Aug 222016
 

Leute, dieses Pokalding ist ja eigentlich nicht so unser. Statistisch sind wir zwar „nur“ 14 mal bei 30 Versuchen in der ersten Runde gescheitert. Dies ist jedoch nicht wirklich eine gute Quote, wenn man bedenkt, dass wir meistens der deutlich Klassenhöhere waren. Sagen wir es mal so: Die Quote von Bayern ist garantiert ein bisschen besser.

Das Losglück wollte es aber, dass wir nach Lübeck durften. Und so schön ja all diese überdachten Arenen sind, so schön ist es mal wieder ein richtiges Oldschool-Stadion zu sehen.

Die Anreise unserer Vertretung war einmal sehr spontan, einmal sehr geplant. Die geplante Reise wurde aber eine doch sehr spannende Angelegenheit, da Schleswig-Holstein eine einzige Baustelle ist. So waren wir am Ende in solchen Orten wie Klein Gladebrügge. Was will man eigentlich mehr? Spontan mit dem Zug fahren ist hingegen ganz angenehm. Zumindest wenn man die Polizei ein wenig hintergeht und sich in den fast menschenleeren Waggon setzt, der von staatlicher Seite für Heimfans ausgelegt war. „Die Lübecker erkennen Sie an den grün-weißen Sachen. Wenn Sie Hilfe brauchen, können Sie ja zu uns kommen“, sagte ein Beamter.

Nun gut, irgendwann waren wir in Lübeck, stehen da am Kreisel und warten auf den Marsch. Zu viert, daher noch neutral, denn ganz ehrlich: Wenn man zu viert ist und nicht wirklich so die Streetfighter-Qualitäten hat, dann verhält man sich so. Mit uns stehen da noch ca. vier andere Leute. Lübecker oder wer auch immer. Der Marsch kommt, schweigt, bleibt stehen, guckt in unsere Richtung und brüllt „Lübecker Arschlöcher“. Damit war dann das Niveau für diesen Abend bestimmt. Mal ehrlich Leute, wann sind wir eigentlich auf dieses Pimmelfechten der gegenseitigen niveaulosen Beleidigungen abgebogen? Ich mein, Lübeck ist echt nicht die hellste Kerze am Weihnachtsbaum (zu allem anderen siehe den Bericht des Übersteigers), aber muss man sich dann gleich auf dieses Niveau begeben? Und das bei einer Gruppe die zu 50 % aus FCSP besteht?

Ansonsten gab die Stadt sich provinziell. Traurig das leider. Bei Twitter wußte auch niemand eine Antwort auf die Frage, wann Lübeck eigentlich jegliche kulturelle Relevanz verloren hat und nur noch nostalgisch verklärter Kitsch geblieben ist. In der Weimarer Republik war Lübeck noch ein Zentrum kulturellen Lebens und heute stehen die EinwohnerInnen an den Fenstern und begutachten den Marsch, so wie man es eher in Sandhausen oder Heidenheim erwartet. Welch ein Treppenwitz der Geschichte wäre es, wenn die in der Heimkurve heißgeliebten Nationalsozialisten letztlich die Stadt in die Bedeutungslosigkeit getrieben hätten!

Zurück zum eigentlichen Spiel. Der Eingang zum Gästeblock erwies sich als ordentliches Nadelöhr und neben genauen Kontrollen war da auch eine gewisse Überforderung Grund. Mal ganz ehrlich: Wir sind nun garantiert niemand der Pyro ablehnt. Und wir amüsieren uns immer wieder, dass genau dann gezündelt wird, wenn am Eingang die super derben Kontrollen aufgefahren werden und Polizisten mit Sturmhaube und Helm auf (!) diesen Eingang sichern. Trotzdem darf man hier mal die „Muss es wirklich so sein?“-Frage stellen. Dies als Teaser für später.

Wir wissen ja nicht viel über Sicherheit und Fluchtwege und so, aber bei einem vollen Gästeblock den Getränkestand so zu stellen, dass seine Schlange mitten im Hauptfluchtweg steht, das kann nicht im Lehrbuch für Sicherheit stehen. Das vier Verkaufsleute für 2.200 durstige Gästefans mehr als zu wenig sind, war jedem außerhalb Lübecks klar.

