Sep 252017
 

Der Lauf durch das schöne Alstertal ist eine Veranstaltung, die im Kalender vieler Läufer in Hamburg ihren festen Platz hat. Obwohl sie traditionell am gleichen Tag wie der Berlin Mara-thon ausgetragen wird, ist sie eigentlich immer ausverkauft.

Und auch diesmal waren alle Strecken voll und je nach Lust und Liebe teilten sich die Teil-nehmer auf die 4,10 oder 21 KM auf. Letztere auch als Ende des Hamburger Laufcup laufbar.

Als Strecke dient der Alsterwanderweg von Ohlsdorf bis nach Lemsahl-Mellingstedt. Wer diesen Teil Hamburgs nicht kennt, dem sei sehr stark empfohlen dort mal eine Lauf-, Wander oder Radrunde zu absolvieren.

Da das ganze eine Endmoränenlandschaft ist und die Alster hier ein Gletschertal nutzt, ist dieser Lauf nicht wirklich nur flach. Gerade im Mittelteil befinden sich heftige Anstiege. Kurz und giftig ist hier das Stichwort.

Früh Startnummer holen und einen der wenigen Parkplätze in Startnähe sichern, war meine Devise. Hat gut geklappt, obwohl ich beinah in ein Wahllokal getorkelt wäre und dort meine Startnummer verlangt hätte.

Aber das konnte alles gelöst werden, ich meine Nummer greifen und dann die Dixies suppor-ten. Wenn es eine Partei gäbe, die mehr Dixies bei Laufveranstaltungen fordern würde, ich würde meine Stimme ihr geben. Immerhin hatte der Veranstalter für die Herren der Schöp-fung Stehklos geschaffen, was den Stress für Dixie und Flora und Fauna stark minimiert.

Der Lauf wird brutto = netto gewertet, was aber angesichts eines kleinen Lauffeldes und dem Verlust von vielleicht 30 Sekunden beim Start nun nicht wirklich ein Problem ist. Danach hat man genügend Platz und bei bedecktem Wetter kam es auch später nicht zu einer Spaziergängerinvasion, die sonst teilweise das ganze etwas enger macht. Aber das ist halt ein Landschaftslauf und keine schnelle Bestzeitenveranstaltung.

Das hatten auch nahezu alle Teilnehmer verstanden, so dass Überholvorgänge und auch Entgegenkommen eigentlich immer ruhig und besonnen gelöst wurde. Das hab ich auch schon ganz anders gesehen.

Für mich zählte nur das ankommen. Wenn man 14 Tage vorher eine Halbdistanz absolviert hat und dies als Saisonhöhepunkt galt, dann ist man dann doch noch relativ müde in den Beinen. Man mag sich das ja nicht zugeben, aber so ist es.

Daher schlug ich ein gemütliches Tempo von 7:00 bis 7:10 pro Kilometer an. Je nachdem, ob es flach war oder auch mal eine Steigung drin war.

An der Mellingburger Schleuse dann die erste richtig harte Steigung. Gehen war angesagt und hier nun heldenhaft hochzulaufen macht keinen Sinn.

Man ist nun bei Kilometer 8 und es beginnen 4 Kilometer Berg- und Talbahn. Immer auch wieder mit aufmunternden Zuschauern und Helfern. Danke dafür.

Ich lief ein Stück mit einer netten Gruppe, die sich nach unserem Knochentrikot erkundigten, hatte so ein bisschen Ablenkung und war schneller und besser aus der Berg- und Talbahn, als ich gedacht hatte. Nun schlug ich eine 6:30 bis 6:45 Pace für die letzten 8 Km an, was rückblickend etwas schnell war, denn ca. 2 Kilometer vor dem Ziel war der Ofen mal so rich-tig aus.

Zwischendurch noch die Dame mit der ich mich beim Heldenlauf immer abgewechselt hatte aufgelaufen, sie war im Cup unterwegs, hatte das insgesamt zu einem 35 km Trainingslauf gemacht und war bei KM 29 dieser Übung doch ein bisschen am Leiden. Aber ich hoffe, der gewonnene New York Marathon Platz motiviert. Alles Gute gewünscht und weiter gelaufen.

Und dann halt zwei KM vor dem Ziel so richtig eingebrochen und den Rest mehr oder minder gegangen. Egal.

Im Ziel gab es dann die zu diesem Lauf gehörende Tasse. Meine vierte aus vier verschiede-nen Jahren. Viele Teilnehmer nehmen keine, was ich ehrlich gesagt nur bedingt verstehe. Das ist hier doch die Medaille und ich sammel nun mal Medaillen. Ich der im Sport in der Schule nie eine Urkunde bekommen habe, ist immer noch stolz auf jede Medaille und jede Tasse. Danke lieber Veranstalter, dass es bei euch so etwas gibt.

Fertig, ab zum wählen gehen. Im ersten Stock. Verzweifelter Blick und zum Glück ein Fahr-stuhl. Und ey ihr 26 AfD Wähler in meinem Wahllokal: Ich bin zwar langsam, aber garantiert schnell genug, um euch die Leviten zu lesen.

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