Dez 042011
 

oder

Die JHV 2011

Bedienungsanleitung

Liebe Leser auch dieses Jahr wieder in gewohnter Manier der JHV Bericht. Erneut beruht der Bericht auf einer umfassenden Mitschrift, aber ich kann nicht garantieren das alles stimmt. Gerade am Ende fehlte nach 9 Stunden Einlass und Versammlung auch die Kraft für detaillierte Mitschrift. Falls jemand ein Fehler auffällt, kann er sich melden, ich versuche zu korrigieren. Das ganze sind ca. 31 Din A4 Seiten, so dass ich den Ausdruck und den Genuss bei einer Flasche Wein empfehle. Ich versuche Geschehen von Meinung so zu trennen, dass meine Meinungen in eine Klammer gesetzt sind. Das klappt nicht immer, aber ich denke man sollte trotzdem den Unterschied erkennen. Ich versuche durch Zwischenüberschriften eine gewisse Übersichtlichkeit zu schaffen, dies gelingt natürlich nicht immer. Die allseits gefürchteten Exkurse sind auch gekennzeichnet. Es gibt in diesem Bericht teilweise Wiederholungen und Brüche. Das liegt auch daran, dass das ganze gut zwei Wochen Arbeit waren und ein Lektorat im Sinne eines überall logisch und flüssig machend meine Kapazitäten bei weitem überschreitet. Daher bleibt mir jetzt nur noch eines: Viel Spaß mit der Ausgabe 2011.

Ein Vorzit / Sachlichkeit ist Trumpf

Schon vorher muss man sagen: Eine der besten JHVs, die ich je besucht habe. Die Versammlung sehr ruhig, sehr konzentriert, auch bei etwas anstrengenderen Beiträgen sehr diszipliniert und viele Leute wirklich ohne vorgefertigte Meinung zu den Anträgen. Sie wollten eher hören, was die Leute zu sagen haben und sich dann entscheiden. So muss Vereinsdemokratie laufen. So etwas würde ich mir immer wünschen. Auch die Redner blieben auf einer sachlichen Ebene. Die paar Ausnahmen werdet ihr sehen.

Eines sollte man, wenn man dies liest mal im Hinterkopf behalten: „Wir haben 2001/2002 die Fehler gemacht, als es uns gut ging.“ war letztes Jahr ein (sinngemäßes) Zitat. Die Frage ist eben: Machen wir jetzt wieder Fehler?

Das Vorspiel / L-R ist inaktiv

Das Vorspiel begann eigentlich schon mit dem Freiburg Spiel zu Beginn dieses Jahres. Durch die rote Explosion war klar, dass eine inhaltliche Diskussion über das „Was ist St. Pauli?“ unumgänglich werden würde. Und so war schon die Zeit der Antragsstellung spannend, weil man so sehen konnte, welche Sozialromantiker Forderungen eigentlich die Zeit überlebt haben. Auch aufgrund dieses Vorspieles ist es nicht verwunderlich, dass trotz ungünstigem Termin, trotz keiner wichtigen Personenwahlen, diesmal mal eben 40 % mehr Mitglieder kommen. Das (und hier will ich Sven ausdrücklich widersprechen) ist aber nun wirklich kein Zeichen dafür, dass ein Dienstagabend perfekt ist. Alleine schon die Dauer bist 1 Uhr und das kollektive Wehklagen über zu wenig Schlaf am nächsten Morgen zeigt, dass hier noch an einer optimalen Lösung gefeilt werden muss. Das dies die Quadratur des Kreises ist, sei hier noch mal kurz erwähnt. Ich möchte nicht in Svens Haut stecken. Aber diesen Satz werde ich noch mehrfach hier erwähnen.

In ganz alter Tradition hatte man am Vortag Stadionbau Pläne veröffentlicht, so dass für Spannung gesorgt war. (Ich halte da ehrlich gesagt nicht viel von Stadionbau-News immer direkt vor so einer JHV zu verbreiten. Das klingt mir immer zu doll nach „gut Wetter“ machen. Es passt aber in den vor einer JHV aufkommenden Aktionismus unseres Präsidiums. Dazu aber später mehr. Und es ist anscheinend die einzige Vorbereitung, die unser Präsidium für nötig hält, aber auch dazu später mehr.)

Um 15:55 kam also mein Auto am CCH zum halten und ich machte mich auf den Weg Einlasshelfer zu mimen. Der Oberpunker war noch nicht da, aber das qualifizierte und erfahrene Personal braucht keinen Punker und begann schon einmal mit den Vorbereitungen. Die Buchstaben wurden nach Ankunftszeit aufgeteilt. Thomas also zuerst und er entschied sich für A-F. Ich war zweiter gewesen und neigte dazu G-K zu nehmen, entschied mich aber aus einem einzigen Grund dagegen: Ich wollte mich selber nicht bearbeiten. So nahm ich als L-R und das zeigte: Ich hatte eine gute Wahl getroffen. Bereits bei der letzten JHV (und das sahen wir erst nach der Aufteilung) hatte G-K an meisten Teilnehmer, der Unterschied zwischen den einzelnen Buchstabenblöcken waren aber gerade mal 14 Teilnehmer. Diesmal waren eigentlich nur Leute mit G-K anwesend, was zu einer riesigen Schlange dort und sehr wenig Leuten an den anderen Ständen führte. Natürlich ist es von Vorteil, wenn man viele Leute mit Namen kennt. Stefan Orth kommt die Treppe hinauf, man blättert schon mal die entsprechende Seite auf, dreht das Blatt schon um, er unterschreibt. Das geht natürlich schön schnell. Und wenn dann noch der zweite Orth (nicht verwandt und nicht verschwägert), den wir in der AFM haben, direkt hinter ihm steht, dann ist das cool. Zweimal hatte ich noch Glück und schlug sofort die richtige Seite auf. Etwas nervig ist aber, dass die Vornamen dann nicht alphabetisch geordnet sind. Das ist bei Namen wie Müller oder Meier etwas hinderlich.

Die Versammlung begann so natürlich nicht pünktlich, aber auch das konnte nicht verhindern, dass viele Mitglieder den Beginn der wichtigeren Punkte nicht mitbekamen. Auch dies ist einfach doof. Auch ich verpasste den Beginn und so auch den Namen des Versammlungsleiter, es war aber – wenn ich das aus meiner entfernten Position richtig gesehen habe – wieder der bekannte und vertraute Felix Wanke (FW – Ich versuche wieder jedem mehrfach Redner ein Kürzel zuzuordnen. Bei einfachen Vereinsmitgliedern ohne besondere Stellung werde ich entweder keinen Namen oder nur den Vornamen nennen, das erscheint mir aus Persönlichkeitsschutzgesichtspunkten im Zielkonflikt mit Erkennbarkeit am sinnvollsten. Wo Leute unter Spitznamen bekannt sind, nenne ich diesen. Also z.B. „Dynamo sagte dann…“). (Den (Versammlungsleiter) ich – und das sei traditionell gleich vorab gesagt – immer noch erschreckend unsouverän finde und der viel zu schnell zu eigenen persönlichen Meinungen greift, als zum Wort des Gesetzes, der Satzung).

Das formale Vorgeplänkel / Ehrungen sollten und können nicht das Letzte sein

FW spazierte gerade durch die Formalien, als ich eintraf. Er wolle alles, außer die Kassenprüfer offen abstimmen lassen und bat darum Abstimmungen mit der Karte und dem Arm, an dem das Bändchen sei vorzunehmen, wenn eine Mehrheit nicht zweifelsfrei festzustellen sei, dann würde er schriftlich abstimmen lassen und dafür seien die kleinen perforierten Streifen auf den Stimmkarten. (Erstaunlich, die Möglichkeit eines Auszählen und oder eines Hammelsprunges (Verlassen des Saals durch eine Ja/Nein/Vielleicht Tür) lies er unerwähnt. Anscheinend hatte man Angst, dass es sehr knappe Abstimmungen geben würde. Letztendlich war das nicht der Fall.)

Bei Abstimmungen würde die einfache Mehrheit reichen, bei Satzungsänderungen die 3/4 Mehrheit. Die Kassenprüfer würden schriftlich abgestimmt werden, der Kandidat Wolff habe seine Kandidatur aber zurückgezogen, so dass dieser Name zu streichen sei und ein Ankreuzen dieses Namens den Zettel mache den Zettel ungültig.

Der Wahlausschuss unter Leitung von Pavel Andrasko (ich hoffe der Name ist richtig) sei vollständig angetreten und stehe bereit. (Immer wieder vielen Dank für diese undankbare Arbeit) Anträge zur Geschäftsordnung bitte mit beiden Händen zu stellen, diese würden dann vorgezogen. (Ich wiederhole mal meine über Jahre gemachten Einwände, dass die Versammlung keine Geschäftsordnung hat bzw. sich nicht gibt, daher kann es auch keine Anträge zur Geschäftsordnung geben. Es gibt nur eine Tagesordnung, ein Antrag dazu ist aber ein normaler Antrag, der nur an dieser Stelle verhandelt werden MUSS.)

Und da kam dann auch ein Antrag zur Tagesordnung: Die Kassenprüfer vorzuziehen, da dies doch ein wichtiger Tagesordnungspunkt sei. Mir war das egal, die Mehrheit der Versammlung sah es genauso. Erst später fiel jemandem vom Wahlausschuss auf, dass man dann auch die Ehrungen vorziehen müsste, weil man in dieser Zeit auszählen wolle und ansonsten der Wahlausschuss nicht zur Verfügung stünde. Auch dies beschloss die Versammlung dann und so rückten Kassenprüfer und Ehrungen vor. (Und bei den Ehrungen empfand ich die erste Version sowieso als misslungen. Ich persönlich empfinde Ehrungen in einem Sportverein als sehr wichtig. Die sollten dementsprechend auch vor einem großen Plenum mit entsprechender Aufmerksamkeit erfolgen und nicht still und heimlich bei einer sich auflösenden Versammlung am Ende. Ich finde es auch richtig, ALLE Ehrungen vor dem großen Plenum durchzuführen. Immerhin sollen die Amateurabteilungen dem Verein sein Gepräge geben und so werden sie wenigstens einmal pro Jahr aus ihrer Anonymität gezogen. So ein Sportverein ist eben kein Wirtschaftsunternehmen, wo es nur um Profis, Profit und Stadionbau geht. Das sollte in den nächsten Jahren dringend bedacht werden. Ehrungen auf Platz 9 von 10 will ich in einer Tagesordnung nicht noch einmal sehen.)

Das Totengedenken

Stefan Orth verlass dann die Namen der Verstorbenen, erwähnte Apel, Stender, Wunsdorf und andere noch mal gesondert und eine sehr stille Schweigeminute folgte.

Bericht des Präsidiums / Ich darf das doch nicht sagen…

Stefan Orth enterte das Rednerpult und begann. Liebe St. Paulianerinnen, liebe St. Paulianer (das beliebte Mitgliederinnen kam nach meiner Zählung diesmal nur einmal), es sei ein Jahr vergangen mit vielen Emotionen, vielen schönen Erlebnissen, dem Derbysieg und dem Abstieg. Der FC sei kein gewöhnlicher Fußballverein, hier werde stärker gelebt, stärker gefeiert und mehr gelitten. Aus aktuellem Anlass sei er glücklich, Mitglied eines Fußballclubs zu sein, in dem das Fundament Gewaltfreiheit sei, in der nicht eine Mehrheit klatsche, wenn Leuchtkugeln einschlagen und wo man einen Konsens gegen Rechtsradikale im Stadion und in der Gesellschaft habe. (Ups, kein Wort über die eigenen Fans in Rostock. Hatte ich eigentlich erwartet.)

Nun aber der Bericht. Es gäbe gute Nachrichten, dies sei das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr der Klubgeschichte gewesen. Dank der ersten Liga habe man 40 Millionen Umsatz und 5 Millionen Gewinn gemacht. Man habe keine Misswirtschaft mehr (hinter mir pfiff man Prollhead) und habe ordentlich gearbeitet. Darauf könne man stolz sein und dies sei Ansporn für die Zukunft. Man sei auf dem richtigen Weg. Es habe sich auch nach dem Abstieg positiv entwickelt. Dies sei nicht immer so, man müssen daher insbesondere den Mitarbeitern auf der Geschäftsstelle danken.

Auch wenn dieses Ergebnis hervorragend sei, man müsse weiterhin bescheiden und hanseatisch auftreten. Insoweit würden wir uns auch vom Nachbarn in der gleichen Stadt abheben. Mit dem Geldsegen der 1. Liga habe man den Umsatz des e.V. von 16 auf 33 Millionen mit der Vermarktung von 21 auf 40 Millionen verbessern können. Man habe einen Rekordgewinn von 5,3 Millionen erwirtschaftet. Man habe Eigenkapital bilden können. Der Sprung in den TV Geldern von 5,3 auf 13,2 Millionen, aber auch die Erlöse der Vermarktung, die von 8 auf 17 Millionen stiegen, auch wegen der Haupttribüne hätten zu diesem Ergebnis beigetragen.

Exkurs / Die Bilanz des FC St. Pauli / Wirtschaftlichkeit in großer Gefahr

Was jetzt folgt, bitte schon mal für alles weitere merken. Von irgendwem kam als Aussage, dass wir dieses Jahr einen Fehlbetrag von 790.000 in den Planungszahlen haben. Kurz: Wir machen einen Verlust von 790.000. Wir haben nun ein Jahr Gewinn gemacht, ein Jahr, welches unter zwei Vorzeichen stand: Platz 18 und trotzdem die Hütte immer voll, auch im Business Bereich. In den Ausgaben spart man so natürlich einen riesigen Batzen Geld (Prämien für Spieler werden auch bei einzelvertraglichen Prämien an den Klassenerhalt gebunden sein) und man bekommt trotzdem richtig viel Einnahmen. Bei einem Klassenerhalt und einer Prämie im Millionenbereich hätte die Sache eventuell schon wieder ganz anders ausgesehen. Und dies muss uns Sorgen machen. Wenn wir nur in außergewöhnlichen, absolut positiv laufenden Jahren Gewinne machen, dann ist das problematisch und strukturell nicht gut. Auch in einem normalen Jahr in Liga 2 müssen wir Gewinne machen können. Wir dürfen nicht vergessen: Wenn wir immer einen Fehlbetrag von ca. 800.000 pro Jahr machen, dann haben wir in gut 6 Jahren die ganzen Rücklagen, die wir nun gebildet haben wieder aufgefressen. Und eine Gesellschaft ohne Eigenkapital ist schlichtweg direkt vor der Insolvenz. Auf eine Verschuldung von 40 Millionen nur ein Eigenkapital von 5 Millionen zu haben ist und bleibt problematisch. Natürlich kann man mit den erheblichen stillen Reserven in der Bilanz argumentieren, aber ihr wisst doch, warum stille Reserven still heißen, oder? Weil sie dann still sind, wenn man sie braucht. Ziel des Wirtschaften des Vereines muss es dringend sein in einem normalen Zweitligajahr (Platz 4 bis 10) Gewinn zu machen. Nur dann ist der Verein wirklich strukturell gesund und auf lange Zeit gesichert. Das dies eher unrealistisch ist und bei Fußballvereinen eher nicht der Fall ist, muss ich hier nicht erwähnen.

Die vorgelegte Bilanz soll mir auch noch drei vier Worte wert sein. Wort 1: Es ist immer noch keine konsolidierte Bilanz. Das muss sich ändern und wird auch noch Thema sein. Wort 2: Der Posten Verwaltung hat sich von 577.000 (gerundet) auf 964.000 erhöht. Das ist ein erheblicher Prozentsatz und hier ist genau die Gefahr, dass man Personal aufstockt, was man dann nicht wieder los wird. Klar gibt es in der Verwaltung viele Posten, die wir dringend bräuchten, aber bei der oben beschriebenen strukturellen Problematik muss man (auch) hier sehr vorsichtig sein. Wort 4: Das Ergebnis bei Vermietung & Verpachtung (was ist denn das, das Stadion wird doch durch die MSB vermietet?) erscheint geschätzt, denn wie im Vorjahr handelt es sich um eine runde Zahl. Das finde ich eher bedenklich.

Zuletzt das Steuerthema: Der Verein muss zum ersten Mal seit langem Ertragssteuern zahlen, weil er einen Gewinn macht, der nicht durch einen Verlustvortrag abgedeckt wird. Diese – eigentlich positive – Entwicklung führt dazu, dass wir ca- 2,1 Millionen Steuern zahlen müssen. Nun ist der Volkssport der Deutschen das Steuern sparen, so dass man sofort mit Steuersparmodellen anfängt. Ich halte das ehrlich gesagt nicht für sinnvoll. Ein ertragsschwaches Unternehmen sollte seine Kostenseite nicht erhöhen (und nix anderes ist Steuersparen meistens). Und wenig Kostenposten sind so flexibel, dass man sie sofort wieder abbauen kann, wenn man sie zum Steuersparen nicht braucht. Ich denke man sollte die Steuerlast einfach mal hinnehmen und sich freuen, dass man eine solche hat.)

