Feb 282019
 

Am 10.03.2019 ist mal wieder das Spiel zweier Mannschaften aus dem HVV-Gesamtbereich gegeneinander. Es wirft im positiven wie im negativen seine Schatten voraus. Ob man will oder nicht, es ist eben kein Spiel wie jedes andere.

Dabei haben wir doch schon gewonnen. Findet dieses Spiel doch nun schon zum zweiten Mal in Liga 2 statt. Den Nimbus des Unabsteigbaren, des Dinos, haben unsere Freunde aus dem Vorstadtpark auf immer verloren. Da dies in den letzten Jahren Erstligazugehörigkeit eigentlich ihr einziger Lebensinhalt war, ist das reine Zustandekommen eines Zweitligaderbys schon ein Gewinn für uns und die Menschheit.

Es wird sie nicht davon abhalten, an Titel zu erinnern, die nur Menschen wirklich erlebt haben, die sich langsam auf die Rente vorbereiten. Auch die angebliche „Tradition“ wird wieder eine Rolle spielen. Inhaltsleere Begriffe, an denen man sich angesichts seiner eigenen Irrelevanz für die Präsenswelt festhält.

Aber wir wollen ja gar nicht zu viel lästern. Immerhin sind wahrscheinlich die meisten Menschen, die ihr Herz an den traditionellen Dino verloren haben, ganz okay – zumindest nicht per se schlechte Menschen. Sie haben halt einen schlechten Fußballgeschmack, aber hey, dies kommt in den besten Familien vor.

Wir wollen uns lieber an unsere Menschen in Braun-Weiß wenden. Denn es gibt da doch so ein, zwei Dinge zu bedenken.

Seid laut!

Wer bei diesem Spiel still mit den Händen in den Hosentaschen herumzustehen plant, der gebe bitte jetzt seine Karte ab. Wir vermitteln gerne Abnehmer. Auch das Fachgespräch über den Kindergarten des Kindes kann mal 105 Minuten warten.

Diesmal gilt:

Ihr habt die an die Wand zu brüllen! Und zwar unabhängig vom Geschehen auf dem Platz. Wir sind garantiert nicht der Favorit und eine Niederlage ist zumindest im Bereich des Möglichen, aber wir sind St. Pauli und wir sind nicht „Sing when we’re winning“ wir sind Millerntor-Roar und “alles raushauen”. Achtet auf die üblichen Stimmungskerne, brüllt mit, nehmt Sachen auf, leitet sie weiter und pöbelt, was das Zeug hält. Es wird voraussichtlich kein Bier geben, aber das ist erst recht keine Ausrede!

Der Supporteinfall „Wir lachen einfach alle 90 Minuten lang, wenn die an Ball kommen.“ ist zwar auch eine gute Idee, hat sich aber letztendlich wohl auch zu Recht nicht durchgesetzt.

Seid hilfsbereit!

Uns erzählt ja niemand, ob es eine Choreo gibt und wie diese aussieht, aber wir könnten uns vorstellen, dass es eine gibt. Achtet daher auf Anweisungen, lest eventuelle Flyer aufmerksam durch und bei Fragen sprecht euch mit euren Nebenleuten ab. Da wird schon irgendwer die Anweisungen verstanden haben.

Seid wachsam!

Wie oben schon geschrieben: Wir gehen davon aus, dass man mit weit über 90 Prozent aller Dinofreunde ein gepflegtes Getränk nehmen kann, sich sticheln kann und sich am Ende lachend in den Armen liegen kann. Leider zeigt die Erfahrung, dass es Menschen gibt, die immer noch meinen, es sei akzeptabel, sich wegen Fußballvorlieben auf die Fresse zu hauen oder Eigentum des Gegenüber zu klauen und die Gelegenheiten dafür offensiv suchen.

Die Erfahrung zeigt auch, dass in den Tagen vorher und auch am Spieltag mit interessierten Kleingruppen gerechnet werden muss. Haltet also ein bisschen das Auge offen, latscht am besten nicht alleine mit dem fetten Südkurvenschal an der Tankstelle vorbei und sprecht euch mit eurer Bezugsgruppe ab. Solche Menschen neigen nicht dazu, erstmal nach dem USP-Mitgliedsausweis zu fragen, bevor sie zuhauen.

Und ganz wichtig: Wenn euch von irgendjemandem aufgelauert wird, dann ist weglaufen und hoffen, dass man schneller ist als die zwei Kumpels, mit denen man unterwegs war, scheiße. Lieber stehen bleiben und sich so gut es geht verteidigen. Im Notfall ist geteiltes Leid halbes Leid. Dies gilt desto mehr, umso mehr man eine größere Gruppe ist. Klar, ihr seid alles keine Streetfighter, aber eine Überzahl ist immer eine gute Verteidigung. Außer man rennt auseinander.

Seid überlegt!

Ganz ehrlich: Das ist nicht das richtige Spiel, um den besten Kumpel, der sowohl “Pauli” als auch die Dinos toll findet, mit auf die Süd oder die GG zu nehmen, weil eine Karte frei ist. Es wird zu Emotionen kommen und da ist jemand emotional Unbeteiligtes vielleicht echt fehl am Platz. Wie oben geschrieben: Wir vermitteln gerne Abnehmer.

