Sep 252018
 

Stark verspätet aufgrund von Krankheit nun unser Text aus Ingolstadt:

Geschichtsstunde

Der Fanclub unseres Seniors hat eine Gründungsgeschichte. Wir schreiben Mai 2009. Der Spielplan sieht es vor, dass der FCSP an einem Donnerstag in Ingolstadt spielen soll, die 2. Mannschaft am Freitag danach in Ohe und die 1. Mannschaft am Sonntag danach in Koblenz. Insgesamt sechs St. Paulianer sehen alle drei Spiele vor Ort. Fünf dieser Mensch gründen im Laufe dieses Wochenendes einen Fanclub. Den Pöbelmob1910. Existiert bis heute. Vier weibliche Wesen, drei männliche. War gestern mit vier Mitgliedern vor Ort.

Aber warum erzählen wir euch das? Um den Pöbelmob berühmt zu machen? Nix läge diesem Low-Key-Fanclub ferner! Nein! Der Grund ist ein anderer: Das Spiel in Ingolstadt erinnerte sehr an gestern. Damals noch im alten Ingolstädter Ground, der FCI bereits abgestiegen, Grottenkick und wir gewinnen durch ein spätes Tor 1-0.

Wie gestern. Und damit könnten wir den Bericht eigentlich schon beenden.

Back to Gegenwart

Aber es gibt immer etwas zu erzählen und wäre es nur, dass der Pöbelmob – wie immer – vier getrennte Anreisen wählt. Das ist sein Fanclub-Credo. Sollten jemals alle Mitglieder gemeinsam zu einem Spiel reisen, würde sich die Welt sofort in einer Unmöglichkeitsblase auflösen.

Vielleicht ist es ein guter Zeitpunkt, festzustellen, dass kein Mitglied des magischerfc.de-Kollektiv Mitglied in dem Fanclub mit sehr ähnlichen Namen ist. Das wird gerne verwechselt. Da das gute Menschen sind, müssen wir uns nicht distanzieren, aber ihr solltet das schon wissen.

Nun aber

Der Verfasser dieser Zeilen sammelt morgens seine Mitfahrerin ein. Nennen wir sie Elo. Denn das ist ihr Name. Vielleicht nicht der Name, der in diesen komischen Karten steht, die man „Ausweis“ nennt, aber ihre Identität ist Elo. Und dabei spielt sie nicht mal Schach. Aber so klug wie ein Schachgroßmeister ist sie schon lange.

Oder kurz: Es ist eine wundervolle Fahrt. Kurz hinter Hannover haben wir unsere Analyse der Frankfurter Fanszene abgeschlossen und in einen Satz gefasst. „Frankfurt ist speziell“. Würde ein SGE-Fan widersprechen?

Kurz hinter Kassel haben wir unsere Wünsche für den 30.09 formuliert: Jeder Block ein Vorsänger und eine Trommel. Hier, USP, bekommt ihr hin, ja? Wie sagt man so schön auf Twitter? Don‘t @ us.

Ach ja: Am 01.10 sind wir alle heiser, ja?

Bei Schweinfurt haben wir die Welt gerettet. Aber das erzählen wir euch bei nächster Gelegenheit.

In Nürnberg sammeln wir Flossi ein. Wie sollen wir sagen? „Flossi? Bist du es? WOW!“ Unsere Lieblingsflosse noch im eleganten Business-Look. Kleid und Killerlippenstift. Später im Block stellen wir schnell fest, dass dieses Outfit „leider“ fürs Derby gesetzt ist. Nein wir sind überhaupt nicht abergläubisch. Gar nicht!

Weisheiten zwischen Nürnberg und Ingolstadt

„Wahlplakat sind schlimm. In Bayern sind sie immer noch schlimmer.“ Who am I to disagree?

Und schon sind wir am Stadion. 5 Euro Parkplatzgebühr? Okay!

Die Ultras sind früh da, packen Biertische und Bänke aus und dekorieren das Ganze auch noch perfekt mit bayrischen Rautendecken. Das Essen wird geschmeckt haben. Wir sind uns sicher.

Etwas neidisch werden sie dabei von einer Polizeieinheit beobachtet. Mal ehrlich: Kümmert euch um wichtige Dinge, aber steht da nicht in Massen bei einem Spiel rum, was 0,0 Prozent Gewaltpotential hat. Schickt das nächste Mal einfach drei schnauzbärtige Dorfpolizisten. Reicht auch.

„Es wird hier auch dann nicht schöner, wenn wir hier stehen bleiben.“ „Aber vielleicht wird es schöner, wenn wir gehen?“

Im Block. Mehr Hass eingesammelt mit Begleitung. Die Bahnfahrer sind da. Noch die beiden Fanräume-Damen gefunden. Und schon stehen wir mit einer guten Gruppe da und es soll eine schöne Mischung aus pöbeln, supporten und lachen werden.

