Mai 122014
 

oder

Das war 2013/2014

Ihr guten Menschen,

puh. Diese ganze Spielzeit in einfache Worte zu fassen, das vermögen wir wohl nicht. Nimmt man wirklich noch einmal alle Ereignisse vom August des vergangenen Jahres bis gestern, ergibt sich eine ganz wirre Geschichte voller Höhen und Tiefen. Versuchen wir es mal mit ein paar Schlaglichtern aus unserer bescheidenen Perspektive.

 

Lampedusa in Hamburg

Die Hinrunde war für uns ganz wesentlich von einem Thema bestimmt: das Schicksal der afrikanischen Flüchtlinge, die hier in der Stadt ankamen und sich zur Gruppe „Lampedusa in Hamburg“ zusammenschlossen. In der Folge erlebten wir eine außergewöhnliche zweite Jahreshälfte, in der eine Stimmung herrschte, die zwischen purer Wut auf die sture Obrigkeit und unbeschreiblichen Glücksmomenten pendelte. Nicht zuletzt, das nehmen wir mit, zeigte die FCSP-Fanszene und sogar der Verein, wozu man hier in der Lage ist. Da wäre das Sandhausen-Heimspiel als einer der (symbolischen) Höhepunkte genannt, wo eine Welle der Solidarität durch das Viertel ging. Sen-sa-tio-nell.

Auch wenn ihr von uns in der jüngeren Vergangenheit nicht mehr viel zu dem Thema gehört habt: Noch immer ist das Problem nicht gelöst. Im Gegenteil. Das außerordentliche Winternotprogramm der Kirchen ist am Ende und manche der Männer stehen wieder nahezu vor dem Nichts. Bleiben wir also am Ball – die FCSP-Handballabteilung wird da demnächst wieder aktiv, vielen Dank dafür. Mehr Infos hier.

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Autoritäten in Hamburg

Nahtlos schließt daran ein zweiter Komplex an, der uns 2013/2014 beschäftigt hat. Dass in dieser Stadt ein gewaltiges Problem mit dem Sicherheitsapparat herrscht, ist keine neue Geschichte. Auf die Spitze trieb es das Neumann’sche Kasperletheater im Januar mit der Errichtung des Gefahrengebietes – eine Sternstunde des deutschen „Rechtsstaates“. Immerhin, wir hatten unser Vergnügen mit Klobürsten und Spaziergängen. Aber die ganze Angelegenheit inklusive der mysteriösen Geschehnisse rund um Großdemo und Davidwache im Dezember nahm wirklich groteske Züge an und lässt uns kopfschüttelnd zurück. Was man daraus Positives mitnehmen soll? Hoffentlich erinnern sich genügend Leute im Wahljahr 2015 daran!

 

Fankultur an und neben den Spieltagen

Kommen wir zu einer heitereren Angelegenheit: Kinder, die Fanräume sind der Hammer. Was wir da in den vergangenen Monaten für einen Spaß hatten, geht auf keine Kuhhaut. Problem an der Sache: Während „damals“ ein Spieltag nur wenige Stunden in Anspruch nahm, kommt man heute manchmal erst in den frühen Morgenstunden da raus. Klug ist das nicht. Aber toll. Genau das trifft auch auf die wieder etwas häufiger eingesetzten Rauch- und Leuchtkörper in unseren Blöcken zu.

Indes können wir in Sachen Support mal wieder ganz unten anfangen. Allzu oft verpufften gute Ideen, neue Gesänge wurden nicht durchgezogen und Absichtserklärungen wurden zu Lippenbekenntnissen. Probleme mit pfeifenden Öddeln kommen dazu. Nee, Millerntor, da geht noch wesentlich mehr. Gehen wir da alle mal in uns in der Sommerpause, nehmen wir die guten Spiele zum Vorbild und treiben wir die Lautstärke und die Kreativität wieder nach vorn.

 

Fußball – ach ja, den gibt’s ja auch noch

Hmpf… darüber zu schreiben, macht am wenigsten Spaß. Muss ja aber irgendwie. Also gut: Nach einem mittelmäßigen Start und flottem Rückenwind in Richtung Winterpause folgte spätestens im Frühjahr der endgültige Einbruch. Zu Hause war da wenig zu holen, auswärts ging’s etwas besser. Wenn man sich am Ende einer Saison über Spiele wie gegen Fürth (unentschieden!) positiv erinnert, spricht das schon Bände.

