Feb 182019
 

Fußball ist manchmal richtig Scheißekacke.

Es beginnt eigentlich alles so gut. Ein Februartag so scheißefreundlich, als wolle er etwas verkaufen, was niemand braucht. Beschwippst vom fantastischen Wetter schwingen wir uns auf die heiligen Stufen und haben uns fest vorgenommen, eine unschöne Serie zu durchbrechen. Zehn Jahre nun nicht mehr zuhause gegen Aue gewonnen, das muss doch mal zu knacken sein. Wäre auch wieder an der Zeit für einen Sieg, um da oben in der Zweitligatabelle ein Ausrufezeichen zu setzen …

Aber: nee

Wir wissen nicht so wirklich, was da los ist 2019 bei unseren Ballkünstlern. Welch Schatten der Hinrunde! Eine frühe Führung (nach grauenvollem Bock, der nur mit viel Glück noch nicht zum Rückstand führte) hält keine zwanzig Minuten und dann gelingt fast nix mehr. Aue kann schalten und walten, wie es beliebt, von uns nur wenige verzweifelte Lebenszeichen. Das 1-2 in Halbzeit zwo lässt nicht lange auf sich warten und was dann noch an Gegenwehr folgt, reicht alles nicht. Ein nicht gegebener Treffer in der Schlussphase (warum, wissen wir nicht) nützt auch herzlich wenig. Schiedsrichterpech ist ein gewisser Faktor heute, aber ihr wisst ja, wie sehr uns derlei Ausflüchte weiterbringen.

Weil wir Kuschelhippies sind, fangen wir auch bei diesem Spiel nicht an, einen Sündenbock zu suchen*. Und das griffe auch zu kurz. Einzelne Spieler könnten mal eine Pause vertragen und Verletzungsausfälle sind eine ernste Sache – aber mit denen haben andere Teams auch zu kämpfen. Wenn Cheftrainer über weite Strecken der zweiten Halbzeit aber mit versteinerter Miene am Spielfeldrand steht und von seiner Körpersprache her sagt “Mir ist alles egal”, dann wundern wir uns über undynamisches Auftreten der Jungs in Braunweiß nicht so sehr.

Das Taktische analysiert besser als wir es können: http://millernton.de/2019/02/17/karma-is-a-bitch/

In our humble opinion ist damit aber noch nicht alles gesagt. Zu Recht wird erwähnt, dass der Hochscheidt nicht in athletischer Topform ist, trotzdem läuft er jedem Spieler von uns weg, wirkt dynamischer und schneller. Ein riesiger Unterschied zur Hinserie ist auch, dass wir nicht mehr bis zur letzten Sekunde auf athletischer Höhe sind. Das war die riesige Stärke in der Hinrunde. Nun ist wieder dieses “stehend KO nach 50 Minuten” zu sehen, was uns schon mehrfach Halbserien gekostet hat. Hier müssen anscheinend Methoden und Trainingsinhalte hinterfragt werden. Und das macht keine große Hoffnung auf den Rest der Saison.

Insgesamt sollten wir vor Scham im Schmutz kriechen. Dieses fucking Aue hat weniger Einwohner als Poppenbüttel und wir holen gegen die in beiden Spielen keine Punkte. Das geht gar nicht.

*Liebe Menschen, die in unserer Hörweite stehen: Lasst endlich das Allagui-Bashing! Warum zum Teufel schießt ihr euch seit Anbeginn seiner Zeit eigentlich auf ihn ein? Klar das ist ein Junge, der eher die feine Klinge führt und damit nicht ins Millerntor-Klischee der Kampfsau passt und der eben auch mal Hacke Spitze versucht, was wenn es nicht klappt eben auch mal doof aussieht, aber das ist alles kein Grund ständig ihn zu bepöbeln.

Schwingen da vielleicht rassistische Klischees vom südländischen Stürmer mit, der zu lässig ist? Ihr solltet das mal hinterfragen und euch hinterfragen.

Mehr Alarm macht jemand anderes

Der Busfahrer (!) von Aue provoziert rund um den Abpfiff von der Bank aus die Gegengerade und erntet nicht nur Pfiffe, sondern auch so manchen Bierbecher. Wer so einen Mist abzieht, kann gerne mal Stadionverbot bekommen. Also der Busfahrer. Auf die Stellungnahme bei Groeni weisen wir hin. Er schildert es dort natürlich anders.

Nebenbei sind geworfene Becher aber auch keine geile Sache und ziehen im Ernstfall miese Konsequenzen nach sich. Also lasst das, selbst wenn der Furzkopp von Aue eimerweise Scheiße übergezogen verdient hätte. Derlei Impulsivität sollten wir lieber rechtzeitig in Gesänge investieren, liebe Gegengerade. Dies gilt nebenbei auch für die Würfe in Richtung Mr. sterbender Schwan, dann wieder von den Toten auferstanden. Lasst den Mist einfach.

Auch sonst der FC Erzgebirge heute voller Unsympathen. Zeitspiel ab der 60. Minute und mimimi galore. Leider honoriert Schiri Badstübner derlei Verhalten auch noch. Aber der Unparteiische ist wie erwähnt ohnehin bestensfalls ein Fähnchen im Wind.

Und jetzt?

Ach, wenn wir das wüssten. Die beiden vergangenen Spiele sahen beide aus wie Klassenunterschiede und jedes Mal war der FCSP in der Rolle des niedrigklassigen Vereins. So läuft das nicht, wenn man oben dran bleiben will. Womöglich wäre etwas mehr Mut bei den Aufstellungen jetzt angebracht, denn ganz ehrlich: Was haben wir denn zu verlieren?

Entweder wir lassen uns jetzt Spiel für Spiel die Hütte voll schießen und kommen am Ende auf einen beknackten elften Platz oder so. Mit dem Absteig werden wir wohl beim schlechtesten Willen nichts mehr zu tun haben.

Oder es wird ein neuer Funke entzündet und mit neuem Feuer verbrennen wir die Rasenplätze dieser zweiten Liga, machen die Rauten rund und feiern in Fürth ein fulminantes 4:1 und den zweiten Tabellenplatz. Wir wären für letzteres, nech.

Ey Basch

Danke für die Erwähnung und die lobenden Worte. Auch schön, dass mal wieder Meinung im Blatt gemacht wird. Da muss man nicht immer einer Meinung sein, aber das will man doch vom Ultrà-Zentralorgan. Und besser als nur Hopperberichte ist es sowieso.

Eine kleine Sache missfällt dann aber doch. Ein Bericht endet mit der Formulierung “deine treue Garde”. Das finden wir irgendwie unpassend. Da gibt es doch einen besseren Spruch für die besten Ultras dieser Stadt.