Sep 152015
 

Ihr Guten,

manchmal nehmen wir es doch gern an, dass das Glück einen dicken Haufen ins Millerntor scheißt. Und noch schöner wird es, wenn dann auch noch die Tüchtigkeit auf den Dusel folgt und wir uns nicht allein bei den Schicksalsgöttern bedanken müssen.

Ein außergewöhnlicher Spieltag zumindest für einen Teil von uns. Zu Gast ist C. aus England, ein trampender Blogger auf der Suche nach Fußball. „Du hast ihn gefunden“, bekommt er mehrfach zu hören, nachdem wir ihn vorgestellt haben. In der Tat leuchten seine UK-Football-getrübten Augen an diesem Montagabend wie Flutlicht. Fantastisch, wenn man durch äußere Wahrnehmung einmal aufs Neue spüren darf, welches Glück wir als Anhänger des FCSP haben.

Oh, da sind wir wieder beim Glück. Kommen wir also aufs Spiel zu sprechen. Wohlgestärkt und eifrig Hände geschüttelt geht es auf die Gegengerade. Montag ist zum Kotzen, jupp. Wenig Duisburger sind da, wen wundert’s. Dennoch ist das Millerntor ausverkauft, wie später zu hören sein wird. Wir hätten C. einen richtigen Spieltag mit Choreo und Konfetti gewünscht, doch Grund zu klagen sieht er nicht. Sanges- und Klatschleistungen sind solide für einen Montagabend.

Leichtigkeit sieht anders aus

Die Braunweißen tun sich schwer heute. Auch das scheint nicht ungewöhnlich, spielen wir doch so gern Aufbaugegner für am Boden liegende Mannschaften. Da kommt der massiv hinten stehende Tabellenletzte ja gerade recht. Räume eng bereits im hinteren eigenen Mittelfeld schmeckt unserem Aufbau nicht. Chancen sind Mangelware auf beiden Seiten, plötzlich rappelt es fast auf der falschen Seite, doch um das Tor herum haben die Erfinder des Fußballs mal so ein paar Pfosten gebaut. Nützliche Teile!

Abschlüsse unsererseits hauen nicht recht hin und unsere Jungs scheinen nicht optimal eingespielt. Die Abstimmung wirkt unbeholfen. Mit Hornschuh und Dudziak stehen zwei Neuzugänge in der Startelf, Picault soll letzteren in der zweiten Hälfte ablösen. Alle machen aber einen guten Eindruck.

St. Pauli Duisburg September 2015

Da schimpfen sie noch gemeinsam.

Während es sich in einer weiterhin recht zähen zweiten Hälfte schon nach einem torlosen Remis anfühlt, kommt plötzlich ein Elfmeterpfiff aus dem Nirgendwo. Wir haben uns das Vergehen noch mal später angesehen – da ist schon sehr viel Wohlwollen seitens des Schiedsrichters im Spiel, dass er auf den Punkt zeigt. Konzessionsentscheidung wegen vieler vorheriger Benachteiligungen des FCSP? Wer weiß.

Wie schon gesagt, wir greifen doch einfach mal zu. Nachdem der Duisburger Keeper versucht, mit Faxen von seiner Nervosität abzulenken oder den Schützen Lasse zu irritieren, klopft Sobiech das Rundstück humorlos in die Maschen. Bäm! C. fällt zum Glück die Kamera nicht aus der Hand.

Von Kanonen und Rohrspatzen

Das Ganze schmeckt dem Duisburger Trainer gar nicht, er schimpft – ja irgendwie zurecht – herum und wird auf die Gegengerade geschickt. Die Leute dort nehmen ihn wohl recht herzlich auf, auch wenn da Bier an Stellen geraten sein soll, wo es nicht hingehört. Putzig finden wir, wie später die halbe Gegengerade dem Letteri applaudiert.

Es kommt dankbarerweise am Ende noch ein Basti Meier vor den Strafraum und schießt einfach mal aus rund 20 Metern. Huch, der geht ja rein? Sah nicht so unhaltbar aus, trotz eigenartiger Flugkurve. Wir sind erlöst, brennt nun doch gewiss nichts mehr an. Duisburg ist auch nur noch zu zehnt, weil sich Wiegel verletzt und Letteri sein Wechselkontingent ausgeschöpft hat. Oh je, gute Besserung.

Abpfiff & Glückseligkeit. Seit mehr als einem halben Jahr und neun Heimspielen sind wir am Millerntor ungeschlagen. Darauf kann man gern mal aufbauen. Das war heute kein Glanzleistung, aber hey, so funktioniert Fußball eben auch mal. Der Blick geht weiter nach oben in der Tabelle, wir mögen das. Die nächsten Tage werden hart, eine Englische Woche steht an. Ganz gut, dass sich jetzt schon mehrere Neuzugänge ausprobieren durften; so hat Ewald (Teufelskerl, ehrlich!) mehr Auswahl.

Das Spiel ist vorbei, der Abend lange nicht. Mit C. geht es noch in die Fanräume und ins Jolly. Er zweifelt, dass sein weiterer Europatrip dieses Erlebnis noch toppen mag. Können wir nicht sagen, aber schön, wenn es gefallen hat. Sobald sein Blog steht, werden wir’s mal verlinken. Have a nice trip, chap!

  2 Responses to “Karma & Co.”

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