Dies gilt natürlich umso mehr, wenn man emotional vielleicht an dem anderen Teilnehmer dieses Spieles hängt und sich im nicht dafür vorgesehenen Bereich aufhält. Das ist auch bei neutraler Kleidung keine gute Idee.

Seid vorbereitet!

Insgesamt werden viele Gäste in der Stadt sein und am Vorabend wird man mit vielen alten und neuen Freunden einen heben können. Nutzt das! Vor so einem Spiel ist so ein Vorabendbier immer etwas Schönes. Die Millerntor Brigade macht in der 1910 Weinbar (neben den Fanräumen, dieser Yuppie-Schuppen in dem es kein Bier gibt :D) eine CD-Release-Party und das Jolly wird garantiert auch nicht geschlossen haben. Nutzt eure Kneipen und Läden, genießt die Vorfreude.

Und sollte irgendwer meinen, diese Veranstaltungen zu stören: Stehen bleiben, klaren Kopf bewahren, dann passiert auch nix.

Falls ihr Ärger mit Team Green habt, dann wendet euch an den Fanladen und/oder die Braun-Weiße Hilfe. Bei der BW Hilfe findet ihr auch Tipps im Umgang mit der Staatsmacht.

Seid laut!

Und weil wir es gar nicht oft genug sagen können: Seid laut, brüllt die aus dem Stadion. Jeder einzelne HSV-Spieler muss sich in die Büx kacken, sobald er das Millerntor betritt. Die sollen es gar nicht erwarten können, bis sie endlich wieder zurück in den Friedhof namens Volkspark dürfen. Denen müssen die Beine schlottern und allein deshalb werden die jeden einzelnen Ball verstolpern!

Hamburg ist braun-weiß, nech?

Feb 252019
 

Liebe Lesende,

Nein, wir haben keinen “Klassenerhalt” erreicht. Zum einen reichten 40 Punkte z. B. letzte Saison nicht zum direkten Klassenerhalt, zum anderen ist der Erhalt dieser Klasse kein ernstes Ziel. Nein, liebe Lesende, wir wollen nicht den Machterhalt, unser Machtanspruch dürstet nach Weltherrschaft und Champions League.

Und damit auch genug Futter für cheap Content.

Tagesaktuell

Die Sonne scheint. Zwar nicht so warm wie am Samstag zuvor, aber schön ist dies allemal.

Die üblichen Kartendeals werden erledigt und insgesamt ist ein Überangebot an Karten zu beobachten. Selbst die Jungs mit den “Suche Karten” Schilder stellen den Ankauf frühzeitig ein. Die üblichen Getränke werden genommen, Aberglaube diskutiert und schon sind wir auf den Stufen, die unsere Welt bedeuten.

Insgesamt bleibt es leer auf den Stufen.

Aufstellung raus

Wir formulieren es mal so: 1/4 von uns wird kein Freund des Trainers mehr. Die Aufstellung wird diskutiert. Hoogma für Carstens? Um die defensive Stabilität wird gebangt. Im Nachhinein ist es einfach festzustellen, dass dies zu unrecht erfolgte, sehen wir doch das dritte Heimspiel ohne Gegentor in der ganzen Saison. Wobei man auch festhalten muss, dass daran vor allem die Abschlussschwäche der Ingolstädter Schuld ist.

Wir müssen reden …

… über den Support und so grundsätzlich. Was wir immer lesen: “Meine Tribüne war toll, von den anderen kam nix.” Was die Realität ist: Wenn man mal die ca. 1000 Leute in der Mitte der Süd außen vor lässt, dann ist das auf jeder Tribüne sehr dünn. Also lasst mal diesen verfickten Tribünenpatriotismus und fasst euch an die eigene Nase. Wir haben alleine 16.000 Stehplätze, da muss einfach mehr kommen! Und zwar auch ohne spielerische Highlights.

Choreo aber schön

Coole Choreo auf der Haupt. Danke Nico und Helfer. Und Heerwagen wird wahrscheinlich irgendwo Zwiebeln geschnitten haben. Die Brutalität des Fußballgeschäfts verhinderte, dass er das Ganze auf dem Rasen bewundern kann. Hat er so eine Erinnerung verdient? Das mag man diskutieren, aber eine coole Type ist der durch und durch, also für uns komplett okay.

Fussballgötter allesamt

Um uns herum steht der MMD-Fanclub und gefühlte Wahrheit nach dem Spiel ist, dass er mit am meisten gelaufen sein sollte. Stimmt letztendlich nicht annähernd, aber das ist jetzt keine Bewertung seiner Leistung.

Insgesamt entwickelt sich ein extrem zähes Spiel und unsere Jungs wirken immer noch müde. Aber diesmal können sie in Halbzeit zwo zulegen und dann gibt es da ja noch so einen jungen Herren mit Elo-Imitationszopf, der diesen “Instinkt” hat, den Stürmer haben. Niemand weiß am Ende, warum er eigentlich frei steht und wie der rein geht, aber er ist drin. Beginn der Aktion ist ein schnell ausgeführten Freistoß und damit ungefähr die einzige überraschende und schnelle Aktion des ganzen Spiels.

Wären beide Torhüter auf die gemeinsamen alten Zeiten während des Spiels Bier trinken gegangen, es hätte wahrscheinlich nicht viel geändert am Ergebnis.