Nun denn, im Block ging man zu den förmlichen Begrüßungen über, die sich auf ähnlichem Niveau wie oben dargestellt bewegten. Wann haben wir eigentlich jegliche Hemmungen verloren uns da mit in die Niveauspirale nach unten zu begeben? Haben denn alle schon die Zeiten vergessen, als wir noch Mentalitätsbananen in den Volkspark schicken wollten und infantilen Lübeckern eine Prise Stil wünschten? Mentalität und Stil erscheinen immer mehr als Fremdwörter, wenn man das so betrachtet.

Immerhin sorgte die Rauten Sexmachines (so zumindest seine Zaunfahne) für Erheiterung mit seiner Fahne und seinem Rumgeprolle neben dem Gästeblock. Was aber echt Abzüge im Style gibt war, dass sein Rautentrikot nicht die Rückennummer 69 hatte. Wenn schon dann konsequent. Die Zaunfahne wurden übrigens nach wenigen Sekunden von Ordnern entfernt. Aber er ist sicher der Typ Fußballfan, der auch die ganzen gruseligen deutschsprachigen Party-Fußball-Songs zuhause im Regal stehen hat, die im Stadion angehört werden mussten und gegen die sich jedes ästhetische Empfinden sträubt.

Die Stimmung war eher so naja und auch das Spiel auf dem Rasen kam über das Niveau eines netten lockeren Trainingsspiel selten hinaus. Dass man als Profiverein Probleme hat, in solchen Spielen eine gewisse Intensität zu erreichen, ist geschenkt, aber auch Lübeck entwickelte nie irgendeinen Pokalfight. Was aber auch daran lag, dass nie irgendwas wie eine wirkliche Stimmung aufkam. Im Heimblock sang man Schmähgesänge gegen den FCSP und auf der sonstigen Tribüne träumte man von Marzipan. Wieviel Dampf entwickelte gerade die neue Haupttribüne früher bei Spielen gegen den FCSP? Nicht im Sinne von Dauersupport, aber da klingelten die Ohren vom bepöbeln. Auch wenn im Gästeblock wenig verständlich war, erzählten „Zecken“ (die trotz aller Ankündigung nicht verwiesen wurden!) aus dem Heibereich später, dass rechtsextremen und antisemitischen Repertoire nicht viel fehlte. Nicht wirklich verwunderlich, traurig trotzdem. Provinzialität und so.

Kommen wir zum Pyro. Irgendwie steht bei uns Pyro für Feuer, für Energie, für Emotionen. Aber wenn man bei einem Buchmacher getrost 1.000 Euro darauf setzen kann, dass beide Seiten zündeln werden und dies auch teilweise komplett unabhängig von Spielgeschehen passiert, dann nutzt sich das ab. Es fehlt dann genau diese Emotion und irgendwie auch der Nervenkitzel, das Adrenalin. Und mal ganz ehrlich liebe Lübecker, diese „wir schmeißen Kram auf den Platz“ Nummer, die macht man entweder so konsequent, dass das eine „Sieg oder Spielabbruch“ Nummer wird, oder man lässt es.

MagischerFC VFB Lübeck FC St. Pauli August 2016 Pyro

Weiterhin nervt es, dass es bei Pyroaktionen immer ein paar Trottel gibt, die nicht wissen, dass es auch hier einfach Grenzen gibt, die man auch aus guten Gründen einhalten sollte. Und dazu gehört es diese komischen Leuchtraketen/Leuchtstifte/Leuchtkugeln, was auch immer das für Dinger waren, zu Hause zu lassen. Weil man die in einer sich bewegenden Menge eben nicht kontrolliert abschießen kann. Und dann gehen die flach weg und in einen Block. Und da gehen wir jetzt mal davon aus, dass niemand absichtlich auf den Polizeiblock gezielt hat. Auszuschließen ist dies natürlich auch nicht. Aber Leute, da stehen auch unsere Rollis und ihr seid alle nicht Olympiasieger im Schießen. Also lasst es einfach. Mal ganz davon ab: Wenn die BFE Eutin soviel Bock gehabt hätte, wie bei anderer Gelegenheit, wäre ein flächendeckendes Pfeffer für alle passiert und das ist auch nicht wirklich schön.

