Okt 072013
 

Liebe Leser,

Leere, Fassungslosigkeit, Unverständnis sind Worte, die man dem Spiel am Freitag als Attribut geben kann. Irgendwie war doch alles angerichtet. Flutlicht, Vollbier, Freitag, Fußball. Das sind doch eigentlich Zutaten, die für einen herrlichen Millerntorabend ausreichen. Ein bisschen Hamburger Wetter noch eingespielt und ein Gegner, der zwar unangenehm, aber schlagbar ist.

Und auf unserer Seite doch eigentlich eine Truppe, die zwar viele Unzulänglichkeiten hat, aber doch Herz zeigt. Was lief dann verkehrt? Wo bogen wir falsch ab?

Fehlt uns ein Buchtmann so sehr? Natürlich ein Junge, der wie kein Zweiter in unserer Mannschaft technisch beschlagen ist und Spielwitz hat. Aber der muss doch eigentlich ersetzbar sein!? Und was war mit Ratsche los? Der Junge wurde mit der Last auf den Schultern immer kleiner. Ist da ein Erwartungsdruck, den dieser schmale Junge (noch) nicht tragen kann? Beeindruckt das eigentlich einen Spieler, wenn er plötzlich mit Namen wie Wolfsburg in Verbindung gebracht wird?
Alles wirkte wie durch einen Schleier. Die Tribünen waren in guter Stimme, aber irgendwie schien es zu verhallen, denn die ausgesandten Funken führten zu keinem Feuer bei unseren Spielern und so verpuffte es, auch weil das gegenseitige Anheizen nicht stattfand.

Das Spiel in einem Wort zusammengefasst? Moppelkotze! Und man mag den Jungs gar keinen Vorwurf machen. Sie spielen eine anständige Saison und das Bemühen mochte ihnen auch am Freitag niemand absprechen. Aber der Gedanke, zumindest kurzfristig auf Plätzen zu stehen, die irgendwas mit der Vokabel „Aufstieg“ am Hut haben, war anscheinend zuviel für die Jungs.

Das Saglik gegen uns trifft, war klar. Es ist schon erstaunlich, dass es Spieler gibt, die nur an einem Ort funktionieren. Mahir ist zu seinem eigenen Leidwesen so ein Spieler. Er scheint das Paderborner Wasser zu brauchen, um das Tor regelmäßig zu treffen.

Kommen wir zum Drumherum. Haben wir eigentlich die ganzen Freaks gelobt, die Fahnen nähen, Choreos vorbereiten, Tapeten malen und so das Millerntor zu einem magischen Ort machen? Das beginnt in der Süd mit der Choreogruppe, hört da aber bei weitem nicht auf. Vor uns eine Fahne aus dem Fahnenworkshop, klein, aber fein. So soll das sein.
Fanräume. Hat sich doch schon langsam eingelebt. VIII. Damen hinterm Tresen, perfekte Bedienung. Musik eher naja. Aber alles langsam schon mit der Aufkleberpatina, die ein echter Raum für Fans haben soll. Nix gegen Neues, aber ganz so sauber darf es einfach nicht sein. Leer ist es vor dem Spiel. Niemand so wirklich von USP zu sehen. Zufall? Oder kein Bock, sich dort zu treffen? Unschön, dass da ein Polizeiwagen irgendwo auf dem HGF steht, aber man muss sich nix vormachen. Die meinen schließlich heutzutage, überall sein zu müssen. Außer beim Oktoberfest, das ist auch dann ein „ruhiges friedlichen Fest“, wenn die Zahlen der Vergewaltigungen sich zum Vorjahr verdoppeln. Zweierlei Maß? Natürlich! Fußball als Brennglas, sagen wir nur. Aber schweifen wir nicht ab, das Thema hatten wir ja schon das eine oder andere Mal . Es gibt tolle Schals beim Fanladen und bei den Fanräumen zu kaufen. Kauft sie! Sind beide echt knuffig.

Was gibt es noch zu berichten? Wir waren mal wieder zu Dritt im Stadion. Ja, die Pause des Blog-Papas ist vorbei und so kam es nach dem Spiel zu rührenden Wiedersehensszenen. Und hätte der Senior nicht gleich versucht, alles verpasste Astra in 90 Minuten nachzuholen, wäre die Nacht auch noch länger gegangen.

Müssen wir eigentlich noch was zu Braunschweig schreiben? Es ist ein Elend. Wir wollen hier gar nicht UB01 zu Göttern machen und die haben garantiert auch viele Fehler und Dummheiten auf dem Kerbholz. Aber eine Gruppe so im Regen stehen zu lassen und Faschismus, Rechtsradikalismus und Gewalt in einer Stellungnahme so zu relativieren und kleinzureden, das muss man als Verein erstmal schaffen. Chapeau Braunschweig. Als Leugner und Verdreher seid ihr erstligareif. Stellungnahme von UB01 ist verlinkt, da kann man auch weiter zur „offiziellen“ Stellungnahme klicken.

Ein Thema liegt uns aber am Ende noch am Herzen. Baugenehmigungen für Container für Flüchtlinge? Mit der SOZIALdemokratischen Partei in Hamburg ja nicht zu machen, wie wir eben schrieben. Wollen wir mal raten, ob sie auch einem Investor seine Pläne verbietet, die am Schulterblatt niemand braucht? Wir können es uns beinah denken und senden jetzt schon mal solidarische Grüße an das Rote-Flora-Kollektiv. Oh nein, man muss echt nicht alles toll finden, was da gemacht wird, aber seien wir ehrlich: Wenn man die Dollarzeichen in den Augen des Klausmartin K. sieht, dann wünscht man sich, dass viel mehr Orte besetzt werden und viel mehr Rote Floren bestehen. Die Rote Flora muss bleiben!

Es schrieben bisher noch:

Kleiner Tod sah unnötige Bewegung

Metalust macht ein unfertiges Bild zum unfertigen Spiel

 

Selbst eine Sitzblo(g)ckade war langweilig

 

Jens ist nicht mehr gelassen

 

Positives: Der Kiesel schreibt wieder

 

Der Ostblock bringt Vögel um

 

Keep calm hat frei und doch einen gebrauchten Tag erwischt

 

Der Übersteiger mit der bitteren Chronistenpflicht

 

Gröni zitiert schon Popbands

 

Und zuletzt die Presseschau. Die Blöd- und Mopoartikel nicht klicken, die Blogartikel schon. Das im Umschaltverhalten bei uns vieles schief läuft und man dieses trainieren kann, ist nebenbei richtig.

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  One Response to “Da fällt einem nicht einmal eine Überschrift ein…”

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