Tim vom MillernTon sprach auf Twitter davon, dass Spiele gegen Ingolstadt nie schön sind, waren oder sein werden. (Und führt es hier in mehr Worten aus) Man muss sie nur annehmen. Dies taten wir diese Saison und somit ist Ingolstadt die zweite Mannschaft, die null Punkte gegen uns holt.

Und trotz des aktuellen Tabellenplatz: Die hatten nach der Winterpause 3 von 4 gewonnen, dass darf man halt auch nicht vergessen.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Das Stadion wies ziemlich laut darauf hin, dass das nächste Heimspiel sehr unwichtig ist. Langweiliger Gegner und nahezu keine Auswirkungen im Kampf um den Aufstieg.

Und daher sollten wir in bester “das nächste Spiel ist immer das schwerste” Manier nicht vergessen, dass es nun nach Paderborn zu einem echten Spitzenspiel geht. Volle Konzentration dadrauf und danach können wir über Orks aus der Vorstadt reden.

Noch nette Gäste aus Ingolstadt getroffen und dann war der Tag auch schon vorbei.

Ein paar Dinge am Rande …

… der Fanclub Kanalratten (bester Name für einen Fanclub aus Rendsburg) hatte Tresendienst und dafür diversen Kneipen auf dem Kiez jeweils eine Flasche Mexikaner aus dem Kreuz geleiert und verteilte die gegen Spenden. Coole Nummer.

… das AFM-Radio ist eine geliebte Institution und zurecht bei Menschen, die es nicht zu einem Spiel schaffen sehr beliebt. Die Qualität ist auch prinzipiell sehr gut und die Kommentatoren fachkundig. Eine Formulierung wie “klassischer Latino-Stürmer” (gefallen ca. 10. bis 25. Minute) ist zumindest schwierig und muss echt nicht sein. Da kann und wird man hoffentlich dran arbeiten beim AFM-Radio. Nachtrag: Rückmeldung vom AFM Radio erhalten, die diskutieren das. Das ist erstmal die richtige Richtung.

… nervig ist, dass man auf den Rängen immer noch “Schwu…” als Beleidigung hören muss. Gut ist, dass sofort Gegenwind kommt. Aber perfekt wäre natürlich, wenn alle Menschen lernen würden, wie scheiße das ist.

Feb 202019
 

Seit einigen Tagen geistert der Aufruf an die Fanclubs, diese mögen ihre Tickets für Dresden doch “unseren Frauen” zur Verfügung stellen, durch das Internet. (<= Link ist für eure Information!) 

Uns erreichte dieser Aufruf bisher nicht direkt, wir wollen aber trotzdem kurz Stellung beziehen. Da dieser bisher unkommentiert verbreitet wurde, ist uns dies besonders wichtig.

Wir glauben nicht, dass dieser Frauenblock auch nur ansatzweise Sinn ergibt und unterstützen diese Idee nicht. Das liegt auch daran, dass die ominöse Facebook-Gruppe bisher ein Festival der schlechten, klischeebehafteten und Patriarchat unterstützenden Ideen (Perücke, Blasorchester, Kittelschürzen) war.

Wir fanden die Dresdener Plakate natürlich auch scheiße. Aber das ist in unserer Wahrnehmung nun nicht eine “neue Dimension” und hat entsprechende Historie. Und ja, diese Monothematik finden wir auch eher zum Gähnen. Nur weil die Medien dieses Stöckchen breiter als sonst aufgegriffen haben – an dem Spieltag war ja sowieso einiges los – müssen wir ja nicht in dieser übereifrigen Art und Weise mit entsprechendem Aktionismus starten.

In der Erzählung um Stimmungsboykott, Notarzteinsatz auf der Nord, zerstörten Toiletten im Gästebereich und Abhitlern fand halt auch das Transpi seinen Platz und wurde mehr als “normalerweise” durch die (sozialen) Medien getragen. Umso absurder, dass sich nun Menschen berufen fühlen, da zu antworten, denen das alles noch gepflegt am Arsch vorbei gegangen ist, als der Adressat noch mit “USP-Frauen” benannt war. Da waren es ja halt nur die Ultras und die sind ja bekanntlich selber schuld. 

Wir vertrauen im übrigen auch auf die Adressaten, dass sie da eine angemessene Reaktion hinbekommen. Stichwort: “Stellt Euch endlich unserer Gier.” Eine halbgare Idee mit Kittelschürzen oder ähnlichem wäre für „die Dresdener“ nur ein gefundenes Fressen und würde die eher anheizen als zum Schweigen bringen. Und jetzt mal ehrlich: Wirklich niemand in der Ideengeschichte des Feminismus hätte diese Aktion jemals als antisexistisch aufgenommen.

Daher: Kommt nach Dresden wie geplant. Und lasst uns gerne in der aktiven Fanszene darüber diskutieren, was angemessene Reaktionen sind. Aber lasst bitte auch den eigentlichen Adressaten Raum zum Antworten. Solche Diskussionen sollten jedoch eher nicht (halb-) öffentlich passieren, denn auch ein „Überraschungseffekt“ ist bei solchen Dingen immer wichtig.

