Nov 042018
 

 

Wenn das Sportliche zur Nebensache wird

Fußballfans sind keine Waisenkinder und in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht jedermanns Sache.

Auch wird sich im Suff nicht immer an so etwas wie ein Rauchverbot gehalten.

Was genau den Polizeieinsatz in Bielefeld verursacht hat, wissen wir nicht zu 100 Prozent. Augenzeugen sprechen von “Rauchen im Zug” und dann ohne Vorwarnung Pfeffer. Auch eine spätere Weigerung, Personalien abzugeben, wurde laut Augenzeugen mit Pfeffer für alle beantwortet.

Danach wurden gut 300 Bahnfahrer gekesselt und nicht zum Stadion gelassen.

Unverhältnismäßig

Um es mal deutlich zu sagen: Es muss schon verdammt viel vorfallen, damit man auch nur annähernd eine solche Maßnahme als „verhältnismäßig“ bezeichnen könnte. Und wir sprechen hier von Mord und Totschlag. DEUTLICH (!) mehr als Rauchen im Zug allemal.

Wir haben keine Sorge, dass die Polizei in ihrer Pressemitteilung dies herauf beschwören, der deutsche Redaktionsmichel es abschreiben und der deutsche Spießbürger es glauben wird.

Wieder haben die mutigen Polizisten den Bürgerkrieg verhindert. Am Arsch!

Wir haben übrigens trotzdem immer noch die Bombe. Was im Abgang auch so gesanglich kommentiert wurde.

Unsere Waffe heißt Solidarität

Die im Stadion entschlossen sich auf Support zu verzichten, ihrem Unmut über die Polizei kund zu tun und in Solidarität den Block zu verlassen. Danke an das AFM Radio für zeitgenaue Berichterstattung und an Sky Go, wo man dann eine Minute später das Tor sehen konnte.

Auch du, @fcstpauli

Wer es nicht schaffte, sich über die Situation zu informieren, war unsere Social-Media-Truppe. Erst nach dem Spiel gab es Infos auf diesem Kanal.

Ganz ehrlich: Am Arsch! Da stehen Funktionäre unseres Vereins unter der Tribüne, da ist die sportliche Leitung informiert und unsere Social-Media-Truppe schafft nicht einmal, einen “Fans von uns haben anscheinend Schwierigkeiten in der Anreise gehabt, deswegen ist der Gästeblock ungewohnt leise. Wir klären das und melden uns.”-Tweet/Facebook Nachricht.

Und das obwohl Leute von Beginn an nachfragen und um Infos bitten oder eine Solidarisierung fordern. Und im Nachhinein als Begründung für das Schweigen zu dem Thema zu bringen, dass man sich erstmal informieren müsse, ist einfach zu wenig. Schnelle Krisenkommunikation ist in Social-Media-Zeiten eine Notwendigkeit und hier schnell gemacht. Und sowas kann und sollte man in einer ungeklärten Situation auch schreiben, ohne alle Details zu den Vorkommnissen zu haben.

Stattdessen dann noch ein Halbzeit-Tweet, wo noch der tolle Support der mitgereisten Rabauken gefeiert wird.

Wenn ich heile Welt Social Media will, dann gehen wir zum FC Bayern. Oh wait.

 

Die Mannschaft schaffte nach Abpfiff eine spontane Solidarisierung. Danke dafür.

 

Noch was

Es ist uns egal, was da passiert ist. Wenn da jemand Scheiẞe gebaut hat, dann klären wir das. Aber auswärts gilt: Alle oder keiner und unsere Leute gehören zu uns in den Gästeblock.

Das Sportliche

Gewonnen, Tabellenführer für einen Tag. Egal. Diffidati con noi!

PS: mit Dank an @amhass