Okt 222016
 

Ich sah zwei Tore. Sie standen auf dem Platz.

Ja liebe Leser, was will man eigentlich schreiben? Habt ihr schon mal versucht einem Nichtsportfan zu erklären, warum ihr da immer wieder hin geht? Oder wie weh es tut in Sandhausen in die Fresse zu bekommen?

„Du wirst hier heute verlieren; wirst dich wieder mal blamieren; hinten Tor um Tor kassieren; Voran FC St. Pauli“

Ja liebe Leser Sandhausen spielte Fußball der Marke Steinzeit. Elf Mann igeln sich ein und man hofft auf den Ballverlust und die Konterbewegung. Die nicht mal gut vorgeführt wird. Aber für uns reicht das. Der Höhepunkt der Unzulänglichkeiten ist ein Arschwackler der Marke „das funktioniert in der Freizeitliga nicht“. In der Freizeitliga vielleicht nicht. Bei uns schon. Bumm. Tor.

„OH ARMES OH ARMES OH ARMES ST PAULI GEWINNEN WIRST DU NIE“

Ja wir haben Ballbesitz ohne Ende aber Tempo Druck all das haben wir nicht. Erst als Ryo und Fafa kommen gibt es mal Spieler auf dem Platz die ein schnelleres Tempo wenigstens versuchen (!) Aber sonst? Jungs! Ja verunsichert, läuft nicht, alles klar. Aber dann tretet den wenigstens mit Macht die Kno äh den Rasen kaputt. Geht mit Blut im Mund raus. Macht. Irgendwas.

„Oh St Pauli wir folgen dir egal wohin, in 19 Stadien der dritten Liga sind wir dabei und singt die ganze Ultragruppe nur für dich, ja dann wirst du an diesem Tag der Verlierer sein“

Nach 60 Minuten stellten unsere Vorsänger den Support ein. Und das zu Recht. Keine Diskussion. Das sind ja keine Supportmaschinen und auch wenn man immer Details kritisieren kann (heute die Liedauswahl Anm. der Mitfahrerin: Nö!), so ist das Engagement der Jungs (warum sind das eigentlich nur Jungs auf dem Zaun?) echt toll. Diese Emotionen, dieses Feuer mal auf dem Platz.

„Hilfe blanker Fußballhorror; das ist unser St. Pauli; Zitterpässe Gegentore; Zweitligaspiel allesamt Fehlpassspiel und Ballverstolpler; keine Chance auf Raumgewinn; Hilfe blanker Fussballhorror; lala“

Wie nun weiter? Wisst ihr 2014 gab es irgendwie die einfache Antwort. Der Truppe damals fehlte jede Kraft und nach 20 Minuten war sie platt. Da ist es einfach dies zu ändern. Aber nun? Klar ein dominanter Mittelfeldspieler in der Winterpause muss her. Aber wie bekommst du sonst die Zitterfüsse wieder in Zauberfüsse?

Die Mechanismen des Geschäftes fordern schon wahlweise den Job des Trainers und/oder Sportdirektors. Das ist ja immer die einfache Lösung. Hat so etwas von „Verhaften sie die üblichen Verdächtigen“. Und wir wissen was das  in dem zitierten Film gebracht hat. Nix! Außer  einen schönen Titel für einen anderen wunderbaren Film. Aber während der Teufel die Welt davon überzeugen konnte, dass er nicht existierte, sind wir von dieser Lösung nicht überzeugt. Klar wir kennen das Geschäft lang genug um zu wissen was kommen kann und wahrscheinlich ohne drei Punkte gegen Nürnberg kommen wird, aber wer sind wir denn hier jemanden den Verlust seines Jobs zu wünschen?

Und so sitzen wir hier im ICE mit der Mannschaft (anderer Wagen) und dichten Lieder um. Aber so negativ wollen wir nicht enden. Sondern damit was uns aus der Krise bringen wird:

„WIR SIND OOOOOOOOOOOOOHHHH ST. PAULI!“


 

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