Sep 262017
 

 

Wenig Worte zum Spiel 

Ein Wochenende wie das Vergangene lässt einen erst mal etwas ohnmächtig zurück. Eine als sehr ungerechtfertigt gefühlte Niederlage gegen die Düsseldorf und ein mehr als bescheidenes Wahlergebnis hinterlassen auch bei uns so ihre Wunden und so können wir uns selbst erst jetzt zu einigen wenigen Worten motivieren. Beschränken möchten wir uns daher auch auf den FCSP-Kontext. Politische Analysen und Wut findet ihr an den bekannten Stellen.

Der Spieltag gegen Fortuna stand im Zeichen der Rabauken. Die Rabauken sind erstmal nix anderes, als die üblichen Versuche Kinder (und Eltern) an den Verein zu binden und ähnliche Konzepte wirst du bei ungefähr jedem anderen Verein finden. (Details auf der Homepage des Vereins.)

Trotzdem ist es schön, dass unser Verein niedrigschwellig (okay 36 Euro pro Jahr sind auch nicht nix) eine Bindung an den Verein anbietet und die Plätze, die in Verbindung mit Betreuung der Kinder angeboten werden nicht irgendwo in der hintersten Ecke neben dem Gästeblock sind, sondern direkt neben der Süd. Und so finden sich auch immer wieder Rabauken, die kleine Choreos auf diesen Plätzen basteln und durchführen. Und sich dann auch schön einfügen. So wie eben Samstag. Wie genau das Betreuungskonzept ist, dass können wir nicht beurteilen, aber die Einbindung gegen Düsseldorf war gelungen. Und natürlich ist es erfreulich, dass viele Kinder wohl trotz der unglücklichen Niederlage einen besonders interessanten Spieltag erleben konnten.

Vermeidbar

Die Niederlage wäre in der Tat vermeidbar gewesen. Düsseldorf war bei keinem der Tore wirklich zwingend, wenn blöde Fehler seitens unserer Abwehr dazukommen, ist das besonders ärgerlich. Ob und wenn ja inwiefern der Schiedsrichter einen Anteil am Ausgang der Begegnung hatte, ist im Stadion schwer zu beurteilen. Subjektiv empfunden war dies wirklich keine Glanzleistung, insbesondere die Vergabe von Karten wirkte doch sehr inkonsistent. Für eine genaue Rekonstruktion fehlt uns allerdings die Motivation, dieses Spiel noch ein zweites Mal sehen zu müssen. Dass Hennings zum 0:2 trifft, macht es übrigens auch nicht leichter.

Ein positiveres subjektives Gefühl hingegen war der Eindruck, dass der Unparteiische und auch die rau spielenden Fortunen die Identifikation auf den Rängen mit der eigenen Mannschaft in die Höhe trieben und es über weite Strecken im Stadion recht laut war. Dazu trägt natürlich ebenfalls bei, dass die Boys in Brown nicht aufgaben und bis zum Schluss versuchten, zumindest noch einen Punkt zu holen. Das lässt uns etwas versöhnter auf die kommenden Partien blicken.

Verantwortung

Als sehr erfreulich haben wir wahrgenommen, dass der FC Sankt Pauli seine gesellschaftspolitische Verantwortung am Samstag wahrnahm und auf dem Cover der Stadionzeitung sowie den Werbebanden neben dem fast schon ikonischen „St. Pauli-Fans gegen Rechts!“-Motiv die Aufforderung „Geht wählen!“ zu lesen war. Und wenn ihr nun sagt, dass die Aufforderung zum Wählen der falsche Schluss aus einer falsche Analyse ist, dass vor allem die AfD von den mobilisierten Nichtwählern profitiert hat und damit einhergehend, dass man rechte Parteien mit mehr Stimmen nicht unter 5% halten kann, weil rechtsradikale Einstellungen in Deutschland weit verbreitet sind, dann habt ihr natürlich vollkommen recht. Wir finden trotzdem, dass dieses Statement für einen Profi-Verein sehr viel und alles andere als selbstverständlich ist – nicht zuletzt weil DFB und DFL den Sport so unpolitisch wie möglich halten wollen. Man darf nicht vergessen, dass man für so eine Bande wahrscheinlich vor 5 Jahren noch eine Strafe vom DFB kassiert hätte. Die falsche Analyse des Problems Rechtsextremismus schlug sich ja auch in der Rhetorik der themenbezogenen Ansprache in der Halbzeitpause nieder. Doch auch wenn die Statements nicht „durch-dekliniert links“ sind, wie unser selbsternannte Blog-Senior das nennen würde, finden wir das Zeichen trotzdem sehr wichtig und begrüßenswert.

 

Es schrieben auch 

Sabine in Bildern 

Nice Guys

Hm und mehr finden wir gerade nicht  

 

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Sep 252017
 

Der Lauf durch das schöne Alstertal ist eine Veranstaltung, die im Kalender vieler Läufer in Hamburg ihren festen Platz hat. Obwohl sie traditionell am gleichen Tag wie der Berlin Mara-thon ausgetragen wird, ist sie eigentlich immer ausverkauft.

Und auch diesmal waren alle Strecken voll und je nach Lust und Liebe teilten sich die Teil-nehmer auf die 4,10 oder 21 KM auf. Letztere auch als Ende des Hamburger Laufcup laufbar.

Als Strecke dient der Alsterwanderweg von Ohlsdorf bis nach Lemsahl-Mellingstedt. Wer diesen Teil Hamburgs nicht kennt, dem sei sehr stark empfohlen dort mal eine Lauf-, Wander oder Radrunde zu absolvieren.

Da das ganze eine Endmoränenlandschaft ist und die Alster hier ein Gletschertal nutzt, ist dieser Lauf nicht wirklich nur flach. Gerade im Mittelteil befinden sich heftige Anstiege. Kurz und giftig ist hier das Stichwort.

Früh Startnummer holen und einen der wenigen Parkplätze in Startnähe sichern, war meine Devise. Hat gut geklappt, obwohl ich beinah in ein Wahllokal getorkelt wäre und dort meine Startnummer verlangt hätte.

Aber das konnte alles gelöst werden, ich meine Nummer greifen und dann die Dixies suppor-ten. Wenn es eine Partei gäbe, die mehr Dixies bei Laufveranstaltungen fordern würde, ich würde meine Stimme ihr geben. Immerhin hatte der Veranstalter für die Herren der Schöp-fung Stehklos geschaffen, was den Stress für Dixie und Flora und Fauna stark minimiert.

Der Lauf wird brutto = netto gewertet, was aber angesichts eines kleinen Lauffeldes und dem Verlust von vielleicht 30 Sekunden beim Start nun nicht wirklich ein Problem ist. Danach hat man genügend Platz und bei bedecktem Wetter kam es auch später nicht zu einer Spaziergängerinvasion, die sonst teilweise das ganze etwas enger macht. Aber das ist halt ein Landschaftslauf und keine schnelle Bestzeitenveranstaltung.

