Apr 152013
 

oder

Wie man St. Pauli 2013/2014 wachsen sieht

Vorwort

Liebe Leser, es ist eine alte Weisheit im Fußball, dass nicht die besten elf einzelnen Spieler gewinnen, sondern die elf Spieler, welche die beste Elf bilden. In diesem Zusammenhang ist bei unserem FCSP etwas so bemerkenswert, dass es selbst der Hamburger Morgenpost aufgefallen ist. Wenn Jan-Philipp Kalla als Kapitän auf den Platz führt, dann haben wir einen unfassbar höheren Punkteschnitt als bei anderen Kapitänen. Nun ist Schnecke ja nun wirklich nicht als Lautsprecher bekannt und seine Leistung als Außenverteidiger eher solide als herausragend, aber bemerkenswert ist dies schon.

Genauso bemerkenswert ist, dass unsere Jungs immer wieder gegen Gegner aus dem oberen Tabellendrittel – insbesondere zu Hause – richtig groß aussehen. Im Alltag und gegen den unteren Bereich der Tabelle hingegen haben sie stets Probleme. An der grauen Alltagstauglichkeit muss Frontzeck noch erheblich arbeiten. Aber wenn das geschieht, dann ist in diesem jungen Kader Potential – sofern man denn von den Leihspielern einige halten kann. Nun muss man an Günni keine Gedanken verschwenden, der wird unseren finanziellen Rahmen sprengen. Aber bekäme man Funk und Avevor unter die Finger, dann wäre schon viel geschafft.

Und wir gehören da in die unteren Bereiche der 2. Liga einfach nicht hin. Wenn sich in einer solchen Situation 28.000 Menschen im Millerntor einfinden und Paderborn und Cottbus froh wären, wenn sie 10.000 Besucher begrüßen könnten, dann müssen wir einfach auch diesen Zuschauerzuspruch in sportlichen Erfolg ummünzen. Und zwar schnell.

Nun denn, wie war es also gegen die Löwen? Lesen sie selbst!

Wir werden ihn vermissen

Der Tag begann im Fanladen, wo man sich noch einmal mit Stefan unterhalten kann, der erstmal einen langen Familienurlaub einschiebt und sich von uns erholen will. Das kann man verstehen und das Überstundenkonto aller Fanladenmitarbeiter gibt gewiss auch längere Auszeiten her. Er kündigte schon an, dass er die ganze Zeit nicht an uns denken wird und genau das wünschen wir dir, Stefan! Erhol dich einfach mal richtig von uns ganzen Chaoten. Aber komm dann bitte frisch gestärkt wieder.

Danach konnten wir mal in die neuen Fanräume luschern. Leute, das wird schön da. Richtig schön. So langsam kommt auch die Inneneinrichtung in die Gänge und nächste Saison schon werden wir uns da sehr wohlfühlen.

Wir sind ein Proficlub, und ein Proficlub lebt im Kapitalismus auch davon, dass er soviel wie möglich zu Geld macht, Umsatz generiert an allen Enden und so auch Gewinne einfährt. Wir haben ein Clubheim, das direkt am Stadion steht, das geräumig ist und welches selbst eine volle Küche zu bieten hat. Im Viertel rennen durstige, hungrige Menschen im dutzend billiger rum. Der Südkurvenvorplatz ist bereits kurz nach 10 knüppelvoll mit Menschen. Und nun ratet mal, wann unser Clubheim aufmacht? Um 11 Uhr. 30 Minuten vor Stadionöffnung.

Hier lässt der Verein richtig hohe Summen liegen. Wenn man bedenkt, dass insbesondere auf Kaffee richtig hohe Aufschläge zum Einkaufspreis in der Gastro möglich sind, dann kann man hier nur mit dem Kopf schütteln. Und dann kommt wieder M. Meeske und jammert rum, dass irgendwas Geld kostet oder der Verein mögliche Einnahmen liegenlässt. Diesen Widerspruch kann man wohl nur mit Delitantismus erklären.