Es ist einfach so, wenn man aus dem Nix kommt, eine Facebook-Gruppe macht, sich jeglicher (konstruktiver) Kritik verschließt, dann muss man sich nicht wundern, dass sich Menschen, die schon 2003 in Dresden mit Steinen und Hitlergrüßen eingedeckt wurden, sich ein bisschen verarscht vorkommen und einen nicht als Heilsbringer empfangen. Wir haben über Jahre insbesondere auswärts gewisse Handlungsweisen und ein gewisses Auftreten miteinander vereinbart und da kann man nun nicht einfach mit Kittelschürzen und Perücken kommen und meinen, man könne da ein Vakuum besetzen. Das gibt es nämlich nicht. Ja, das klingt alles ein bisschen nach „wir waren zuerst da“, aber so funktionieren Kurven halt auch. Respekt muss man sich da erarbeiten. 

Umso mehr kann man die Initiatorinnen nur auffordern, von ihrem hohen Ross herunter zu kommen, Kritik anzunehmen und mit vorhandenen Strukturen zu reden. Eine Möglichkeit dafür wäre nebenbei der Tag für Vielfalt und Inklusion gewesen, der im Januar stattfand. Leider glänzten dort die Initiatorinnen mit Abwesenheit. Nicht nur diese, aber das soll Thema eines eigenen Berichtes sein. Der auch noch auf unserer „zu schreiben“ Liste steht.

Noch was

Eine begrüßenswerte Reaktion auf solche sexistische Scheiße ist natürlich immer die verstärkte Einbindung und Sichtbarmachung von Frauen in Fanszenen. Sei es überregional durch Aktionen wie die „Fan.tastic Females“-Ausstellung, sei es lokal beim FCSP. Und da können z. B. Frauen*touren Hemmungen abbauen und Frauen* das Erlebnis „Auswärts“ näher bringen. Und nirgendwo kann sich Frau* besser vernetzen als auf einem Ritt zu einem Auswärtsspiel. Aber doch bitte nicht so! 
Und wir wünschen uns auch, dass alle Empörten mit der gleichen Kraft gegen übergriffiges Verhalten in den eigenen Reihen angehen. Aber den Finger auf andere zu zeigen, ist natürlich immer einfacher.

Und noch etwas persönliches vom Blogsenior

Ich versuche ja immer das Gute im Menschen zu sehen und nicht jeder Internetaktionismus ist gleich zu verdammen. Es ärgert mich aber doch sehr, wenn die Möglichkeiten des Internets (z. B. leichte Vernetzung, leichter Austausch) zu nix wirklich Konstruktivem führen und man es eigentlich alles in die Tonne treten kann. 

Letztes Beispiel: Da wird irgendwo eine Petition gegen Under Armour gestartet, es unterschreiben drölfmillionen Menschen, aber im Verein, da wo er geprägt wird, kommt nix davon an. Warum nicht? Das ist einfach Dreck! Man kann/sollte/müsste diese Anliegen real auf einer JHV diskutieren. Nur so kann man was ändern oder verstehen, dass man falsch liegt. Nein, lieber halbgar in die Öffentlichkeit blasen und dann rumheulen, dass der Adressat sein Verhalten nicht ändert. 

Gleiches gilt hier wieder. Man kapselt sich ab, das Motto ist „wer nicht für uns ist, ist gegen uns“ und so verpufft alles. Nach der Perücken-Tour nach Dresden geht man wieder in sein Privatleben und lässt die aktive Fanszene die Suppe auslöffeln? Und wenn das nächste Mal da wieder “USP Frauen” draufsteht, ist es wieder okay, weil “aber die Ultras”? Oder wie soll das funktionieren? 

Und nein, ich stempele solche Leute ungern sofort als „für immer gestorben“ ab. Dafür hab ich schon zu viele Menschen gesehen, die zuerst ganz wirre Ideen hatten und dann irgendwann diese Fanszene über Jahre geprägt haben. In einem positivem Sinne. Aber da muss jetzt was kommen. Das ist Holschuld. 2019 muss eine aktive Fanszene nicht über jedes Stöckchen springen. Denn wir sind St. Pauli. Ihr könntet es werden. Aber nicht so. 

Feb 182019
 

Fußball ist manchmal richtig Scheißekacke.

Es beginnt eigentlich alles so gut. Ein Februartag so scheißefreundlich, als wolle er etwas verkaufen, was niemand braucht. Beschwippst vom fantastischen Wetter schwingen wir uns auf die heiligen Stufen und haben uns fest vorgenommen, eine unschöne Serie zu durchbrechen. Zehn Jahre nun nicht mehr zuhause gegen Aue gewonnen, das muss doch mal zu knacken sein. Wäre auch wieder an der Zeit für einen Sieg, um da oben in der Zweitligatabelle ein Ausrufezeichen zu setzen …

Aber: nee

Wir wissen nicht so wirklich, was da los ist 2019 bei unseren Ballkünstlern. Welch Schatten der Hinrunde! Eine frühe Führung (nach grauenvollem Bock, der nur mit viel Glück noch nicht zum Rückstand führte) hält keine zwanzig Minuten und dann gelingt fast nix mehr. Aue kann schalten und walten, wie es beliebt, von uns nur wenige verzweifelte Lebenszeichen. Das 1-2 in Halbzeit zwo lässt nicht lange auf sich warten und was dann noch an Gegenwehr folgt, reicht alles nicht. Ein nicht gegebener Treffer in der Schlussphase (warum, wissen wir nicht) nützt auch herzlich wenig. Schiedsrichterpech ist ein gewisser Faktor heute, aber ihr wisst ja, wie sehr uns derlei Ausflüchte weiterbringen.