Exkurs Ende

Was erstaunlich war: Bis hierhin gab es nur sehr verhalten Beifall und dies auch nicht gerade wirklich viel. SO führte weiter aus, dass man die Mitgliederzahl erheblich gesteigert habe und dies sei dem Engagement der AFM zu verdanken. Man habe pro Monat 200 bis 300 Mitglieder mehr. Er danke dafür der AFM. (Hier gab es zum ersten Mal richtig Beifall.)

Das gute Ergebnis sei nicht ohne die UFA erreichbar gewesen. Man habe 17 Millionen in der Vermarktung eingenommen, dies sei auch durch die Schlagkraft der Haupttribüne, ihres Business Bereichs und die Auslastung dieses Bereiches von 97% zu verdanken. Dies sein ein herausragendes Ergebnis. In der zweiten Liga vermarkte man die Business Seats und Logen nicht so gut, wie in Liga 1. Es sei trotzdem ein Fehler diese unwiderruflich zurück zu bauen. Sie würden insbesondere bei einem Aufstieg fehlen. Man habe sich für eine flexible Lösung geführt, wo man bei nicht Bedarf die Sitze als normale Sitzplätze verkaufe. Daher sei man auch immer ausverkauft. Man habe eine festgelegte Zahl auch in den Verhandlungen mit Banken und der Stadt gehabt und müssen die Verhältnismäßigkeit auch sehen, wenn das ganze Stadion gebaut sei. Dann habe man 60 % Stehplätze und dies sei ein wichtiges Thema. (siehe zu dieser Problematik später)

Der Neubau Gegengerade sei sehr wichtig. Man habe sich hier für die traditionelle Variante entschieden. 1. Die Wirtschaftlichkeit/Finanzierbarkeit. Die traditionelle Variante ist billiger und man müsse bescheiden bleiben eine Überschätzung habe schon anderen Vereinen den Kragen gekostet (und kann auch uns immer noch den Kragen kosten)

2. Die Bauzeit. Die traditionelle Variante könne man in drei Monaten bauen und in 7 Monaten sei sie voll nutzungsfähig. Die Welle würde 6 Monate brauchen und so lange könne und wolle man nicht auf die Gegengerade verzichten. (aha, damit wäre die Welle doch schon sowieso Tod gewesen, denn die gesamte Gegengerade-Dauerkarteninhaberschaft kann man wahrscheinlich nicht im Reststadion unterbringen.)

3. Die Sicherheit: Zwar erfülle auch die Welle alle Anforderungen, aber Zweifel blieben und nur der geringste Zweifel reiche aus, weil man als Präsidium für die Sicherheit verantwortlich sei.

4. Die Kriterien: Man habe einen Katalog von 1.500 Kriterien gehabt und davon erfülle die traditionelle Variante mehr, als die Welle. (Erstaunlich: Zu diesen Kritieren schien weder „Fanräume richtig bauen“, noch „Abstand zum Dom“ gestanden zu haben. Beides musste erst durch die Stadionbau-AG angemerkt werden. Und beides ist nicht wirklich unbedeutend, wenn mich jemand fragt.)

(Was eben spannend ist, ist was er nicht sagt. Er sagt weder, wann konkret Baubeginn sein soll, welche Sachen eventuell schon bei laufendem Betrieb der alten GG gemacht werden müssen, es wird der Versammlung weder ein Modell, noch eine Grafik präsentiert, auch genauere Zahlen hört man nicht. Das ist schon spannend, dass so etwas einen Tag vorher der Presse präsentiert wird, man hier aber nichts weiteres erfährt. Nachfragen blieben aus, schien also auch niemanden brennend zu interessieren. Interessant auch: Hatten die Bauverkündungen für Süd und Haupt noch Begeisterungsstürme ausgelöst, werden die Bauankündigungen nun eher beiläufig zur Kenntnis genommen.)

Wichtig sei bei dem Bau, dass es einen reibungslosen Abgang der Leute gebe. Dazu solle es einen breiten Weg und mehrere Schneisen in den Dom geben. (DAS will ich sehen. Mehrere Schneisen in den Dom heißt nämlich u.a. das der Dom sein Entfluchtungskonzept ändern müsste und das Platz aufgegeben werden müsste. Ich zweifele.)

Auch eine gebührliche Trennung von Fanräume und der Polizei soll erreicht werden. (Jedem ist klar, dass dies für Fanräume ein zentrales Problem ist. Wie sagt später ein Mitglied so schön? Da ist der Fanladen und der arbeitet u.a. mit Jugendlichen, die schon mal Probleme mit der Polizei hatten.)

Er danke ausdrücklich der Stadionbau-AG, die konstruktiv, lösungsorientiert und sehr eng am Detail kritisch mitgearbeitet habe. (Lauter Beifall hier. Man muss es als einer der Kardinalfehler der ersten beiden Tribünen ansehen, dass so ein Gremium nicht vorhanden war. Es ist zwar nervig die Kunden in einer Planungsphase zu haben, aber man kann dadurch viele Probleme verhindern. Fehlplanungen wie Business Seats direkt hinter Fahnen oder fehlende Handläufe wären wahrscheinlich vermieden worden.)

Die UFA mache nicht nur den Business Seat Bereich super, sondern habe auch passende Sponsoren wie die Fernsehlotterie, die PSD Bank und Hamburg Energie an Land gezogen, die zum Verein passen würden. Als Beispiel seien die 15.000 Euro von der PSD Bank an Fanräume genannt. (Wir hatten unseren Scheck leider gerade nicht mit, aber Monikas Lächeln sah aus wie das zufriedene Lächeln einer Kassenwärtin.)

Man müsse aber auch selbstkritisch sein. Es sei doch einiges schief gelaufen. LED und Table Dance. Es sei eine Gradwanderung, wie man den Verein vermarkte und täglich würde man dazu lernen. Eine Verlängerung mit Susis Showbar werde es nicht geben. (Da war ja eigentlich schon klar, dass er den Antrag in die Fresse bekommt. Ich hatte gedacht, dass er an diesen Satz später anknüpfen würde, aber nein, er begab sich aufs Glatteis und rutschte aus.)

(Was auffiel: Zu allen wirtschaftlichen Themen gab es nahezu keinen Beifall im Plenum. Hier empfand ich bereits deutlich die kritische Haltung des Plenums.)

Man versuche in der Zukunft die Vermarktung weiter zu optimieren. Die Qualitätsprüfung der Neukunden ist verbessert worden und die Leitlinien seinen fester Bestandteil jeder Vertragsvereinbarung. (Das hört man gerne.)

Auch das soziale Engagement habe man steigern können. So habe man 10.000 Euro für die Tagesstätte Silbersack gespendet, mache die Weihnachtstafel, unterstütze Nestwerk und Kinderclowns (er hat den richtigen Vereinsnamen genannt, aber da war ich zu langsam), Hinz & Kunz und Kiezkick. Dies sei Teil der sozialen Verantwortung. (Finde ich alles super und ist teilweise auch sehr schön Viertelbezogen. Was ich mir – und das habe ich schon mal geschrieben – wünschen würde ist, dass der FC sich finanziell im Sporthallenthema engagiert. Wenn das Pestalozzigebäude ausgeschrieben ist, kann man sich das nicht unter den Nagel reißen? Gerne mit einem Partner? Und dann eine vereinseigene Turnhalle dort bauen? Das müsste doch verflucht noch mal irgendwie mit Stadt, Partnern etc. auch finanziell zu wuppen sein. Das würde ich riesig finden. Und wirklich in den Stadtteil wirkend.)

An der Kollaustraße werde für die Jugend und die Profis ein neues Zentrum entstehen, dies solle den Verein noch Wettbewerbsfähiger machen und langfristigen Erfolg sichern. Dafür ist auch der AFM zu danken. (Für bereits Wissende: Entweder der Mensch leidet unter Realitätsverlust oder er setzt sich in kompletten Widerspruch zu seinen Handlungen. Aber auch dazu später mehr.)

Man habe die Weichen für die Zukunft gestellt, man hoffe im sportlichen Bereich irgendwann wieder die 1. Liga zu erreichen. Vielleicht ja in naher Zukunft. Man sei eine sehr gute Adresse für junge Spieler, wie Sobiech und Funk zeigen würden, vielleicht selbst die erste Adresse für ihre Zukunft. (Ober eben auch nicht, wie die Leihverträge dieser genannten Spieler zeigen. Es gab null Beifall hier.)

Aber auch Eigengewächse wie Schnecke Kalla und Daube würden sich hervorragend entwickeln und seien ein Zeichen, wie durchlässig man in den Profibereich sei. (hier gab es sehr lauten Beifall)

Man sei in der 2. Liga konkurrenzfähig, eventuell selbst mehr als dieses und dies würde an der guten Kaderplanung von Helmut (Schulte) liegen.

Der Blick zurück bringe einen zum 16.02., wo wir die Hamburger Stadtmeisterschaft für uns entschieden. (Jubel im Publikum) Dies sei eine herausragende Leistung gewesen, ein unvergessliches Erlebnis für alle und habe für viel entschädigt. Doch leider sei es auch ein Wendepunkt gewesen. (hier verabschiedete sich auch seine Stimme) Die Verletzungen führten dazu, dass man in einen negativen Strudel geriet und die Klasse nicht halten haben können. Man habe einen Neuanfang eingeleitet, die Mannschaft habe tolle Ergebnisse erreicht und viel Freude bereitet, dafür danke er Andre. (Beifall im Publikum, nachdem oben der Schulte Satz nicht wirklich Beifall gebracht hatte.)

Er danke der Mannschaft für neuen Teamgeist. Man habe viel Freude an der Mannschaft und sei begeistert, was für Spieler man ausgebildet habe. Dies sei auch ein Erfolg des Jugendbereiches. In der Zertifizierung habe man nicht so abgeschlossen, wie man sich das gewünscht habe, man müsse einige Dinge nachbessern, man habe aber auch einen großen Schritt nach vorne gemacht. Nächstes Jahr habe man dann eine weitere Prüfung und dann hoffe man zertifiziert zu werden.

Man wolle, dass die Strukturen nachhaltig werden und man weiter gut arbeiten kann. Man müsse auch vieles im letzten Jahr kritisch sehen, es sei nicht immer leicht gewesen, man habe heikle Themen gehabt. Man habe die Sozialromantiker und ihre Themen sehr ernst genommen. Man habe Lösungen entwickelt und müsse diesen Weg weiter bestreiten. (Worten Taten folgen lassen, sage ich jetzt mal)

Die Mitgliederentwicklung sei sehr erfreulich. Man sei nun bei über 17.000 Mitgliedern, der größte Teil davon in der AFM. Dafür vielen Dank. (Er begann sich zu wiederholen. Nun etwas für Taktikfüchse unter euch: Wenn ihr in einem Verein der Chef seid ohne eine eigene wirkliche Machtbasis, mit wem lege ich mich dann nicht an? Richtig mit der größten Abteilung. Ist zumindest taktisch äußerst unklug.)

Aber man muss auch mahnen, denn man hätte nur noch 10,03 Prozent Jugendliche Mitglieder. Dies sei zu wenig und wenn man unter 10 % fiele, dann bekäme man ein Problem. (Bzw. muss auf einen Zuschuss verzichten. Schwieriges Problem, nur wenn ich dann höre, dass es Abteilungsleitungen gibt, die sich gegen aus ihrer Mitgliedschaft entwickelte Jugendkonzepte wehren, dann bekommt man Hautausschlag.)

Man habe ein Qualitätsmanagement durchlaufen und sei nun der erste Profiverein, der nach ISO 9001 zertifiziert sei. Dieses Ergebnis sei aber nur ein Zwischenschritt, man werde nun weiter jährlich überprüft und dann werde man in drei Jahren noch mal überprüft. (Ich kann da so gar nix zu sagen, ich kenne mich da nicht aus und ich habe auch schon gehört, dass so etwas kompletter Schrott sein soll. Der nächste sagt dann, wie toll das ist.)

Er bedauere von ganzem Herzen, dass es zu der Meldung des Frauenfußballteams gekommen sei. Er wolle um Entschuldigung bitten. Die Autonomie des Amateurvorstandes wolle man voll und ganz respektieren. (Bereits hier erwähnt: Es ist wahrscheinlich Bodo zu verdanken, dass hier nicht Amateurabteilungen mit dem Messer aufeinandergestürzt sind.)

Man habe große Projekte vor sich, man wolle den eingeschlagenen guten Weg weitergehen. Stadionweiterbau, Kollaustraße seien große Projekte. Man habe sich bisher nicht dazu entschieden, das Vereinsmuseum unter der Gegengerade mit einziehen zu lassen. Dies koste 800.000, man müsse dies noch final klären. Auch beim laufendem Betrieb müsse man noch klären, wie der sich tragen wird. Her brauche man die Zusammenarbeit aller um das zu realisieren. (Ich begreif das irgendwie nicht. Überall lese ich, dass Vereinsausstellungen sich lohnen und unser Museum soll sich nicht lohnen? Dabei sind die Exponate doch schon gesichtet und sortiert durch die Jahrhundertausstellung. Und 800.000 erscheint mir nun keine Summe, die man nicht noch irgendwo herholen könnte. Gerade in diesem Moment läuft hier eine Mail auf mit der neusten Zeichnung von Fanräume, es läuft mir gerade kalt den Rücken runter, ich glaube das wird cool.)

Man sei im ständigen kritischen Dialog mit der Fanszene, man treffe sich regelmäßig, auch um Probleme zu verhindern. (Ist das so?)

Er dürfe das zwar eigentlich nicht sagen, aber die Anleihe habe bereits 4 Millionen eingebracht, danke für dieses Vertrauen. Man müsse auch einen Fankongress wieder organisieren, der Dialog sei noch lange nicht zu ende. (Er sprang da ein bisschen zwischen den Themen. Fankongress II ist absolut zu begrüßen.)

Er danke allen Ehrenamtlichen, die dafür sorgen würden, dass der Verein mit seinen Sparten funktioniere. Er danke auch USP für den gelungenen Neuanstrich der Süd (es gab ein deutlich hörbares Gemurmel an diesem Punkt. Wer die Ultrapublikationen verfolgt, der kann es sich ungefähr vorstellen.) und für den Hans-Frankenthal Preis, der die hervorragende antifaschistische Arbeit auszeichne. Zuletzt danke er allen Mitarbeitern, wir alle zusammen, wir seien St. Pauli.

(Fazit: Ein Redner wird er nie. Die Rede insgesamt wirkt aber unstrukturiert, nicht das Herz ansprechend und die reinen Fakten waren jedem schon bekannt. Mitreißen tut er nicht. Schon hier wird irgendwie eine mangelnde Vorbereitung deutlich, wenn ich auf den Schwerpunkt der Versammlung, nämlich die ganzen Anträge nicht eingehe. Der Rede fehlte Esprit, Feuer, alles. Daher blieb es auch bei relativ wenig Beifall zwischendurch und auch am Ende war der Beifall äußerst übersichtlich. Was mir auffiel: Aufsichtsrat und auch Bodo wurden namtlich nicht genannt. Es gab keine Wortmeldungen, was ich erstmal bemerkenswert finde.)

Der Kassenprüferbericht / Reporte für Reporting

Dr. Kai Scharff (KS) ergriff nun das Wort, einer unserer Kassenprüfer und ein geübter Schnellsprecher, daher extrem schwer mitzuschreiben. Er wolle nun den Prüfungsbericht vorstellen, man habe den Schwerpunkt auf die materielle Prüfung der Buchführung und eine stichprobenartige Prüfung der Belege gelegt. Man habe sich einen Überblick über die Liquidität verschafft und die Verträge der St. Pauli Gruppe (sehr schöne Bezeichnung) geprüft. Man habe die Planung auf Plausibilität geprüft und der Gesamteindruck sei positiv. Die Buchhaltung und das Controlling mache einen guten Eindruck und alle Fragen seien gut beantwortet worden. (Man, wenn das ein Kassenprüfer sagt, dann ist das ungefähr die Absolution, das größte Lob und überhaupt. Man muss einfach mal folgendes sagen: Das wird von der Truppe um Michael Meeske (MM) gut bearbeitet. Bei aller – berechtigten – Kritik, die Basisarbeit wird gut erarbeitet. Muss nur endlich mal für den Rest auch gelten.)

Mit dem Prospekt habe nun eine breite Öffentlichkeit Überblick über die Verhältnisse. (Man fragt sich nebenbei, warum so etwas nicht laufend möglich ist und aus jedem Pubs im Notfall ein Staatsgeheimnis gemacht wird.)

Er gebe nun einen Überblick. In der Saison 10/11 habe man 33,6 Milliarden (hat er wirklich so gesagt und führte zu spontanem Beifall und „Weltherrschaft“ Rufen, er korrigierte sich dann) Millionen umgesetzt, dies sei eine Verdoppelung zum Vorjahr. Der Aufstieg und die Erträge der neuen Tribüne hätten dazu beigetragen. Man habe einen positiven Ertrag von 5,3 Millionen gehabt und habe nun bilanzseitig ein positives Eigenkapital von 5,1 Millionen und eine Kassenposition von 7,2 Millionen (und damit erstmal ordentlich Liquidität, das ist nebenbei die beste Nachricht, denn dieser Posten war immer wieder sehr dünn gewesen, auch in Jahren, wo es uns schon sehr viel besser ging. Ansonsten siehe oben.)