Ein Celt meinte, dass man mit englischem Frühstück im Viertel „a fortune“ machen könne. Gerade an diesem Wochenende. Ein cleverer Verein hätte dieses Geld abgegriffen. Der FC St. Pauli lässt das Clubheim lieber geschlossen.

Celtic war in der Stadt und wenn man denn so sieht, was die so an Euros in Hamburg lassen, dann haben sich viele Kneipen und insbesondere das Jolly und das Knust sich goldene Nasen verdient. Man kann nur hoffen, dass alle Beteiligten ihren Spaß hatten. Davon gehen wir aber erfahrungsgemäß aus.

Rein das geliebte Millerntor, wo es viele Protestplakate gegen die Fangesetze in Schottland gab. Hintergrund ist hier nachlesbar. Dazu in der Nord eine richtig hübsche Choreo. Für mehr Blockfahnen am Millerntor!

Die Stimmung heute irgendwie antizyklisch, immer wenn es bei unseren Jungs lief, wurde es ruhiger, wenn 1860 aufkam, wieder lauter. Den Gästeblock kann man von unseren Plätzen nicht hören, sie sollen sich aber mit häufigem „Scheiß St. Pauli“ hervorgetan haben. Wenn es wichtiger ist, derartiges kund zu tun als die eigene Mannschaft anzufeuern, dann ist schon viel über eine Fanszene gesagt.

Auf dem Platz? Unser Trainer sprach nach dem Spiel von der besten Saisonleistung. Das kann man so sehen, denn einem eigentlich sehr auswärtsstarkem Gegner wurde sehr wenig ermöglicht und gerade in der ersten Halbzeit rollte Angriff auf Angriff auf das Jogginghosentor. Irgendwie wirkten die Löwen allerdings recht zahnlos. Thy spielte wie befreit und war richtig klasse. Ebenso Daube. Wenn die Jungs diese Leistungdichte doch immer abrufen könnten! Auch Funk kann man immer nur wieder loben, gerade wenn es um die unscheinbaren aber wichtigen Meter im Mittelfeld geht.

Die zweite Halbzeit war dann die des Fin B., in letzter Zeit nicht gerade in Bestform, heute aber ein Torgarant. Und dann das Zweite auch noch in bester Horst Hrubesch-Manier. Das war sowieso zum bekannten psychologisch wichtigem Zeitpunkt. Gerade das Gegentor bekommen, stellte sein Tor den alten Abstand wieder her und beendete alle Zitteranfälle.

Nach dem Spiel vor dem Stadion eine so entrückte Stimmung, als wäre man gerade Deutscher Meister geworden. Das ist St. Pauli. Nun ja, sehr wichtig war dieser Sieg, denn nun sollten sich doch drei Mannschaften finden, die nicht mehr auf so viele Punkte kommen. Um ganz sicher zu sein, wäre nun ein Punkt in Bochum gut.

Kurz noch einem sehr lieben Menschen eine Freude gemacht und dann mit dem Marsch zum Fanladen. Und dann lag eurer Lieblingsblog auch schon auf dem Sofa und wärmte sich für neue Taten.

Es schrieben bisher noch…

Der Ostblock erpinkelte Tore.

Kleiner Tod machte all day Party

stpauli.nu sah in zwei Beiträgen die Zukunft. Beitrag 1 Beitrag zwei

Gröni sah wie immer durch die Kamera

Der Hobbitfuß sah ein erfolgreiches Wochenende. Btw: Brüllt den Ringträger nächste Woche beim Marathon ins Ziel. Ihr erkennt ihn an der Hobbitkleidung (oder am Celtic Trikot)

Wieder beinah übersehen: In den Sinn gekommen. Immer sehr lesenswert. Noch ein Geheimtip.

Jens von der Breitseite ging fremd.

Am Rande des Dorfes mit dem Kurztext zum Spiel.

Metalust feiert mit, musiziert und wird kein Rockfan mehr.

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  One Response to “Den Löwen die Zähne herausgearbeitet”

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