Sep 262017
 

 

Wenig Worte zum Spiel 

Ein Wochenende wie das Vergangene lässt einen erst mal etwas ohnmächtig zurück. Eine als sehr ungerechtfertigt gefühlte Niederlage gegen die Düsseldorf und ein mehr als bescheidenes Wahlergebnis hinterlassen auch bei uns so ihre Wunden und so können wir uns selbst erst jetzt zu einigen wenigen Worten motivieren. Beschränken möchten wir uns daher auch auf den FCSP-Kontext. Politische Analysen und Wut findet ihr an den bekannten Stellen.

Der Spieltag gegen Fortuna stand im Zeichen der Rabauken. Die Rabauken sind erstmal nix anderes, als die üblichen Versuche Kinder (und Eltern) an den Verein zu binden und ähnliche Konzepte wirst du bei ungefähr jedem anderen Verein finden. (Details auf der Homepage des Vereins.)

Trotzdem ist es schön, dass unser Verein niedrigschwellig (okay 36 Euro pro Jahr sind auch nicht nix) eine Bindung an den Verein anbietet und die Plätze, die in Verbindung mit Betreuung der Kinder angeboten werden nicht irgendwo in der hintersten Ecke neben dem Gästeblock sind, sondern direkt neben der Süd. Und so finden sich auch immer wieder Rabauken, die kleine Choreos auf diesen Plätzen basteln und durchführen. Und sich dann auch schön einfügen. So wie eben Samstag. Wie genau das Betreuungskonzept ist, dass können wir nicht beurteilen, aber die Einbindung gegen Düsseldorf war gelungen. Und natürlich ist es erfreulich, dass viele Kinder wohl trotz der unglücklichen Niederlage einen besonders interessanten Spieltag erleben konnten.

Vermeidbar

Die Niederlage wäre in der Tat vermeidbar gewesen. Düsseldorf war bei keinem der Tore wirklich zwingend, wenn blöde Fehler seitens unserer Abwehr dazukommen, ist das besonders ärgerlich. Ob und wenn ja inwiefern der Schiedsrichter einen Anteil am Ausgang der Begegnung hatte, ist im Stadion schwer zu beurteilen. Subjektiv empfunden war dies wirklich keine Glanzleistung, insbesondere die Vergabe von Karten wirkte doch sehr inkonsistent. Für eine genaue Rekonstruktion fehlt uns allerdings die Motivation, dieses Spiel noch ein zweites Mal sehen zu müssen. Dass Hennings zum 0:2 trifft, macht es übrigens auch nicht leichter.

Ein positiveres subjektives Gefühl hingegen war der Eindruck, dass der Unparteiische und auch die rau spielenden Fortunen die Identifikation auf den Rängen mit der eigenen Mannschaft in die Höhe trieben und es über weite Strecken im Stadion recht laut war. Dazu trägt natürlich ebenfalls bei, dass die Boys in Brown nicht aufgaben und bis zum Schluss versuchten, zumindest noch einen Punkt zu holen. Das lässt uns etwas versöhnter auf die kommenden Partien blicken.

Verantwortung

Als sehr erfreulich haben wir wahrgenommen, dass der FC Sankt Pauli seine gesellschaftspolitische Verantwortung am Samstag wahrnahm und auf dem Cover der Stadionzeitung sowie den Werbebanden neben dem fast schon ikonischen „St. Pauli-Fans gegen Rechts!“-Motiv die Aufforderung „Geht wählen!“ zu lesen war. Und wenn ihr nun sagt, dass die Aufforderung zum Wählen der falsche Schluss aus einer falsche Analyse ist, dass vor allem die AfD von den mobilisierten Nichtwählern profitiert hat und damit einhergehend, dass man rechte Parteien mit mehr Stimmen nicht unter 5% halten kann, weil rechtsradikale Einstellungen in Deutschland weit verbreitet sind, dann habt ihr natürlich vollkommen recht. Wir finden trotzdem, dass dieses Statement für einen Profi-Verein sehr viel und alles andere als selbstverständlich ist – nicht zuletzt weil DFB und DFL den Sport so unpolitisch wie möglich halten wollen. Man darf nicht vergessen, dass man für so eine Bande wahrscheinlich vor 5 Jahren noch eine Strafe vom DFB kassiert hätte. Die falsche Analyse des Problems Rechtsextremismus schlug sich ja auch in der Rhetorik der themenbezogenen Ansprache in der Halbzeitpause nieder. Doch auch wenn die Statements nicht „durch-dekliniert links“ sind, wie unser selbsternannte Blog-Senior das nennen würde, finden wir das Zeichen trotzdem sehr wichtig und begrüßenswert.

 

Es schrieben auch 

Sabine in Bildern 

Nice Guys

Hm und mehr finden wir gerade nicht  

 

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