute im Gästeblock. In Sachen Hingabe, Leidenschaft, Emotionalität zum Beispiel. Diesen Gesang mit Burnout-Erkrankungen in Verbindung zu bringen finde ich dann doch arg harsch.
    2.) Klar, die Zaunfahne der Maggis ist stillos wie Scheiße, um es mal klar zu sagen. Und politische Verfehlungen gehören scharf kritisiert! Aber gerade bei Magdeburg, mit einer führenden Ultra-Gruppe wie der Blue Generation, die sogar auf ihren Zaunfahnen Antifa-Symbolik nutzt, so zu generalisieren…das ist nicht richtig. Zumindest wenn es nach mir geht. Da ist man zu schnell bei dem ausgeleierten „Wir sind alles Antifas – Das sind alles Nazis!!“-Habitus. Das ist sicher nicht förderlich, eben auch nicht für die aktiven linken Kräfte in Magdeburg, um bei dem Beispiel zu bleiben.

    So, just my 2 cents. Danke für den guten Bericht/Artikel und schöne Feiertage euch!

  2. Doofe Frage, aber welchen Gesang meint ihr, stehe gerade auf dem Schlauch..

  3. Fein geschrieben, kann ich unterschreiben. Was ist das für ein Gesang? War leider nicht im Stadion. Wenn ichs mal. Schaffe, fällt mir durch aus auch eine herabsenkung des Niveaus in einigen Texten auf. Das war mal anders.
    Würde nicht mal dem Gegner / Schiri nach dem Spiel applaudiert? Gibt’s das noch? Ach ja, scheiss Nostalgieanfälle.
    Frohe Weihnachten!

  4. Immer wieder faszinierend, dass ich obiges Banner nicht gesehen habe, obwohl ich direkt davor stand. Es passiert einfach zu viel in einem Fussballstadion…
    Danke zur Vorwarnung vom Übersteigertext: ich dachte, das wäre nur eine Clickbait Überschrift, da es ja neulich im Millernton eine eher gute Sendung mit einigen USPlern gab. Verstehe nicht, warum die Redaktion diesen Weg nun wählt.
    Alles in Allem: danke für die vielen wunderbaren Texte und Gedanken zur Fanszene und Verein in diesem Jahr (und den Jahren zuvor).

  5. Wie soll die Stimmung auch gut sein, wenn eure so reflektierten Leute auch das ganze Spiel damit beschäftigt sind, sich über alles und jeden zu empören?

    Wie können die Magdeburger denn hier einfach so parken, wie doof war denn der Kommentar vom übersteiger und wie doof war denn der Anti Gesang? Und wie doof war denn die Zaunfahne und wie blöd war die Spieltagsterminierung?
    Ich glaub es wäre euch geholfen, den Samstag zu nutzen um euch die Birne mit Glühwein dicht zu machen und euch die stimmung nicht von dem doofen Fußballvolk vermiesen zu lassen.

  6. Zusätzlich zu den spannenden und nicht von der Hand zu weisenden Anmerkungen von Tmx möchte ich Euch drauf hinweisen, dass Ihr mit Eurem letzten Absatz die Einleitung eigentlich ad absurdum führt. Xmas-Fußball ist also doch schön, egal ob am 22. oder 26.12. Und schaut mal in andere Sportarten…

    Frohes Fest dem besten Blog!

    P.S.: Es ist eigentlich unglaublich, dass Ihr es erst mit dem letzten (oder vorletzten?) Text 2018 geschafft, dass ich mal nicht 100prozentig zustimmen kann. Danke für all die starken Zeilen!

  7. Ich kaufe den übersteiger nur wegen des Schroeter-Comics. Dieses Mal hätte ich mir hinterher gerne den Kaufpreis erstatten lassen. Mit Trinkgeld.

  8. Es geht um folgenden Gesang:
    „Scheiß Magdeburg
    Ihr seid uns
    Weit unterlegen
    Seid zu schwach
    Ja und deswegen
    Gewinnen wir
    Heute nur hier“

    Wir haben ganz bewusst beispielsweise geschrieben, als wir Depression & Burnout als Beispiele genannt haben. Und an den Reaktionen hier und anderswo sieht man übrigens auch, dass dieses angebliche „bezieht sich klar auf die gegnerische Mannschaft“ gar nicht so klar ist.
    Wir haben bisher auch noch keine überzeugende Argumentation gelesen, warum man ausgerechnet die Schwäche anderer besingen muss.

    Das Thema „Wir sind Zecken“ ist wahrscheinlich irgendwann mal einen eigenen Beitrag wert. Für den Moment: Wir schreiben hier darüber, was uns im Spieltagskontext auffällt (das gilt auch für die angemerkte „Nörgelei“) und stört/ bewegt/ freut. Und das war in diesem Fall eben der Mackergesang.

    Und: Wir schreiben hier unsere Meinung(en). Und ja, die soll und darf und muss auch mal kontrovers sein. Wir sind ja schließlich nicht die FCSP-PR, sondern ein Medium der Fanszene.

  9. „Heute nur hier“: Heute nur wir.

    Wie man bei dem Gesang nun ausgerechnet an Mackertum denken kann, erschließt sich mir nun wirklich nicht. Da muss doch dann bei euch im Gehirn echt noch verfestigt sein, dass Schwäche natürlich zwingend weiblich zu sein hat. Ich glaube, da konstruiert ihr Sachen, die nicht zusammen gehören. Wobei – verflucht – konstruieren ist für euch ja sicherlich auch so ein mackerhaftes Wort, denn das klingt ja schon fast nach Technik und ist damit natürlich eindeutig männlich besetzt und somit alles weibliche natürlich auch herab würdigend.

    Das Besingen der Schwäche des gegnerischen Teams nun in Verbindung mit depressiven Erkrankungen zu bringen halte ich für ähnlich weit hergeholt. Ich war in der Zeit, seit es diesen Gesang gibt, mal depressiv erkrankt, aber käme echt nicht auf die Idee, beim besingen des sportlichen Gegners und dessen Betitelung als zu schwach und weit unterlegen nun einen Zusammenhang mit depressiven Erkrankungen zu ziehen.
    „Wir sind… ohhhhh Sankt Pauli“ zählt dann demnächst als nationalistisch, so von wegen „Freie Republik St. Pauli“ und so? „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ dann als sexistisch, weil es die Prostitution und den rein sexuellen Gebrauch von Frauen abfeiert?
    Unser Vereinslied dann natürlich als chauvinistisch, weil es die harten Männer im Hafen abfeiert?

    Nein, ernsthaft, es ist sicherlich gut, immer wieder den Finger in Wunden zu legen, aber da habt ihr euch echt ein wenig vergaloppiert.

    „Wir haben bisher auch noch keine überzeugende Argumentation gelesen, warum man ausgerechnet die Schwäche anderer besingen muss.“
    Weil „We are the champions“ irgendwie nen scheiß Song ist.

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