Sep 042017
 

Warnung!

Dies ist ein Bericht über aktive sportliche Aktivitäten einzelner Schreiberlinge dieses Blogs. Wenn ihr die üblichen Fußballanalysen lesen wollt, dann bitte nicht weiter lesen.

Wir haben uns entschlossen, diese Rubrik wieder zu befüllen, weil dies doch einfacher ist, als irgendwo noch einen eigenen Blog zu befüllen, der aus diversen Gründen nicht mehr zu dem primären Aktivsportler dieses Kollektives passt. Die Berichte sind durch das Wort „Aktivsport“ im Bericht gekennzeichnet.

Ansonsten viel Spaß mit den aktiven sportlichen Erlebnissen.

Das Airportrace 

Eine Instution im Hamburger Laufkalender ist das Airportrace. Bereits die 34. Auflage wurde dieses Jahr veranstaltet. Das Rennen umrundet einmal die Fuhlsbütteler Flughafen und geht über die ungewöhnliche Distanz von 10 Meilen.

Meine letzte Teilnahme datiert aus dem Jahre 2013, seitdem passte dieses Rennen nie in den eigenen Laufkalender. Umso schöner, dass die Veranstaltung diesmal auf das Länderspielwochenende fiel und ich eine Teilnahme verwirklichen konnte.

Da nächste Woche nun der Jahreshauptwettkampf geplant ist, war das Ziel nicht sich zu verausgaben und hier auch keine Stunts zu veranstalten. Das dies letztendlich nicht so wirklich klappte, da wird drauf einzugehen sein.

Vor dem Rennen

Das ganze ist von der BMS (mit-)organisiert und der Name steht für eine gute Qualität an Organisation. So gibt es einen ausgeschilderten Parkplatz, der zwar ein Euro kostet, aber das ist ja okay. Es gibt eine vielgenutzte „Fahrradgardrobe“ und die Startnummer ist schnell ergattert. Übergeben durch ein Abteilungsmitglied, so dass auch noch ein bisschen Plausch und Freude möglich war.

Danach galt wieder mein Lebensmotto „Dixiklo macht Läufer froh“. Details möchte ich an dieser Stelle verheimlichen.

Was fehlte: Die Motivation. Die war trotz sonnigem Wetter anscheinend im Bett geblieben. Die Hüpfburg sah echt verlockend aus. Und auf eine Hitzesonnenschlacht hatte ich auch nicht wirklich Lust. Denn so schön der Kurs ist, er ist doch für sehr weite Teile in der Sonne.

Nun gut, irgendwann war dann die „nützt ja nix, du hast bezahlt“ Stimmung da und es konnte los gehen. Nicht ohne vorher noch von einem Mädel angesprochen zu werden, ob man nicht eine Woche vorher beim Heldenlauf gewesen sei. Jo, war ich und da hatten wir uns über Kilometer immer wieder abgewechselt, wer gerade schneller war. Am Ende hatte sie mich dort verheizt.

 

Das Rennen

Ich hatte mir als Ziel gesetzt irgendwo knapp unter 1:50 zu finishen. Und dabei die Kilometer relativ konstant zu laufen. Zu Beginn ging es natürlich wieder ab wie Schmidts Katze, da es zu Beginn Asphalt ist und die Leute auch ihr eigenes Tempo überschätzen. So war bereits ab Kilometer 5 fröhliches einsammeln angesagt von Leuten, die einfach ein viel zu schnelles Einstiegstempo gewählt hatten. Ich kenn das aber von diesem Lauf selber. Man will den immer wie einen 10 KM Lauf angehen. Aber 16 km sind halt 60 % mehr.

Durch ein Parkhaus windet man sich nach oben und tauscht dann die Straße gegen engere Wege ein. Es wird ein bisschen eng bei irgendwas um die 2000 Teilnehmer, insbesondere wenn einem noch Spaziergänger oder ähnliches auf den nicht ganz abgesperrten Wegen entgegen kommen.

Bei Kilometer 6 gibt es Wasser und ich bin gut im Plan. Ich habe eine Minute Vorsprung auf meine gewünschte Zielzeit und fühle mich locker. Dann geht es durch ein kleines Waldstück in Richtung Krohnstiegtunnel. Und hier passiert das Unglück. Ich laufe hinter einem Paar, die genau mein Tempo gehen. In der Mitte des Weges befindet sich ein Baumstumpf, der wahrscheinlich zu Beginn des Rennens noch ebenerdig war, nun haben aber ca. 3000 Füsse ihn richtig schön aus dem Sandboden herausgearbeitet. Die vor mir können noch knapp ausweichen. Ich nicht mehr. Ich bleibe hängen, stolpere, versuche mich noch abzufangen und batsch. Liege ich auf der Fresse. Zum Glück habe ich den vor mir zwar berührt, aber nicht mit umgerissen, so dass ihm nix passiert. Er und seine Begleitung bleiben sofort stehen, helfen mir auf. Danke dafür!

Schadensbericht? Das Knie ist blutig, die Hände auch, die Schulter voller Sand. Kurz geguckt, ob alles noch geht, weiterlaufen. Zumindest bis zu einer Wasserstelle, wo auch Feuerwehr ist, die sich das ggf. mal ansehen kann. Natürlich brennt das und ist unangenehm, aber Adrenalin ist schon ein geiler Saft. Daher kann ich mein Tempo halten.

An der Wasserstelle dann also kurze Notverarztung. Ist aber alles nur eine oberflächliche Schürfwunde. Nix was mich umbringt oder was ein Weiterlaufen verhindert. Meinen Vorsprung auf mein Ziel hab ich natürlich nun vollständig verloren.

Und nun geht es den Weg zwischen Schrebergärten und Flughafenzaun entlang. Man hat da was zu gucken, aber wirklich gut überholen oder Tempomachen ist auf den teilweise unebenene und steinigen Wegen nicht mehr möglich. Insbesondere, da ich nicht noch einen zweiten Sturz riskieren will.

Freunde getroffen, die einen noch freundlich bepöbeln und dann endlich ist man wieder auf der Straße und nah am Ziel.

Das Airportrace ist bis dahin flach. Wenn man mal von Parkhaus und Krohnstiegtunnel absieht. Aber direkt vor dem Ziel macht der Lauf noch einen Schlenker, damit man auf 10 Meilen kommt und genau dieser Schlenker ist mit einem ordentlichen Anstieg gesegnet. Und Anwohnern, die einem mit „In 400 Metern wird es wieder flach!“ Mut und Respekt gleichzeitig einflößen.

Ich versuche noch einen Endspurt, was auch gelingt und den letzten KM nah an die 6:00 drückt. Aber insgesamt hat Sturz und Verarztung zuviel Zeit gekostet, um eine 1:50 zu unterbieten. Am Ende fehlen auf meiner Uhr 7, in der offiziellen Zeitmessung 6 Sekunden. Egal.

Ein Fazit

Die Dame vom Anfang auch wieder getroffen, gratuliert, aber das Nicht-Duell auf 1-1 gestellt. Diesmal war ich schneller. 🙂

Insgesamt ein gelungener Lauftag.

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