MagischerFC VFB Lübeck FC St. Pauli August 2016 Polizei

Nach dem Spiel 30 Minuten Blocksperre wurden angekündigt, dann aber nicht eingehalten. Der Sinn dieser organisierten Freiheitsberaubung wird sich uns nie erschließen, denn weder sind dann alle Leute von Heimseite abgezogen, noch bringt es sonst irgendwas.

Noch was zur Mentalitätsbanane? Wann genau ist es eigentlich cool geworden sich wie 80er Jahre Hooligans zu kleiden und einen auf klandestine Gruppe zu machen? So mit „ey hier stehen wir schlecht, wenn noch was gehen soll, lass uns mal in die Büsche“ (sinngemäßes Originalzitat). Und dass diese Gruppe ordentlich riesig geworden ist bei uns, lässt auch ein Fragezeichen in unserem Gesicht.

Man muss aber auch erwähnen, dass nix mehr passierte und so die besondersten Vorkommnisse eine geworfene Mateflasche blieben. Nun gut. Auch die Polizei verhielt – sofern für uns übersehbar – in den meisten Situationen vergleichsweise besonnen. So war auch der Großteil des Rückwegs zum Hauptbahnhof absolut entspannt. Ein auch sehr witziges Bild waren die langen Schlangen, die sich vor den Getränkeautomaten an den Bahnsteigen bildeten um noch was zu trinken und Müsliriegel zu bekommen. Um Freitag Mitternacht hat in Lübeck nämlich auch nichts mehr auf bis auf die Filiale einer Kette, die nicht gerade für ethisch vertretbares und delikates vegetarisches Essen bekannt ist. Auch während der Heimfahrt herrscht nicht gerade Feierlaune. Ganz ehrlich, hier mussten wir gewinnen. Mal sehen, wer als nächstes kommt. Unser Tipp: Mittwoch Abend nach Stuttgart.

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Aug 152016
 

Oder:
Dann können wir uns ja ganz auf den DFB-Pokal konzentrieren.

Es ist Sonnabend, der 13. August. In diesem kühlen Sommer hat die 43. Saison der 2. Bundesliga begonnen. Nun soll das erste Heimspiel für den heißgeliebten FCSP steigen und wir sind frohen Mutes, dass da was Brauchbares herauskommt. Noch.

Kinder, Anpfiff um 15.30 Uhr, daran könnte man sich glatt gewöhnen! Um die Mittagszeit schmeckt das erste Bier nicht mehr ganz so unanständig wie in den Morgenstunden, zu denen man sich üblicherweise auf die Anreise zum Heiligen Rasen begibt. Auf dem Weg durchs Viertel sind zahlreiche Braunschweiger zu sehen, die sich noch den einen oder anderen gönnen. Von irgendwelchen Reibereien bekommen wir nix mit, die scheinen friedlich zu sein. Es sind ganz schön viele Gäste angereist – wenig überraschend bei der geringen Distanz und der ausnahmsweise mal fanfreundlichen Ansetzung.

Nach der langen Sommerpause die vielen bekannten Nasen wiederzusehen, das ist schon was Feines. Leider sind wir zeitlich etwas im Verzug und haben zu wenig Gelegenheit, alle Hände der guten Menschen zu schütteln, die da vorm Stadion herumwuseln. Also rein in den Block.

Millerntor, altes Haus, lange nicht gesehen

Hast dich kaum verändert! Frisches Grün in deiner Mitte, steht dir gut. Mit 9.000 (neuntausend!) Fahnen auf allen Rängen wirst du heute geschmückt, das dürfte sich doch sehen lassen. Und das tut es, so weit wir das selbst, im brandenden Fahnenmeer stehend, überhaupt wahrnehmen können. Ganz viel <3 für die fleißigen SchneiderInnen und FahnenverteilerInnen!

MagischerFC St. Pauli Eintracht Braunschweig August 2016-1

Im Fahnenmeer

Zwischendurch heißt es noch Abschied nehmen von Klaus Rummelhagen. Der schon vor einigen Wochen verstorbene Ex-Vizepräsident war einfach ein Guter – nun hat er leider den Kampf gegen den Krebs verloren. RIP und You’ll never wak alone, Klaus! Was ein bisschen wundert: In anderen Fällen verstorbener Vereinsgrößen gab es doch eine Schweigeminute oder nicht? Die jedenfalls fällt heute aus. Applaus gibt es dennoch für Klaus.

