Dez 032011
 

oder

ACABaB

Halbzeit, es ist soweit…

Liebe Leser, Spiele in Paderborn braucht kein Mensch. Nein viel schlimmer: Paderborn braucht kein Mensch. Klar ganz tolle Stadt mit einer 1234 jährigen Tradition, aber davon bekommt man in dem Stadion mit angeschlossenem Möbelhaus aber so gar nix mit. Ich war morgens noch gelaufen und als ich in den Bus stieg, fühlte ich mich wie frisch vom Marathon kommend. Kein gutes Zeichen und so wurde der eigentlich geplante Alkoholkonsum gestrichen.

In schmalster Besetzung, sprich Heike und ich wollten wir dieses Spiel in Angriff nehmen. Die Hinfahrt wie so viele zuvor und wie so viele noch kommen werden: Sprich wirklich was passiert ist nicht. Für Erheiterung sorgte, dass einer der Busse einen Rautenwimpel im Fenster hatte, der andere ein Kieler Kennzeichen. Wenn die anderen also der Bus Rauten und der Bus Kiel waren, dann müssen wir ja der Bus Rostock sein. Die Idee mit drei Inkognito Bussen die Polizei zu verwirren wurde dann aber verworfen, auch weil wir keinen Rostockschal zur Hand hatten. Ohne Stau oder anderen ging es zügig nach Paderborn. Nur meine derben Gliederschmerzen und zeitweiliger Schüttelfrost sagte mir: Du wirst krank. Mit viel Kaffee und Cola irgendwie über Wasser gehalten, aber gut war das alles nicht.

Und da liegt Sie nun: Die Energie-Team Arena. Der Name sagt schon alles. Grau, im Nirgendwo und ohne auch nur den Hauch von Charme. Dafür was für Sicherheitsfanatiker, denn die Gästefans werden in eine riesige Käfigkonstruktion gesperrt. Mich kotzt das nur noch an. Ich habe einfach kein Bock mehr von jedem Öddeldorfverein wie eine Horde Verbrecher behandelt zu werden. Und wie bitte liebe Trennungsfetischisten soll denn ein positiver Kontakt zwischen Fans verschiedener Vereine entstehen, wenn man nur eingesperrtes Zoogetier ist? Und das bei einem Spiel wo noch nie etwas passiert ist, sieht man mal von einer Nummer mit Mutantenordnern im alten Stadion ab.

Mich nervt dieser Sicherheitswahn nur noch und ich wünsche mir die Zeiten zurück wo man so ein Spiel mit 5 Dorfsheriffs friedlich über die Bühne brachte. Passiert ist natürlich nix, so dass sich jetzt irgendein Einsatzleiter einen auf sein perfektes Trennungskonzept runterholt. Ich kann in solchen Momenten Szenen verstehen, die nur die wilde Sau spielen und so aus dieser Gitterwelt ausbrechen wollen.

Und so etwas sollten diese unsäglichen GdP Spinner mal hinterfragen, die sollten mal hinterfragen, warum zu einem solchen Spiel, ohne große Sicherheitsaspekte ein Aufgebot von Polizisten geschickt wird, welches auch einen Bürgerkrieg hätte verwalten können. Freitags frei für die Polizei!

So genug aufgeregt, ab in den Presseraum und meinen Schüttelfrost pflegen. Wieder Cola einwerfen und hoffen, dass es irgendwie geht. Mit dem Vertreter des Sport Mikrofons über die Aufstellung geschnackt und wir hatten beide nicht wirklich recht. Überraschend war schon, dass Ralle wieder spielen durfte, auch wenn er sich das nach Rostock absolut verdient hat.

