Feb 192012
 

oder

Literarischer Wahnsinn

Vorwort

Nichts davon ist wahr. Falls ihr diesen Artikel kommentieren wollt, liest bitte VORHER die unten ergangene Ergänzung.

Dreckiges Spiel

Die Sonne steigt kalt über den Horizont in den unendlichen Weiten. Es war wieder so weit. Er musste zu einem Duell. Eigentlich wollte N. nur mit seiner kleinen Gruppe reiten, aber durch Krankheit war er plötzlich alleine. Das war ihm dann doch zu doof und so verfluchte er innerlich Krankheiten und machte sich auf zur großen Herde.

Der Proviant war schnell besorgt der Ausrüster hatte Spezi im Sixpack. Die Satteltaschen gepackt, ab zum Treffpunkt. Die Horde wie hasst er Sie. Früher als die Passanten noch gemeinsam Angst und Schrecken verbreiteten, da hatte er Sie beherrscht. Aber die Passanten waren alt geworden. Grauhaarig, zu langsam am Colt geworden, bequem und sesshaft. Halb verachtend, halb bewundernd spukte er in den Staub. Tja, du Alter Miesepeter hast es nicht geschafft zu Hause zu bleiben, wenn das Duell ruft.

Er nickte P. zu, es brauchte nicht viele Worte, sie wussten, dass es ihr Tag werden würde. War schon ein Guter der P., bisschen unerfahren, grün, aber das machte er mit einer ihm eigenen Mischung aus Coolness und Fanatismus weg. Und dabei ist der Junge nicht den Drogen verfallen, der bleibt klar im Kopf, das gefällt mir, dachte N.

Die restlichen Grünschnäbel strafte er mit Verachtung. Als wir schon mit dem Basis/Ultra1910 Mob um die Wette geritten sind, da seid ihr doch noch zu Chemie gegangen, an der Hand der Mutter. Ach ja, die Basis. Was waren das für Grünschnäbel, als sie noch von Hang him higher geführt wurden. Aber irgendwann hatte der seine 70 Sätze (oder wieviel hat Clint Eastwood gesprochen?) gesagt und seitdem sind das echt starke Partner. Jedes Duell wird getickert und auch sonst sitzen die an allen Schaltstellen in St. Pauli Town. Ha, dachte N. Aber die Passanten auch.

Immerhin hatte A ihre Gruppe gut im Griff. Klare deutliche Ansagen, so mochte N die Organisation. Nicht dieses Diskussionswischiwaschi und dieses „Ich verstehe dich ja, aber…“. Hier im Outback gab es nur schwarz/weiß, Freund/Feind. Hier muss alles klar sein. Er mochte diese Entscheidung mit dem Colt, das war eine klare und deutliche Lösung.

Weiter ging es durch die trüben Weiten von Niedersachsen. Hier und da mal ein Reh, vielleicht auch eine einzelne Pappnase, aber viel passierte nicht. N. verfiel in seine Argonie und erwartete von dem Duell den Tod jeglicher Hoffnung.

Die Sammlung von Städten an der Ruhr kam in den Blick. So richtig war das nicht Ns Sache. Als einsamer Reiter in der Weite gefiel es ihm besser. Aber das Duell rief. Wichtige Depeschen hatte er mitgebracht und DK und M bekamen ihre. Erstaunlicherweise waren alle früh am Start und unter der heißen Sonne (also im trüben Februar Licht) warteten sie, ölten ihre Gewehre und harrten der Dinge. Die Indianer vom Stamm der Ultras Unterstamm SPM waren auch schon gut in Fahrt, aber sie hatten die Friedenspfeife mit uns nicht Ultras geraucht und so blieb es bei Badekappenkommentare (Ihr Ignoranten, das ist eine Laufmütze) und dem Versprechen von N das nächste mal eine der Ritualfahnen der SPM beim Duell mitzuführen.

