Jan 302018
 

Wir sehen in vier Tagen im Endeffekt das gleiche Spiel. Frühe Führung der Gäste durch einen Schuss, bei dem es auch viel Glück braucht, um ins Tor zu gehen. Danach drückt die Heimmannschaft und ist nach der Spielstatistik hoch überlegen. Aber am Ende jubeln die Gäste.

Wäre ja alles schön und gut, hätte nicht der geliebte Verein am Millerntor eine Horrorbilanz.

Aber lassen wir das Sportliche und erwähnen das Drumherum.

Dresden

oder: Der K-Block auf Kuschelkurs?

Unser erster Besuch in Dresden ist wohl jedem unvergesslich. Wir erwähnen nur Bauhelme und Laufen zu den Bussen mit 1000 Dresdenern hinter einem, die nicht freundlich mit einem Bier trinken wollen.

Zwar hat man immer noch Respekt, aber auch hier ändern sich die Zeiten. Und sei es nur, dass die Polizei nun ein Konzept hat mit einem Parkplatz für Gäste und einem Busshuttle.

Üblich in Dresden ist die Ansammlung von komischen Typen, die abhitlern. Aber auch hier ändert sich etwas. Früher taten sie dies ungestört, nun werden sie gegangen. Früher standen da Steriodberge, nun eher Jungs, mit denen wir es aufnehmen könnten. Und wir können es mit niemandem aufnehmen.

Vor dem Spiel kann ein Mädel der Schwarz-Gelben Hilfe über das Stadionmikrophon und die Leinwand einen Soliaufruf verlesen, der auch sehr DFL- und polizeikritisch ist. Stark. Und vom Gästeblock wird der mit „Ganz Hamburg hasst die Polizei“ kommentiert. Hintergrund sind Hausdurchsuchungen nach der Karlsruhe-Nummer. Nicht etwa bei Leuten, die sich dort was zu Schulden kommen ließen, sondern bei den vermeintlichen Organisatoren des Fanmarsches.

Leider finden wir nun auf die Schnelle keine weiteren Details im Internet.

Da sich anscheinend auch in Dresden die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass Frauen in Fanszenen gehören, lässt man inzwischen auch sexistische Plakate gegen unsere Mädels sein. Ab jetzt immer so?

Andererseits: Wo kämen wir denn dahin, wenn man kein doofes Plakat mehr im K-Block sieht? Das gezeigte „Andy Grote immer noch einer von euch!“ unterschrieben mit „Adorno-Kreis 1953“ ist ja auch noch richtig und lustig.

Der K-Block bleibt absolut ein beeindruckendes Erlebnis. Zwar nicht mehr 100-Prozent-Mitmachquote wie früher, aber immer noch die lauteste Kurve in Deutschland.

Und das ohne einen einzigen Ordner im Block. Wie das mit den Versammlungsbehörden funktioniert, verstehen wir nicht.

Nach dem Spiel dann viel Wartezeit. Und so gut ein Konzept ist und so gut auch die Idee ist, Leute nicht kreuz und quer an den Shuttlebussen längs laufen zu lassen: Man kann so einen Lautsprecher auch mal für Durchsagen nutzen. Sonst wird man ständig von der Polizei vollgelabert, aber hier erfährt man nix. Da aber alles ganz entspannt sind, bleibt es alles stressfrei.

Darmstadt

oder: Dinge, so viel wichtiger als Fußball

Das ist die wirkmächtigste Choreo aller Zeiten. Würdevoller und beeindruckender könnte das Gedenken nicht sein. Danke dem Verein für die Videobotschaft und Danke den 29.500 Zuschauern für eine absolut stille Schweigeminute, während die Spieler einlaufen. Bilder bei Groeni.

Sonst heult noch die GDP rum, dass sie ohne Akkreditierung nicht ihren Bullettenbomber im Stadion parken durfte. Link schenken wir uns. Sucht selber. Dazu folgende Feststellungen:

  1. Auch Polizeigewerkschaften können sich mal an Höflichkeitsregeln halten. Man geht nicht uneingeladen auf eine Party. Oder wenn man es macht, jammert man nicht, das man rausfliegt. Das gilt auch wenn früher alles besser war.
  2. Gewerkschaft ungleich Polizei. Kein öffentlicher Auftrag.
  3. Arbeitgeber ist die Stadt Hamburg, die muss gewerkschaftliche Arbeit ermöglichen. Und die hat Fläche genug ums Stadion. Nörgelt da.
  4. Wenn es noch das „Ihr wart gegen den Antifa-Kongress also nein“ gegeben hat, was die gdp zitiert, dann ist das ein Bonus.

Beim Torjubel fällt ein Darmstädter unglücklich und verletzt sich schwerer. Hoffentlich ist inzwischen alles gut. Gute Besserung an dieser Stelle! Sehr gut, dass auch der Heimbereich den Support (vorerst) einstellt, als er merkt, was passiert war.

MagischerFC St. Pauli vs. Darmstadt Januar 2018

Fußball gibt’s auch. Aber hätte nicht müssen.

Zuletzt seht ihr in Groenis Fotos ein komisches Plakat in der Nord. Irgendwas mit Gewalt. Hat das jemand ganz gelesen? Oder weiß jemand was das sollte? Bevor wir das bewerten, bitten wir um Infos. Danke

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