Fun Fact zu den Spieler-Nennungen: „Oi“ heißt nach Informationen einer Nebensteherin „Gurke“ auf Koreanisch. Wirft „Choi – Oi! Oi! Oi!“ in neues Licht.

Dann ist da leider Fußball.

Los geht’s im ersten Heimspiel 2016/2017. Das macht allerdings echt keinen Spaß zu gucken, denn bei den Braunweißen stimmt so gar nichts. EY! Der neue Spielertunnel soll die Gegner einschüchtern, nicht euch! In der ersten Hälfte von Halbzeit 1 spielt sich noch etwas mehr in der Braunschweiger Hälfte ab, aber eine echte Chance springt nicht heraus. Sobiech hat es zerlegt und er muss früh raus, gar kein gutes Zeichen. Und tatsächlich zerfällt jede Stabilität im Anschluss weiter, auch wenn Lasses Ausscheiden sicher nicht der einzige Faktor dabei ist. Von ihrem lauten Anhang gepusht, spielen die Braunschweiger deutlich cleverer als die Boys in Brown. Kumbelas Kopfballtor nach einer Flanke von der Mittellinie (!) aus kurz vor der Halbzeit ist dann der Moment, der kommen muss – so unnötig er auch ist. Alter, Hornschuh ist laut Kicker 16 Zentimeter größer! Was ist das für 1 Kopfballduell?

MagischerFC St. Pauli Eintracht Braunschweig August 2016-2

Etwas, was ein Fußballspiel werden sollte

Halbzeit zwo wird kein bisschen besser. Pässe, die man kaum als solche bezeichnen mag, immer wieder große Lücken, die IKEA-farbenen Spieler kommen viel zu leicht durch und dann leistet sich Gonther noch einen Riesenbock, der zum 0:2 führt.

Wir machen uns Sorgen um die Personalie „Kapitän“. Nicht nur, dass Gonther ja lange Zeit seine Zukunft im unklaren ließ. Ihm fehlt dazu noch Spielpraxis und wirkt, wenn er denn auf dem Platz steht, nicht wie ein Leitwolf. Nur in der Kabine zu führen, das haut in unserer bescheidenen Wahrnehmung nicht richtig hin. Dass nach seinem Fehler zum 0:2 keiner der anderen Spieler auf ihn zukommt, um ihn aufzumuntern, spricht Bände. Und auch von den Rängen kommt nicht sooo viel Erhebendes, ehrlich gesagt kein Wunder. Den Glauben, dass auch in 23 Minuten das Spiel noch zu drehen ist, hat man bei dem Team einfach nicht.

Da ist irgendwie der Wurm drin

Der Zustand der Mannschaft gibt nun also schon – nach gerade mal zwei Spieltagen – Anlass zur Sorge. War die erste Halbzeit in Stuttgart noch ansehnlich und von vergänglichem Erfolg gekrönt, stimmt seitdem nichts mehr. Der Auftritt des FC St. Pauli beim ersten Heimspiel ist nahe an der Vollkatastrophe und es gibt dringenden Handlungsbedarf. Hoffen wir mal, dass Ewald schleunigst Mittel und Wege findet, um der blutleeren Truppe wieder Leben einzuhauchen. Ansonsten müssen wir uns auf eine ganz frostige Saison gefasst machen.

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Aug 092016
 

Stuttgart. Eine Stadt mit wenig Platz und vielen Unternehmungen.

Das kann nur zu einer gewissen Enge führen. Wenn man dann noch eine Baustelle der Größe Stuttgart 21 hat, dann wird das schnell zu einem sehr engen Chaos. Nein, wir wollen jetzt hier nicht über die Sinnhaftigkeit von Bauprojekten diskutieren, aber zurzeit ist selbst der S-Bahn-Verkehr in Stuttgart staugeplagt.