N aber war das viel zu viel, er war eher der Einzelkämpfer und so zog es sich in den Pressesalon zurück. Auf die im Block frierenden herabblicken, das gefiel ihm. F war anwesend, der vermisste aber das kulinarische Highlight in diesem Saloon hatte es doch beim letzten mal noch leckeres Feuerwa äh leckeren Kuchen gegeben. Diesmal hatte der Wirt doch die Auswahl sehr beschränkt und es gab nur Kartoffelsuppe. Nicht mal ein ordentliches Steak. Nichts für einen Cowboy, also dann halt hungrig in die Duellarena.

In die Schauinsland-Reisen-Arena. Da waren sie wieder die von N verachteten neuen modernen Zeiten, nicht mehr Wedaustadion und das Duell dreckig auf matschigem halbgefrorenem Boden, nein, in diesen Tagen gibt es Rasenheizung, Rollrasen und Arenen. Wie soll da denn noch wirklich duelliert werden? Wie soll der Verlierer da im Staub oder Schlamm liegen?

Leider hatten die örtlichen Hilfssheriffs etwas gegen ein entspanntes Fußballfest und meinten in eine Gruppe von mit dem Dampfross angereisten Indianern reinfahren zu müssen. Eine Verletzung und ordentlich Trubel inklusive eines Kurzzeitbesuches im örtlichen Sheriffbüro waren die Folge. So richtig gut war das alles nicht und die Rituallappen drehten sich mehrheitlich auf den Kopf um die Unmut zu zeigen.

Das Duell begann, war schnell, kämpferisch und rassig. Chancen für den Killer hatten beide Duellanten, aber es war unserem Obersheriff vorbehalten den tödlichen Hieb zu führen und so das Duell für uns zu entscheiden. Unser schönstes Bein sprach am Ende von einem dreckigen Sieg. So etwas gefiel unserem Helden. Und so richtig schlecht waren die Jungs auch nicht, dachte N klar, das schöne, der Tanz kam in diesem Westernschauspiel zu wenig vor, aber der Kampf, das Duell, der blutige Nahkampf, der wurde von unseren Jungs gut gestaltet.

+

Die rituellen Gesänge kamen gut aus dem Gästeblock, anfänglich wusste aber auch der Gesang der gegnerischen Anhänger gefallen. Nur wirklich für die Geschichtsbücher war das alles nicht.

Nach dem Spiel also wieder zu den Pferden und ruhig ging es in die Nacht. Noch kurz M in den Karneval verabschiedet und dann wieder in die westfälischen Weiten. N und P zählten nacht: Nur vier Leute waren nicht dem Feuerwasser oder der Rauchware erlegen. Bei einer Mitreisezahl von 55 ist das schon eine ganz gehörige Quote. Immer wieder muss man feststellen, dass Leute anscheinend ihre Alltagssorgen in Alkohol ertränken wollen, dachte sich N. Dabei hat doch schon ein großer Poet unsere Zeit folgendes zu Papier gebracht, ergänzte er gedanklich:

„Du kannst die Sorgen nicht ertränken; Sie sind verdammt gute Schwimmer“

Man war sich einig. Einige Leute sollten schlichtweg die Finger vom Feuerwasser lassen. Die Wesensveränderung und die Abstürze sind deutlich sichtbar über die Jahre.

Der Rest war der übliche Nerv auf der A2/A7, es ist zu lang zwischen den Wasserstellen und so kommt es immer wieder zu Unzufriedenheit. Und gerade als man die Wasserstelle im Allertal meinte erreicht zu haben, da setzte sich eine Kuhherde vor den Treck und verhinderte ein schnelles weiter kommen. Und dann war es noch eine Kuhherde mit Überbreite, die man nicht überholen konnte. N verfluchte gerade alles innerlich, inklusive dem Entschluss Bus zu fahren.

Irgendwann rochen die Pferde dann aber doch wieder das heimische Elbwasser und der Sattel war schnell für die Nachruhe platziert.