Das hatten auch nahezu alle Teilnehmer verstanden, so dass Überholvorgänge und auch Entgegenkommen eigentlich immer ruhig und besonnen gelöst wurde. Das hab ich auch schon ganz anders gesehen.

Für mich zählte nur das ankommen. Wenn man 14 Tage vorher eine Halbdistanz absolviert hat und dies als Saisonhöhepunkt galt, dann ist man dann doch noch relativ müde in den Beinen. Man mag sich das ja nicht zugeben, aber so ist es.

Daher schlug ich ein gemütliches Tempo von 7:00 bis 7:10 pro Kilometer an. Je nachdem, ob es flach war oder auch mal eine Steigung drin war.

An der Mellingburger Schleuse dann die erste richtig harte Steigung. Gehen war angesagt und hier nun heldenhaft hochzulaufen macht keinen Sinn.

Man ist nun bei Kilometer 8 und es beginnen 4 Kilometer Berg- und Talbahn. Immer auch wieder mit aufmunternden Zuschauern und Helfern. Danke dafür.

Ich lief ein Stück mit einer netten Gruppe, die sich nach unserem Knochentrikot erkundigten, hatte so ein bisschen Ablenkung und war schneller und besser aus der Berg- und Talbahn, als ich gedacht hatte. Nun schlug ich eine 6:30 bis 6:45 Pace für die letzten 8 Km an, was rückblickend etwas schnell war, denn ca. 2 Kilometer vor dem Ziel war der Ofen mal so rich-tig aus.

Zwischendurch noch die Dame mit der ich mich beim Heldenlauf immer abgewechselt hatte aufgelaufen, sie war im Cup unterwegs, hatte das insgesamt zu einem 35 km Trainingslauf gemacht und war bei KM 29 dieser Übung doch ein bisschen am Leiden. Aber ich hoffe, der gewonnene New York Marathon Platz motiviert. Alles Gute gewünscht und weiter gelaufen.

Und dann halt zwei KM vor dem Ziel so richtig eingebrochen und den Rest mehr oder minder gegangen. Egal.

Im Ziel gab es dann die zu diesem Lauf gehörende Tasse. Meine vierte aus vier verschiede-nen Jahren. Viele Teilnehmer nehmen keine, was ich ehrlich gesagt nur bedingt verstehe. Das ist hier doch die Medaille und ich sammel nun mal Medaillen. Ich der im Sport in der Schule nie eine Urkunde bekommen habe, ist immer noch stolz auf jede Medaille und jede Tasse. Danke lieber Veranstalter, dass es bei euch so etwas gibt.

Fertig, ab zum wählen gehen. Im ersten Stock. Verzweifelter Blick und zum Glück ein Fahr-stuhl. Und ey ihr 26 AfD Wähler in meinem Wahllokal: Ich bin zwar langsam, aber garantiert schnell genug, um euch die Leviten zu lesen.

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Sep 202017
 

 

Vorbemerkung

Im Detail kommen wir da später noch mal drauf zurück, aber Leute, dieses Macker-, Revier-, „ich hau dir aufs Maul, weil du einen anderen Verein unterstützt“-Ding nervt richtig stark. Das ist so ein primitives Denken, dass man sich echt wundern muss, dass so etwas 2017 noch vertreten wird. Oh wait. Wir für unseren Teil finden das Konzept des 90 Minuten Bepöbeln und danach gemeinsam ein Getränk trinken viel entspannter.

Anderseits haben diese ganzen Gewaltnummern ja auch immer eine gewisse Situationskomik. Wir werden auch diese in diesem Bericht schildern, möchten aber jedoch noch mal darauf hinweisen, dass wir lieber drauf verzichten würden. Aber so ein bisschen magischerfc.ws muss auch mal sein.

Anfahrt

Durch die Ereignisse vom letzten Freitag (später dazu) wurde das Spiel anscheinend noch mal zwei Sicherheitsstufen hochgestuft und u.a. ein Parkplatz für Gästefans mit Busshuttle eingerichtet. Das aus Aue bekannte und dort gut funktionierende Konzept also nach Kiel übertragen. Sorgte bei unserer frühen Anreise für einen guten Parkplatz und einem leeren Bus. Der Parkplatz nebenbei direkt neben Rheinmetall Defence. Nebenbei mit dem „Kompetenzzentrum Kettenfahrzeuge“. Wir hätten uns mal einen Panzer leihen sollen für die Fahrt ins Stadion. Nebenbei entwickelt sich das mit den Panzern diese Saison so ein bisschen zu einem Insidergag. Aber dazu mehr im Sandhausenbericht.

Einlass

Bevor wir hier nur Werbung für zukünftiges Geschreibsel machen, kommen wir zurück zum Holstein-Stadion. So alte Stadien können ja Charme haben und in der Welt der gleichaussehenden Baukastenmodelle freut man sich ja über die Böllenfalltore dieser Welt. Das Holstein-Stadion hat diesen Charme nicht mehr, sondern ist eine Aneinanderreihung von Notlösungen und damit nix Halbes und nix Ganzes.

Hinzu kommt, dass man bei 2380 verkauften Karten ernsthaft mit einem Eingang, 6 männlichen und 2 (oder vielleicht selbst nur eine) weiblichen Abtastperson arbeiten wollte. Und mit höchstens zwei Scangeräten für die Karten. Man muss kein Prophet sein, um zu sehen, dass dies an einem Dienstag, wo alle spät und knapp kommen, nicht klappen wird. Hinzu kommt eine Personenleitung über drei Gitter, die man nicht vorher erkennt und die auch keinen Sinn ergeben. Eine Personenvereinzelung wird damit nicht erreicht.

Wahrscheinlich werden die Ereignisse am Einlass am Ende als „Blocksturm“ definiert, aber eher war es ein „Blocklüftchen“. Die Leute fingen halt an, irgendwann über die Gitter zu klettern und rein zu gehen. Weder filzen, noch Ticketkontrolle fand noch statt. Ganz ehrlich gesagt Kiel: Selber schuld. Und wie man gerade mal einen Getränkestand einrichten kann, der dann auch noch in Zeitlupe arbeitet, bleibt uns auch unergründlich.

Unser Organisationsleiter vor Ort war nicht wirklich glücklich über die Zustände, um es mal so auszudrücken.

Was sollte eigentlich der Wasserwerfer der da die ganze Zeit in Richtung Eingang guckte? Was will man da mit einem Wasserwerfer regeln?