Weil wir Kuschelhippies sind, fangen wir auch bei diesem Spiel nicht an, einen Sündenbock zu suchen*. Und das griffe auch zu kurz. Einzelne Spieler könnten mal eine Pause vertragen und Verletzungsausfälle sind eine ernste Sache – aber mit denen haben andere Teams auch zu kämpfen. Wenn Cheftrainer über weite Strecken der zweiten Halbzeit aber mit versteinerter Miene am Spielfeldrand steht und von seiner Körpersprache her sagt “Mir ist alles egal”, dann wundern wir uns über undynamisches Auftreten der Jungs in Braunweiß nicht so sehr.

Das Taktische analysiert besser als wir es können: http://millernton.de/2019/02/17/karma-is-a-bitch/

In our humble opinion ist damit aber noch nicht alles gesagt. Zu Recht wird erwähnt, dass der Hochscheidt nicht in athletischer Topform ist, trotzdem läuft er jedem Spieler von uns weg, wirkt dynamischer und schneller. Ein riesiger Unterschied zur Hinserie ist auch, dass wir nicht mehr bis zur letzten Sekunde auf athletischer Höhe sind. Das war die riesige Stärke in der Hinrunde. Nun ist wieder dieses “stehend KO nach 50 Minuten” zu sehen, was uns schon mehrfach Halbserien gekostet hat. Hier müssen anscheinend Methoden und Trainingsinhalte hinterfragt werden. Und das macht keine große Hoffnung auf den Rest der Saison.

Insgesamt sollten wir vor Scham im Schmutz kriechen. Dieses fucking Aue hat weniger Einwohner als Poppenbüttel und wir holen gegen die in beiden Spielen keine Punkte. Das geht gar nicht.

*Liebe Menschen, die in unserer Hörweite stehen: Lasst endlich das Allagui-Bashing! Warum zum Teufel schießt ihr euch seit Anbeginn seiner Zeit eigentlich auf ihn ein? Klar das ist ein Junge, der eher die feine Klinge führt und damit nicht ins Millerntor-Klischee der Kampfsau passt und der eben auch mal Hacke Spitze versucht, was wenn es nicht klappt eben auch mal doof aussieht, aber das ist alles kein Grund ständig ihn zu bepöbeln.

Schwingen da vielleicht rassistische Klischees vom südländischen Stürmer mit, der zu lässig ist? Ihr solltet das mal hinterfragen und euch hinterfragen.

Mehr Alarm macht jemand anderes

Der Busfahrer (!) von Aue provoziert rund um den Abpfiff von der Bank aus die Gegengerade und erntet nicht nur Pfiffe, sondern auch so manchen Bierbecher. Wer so einen Mist abzieht, kann gerne mal Stadionverbot bekommen. Also der Busfahrer. Auf die Stellungnahme bei Groeni weisen wir hin. Er schildert es dort natürlich anders.

Nebenbei sind geworfene Becher aber auch keine geile Sache und ziehen im Ernstfall miese Konsequenzen nach sich. Also lasst das, selbst wenn der Furzkopp von Aue eimerweise Scheiße übergezogen verdient hätte. Derlei Impulsivität sollten wir lieber rechtzeitig in Gesänge investieren, liebe Gegengerade. Dies gilt nebenbei auch für die Würfe in Richtung Mr. sterbender Schwan, dann wieder von den Toten auferstanden. Lasst den Mist einfach.

Auch sonst der FC Erzgebirge heute voller Unsympathen. Zeitspiel ab der 60. Minute und mimimi galore. Leider honoriert Schiri Badstübner derlei Verhalten auch noch. Aber der Unparteiische ist wie erwähnt ohnehin bestensfalls ein Fähnchen im Wind.

Und jetzt?

Ach, wenn wir das wüssten. Die beiden vergangenen Spiele sahen beide aus wie Klassenunterschiede und jedes Mal war der FCSP in der Rolle des niedrigklassigen Vereins. So läuft das nicht, wenn man oben dran bleiben will. Womöglich wäre etwas mehr Mut bei den Aufstellungen jetzt angebracht, denn ganz ehrlich: Was haben wir denn zu verlieren?

Entweder wir lassen uns jetzt Spiel für Spiel die Hütte voll schießen und kommen am Ende auf einen beknackten elften Platz oder so. Mit dem Absteig werden wir wohl beim schlechtesten Willen nichts mehr zu tun haben.

Oder es wird ein neuer Funke entzündet und mit neuem Feuer verbrennen wir die Rasenplätze dieser zweiten Liga, machen die Rauten rund und feiern in Fürth ein fulminantes 4:1 und den zweiten Tabellenplatz. Wir wären für letzteres, nech.

Ey Basch

Danke für die Erwähnung und die lobenden Worte. Auch schön, dass mal wieder Meinung im Blatt gemacht wird. Da muss man nicht immer einer Meinung sein, aber das will man doch vom Ultrà-Zentralorgan. Und besser als nur Hopperberichte ist es sowieso.

Eine kleine Sache missfällt dann aber doch. Ein Bericht endet mit der Formulierung “deine treue Garde”. Das finden wir irgendwie unpassend. Da gibt es doch einen besseren Spruch für die besten Ultras dieser Stadt.

Feb 092019
 

Ein Wintermärchen

Köln. Die Stadt und der Dom sind so stark miteinander verbunden, wie wahrscheinlich kein anderes Bauwerk mit einer Millionenstadt.