Man dürfe nun nicht in Euphorie verfallen, das Ergebnis sei auf Sondereffekte und eine Nichtzahlung der Nichtabstiegsprämie und Transfererlöse (Lehmann?) zurückzuführen. Man erziele so ein Ergebnis nicht Jahr für Jahr. Man habe nun Verbindlichkeiten von 27,4 Millionen, im Vorjahr waren dies noch 20,5 Millionen. Für die Steuern habe man 2 Millionen zurückgestellt. Das entsprechende dagegenstehende Vermögen sehe man in der Bilanz des Vereines nicht, weil dieses in Tochtergesellschaften gehalten werde. (Das ist nebenbei das Hauptargument für eine konsolidierte Bilanz.)

Zwar sehe das Gesetz keinen Zwang zur konsolidierten Bilanz vor, aber es sei trotzdem immer noch die Empfehlung der Kassenprüfer. Das es bisher nicht gelungen sei, ist dass man in zeitliche Zwänge durch das Prospekt und eine BP gebunden gewesen sei. Zwar habe man durch das Prospekt nun einen sehr guten Einblick, trotzdem erneuere man die Empfehlung, eine konsolidierte Bilanz einzuführen und begrüße die entsprechenden Anträge. Schwierig sei nur der Wortlaut, man müsse der Transparenz gerecht werden und den Verwaltungsaufwand begrenzen. Daher sollte man keinen gesetzlichen formellen Konzernabschluss erstellen, sondern ein eigenes System finden. Man habe dies mehrfach besprochen. (Bereits hier: Ganz schwach, dann gegen die beiden vorhandenen Anträge zu argumentieren und keinen eigenen vernünftigen am Start zu haben. Das fand ich eher schwach.)

Weitere Empfehlungen seien, dass man ein Reporting auch für die Verträge und für die Planung einführe, Ziel müsse es sein monatlich immer auf dem Stand zu sein. Das entsprechende EDV-Tool sei schon angeschafft, man hoffe auch bald auf eine Nutzung. (Begreift man auch irgendwie nicht. So etwas – nicht gerade billiges – wird angeschafft und dann wird es nicht genutzt.)

Wichtig sei auch ein besseres Vertragsmanagement, wo man schnell einen Überblick über Leistungen, Fristen und Auswirkungen auf die Ertragslage des Vertrages hat. Das wäre ein Wunsch für die Zukunft (bei 33 Millionen Umsatz nun wirklich keine Sache, die man nicht haben sollte. Wir sind ein mittelständisches Unternehmen, ob man das nun wahr haben will oder nicht.)

Bemängeln müsse man das Reporting der Mitgliederverwaltung. Die Rechnungen von ARV seien nicht selbsterklärend und nur mit einen hohen Aufwand nachvollziehbar. Bei 15.326 Mitgliedern (Stand Ende des Geschäftsjahres) müsse man sich fragen, ob es nicht sinnvoller sei, die Mitgliederverwaltung wieder in den Verein zu holen und nicht von einem externen Dienstleister erledigen zu lassen. (Man muss dies wahrscheinlich wirklich fragen. Bei aller Vorsicht, sich Personal aufzubauen ist bei der jetzigen Mitgliederzahl und der Steigerung in den letzten Jahren irgendwann ein Punkt erreicht, wo man die wirklich durch eigenes Personal erledigen könnte. Würde vielleicht auch mal dazu führen, dass man nicht immer zweimal eine Adressänderung mitteilen muss. In den Mitgliederlisten fiel echt auf, wieviele Leute eine falsche Adresse angegeben haben und da sind Leute mit Dauerkarte und bezahlten Beiträgen bei.)

Es habe eine steuerliche BP gegeben für die Jahre 2003/2004 bis 2008/2009. Die BP habe zu einem Mehrergebnis von 200.000 Euro geführt, das mag sehr hoch klingen, sei es aber nicht, weil man die Entwicklung sehen müsse. Für den Betrag sei auch eine Rückstellung gebildet worden. (Es wurde von niemanden genauer drauf eingegangen, aber aus meiner eigenen beruflichen Erfahrung finde ich ein Mehrergebnis von 200.000 Euro bei einer Betriebsprüfung schon bemerkenswert. Das ist hoch, insbesondere wenn man bedenkt, dass wir in diesen Jahren keine Gewinne machten und damit auch keine Ertragssteuern zahlen mussten. Aber: In diesen Jahren war ja auch die Kritik der Kassenprüfer an gewissen Problemen immer wieder sehr deutlich. Da kommen wahrscheinlich auch diese Prüfungsergebnisse noch her.)

In der BP wurde die Zuordnung der männlichen Fußballjugenden problematisiert. Die Lösung des Präsidiums führe zu einer Minimierung der Steuerlast, würde aber die besondere Philosophie der AFM, die sich erheblich von Fanmitgliedschaften anderer Vereine absetze. (Ich habe mich ehrlich gesagt nie damit beschäftigt, wie andere Vereine das mit ihren passiven Mitgliedern machen. Ich wusste nicht, dass unser System so besonders ist. Ich finde es aber gut. Alles weitere siehe dann bei Rede Alex Gunkel (AG) und beim entsprechenden Antrag.)

Man habe sich auch den Soll/Ist Vergleich angesehen auch für das aktuelle Jahr und es gibt keine Abweichungen. Man habe auch die Lohn/Finanzbuchhaltung, die Abrechnung der Freundschaftsspiele angesehen und habe keine Beanstandungen. Ebenso habe man bei den Tochtergesellschaften stichprobenartig geprüft. Beim Jubiläum habe man keine Beanstandungen, es habe selbst einen Gewinn von 25.000 Euro gegeben. Die Abteilungen würden alle ordentlich buchführen und die Sachen seien nachvollziehbar. Man habe eine Qualifizierung durchgeführt und die sei sehr positiv gewesen. (An dieser Stelle nebenbei vielen Dank, dass auch die Fanräume Kassenwärtin da mitmachen durfte und uns seitdem mit den Empfehlungen konfrontiert.)

Es gebe trotzdem noch ein paar Anmerkungen: 1. einige Abteilungen haben kein Kassenbuch, aber dies ginge nur, wenn es wirklich keine Bareinnahmen gebe. (eher unwahrscheinlich) 2. Die Originalbelege müssten in der Geschäftsstelle abgeliefert werden, wenn man wirklich die selber bräuchte, dann müsste man Kopien machen. 3. Man muss Reisekostenrechnungen erstellen, eine Zahlung gegen Tankbelege ginge nicht. 4. man müsse auf den richtigen Rechnungsadressaten achten. (ach ja, die üblichen Kämpfe eines Vereines. Reisekosten haben wir bei Fanräume nicht, aber sonst kennen wir das alles so oder so ähnlich.)

Er wolle die AFM positiv hervorheben, da würden Kassenstürze gemacht, Geldtransitbelege gemacht, Reisekosten gut abgerechnet und so weiter. (Rest kann ich bei mir nicht mehr lesen. Wer Andy kennt, der weiß, was für ein Korinthenkacker er in solchen Fragen ist und das muss man sein als Kassenwart ;-))

Es gebe keine größeren Beanstandungen. In der Zukunft wolle man die Schulung wiederholen, weil sie positiv angekommen sei. Er wolle sich bei den Mitarbeitern auf der Geschäftsstelle bedanken, auch bei den ganzen ehrenamtlichen Mitarbeitern. Die Kassenprüfer würden dem Aufsichtsrat die Entlastung des Vorstandes empfehlen.

Der Bericht des Aufsichtsrates / Lobbyisten? Haben Fans eine Lobby?

Es spricht zu uns Dr. Christoph Kroeger (CK). Auch nach 101 Jahren würde es im Verein nicht langweilig werden. Vielleicht bekäme man ja im Mai eine kleine Feierlichkeit reingereicht, man hätte nix dagegen, weil man ja ganz gerne gut feiere. Die Mannschaft müsse sich da nicht zurückhalten. (Es ist erstaunlich, wie wenig Begeisterung die eigene sportliche Lage zur Zeit in diesem Verein verbreitet. Eigentlich ist das schon wieder eine sehr gute Voraussetzung für einen Aufstieg. Auch hier blieb großer Beifall aus.)

Es würden aber auch Lobbyisten zu Tage treten, mit so etwas sei man lange nicht konfrontiert worden. Deren Einfluss sei in seiner Wahrnehmung hinderlich und Lobbyisten hätten auch schon versucht Einfluss auf Projekte zu bekommen, man müsse da aufpassen. (Auch auf spätere Nachfrage wollte er diese Sätze nicht weiter erläutern und daher bleibt ein fader Beigeschmack, denn es wäre ohne weiteres möglich dies auch als Kommentar zu den Jolly Rouge Protesten zu verstehen. Keine Ahnung, wovor er hier warnen wollte, der höchsten Versammlung des Vereines hätte eine gewisse Konkretisierung gut getan.)

Im Aufsichtsrat habe man nun für die folgenden Infrastrukturprojekte eine Deckelung auf 20 Millionen Euro beschlossen. Wichtig bei den Projekten sei die Funktionalität und die Sicherheit der Bauten. Man habe die Finanzierung so gestaltet, dass auch ein gewisser Zeitraum 3. Liga möglich sei. (Das bezweifele ich ganz stark. Ich glaube nicht, dass ein Aufenthalt in der 3. Liga bei dem Verschuldungsvolumen wirklich überlebbar ist, außer man beginnt jetzt wirklich Rücklagen zu bilden, was ich bei einem Fußballverein per se bezweifele.)

Man habe sich schleichend vom Ansparmodell entfernt und den Schwerpunkt auf die Finanzierung des Sports gelegt. Dies sei mit Wissen des Aufsichtsrates geschehen. Eine Rückkehr sei nun unwahrscheinlich, da sie mit Kürzungen im sportlichen Bereich einhergehen würde. Man müsse daher auch den Schaden sehen, wenn nun Business Seats zurückgebaut würden, entscheidend für eine Beurteilung sei das Verhältnis Sitz zu Steh und dies habe nach dem Bau der Gegengerade ein vernünftiges Verhältnis. Man habe daher der Beauftragung des Bauunternehmers für die Gegengerade unter Vorbehalten (!!!!) zugestimmt.

(Hier hat er meines Erachtens einen der größten Kardinalfehler der jüngsten Vergangenheit am Wickel, ein Kardinalfehler, den wir nun 20 bis 30 Jahre fressen oder ihn nur unter Schmerzen aufbrechen können. Die Abkehr vom Ansparmodell zu einem Verschuldungsmodell und der schnelle Bau der Haupttribüne. Das kann man alles so machen, aber hier ist für mich die Vereinsöffentlichkeit viel zu wenig mitgenommen worden und sie wollte auch viel zu wenig mitgenommen werden. „Corny baut das Stadion“ war die Losung und erst hinterher und damit zu spät wachten viele Leute auf und merkten, was da gebaut wurde. Man hätte vor dem Bau der Haupttribüne diskutieren müssen, ob man diese Abkehr will und auch bereit ist, die Folgen (Business Seats in Massen auf Jahre fest) zu tragen. Der Traum von einer Business Seat freien Südkurve, den muss man nicht mehr träumen. Dieser Zug ist abgefahren. Und dies konkret deutlich und klar vor dem Bau der Haupttribüne zu benennen, dass hat jeder in diesem Verein versäumt. Viele dachten beim Bau der Haupttribüne ja noch, dass dies aus den angesparten Geldern erfolge. Die es in diesem Moment eben nicht gab. Schon gar nicht für die relativ teure Haupttribüne, die eigentlich zuletzt geplant war. Insgesamt ist die Kostenentwicklung doch sehr bedenklich. Waren zu Beginn nur zwei Tribünen im 10 Millionen plus X Bereich geplant, werden nun wohl alle Tribünen an dieser Marke kratzen bzw. sie brechen. Das Stadion wird ein verdammt teurer Spaß.)

Der Konflikt um die U 19: Wenn man diese in den wirtschaftlichen Bereich einordne, dann könne eine Förderung nicht erfolgen. Die ersten Gespräche habe es im Februar gegeben, nachdem es den Hinweis aus der BP gegeben hätte. Danach habe es keine weiteren Gespräche mehr gegeben, wie der Aufsichtsrat auf Nachfrage erfahren habe. Im Herbst habe man eine Vorlage des Präsidiums bekommen, dieser habe der Aufsichtsrat zugestimmt (das ist aus meinen Aufzeichnungen nicht klar, daher mit Vorsicht lesen), erst danach habe es wieder Gespräche mit der AFM gegeben. Dies sei unglücklich, obwohl keine Entscheidung ohne die AFM habe fallen sollen. Die AFM diene der Förderung des Nachwuches (er zitierte die Abteilungsordnung), jedes Mitglied wisse, dass die Spenden in klare und sinnvolle Projekte fließen, dies sei bei der Suche nach Steuerreduktionsmöglichkeiten nicht honoriert worden. Ganz sicher müsse die Hoheit bei der AFM Abteilungsleitung liegen, wer könne besser beurteilen, welches die Interessen ihrer Mitglieder seien? Nicht ein Geschäftsführer und nicht das Präsidium.

Man könne die Kollau nicht selbst finanzieren, wenn man die U 19 in den wirtschaftlichen Betrieb einordne, dann würde die Fördermöglichkeit der AFM von 40 % der Investitionssumme auf 10 % der Investitionssumme fallen. (Wenn man mal bedenkt, dass das wichtigste in der Denke des Vorstandes doch ist einen möglichst großen sportlichen Etat für die 1. Mannschaft aufzustellen, dann muss man sich das mal reinziehen, denn die fehlenden 30 % müssten nämlich genau aus diesem kommen. Und das alles um in einem Jahr mal Steuern zu sparen.)

Woher man diesen Betrag habe nehmen wollen, sei nicht klar, denn Konzepte würden fehlen. Gleiches gelte für das Jugendtalenthaus. Es fehle an der Kommunikation, der größte Teil war gedanklich im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb und da werde die AFM nur als Störfaktor empfunden, obwohl sie zum Erfolg beitragen würde. (Ich habe mir dann „kein Vorwurf“ notiert, ich weiß aber nicht in welchem Zusammenhang.)

„Wir sind keine Privatgesellschaft, die auf Gewinnmaximierung gerichtet ist, sondern ein Sportverein“ (mal wörtlich zitiert. Der Kernsatz seines Vortrages und sehr deutlich. Jetzt ist das juristisch nicht ganz richtig, aber es ist wohl jedem klar, wie er es gemeint hat und dann ist es richtig und um das mal deutlich zu sagen: Muss für den FC St. Pauli auch richtig bleiben. Es gab lauten Beifall.)

Der Konflikt um die Frauenfußballabteilung sei überraschend gekommen. Erst habe man als Aufsichtsrat das für ein Missverständnis gehalten, aber dann sei es doch mehr gewesen. Die Autonomie der Abteilungen dürfe nie in Frage gestellt werden, man unterstütze daher den entsprechenden Antrag und bitte zuzustimmen.

Das Präsidium müsse sehen, dass die sporttreibenden Abteilungen und die AFM Herz- und Seele des Vereines sein und man diesen mit Respekt und Entgegenkommen begegnen müsse. Der Aufsichtsrat werde dies ganz genau beobachten. (Ich erinnere in diesem Zusammenhang noch mal daran, dass wir ein gemeinnütziger Idealverein sind und in einem solchen müssen die gemeinnützigen Tätigkeiten dem Verein „das Gepräge“ geben. Wenn man also alles auf den Profifußball optimiert, dann wird das irgendwann äußerst problematisch.)

Die Nutzung des Clubheimes sei immer noch ungeklärt. Immerhin habe es am 04.11. ein Treffen gegeben. Man wolle eine Nutzung durch die Amateurabteilungen und die jetzige Situation sei unbefriedigend. Man hoffe bis zum Frühjahr eine Lösung zu haben. (Das ist ein ganz trauriges Kapitel, denn der Verein verschenkt hier mit vollen Händen Geld. Da baut man im Nachklang zu der ersten Planung noch eine volle Küche ein, treibt dadurch noch die Kosten für die Süd in die Höhe und sieht sich nun außerstande Öffnungszeiten zu gewährleisten, die zu einer Nutzung führen würden. Dabei weiß jeder Wirt, wie lukrativ Clubheime sein können. Auch an Spieltagen ist reichlich Platz im Clubheim, was auch nicht Sinn der Sache sein kann. Mein Vorschlag: Bietet endlich an Spieltagen Brunch im hinteren Raum an und bindet so Leute frühzeitig im Clubheim. Und stellt Leute an, die durchgehend warme Speisen etc. gewährleisten. Eine ständige Fremdvermietung, wie es mal der heimliche Plan war, scheint es ja nicht zu geben, so dass es blauäugig wäre nur auf diese Karte zu setzen. Und schreckt nicht ständig Fanveranstaltungen mit Servicegebühren (man denke nur an den Auschwitzgedenktag) ab, sondern holt sie euch vielmehr offensiv in den Laden. Und wenn das alles nicht geht: Dann verpachtet den Scheiß innerhalb des Vereines. Es gibt genügend Leute mit Gastroerfahrung, die den Laden zum rocken bringen würden.)