Einrichten im Gästeblock

Der Gästeblock ist eng, flach, das Spielfeld mit den Werbebanden schlecht zu sehen. Man richtete sich so weit es ging häuslich ein, Banner wurden aufgehängt, auch wenn alles, was irgendwie „Ultra“ sein will noch fehlte. Und damit auch viele Banner. Dafür gibt es eine Bundeswehrwerbung. Und man weiß wieder, warum man lieber am Millerntor steht.

Sprintübungen

Was irgendwelche vermummten Jungs nicht davon abhielt auf den Gästeblock zuzustürmen. Jemand merkte zu Recht an, dass das nun Folgende – wo die Kieler schlecht aussehen – auch gerade deswegen passiert, weil unsere Oberarmfraktion noch nicht im Stadion gewesen ist. Sonst hätte es wohl eine kleine Boxeinlage in der Mitte des Feldes gegeben.

So aber stürmten irgendwas um die 30 Leute aus dem Heimmittelblock los, merkten ungefähr auf Höhe der Mittellinie wie weit 100 Meter sind, wurden schon sehr viel unentschlossener, warfen mit einem Bengalo in den Gästeblock und zwei, drei Typen schafften es auch, Banner vom Zaun zu reissen. Hey, wenn ihr so etwas plant, vielleicht mal nicht nur Pumpen gehen, sondern auch mal an der Sprintausdauer arbeiten?

Neben dem Gästeblock verfolgte dies nebenbei in aller Seelenruhe eine Polizeieinheit, ohne einzugreifen. Top! Kann man mal als „Ordnungsmacht“ machen, sich das ganze entspannt angucken. Auch die Ordner hatten eher die Ruhe weg und eine Reaktion erfolgte nicht.

Jedoch: Platzstürme im Ultrabereich sehen immer echt albern aus. Weil nach höchstens 30 Metern werden die zögerlich, merken plötzlich, dass da wirklich was gehen könnte, bekommen das Denken und bleiben stehen. Es wäre doch deutlich gefährlicher, wenn wirklich mal 30 Leute entschlossen und mit Schwung auf den Gästeblock geprallt wären. Tun sie aber in dieser Situation eigentlich nie. Zum Glück, möchte man meinen.

Stabile Truppe da auf dem Platz

Tja, Pech für die Täter, unsere Oberarmjungs mögen vielleicht nicht da gewesen sein, aber unsere Spieler und unser Trainerstab haben verstanden, was so ein Banner bedeutet und das man damit nicht einfach zurück über den Platz spaziert. Der eine hatte noch Glück, dass Matze – The Blutgrätsche – Hain ihn nicht voll erwischte, sonst wäre jetzt wohl nicht nur die Ehre, sondern auch das Schien- und Wadenbein durch. Überhaupt unsere Co-Trainer! Denn Patrick Glöckner zeigte dann, was ein Tackle ist.

Wie macht sich das eigentlich so im Hooligan-Lebenslauf? „Ich bin vom Co-Trainer umgehauen worden…“ Nicht unsere Welt, aber klingt für uns nicht nach den Stories, die man bei einer Linie Koks stolz erzählt.

Fahnenrückgabe. Bild mit freundlicher Genehmigung von Sabine Scheller genutzt. Ihre Bilder vom Spiel findet ihr hier.

 

Die Banner wurden den Tätern also entrissen (Sami, Digga, selbst wenn du ab jetzt nur noch Grütze zusammen kicken würdest, du bist nun ein Großer hier im Verein) und unter lautem Jubel des Gästeblocks zurück gebracht.

Ob Olaf das Zweikampfverhalten in diesen Szenen noch mal in die Videoanalyse einbaut? Der Prophet im Block meinte nur, dass nach so einer Aktion heute nichts mehr schief gehen könne.

Ein paar mahnende Worte

Neben der Gefahr sich bei einer solchen Aktion zu verletzen, ist nicht zu verachten, dass ein Schiedsrichter solche Aktionen streng nach dem Regelbuch mit einer roten Karte ahnden kann. Hat der Schiedsrichter hier nicht gemacht, hätte wohl auch zu einer üblen Eskalation geführt, aber er kann es rein theoretisch. Und genauso könnte der DFB die Spieler nachträglich noch sperren. Daher ist es auch völlig richtig, wenn Rettig das heute in einem Statement versucht so ein bisschen einzufangen.  Ja uns wäre es auch lieber gewesen, wenn zur PK im Stone Island Pulli gekommen wäre, er kurz tief Luft geholt hätte, seine Stimme gesenkt hätte und dann folgendes gesagt hätte:

„Und das liebe Kollegen, können sie so notieren: Wer die Fahnen unserer Fans klaut, der muss erstmal an uns vorbei.“

Aber da sind wir wieder bei diesen Zwängen im Profifußball.

 

Zwischenfazit

Die Angreifer schafften es wirklich die ganze Freitagsaktion (dazu weiter unten) innerhalb eines vollkommen hohlen Angriffs vergessen zu machen, hier in allen Beurteilungssystemen als Verlierer vom Platz zu gehen (sic!) und auch noch dem Verein eine ordentliche Geldstrafe aufgebrummt zu haben. Muss man erstmal schaffen.

Spielen wir nun Fußball?

Oh, Fußball war ja auch noch. Und das ganze mag zwar kein Derby sein, aber auf dem Platz entwickelte sich ein Spiel, was eines Derbys würdig gewesen wäre. Unglaublich viele unsaubere Szenen, viele Fouls, teilweise überhartes Einsteigen und ein offener Schlagabtausch spielten sich ab.

Derbe nervig dabei ist, dass Kiels Herrmann, obwohl er schon gelb vorbelastet ist, noch Jerry so abräumen darf, dass dieser verletzt raus muss. Und nach dieser Szene zwar Foul gepfiffen wird, aber es keine letzte Ermahnung oder so etwas gibt. Erst beim dritten Foul nach dieser Szene, geht Herrmann dann mit gelb-rot. Insgesamt glänzt der Schiedsrichter nicht mit einer großen Linie.

Unsere Mannschaft steht wie verwandelt auf dem Platz. Kein Vergleich zu Samstag. War das von Olaf angesprochene Anfeuern nach dem 0-4 ein Funke? Oder das gemeinsame Erleben von Bannerklau und Retour ein Ereignis, was alle noch mal wach machte?

Keine Ahnung, klar mit Lasse –Schädel– Sobiech steht unsere Abwehr gleich hundertmal besser. Und sein Nebenmann wirkt dann auch immer gleich eine Liga besser, aber das ist nicht alles. Das war schon sehr gutes Arbeiten und Wirken. Klasse, Jungs! So muss das gehen!

Einen Spieler wollen wir noch herausheben: Neudecker! Boa, klasse Vorbereitung und der Junge zeigte über die ganze Spielzeit, was in ihm steckt.