Als wir vorschlagen, diesen Freitag auch zu nutzen, dieses Bauwerk einzuebnen, gefällt das nicht allen Lesenden.

Dabei bewegen wir uns dabei doch nur in einer direkten Tradition Heinrich Heines, der prophezeite, dass der Dom nie fertig werden würde, und vorschlug, doch einen Pferdestall daraus zu machen.

Nun behaupten Historiker, dass der Dom seit 1880 fertiggestellt sei und Heine Unrecht gehabt habe. Aber die Existenz eines Dombaumeisters, der in Köln ungefähr die Stellung eines Bürgermeisters hat und wahrscheinlich weniger korrupt ist (der Kölsche Klüngel, wie die Kölner diese Unart romantisieren), widerlegen die Fertigstellungsthese.

Und sowieso ist Heine in die bayerische Walhalla aufgenommen, was ihn ja wohl über alle Zweifel erhaben lässt.

Womit wir bei der lustigen Verklärung Heines sind, denn so hat auch Köln sein Heine-Gymnasium.

So wie kommen wir jetzt zum Fußball?

Baustellen

Vielleicht, weil Baustellen ein gutes Stichwort ist. Durch diese schlängeln wir uns gen Köln. Playlist ““Nur Hits”? Klar! Gute Laune? Klar! Veteranen überholen? Klar!

Pinkelpause? Pinkelpause! Irgendwo im Bergischen. Kleiner Rasthof. Stehen da so zehn leicht nach Stress aussehende Jungs im allerfeinsten Nazi-Hool-Outfit. Inklusive Holland-Hardcore-Aufdruck auf einer Klamotte. Google findet jetzt beim Schreiben ein gleichnamiges Gabberfascho-Forum.

Kurz: Keine Jungs zum Biertrinken und wir fahren lieber weiter. So ein 10 gegen 2 ist nix für uns. Wir sind ja nicht die Veteranen.

Örtliche Getränke

In Köln staut es sich. Wir haben Zeit, touren durch die Stadt und gucken. Das Hotel ist nah dem Stadion und es gibt für Ticketinhaber ein Kölsch aufs Haus. Testen wir das Zeug doch mal. Ergebnis: Nix für Jever-Liebhaber, aber so vom Fass, kühl und frisch, geht das gut runter. Der spätere Test aus der Flasche fällt da negativer aus. Aus der Pullle geht Pils besser. Als Pils-Alternativen bietet das Hotel nebenbei Bitburger und Astra (!).

Fußweg

Ab zum Stadion. In unserem Beobachtungskreis läuft alles fröhlich durcheinander, alle sind entspannt und wir kommen schnell zum Gästeblock. Dort das übliche Hallo.

Nicht verheimlichen wollen wir, dass es außerhalb unseres Beobachtungskreise nicht immer nur entspannt zugeht. Im Internet finden sich von aggressivem Polizei-Auftreten. Haben wir nicht mit bekommen, können wir nix drüber sagen. Auch untereinander sind uns unschöne Dinge zugetragen worden.

Drinnen

Die Kontrollen sind entspannt, die Abtastenden sind freundlich. Der Block bietet viel Platz, auch wenn sich wieder alles unten ballt. Aber man kommt durchgängig rein und raus, wie wir aufgrund des Kölsch ausgiebig testen.

Stimmung

Im Gästeblock ist gut Alarm. Das beweisen die doch beeindruckten Gesichter im Nebenblock. Und wenn die Sitzplätze im Gästeblock mit einsteigen und das tun sie regelmäßig, dann wird es richtig laut. Guter Auftritt, was bei einem Highlight-Spiel aber auch nicht schwer ist.

Spiel

Machen wir es kurz: Die waren besser, die haben verdient gewonnen, die sind (noch!) nicht unser Niveau. Schnelligkeit und Präzision, wie man es sonst in Liga zwei selten sieht.

Dagegen unsere Rumpftruppe, der unser Mannschaftsbaumeister ein 3-5-2 verordnet hat. Köln weiß aber mit seiner Schnelligkeit die Lücken über außen immer wieder nutzen und Schnecke sieht da nicht immer gut aus. Kein wirklicher Vorwurf an unseren 12. Mann und Fußballgott, die sind da schon sehr gut, die Kölner, und da wird es sehr schwierig.

Auch Jackson hat seine Vorrundenform (noch!) nicht gefunden. Dies gepaart mit vielen Ausfällen macht es unmöglich zu gewinnen.

Kaucze sprach von “perfekten Tag haben” und den haben wir leider nicht. Zwar haben wir in vielen Szenen das notwendige Glück, geben die Tore 1 bis 3 aber letzlich zu einfach ab. Standards dürfen nicht zu Toren führen. Und unser Di-Mo-Fr vs. Kölns Do-Fr tut das Übrige. Die sind auch frischer.

Noch ein Wort zu Svend: Der macht seine Sache gut. Ja er lässt einige Bälle noch ein bisschen nervös abprallen, aber für ein Debüt unter diesen Umständen ist es sehr ordentlich und der Junge zeigt sehr gute Ansätze. Viermal hinter sich greifen zu müssen, wird der Leistung nicht wirklich gerecht.

Fazit? Fazit!

Es ist ganz einfach: Über dieses Spiel sollten wir uns nicht ärgern. Über Darmstadt und auch über Union schon. Wir müssen die anderen 39 noch zu vergebenden Punkte holen und dann werden wir halt 2. nach Köln.