Problematisch sei auch, dass Abteilungen Raumangebote von der Service GmbH nicht annehmen könnten, welche als „kostenlos“ bezeichnet würden. (Das ist insgesamt eine Absurdität sondergleichen. Wir sitzen hier im CCH 2, einem Raum, der ca. 1000 Leuten Platz bietet und wir haben einen Ballsaal, der angeblich genauso viele Leute fasst und zahlen doch nicht an uns, sondern an das CCH. Das muss mir mal jemand erklären, ich begreife es nicht. Und das die AFM in die Handwerkskammer ausweichen muss, ist genauso absurd.)

Die Jolly Rouge Kampagne ist nicht eingeschlafen, sie gehe immer noch weiter. Man müsse die Mitglieder vor die Führungsgremien packen und da sei eine deutlichere Positionierung notwendig, auch öffentlich. Man habe auch Hintergrundgespräche geführt, aber die hätten nicht den notwendigen Erfolg gehabt.

Man sei über die Gewalt im Fußball bestürzt. Gewalt im Fußball sei aber nix neues. Je mehr man berichte, je höher werde die Gewaltwahrnehmung, es werde mehr diskutiert und an vorneweg immer die GdP, die DFL diskutiere nun über Auswärtsfanverbote, Stehplatzabschaffung und Alkoholverbote. Das sei Unsinn, wenn man nun den Dialog abbreche, dann mache man genau das Falsche, entscheidend sei es, die Vernünftigen zu stützen und die Gewalttäter auf den richtigen Weg zu bringen.

Beim FC seien Gästefans grundsätzlich willkommen. (Also gibt es Ausnahmen?)

2011 sei durch viele Erfolge geprägt. Nach dem Verlust der Trainerikone, sei man erfolgreich in Liga 2 angekommen. Helmut Schulte habe gesagt, dass man selbst wenn man absteige besser da stehen wolle, als vorher und dies habe man erreicht. Man habe die Fehler vom letzten Abstieg nicht wiederholt. Dies sei auch der erfolgreichen Trainerfindung geschuldet, die geräuschlos vonstatten gegangen sei und man könne dazu das Präsidium und insbesondere Spieß nur beglückwünschen. (Man bemerke, dass Schulte in diesem Zusammenhang nicht genannt wird. Das ist meines Erachtens ein deutlicher Hinweis darauf, dass man den Sportchef nicht zwingend als Vorgesetzten des Trainers sieht.)

Es sei Schulte und Studer gelungen ein gutes Team zusammen zu stellen. Daraus müsse man nun eine Einheit formen. Der Anspruch sei unter den Top 25 in Deutschland zu stehen und dem wolle man gerecht werden. Dabei sei das Budget eingehalten worden, der Sportdirektor habe da seine Meinung und wolle naturgemäß mehr. Er sei natürlich immer der Meinung, dass er zu knappe Mittel habe, aber er wisse, dass in der Finanzsituation nicht alles machbar sei und überziehe sein Budget nur mit guten Argumenten. Auch dafür sage man Danke und freue sich schon auf die nächste Frage nach einem höherem Budget. (Das ist erstmal ein Lob, zeigt aber auch den üblichen Zielkonflikt in einem Verein und das ist ja auch okay, wenn das erstmal auf fairer Ebene abläuft und anscheinend auch komplett intern, denn ein „Ich will mehr Geld“ Gerberischer Prägung habe ich von Schulte noch nicht gelesen. Das ist angenehm und muss ihm ja auch mal deutlich als Plus ausgelegt werden.)

Der Erfolg 2010/2011 sei gewesen, dass man vielem widerstanden habe, obwohl man mehr Geld gehabt habe. Die Fehler 2001/2002 seien nicht wiederholt worden. Man habe ein ordentliches finanzielles Polster erarbeitet und dies aus der Bundesliga mitgenommen. Im neuen Etat habe man eine hohe Fremdfinanzierung und eine Unterdeckung von 790.000 Euro. (ARGH! Nebenbei: Wie wichtig wäre mal ein Weiterkommen im Pokal gewesen, denn alleine dieses hätte diese verfluchte Unterdeckung gut reduziert!) Dies könne man aus Reserven bestreiten, man wolle dies aber vermeiden. Daher wolle man einen Finanzrahmenplan machen, in denen sich dann auch die zukünftigen Etats bewegen sollen. Wichtig sei auch, dass man eine konsolidierte Bilanz bekäme.

Man habe in dieser Saison den höchsten Zweitligaetat der Geschichte, das werde man in der Saison danach nicht mehr darstellen können. Man habe eine Unterdeckung des Etats und die Einnahmen der Haupttribüne und der Südtribüne seien für den laufenden Betrieb verbraucht worden. Man habe anstatt der geplanten 3 Millionen nur 600.000 angespart, der sportliche Spielraum sei so höher, aber durch den Bau erhöhe man die Schulden deutlich. Nun habe man 20 Millionen, jetzt kommen noch mal 20 Millionen hinzu. So lange man im oberen Drittel der 2. Liga spiele, sei das gut finanzierbar, aber wenn nicht, dann bekäme man Probleme. Man binde sich also sehr an den sportlichen Erfolg. Bielefeld sei hier das mahnende Beispiel. (Diese Passage muss einem Angst machen. Obere Drittel heißt, dass man nicht länger schlechter als 6. der zweiten Liga stehen darf. Das ist ein sehr geringer Spielraum für Fehler und Probleme. Auch ist klar, dass wir bei einem verpassen des Aufstieges dieses Jahr Leistungsträger abgeben werden müssen, weil wir sie nicht weiter bezahlen können. Und weil wir Sondereinnahmen für den Etat 12/13 brauchen werden. Und dann gleichzeitig unter die ersten 6 der 2. Bundesliga kommen? Jedem sollte klar sein, was für ein Tanz auf der Rasierklinge unsere Finanzierung ist. Und man kann das noch etwas krasser sagen: Wenn wir auf der sicheren Seite sein wollen, dann sind wir zum Aufstieg verdammt. Und zum anschließenden mehrmaligen Klassenerhalt. Sonst kann uns schon eine sportlich miese Saison erhebliche finanzielle Probleme bereiten.)

Ein längerer Aufenthalt in Liga 3 sei nicht finanzierbar. Man habe sich nun auf eine Ansparverpflichtung mit dem Präsidium geeinigt, das soll etwas helfen. (Das will ich sehen, dass man wirklich Geld auf die hohe Kante legt. Ich würde gerne auch sehen, woher dieses Geld kommen soll, wenn man eine Unterdeckung des laufenden Etats fährt.)

Der Abschied vom ursprünglichen Stadionkonzept, die Umverteilung in den sportlichen Bereich, sie erfolgte schleichend und ohne Diskussion. Diese müsse jetzt erfolgen, der Bau und seine Finanzierung, der sportliche Erfolg das sei ein Spannungsfeld und widerstrebende Ziele. (Die Diskussion kommt meines Erachtens zu spät, denn mit den bereits jetzt beschlossenen Projekten haben wir uns doch schon Hals über Kopf verschuldet. Man hätte eine Diskussion führen können, auch auf dieser JHV, aber diese hätte dann heißen müssen: Verschuldung und Gegengeradenbau jetzt oder Ansparung und Gegengeradenbau in 3 bis 5 Jahren? Dies hat man – wie später noch zu Recht bemängelt wird – mit einem Baubeschluss, mit einer Prospektherausgabe kurz vor der JHV verhindert. Nun gehen wir ohne große Diskussion, ohne große Beteiligung der Vereinsöffentlichkeit den Weg von Aachen, Bielefeld, Duisburg etc. und hoffen, dass es bei uns klappt mit dem sportlichem Erfolg. Ich habe ehrlich gesagt große Angst. Und wir werden uns 2018 treffen und müssen dann sehen, ob das dann vorhandene Präsidium die Anleihe noch für eine so große Idee hält. Vieles wird davon abhängen, wie wir uns sportlich entwickeln. Ich sage mal: Bis 2018 ca. 3 bis 4 Saisons Bundesliga und alles ist in Butter. Alles darunter kann unsere Finanzierung sehr knapp machen.)

Die Zertifizierung nach ISO war sehr viel Arbeit. Man wolle mit dem Präsidium eine halbjährliche Tagung für Strategie halten, dies werde aber nicht umgesetzt bisher. Die Mitarbeit des Aufsichtsrates war situativ. So soll es nicht sein. Strategietreffen wurden abgesagt, dies bedauern wir. Man sollte dies dringend machen, wie die schleichende Abkehr, aber auch die Probleme mit der AFM und der Vermarktung zeigen würden.

Der Aufsichtsrat sieht sich bestätigt, dass die Erweiterung des Präsidiums richtig gewesen sei. Mit Woydt und Duve habe man echte Fachleute dazu bekommen. Die Arbeitsbelastung sei bei ehrenamtlichen Präsidiumsmitgliedern schwierig. Man brauche ein Gegengewicht zu dem Geschäftsführer, hier sei mehr Führung im Rahmen der Satzung gefragt. Man müsse die Leitlinienumsetzung einfordern. (Hier formuliert er zwei Dinge für mich. 1. eigentlich sollte man den Geschäftsführer entlassen, traut sich dies aber nicht. Denn er macht ständig das, was er will und nicht das, was er soll und 2. wir brauchen Hauptamtliche im Präsidium. Wobei letzteres bei unserem Verein gemieden wird, wie der Teufel Weihwasser meidet.)

Der Informationsfluss sei erfreulich, man sei noch nie so nah an der Detailarbeit gewesen. Das mache die Kommunikation nicht einfach. (Nie zufrieden, was?)

Man stehe auch in ständiger Kommunikation mit Abteilungen und Gruppen im Verein (er zählte unzählige auf und gratulierte in diesem Zusammenhang USP noch mal zu dem Hans Frankenthal Preis. Ich kürze mal.)

Man werde aber zuletzt bei der Danksagung mit einer Tradition brechen und nicht Susanne Lyss danken, sondern Susanne Neuenfeldt zu ihrer Hochzeit gratulieren. (Da kann man sich nur aus vollem Herzen anschließen, denn die gute Seele der Wagenburg (dazu später mehr) ist mit Geld nicht zu bezahlen. Beifall.)

Man schlage die Entlastung vor. Es wurde noch einmal nach den Lobbyisten gefragt, einer Erklärung kam nicht, die Angesprochenen wüssten, worum es geht. (Wir leider nicht. Siehe oben.)

Bericht des Amateurvorstandes / I like

(Ich musste dem guten Bodo am Anfang untreu werden, irgendwann braucht man vom Powermitschreiben eine Pause und daher musste ich mir kurz die Beine vertreten. Daher habe ich den Beginn der Rede nicht mitbekommen. Auch hatte ich dieses Jahr keine Assistenz, so dass ich niemanden mit Mitschreiben beauftragen konnte. Solche Pausen werden bei längerer Dauer der JHV immer notwendiger und spätestens beim Punkt Anträge begann ich auch im Saal hin und her zu wandern um mal etwas Frische ins Hirn zu bekommen.)

(Ich betrat den Saal wieder, als Bodo sich durch die Aufzählung der Abteilungen und ihrer Erfolge kämpfte…) Der Handball sei auf der Suche nach Nachwuchs. Die 1. Herren seien Hamburger Meister geworden und würden nun in der Oberliga Hamburg / Schleswig Holstein spielen. Die Heimspiele in der Budapester Straße seien immer gut besucht, die Halle immer voll. Am 11.12. gebe es das Spiel gegen HSV II (17 Uhr in der kleinen Arena im Volkspark. Wer an dem Tag nix vor hat: Alle hin da!)

Kegeln sei weiterhin auf der Suche nach neuen Mitgliedern. (Das ist eine aussterbene Sportart)

Der Radsport habe seine erste Tourenfahrt mit 700 Teilnehmern durchgeführt, man hoffe diese Kaperfahrt genannte Veranstaltung nun jährlich durchzuführen.

Rugby: Die Kinder- und Jugendabteilung habe großen Zulauf, man stelle eine U8 bis U15 und denke über eine U6 nach (Verwunderung im Publikum, wie in diesem Alter Rugby aussieht. Gibt es so etwas wie Flagrugby oder spielen die Kinder schon Vollkontakt?) Man habe einen Preis der Stiftung Leistungssport erhalten. Die Frauen seien Erste der Bundesliga Nord, die 3. Herren Staffelsieger, die 1. Herren Meister. (Es ist irgendwie immer wieder traurig, dass diese Abteilung sich so wenig als Teil des Ganzen sieht und auch so wenig eingebunden ist in das Leben der anderen Abteilungen. So eine Nummer wie die Frauenfußballnummer kann auch nur passieren, weil man nicht im gleichen Lebensumfeld existiert. Das ist jetzt nicht zwingend ein Vorwurf, aber es wäre irgendwie schön, wenn die Rugbyabteilung in den Restverein und seine Mentalität hereinwachsen würde.)

Schach: Man habe nun sieben Teams, die 7. Mannschaft habe zwei direkte Aufstiege hinter sich und spiele nun in der Bezirksliga. Man habe die St. Pauli Open zum zweiten Mal ausgespielt. (Schach gilt als Sport. Sagt die Abgabenordnung.)

Tischfußball: Mittwochs und Freitags werde nun Drehstangentischfussball gespielt. Ein Team sei in die 1. Liga aufgestiegen. Das Team „Fight Club St. Pauli“ (Begeisterung über den Namen. Die Finanzämter sind sich nebenbei bei Tischfußball und auch bei Dart immer noch nicht so 100 % einig, ob das nun Sport im Sinne der Gemeinnützigkeit ist und ob das damit steuerlich Gemeinnützig ist. Nachdem man sich zu Beginn mit Händen und Füssen gewehrt hat, schwingt das ganze aber nun eher in die Richtung, dass es sich bei beidem um einen Sport handelt. Ausgesungen ist dies aber noch nicht ganz, da es an Rechtsprechung zu diesem Thema eher mangelt.)

Tischtennis: Man spiele in der 1. Hamburger Liga. Aufgrund der ungeklärten Hallensituation nehmen man nur Zeit Frauen und Kinder in die Abteilung auf. (siehe schon oben, siehe auch unten, das ist verdammter Dreck alles)

Tor- und Goalball: Man habe sich um den Werner Otto Preis für Behindertensport beworben.

Triathlon: Es habe einen Wechsel in der Abteilungsleitung gegeben. Man plane für nächstes Jahr wieder einen Kindertriathlon. (Der Wechsel in der Abteilungsleitung hat dann nebenbei die Gründung der Marathonabteilung zur Folge munkelt man. Ich habe damit nebenbei nix am Hut, weil einige Leute das fragten. Ich halte eine Laufabteilung auch nur dann für sinnvoll, wenn sie sich wirklich auf alle Strecken von 100 m bis Ultramarathon konzentriert.)

Beifall und es folgten allgemeine Bemerkungen: Man habe 15.000 Euro als Amateurvorstand zur Verfügung für Unterstützungen. Man habe nur noch eine Jugendquote von 10 % und daran hängen Förderungen vom Sportbund. Diese Quote zu halten sei absolute Priorität (daran hängt nebenbei nicht die Gemeinnützigkeit, wie von einem Redner fälschlicherweise behauptet wurde. Aber Zuschüsse nimmt man ja auch gerne.)

Man habe mit Schulungen der Kassenwärte und Abteilungsvorstände begonnen, damit diese für ihre Aufgaben fit seien. Weitere werde man organisieren, die Finanzierung habe der Amateurvorstand übernommen. (Ich finde das gut, das ist sinnvoller als nachher Fehler ausbügeln zu müssen, die aus Unwissenheit entstanden sind.) Man habe einen VW Bus angeschafft, der jedoch aufgrund seiner Steuerbegünstigung nur für Abteilungszwecke genutzt werden könne, da aber von allen Abteilungen für einen Tagessatz von 15 Euro.

Man habe auf St. Pauli 8 Sporthallen, davon seien 4 in schlechtem Zustand und die Zukunft der Sporthalle bei der ehemaligen Pestalozzischule sei ungewiss. Man mache mit „St. Pauli braucht mehr“ weiter, bis die Politik merke, dass St. Pauli nicht nur ein Vergnügungsviertel sei, sondern auch Lebensraum, wo es ein Sportangebot für Bewohner geben müsse. (Ich habe da schon oben etwas zu geschrieben und ich bleibe dabei: Im Rahmen seiner Infrastrukturoffensive sollte sich der FC entweder eine bestehende Sporthalle bewirtschaften oder – noch viel besser – eine 9 aus eigenen Mitteln schaffen. Der Stadtteil würde es ihm danken. Und dann würde sich vielleicht elegant das 10 % Problem lösen, so dass diese Investition sich letztendlich auch lohnen würde.)

Man habe ein St. Pauliade Fußballturnier veranstaltet, welches VcA vor der Geschäftsstelle und USP gewonnen habe, er danke Dirk vom Knust, wo man die Abschlussparty gefeiert habe und dem Orgateam. (Ich finde so etwas gut. Das ist irgendwo Vereinsleben.)