Nach dem Spiel

Kam es wohl noch abseits des großen Stroms an Gästefans zu Stress. Und dies auch von braun-weißen ausgehend, die nun meinten da Leute angreifen zu müssen und Autos beschädigen zu müssen. Das muss doch nun echt nicht sein. Details sind uns aber nicht bekannt  

Vor dem nächsten Spiel
Jungs! So geht das auch zu Hause. Niemand am Millerntor erwartet von euch Glanzfußball oder offensives Dominieren. Dreckig, einfach, mit Hingabe, dann wird das auch was gegen Düsseldorf. Irgendwie hat man den Eindruck, dass zur Zeit das „zu Hause liefern wollen“ die Mannschaft lähmt. Daher: Locker bleiben und ab geht die Post gegen die Fortuna.

Und nun zu Freitag

Kurze Sachverhaltsbeschreibung

Freitag hat es einen Überfall auf Fans von Holstein Kiel gegeben, die aus Aue zurück gekommen sind. Soweit ist das wohl 100 % klar. Sehr wahrscheinlich ist, dass bei diesem Überfall viele „relevante“ Zaunfahnen der Fans von Holstein Kiel abhanden gekommen sind. In der Gerüchteküche und auf der Clickbait-Seite „Faszination Fankurve“ wird vermutet, dass die Täter aus dem FCSP-Fanumfeld stammen. Das kann man so dahin gestellt bleiben, da es für die weiteren Überlegungen nicht interessiert.

 

Was nervt

Uns stört viel eher diese breite „Akzeptanz“, die so ein Vorgehen in Fanszenen hat und wo gerne Victim Blaming der Marke „wissen ja, dass es dazu gehört“ oder „hätten ja auch besser aufpassen können“ betrieben wird.

 

Und nun mal etwas theoretisch ausführlicher.

Gerade vor dem Hintergrund, dass solche Aktionen von vielen aktiven Fans hierzulande als „Szene-Konsens“ angesehen werden, und auch eine breitere Akzeptanz in den Kurven über Hooligans und hinlänglich bekannte sportliche Ultragruppen hinaus besteht, stellt sich für uns die Frage der moralischen Bewertung eines solchen Überfalls. Kann Gewalt im sportlichen Kontext überhaupt moralisch in Ordnung sein und wenn ja, in welchen Ausmaßen? Wo sind Grenzen zu ziehen?

Vorab zwei weitere Prämissen:
1. Gewalt ist nicht grundsätzlich unmoralisch, z. B. im Verteidigungsfall.
2. Moral ist nicht absolut, also kein dichotomisches Richtig oder Falsch.

Folgendes Beispiel soll dies erläutern: Nach Schopenhauer kann ein (ungerechtfertigter) Gewaltakt doppelt unmoralisch sein, wenn eine Person einem Schutzbefohlenen schadet. Das Verwerfliche liegt dann nicht nur in der ungerechtfertigten Gewalt, sondern auch in der Verletzung der Schutzfunktion. Ein Vater, der sein Kind schlägt, handelt demnach unmoralischer als selber Mann, der in eine Kneipenschlägerei verwickelt ist.
Für die ethische Bewertung ist demnach auch die Begründung oder der Kontext von enormer Bedeutung. Hier beschäftigen wir uns ja mit einem Überfall, juristisch gesehen wahrscheinlich einem Raubüberfall (Diebstahl plus Körperverletzung, sofern wir richtig informiert sind), was im gemeinem Verständnis wohl eher keinen allzu positive ethische Einordnung erfahren würde. Doch wie könnte eine moralische Begründung aussehen, die einen Überfall (in Teilen) begründen könnte?

Argumentiert wird ja in der Regel mit dem auch eingeleitetem „Szene-Konsens“ (Weitere Rechtfertigungsmuster, die sich letzlich auf Mackertum oder Revierdenken zurückfüren lassen, seien hier gänzlich unbeachtet, da sie Anachronismen darstellen, deren Legitimität gar nicht erst diskutiert werden müssen). Dass eigentlich unmoralische oder auch strafbare im gegenseitigem Einverständnis ethisch gesehen problemlos praktiziert werden können, dafür reicht ein Blick in die BDSM-Szene. (Auch hier wird Gewalt o. Ä. angewandt, die aber für alle Parteien in Ordnung ist, weil sie dem Konsens entspricht.)

Ist das auf Ultras und Hooligans übertragbar?
Vielleicht bedingt. Das Ackermatch scheint moralphilosophisch relativ problemlos zu sein. Alle wissen, was passieren wird, dass man sehr wahrscheinlich Gewalt selbst erfahren wird und grobe Verstöße gegen die „ungeschriebenen Regeln“ sind unseres Wissens selten.

Doch wie steht es nun um Überfälle und Ultra-Konsens? Der Bereich Ultra scheint entgrenzt zu sein. Denn im Gegensatz zum Ackermatch, das zeitlich und lokal stark begrenzt ist und auch nur klar definierte Akteure kennt, besteht für Ultras die „konsensuale“ Verpflichtung, ihre Materialien nicht nur jedes Wochenende für jeweils 90 Minuten o. Ä. zu beschützen, sondern quasi 24/7, was „konsequenterweise“ ja auch immer wieder zu Einbrüchen führt und dieses auch in privaten Wohnungen. Diese räumliche und zeitliche Entgrenzung ist für die weitere Argumentation wichtig.

Zu einer weiteren Ebene, der personalen Entgrenzung, zählt darüber hinaus, dass Ultra-Gruppen in der Regel nicht aus klar umgrenzten Personenkreisen bestehen, sondern als zentrales Element ihrer Kurve eine Menge Kontakte haben, die außerhalb des „Konsens“ stünden. Zum anderen gibt es unzählige Gruppen, die sich weder explizit noch implizit (zum Beispiel durch Erscheinen als Gruppe bei einem Ackermatch) zu einem „Konsens“ bekannt hätten. Und die trotzdem mit einbezogen werden, wie auch der Versuch zeigte, gestern Gruppen Banner zu entwenden, die gar nicht das Label „Ultra“ für sich beanspruchen oder auch tragen könnten.

Daher möchten wir argumentieren, dass es einen solchen Ultra-Konsens in derzeitiger Form nicht geben kann. Dazu zählt für uns die unpräzise Benennung der Teilnehmenden am „Konsens“, sowie das Fehlen klarer räumlicher und zeitlicher Begrenzung. Da der „Konsens“ oder die ungeschriebenen Regeln nun aber so schwammig sind, dass sie vielleicht gerade so für das Szenario des Ackermatchs reichen würden, können sie der komplexen Realität der Ultra-Aktivitäten gar nicht gerecht werden. Erschwerend hinzu kommt, dass unterschiedliche Gruppen unterschiedliche Ansätze in ihrem Umgang mit anderen Szenen und im Bezug auf Grenzen der Gewalt haben. Bei einigen spielen politische Erwägungen eine Rolle, andere geben sich vermeintlich unpolitisch. Den Gedanken der Rechtfertigung durch einen „Konsens der Szenen“ sollte man also verwerfen, so etwas kann es nicht geben. Das ist nebenher der Grund, warum Auseinandersetzungen im nachhinein dann wieder neu als „faires Ding“ oder „feiger Angriff“ in den Fanzines und im Internet verhandelt werden müssen.