Ja, S-Bahn, denn unsere Auswärtsdelegation nutzt diesmal den Flieger. Um dann festzustellen, dass immerhin alle 20 Minuten eine S-Bahn vom Flughafen in die City geht. Dafür aber immerhin direkt in Richtung Stadion. Wir müssen aber noch die Guten und die Alten aufsammeln und fahren dann ein Stück U-Bahn, um dann einmal ums Stadion herum zu müssen. Der direkte Weg in den Gästeblock ist dann auch noch verbaut, setzt man doch heutzutage auf „strikte Fantrennung“. Was schlichtweg Bullenscheiße ist, wenn alle Leute auf den Zuwegen sowieso – nebenbei friedlich – nebeneinander her laufen. Oder der Assikram halt nach dem Spiel in der Stadt passiert. Das eine Käfighaltung nun deeskalierend oder gastfreundlich sein soll, das glauben wahrscheinlich nicht einmal die größten Freunde von Betonmonumentalbauten. Der Gästebereich im Stuttgarter Neckarstadion (seit neustem nach der Tochter eines deutschen Ingenieurs benannt), ist aber genau so gestaltet. Beton, Metallsichtblenden und Stachel. Sehr einladend.

Ach was meckern wir, wenn die Fanladen-Bus-Crew entweder Mietwagen auf eigene Kosten buchen musste oder der liegengebliebene Bus dann immerhin zur zweiten Halbzeit vor Ort war.

Der Gästeblock im Inneren …

… ist dann ganz okay. Nicht super toll, alleine schon weil mit diesen unsäglichen Klappsitzen an Hühnerstangen ausgestattet; aber man hat eine ordentliche Sicht und ist auch nicht zu weit weg. Die Zugänge und der „Vorraum“ hingegen ist beklemmend und betonig. Muss irgendwie nicht sein.

Was auffällt ist die Uniformität der Stuttgarter Anhänger. Und das ist jetzt gar nicht negativ gemeint. Eine Quote von gut 90 % aller Zuschauer erscheint mit weißen Trikot mit Brustring. Ob das nun genau zu diesem Spiel aufgerufen war oder da einfach Standard ist, keine Ahnung, aber es ergibt ein schon sehr beeindruckendes Bild.

Der Gästeblock gut gefüllt und insgesamt 60.000 vermeldete Zuschauer sind eine sehr ordentliche Kullisse für ein Montagabendzweitligaspiel (jemand Bock auf Galgenraten?). Wobei die Nennung von Zuschauerzahlen mit vier Nullen am Ende irgendwie witzlos ist. Das ist dann so grob aufgerundet (von abgerundet wird hier wohl keiner sprechen), dass der Informationsgehalt äußerst gering ist.

Zum Spiel

Ja, das ist nett anzusehen, wenn zwei Mannschaften in hohem Tempo Fehlpässe austauschen. Und es ist nett anzusehen, wenn die Gastmannschaft das Konzept der zweiten Liga verlässt und mal versucht, ein bisschen mitzuspielen und das Ganze relativ offensiv zu lösen. Nur ob dies ein wirklich Erfolg versprechendes Konzept ist, da bleiben dann doch Zweifel. In Liga 2 ist „kompakt, kompakt, kompakt“ in den letzten Jahren ein beinah durchgängiger Erfolgsgarant gewesen. Und dies geht beiden Mannschaften doch deutlich ab. Hinzu kommt eine beidseitige Ballunsicherheit. Viele Pässe, die nicht mal wirklich in einer Bedrängnis geschlagen werden, landen beim Gegner. Was normalerweise in Liga 2 tödlich ist. Diesmal erstmal nicht, weil die jeweils andere Mannschaft es schnell nachmacht.

Als dann unsere Jungs endlich mal nicht den Ball verlieren, sondern präzise und schnell durchspielten, steht es nach einer Killerflanke von Fafa auch 0-1. Soweit so gut. Man will nun das Tempo nicht herausnehmen und wenn der Pfosten 10 Millimeter weiter links wäre, dann würde dieser Mut (dieser Wahnsinn?) mit dem 0-2 belohnt. So geht schon zum Ende der ersten Halbzeit der Druck verloren und Stuttgart hat auch seine Chancen.

Halbzeit zwo

… um dann immer unsicherer zu werden. Und eigentlich hat der FCSP das Ding im Sack, nur damit er dann genau in die typische Falle in der zweiten Liga rennen soll. Zu offensiv stehen, ein schneller Antritt eines einzelnen Spielers, einmal nicht konsequent mitgegangen und drauf gegangen und schon steht es 1-1. Und dies erwächst direkt aus dem Ballverlust am gegnerischen Strafraum. Das darf einfach nicht passieren. Ganz dummes Ding.