Weiterhin habe man sich stark gegen den Schwarzmarkt engagiert. (Also insgesamt Bodo, der auf diesem Gebiet sozusagen eine one-man-task-force ist. Andere Vereine machen so etwas ja Hauptamtlich und bezahlen das.) Man sei dem Schwarzmarkt auf die Nerven gegangen, habe die Händler teilweise bis aufs Klo verfolgt und nicht selten deren Geschäft behindert. Teilweise sei einem auch ein Eins gegen Eins von den Händlern angeboten worden. Auf Ebay habe man viele Schwarzmarktkäufe aufgedeckt und habe auch Stadionverbote und Ehrenratsverfahren erwirkt. Er danke den Fanclubs, insbesondere der G.A.S., den Spinnern und der Sankt Pauli Mafia für ihr Engagement. (Das letzteres kein Fanclub ist, sei mal geschenkt.)

Man habe Flyer gemacht, die vom Präsidium, der AFM und dem Amateurvorstand gesponsort worden seien. Leider gehe das Geschäft der Betrugsmaschine weiter. Das die Preise hoch seien, interessiere auf diesem Markt niemand, man müsse da weiter aktiv sein. Im Foyer gebe es auch eine Ausstellung zu diesem Thema (war sehr spannend und sollte noch mal gezeigt werden). Da es häufig nur Karten für Dauerkarteninhaber und Mitglieder gebe, müsse man auch sehen, woher das Angebot käme. (Das ist und bleibt ein Thema an dem man dran bleiben muss. Und das nicht einfach ist, durch Ebay, durch nur schwierig zu implementierende Weiterverkaufsverbote oder ähnlichem in AGB.)

Nun zu dem Konflikt um die Frauenfußballmannschaft. Man könne der Abteilung Frauenfußball keinen Vorwurf machen. Fehler hätten viele andere gemacht, zunächst einmal habe er falsch beraten, er habe der Abteilungsleitung geraten, etwas nicht abstimmen zu lassen und so habe das seinen Lauf genommen. Es ging um die Frage des Leistungsprinzips und so habe man versucht ein Leistungsteam anzumelden und nach der Absage des Amateurvorstandes und der AFM habe er gedacht, dass das Thema vom Tisch sei. Dann sei das Thema wieder aufgekommen, weil die plötzlich von der Rugbyabteilung gemeldet worden seien, dann wieder zurückgezogen worden seien und dann plötzlich vom Vorstand gemeldet worden seien. Dies sei aber nur mit Zustimmung des Amateurvorstandes möglich. Es habe dann eine große Runde gegeben mit Präsidium, Aufsichtsrat, Ehrenrat und den beiden Abteilungen. Man habe dann eine gutachterliche Klärung vereinbart. Das betroffene Team habe sich dann zum ETV verabschiedet. Das Gutachten habe man dann trotzdem erhalten, was gezeigt habe, dass man falsch gehandelt habe. Es habe dann kein gutes Verhältnis zwischen Präsidium und ihm gegeben. CK habe angeboten zu vermitteln, so dass Stenger und er sich dann zum Vieraugengespräch (Gelächter und „so Eins gegen Eins“ Kommentare) getroffen haben. Sie beide hätten feststellen müssen, dass sie zu doll in ihre beruflichen Muster verfallen seien. Stenger der Anwalt, Bodo der Betriebsrat. Man sei aber nicht dazu da, diese zu pflegen, sondern um den FC zu stärken. Man habe sich geeinigt, einen Ansprechpartner im Präsidium zu schaffen, damit so etwas nicht noch mal geschieht. (So ganz klar wird mir das trotzdem alles nicht, alleine deswegen schon nicht, weil ich immer noch nicht begreife, wie man auf die Idee als Präsidium kommen kann, das alles über die Köpfe hinweg zu entscheiden.)

Am 28.11.11. werde sich eine neue Abteilung, die Marathonabteilung mit dem Motto „Alle auf die Straße“ neu gründen, damit werde man sich noch breiter sportlich positionieren. (Wie schon angemerkt, ich halte eine reine Marathonabteilung für unsinnig. Einen Lauftreff für Straßenläufe an sich halte ich für sinnvoll. Gerade wenn man einen Trainer mit entsprechenden Laufkursen beschäftigen kann. Das dies natürlich auch Folge der Kampfabstimmung in der Triathlonabteilung ist und die beiden Abteilungen sich in ihrem sportlichen Inhalt überschneiden, singen die Spatzen auch lauthals vom Dach.)

Als Ziel habe man sich gesetzt, alle Ordnungen zu überarbeiten, die Fortbildung wieder anzubieten und das Jugendproblem zu lösen. Er wünsche einen schönen Abend und wünsche uns, dass uns der Himmel nicht auf den Kopf fällt. (Ich mag Bodos Reden, sehr sachlich geblieben, eigene Fehler eingestanden. Immer kritisch, aber immer im Sinne einer Lösung bemüht. So soll Vereinsarbeit laufen. Und dabei immer uneitel rüber kommend. Das bekommen andere nicht hin. Wortmeldungen blieben aus.)

Bericht des AFM Vorstandes / Alle Könige der Welt…

(Normalerweise würde ich jetzt was zu essen holen und AG den Saal beschallen lassen, aber ich hatte die AFM Versammlung verpasst und es gab wichtige Themen. Also Stift gezückt und ab geht es.)

Er wolle versuchen sich kurz zu fassen, er wolle kurz die Arbeit an den Projekten umreissen und einen größeren Teil der Zusammenarbeit widmen.

Man habe sich bei der Mitgliederwerbung letztes Jahr sehr zurückgehalten. Man habe den Taschenspielplan verteilt und auf einigen Plakaten geworben, aber ansonsten habe man den Drive aus dem Bundesligaaufstieg ausgenutzt und sei nicht selbst aktiv geworden. Dies solle nun aber wieder anders werden. Bei der letztjährigen JHV habe man 7.953 Mitglieder gehabt, jetzt sei man bei 9.666 (Teufelswerk. Ich will jetzt hier nicht den Propheten raushängen lassen, aber ich hatte mal gesagt: So viele Mitglieder, wie das Stadion Plätze hat, dies muss das Ziel sein und dies sei auch erreichbar. Dafür bin ich mal ausgelacht worden. Mit irgendwas um die 17.000 Mitgliedern sind wir so weit davon gar nicht mal mehr entfernt.)

Das seien 20 % mehr, was ein Rückschritt sei, denn in der Saison 09/10 habe man eine Steigerung von 65 % gehabt. Auch nach dem Abstieg eine Euphoriewelle und ein Mitgliederzuwachs und dies ohne Unterstützung des Restvereines oder seiner Tochtergesellschaften, die uns gerne verschweigen würden. Aber man wachse auch ohne diese weiter. (Hier bereits kommt etwas durch, was sich wie ein roter Faden durch die Rede zieht, der Klang des irgendwie unsachlichen und auch die Verallgemeinerung „Restverein“ ist typisch. Und das ist – bei den besseren Argumenten, die er in vielen Dingen hat – einfach überflüssig und unnötig. Gerade wenn man vorher Bodo gehört hat, tritt hier ein deutlicher Kontrast auf. Klar, inhaltlich hat er in vielem einfach Recht, aber an der Darstellungsform muss er ab und zumal arbeiten. Ihr werdet das später noch an konkreten Beispielen sehen.)

Man verwalte nun einen Millionenetat. Man habe letztes Jahr den Abteilungszweck erweitert, habe sich aber bei der Bedienung des neuen Abteilungszweckes sehr zurückgehalten. Man habe das Sommerfest, die Bemalung der Kurve und die Fahrt zum Alerta Turnier unterstützt. Dieses Jahr werde man dafür mehr ausgeben, weil in Hamburg wieder das Alertaturnier stattfinde. Man würde gerne auch das Museum unterstützen, aber da würden sich die Entscheider leider zurückhalten. (siehe oben)

Die Kollaustraßenpläne habe man schon letztes Jahr intensiv vorgestellt. 3 Plätze, ein Kunstrasenplatz, Rasenheizung und die Erweiterung des Funktionsgebäudes seien geplant oder auch schon umgesetzt. Von den 1,2 Millionen, welche die AFM nach ihrer Beschlußlage beisteuern solle, seien bisher 179.000 geflossen. (Wer jetzt Dreisatz rechnen kann und aufgepasst hat, der weiß, dass 1,2 Millionen 40 Prozent der Gesamtkosten sind. Er kann sich also auch die Gesamtkosten ausrechnen. Ich als juris non calculat kann so etwas naturgemäß nicht.)

Im Talenthaus habe man einen weiteren Mitarbeiter für die sozialpädagogische Betreuung gesucht und auch eingestellt. Man finanziere darüber hinaus die Unterbringung von Spielern in Gastfamilien und das Ausbildungsprojekt. Das Young Rebels Magazin sei auch schon erschienen, den Mitgliedern zugeschickt worden und werde beim nächsten Heimspiel auch verteilt. (Alles super cool und da kann man als Mitglied nur stolz sein in der AFM zu sein. Das YR Magazin ist außerhalb eines Druckgestanks auch wieder sehr gut geworden, falls ihr es noch nicht habt: Besorgen! Einziger kleiner Kritikpunkt ist, dass die Damenjugenden nicht wie die Herrenjugenden im großen Stadion fotografiert wurden und ich das als eine gewisse Abstufung empfinde, die nicht sein muss und nicht sein darf.)

Weiterhin finanziere man Ausstattung und Renovierung des Leistungszentrums, zusätzlich einen Koordinator für die U 7 bis U 13, einen Konditionstrainer und einen Mentaltrainer. Und eine Scout (ich meine auch für gewisse Mannschaften, aber da war er zu schnell für mich). Dazu noch Trainingslager, Videoanalyse, Glückspielprävention (!) und andere Jugendabteilungen wie z.B. Rugby und Mädchenfußball. Gerade beim Mädchenfußball werde eine tolle Arbeit geleistet und man verfolge die Ideale des FC über das sportliche hinaus. (Frauenfußball: Wirklich eine coole Abteilung, welche auch die Erste ist, die sich ein Selbstverständnis über das sportliche hinaus gegeben hat. Sehr schön zu sehen, was da gewachsen ist und was da weiter wächst. Und gut, dass auch so etwas von der AFM gefördert wird.)

Darüber freue man sich und die Abteilung brauche keine Einmischung von anderen. Es sei etwas naiv vom Präsidium gewesen, da ohne den Hauch einer Absprache reinzuregieren. Wahnwitzig werde es aber, wenn man bedenkt, dass es vorher noch eine Sitzung gegeben habe, wo man beschlossen habe, dies dem Frauenfußball selbst zur Regelung zu überlassen.

Die Zusammenarbeit mit Aufsichtsrat, Kassenprüfern und Ehrenrat sei reibungslos gelaufen und auch die Zusammenarbeit mit HS sei angenehm, vertrauensvoll und auf Augenhöhe. (Das in dieser Aufzählung das Präsidium fehlt, ist eigentlich logisch, aber was verwundert ist, dass der Amateurvorstand fehlt. Ich meine auch nicht, dass ich das nicht aufgeschrieben habe, sondern dass es wirklich so gesagt wurde. Muss man nix reininterpretieren, kann man aber.)

Zum Präsidium: Dies seien angenehme Menschen, man fühle sich ernstgenommen, habe ein gutes Gefühl und dann passiert doch nix. Dies sei eine neue Qualität, in der Vergangenheit sei mit einem nicht einmal gesprochen worden. (Das ist soweit ich es verstehe nicht mal Ironie. Das ist so gemeint.)

Ähnlich verhalte es sich mit der Geschäftsleitung. Man habe nette Gespräche, aber dann herrsche eine Wagenburgmentalität, es werde zwischen extern und intern getrennt, wobei die AFM Abteilungsleitung extern sei. Wenn man einen Geschäftsstellenschlüssel haben wolle, dann müsse man dies erklären, man stehe häufig vor verschlossenen Türen. (Das kann man ganz stark hinterfragen, denn ich hoffe, dass JEDER der einen Schlüssel für die Geschäftsstelle haben will erklären muss, warum gerade er ihn braucht. Oder es ein abstraktes Konzept gibt, wer einen bekommt und wer nicht. Mein allgemeines Mißtrauen gegenüber Menschen sagt, dass man ein Büro, wo auch vertrauliche Unterlagen liegen, möglichst verschlossen hält. Und nein, das Abschließen einzelner Schränke, einzelner Büros funktioniert in der Praxis nicht. Daher ist der Vortrag so in seiner Allgemeinheit einfach falsch ist. Was jetzt nicht heißt, dass das Verlangen nach einem Schlüssel per se unberechtigt ist, das weiß ich natürlich nicht, die AFM Abteilungsleitung mag GUTE GRÜNDE haben einen solchen zu bekommen. Ebenso hätten ich mir bei den Stichworten „Wagenburgmentalität“ und „intern/extern“ eine Konkretisierung gewünscht. Er spricht hier ausdrücklich von Geschäftsleitung und nicht von Geschäftsstelle, so dass er wenigstens die komplette Verallgemeinerung vermeidet (die nebenbei auch Menschen wie Sven absolut nicht gerecht gewesen wäre) aber trotzdem bleibt hier die Gefahr der Konturlosigkeit. Inhaltlich mag er bei diesen Gedanken Recht haben, denn es ist nicht das erste Mal, dass man solche Sachen hört und – ich versuche mich mal in eine halbwegs neutrale Formulierung zu flüchten – in dem Denken einiger leitender Mitarbeiter eine starke Fokussierung auf den Profifußball, dessen Belange und dessen Mitarbeiter herrscht.)

Ein Austausch finde nicht statt, man bekomme keine Informationen und auch mal eine Email zu schicken findet nicht statt. Bei den Arbeitskarten müsse man durch die heilige Inquisition (da bin ich mir nicht ganz sicher, ob das so zusammengehört, ich habe da ein Wort zu wenig aufgeschrieben), das führe dazu, dass der Assistent der Abteilungsleitung mehr Berechtigungen habe, als die Abteilungsleitung, weil er gleichzeitig Angestellter des Vereines sei.(sorry, aber so ist das einfach nur „ich will aber“ mit Fußaufstampfen. Auch hier gilt: Hast du einen guten Grund für einen Punkt auf einer Arbeitskarte, dann wirst du ihn auch bekommen, aber nur weil dein Assistent aus einem ganz anderen Grund einen Punkt bekommt, bekommst du ihn noch lange nicht. Nur weil dein Assistent mehr darf als du, das ist kein guter Grund aus meiner Sicht. Erneut: Das heißt nicht, dass die AFM Abteilungsleitung nicht eventuell wirklich einen guten Grund für eine Arbeitskarte hat, das kann und will ich nicht beurteilen. Disclaimer: Der Autor besitzt als Viva Mitarbeiter eine Arbeitskarte, wie alle anderen ehrenamtlichen Viva Mitarbeiter auch.)

Eine reine Werbeanzeige der AFM in den Medien sei nicht gewünscht, man wolle das Radio auf der Seite haben, sich aber nicht an den Kosten beteiligen und dann erfahre man so beiläufig, dass der AFM Container vielleicht schon zum 4.1. den Neubauvorbereitungen weichen müsse, auch von Fassadenarbeiten direkt vor dem jetzigen Büro erfahre man nicht. So etwas koste Stunden und man habe den Eindruck, dass man die Abteilung nicht möge. (Werbeanzeige: Klar muss der Gesamtverein hier auf einen Ausgleich zwischen Sportabteilungen und AFM achten, aber das muss doch mal möglich sein eine AFM Anzeige abzudrucken, das geht nicht. Auch gerade, weil es doch erstmal wichtig ist, Leute in den Verein zu holen. Sehr viele Leute waren doch erst AFM Mitglied und haben dann erst die Herrlichkeit von Bodos Reich gesehen und sind in eine der Amateurabteilungen gewechselt. Klar muss man hier Befindlichkeiten des Amateurbereiches beachten, aber so uneitel, wie sich der Amateurvorstand gibt, müsste das doch möglich sein. Die restlichen Punkte sprechen von einer unglaublich schlechten Kommunikation mit der AFM. Das ist schwach von den Menschen, die mit der AFM kommunizieren müssten. Den Wahrheitsgehalt kann ich natürlich nicht nachprüfen, die Darstellungen wurden aber nicht widersprochen im Laufe der Veranstaltung.)