Wir haben in diesem Blogbeitrag nicht den Raum, alle weiteren möglichen Motive und Legitimationsnarrative durchzugehen und eine ethische Einschätzung abzugeben. Ein politisches, antifaschistisches Motiv würden wir mit Sicherheit anders bewerten als einfach das Ausleben von Lust an Gewalt. Wir wissen letztlich ja auch nicht, was in den entsprechenden Köpfen vorging und maßen uns auch nicht an, das beurteilen zu können. Vielleicht reicht es uns auch schon, im Kreis der Fanszene eine kleine Debatte zum Thema Szene-Konsens und Gewalt anzuregen. Auf der jetzt bestehenden Basis, das kann man vielleicht zusammenfassend sagen, Konflikte zu schüren und auszutragen, finden wir moralisch nicht gerechtfertigt.

 

Es schrieben bisher noch

Der Frodo noch mal genauer aus Schiri Sicht

Die Nice Guys ohne taktische Sicht

Die Athens South End Scum aus englischer Sicht

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Sep 182017
 

Puh, das war ein ziemlich übles Brett. 0-4 zur Halbzeit ist schon sehr ernüchternd. Und das nicht mal bei einem Gegner, der nun Zauberfußball präsentiert. Und auch in der zweiten Halbzeit passierte nicht viel auf dem Platz. Wir diskutierten schon, ob wir diesen Bericht einfach in zwei Worten abhandeln. Z.B. mit „alles Scheiße“. Aber dazu haben wir doch einige Fragen, die wir stellen, aber meistens nicht beantworten können.

Geschenkt ist, dass unser Kapitän einen richtig gebrauchten Tag hatte. Das passiert, er hat so viele geile Spiele geliefert, da kannst du auch mal Scheiße an den Füßen haben. Trotzdem bleiben Fragen.

Wie kann es sein, dass wir mit relativ einfachem und nicht einmal wirklich überzeugendem Pressing sofort um jede spielerische Linie gebracht werden? Wird das Befreien aus dieser Situation nicht geübt? Gerade unsere Abwehrspieler wirken immer vollkommen panisch, wenn sie mal angelaufen werden. Das kann eigentlich nicht sein.

Wie kann es auch sein, dass Montag in Nürnberg noch jeder individuelle Fehler gegenseitig ausgebügelt wird und die Jungs füreinander laufen wie die Verrückten und gegen Ingolstadt ist stehen bleiben und hinterher gucken Programm. Wie kommt es zu einem solchen Unterschied innerhalb von fünf Tagen?

Haben wir Spieler, die irgendwie Gift in das Gefüge bringen? Wie erklärt sich sonst ein solcher Leistungsunterschied? Stimmt die Kondition nicht für zwei Spiele in fünf Tagen? Wie kann es darüber hinaus sein, dass man bei einem frühen Rückstand sofort alles verlernt hat? Zuviel Druck? Kein Selbstvertrauen?

Was ist eigentlich mit Neudecker? Was hat er getan? Bzw. was macht der nicht im Training? Selbst wenn MMD ausfällt, wird lieber Litka auf die Mittelposition gestellt – der offensichtlich nicht weiß, was er da tun soll – als mal Neudecker eine Chance zu geben. Dabei sind alle, die ihn bei der 2. Mannschaft sehen, voll des Lobes. Selbst beim Stand von 0-4 wird er nicht einfach mal als zentraler Mann getestet. Warum nicht? Vor der Winterpause letzte Saison war er gut, auch in Nürnberg wirkte er ballsicher und ruhig, gerade wenn er angelaufen wird. Aber zur Zeit hat man das Gefühl, dass Olaf eher Heerwagen auf die 10 stellen würde, als Neudecker zu bringen. Nur ganz ehrlich: Dann lass ihn doch bei der 2. Spielpraxis sammeln!

Warum kommt es zu keinem Aufbäumen in Halbzeit zwei? Da sind immerhin gut 25.000 Zuschauer im Stadion, die haben gezahlt, die wollen was sehen. Und so wie die Ränge drauf waren, wäre das bei einem frühen 1-4 noch mal interessant geworden. Hut ab an die Unermütlichkeit der Süd. Ach ja, die gemeldete Zahl von 29.000 und ein bisschen, ist irgendwie albern. Klar, dass sind verkaufte Karten, aber wenn so viele Leute nicht gekommen sind, dann wäre eine echte Zuschauerzahl realistischer. Auf der GG war richtig viel Platz diesmal. Und auch viele Sitze blieben unbenutzt.

Kurz und Knackig drumherum

– Die Mikrofonanlage wurde getestet, war in der Gegengerade nicht wirklich zu hören und von Leuten in der Süd eher mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Was für uns irgendwie kein Argument ist, ist der Stylefaktor. Da hat schon Paramat mal den richtigen Kleber gehabt (der auf der Fanräume Wand immer noch zu bewundern ist) „Kein Style, trotzdem geil“. Trotzdem: Ein guter Vorsänger (oder mal eine gute Vorsängerin), die mit einem Megaphon kleinteilig Leute aufhetzt, ist immer noch das Geilste überhaupt. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie das wirkt, wenn es wirklich mal was zu supporten gibt.

– Präsidiumsrücktritt und Neuwahl. Man kann über die wirklichen Gründe spekulieren, insbesondere, weil die Erklärung eher dünn war. Jedoch sei zu bedenken, dass unsere Satzung in § 23 folgendes regelt:

“ Die Amtsperiode des Präsidiums beträgt vier Jahre, es sei denn die vierjährige Amtsperiode endet in einem Kalenderjahr, in dem Aufsichtsratswahlen stattfinden. In diesem Fall beträgt die Amtsperiode des Präsidiums zwei Jahre. Sie endet in jedem Fall mit der Wahl eines neuen Präsidiums. “

Und wir wählen 2018 auch den Aufsichtsrat. D.h. so bekommt man vier Jahre für das Präsidium, nächstes Jahr wären es nur 2 Jahre geworden.

– Mexikaner und Pfeffi im Jolly nach dem Spiel sind ein harter Versuch zu vergessen.

Es schrieben sonst noch:

Der Supportblock Gegengerade, der erhebliche Probleme bei der Durchführung seiner Choreo hatte und sich – zu Recht – auf Facebook darüber aufregt. 

 

Die Nice Guys, die gerade zu diesem Mist ihren Senf Nr. 42 abgeben. Der Antwort auf die Frage hätte man doch ein besseres Spiel gegönnt. 

