Mrz 102019
 

Ihr kennt uns. Wir versuchen vieles zu verstehen und können auch Dinge akzeptieren und tolerieren, die nicht unserer Art des Auslebens von FCSP-Fantum entsprechen.

Es gibt ihn nicht, “den richtigen Fan”

Genauso wenig mögen wir es, Dinge schwarz-weiß zu sehen. Lieber braun-weiß. Wir sind die Letzten, die nach so einem Spiel nun pauschal “die Ultras” verurteilen. Wir sehen eher, wie ein Vorsänger mit Menschen nicht mehr interagiert, wie er sie ignoriert. Deswegen bedenkt bei allem: Es gibt am Millerntor nicht den homogenen Ultramob und es gibt es keine Kollektivschuld. Es wäre zu einfach, “der Süd” oder “USP” oder wem auch immer die Schuld zu geben.

Keine Schnellschüsse

Trotzdem müssen wir über Verhaltensweisen sprechen, die den Grundkonsens des FCSP überschreiten:

So war für uns die Präsentation geraubter Fanartikel des Gegners am Millerntor bisher immer ein Tabu. Das ist das eine und wohl zentrale Thema des Tages, über das zu sprechen sein wird. Konsens war hier bisher auch, dass man beim Abbrennen von Pyrotechnik ein bisschen das Gehirn anlässt, siehe später.

Letzteres führte ja auch dazu, dass selbst der letzte Doofi auf der GG nicht mehr jede Pyroshow auspfeift. Hat heute unserer Wahrnehmung nach auch bis zu einem Schwellenereignis ganz gut geklappt.

Doch an diesem Tag wurden Grenzen überschritten. Heute wurde auch vor und während des Spieles gemackert, wie wir es beim FCSP nicht gewöhnt sind. Und wie es in unseren Augen nicht zu einer progressiven, linken Kurve passt.

Liebe Lesende, wenn sich Menschen im Fussballkontext unbedingt auf die Nase hauen wollen, sollen sie das gerne unter Gleichgesinnten tun. Und ja, wir wissen auch, dass ein bisschen auf dicke Hose machen dazugehört. Kann man doof finden (finden wir manchmal selbst doof), davon geht die Welt aber nicht unter.

Aber heute hat es das Maß verloren. Der FCSP war immer der Verein, wo es einen Grundkonsens zu Grenzen, die wir nicht überschreiten, gab. Wo man auch mal zurücksteckt. Und wenn das nur heißt, dass die letzte Pyrofackel wieder in die Tasche wandert. Pyro als Choreo ist eben ungleich Pyro als Mackerinstrument.

Wie kommen wir da wieder hin?

Wir wissen es gerade nicht. Wir regen jeden an, innezuhalten, nachzudenken und dann ehrlich miteinander (statt übereinander) zu reden. Wir sind genug in der Süd vertreten, um zu wissen, dass da auch intern genug Ratlosigkeit und Gesprächsbedarf besteht.

Und ja, Kritik muss auch an Reaktionen vieler auf der GG geübt werden, die anders ausfallen kann und muss. Nie geil, wenn das Auspfeifen der eigenen Leute die lauteste Aktion des Tages ist.
Anders gesagt: Es ist die falsche Antwort auf eine Scheißaktion.

Ausführlicher Bericht zum Spiel folgt. Wir müssen uns erstmal sammeln.