Ab ins Stadion und ich weiß nicht. Das Zugangssystem zu den Stehplätzen ist so schlecht, dass man sich echt fragen muss, ob wirklich 15.000 Zuschauer in dieses Stadion passen. Sowohl auf der Heimseite, wie auch im Gästeblock ist es unten in den Blöcken sehr eng und nur oben wird es etwas weniger. Und wenn nicht Leute illegal auf den Aufgängen stehen würden, dann würde das nicht passen. Das kann irgendwie nicht Sinn der Sache sein. Und es kann auch nicht Sinn der Sache sein, dass solche engen Aufgänge genehmigt werden, es dann zu einer Panik kommt und dann sind wieder die Stehplätze schuld. Nein Schuld sind Planer, die anscheinend nicht von der Tapete bis zur Wand denken.

Was dieses Stadion dann aber doch leistet ist, dass es relativ stimmungsvoll ist. Relativ, weil die Heimkurve eigentlich nach 10 Minuten größtenteils ihren Dienst einstellte und nur noch der relativ kleine Ultra Haufen sich um Stimmung bemühte. So konnte man den relativ gut aufgelegten Gästeblock genießen.

Bemerkenswert war das Musikprogramm. Neben den üblichen Charts und Rockklassikern gab es dann doch so ein zwei echte Perlen zu bestaunen, die auch im Gästeblock echt abgefeiert wurden. Hier der Höhepunkt der Halbzeit.

Zum Spiel: Zwei engagierte Mannschaften, Paderborn super kompakt und man sieht sehr deutlich, warum die beinah nie Tore bekommen. Das ist schon klasse, wie von denen die Räume zugestellt werden. Wir sehr bemüht, aber auch zu ungenau. In letzter Zeit ist bei uns selten mal ein schnelles präzises Spiel zu sehen und diesmal war es einfach furchtbar. Kalla gefiel mir als Linksverteidiger gar nicht und träumt (mit zwei weiteren Leuten) auch fröhlich vor dem Gegentor. Da stimmte die Abstimmung gar nicht, denn zwei Spieler haben ihre Gedanken beim Ballführenden, ein Spieler ist so im Halbfeld, nur um den letztendlichen Torschützen kümmert sich niemand. Das darf einfach nicht passieren.

Aber für so späte Ausgleiche, für so etwas ist man doch Fußballfan, oder? Unser Bulle einfach nur mit purem Wille und mit Auge, wie das angeschwollene Gesicht zeigte. Extase, Bandeneintreten, Jubel waren die Folge. Da kannst du jedes Zaubertor zum 3-0 vergessen, so etwas bringt mehr Spaß. Und wenn es nicht bald ein richtig fettes Boll Shirt gibt, dann mach ich mir das selber. So!

Durch den Sicherheitswahn wieder zurück zum Bus und ab nach Hause. Meine Mitfahrerin zauberte aus ihrem Rucksack noch ein Fieberthermometer, so dass ich auch offiziell feststellen konnte, dass ich Fußballfieber habe, denn 38,7 Grad waren das Ergebnis. Danach bin ich aber eingeschlafen und so gut nach Hause gekommen.

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  5 Responses to “Paderborn macht mich Krank”

  1. […] des Geschehens u.a. im Übersteiger-Blog (nachm Spiel kann jeder, ihr Frechdachse!) und bei MagischerFC (“Paderborn braucht kein Mensch!”) sowie KleinerTod, und Fabulous Sankt Pauli: Teil […]

  2. […] – Bericht Magischer FC (“Paderborn macht mich krank”) – Vorabprophezeiung Gegengeraden-Gerd (oder: “Die […]

  3. Ehre wem Ehre gebührt (sic!), da hast du Recht moeliw, ich hätte die DPolG auch erwähnen sollen.

  4. Ansonsten wie immer ein toller Bericht 🙂

  5. wenn man von Polizeigewerkschaften spricht, muss man aber auch die Beamtenbund gehörende DPolG erwähnen, deren Vorsitzender Rainer Wendt ist nämlich eigentlich der miese Sicherheitsfanatiker der sich Alkoholverbot im Stadion, Sitzplätze only und personalisierte Tickets einen runter holt. Klar von der GdP kommt auch viel murks in der Richtung, aber der eigentliche Reaktionär ist Wendt und der ist nunmal bei der GdP Konkurrenz DPolG.

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