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Sep 172017
 

Ich kann ja nicht anders. Ich muss immer wieder auf die Halbdistanz. Und dies obwohl mein äh sonstiger Lebenswandel damit nicht zu 100 % kompatibel ist. Um es mal so zu formulieren.

Dazu kommt: Ich habe mich unsterblich in eine Veranstaltung verliebt. In die Challenge Almere.

Allgemeines

Almere ist eine Kunststadt auf künstlich erschaffenen Land in einem künstlich geschaffenen See. Und doch werdet ihr an wenigen anderen Stellen soviel Natur erleben. Der Ijsselmeer, der Markermeer (laut Wikipedia sind beides Binnenseen und damit der See) und Flevoland sind ein Vogelparadies und es wimmelt von Vögeln.

Almere selber hat den Nichtcharme einer 70er Jahre Bebauung, ist jedoch mit viel Platz und einem komplett den Autoverkehr nie kreuzendem Radwegenetz geplant. Radwege und Straßen laufen immer über- oder untereinander durch die Stadt.

Anreise

Ging ganz in Ordnung, wenn wir mal von ständigen Regengüssen und einer Vollsperrung absehen. Am Hotel angekommen, hatten mein Navi und die Realität noch ein paar kleine Abstimmungsprobleme, aber dann war das Hotel gefunden.

Das Hotel war letztendlich ein absoluter Glücksfall, aber als ich ankam war da noch richtig Party. Das änderte sich aber zur Schlafenszeit.

Warm up, Briefing, Check In

Am nächsten Morgen weckte mich das Pladdern des Regens an die Fenster. Ein Blick auf den Wetterbericht zeigte schnell, dass zumindest für diesen Freitag keine Besserung zu erwarten war.

Lasse ich dann meine üblichen 10 Rad / 2 Laufen am Tag vorher sein? Ich entschied mich dagegen, alleine weil der Wetterbericht für den Tag danach auch Regen versprach, so dass eine Runde im Regen als Übung vielleicht ganz gut ist. Spaß macht es trotzdem nicht im strömenden Regen zu radeln und dann zu laufen. Lief aber alles sehr locker und schnell. Alle Systeme auf Grün, kann los gehen.

Im Hotel zweifelte ein Langdistanzler an seinem Start und ich kann ihn verstehen. Das ist bei diesen Bedingungen immer noch ein anderes Brett.

Das Briefing brachte nix wirklich Neues. Wie immer. Ich gehe trotzdem jedes mal brav hin.

Alle Helfer freundlich, zweisprachig und zuvor kommend. Eine der Stärken dieser Veranstaltung.

Check In dementsprechend auch schnell erledigt. Nur blieb jetzt Zeit bis zur Carboloadingparty.

Die ich mit dem zum scheitern verurteilten Versuch verbrachte eine Winterjacke ohne Fellkragen und/oder Daunen zu finden.

Die Carboloadingparty war klasse. Gute Auswahl, nicht nur Nudeln und schmackhaft. Nur viel zu voll. Es bildete sich eine riesige Schlange. Die Kapazitäten sind mit 3.300 Teilnehmern über alle Distanzen und Tage dann wirklich an den Grenzen.

Aber freundliche Helfer mit einem Schnack auf den Lippen machen alles wieder gut.

Kurz noch ein Eis für den Rückweg und ab ins Bett.

Renntag

Der Wecker klingelt und es gießt immer noch. Na toll.

Hinfahren, Parkplatz, Rad checken. Nass aber sonst okay. Viele verringerten den Druck ihrer Reifen, wohl um Rutscher und Pannen zu vermeiden.

Das Gute in Almere: die Beutel hängen trocken, das für mich nicht so Gute: Man muss über eine Behelfsbrücke zum Start. Und da man ja bekanntlich auf einem Bein nicht stehen kann und ich letzte Woche schon einen Sturz hatte, rutschte ich die Treppe runter und erstmal tat alles weh und verkrampfte. Puh? Nicht starten? Glücklicherweise ging es nach 5 Minuten wieder.

Ab ins Wasser

Das Schwimmen

Geschwommen wird in einem sehr flachen Binnensee, der vor dem Rennen extra noch mal gemäht (!!!) wird, sprich von Algen befreit wird.

Damit ich als langsamer Schwimmer nicht für spätere Wellen im Weg bin, schwimme ich eher außen. Und da war das Mähen nicht so erfolgreich gewesen. Ständig hatte ich Grünzeug im Gesicht oder in den Fingern.

Gefühlt ging es gar nicht voran, es war zäh und irgendwie lief es nicht. Und gefühlt war ich weit über einer Stunde unterwegs. Umso überraschter war ich von den geschwommenen 56:48. Das ist für mich super.

Ab in die Wechselzone. Da Zeit gelassen, auch weil ich -wie eigentlich alle anderen Teilnehmer- erstmal warme Sachen anzog.

Das Radfahren

Erstmal 5 km auf sehr engen Wegen und ich werde nie verstehen, wie man hier als schnellerer Überholer nicht in der Lage ist mal kurz „hey“ oder so zu brüllen. Die Wege teilweise auch kurvig und eckig. Ich schenkte mir daher eine Überholung bis wir auf dem Deich waren. Auf dem dann mehr als genug Platz ist. Lieber 30 Sekunden verlieren, als zusammen mit einem anderen Teilnehmer auf dem Asphalt liegen.

Die Radstrecke geht gut 40 km auf dem Deich, dann quer durchs Land und am Ende noch mal auf den Deich zurück.

Prinzipiell eine schöne Strecke zum rollen, sie hat aber auch ein paar Tücken. Zum einen ist es nicht überall Asphalt (sondern auch mal Gehwegplatten oder ähnliches), zum anderen ist dieser nicht immer perfekt. Und zum Dritten gibt es Viehgitter in der Strecke.

Dies alles und die nassen sorgten doch für viele Pannen, die ich sah. Leider auch einige Stürze. Ich hoffe ohne ernste Folgen.

Die ersten 5 Deichkilometer noch quer zum Wind, dann aber mit Rückenwind und es folgten gut 30 km Segeln. Der Tacho fiel nie unter 30 km/h und dies ohne Vollgas zu treten.

Aber ihr wisst alle was dies bedeutet: Man muss irgendwann auch wieder gegen den Wind zurück.

Und dies ist die mentale Herausforderung dieses Rennens. Nach 45 gefahrenen Kilometern ändert sich der Charakter des Rennens komplett. Da muss man sich erstmal drauf einstellen. Und auch ich musste mir immer wieder klar machen, dass es nicht schlimm ist, wenn der Tacho mal 24 km/h anzeigt. Nach gut 10 km war dies auch gelungen und ich hatte einen Rhythmus.