Dies alles könne die AFM nicht mehr schocken. Kleinigkeiten seien dies nicht, wie man bei den Jugenden gemerkt habe. (Ich stelle seinen Vortrag ab jetzt ein bisschen um, da ich hier nur Satzfetzen notieren konnte und seine Formulierungen nicht mehr hinbekomme): Die AFM habe von Anbeginn an alle Jugenden gefördert. Wenn man nun die A Jugend dem wirtschaftlichem Bereich zuordne, dann wäre eine Förderung illegal. Zwar könne man die Kosten dann dem wirtschaftlichem Bereich zuordnen, was Steuern reduzieren könne. Die Betriebsprüfung habe nun gefordert dies eindeutig zu regeln, weil dies in der Vergangenheit nicht erfolgt sei. Der Prüfer habe selbst vorgeschlagen, dies dem ideellen Bereich zuzuschlagen. Dies sei im März gewesen. Damit dachte man, dass Thema sei beendet und es lägen die Voraussetzungen für den Abteilungszweck und die Förderung weiter vor. Im September habe es dann ein Gespräch zwischen Aufsichtsrat und Kassenprüfer sowie der AFM gegeben. Da wurde dann ein Beschluss des Präsidiums vorgelegt aus August, dass die A Jugend dem wirtschaftlichem Bereich zugeordnet werden solle. So könnten die Kosten natürlich steuersenkend geltend gemacht werden, aber die A-Jugend sei auch der größte Teil der Förderung gewesen. Es sei ärgerlich, dass man sich bei dieser Entscheidung anscheinend nicht mit der Abteilungsordnung der AFM und der Historie der AFM auseinandergesetzt habe. Diese Entscheidung hieße, dass alle bisherigen Projekte ausgeschlossen seien, die man bisher finanziert habe. Was man dann mit den 700.000 Euro habe machen sollen? Der Vorschlag sei gewesen, dass man alle anderen Jugendausgaben übernehme, dies sei aber nie der Anspruch gewesen, dass man eine Geldansammelstelle sei, die dann das Geld nur an die sportliche Leitung weitergebe. (Ich habe das nun mal so ausführlich, wie es mir möglich ist wiedergegeben, denn dieser Darstellung wurde von den Fakten nicht mehr widersprochen! Es war beinah zu befürchten, dass irgendwann dieser Konflikt kommt, nämlich der Konflikt, dass man Geld haben will, aber kein reinreden. Das dies nicht sinnvoll ist, wenn man FC St. Pauli heißt, ist ja wohl klar. Auch ist es nicht sinnvoll, dass sich der Gesamtverein, der wirtschaftliche Teil insgesamt aus der Jugendförderung stielt. Auch ich halte es für sehr sinnvoll die AFM als Bonus zu sehen, als Projektfinanzierer, die Sachen finanziert und ermöglicht, die eben aus dem laufendem Betrieb nicht zu machen sind. Wenn man so will: Steine statt Beine. Und so lange wir ein unzertifiziertes Jugendzentrum haben, so lange wir einen Sporthallenmangel haben, so lange müssen wir auch nicht über die Sinnhaftigkeit dieser Philosophie diskutieren. Daher hier vollkommene Zustimmung. Es gab deutlichen Beifall.)

Man stelle sich nur vor, die Amateurfußballherren sollten sich aus Steuerersparnisgründen nicht mehr ihrem Abteilungszweck nachgehen, sondern Panini Bilder tauschen. (Wisst ihr, warum ich Politik nicht mag? Weil dort Polemik immer noch oben drauf sein muss und ich hasse Polemik. Ebenso hier. Die Argumentation vorher ist so etwas von überzeugend, dass man sich diesen Teil sparen kann aus meiner Sicht. Aber sehr politisch, das war er.)

Man sei auch deswegen bei seiner ablehnenden Meinung geblieben, weil die Zahlen der Steuerersparnis nicht belastbar gewesen seien. In der Kalenderwoche 42 (das ist der 17 bis 23 Oktober) sei dann ein Terminvorschlag mit einem Kompromissangebot gekommen und ein Termin am 5.11.11. Der Kompromissvorschlag sei gewesen, dass man die A-Jugend in den wirtschaftlichen Bereich eingliedern würde. Darauf habe man dann nicht mehr geantwortet, sondern den Antrag gestellt, dessen Begründung später noch erfolge. (Wichtig ist: Dem Sachverhalt wurde nie widersprochen. Das ist schon bemerkenswert.)

(Beifall. Es ist schon bemerkenswert, wie übel mit einer Abteilung umgegangen wird, die einen Millionenetat verwaltet und welche die Größte ist. Ich habe schon mehrfach geschrieben, dass ich mit der Arbeit in der AFM sehr zufrieden bin. Kritische Fragen muss sich jeder gefallen lassen, der Macht ausübt, aber die Grundrichtung stimmt.)

Der Ehrenrat / Ehre wem Ehre gebührt

Manfred Heinzinger (MH) enterte die Bühne und begann, dass es bei ihm nicht so brisant werde. Man freue sich über die gute sportliche Entwicklung und wolle auch Jörn Großkopf zum direkten Wiederaufstieg gratulieren. (Es ist bemerkenswert, dass dieser Fakt nicht vom Präsidium erwähnt wird. Ich will ja nichts sagen, aber bei einem Verein, der ein Ausbildungsverein sein will, kann auf so etwas gerne auch mal ein Präsident eingehen.) Auch die gezeigten Leistungen in der Regionalliga sind sehr ansprechend. Gleiches gilt für die Jugendteams, die alle in den höchsten Ligen spielen. (Auch ein Fakt, den man in einem Ausbildungsverein vom Präsidium doch mal hören könnte.)

Man sei in 3 Streitfällen angerufen worden, davon seien 2 schwebend. Der Schwarzhandel sei ein Thema gewesen. Insgesamt habe man 6 Fälle mit einem Stadion- und einem Erwerbsverbot gehabt. Der Ehrenrat prüfe dann den Vereinsausschluss. Drei Mitglieder seien dem mit einem freiwilligen Austritt zuvor gekommen, ein Mitglied sei ausgeschlossen worden. Bei zwei Mitgliedern sei eine Geldstrafe schwebend. (Das ist in unserer Satzung vorgesehen als Strafmittel.)

Bei den Glückwunschkarten habe man aufgrund der 10 jährigen Jubiläen und des Mitgliederzuwachses vor genau 10 Jahren einen enormen Anstieg verzeichnen, man habe dieses Jahr 1539 Glückwunschkarten verschickt, die immer noch von einem Präsidiumsmitglied und einem Ehrenratsmitglied unterschrieben werden. (Ich kandidiere nie für den Ehrenrat, was für eine Sauarbeit. Ich freue mich ja auch schon auf die 25jährigen Ehrungen in 13 Jahren. Da wird es schwierig alle auf die Bühne zu bitten, die kracht dann zusammen.)

Man wolle Susanne für die Unterstützung danken. Bei Ehrungen bitte man die Abteilungen eventuelle Ehrungen sofort zuzuleiten und dafür den Vordruck zu nutzen. (Behörde allez ;-))

(Beifall, Ende, aus.)

Die Entlastungsarien

Die Präsidiumsentlastung ging ohne wirkliche Gegenstimmen (ein oder zwei) durch, es gab ein paar Enthaltungen, aber die waren nicht irgendwo im Schwerpunkt zu erkennen. Die Entlastung des Amateurvorstandes dann mit einer Gegenstimme, wobei nicht wirklich klar ist, ob der nicht einfach nur zu langsam war beim Kartenrunternehmen und einer Enthaltung im Rugby. (Wie immer: Der gespielte Witz, dass die Versammlung den Amateurvorstand entlastet, da sie keinen Rechenschaftsbericht im Sinne eines Kassenberichtes bekommt. Aber egal.)

Die Wahl der Kassenprüfer / Grashoppers Fan

Die Amtszeit von Kai Scharff war abgelaufen, wir mussten neu wählen. Das erstaunliche: Keine Zeitvorgaben, die Kandidaten waren alle sehr schnell. Dokumentieren wir also die Reden:

Lutz Beck: 44 Jahre sei er alt, aus Hamburg Eimsbüttel (ich notiere mir wirklich „HH-Eimsbush“, noch Fragen?) Er sei seit Februar Mitglied und beruflich Steuerprüfer/Wirtschaftsprüfer. In seinem Beruf würde er maritime Wirtschaft, Vereine und Stiftungen, sowie Unternehmen im öffentlichen Bereich beraten. Er hoffe behilflich sein zu können. (Ja was soll man sagen: Es ist schon erstaunlich, dass auf einen Posten, der einen Inhaber hat, der wiedergewählt werden kann, dass sich darauf drei weitere Leute bewerben. Dabei ist doch gerade bei solchen rein administrativen Posten ohne eigene Lenkungsmöglichkeit die Gefahr sehr groß, dass der Amtsinhaber wieder gewählt wird.)

Sven Claßen: Als die Stelle ausgeschrieben wurde, hätte er sich nicht vorstellen können, dass sich 4 Leute bewerben. Er könne nicht sagen, dass er fachlich besser sei als die anderen Kandidaten. Er habe drei persönliche Dinge, die für ihn sprechen. Er sei Angestellter, er mache das also nicht um Kunden zu gewinnen oder ähnliches, weiterhin sei er unabhängig, er kenne keine der handelnden Personen und er habe die Leidenschaft, er sei seit 2001 auf der Gegengerade, ein Refugium für ihn. Er sei seit 10 Jahren eines der 9666 AFM Mitglieder.

Kai Scharff: Er sei Steuerberater, Kassenprüfer des FC, Dozent, Autor, Prüfer der Steuerberaterkammer, er sei der, der dort immer die doofen Fragen stelle. Er ist im Stadion seit 1989 und seit 10 Jahren Mitglied. Seine Töchter seien Rabauken Gründungsmitglieder, dies sei eine tolle Einrichtung, man könne die Kinder so gut heranführen. (Ich könnte mich jetzt über das Rabaukenkonzept auskotzen, aber dann werden das hier noch mehr Seiten, als es so schon werden.)

Man habe schon viel erreicht und zusammen mit Markus (der Kassenprüfer, der nicht zur Wahl stand) seien die Schulungen eingeführt worden. Er wolle weiterhin mit Wissen helfen, Ziel solle es sein endlich eine konsolidierte Bilanz vorzulegen und das Problem mit der U17 und U19 zu lösen. Auch die Schulung der Kassenwärte soll fortgeführt werden. Wenn man mit ihm zufrieden sei, dann bitte er um eine erneute Wahl. Packen wir es an.

Und gerade als man sich so langsam in den Sesseln zurücklehnte, leicht vor sich hin dämmerte ob der vielen gesprochenen Worte ohne wirkliche Highlights, da kam er, Roland Tschäppeler: Gruzi, ja er sei Schweizer, sehr geehrte Damen und Herren, dies sei keine feindliche Übernahme, man müsse auch kein Schwitzerdütsch lernen, er spreche hochdeutsch mit Akzent. (Ach sonst hätten wir den FCSR Schweizer als Übersetzer verpflichtet.) Er liebe Fußball, in der Schweiz sei er Grasshoppers Fan. (Es kam zu lauten Buhrufen. Das hat schon was, sich als Grasshoppersfan auf die Bühne zu stellen. So einen Plan von wer mit wem hat er also nicht so wirklich. Mein Kommentar: Wenn der mehr als eine Stimme bekommt, dann lasse ich den Saal räumen.)

Er wohne im Kanton Zürich, habe eine Bankausbildung, habe sich dann weitergebildet und sei nun Präsident der „Richtungskommission“ (zumindest habe ich mir das aufgeschrieben). Er interessiere sich für den Kassenprüfer, weil das ein guter Einstieg in den Klub sei und er so die Leute kennen lernen könne und mit ihnen erfolgreich zusammenarbeiten könne. Die Distanz sei kein Problem, er könne immer kurzfristig nach Hamburg kommen und habe hier auch beruflich zu tun. Er wolle Bindeglied sein und vermitteln.

Die Anwesenheit / 19:10

Die um 19:10 Uhr (haha guter Gag) ermittelte Anwesenheit ergab: 919 Mitglieder anwesend, 904 davon stimmberechtigt. (Das ist zwar eine erhebliche Steigerung vom Jahr zuvor, aber in einem Verein mit 17.000 Mitgliedern immer noch viel zu wenig.)

Die Ehrungen / Früher

SO und MH teilten sich den Job und es gab auch viel zu ehren. Für mich immer noch einer der Höhepunkte. Zur Zeit sind die Ehrungen für Mitgliedsdauer ja noch überschaubar, aber auf die JHVen so um 2024 freue ich mich schon, denn dann wird da immer ein ordentlicher Mob stehen und sich ehren lassen wollen. Und wenn der Verein dann zu feige ist, dass auf den JHVs zu machen, dann randaliere ich.

In den 25 Jahren drei bekannte Namen: Der Chef der Turbojugend wurde genauso geehrt wie Christian Hinzpeter und Christian Pothe.

40 Jahre hatten vier Mitglieder absolviert.

50 Jahre erreichen Karl Schweppe und Horst Fökisch (Namen stimmen definitiv nicht, dafür war es zu unruhig im Saal. Ich müsste 72 Jahre alt werden, wenn ich das erreichen will.)

Die Ehrenmitgliedschaft für 60 Jahre erhielten Georg Huck, Willy Warmke und Alfred Wollung (Namen erneut ohne Gewähr, aber hier dann standing Ovation und das zu Recht. Ich finde so etwas cool, da kommt mein Herz für deutsche Vereinsmeierei durch. ;-))

Dann die Leistungsehrungen, erstmal für die nicht sportlichen Leistungen, hier seien Winfried von Rutkowski für dutzende Dinge und Manuela Pritsch für 25 Jahre Bowling Jugend. Peter Dwars ist da schon 40 Jahre tätig und 10 Jahre im Sportbund. Die genauen Ehrungen habe ich nicht aufgeschrieben.

Ehrenmitglieder wurden: Hermann Klauck (Standing Ovation). Die Laudatio hielt dann MH und meinte, dass Klauck den meisten als Chorleiter des Alten Stamms bekannt sei. Dies mache er aber nur nebenbei. Er sei 1972 in den Verein eingetreten, habe dann eigentlich nur seinen Sohn als Betreuer begleiten wollen, dann sei er aber Obmann geworden und später bei den Amateuren tätig gewesen. Dann sei er als Manager tätig gewesen und sei nun bei der U23 gelandet. Dort jahrelanges Engagement und ohne ihn wäre die U 23 nicht das, was sie heute ist. Er habe auch durchgehalten, als die U 23 nicht im Fokus stand. Nebenbei habe er Spielern auch häufig noch eine Ausbildung bei seinem damaligen Arbeitgeber Raffay vermittelt. Der prominenteste war Christian Rahn. Man könne sich nur bedanken, dass man so einen beständigen Menschen im Verein hat.

Ebenso Ehrenmitglied Wolfgang Kreikenbohm. 1976 eingetreten Er war da, als man abgestiegen sei und das Ende drohte. Er habe 1979 für die Präsidentschaft kandidiert und diese zwischen 1979 und 1982 inne gehabt. Dies sei ein Himmelfahrtskommando gewesen. Man habe 3 Millionen Schulden gehabt (lächerlich eigentlich, aber das waren halt auch andere Zeiten) und mit Tricks und Ideen habe er die Insolvenz vermeiden können. Auch für Trainingsmöglichkeiten sorgte er, als er in Zeiten von keinem Geld seinen Ponyhof für ein Trainingslager zur Verfügung stellte. Treffen finden dort bis heute statt. Er habe es damals geschafft, dass das Finanzamt 2/3 der Schulden erließ. In den 90er Jahren mischte er noch mal im Aufsichtsrat mit. In früherer Zeit war er häufig Moderator bei Vereinskonflikten, so z.B. bei dem Konflikt zwischen dem Aufsichtsrat und dem Präsidium vor einigen Jahren. (Gerade wenn man das Jahrhundertbuch liest, dann ist diese Ehrenmitgliedschaft absolut verdient. Auch, dass er bis heute bei Konflikten moderieren will, habe ich nun auch schon häufig gehört und das ist ja auch sehr ehrenwert.)

Otto Paulik ebenso Ehrenmitgliedschaft: 1978 eingetreten, nach einem Jahr sei er dann Präsident geworden. Er habe den Verein durch die schwierigen Wasser der 80er Jahre geführt, viel umschifft und dann die Rückkehr in die 2. Bundesliga und in die Bundesliga zu verantworten. Auch die 12jährige Verbindung mit dem Deutschen Ring als Sponsor sei sein Verdienst. Er hatte große Pläne und sowieso die ersten Stadionbaupläne. Sein Sportdomeprojekt ist dann am Widerstand des Viertels und der Fans gescheitert. Auch seine Söhne haben im Verein gespielt und einer ist auch im Aufsichtsrat tätig gewesen. Seine Frau habe mit dem Verkauf von selbstgebackenem Kuchen habe den Begriff Kuchenblock geprägt.

(Schon in der Rede merkt man, dass das schon etwas zwiespältiger ist, unumstritten war Paulick nie und in dieser Zeit sind ja auch einige Fehler gemacht worden, aber es war auch eine sehr chaotische Zeit des Umbruchs. Und es war bewegend, wie ein körperlich schwacher Mensch auf die Bühne kam und sich über diese Auszeichnung wirklich freute und man ihm ansehen kann, wieviel ihm dies von seinem Verein bedeutet.)

