Dez 172018
 

Liebe Leser*innenschaft,

alle, die im Meckern, Motzen und Pöbeln unsere Kernkompetenz sehen: Ihr müsst jetzt ziemlich stark sein. Ja, nein, da ist einfach zu wenig Beklagenswertes an diesem Spieltag passiert. Oder andersherum: Sackzement, das ist ja wirklich ganz geiler Fußball gerade!? Wir sind beeindruckt und versuchen es irgendwie mit diesem “einfach mal glücklich sein”. Aber die Winterpause nehmen wir dennoch bald mit Kusshand, das nur nebenbei.

Gegen das arg gerupfte Kleeblatt geht es heute abermals auf einen Sonnabend. Guter Spieltermin weil Sonnabend, schlechter Termin weil immer so früh. Nun ja, für irgendwo in Block D reicht es noch, auch wenn die Einlassschlange schon wieder entsetzlich lang geworden sind. Wäre da eigentlich irgendwo Optimierungspotenzial, fragen wir uns? Hängt vermutlich von spieltagsbezogenen Anweisungen an U-Need bzw. der Laune der Ordner*innen ab sowie äußerden Faktoren wie der Verkehrslage ab, wie lange wir uns die Beine in den Bauch stehen müssen, bevor es auf die heiligen Stufen geht.

Kalte Hände lassen sich warmklatschen

Die Anhängerschaft der Spielvereinigung ist wieder einmal so zahlreich erschienen wie Bürobesatzungen zwischen den Jahren. Und das am Sonnabend, dem König der Spieltage! Ey Fürth: Wenn die eigene Mannschaft gerade 0:5 und 0:4 auf die Rübe bekommen hat, braucht sie vielleicht extra viel Unterstützung. Aber das soll nicht unsere Sorge sein.

Unser Support ist auch schon so ein bisschen in der Winterpause angekommen. Ja ja, kalt, bla bla. Handschuhe ausziehen & klatschen hilft auch gegen die Kälte. Da müssen wir heute doch noch wieder den Finger in die Wunde legen, allerdings stehen wir außer der Reihe auch weiter abseits vom Epizentrum. Die Trommel auf der Nord ist zu hören und erinnert uns daran, dass das auf der Gegengerade ja auch mal eine sehr gute Idee war. Erwähnten wir schon, dass wir die Trommel wiederhaben wollen? TROMMEL. BADAMBADAMBAMBADAMBADAMBAMDAM! So. Wäre das auch geklärt.

Wie gegen einen Drittligisten

Erst die Negativkritik: Gegen schwache Fürther kann man eine fast zwanzigminütige Wackelphase in der zweiten Halbzeit eigentlich auch vermeiden. Im Idealfall geht da nicht noch ein Schuss an die Latte, der uns zittern lässt. Und deshalb müssen wir da früher ein zweites oder drittes Tor nachlegen.

Jetzt zum Positiven: Der FCSP spielt heute wie gegen einen Drittligisten. Also nicht so, wie er es in hässlicher Regelmäßigkeit im Pokal tut, sondern so, wie er sollte. Das Spiel wirkt zu überwiegenden Teilen so, als ob man eine Klasse über dem Gegner wäre. Dabei sprechen noch nicht einmal die Ballbesitzzahlen, Zweikampf- oder Passquoten eine so eindeutige Sprache wie das Gefühl, das das Spiel vermittelt. Nun kann es anekdotisch werden, aber wenn wir sehen, wie selbst in der Fürther Drangphase unsere Defensivkräfte zulangen und in aller Regel mit perfektem Timing die Grätsche auspacken, sich strecken, den letzten Meter gehen und sich nicht durch Körpertäuschungen verarschen lassen, dann ist das eine Wohltat. Vielleicht lässt man in diesen Minuten die SpVgg ja mal extra kommen, damit alle sehen, was wir für eine geile Abwehr haben?

Magischer FC St. Pauli vs. Greuther Fürth Dezember 2018
Es geht in die richtige Richtung – nach vorn

Ein quirliges, engagiertes und zumindest im Vergleich zu vergangenem Jahr weitsichtiges Offensivspiel, bei dem die Braunweißen auch geistesgegenwärtig umschalten können … das ist auch noch ganz schön ungewohnt. Finden wir aber okay, dürfen sie weitermachen.

Nicht zu vergessen, wie viel personelle Rotationen wir in den vergangenen Spielen erleben mussten. Und so steht heute ein Florian Carstens erstmals in der Startaufstellung am Millerntor und macht das bockstark. Als Defensivmensch im Heimspieldebüt gleich mal eine Bude zu machen, das ist schon fast kitschig schön. Und wenn wir dann doch schon mal bei Einzelpersonen sind: Unsere innige Liebe für JPK ist ja weithin bekannt, aber auch abseits von Fangegirle und -geboye gibt es keinen Zweifel daran, dass Schnecke zu jedem Zeitpunkt beweist, dass er vollkommen berechtigt da wieder steht (und läuft und grätscht). Das ist kein Gnadenbrot für die Endphase einer Karriere, das ist Anerkennung einer richtig guten Leistung. Herr Kauczinski, für Ihr Händchen gibt’s einen dicken Daumen nach oben.

Und alle, die uns das durch unsere schneckenfarbene Brille nicht abnehmen. Die Statistik gibt uns Recht:

Gemittelte WhoScored-Noten unserer Spieler während der 17 Hinrundenspiele.

Das war die Hinrunde …

Nun ist, zweitligaüblich, die Hinrunde zwar beendet, doch vor der Winterpause kommt noch ein Spiel. Wir hoffen mal ganz stark, dass es gegen Magdeburg so weiter geht und wir 2018 mit einem Ausrufezeichen abhaken können. Denn wie eingangs erwähnt: So eine Winterpause ist echt mal notwendig. Dinge sacken lassen, sich entweder weniger drüber ärgern oder überlegen, wie wir Probleme angehen können. Und wenn es Ende Januar wieder losgeht (warum zum Geier das mit einem Dienstagsspiel sein muss, naja), dann sind wir alle wieder voller frischer Energie, nicht wahr?

Das Haar in der Suppe

Wir können nicht ganz aus unserer Haut – so ganz ohne Kritik geht es nicht:

Wir müssen Groeni korrigieren.

Gestern gab es nämlich sogar 12:25 Minuten Anlass zu spielbezogener Freude am Millerntor. Und ob wir mathematische Genies in unseren Reihen haben klären wir demnächst mal bei nem Bier.

Anlass zu spielbezogener Freude gab es gegen Fürth überdurchschnittlich häufig.

Forza!

Auf dem Heimweg aus Bochum einigten wir uns darauf, aus diesem Jahr noch sechs Punkte mitzunehmen. Nächsten Samstag noch mal alle ans Millerntor, Magdeburg wegbrüllen und mit einem richtig guten Gefühl in die Winterpause gehen.

  One Response to “Sollen wir uns etwa daran gewöhnen?”

  1. Toller Beitrag, as usual 🙂

    Aber ihr hättet das Vor dem Spiel Gespräch anhören sollen: Der Fürther Verein hatte nicht das ganze Kartenkontingent abgerufen obwohl noch Nachfrage bestand. So haben nicht alle Fürther eine Karte bekommen.

    Liebe Grüße

    Flo

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