Und die Beine fühlten sich locker an. Zwar merkte ich ab km 75 was ich getan hatte, aber dieses Gefühl des vollkommen fertig seien, was ich sonst gerne mal habe, das kam nicht.

Nach 3:27:05 sprang ich vom Rad. Wieder eine etwas längerer Wechsel und ab auf die Laufstrecke.

Der Lauf

Ich begann wieder mal viel zu schnell. Auch das ist ein Klassiker bei mir im Triathlon. Nach zwei Kilometern daher erstmal eine kleine Gehpause und eine innere Ermahnung hier nicht zu überdrehen.

Die Runde um den See wird von blau gekleideten Freaks nach der Hälfte aufgelockert. Die haben eine Discoanlage, spielen üblen Kirmestechno und feuern jeden Teilnehmer wie verrückt an. Das ist echt großartig.

Ich hatte nun ein Tempo gefunden und außer kleinen Gehpausen zum Verpflegen lief es.

Erste Runde in 48:34 Minuten.

Auch die zweite Runde lief. Es kam kurz die Sonne raus, aber bevor ich überlegen konnte, ob es mir vielleicht noch zu warm wird, kam die dunkle Wolke und es folgte ein Wolkenbruch. Inklusive Hagelkörner. Die Ärmsten, die da noch auf der Radstrecke waren.

Zweite Runde in 52:41

In der dritten Runde konnte ich dann das Tempo nicht mehr ganz halten, brauchte etwas längere Verpflegungspausen ;-). Aber es rollte immer noch. Ich überholte noch einige langsamere Läufer.

Und wurde vom Gewinner der Langdistanz überholt. Aber egal.

Nach 7:18:48 war ich zufrieden im Ziel. Platz 975 von insgesamt 984 Teilnehmern, die ins Ziel kamen. In der Altersklasse 146. Platz von 147 in Ziel gekommenen. Der 147. hatte vor dem Laufen noch 31,5 Minuten Vorsprung auf mich. Und ist dann komplett eingebrochen.

Halbmarathon in 2:37? Damit kann ich aber richtig gut leben.

Fazit
Almere hat sich wieder gelohnt und trotz des nassen Wetters hat es sehr viel Spaß gemacht. Ich komme wieder. Keine Frage.

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Sep 132017
 

Blockgeschichte im Blog

An einem Montagabend in Nürnberg ist auch so eine Ansetzung, nach der man sich die Finger leckt.

Die Stehplätze im Gästeblock waren trotzdem ausverkauft, was aber auch an einer Geldschneiderei von Nürnberg liegt. Letztes Mal waren 25a und b noch als Stehplatz eingerichtet (das sind diese doofen Umklappsitze), dieses Mal konnte man 25b für schlappe 23 Euro als Sitzplatz erwerben. Gesessen hat da natürlich niemand.

Was natürlich auch dazu führt, dass der Verein ein System mit Auslasskarten und vielen Ordnern installieren muss und Fans versuchen, den Block ohne eine richtige Karte zu betreten. Ein bisschen Gedrängel ist die Folge.

Hm. Könnte man alles mit einer vernünftigen Planung und einem vernünftigen Stehblock vermeiden.

Blockfüllmasse im Blog

Mal ehrlich Leute. Es gibt coole Leute, die aus diversen Gründen selten zum FCSP fahren. Da wäre da der Herr neben uns, der alles mitsingt, egal ob er den Text kennt oder nicht.

Aber es gibt auch echt uncoole Leute. Aggressives Verhalten gegen Mitfans, absolutes Desinteresse am Spiel. Es nervt! Zum Saufen geht doch lieber in die Kneipe.

Stimmung ist im Block auch echt mies. Mag im TV anders rüber kommen, aber meistens machen echt nur die ersten fünf Reihen mit.

Und in jede Pause der Vorsänger „Wir sind Zecken“ anzustimmen, ist nun auch nicht gerade produktiv, wenn man vorher konsequent das Maul hält.

Blocken im Spiel im Blog

Um mal das Phrasenschwein zu schlachten: Es ist nicht immer nur „glücklich“, wenn man so ein Spiel gewinnt. Natürlich hat Nürnberg riesige Chancen und muss zumindest eine nutzen. Müsste!

Und natürlich haben wir gewisse Mängel im Spiel. Beispielsweise verlieren wir teilweise viel zu schnell den Ball, wenn wir hoch angegangen werden. Und auch Avevor verursacht einige Bauchschmerzen mit Risikopässen zurück zum Torhüter.

Aber wir haben halt auch die Aufräum- und Ballblockmaschine Hornschuh und ein Team, was in einem Spiel umstellen kann und diesmal viel zuarbeitet. Etwas, was wir zwischendurch bemängelt haben, was diesmal richtig gut von den Jungs gemacht wird.

Und dann hilft das Glück auch den Tüchtigen. Ein Himmelmann-Abschlag findet einen Nürnberger Kopf und poltert zu deren Pech weiter zu Sobota. Waldemar wird jetzt natürlich sagen, dass er das genau so geplant hat. Aber irgendwie sieht es aus, als ob er einfach zum Presseschlag hin gehen will und plötzlich macht es Bumms und drin ist der Ball.

MagischerFC 1. FC Nuernberg St. Pauli September 2017

… haben wir mehr Glück als Verstand

Eine Stärke des FCSP 2017? Wenn er mal eine Führung hat, dann schaukelt er diese auch nach Hause. Und auch Nürnberg hat nur noch eine Minichance nach der Führung.

Allagui ist immer noch nicht gut, aber ein Schritt in die richtige Richtung lässt sich erkennen. Es sieht schon viel besser aus. Litka gefällt uns auch gut. Şahin wieder ist mal ein Thema für eine längere Erörterung.

Wer in seiner kurzen Einsatzzeit noch gefällt, ist Neudecker. Der Junge kann einen Ball ja perfekt verarbeiten. Der könnte echt noch eine Waffe werden.

Feierabend

Wisst ihr was, es Montags nach einem Spiel nicht gibt in Nürnberg? Taxis in Stadionnähe. Aber auch das können wir auch noch lösen und kommen ins Bett.

Fünfter Platz, zehn Punkte, drei Siege – das ist ein passabler Saisonstart, wenn man auf die Tabelle guckt. Und wir dürfen hierbei nicht übersehen, dass gerade schon eine große Verletzungskacke am Dampfen ist. Die Ausfälle wichtiger Leistungsträger haben hoffentlich bald ein Ende – spannend wird dann auch, was für Gerangel um die Stammplätze dann beginnt.

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Sep 042017
 

Warnung!

Dies ist ein Bericht über aktive sportliche Aktivitäten einzelner Schreiberlinge dieses Blogs. Wenn ihr die üblichen Fußballanalysen lesen wollt, dann bitte nicht weiter lesen.

