Okt 192015
 

Union Berlin ist eines der nervigsten Auswärtsspiele, die man besuchen kann.

Nein, das liegt nicht an den Unioner Fans, die zu 99 Prozent echt knorke sind. In der Bahn vor dem Spiel kommt es zwischen den Fangruppen nicht einmal zu Frotzeleien, sondern man geht sehr korrekt miteinander um, ohne kumpelhaft zu werden.

Und auch an der „Abseitsfalle“ (Unioner Fankneipe) steht man nach unseren Beobachtungen vor dem Spiel bunt gemischt herum. Nach dem Spiel soll es hier noch stressig gewesen sein, aber da sind halt auch diese 1 Prozent, die wir auch gesehen haben und die für uns echt unsympathisch sind.

Um zur „Abseitsfalle“ zu gelangen, muss man aber schon den Nervfaktor Nr. 1 an diesem Tag umgehen, denn die Polizei meint eine gemischte Bahn wirklich am Ausgang trennen zu müssen und die FCSPler via riesigem Umweg und riesiger Zeitverzögerung „gemeinsam“ (also im Kessel) zum Gästeblock zu bringen.

Was dann wieder zu dem Nervfaktor Nr. 2 führte. Der Einlass bei Union ist einfach doof geregelt und der Weg vor dem Gästeeingang viel zu eng. Wir mögen nun wirklich Bäume und Sträuche, aber hier ein paar entfernen und Platz für Menschen zu schaffen, wäre eine gute Idee. Und vielleicht auch ein paar Hinweise, dass man direkt vor dem Eingang steht.

So drängelt alles in letzter Sekunde in den Block, was nicht wirklich schön ist.

Nicht schön ist auch immer wieder die Mischung im Gästeblock bei Union. Letzte Saison erinnern wir uns an die „Fahne runter“-Diskussion im Gästeblock – die diesmal auch deswegen ausbleibt, weil unsere Ultras auf größere Fahnen verzichtet haben.

Zu wenig Lärm

Die Mitmachquote ist trotzdem teilweise erschreckend. Union hat eigentlich einen perfekten Gästeblock, um Lärm zu machen, hier verhallt aber auch deswegen vieles, weil gut 40 Prozent der Gäste (subjektive Einschätzung) nicht bereit sind, mitzumachen. Schade.

Unsere Gang ist da schon stimmgewaltiger und gut drauf. Aber wir sind auch die Einzigen in unserer Umgebung.

Spiel läuft. Und die erste Halbzeit gefällt irgendwie nicht. Klar, die Räume sind eng und Union ohne Torchance. Aber eben auch mit gefühlt 101 Prozent Ballbesitz. Trotzdem fällt das Tor auf der richtigen Seite. Jubel, Trubel, Heiterkeit.

Bis Robin wieder seinen Union-Fluch hat. Nun gut, wenn ihn jede Saison nur der Maulwurf an der Alten Försterei irritiert, dann ist das eine verdammt perfekte Fehlerquote für einen Torhüter. Und in Halbzeit zwei rettet er uns zweimal noch den Arsch, sodass es insgesamt nicht ganz so tragisch ist.

Was soll man eigentlich zu Picault sagen? Der Junge ist hochmotiviert, er ist schnell, er kann auch was am Ball. Aber irgendwie fehlt das Fußballtaktische doch sehr. Nicht nur in der Szene vor dem 2-1. Nein, einmal läuft er auch schnell mit dem Ball auf zwei Gegenspieler zu, die aber beide einen Geschwindkeitsnachteil hätten, wenn er den Ball in die Mitte legt. Stattdessen rennt er in Richtung Eckfahne und die Auslinien werden Verteidiger 3 und 4. Da muss er dran arbeiten. So ist das für Liga 2 noch zu verspielt und zu wenig taktisch. Wird er aber von Ewald beigebracht bekommen.

Wer uns überrascht, ist der Hornschuh. Es ist ja so, dass viele Leute Zweifel an der Zweitligatauglichkeit dieses Jungen geäußert haben. Kann man ja auch haben, wenn ein Spieler aus der FSV-Frankfurt-Resterampe kommt. Aber nachdem er als solider Verteidiger bei uns begann, wird er von Spiel zu Spiel stärker. Und zeigt heute eine richtige starke Leistung. Er belohnt sich auch noch mit dem Tor, sozusagen die Sahne auf dem Kaffee. Wer war noch mal dieser Halstenberg?

Überhaupt sind die ersten 25 Minuten der zweiten Halbzeit ein klasse Spiel. Von beiden Mannschaften. Wir haben aber das glücklichere Ende und es steht 3-2. Schön, dass Dudziak trifft. Der Junge wird auch immer effektiver.

Und dann fast mit Ansage

Aber irgendwas liegt über diesem Tag. Und zwar das Verschenken von Toren in unserem Abwehrverband. Und so ist auch das 3-3 ein großzügiges Geschenk. Nachdem man viele 100-Prozent-Chancen von Union überstanden hat, muss man auch bei diesem letzten Ball konsequent unterbinden. Und genau dies unterbleibt in allen Zweikämpfen. Schon im Mittelfeld mach Verhoek eine unglückliche Figur und so geht es dann auch weiter. Leider.

Gut, daraus müssen und werden die Jungs auch lernen. Und ganz unverdient ist das 3-3 ob eines wirklich engagierten Spieles der Hausherren nun auch nicht. Der neutrale Zuschauer sah eine wirklich gute Zweitligapartie mit diversen Höhepunkten. Fußballherz, was willst du mehr?

Noch ein Wort zur Nachspielzeit: Zum einen liegt es nun klar im Ermessen des Schiedsrichters, wann genau er abpfeift. Zum anderen waren im Stadion deutlich drei Minuten angezeigt worden und das Tor fiel ziemlich genau auf dem Wechsel von Minute 3 zu Minute 4. Da es noch eine längere Unterbrechung in der Nachspielzeit gegeben hatte, war das vollkommen korrekt und in Ordnung. Hier den Schiedsrichter zu kritisieren, geht am Thema vorbei.

Müssen wir eigentlich etwas zu dem plötzlich hochkochenden Thema Under Amour schrieben? Eigentlich nicht, denn Erik hat dazu schon sehr viel Sinnvolles geschrieben. Nur soviel: In einer Branche, in der aber nun wirklich kein Player auch nur annähernd so etwas wie „best practice“ einhält, ist der Player, der wirklich zuhören will, vielleicht auch dann eine gute Wahl, wenn er definitiv Kritikwürdiges macht. Warten wir es ab.

Das nun die Sport Bild über Moral und Anstand schreiben will, ist dann aber auch ein Treppenwitz, den der FCSR richtig beantwortet hat (Facebook-Link).

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  3 Responses to “Zweimal drei sind nicht drei Punkte”

  1. […] Magischer FC: Zwei mal drei sind nicht drein Punkte […]

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