Nov 122018
 

Kommunistische Nörgler

Wir sind ja als kommunistisches Propagandamedium und ewige Nörgler bekannt.

Und auch der Spieltag gegen Heidenheim erbrachte Optimierungsbedarf. Sowohl auf dem Feld, als auch daneben.

Unser Gegner

Heidenheim. Kann wahrscheinlich niemand von euch blind auf einer Karte einzeichnen. Und ohne den Zweitligisten würde niemand das Dorf kennen. Man muss dem 1. FC Heidenheim von 2007 (auch wenn sie 1846 behaupten. Was mit dem Namen “FC” schon Bullshit ist) Kontinuität zugute halten. Denn Frank Schmidt ist seit kurz nach der Gründung Trainer der ersten Herren. Stark. Dass Frank Schmidt auch noch gebürtiger Heidenheimer ist, setzt dem ganzen noch die Krone auf. Gerade bei solchen Emporkömmlingen sitzt der Entlassungsknopf ja häufig sehr locker, sodass dies echt bemerkenswert ist. Genauso bemerkenswert ist, dass im Gemeinderat der Stadt Heidenheim die DKP mit einem Sitz vertreten ist.

Kommen wir aber zum Tagesgeschehen

Die Menschen dieses Blogs sind als Kartendealer bekannt und das nimmt auch heute inklusive interner Deals wieder großen Raum ein. Am Ende hat aber jeder die Karte seines Vertrauens.

Im Stadion ist es auf der GG rappelvoll diesmal.

Sowieso GG: Leute, so geht das nicht. Das ist zu lahm, zu leise und zu wenig. Viel zu wenig. Vielleicht finden sich auch mal gefühlt 150 Leute, die den Supportblock wieder auffüllen? Und eine Trommel mitnehmen? Vielleicht sollten wir doch mal eine Vorsängerin probieren? Wir erleben hier doch im Augenblick Spitzenfußball der 2. Bundesliga, zumindest nominell.
In der Süd dafür ist die Stimmung zumindest phasenweise besser als die meisten Heimspiele dieser Saison. Besser, nicht bombastisch, was eigentlich immer der Fall sein sollte. Aber wir wollen auch mal lobend positiv verstärken – mehr davon.

Werbung

Wir spielen im Profifußball und da gehört Werbung dazu. Wir betreiben neben “normaler” Werbung auch unsere “Weltverbesserer”-Kampagne mit der Techniker Krankenkasse, die gerade für “Netz gegen Plastik“ sammelt.

Plastik aus den Meeren zu sammeln ist gut (Infos im Link), weniger Plastik zu nutzen und zu verbrauchen wäre noch viel besser.

Und da ist es dann schon nicht ganz optimal (freundlich formuliert), wenn einem Helfer*innen in EinmalplastikjackenAufkleber aus Plastik in die Hand drücken. Genrell wirkt die Kampagne sehr stark nach Eigenwerbung; wenn man so will, Greenwashing. Sicher sind ein paar Euro für eine gute Sache nicht falsch, aber ein bisschen weniger offensichtliche PR für private Unternehmen wäre schon ganz nett, wenn der FCSP seinen Namen dafür bereitstellt.

Grundsätzlich können wir da auch vor der eigenen Haustür kehren. Dass die elendigen Einwegbecher auf der Gegengerade der Vergangenheit angehören, ist ein guter Anfang, wird aber konterkariert, wenn ein Sponsor vor einem Spiel Einweg-Plastikflaschen verteilt. Wir können übrigens auch mal über anderen Einwegmüll oder den gigantischen Fleischkonsum während der Spiele sprechen. Nein, der Öko-Club sind wir sicher nicht.

Nicht zu optimieren ist die (Nicht-)Werbung von Congstar auf den Werbebanden. “Hey Werbung, mach mal Platz für Vielfalt” und dann ein Regenbogen einmal ganz rum, ist schon echt gut. Da hatte jemand echt eine kreative Idee, die positiv im Kopf bleibt. (Werbung ist natürlich trotzdem kapitalistische Scheiße.)

Dagegen echt lahm sind die immer auf den Gegner bezogenen Spruch von Fritz Kola. Mal ganz davon ab stand der Spruch mit den “Heiden heim schicken” schon vor Jahren genau hier. Aber da war das unser Flachwitzgott umsonst und nicht eine teure Werbeagentur.

Zum Glück hat Media Markt seine “Männer”-Kampagne heute nicht im Stadion geschaltet.

Auf dem Platz

Heidenheim ist eingespielt, definitiv eine der Qualitätsmannschaften der Liga und der Schnatterer ein personifizierter Stachel im Fleisch.

Dass wir da über 90 Minuten echt gut dagegen aussehen, zeigt auch, dass wir echt Qualität haben. Nur die brauchen halt 1,5 Chancen für ein Tor und wir Millionen. Seien es nun Ecken, die echt ungefährlich sind, sei es, dass wir zu kompliziert spielen. Da kann man Dinge echt noch optimieren. Mit Henk haben wir (endlich?) wieder einen richtigen (Mittel-)stürmer. Der bei jedem 5,5. Ballkontakt selbst schießt oder einem Mitspieler den Ball auflegt. Und alle 130 Minuten ein Tor macht und alle 175 Minuten einen Assist abgibt. Oder anders gesagt: Alle 75 Minuten an einem Tor beteiligt ist.

Letztendlich bleibt es beim gerechten Unentschieden. Aber wir sind schon gut unterwegs diese Saison.

In zwei Wochen geht es dann nach Oberbayern, genauer nach Regensburg. Flum hat sich gegen Heidenheim die fünfte Gelbe abgeholt. Alles deutet auf den ersten Profistartelfeinsatz von Ersin Zehir hin, der diese Saison bereits sechs Mal Flum ersetzt hat. Der #Sektionsportwetten legen wir einen 2:0-Tipp nahe – und hoffen natürlich, dass Ersin seine weiße Weste behält.

Sonst so?

Einen eigenen Artikel bekommt in der nächsten Woche der Sicherheitsapperat.

Freitag war das Polizeiorchester im Ballsaal zu Gast. Ganz ehrlich: dDas ist echt unschön. Duddes Schergen sind auch dann unerträglich, wenn sie in ein Horn blasen. Das Ganze war nach unserem Kenntnisstand eine Fremdvermietung und die bekommen als Grenzen Stadionordnung und Leitlinien an die Hand gegeben. Und da sind Polizeiorchester nicht verboten.

Klar kann man da was juristisch konstruieren, aber ausdrücklich wäre deutlicher.

So sehr das in einer klaren Welt wünschenswert wäre, dass kein Polizist unser Stadion in Uniform betritt, so sehr müssen wir uns da wohl immer wieder den faulen Kompromiss “Profifußball” vor Augen führen. Kein richtiges Leben im falschen, nech?

Viva la Bernie? Hintergründe zu den auffälligen grünen Plakaten findet ihr hier.