Otto Paulick führte dann aus, dass man 1979 keinen Kassenprüfer gefunden habe und so eine JHV beenden musste ohne überhaupt einen Prüfer zu haben. Umso überraschter sei er, dass man nun schon vier Kandidaten habe. Wenn das damals schon der Fall gewesen wäre, dann wäre man jetzt wahrscheinlich deutlich weiter. Noch eine kurze Bemerkung wolle er zu dem Kuchenverkauf machen. Es habe mal ein Spiel gegen Göttingen 05 gegeben, da habe man am Ende mehr Geld durch den Kuchverkauf gehabt, als durch Eintrittsgelder und habe so wenigstens einen Teil der Gehälter der Ligaspieler habe zahlen können. (wie wenig Leute müssen da bitte wieviel Kuchen gefressen haben? Zeitzeugen vor!)

Dann die sportlichen Ehrungen, die ich hier nur grob zusammenfassen will. 4. Herren Staffelmeister in der höchsten Klasse, die 6. Herren Pokalsieger und Meister in der Staffel. Die Schachabteilung zweimal aufgestiegen, die Handballherren Hamburger Meister und nun in der Oberliga HH/SH am Start. Die U 19 Fußballer sind aufgestiegen, die SG RWU der Bowlingabteilung ist in die 2. Liga aufgestiegen, die U 23 der Fußballherren ist aufgestiegen und hat am 10.11.12 das Spiel gegen die Müllverbrennungsanlage (Werbung, wahrscheinlich auch mein erster Besuch der 2. Mannschaft in diesem Jahr.)

Das Ergebnis der Kassenprüfer / Saal räumen!

Abgegeben wurden 837 Stimmen, davon waren 820 gültig. (Das finde ich bemerkenswert bei einer Wahl, wo man einfach nur ein Kreuz machen soll 17 ungültige Stimmen ist schon ziemlich viel. Hier also the votes of the CCH Jury:)

Kai Scharff: 585 (was über 69 % der Stimmen ist und damit mehr als deutlich)

Sven Claßen: 157

Roland Tschäppeler: 51 (Ich fasse es nicht.)

Lutz Beck: 27

Die Anträge / Andere wären für die Nummer erschossen worden…

Es war 21:53 als wir uns dem interessantesten Part der Versammlung widmeten. Die Anträge wurden aufgerufen.

Die Satzungsänderungsanträge

Keine weiteren Ehrungen

Es wurde nur die schriftliche Begründung noch mal verlesen und der Antrag dann mit wenigen Gegenstimmen und Enthaltungen relativ einmütig angenommen. Der FC wird also in nächster Zeit keinen Ehrenpräsidenten bekommen. Auch die Möglichkeit Ehrungen wieder zu entziehen ist nun ausdrücklich in der Satzung vorgesehen und dies auch Posthum. Hier fand sich nur eine Gegenstimme und 3 Enthaltungen.

Stellungnahmen zu wirtschaftlichen Themen

Wurde abgelehnt. Mir ist ehrlich gesagt auch nie klar gewesen, was der Antragsteller wirklich erreichen wollte. Natürlich ist es immer schwierig Sachen nachzuvollziehen, wo plötzlich Zahlen genannt werden, die niemand so wirklich nachvollziehen kann. Und wir werden später noch zwei Anträge beleuchten, wo einfach so Zahlen in den Raum gestellt werden. Aber ich sage es mal deutlich: Wenn ich nicht zumindest grob eine Zahl nachvollziehen kann, dann glaube ich sie nicht ohne eine Erläuterung. Trotzdem muss diese auch ohne vorheriges Einsichtsrecht und Formalisierung in eine Versammlung eingebracht werden dürfen. Mal ganz davon ab, dass in dem Antrag Fristen einfach nicht zu den anderen Fristen in der Satzung passten.

Ausgliederung

Eigentlich hatte ich bei diesem Punkt mehr Brisanz erwartet und wurde dann überrascht. Gregor und René hatten ihren Antrag vorgetragen, noch mal detailliert begründet, da geht Stenger ans Mikrofon und hält nicht etwa eine Gegenrede, sondern erklärt, dass man diesen Antrag ausdrücklich unterstütze. Dementsprechend wurde er ohne Gegenstimme und wenigen Enthaltungen angenommen. Umso erstaunlicher ist diese Unterstützung wenn sich Spieß nur zwei Wochen später auf die Frage nach der Ausgliederung im Abendblatt wie folgt zitieren lässt: „Ich mag diesen Begriff nicht. Es geht nicht darum, im Sinne der 50+1-Regel auszugliedern und einem weißrussischen Investor Tür und Tor zu öffnen. Aber wir müssen andere Organisationsformen finden, bei denen der Verein sich wiedererkennt, wenn er in den Spiegel schaut. Mit einer Variante aus dem Handbuch für Manager geht es nicht. Ich möchte eine Lösung, dass der wirtschaftliche Bereich den Verein und seine Abteilungen nicht negativ beeinflussen kann.“ und auf Nachfrage sagt, man wolle nun mit Aufsichtsrat einen neuen Anzug schneidern. Wie soll dieses Konzept denn aussehen, wenn man gerade eben eine ¾ Mehrheit dafür eingebaut hat? Das will ich sehen. Entweder das Präsidium ist sehr blauäugig, sehr überzeugt ein tolles Konzept zu haben oder die eine Hand weiß nicht, was die andere macht.

Amateurabteilungen

Bodo liest seine schriftliche Begründung vor, Wortmeldungen gibt es nicht und so ist die Klarstellung, dass jede Abteilung nur für IHRE Sportart zuständig ist in der Satzung. Ich habe nur etwas Angst, dass das ganze gleich den nächsten Konflikt aufmacht, denn wenn man das zu dogmatisch sieht, dann darf die Triathlon Abteilung keinen Marathon veranstalten, geschweige denn Leute für einen Marathon melden.

AFM Abteilungleitungsgröße und Zweck

Kurz eine formelle Anpassung der Vereinssatzung an die Abteilungsordnung. Ohne weitere Diskussion angenommen.

Lustig war dann aber noch, dass Hanner kurz anmerkte, dass der Fehler im Zweck Bodo aufgefallen sei. Da aber dieser auch schon zwei Anträge gehabt habe, habe er nun auch zwei.

Konsolidierte Bilanz

Zu diesem Thema gab es zwei Anträge, die beide auf einen formellen HGB Abschluss hinausgelaufen wären. Das wollte sowohl der Kassenprüfer, als auch das Präsidium nicht. Ich bin da ehrlich gesagt nicht klug genug, als dass ich die Auswirkungen wirklich beurteilen kann. Wie schon oben angemerkt finde ich es sehr schwach, dass die Kassenprüfer keinen eigenen – dann richtigen – Antrag bereit hatten, denn überfällig finde ich eine Konsolidierte Bilanz allemal.

Für das Präsidium sprach TW, der folgendes zu Protokoll gab: Man habe die einmalige Situation, dass es hier zwei Anträge gäbe, die das gleiche wollten. Man wolle auch die konsolidierte Bilanz, aber man habe das wegen der BP und der Anleihe und den Verhandlungen für die Fremdfinanzierung und die Bürgschaft (!!!!!!!!!!!! Das wird hier zum ersten erwähnt. Das war eigentlich zu erwarten, dass wir eine Bankfinanzierung erneut wieder nur durch eine Bürgschaft bei der Stadt Hamburg (vermute ich jetzt mal so frech) hinbekommen. Ist natülich auch nicht so perfekt, wenn man z.B. einen Streitpunkt mit ihr haben wird beim Bau der beiden restlichen Tribünen. Ich sage nur: Polizeiwache de Lux oder Polizeiwache genauso wie unbedingt notwendig. Was ist, wenn unsere geliebte Hansestadt wie folgt argumentiert: Klar bekommt ihr eure Bürgschaft, aber wir bekommen auch unsere 800 qm Polizeiwache mit Garage für die Wasserwerfer.) nicht geschafft.

Man könne dies aber vertreten, da man durch das Anleiheprospekt offen und transparent sei. Man stehe nackt hier und das sei nur bei 5 oder 6 Vereinen im Profifußball so, auch wenn auch dort nur die Einzelabschlüsse vorhanden seien. Kai habe zu Recht auf die Notwendigkeit hingewiesen, das wollen alle. (Ja aber bei diesen Absichtserklärungen bleibt es. Warum wette ich jetzt schon, dass man 2012 uns dann die Gründe erzählt, warum das auch dieses Jahr leider nicht ging.)

Man müsse nur definieren, was man vorlege, denn Konsolidiert hieße ja nicht zwingend nach HGB, man müsse das klar definieren und das sei der Auftrag für die nächste JHV. (Das will ich sehen.)

Hier hätte er auch enden können, aber es folgte noch die Werbeeinblendung für die St. Pauli Anleihe, die ich nicht mehr ganz mitgeschrieben habe. Dabei erwähnte er, dass bisher 60 % der verkauften Anleihen Schmuckanleihen gewesen seien und der höchste Einzelbetrag 50.000 Euro gewesen seien. (Was das zeigt: Zielgruppe unerfahrene Kleinanleger, die nicht das finanzielle als Anreiz haben, sondern die emotionale Bindung an den Verein und das „die ist doch hübsch“. Spekulation des Vereines: Niemand zerschneidet so eine schöne Anleihe um seine Zinsen zurück zu bekommen. Ich muss meine Vorbehalte nicht wiederholen. Der Ausflug in die Werbung wurde später auch noch mal aufgegriffen und kritisiert.)

MH ergänzte dann noch mal, dass man bei einem HGB Abschluss zwei bis dreifache Kosten habe als bei einem konsolidierten Jahresabschluss. (Die Aussage ist zumindest ein bisschen zu hinterfragen, denn vorher klang es so, als ob noch gar nicht klar sei, wie genau denn nun der Abschluss aussehen solle. Aber bei 2 bis 3 mal soviel bleibt natürlich ein gewisser Spielraum.)

Die Anträge wurden dann abgelehnt. Lustig dabei war, dass der eine Antragsteller nicht anwesend war. Das finde ich immer komisch. Jetzt mal Krankheiten ausgenommen, warum stelle ich einen Antrag, den ich dann gar nicht vor Ort ausfechten will. Das passierte noch zweimal und da frage ich mich dann doch, was so etwas soll.

Sonstige Anträge / Susi beginnt

Es war dann schon einmal 22:39 und wir begannen mit den sonstigen Anträgen.

Verbot von erotischem Tanz

Snief verlas den Antrag und der wurde dann weiter von Til begründet. Der FC sei ein Profiverein, der sich als Ausbildungsverein sehe. Er habe Kinder und Jugendliche als Fans in ganz Deutschland. Sein Image wurde durch seine Fans geprägt. Transportiert werde dieses Image auch durch die Medien, die darüber berichten würden, was am Millerntor passiere. Dabei müsse der Fokus auf dem Fußball liegen, nur so könne man seiner Verantwortung gerecht werden. Da gebe es Lücken, die man schließen müsse. Es seien Parallelwelten entstanden, die erst von den Medien transportiert werden und dann erst der Fußball und diese mehr interessieren würden, als Fans und Fußball. Der Verein sei Teil des Stadtteils, aber kein 1 zu 1 Abbild dessen. Er sei kein Ort wo man alle Spielarten des Stadtteils abbilde. Man habe im Prospekt das Besondere herausgestellt und müsse sich diese Alleinstellungsmerkmal erhalten.

(Es gab Kritik an dieser Begründung. Ich kann die nicht nachvollziehen. Natürlich ist eine Argumentation über Jugendschutz, aber auch über richtige Orte für eine Tätigkeit in einer linken aufgeklärten Denke immer ein Tanz auf dem Drahtseil. Dieses Drahtseil ist aus meiner Sicht hier aber nicht verlassen worden. Ich will das jetzt nicht wirklich bis zum Ende ausführen, denn dann müsste ich hier einen Exkurs über Jugendschutz im aufgeklärten Denken einfügen, der auf Seite 26 dieses Berichtes ungefähr noch mal 26 Seiten hätte. Nur zu argumentieren, dass so ähnlich auch die katholische Kirche argumentieren könnte, ist zu kurz gegriffen. „Du sollst nicht töten“ dürfte dann ja für jemanden, der diese konservative Denke ablehnt auch nicht mehr gelten, weil die argumentieren ja so. Das man hier sehr lange auf die sexistische Grundader solcher Veranstaltungen eingehen kann, sieht man in der folgenden Diskussion, die unter dem Motto „Ich bin so frei, blamieren und Spaß dabei“ lief.)

Beginnen durfte unser Präsident: Er habe nur mal eine Frage, für ihn sei das zu weit gefasst. Was sei mit Beachvolleyball? Bademoden? Dürfe sich noch ein Stürmer ausziehen?

(Kollektives sich an den Kopffassen in meinem Bereich. Es zeigt aber schon, wie die Sportart des Beachvolleyballes von Männern wahrgenommen wird. Ich formuliere es mal so: Für die sportliche Leistung der Damen interessieren sich wahrscheinlich die wenigsten Herren (und wahrscheinlich ist das bei den Herren und den zuschauenden Damen genauso). Schlimm genug, dass diese Randsportart auch noch durch Kleidungsvorschriften und entsprechendes Rahmenprogramm genau diese „Gelüste“ bedient um Aufmerksamkeit zu gewinnen.)

Wie könne man dies gleichsetzen? War die Antwort des Antragsstellers. SO meinte dann, dass er es begrüße, wenn es gegen Sexismus sei, dies aber zu Allgemein sei. (Tumulte im Saal.)

Es folgte in diesem Spiel Uwe Doll. Er würde ein dagegen begrüssen, hier würde ein Toleranzbegriff verwendet, der doch sehr einschränke. Wenn Fans jeden anderen Lebensentwurf ablehnen würden, dann wäre das nicht gut. Der Verein sei Teil des Stadtteils, der von seiner Vielfalt und Toleranz bekannt sei. Es sei nicht richtig, die Sexindustrie nicht mitzunehmen. Er denke, dass man die mitnehmen müsse. So sei des nicht akzeptabel und nicht angemessen für den Verein, zu dem er gehöre. (Erstmal: Ein Taktiker ist Uwe Doll nicht, denn dies wird seine Chancen auf eine Wiederwahl als Aufsichtsrat geschmälert haben, wenn man seine Wählerschaft aus der Fanszene bezieht. Später nannte die erste von zwei weibliche Diskutantin dies die „Toleranzkeule“ und sie hat nicht recht. Toleranz ist eben nicht grenzenlos. Toleranz heißt so viel wie erdulden und dieses Erdulden hat einfach Grenzen. (Das habe ich irgendwo her und finde jetzt Samstag Abend kurz vor 11 die Quelle nicht). Toleranz darf nicht zu einer Konturlosigkeit führen. Alleine deswegen geht diese Argumentation fehl. Klar, auch hier wieder der berühmte Tanz auf dem Drahtseil, denn zur Entsolidarisierung und Stigmatisierung der handelnden Frauen ist es immer nur ein kurzer Schritt. Trotzdem muss ich nicht die Industrie an sich kritiklos in all ihren Ausprägungen gut heißen.)

Nach einem etwas wirren Beitrag folgte der große Auftritt der Herrn H. Mütze auf dem Kopf, ein Eindruck, der irgendwo zwischen müde, gelangweilt und lässig war, so schlurfte er zum Mikrofon und gab folgendes zum Mikrofon:

„Mein Name ist H. Sexismus ist kein Lebensentwurf, Sexismus ist Scheiße.“ Ende des Beitrages. (Beeindruckend. Darauf folgte noch ein Teenager SMS Kontakt zwischen dem Autor dieser Zeilen und Herrn H. Sinngemäß wiedergegeben: „Das nächste mal aber Mütze ab.“ „Ich konnte nicht, ich hatte keine Zeit zum Friseur zu gehen.“ „Eitel? Was ist eigentlich aus „St. Pauli muss dreckig bleiben“ geworden?“ „Ey Mütze auf dem Kopf ist aber so voll Ghettostyle.“

Die oben bereits zitierte Dame wies (nicht zu Unrecht) darauf hin, dass Striptease und Tabledance nun nicht wirklich emanzipatorisch sei.

Daniela Wurbs wies dann (wieder nicht zu Unrecht) darauf hin, dass im Antrag deutlich eine Klarstellung und Einschränkung in Satz 3 enthalten sei und so die Angst eines zu weit gehen unbegründet sei. Das ganze sei eine Referenz auf die Leitlinien und man müsse sich fragen, warum man immer sage, dass die so super funktionieren würden, wenn so etwas notwendig sei.

Der Antrag wurde mit einem Verhältnis von ca. 70 zu 30, allemal mit einer deutlichen Mehrheit angenommen.

Harald Stender Platz

Es wurde die schriftliche Begründung verlesen, die ich ja sehr süß finde, weil Manfred Heinzinger so schön folgendes schreibt: „den ein Vereinsmitglied in seinem Nachruf vorgeschlagen hat“. Kenn ich dieses Vereinsmitglied. (Aus prinzipiellen Gründen habe ich den Antrag nicht selber gestellt. Ich halte mich an eine strikte Trennung von Akteur und Chronist der JHVs und daher wollte ich nicht. Das heißt aber nicht, dass ich diesen Antrag nicht vollständig unterstütze.) Die Gegenrede fragte dann nach dem Widerspruch zu dem oben beschlossenen Satzungsänderungsantrag. (Klar den kann man auch sehen, aber zum einen handelt es sich hier um eine Auszeichnung, die nicht der Verein selber vergibt, die aufgrund ihrer Art sowieso nur posthum vergeben werden kann, während die Ehrungen des Vereines zu Lebzeiten vergeben werden und die hier auch einem sehr außergewöhnlichem Menschen vergeben werden soll. Es bleibt zu hoffen, dass nun auch die Stadt ihr Einverständnis gibt.)

