Nov 112018
 

Ich lernte dich vor ca. 15 Jahren auf dem Geburtstag unseres OL kennen. Düsseldorferin durch und durch.

Und schnell verstanden wir uns, und hatten immer wieder Kontakt. Nicht jeder kam mit deiner Art zurecht. „Kurz“ und „halb“ gab es bei dir nicht. Wenn du dich für etwas interessiertest, dann wolltest du alles wissen. ALLES! Wir Fußball Fans neigen ja dazu, die Stadt zu ignorieren, in die wir fahren. Das war nicht deine Welt. Wenn du nach Duisburg gefahren bist, dann hattest du vorher alle Museen und Sehenswürdigkeiten heraus gesucht und per E-Mail verschickt.

So lebtest du auch den FCSP. Wenn, dann richtig. Mitgliedschaft und Dauerkarte waren für dich eine Selbstverständlichkeit. Und das in Jahren, in denen der FCSP in der Regionalliga um sein Überleben kämpfte. JHV? Dann komm ich aus Düsseldorf, lese vorher den magischenfc.de Bericht vom Vorjahr und war wahrscheinlich besser vorbereitet, als andere anderen. Wir sind ja immer erstaunt, dass überhaupt jemand diese 35 Seiten liest. Aber die vom Vorjahr? Ganz oder gar nicht. Wenn dein Herz irgendwo war, dann mit aller Leidenschaft.

Für Düsseldorf warst du ein wandelndes Lexikon. Das mit einer Meinung und einer Liebe für die Stadt. Mit einem „Kölle Alaaf“ am 11.11. konnte man einen liebevollen Vortrag über Karneval gewinnen. Immer auch mit einem Schalk im Nacken, wie es sich für eine Rheinländerin gehört.

Mit deiner unstillbaren Neugier konntest du auch anecken. Nicht jeder konnte damit umgehen. Und so hattest du auch mal Probleme mit der Welt und mit dir.

Gerade als du die alle halbwegs in den Griff bekommen hattest, deine Neugier wieder richtig blühte, kam der Krebs. Du hattest noch soviel, was du wissen wolltest und erleben wolltest. Dazu kommt es jetzt nicht mehr. Krebs ist ein Arschloch.

Rest in Neugier. Wenn es einen Gott gibt, dann frag ihm Löcher in den Bauch.

Der Blogsenior