Sep 222015
 

Liebe Leute,

was für eine Wohltat diese Saison doch bisher ist. Wer hätte das am Ende der vergangenen Spielzeit gedacht, dass wir zu diesem Zeitpunkt dort stehen, wo wir stehen. Es darf auch einfach mal arm an Stress sein im braunweißen Mikrokosmos. Schließlich war die Woche davor schon wieder turbulent – wir sagen nur noch mal #bildnotwelcome – und die folgenden Tage versprechen es nicht weniger zu sein.

So denn, es ist Sonntagmorgen und der Supportblock-Bus ruft den hier tätigen Zeilenschmied. Für eine Bus-Auswärtsfahrt, die Unsereins lange nicht mehr unternahm, geht es wirklich entspannt zu. Locker flockig zuckelt die Röhre durch Niedersachsen. Bierchen hier, Quiz da, Familientreffen in Allertal, ihr kennt das.

Wir sind ja nicht aus Zucker – oder doch?

Braunschweig also. Hier passiert vor dem Spiel wenig, was erzählenswert wäre. Die Schnittlauchfraktion filzt einen Shuttle-Bus kräftig durch, ist auf den letzten Metern zu sehen. Grund wohl eine zu Bruch gegangene Scheibe. Man erinnere sich an Darmstadt. Gleiches Malheur, hat da nur niemanden interessiert. Fakt ist: Scheiben sind nicht zum euphorisch Draufklopfen da.

Am Stadion verziehen sich die harten BFEler bei drei Regentropfen in ihr Gefährt, muhaha. Das Wetter ist aber auch ungemütlich! Einmal mehr wirkt die Präsenz der Behelmten arg übertrieben. Zu Stress kommt es im Vorfeld aber nicht, so weit wir sehen.

Dann also hinein in das Rund. Alkoholfreies Wolters Pils lassen wir mal besser sein, auch wenn der obligatorische Kater durch Ausnüchtern droht – bleibt zum Glück aus. Das Bier wird auch nicht dadurch besser, dass die Ausschenker „unsere“ Refugees welcome“-Shirts tragen und uns ein gutes Spiel wünschen. Eifrig singen wir uns warm. Als obergeile Socke erweist sich wieder einmal Chewald, der jeden Personenkult im Keim erstickt. Einfach nur ’n dickes Herzchen, du Guter!

Ewald-Lienen-Sprechchöre. Er wehrt ab, zeigt auf die Mannschaft und das Wappen. Wir lieben dich, auch dafür!

Posted by magischerfcblog on Sonntag, 20. September 2015

Es rollt der Ball, während die Braunschweiger etwas zündeln und offenbar einem verstorbenen Mitstreiter huldigen. Nach dieser respektablen Geste ist von den Heimfans aus unserem Blick- und Hörwinkel nichts mehr zu hören und nur noch Dünnschiss zu sehen. Also wirklich: Ein Banner „#USP not welcome“ zeugt einerseits davon, dass die Bumsbirnen das Prinzip Hashtag nicht verstanden haben (Funktioniert nicht mit Leerzeichen, Dudes!). Viel schlimmer aber, dass so eine wertvolle Diskussion – und das ist die um die mehr als zweifelhafte Rolle der „Zeitung“ mit den vier Buchstaben in unserer Gesellschaft schließlich – ins Lächerliche gezogen wird. Setzen, sechs. Und viel direkter kann man auch ein „hey wir sind rechte Volltrottel und wollen keine Geflüchteten“ heutzutage wohl nicht mehr ausdrücken.

In diesem Zusammenhang ist die Wandlung einiger Szenen doch positiv zu erwähnen. Dortmund und Düsseldorf seien mal als Beispiel genannt. Szenen, die vor nicht allzulanger Zeit das „unpolitisch“ zum Maßstab machten und damit ihre eigene Duldung von rechten Gruppen vertuschen wollten. Und nun Stellungnahmen (hier und hier), die einem das Herz aufgehen lassen? Klar, das sind keine knallharten, Adorno lesenden Antifaschisten; aber wenn man mal bedenkt, wo die herkommen, dann ist dies doch ein bemerkenswerter Schritt. Mehr davon!

Ansonsten ist genug über die Kampagne einer Hetzzeitung geschrieben worden. Es ist schön, dass sich eine Mehrheit der 2. Liga dem ganzen letztendlich entzogen hat.

Fußball! In der ersten Hälfte haben unsere Herren ein spürbares Übergewicht, was angesichts des Torverhältnisses von Braunschweig in den vergangenen Spielen durchaus hervorzuheben ist. Zentimeter fehlen zur Führung, als Sobotas Bombe von Gikiewicz noch an die Latte gelenkt wird. Und auch weitere gute Chancen stehen auf der Habenseite. Hätte der Hund nicht geschissen, hätte er den Hasen gefangen. Erinnert gerade an eine Frage in unserem Busquiz: Wie nennt man ein Kaninchen im Fitnessstudio? Richtig, Pumpernickel.

Eintracht Braunschweig St. Pauli September 2015

Statt weiterer blöder Witze hier noch ein Bild.

Contenance. Wir sind schließlich nicht zum Spaß hier. Als eine Weile nicht Auswärtsgefahrener wirken unsere Vorsänger erstaunlich aggro, als ob sie mit dem Support sehr unzufrieden seien. Auf uns macht die Sanges- und Klatschleistung des FCSP-Blocks einen soliden bis guten Eindruck, trotz spürbarer Unterhopfung.

Gehen wir mal in die zweite Halbzeit. Hier lassen die Boys in Brown leider nach und nach mehr zu für die Eintracht, vor allem in der letzten Viertelstunde sieht es zeitweise sehr bedenklich aus. Lasse „die lebende Wand“ Sobiech köpft drölfmillionen Mal den Ball weg. Sowieso stark, was der Junge zur Zeit spielt. Hat der schon einen Zweikampf verloren diese Saison? In der 89. Minute steht Braunschweig dann aber blank. Doch vor der Hölle steht der Himmelmann und rettet schlussendlich einen Punkt.

Nehmen wir!

Ein torloses Remis, was ist denn das für ein sch…on recht zufriedenstellendes Ergebnis, wenn man sich erneut die Serie von Braunschweig und die einseitige Schlussphase dieser Partie vor Augen hält. Der Abpfiff verleitet mit dem Resultat zwar niemanden von uns zu Jubelstürmen, aber wir haben auch schon lauter gemeckert. Im Ernst: Den Punkt nehmen wir gern mit nach Haus. Vor uns liegen in dieser Woche noch zwei knackige Aufgaben, auch wenn Paderborn bereits ziemlich unten drinsteckt. Und halten wir uns noch mal vor Augen: Auf diese Anzahl Punkte mussten wir in der Vorsaison 19 Spieltage warten. Guckt mal, wo wir stehen!

Die Rückfahrt verläuft abermals sehr entspannt. Diesmal keine Bullen-Eskorte, nur ein bisschen harmloser Stau. Fast unwirklich zivilisiert ist es im Bus und ganz ohne Brummschädel erreicht die Tour wieder die heimatlichen Gefilde. Voll okay, für brauchen ja noch Energie für die nächsten Tage.

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  3 Responses to “Entspannter Spitzendritter”

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