Mai 242018
 

Der hier schreibende Autor des Redaktionskollektivs las vor einiger Zeit Gabriel Kuhns Buch „Die Linke und der Sport“, welches er eigentlich für den Magischer FC-Blog rezensieren wollte (Wenn ihr zusätzlich eine vollständige Rezension wollt, könnt ihr ihm ja gut zusprechen).
Kuhn (ohne genau zu definieren was die „Linke“ eigentlich genau ist) fasst die (selbst-erklärten linken) Diskurse um den Sport zusammen und entwickelt darauf aufbauend die These, dass der Sport weder genuin gut noch schlecht ist, sondern an die Gesellschaft, in dem er betrieben wird, gekoppelt ist; aber das Potenzial hat, positiv oder negativ gesellschaftlich wirkmächtig zu werden.

Kuhn stellt diverse Konflikte und Betätigungsfelder der „Linken“ im Sport vor, sei es der Kampf indigener Gruppen in den USA gegen die Verwendung ihrer Symbole und Namen als Maskottchen oder Gimmick bei Sport-Events, antirassistische Kampagnen im Fußball oder der Einsatz gegen koloniale Kontinuitäten im Cricket.

Diesen und anderen Kampagnen spricht er zu, sich kulturell positiv auszuwirken. Sport ist als integraler gesellschaftlicher Bestandteil immanent politisch und daher ist es gutes Recht, wenn nicht sogar Pflicht bestehende Ärgerlichkeiten anzugehen, Spannungen auch im Sport auszutragen und uns als Vereinsmitglieder, Fans und Schreibende zu engagieren.

Auf einer viel kleineren Ebene werden wir das auch dieses Wochenende am Millerntor erleben können. Über 30 antifaschistische Gruppen aus Europa sowie Mittel- und Nordamerika werden gegeneinander Fußball spielen und ins Gespräch kommen. Auch wenn alle Antifaschismus als Grundverständnis eint, sind die lokalen Probleme divers. Einige kämpfen primär gegen Homophobie und Antisemitismus in ihrem Stadion, andere gründen – frustriert der Entwicklung ihrer Vereine oder Szenen – eigene Clubs oder sogar Ligen, wieder andere müssen sich physisch gegen Nazis verteidigen oder sehen sich durch Sicherheitsbehörden bedroht.
Der Autor dieser kurzen Zeilen freut sich jedenfalls darauf, dieses Wochenende mit Leuten zu sprechen, über die verschiedenen Problematiken im Fußball (und dem damit verbundenen kulturellen und politischem Rahmen) zu lernen und natürlich auch wieder ins Millerntor zurückzukehren (Von wegen! Wir sind doch alle froh, dass Sommerpause ist, oder?)

Wenn ihr das auch wollt, kommt einfach vorbei, trinkt ein Bier gemeinsam, lernt unsere Gäste kennen. Auch wenn die kulturellen und politischen Entwicklungen in vielen Städten und Ländern entmutigend sind, ist es gut zu sehen, dass es überall Menschen gibt, die die Verhältnisse nicht hinnehmen, sondern nach Alternativen suchen und sich für diese einsetzen.

Das vollständige Programm findet ihr hier

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