Der Antrag wurde mit wenigen Gegenstimmen aber mit einigen Enthaltungen angenommen.

Termin der JHV

Die Antragsteller waren nicht anwesend und für das Präsidium sprach Jens Duve. Man müsse Rücksicht auf die sporttreibenden Mitglieder nehmen, es sei schwer einen Termin zu finden, man wolle flexibel bleiben und keinen Tag ausschließen.

Sven Brux ergänzte, dass bei der letzten JHV nur 500 stimmberechtigte Mitglieder anwesend gewesen seien, obwohl diese an einem Sonntag und einem Montag stattgefunden habe. (Das Argument halte ich für dünn, siehe oben.)

Die Mehrheit war dann dagegen.

Rauchfreie Blöcke

Auch hier kein Antragssteller anwesend. Für das Präsidium dann Spieß, der sich fragte, ob dies denn nur für Tabak oder auch alles andere gelten solle? Nein, dies sei nur Spaß, man nehme das Anliegen ernst, man sehe aber in der Umsetzung ein unheimlich praktisches Problem. Das Administrative würde Überhand nehmen, alleine schon bei der Bedarfsabfrage, man müsse auch zu Zwangsmittel greifen um das durchzusetzen. Daher sei man dagegen. (Die Mehrheit sah das ebenso und ich wäre ja immer noch für ein rauchfreies Stadion. Einfach schon, weil ich selbst bei einer einfachen Zigarette meinen Nebenmann gesundheitlich belaste und nerve. Da ist meinem Erdulden (meiner Toleranz) sehr enge Grenzen gesteckt. Und da sehe ich auch einen sehr entscheidenden Unterschied zum Bier. Man kann zwar passiv rauchen, aber nicht passiv Bier trinken. Ich weiß: Minderheitenmeinung.)

Nordkurve mit Stehplätzen

Als nächstes der gemeinsame Antrag der AG Stadionbau und des Präsidiums auch in der Nord 2.000 Stehplätze zu ermöglichen. Björn von der AG Stadionbau erläuterte, dass man sehr intensiv an der Gegengerade mit dem Präsidium gearbeitet habe. Man könne diese aber nicht isoliert sehen. Man habe zwar bisher keine Detailplanung der Nord, aber wolle schon mal einen Punkt voraussetzen, nämlich dass auch diese Tribüne 2.000 Stehplätze behalten soll. Das soll Teil des Gesamtkonzeptes sein und dem Erhalt von gewachsenen Strukturen dienen. Die Nord sei ein wichtiger Bestandteil, man sollte sie behalten und es gebe dort einen Bedarf an Stehplätzen, man wolle ein Alleinstellungsmerkmal mit drei Seiten Stehplätzen erhalten und auch dort bezahlbare Plätze schaffen, daher würde man sich freuen, wenn die Versammlung zustimmen wolle.

(Und da ist es, unser Problem: 40 Millionen vs. Bezahlbare Plätze, Stehplätze vs. Bezahlbare Sitzplätze, es ist ein Verteilungskampf, es ist auch ein Kampf von Tribünen gegeneinander und er wird nie in einem Gesamtkontext gefochten. Natürlich kann man für einen solchen Antrag nur Sympathien haben, aber mir fehlt das übergreifende Gesamtkonzept und leider ist es dafür auch zu spät. Es ist eben versäumt worden eine Gesamtkonzept des Baus zu Beginn zu definieren und zwar unter Einbindung aller Einzelinteressen. Es ist dann versäumt worden dazu auch ein entsprechendes Finanzierungskonzept zu haben. Und zuguterletzt hätte man dieses auch noch durchhalten müssen. All dies ist nicht geschehen und nun haben wir meines Erachtens ein Problem. Wir haben uns massiv an den sportlichen Erfolg gebunden und wenn der nicht kommt, dann werden wir Fragen wie Investor, 50+1, Stadionname unter der Prämisse „do or die“ diskutieren. Ja ich weiß, das zieht sich mit immer anderen Formulierungen durch diesen Bericht, sorry für die Wiederholungen.)

Stenger ergänzte, dass das Präsidium den Antrag voll und ganz unterstütze, die Stadionbau sei seit einem Jahr beratend tätig. Man habe festgestellt, dass auf der Nord ein Schatten lege und den wolle man nun beheben, da man ihn nicht ignorieren könne. Daher haben wir gesagt, gut wir machen das. Der Antrag solle nun eine Verbindlichkeit herstellen.

Und wurde angenommen ohne Gegenstimmen und wenigen Enthaltungen.

Antrag Business Seats

Der Plan zum Rückbau von Business Seats auf der Haupttribüne wurde von Alexej begründet. Der Plan hätte den Vorteil, dass die Fernsehkameras nicht nur die VIP Plätze zeigen würden, der breite Block würde verschwinden und das Inselgefühl der Nordsitzplätze würde sich legen. Der Rückbau wäre auch kein Einnahmeverlust, denn die Business Seats sind nicht ausgelastet und wenn man rückbaue, dann wären sie ausgelastet und man habe Planungssicherheit. Die zurückgebauten Plätze könnte man ohne weiteres an Fans verkaufen, die zur Zeit draußen blieben. Man habe bewusst keinen Zeitplan vorgelegt, weil man keinen Druck aufbauen wolle. Man müsse das auch mal mit Bayern vergleichen, die hätten knapp über 2.000 Business Seats, wir hätten 2.500.

(Das ist alles wahr, außer vielleicht, dass es NIX kostet, aber ich verweise auf meine oben gemachten Ausführungen: Diese Überlegungen hätten vor dem Bau der Haupttribüne erfolgen müssen. Und so lief nun auch eigentlich die Argumentation.)

Stenger antwortete: Man habe die Business Seats nicht in Liga 2 verkauft, aber in der letzten Saison habe man eine Auslastung von 97 % gehabt. Zwar sei man jetzt nicht ausverkauft, habe aber mehr verkauft, als man hätte, würde verfahren, wie hier vorgeschlagen. Man verkaufe überschüssige Sitze flexibel als normale Sitzplätze und diese Flexibilität brauche man. Man bitte nicht stattzugeben.

Der Stadionbau fiele nicht vom Himmel, er sein ein Gesamtkonzept. (Nein, ist er eben nicht, siehe oben.) Wenn man dem Antrag stattgeben würde, dann würde man den Vertrag mit der UFA verletzen, die das Recht habe, die Sitze zu vermarkten. Auch den Vertrag mit der DKB würde man verletzen. Die Reduzierung ginge deswegen nicht. Man könne das Vertrauen der Leute, die Geld geliehen hätten, nicht enttäuschen. Man könne nicht sehendes Auge auf Geld verzichten.

Danach riss bei mir der Mitschreibfaden. Es war spät und ich hatte ein Konzentrationsloch. Die weitere Diskussion drehte sich darum, dass es doch keine Zeitvorgabe gäbe, man aber doch 20 Jahre gebunden sei. Tay Eich wies auch noch mal auf die Schuldenlast von 42 Millionen hin, die man nun 20 Jahre habe. Wenn man nun rückbaue, dann müssen andere bluten, denn das Geld müsse irgendwo her kommen. Der Vergleich mit Bayern München hinke, denn diese hätten auch nicht 60 % Stehplätze. (Ausspielen von verschiedenen Stadionbesuchern gegeneinander.)

Meeske präsentierte dann noch einen Zahlensalat, wobei ganz spannend war, dass der Vorteil eines Business Seat zu einem normalem Sitzplatz 76 Euro sei. (Wenn man dann 422 x 76 nimmt, dann kommt man nebenbei auf rund 545.000, die man pro Saison verlieren würde, wenn denn alle Plätze verkauft werden würden. Erstaunlich dabei war, dass alle möglichen anderen Zahlen genannt wurden. Das war wieder so etwas wo man echt an der Vorbereitung zweifeln muss.)

Die eigentlich beste Rede hielt Jurgeit von der PSD Bank, der das ganze relativ ruhig aus Sicht eines Bankers erklärte. Da habe ich leider nicht mitgeschrieben und kann daher nicht alles dem Realitätscheck unterwerfen, aber er hatte wenigstens eine Art, die einen überzeugen kann, etwas was man bei vielen Präsidiumsmitgliedern vermisst.

Der Antrag wurde dann deutlich abgelehnt. Es gab auch viele Enthaltungen.

Der Clubheimantrag wurde zurückgezogen.

Jugendzuordnungsantrag

Es sprach Alexander Gunkel. Bei der angedachten Zuordnung könne man die angedachten Projekte nicht durchführen. Man könne auch keine neuen starten und man könne dann 80 % der Gelder nicht mehr verwenden. Man sehe auch keine Alternativen. Man müsse die Historie beachten, die Autonomie und die Finanzhoheit der AFM. Nachhaltigkeit sei immer ein Schlüsselwort gewesen für die AFM gewesen und sei auch wichtig für den FC, der bis vor kurzem nur einige Container sein eigen hätte nennen können. Durch diese Konzept habe man viele Mitglieder überzeugen können und diesem würde man nun die Basis entziehen. Vielmehr noch, man hätte dann die Mitglieder getäuscht, denen man gesagt habe, man habe die Autonomie darüber zu entscheiden, was mit den Beiträgen geschehe. Wenn man nun die Jugenden so zuordne, dann sei die Grundlage entzogen. Die AFM nerve, sie habe eigene Projekte. Auch habe sie Nachfragen gestellt. Die Steuerdiskussion sei dann einfach, das zu beschneiden.

Es ginge um eine Menge Geld, aber vollständige Zahlen hätten nie vorgelegen. Man habe auch nicht so richtig erfahren, wie man das Geld habe ersetzen wollen. Es habe nur die Aussage gegeben, dass man vielleicht etwas mit den gesparten Steuern machen wolle. (Mir ist die Höhe immer noch unklar. Mal wird von 250.000 gesprochen, dann wieder von 375.000. Und dann wurde letztens noch eingeworfen, dass dies unabhängig von dem Gewinn des Vereines sei. Das kann ich mir so gar nicht vorstellen. Ich behaupte mal von mir, dass ich ein bisschen was von Steuern verstehe und ich kann diese Zahl so einfach nicht nachvollziehen, wenn man nicht die Minderung der Körperschaftsteuer mit in die Betrachtung zieht. Und diese zahlt man eben nur bei Gewinn. Und den haben wir eher selten.)

Es ginge nicht Partikularinteressen gegen Vereinsinteressen, es ginge nicht um die AFM Abteilungsleitung und auch nicht um die AFM, es ginge darum ein System aufrechtzuerhalten, welches sich bewährt habe.

Es sei anscheinend für Andere schmerzlich zu begreifen, dass einige Trainingsjackenträger einen Millionenetat verwalten. Dies gäbe es nur beim FC und solle auch so bleiben. Wer ein demokratisches System beibehalten wolle, der solle dem Antrag zustimmen.

Spieß antwortete: Man habe den Anlass durch die BP gehabt, weil das bisherige Vorgehen problematisch gewesen sei. Er könne nicht verstehen, wie man dem Präsidium vorwerfen könne, dass es unfähig sei zu verstehen, es sei auch keine Nacht und Nebelaktion gewesen, auch sei nicht willkürlich die Förderungsgrundlage entzogen worden. Diese Vorwürfe seien nicht in Ordnung. Man wolle nicht, wie damals Markus Schulz Probleme haben Steuerschulden zu begleichen. Er fordere mehr Gelassenheit und man dürfe nicht vergessen, dass die BP eine Zuordnung fordere. Man habe nur die bekannte Möglichkeiten und auch die Kassenprüfer hätten gemahnt. (Hier konnte ich einfach nicht mehr. Das war der Höhepunkt der Geilheit, denn was ich schon oben anmerkte: Es wird der Darstellung nicht widersprochen und es wird auch mit keinem Wort erläutert, warum man das denn nun mache und wie man sich das vorstelle. Alles nur unter dem nicht erklärten Mantra „Steuerersparnis“.)

Der Antrag wurde dann mit einer breiten Mehrheit angenommen.

Ein Antrag auf Handläufe wurde abgelehnt, auch hier wurde der Hinweis auf die Kosten gebracht, was natürlich eher problematisch ist, wenn es um Sicherheitsfragen geht.

Und dann kam der zweite Auftritt des Herrn H., der um kurz nach 0:00 Uhr zu diesem Monolog ansetzte, um dann im letzten Satz seinen Antrag zurückzuziehen. Und dieser freche Bengel bekommt es noch hin, das ganze so rhethorisch zu gestalten, dass er nicht etwa von einem aufgebrachtem Mob gelyncht wird, sondern die Versammlung noch laut Beifall klatscht. Zum Glück muss ich diesen Beitrag nicht noch hier anhängen, sondern kann auf den Abdruck beim Lichterkarussell verweisen. Danke für die Arbeitsersparnis, Herr Kollege

Der zweite Business Seat Antrag wurde zurückgezogen und so endete die Veranstaltung kurz vor 1 Uhr.

Fazit und Nachklang

Am meisten Nachklang brachte natürlich die Susi Showbar Nummer und wir können froh sein, dass Claude Oliver Rudolf ab nun das Millerntor meidet. Alles weitere ergibt sich aus den Zwischentexten denke ich. Über Ergänzungen und Hinweise in den Kommentaren würde ich mich freuen.

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  10 Responses to “Sexismus ist kein Lebensentwurf, Sexismus ist Scheiße”

  1. […] mit dem angekündigten und erwarteten Bericht zur JHV. Puuh! Respekt vor der Arbeit. Eine tolle Zusammenfassung und wer nicht da war, der weiß nach dem […]

  2. […] Magischer FC – JHV Magischer FC – Paderborn Gravis Podcast Übersteiger Gegengeraden Gerd Gefällt mir:LikeSei […]

  3. […] Und ansonsten sei jedem der JHV-Bericht von magsicherfc.de empfohlen Share this:TwitterFacebookGefällt mir:LikeSei der Erste, dem dieser post gefällt. Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein und verschlagwortet mit DFB, FC St.Pauli, Hansa Rostock, JHV, Strafe von neunzehnhundertzehn. Permanenter Link zum Eintrag. […]

  4. Danke.

  5. Moin
    Ich bin wieder mal echt beeindruckt von deiner Diziplin wirklich die ganze Zeit über so aufmerksam zu sein und fast alles so detailiert mitzuschreiben.
    Vielen Dank und meinen Respekt!

  6. Ersteinmal DANKE für diese ausführliche Arbeit!

    Kurz zum Teilrückbauantrag. Die 76 Euro wurden nicht als Vorteil eines BS im Vergleich zu einem normalen Sitzplatz genannt, sondern sollten den Einnahmenanteil nach Abzug der zusätzlichen Kosten (gibt ja noch Speis und Trank) darstellen. Ist aber immer noch nicht wirklich nachvollziehbar. 76 – 50 = 26. Dies mal 422 ergibt 10.972. Und das bei 17 Spielen 186.524 nach dieser Rechnung. Da aber die Auslastung nicht 100% und auch nicht 97% beträgt (in Liga zwei sind 700 BS nicht verkauft worden), ist dieses Zahlenspiel wie alle anderen letztlich nur eines: ein Spiel mit Zahlen ohne jeden Wert. Doch je größer der behauptete Verlust errechnet wird, umso mehr stimmen gegen so einen Antrag. Schade, aber das war halt die Entscheidung der JHV und das zählt.

  7. […] zur JHV siehe auch den schönen Bericht bei http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=5954. Gefällt mir:LikeEinem Blogger gefällt das post. « Mission #Koggeversenken erfolgreich […]

  8. Danke!!!

  9. Danke für dies ausführliche Protokoll!

    Dass man nun freilich von christlicher Prüderie zum Tötungsverbot rüber hüpft, nun so gar keine christliche Erfindung, bezeugt wohl eher so was wie eine schleichende Christianisierung des Vereins bei manchen. Man kann das auch wahnsinnig witzig finden, wenn manch einer die Präsenz katholischer Geistlicher bei Veranstaltungen des FC St. Pauli als Zumutung empfindet, im Sinne von Vereinssatzung und Stadionordnung ist das nicht. Was wie ein anderes Thema scheint, aber nicht ist: Die Argumente in dem Anti-Susi-Antrag waren evangeliklale. So richtig es war, ihm zuzustimmen.

  10. ich bin immer wieder beeindruckt, wie du solche berichte hinbekommst.
    meine konzentration bei solchen veranstaltungen reicht gerade mal 5min und du schreibst dir jedes detail auf. irre.
    ob man deine eigenen ausführungen nun teilen kann/muss/soll, ist unerheblich.
    viel wichtiger ist es, dir für deine arbeit zu danken.
    mag jedeR für sich selbst seine gedanken machen.

    danke.

    jens

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