Wir haben uns entschlossen, diese Rubrik wieder zu befüllen, weil dies doch einfacher ist, als irgendwo noch einen eigenen Blog zu befüllen, der aus diversen Gründen nicht mehr zu dem primären Aktivsportler dieses Kollektives passt. Die Berichte sind durch das Wort „Aktivsport“ im Bericht gekennzeichnet.

Ansonsten viel Spaß mit den aktiven sportlichen Erlebnissen.

Das Airportrace 

Eine Instution im Hamburger Laufkalender ist das Airportrace. Bereits die 34. Auflage wurde dieses Jahr veranstaltet. Das Rennen umrundet einmal die Fuhlsbütteler Flughafen und geht über die ungewöhnliche Distanz von 10 Meilen.

Meine letzte Teilnahme datiert aus dem Jahre 2013, seitdem passte dieses Rennen nie in den eigenen Laufkalender. Umso schöner, dass die Veranstaltung diesmal auf das Länderspielwochenende fiel und ich eine Teilnahme verwirklichen konnte.

Da nächste Woche nun der Jahreshauptwettkampf geplant ist, war das Ziel nicht sich zu verausgaben und hier auch keine Stunts zu veranstalten. Das dies letztendlich nicht so wirklich klappte, da wird drauf einzugehen sein.

Vor dem Rennen

Das ganze ist von der BMS (mit-)organisiert und der Name steht für eine gute Qualität an Organisation. So gibt es einen ausgeschilderten Parkplatz, der zwar ein Euro kostet, aber das ist ja okay. Es gibt eine vielgenutzte „Fahrradgardrobe“ und die Startnummer ist schnell ergattert. Übergeben durch ein Abteilungsmitglied, so dass auch noch ein bisschen Plausch und Freude möglich war.

Danach galt wieder mein Lebensmotto „Dixiklo macht Läufer froh“. Details möchte ich an dieser Stelle verheimlichen.

Was fehlte: Die Motivation. Die war trotz sonnigem Wetter anscheinend im Bett geblieben. Die Hüpfburg sah echt verlockend aus. Und auf eine Hitzesonnenschlacht hatte ich auch nicht wirklich Lust. Denn so schön der Kurs ist, er ist doch für sehr weite Teile in der Sonne.

Nun gut, irgendwann war dann die „nützt ja nix, du hast bezahlt“ Stimmung da und es konnte los gehen. Nicht ohne vorher noch von einem Mädel angesprochen zu werden, ob man nicht eine Woche vorher beim Heldenlauf gewesen sei. Jo, war ich und da hatten wir uns über Kilometer immer wieder abgewechselt, wer gerade schneller war. Am Ende hatte sie mich dort verheizt.

 

Das Rennen

Ich hatte mir als Ziel gesetzt irgendwo knapp unter 1:50 zu finishen. Und dabei die Kilometer relativ konstant zu laufen. Zu Beginn ging es natürlich wieder ab wie Schmidts Katze, da es zu Beginn Asphalt ist und die Leute auch ihr eigenes Tempo überschätzen. So war bereits ab Kilometer 5 fröhliches einsammeln angesagt von Leuten, die einfach ein viel zu schnelles Einstiegstempo gewählt hatten. Ich kenn das aber von diesem Lauf selber. Man will den immer wie einen 10 KM Lauf angehen. Aber 16 km sind halt 60 % mehr.

Durch ein Parkhaus windet man sich nach oben und tauscht dann die Straße gegen engere Wege ein. Es wird ein bisschen eng bei irgendwas um die 2000 Teilnehmer, insbesondere wenn einem noch Spaziergänger oder ähnliches auf den nicht ganz abgesperrten Wegen entgegen kommen.

Bei Kilometer 6 gibt es Wasser und ich bin gut im Plan. Ich habe eine Minute Vorsprung auf meine gewünschte Zielzeit und fühle mich locker. Dann geht es durch ein kleines Waldstück in Richtung Krohnstiegtunnel. Und hier passiert das Unglück. Ich laufe hinter einem Paar, die genau mein Tempo gehen. In der Mitte des Weges befindet sich ein Baumstumpf, der wahrscheinlich zu Beginn des Rennens noch ebenerdig war, nun haben aber ca. 3000 Füsse ihn richtig schön aus dem Sandboden herausgearbeitet. Die vor mir können noch knapp ausweichen. Ich nicht mehr. Ich bleibe hängen, stolpere, versuche mich noch abzufangen und batsch. Liege ich auf der Fresse. Zum Glück habe ich den vor mir zwar berührt, aber nicht mit umgerissen, so dass ihm nix passiert. Er und seine Begleitung bleiben sofort stehen, helfen mir auf. Danke dafür!

Schadensbericht? Das Knie ist blutig, die Hände auch, die Schulter voller Sand. Kurz geguckt, ob alles noch geht, weiterlaufen. Zumindest bis zu einer Wasserstelle, wo auch Feuerwehr ist, die sich das ggf. mal ansehen kann. Natürlich brennt das und ist unangenehm, aber Adrenalin ist schon ein geiler Saft. Daher kann ich mein Tempo halten.

An der Wasserstelle dann also kurze Notverarztung. Ist aber alles nur eine oberflächliche Schürfwunde. Nix was mich umbringt oder was ein Weiterlaufen verhindert. Meinen Vorsprung auf mein Ziel hab ich natürlich nun vollständig verloren.

Und nun geht es den Weg zwischen Schrebergärten und Flughafenzaun entlang. Man hat da was zu gucken, aber wirklich gut überholen oder Tempomachen ist auf den teilweise unebenene und steinigen Wegen nicht mehr möglich. Insbesondere, da ich nicht noch einen zweiten Sturz riskieren will.

Freunde getroffen, die einen noch freundlich bepöbeln und dann endlich ist man wieder auf der Straße und nah am Ziel.

Das Airportrace ist bis dahin flach. Wenn man mal von Parkhaus und Krohnstiegtunnel absieht. Aber direkt vor dem Ziel macht der Lauf noch einen Schlenker, damit man auf 10 Meilen kommt und genau dieser Schlenker ist mit einem ordentlichen Anstieg gesegnet. Und Anwohnern, die einem mit „In 400 Metern wird es wieder flach!“ Mut und Respekt gleichzeitig einflößen.

Ich versuche noch einen Endspurt, was auch gelingt und den letzten KM nah an die 6:00 drückt. Aber insgesamt hat Sturz und Verarztung zuviel Zeit gekostet, um eine 1:50 zu unterbieten. Am Ende fehlen auf meiner Uhr 7, in der offiziellen Zeitmessung 6 Sekunden. Egal.

Ein Fazit

Die Dame vom Anfang auch wieder getroffen, gratuliert, aber das Nicht-Duell auf 1-1 gestellt. Diesmal war ich schneller. 🙂

Insgesamt ein gelungener Lauftag.

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