Der Block sowieso gut aufgelegt. Ein paar Anmerkungen jedoch:

Das geschwiegen wird, wenn auf der Gegenseite jemand gestorben ist, ist eine sehr schöne Geste. Allen, die den Verstorbenen kannten, gilt unser Mitgefühl. Ganz viel Kraft euch.

Das S in Aux Armes ist stumm. Lernt das endlich mal. Echt ey.

In den Aufgängen stehen ist scheiße. Gerade wenn genug Platz im Block ist. Dann noch nach dem Spiel da stehen bleiben, ist noch mehr scheiße. Frauen, die dies kritisch anmerken, mit „Fotze“ zu bezeichnen oder zu ihnen zu sagen, dass Frauen deswegen nicht in den Block gehören, schreit nach einem Satz Schellen. Leider hat der Schreiber die Äußerungen nicht mitbekommen. Sonst hätte er das „draußen klären“ nicht als Frage formuliert. Und ja, ich verabscheue Gewalt, aber die rüttelten brutal am Ohrfeigenbaum. Bleibt das nächste Mal einfach weg.

Auf dem Platz

Es folgt der Absatz, den Trashi (schöne Grüße) am liebsten liest.

Es war nicht unterhaltsam. Es war zäh. Es waren zwei Teams mit vollen Hosen. ABER!

Wir machen das zwar passiv, aber sicher. Als Auswärtsteam ist man nicht für das Entertainment zuständig!

Klar, Ingolstadt ist einfach schwach. Sie haben den Plan, unsere Außen zu knacken (gutes Scouting), aber nicht die Mittel, was bei anderen Mannschaften anders sein wird. Daher sollte man das nicht überbewerten.

Gut, dass Jackson wieder da ist. Der ist überall gleichzeitig. Die @amhass führt eine Statistiktabelle und stellte fest, dass er relativ wenig läuft. Er läuft dafür extrem effektiv. Das ist schon top. Wer hätte gedacht, dass er so unersetzbar werden würde?

Unser Tor dann ein echtes Joker-Tor. Zehir sieht die Situation, spekuliert auf Ryos Schnelligkeit, spielt einen richtig schönen Gefühlspass und Ryo nutzt seinen Stürmerinstinkt, indem er ihn einmal auftropfen lässt und ihn am Torhüter vorbei köpft. Stark.

Und es sei Ryo so etwas von gegönnt. Verletzungen über Verletzungen. Seit 2015 im Verein und dies war sein 23. Spiel in der Kampfmannschaft (wie der Österreicher sagen würde). Nun bleibt er bitte gesund und tanzt noch mehrfach so arschcool nach Abpfiff vor dem Gästeblock. Wie wäre es mit einer Wiederholung am 30.09.?

Nach dem Spiel

Ingolstadt entlässt sehr schnell den Trainer. Es ist nie schön, wenn jemand seinen Job verliert. Keine Ahnung was der kann und nicht kann.

Wir trennen uns. Elo will dem Apfelwein in hessischer Variante frönen und Flossi und ich haben Hunger. Und da sind sie wieder. Die Gründe, warum Bayern ein Baggersee werden sollte: Der original bayrische Gasthof begrüßt einen an einem Freitagabend (!) um 21 Uhr (!!!) mit dem Satz: „Wir schließen gerade.” Und die Frage, ob man in dieser Stadt (Greding, direkt an der Autobahn, 7000 Einwohner) noch was essen bekäme, wird mit Schulterzucken beantwortet. Der Italiener in der Innenstadt kann einem immerhin noch Pizza anbieten. Sonst nix. Um 21 Uhr. Die war dann fettig, aber okay.

Danach ist der Tag auch vollständig erzählt.

Währenddessen in Hamburg

Leute überfallen die Choreo-Gruppe der Rauten und ballern die zusammen und zerstören die Choreo, 100 Rauten sammeln sich anschließend zum Boxen? Wir haben kein Plan, was genau passiert ist, aber wenn nicht langsam alle (!!!!) einen Gang zurückschalten, dann kommen (noch mehr) Leute noch ernsthaft zu Schaden. Boxt euch gerne mit Leuten, die Bock drauf haben, aber hört mit diesen Überfall- und Überzahl-Nummern auf!

 

Detaillierter beim Ex-Hobbit im Millerntonblog 

Hinzu kommt, dass dem Flurfunk zufolge die Rauten nun jeden mit Totenkopf umboxen wollen. Super. Irgendeinen Touri vor der Tankstelle zusammenzuschlagen, ist garantiert voll hart und cool. Nicht.

Zumindest am Freitag kommen alle gut nach Hause.

 

Abschließen wollen wir mit dem Reisehinweis für Sonntag. Ja, das ist früh, aber Masse bietet immer Schutz und „alle zusammen“ ist in einer solchen Situation immer ein gutes Mittel. 

 

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