Und dann war da noch…

… Wir sind alles Nazis oder zumindest Nazis gleich und als Antideutsche verteidigen wir das B5. Nix gegen Kritik, aber wer durch eine solche Rhethorik a. Nazis und ihre Verbrechen relativiert und verharmlost und b. Von vielen Fakten schlichtweg null Ahnung hat, der disqualifiziert sich für eine Diskussion schlichtweg schon vollkommen. Und da gehe ich inhaltlich auf vielleicht enthaltene richtige oder halbrichtige Punkte nicht mehr ein.

… die Hamburger Morgenpost, die noch in einem Artikel, in dem klar gemacht wird, dass von den Festgenommenen und ihren Transparenten keine Gefahr ausgegangen sind, weil sie halt nicht Benzin getränkt waren, wie von der Polizei zuerst behauptet, folgenden Satz einbaut:

„Ein Becherwurf, ein gerade noch verhindertes Feuer auf der Tribüne und ein zusammengeschlagener Ordner – mehrere Chaoten verliehen dem Derby eine üble Fratze.“

Laut mehrere Quellen hat der Lokalrivale vor dem Mittelblock in der Heimkurve noch mal eine Extrakontrolle aufgebaut, weil in diesem in letzter Zeit häufiger gezündelt wurde. Inklusive einem Container, wo sich Personen (wohl auch Jugendliche), die „verdächtig“ sind wohl mehr oder minder nackt ausziehen durften. Es ist egal, ob Pyros nun gefährlich, verboten oder was auch immer sind, aber wenn man Menschen insbesondere Jugendlichen auf Verdacht hin jegliche Menschenwürde raubt, dann sind alle Grenzen überschritten. Das ist aus meiner Sicht nicht verhältnismäßig.

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  5 Responses to “Er reitet durch die Nacht”

  1. Doch gerne schalte ich den frei. Und wir halt autoritäre Nazi/Stalinisten oder was auch immer und du weißt alles. Zufrieden nun? Und damit Schluss zu diesem Thema. (Ab jetzt schalte ich Kommentare wirklich nicht mehr frei.)

  2. So eine autoritäre Scheiße! Wenn man merkt, dass es aus einem nur blubbert, wird Kritik eben wegstalinisiert. Sehr nobel! In der Diskussion hat man schon gemerkt, dass von deinem unterstellten “Keine Ahnung” von Reschke nicht viel übrige geblieben ist. Der Ressentiment ist dagegen hartnäckiger.

    P.S. Mir ist schon klar, dass du den Comment nicht freischalten wirst.

  3. [...] Magischer FC Bonjourtristesse Gefällt mir:LikeSei der Erste, dem dieser post gefällt. Dieser Beitrag wurde [...]

  4. Liebe Leser,

    ich habe gestern einen Fehler gemacht. Ich habe mich auf eine Diskussion über diesen unsäglichen verlinkten Artikel eingelassen. Das war Blödsinn und daher habe ich diese Diskussion jetzt hier gelöscht. Und zwar aus zwei Gründen:

    1. Ich habe keine Lust mit jemandem zu diskutieren, der St. Paulifans durch die Bezeichnung als “Braunhemden” und “Heimatschutz” (bereits in der Überschrift) in die Nähe von Nazis rückt. Das ist für mich keine scharfe Rhethorik mehr, das ist für mich ein Ausschlußgrund mit so einer Person zu diskutieren. Das habe ich gestern nicht beherzigt und das bedauere ich. Ich habe daher auch das ganze hier sehr flapsig verlinkt und bin nicht detailliert in eine Bewertung eingestiegen, warum sollte ich?

    2. Kommentare sollen die Möglichkeit geben zu ergänzen oder eigene Ansichten kurz darzustellen. Eine ellenlange Diskussion kann diese Plattform nicht gewährleisten, dafür fehlt es mir an Zeit. Es gibt dafür genügend Möglichkeiten, so dass jedem trotzdem geholfen sein sollte.

    Daraus folgend bitte ich eventuell folgende Kommentare auf den eigentlichen Haupttext zu beschränken. Die Diskussion über verlinkte Artikel bitte ich zu unterlassen. Ich würe entsprechende Kommentare auch nicht freischalten.

  5. Man afraid of his horses
    Raiders in the rain!

    Schöner Text!

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