Fakt ist: Es reißen sich zu wenige unserer Jungs konstant den Allerwertesten auf. Wir haben mit Ratsche und vor allem Schachten leuchtende Beispiele, aber auch eine ganze Menge (Teilzeit-)Schluffis. Ob das nun in den jüngsten Partien ein Spiel gegen den Trainer war, sollen andere beurteilen. Wir hoffen einfach nur, dass das im nächsten Jahr wieder besser wird. Wenn alles gut geht, steht uns ja zumindest wieder ein Derby-Highlight bevor, das die Geister beflügeln sollte.

 

Last but not least – die Abgänge und die Neuen

Viel wird dieser Tage über eine Person geredet und geschrieben. Na klar – die #17 ist gemeint. Da die richtigen Worte zu finden, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Wir sprechen hier von einem Fußballer wie aus einem anderen Jahrhundert, ein Anachronist, eine romantische Idee aus einer längst vergangenen Zeit. Und noch dazu ist Fabian Boll, so wie wir ihn erlebt haben, auch einer der sympathischsten Typen, die der Fußballzirkus in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht hat.

Danke noch einmal für alles, Boller! Dein Abschied gestern wird ewig unvergessen bleiben. Wie so manches in deiner Laufbahn ein echter Kracher zwischen Jubel, Gänsehaut und Tränen. Hut ab auch vor den Choreos auf allen Tribünen und – Granate! – die oberguten Worte, die der Herr Oberkommissar anschließend fand: „Der Verein wird niemals untergehen, solange ihr, die Fans, hier an jedem zweiten Wochenende ein Feuerwerk abbrennt und alles gebt.“ Soll Stani einst gesagt haben, passte aber da um so besser. Jedenfalls: Würde man heute noch einmal eine Jahrhundertelf wählen, wir sind sicher, Fabian Boll wäre dabei.

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Leider, aber sicherlich für die meisten verständlich, stehen unsere drei weiteren Abgänge im Schatten. Fin, Bubi, Möhrchen, auch ihr sollt hier eine bescheidene Würdigung für euren Einsatz lesen. Wo es euch auch immer hinzieht, wir hoffen, ihr könnt vom Millerntor hier etwas mitnehmen – und vielleicht auch etwas von Sankt Pauli in die Welt hinaustragen. Danke für eure Taten in braun-weiß.

Wir freuen uns auf die Neuzugänge, die uns im Sommer verstärken werden. Bislang sind zwei davon offiziell, Daniel Buballa und Michael Görlitz. Willkommen, ihr beiden, auf dass wir viel Freude miteinander haben werden!

 

So, liebe Leser. Damit entlassen wir euch in die Sommerpause. Habt Spaß bei allem, was ihr euch vorgenommen habt. Zwischendurch wird es von uns immer mal wieder etwas zu lesen geben. Baustellen gibt es genug, sei es aktuell ein hirnrissiger DFB, der unser Stadion verschandelt neutralisiert, sei es der abzuwartende Umbau der Nordkurve, seien es die versprochenen Buchbesprechungen oder Ereignisse wie das Antira und die Stadionausstellung, die im Sommer folgen sollen. Langweilig wird es so schnell nicht hier. Macht’s gut!

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  One Response to “Luft holen. Blicke zurück und nach vorn”

  1. […] Der magischeFC blickt zurück und nach vorne Bilder von USP Der Übersteiger zum Spiel und dem DFB Grenzenlose Liebe Lichterkarussel zum DFB Bilder von Aux Armes Bilder von Stefan Groenveld Rilrec zum Wochenende Wochenendbeziehung Am Rande des Dorfes bedankt sich St. Pauli.nu zum DFB BeebleBlox huldigt der Legende Boll Der FCSR mit den passenden Worten zum Böllerwurf Zusammenfassung auf YouTube FCSP Homepage Dinge, die da sind… sprechen uns aus dem Herzen! 11 Freunde Interview mit Boller […]

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