St. Pauli ist die einzige Möglichkeit und unser Tag wird kommen. Diese Saison.

PS: Das letzte Kölsch war schlecht.

Feb 052019
 

oder

Eigentlich war der Sieg doch nie in Gefahr

Einleitung

Puh, was für ein Spiel. Klar, wir sind das gewohnt und das macht den FCSP und das Millerntor ja schon seit Jahrzehnten aus. Aber das geht aufs Herz. Gut, dass wir kein Feldversuch für die gesundheitlichen Risiken des Fußballguckens sind, denn 107 Kardiologen hätten nach diesem Abend wahrscheinlich ein Verbot gefordert.

Reinleitung

Montagabend. Es bleibt ein doofer Termin. Das merkt man auch daran, dass trotz einer „Ausverkauft“-Meldung und trotz eines Spitzenspiels Karten ungenutzt bleiben. Aber vielleicht ist es ganz gut, dass nicht alle Karteninhaber ihren Weg an das Millerntor finden, denn der Zugang zum Stadion gestaltet sich heute schwierig. Ein Eingang der GG fällt komplett weg, ein weiterer ist verkleinert. Klar, da kann der FCSP nix für, denn Grund sind diese unendlichen Bauarbeiten auf dem Heiligengeistfeld, aber es ist einfach doof. Die Planung dieser Maßnahmen sollte man echt mal hinterfragen, denn gefühlt werden nun die gleichen Teile zum ungefähr vierten Mal aufgerissen.

Auch der gerade asphaltierte Weg vor dem Fanladen hat nun schon einen großen Flicken. Alles nicht so sinnvoll. Die Stadt Hamburg sollte sich fragen, ob vielleicht “zwei Jahre keine Veranstaltung auf dem HGF und das alles in einem Rutsch fertig machen” die bessere Lösung gewesen wäre. Und den Schlagermove bitte nie wieder.

Hinzu kommt das leidige Thema „weibliche Abtastordnerinnen“. Diesmal gibt es einen Mangel in der Süd. Kurzfristige Krankheit wird als Grund genannt. Und das kann höhere Gewalt sein. Wenn das nicht alles sowieso schon immer wie auf Kante genäht wirken würde von der Personalstärke. Der Dienstleister und damit auch der FCSP sollten sich hier mal in Ruhe zusammen setzen.

Feinleitung

Unser Trainer stellt um. In unserem Kollektiv ist daher vor dem Spiel Diskussionsbedarf. Flum rein? Zander raus? Man kann das unterschiedlich sehen. Und wir sehen es unterschiedlich. Aber wir sind nicht der Trainer, der hat zum einen auch die Trainingseindrücke und wird zum anderen dafür bezahlt und gefeuert.

Polytheismus am Millerntor in Reinform? Als bei den Unionern unzählige und auch bei uns zwei vermeintliche Fußballgötter angesagt werden, drängt sich die Vermutung auf, dass hier vieler übersinnlicher Wesen gehuldigt würde. Aber: “Der Fußball-Gott auf St. Pauli ist Schnecke”, soll der neue alte Götze laut einem unbedeutenden Käseblatt gesagt haben. Word.

Beinleitung

Das Spiel ist nervös. Beide Mannschaften wissen, worum es geht. Viele Ballverluste. 59 % Passquote am Ende beim FCSP. Aus einem munteren Hin und Her ergeben sich nicht wirklich Torschüsse. Vielleicht welche für die Statistik, aber die beiden Torhüter sind über weite Strecken mehr oder minder beschäftigungslos oder machen sich per Fehlpass selber Arbeit. Beide nebenbei in Kurz/Kurz, hoffentlich ist das nicht zu kalt. Am Ende schießen wir drei Mal aufs Tor und drei Mal folgt Torjubel am Millerntor. Auf Kante genäht, aber das hatten wir ja schon.

Dann spielt Sami den nächsten Fehlpass, der Ball prallt aber von seinem Gegenspieler wieder zurück zu ihm und da dies mit dem Passspiel so gar nicht funktioniert, denkt er sich: „Donner ich ihn halt rein.“ Gesagt, getan. Es ist der 4.2.2019 und das Tor des Monats Februar ist wohl geschossen.

Der Berliner Torhüter muss sich dabei auch ziemlich dumm vorkommen. Den sieht er lange auf sich zu kommen und der Ball ist trotzdem unhaltbar.

Vor der Halbzeit noch (Konter-)Chancen für den FCSP, der nun plötzlich mehr vom Spiel hat.

Nach der Halbzeit wirkt Meier komplett platt. Zwei Bälle rollen an ihm vorbei, weil sein Radius doch klein wird. Kein Vorwurf, der Junge kann noch nicht (oder nicht mehr?) im vollen Saft sein. Auswechseln? Einen frischen Mann für die Offensive bringen? Ihr seid der Trainer. Das ist eine schwierige Entscheidung. Denn Meier besitzt eben dieses besondere Etwas, das einen Torjäger auszeichnet. Und Kaucze entscheidet sich für „lass den mal drauf“. Die richtige Entscheidung, denn nach einer Ecke ist Meier da und es steht 2-0.

