Aug 092018
 

Es ist schon bemerkenswert, wie es eine Firma schafft, ihr Produkt so eng mit einem Profisportverein zu verbinden, wie Astra es mit dem FCSP erreicht hat. In dieser Intensität fallen einem vielleicht nur noch Red Bull und Leipzig oder SAP und Hoffenheim ein (und da sind die finanziellen Abhängigkeiten ja bekanntlich ganz andere).

In der Wahrnehmung vieler gehört Astra Bier zum Stadtteil und auch zu seinem Verein. Astra und Gegengerade, dass klingt fast so stimmig wie Burgund und Weißwein. Und nicht zuletzt muss man Astra als Sponsor zugutehalten, dass über viele Jahre hinweg als Geldgeber eine gewisse Partnerschaft aufgebaut wurde, die für den FCSP nicht ausschließlich von Nachteil war und ist. Wo ist also das Problem?

Es ist ja nicht mal so sehr das Problem, dass Astra geschmacklich irgendwo zwischen Bud Light und Turmbräu Pilsener einzuordnen ist. Oder dass Astra mittlerweile zu einem Konzern mit – vorsichtig formuliert – dubiosen Geschäftspraktiken gehört. Oder dass man bei der Lautstärke der nervigen Werbung riskiert, mit einem Gehörsturz nach Hause zu gehen.

Nein, was Astra Zielscheibe unseres lange aufgestauten Ärgers macht, ist die jahrelange konsequente Weigerung, das eigene Image zu überdenken. Astra wirbt seit Jahren mit sexistischen und neuerdings auch mit rassistischen Inhalten, die absolut indiskutabel sind. Eine gestern (8.8.2018) bei Twitter geteilte neue Plakatkampagne der Marke bringt für uns gerade das Fass zum überlaufen. Nur zur Sicherheit: Indiskutabel heißt, dass ihr uns mit euren „aber ich empfinde das nicht als rassistisch“ Kommentaren vom Hals bleiben könnt. Auch die im Tweet enthaltene Antwort des Social Media Team von Astra ist komplett indiskutabel.

Intern fanden wir vor wenigen Wochen noch positive Worte für die Bereitschaft eigene alte sexistische Werbung für Pink Stinks zur Verfügung zu stellen und Fehler einzugestehen. Die nun wieder diskriminierende Kampagne ist vor dem Hintergrund besonders frustrierend für uns und hinterlässt einen faderen Nachgeschmack als das eigentliche Bier.

Liebe Leute bei Astra, diese Art von Image ist nicht edgy, sexy oder cool. Sie ist einfach nur Scheiße. Ihr mögt den FCSP, ihr seid Sponsor bei Babelsberg und Wutzrock? Großartig! Aber haltet euch an unsere Werte! Auch wenn ihr euren diskriminierenden Content bislang (unseres Wissens nach) nicht ins Stadion getragen habt: Wenn ihr gerne mit dem FCSP assoziiert werden wollt, lasst das sein!

Liebe FCSP-Fans, bitte zieht eure eigenen Schlüsse aus dem vermehrten Fehlverhalten der Marke Astra. Wir werden nicht zum Boykott aufrufen, aber ein wenig kritischeres Verhältnis als die teilweise herrschende Glorifizierung muss hier einfach möglich sein. Der FCSP möchte für Haltung stehen. Und warum diese seitens der Fans immer wieder eingefordert wird, außer bei einem der wichtigsten Sponsoren, ist uns komplett unbegreiflich.

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  6 Responses to “Hot Take / Astra schmeckt nach Diskrimnierung”

  1. Aber ich empfinde das nicht als rassistisch.

  2. Astra raus aus dem Stadion!

  3. “ Nur zur Sicherheit: Indiskutabel heißt, dass ihr uns mit euren „aber ich empfinde das nicht als rassistisch“ Kommentaren vom Hals bleiben könnt“.

    Das nenne ich mal hermetisch – Respekt!

  4. >>> „Nur zur Sicherheit: Indiskutabel heißt, dass ihr uns mit euren „aber ich empfinde das nicht als rassistisch“ Kommentaren vom Hals bleiben könnt.“

    Das ist mal eine hermetische Abdichtung der eigenen Position – Respekt!

    Kotz

  5. Arne, natürlich ist das rassistisch. „Wolle Dose kaufen“ = „Wolle Rose kaufen“ und warum hat man einen Inder ausgewählt? Man hätte ja auch einen Skandinavier in dieses dümmliche Kostüm stecken können. Das impliziert ganz klar eine Abwertung, weil die Tätigkeit mit einer Herkunft gleichgesetzt wird. Türke = Müllmann war in den 80ern das Gleiche. Und nein, man kann nicht sagen „das ist aber ja kein schlimmer Rassismus, da gibt es ganz andere Fälle und das Model war ja einverstanden“. Rassismus ist immer kacke. Weil es immer abwertend ist.

  6. Ich hab laut gelacht.

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