Wir haben ja so einen jungen Mann bei uns stehen, der eigene Ecken hasst und immer pöbelt, dass er kein Eckentraining will und die sowieso nix einbringt. Der kurze Kommentar in die gerade getretene Ecke zu ihm ist nur „Jetzt Tor“ und 0,5 Sekunden später liegen alle jubelnd auf ihm.

Eigentlich ist nun alles vorbereitet für einen lauschigen Montagabendsieg, aber Union will da nicht so ganz mitspielen. Innerhalb von gefühlten 10 Sekunden holen wir uns die kurz vor Schluss wieder ins Spiel zurück und es steht 2-2. Unkonzentriert, Fehlerhaft und viel zu hektisch agieren unsere Jungs nach dem 2-1. Und das ist nun das zweite Mal in 6 Tagen, dass wir uns ab der 80. Minute noch jeweils 2 Gegentore einfangen, die man sich nicht fangen muss, wenn man konzentriert verteidigt.

Das Millerntor zieht nun ein langes Gesicht. Jeder sucht seine Art des Verarbeitens, still werden, motzen, jetzt erst recht brüllen. Innerlich sich mit dem Unentschieden arrangieren. Der großen Tabellenchance hinterher trauern.

Dann läuft Buchti in den Strafraum, eigentlich ohne Gefahr, aber Abdullahi (der nebenbei auch mal bei uns auf der Transfergerüchteliste stand) geht so etwas von dusselig da rein, dass man Elfmeter pfeifen muss.

Und nun kommen wir zurück zu dem „Sollte man Meier auswechseln?“. Nein, sollte man nicht. Er legt sich den Ball hin, zählt nicht mal seine Schritte ab oder geht nach dem üblichen hin- und her noch mal hin, wie es sonst alle Schützen machen. Latscht da rum, wartet auf die Freigabe, kurzer Anlauf und sicher den Torhüter verladen. Sehr herzig auch, dass Knoll wohl eigentlicher Schütze ist, aber so ein bisschen extra rumhumpelt, um Meier zu signalisieren, dass dies sein Ding ist.

Deswegen hat man den geholt und deswegen lässt man ihn auch stehend K.O. auf dem Platz.

Der Rest ist Jubel. Leider (oder zum Glück) ist Montagabend, da müssen sogar die jüngeren Rock’n’Roller unter uns irgendwann einigermaßen früh die Segel streichen. Die Stimmung nach solchen denkwürdigen Spielen ist immer ein Verweilen rund um die Fanräume wert.

Singleitung

Puh, Gegengerade. Wir mögen dich ja eigentlich. Aber irgendwie musst du immer einen riesigen Brand haben, um mal in Singlaune zu kommen. Das ist teilweise schon extrem emotionslos. Niemand verlangt “90 Minuten singen und hüpfen”, aber wenn selbst das “Aux Armes” auf unserer Höhe ziemlich dünn und danach das Geschehen auf dem Platz mehr oder minder egal ist, dann ist was falsch.

Aus unserer Perspektive sind auch die Randbereiche der Süd echt schon mal aktiver gewesen. Mittig geht immer noch alles, aber es wird schnell dünner. Und damit auch noch weniger Funken für eine träge GG.

PS: Wir wollen eine Supportblocktrommel zurück.

Sonderlei(s)tung

Für Schnecke, der diese Saison vier Mal gespielt hat und uns damit bisher 12 Punkte beschert hat. Oder anders gesagt: Mit Schnecke gilt #fcspunschlagbar
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Für Florian Carstens, der ein richtig souveränes Spiel gemacht hat. Und aktuell unser bester Innenverteidiger ist. Das Kollektiv diskutierte intensiv die Verpflichtung von Hoogma in Bezug auf Carstens. Nach gestern kann man wiederholt nur sagen: Mit dieser Leistung wäre es fatal, Carstens rauszunehmen. Und trotzdem war die Verpflichtung gut. Wie schnell sich da doch einer verletzen kann, zeigte der Schreckmoment als Avevor behandelt werden musste.
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Steigleitung

Wollen wir aufsteigen? Aber natürlich wollen wir das. Nicht in 1, 2 Jahren. Nein jetzt. Das Argument “aber lass die Mannschaft sich doch noch ein zwei Jahre festigen” ist ein Nichtargument. 1. War der gleiche Kern an Mannschaft bereits unter Ewald mal 4. und seitdem sind Jahre des Wachsens vergangen. 2. Gibt es kein Warten im Fußball und wir würden heulen, wenn unsere Jungs sich den Traum Bundesliga in Augsburg oder anderen langweiligen Orten erfüllen müssten.

Nein, eine Welt geht nicht unter, sollte es nicht klappen. Wir haben ja gerade mal eine Wahrscheinlichkeit von 18 %. Aber wir sollten die Möglichkeit beim Schopfe packen. Gründe? Diverse. Sei es Geld, sei es die Chance Bayern zu besiegen, sei es die kleine Wahrscheinlichkeit mal in einer höheren Liga als der lokale Rivale zu spielen. Stellt euch das mal so ein Jahr vor. Und den Klassenerhalt schaffen wir schon irgendwie.

Und noch etwas: Der FCSP gehört nach Europa und dies geht nur in der Bundesliga. Kommt uns jetzt nicht mit Pokal. Darüberhinaus gibt es da so einen Plan. 2030 die Champions League zu gewinnen. Der ist schon fest abgesprochen. Und damit viele Grüße nach Ingolstadt.