Und danach findet die Mannschaft einfach nicht in eine Ordnung. Offensiv weitermachen? Defensiv werden? Zwei Stürmer raus, zwei rein, macht es nicht besser. Im Gegenteil. Nun ist alles in Unordnung anstatt in Ordnung. Im Stadion denkt man noch, dass der Wechsel okay sei, hatten Fafa und Aziz doch vorne malocht wie die Bekloppten. Rückblickend findet hier aber der Bruch statt. Stuttgart nun mit Oberwasser und mehr Kraft. Der Siegtreffer fällt spät, glücklich, aber eben auch nicht ganz unverdient, weil Stuttgart halt bis zur letzten Sekunde anrennt.

Was uns Sorgen macht …

… ist die fehlende Kompaktheit/Ordnung, wie ihr das auch immer nennen wollt. Genau das war unsere Stärke letzte Saison. Diverse Zu-Null-Spiele von Skyman drücken das deutlich aus. Und die fehlte diesmal, gerade in Halbzeit zwei. Auch wenn Buchti viel wegfängt, hat Stuttgart immer wieder viel zu viel Platz. Und auch wenn wir uns jetzt wiederholen: Genau diese fehlende Ordnung ist in Liga 2 ein absolutes Genickbruchding.

Punkt wäre drin gewesen, aber dann muss man eben die Kompaktheit 90 Minuten haben und auf deutlich weniger Ballverluste kommen. Und wenn man mal einen Ball verliert, dann muss schnell zurück gearbeitet werden. Das fehlt. Und das wird gegen eine Mannschaft, die nicht jeden gewonnenen Ball sofort verstolpert, noch mehr gefragt sein. Zwingend einfacher wird es gegen Braunschweig nicht. Ach ja: Ein, zwei Spieler im defensiven Bereich sehen echt teilweise richtig alt aus bei den Gegentoren. Aber hey, die sind das Ende von Fehlerketten, und wenn sie einen riesigen Tag haben, dann retten sie das cool. Haben sie aber diesmal nicht.

Nun ja, es ging zurück in die Betonwüste und zu unserem Schlafplatz. Danke Paupi. Danke, dass es dich und dein Sofa gibt!

Heute noch mit Präsident und Aufsichtsratsvorsitzende in einer Maschine zurück geflogen und nun schon fertig mit dem Bericht.

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Aug 032016
 

Aus gegebenen Anlass heute mal ein kleiner Zwischenruf:

Wie ihr bei den hochgeschätzten Straßenbloggern im Detail nachlesen könnt, ist ein Journalist einer nicht sehr beliebten Zeitung erneut in Klamotten aufgelaufen, die äußerst zweifelhaften Kreisen zuzuordnen sind. Und wir formulieren ab jetzt bewusst vorsichtig und zurückhaltend. Auch weil wir eben nicht diese komische Zeitung sind.

Die Betonung liegt hier auf „erneut“, weil schon vor einiger Zeit ein Vorfall ähnlicher Art von Fans dokumentiert wurde. Es entzieht sich unserer Kenntnis, was damals vom Verein (von der Pressestelle, von wem auch immer) mit dieser Person (oder seiner Redaktion) besprochen wurde. Geht uns im Notfall auch nix an.

Nun also erneut so eine Klamottenwahl. Wir verlangen von niemanden, dass er jede Klamotte kennt, die gerade bei Hooligans, Nazis und anderen finsteren Personen in Mode ist. Das mal vorab. Anderseits ist es ja auch so, dass diese ganzen Klamotten so aussehen und so gestaltet sind, dass sie angeblich „harten Jungs“ gefallen und sie in diesem sehr zweifelhaften Umfeld, produziert, vertrieben und getragen werden. Anders gesagt: Man bekommt so etwas nicht einfach mal so bei C & A. Thor Steinar sollte jetzt auch der letzte Trottel mitbekommen haben, aber bei Yakuza hätten wir auch eher gesagt, dass diese Marke doll nach Türsteher, Muskelprotz, Bodybilder und Hooligan aussieht und daher eher zweifelhaft ist, als dass wir sicher gesagt hätten „beliebt bei Neonazis“. Wobei diese ganze Türsteher- etc. Szene für uns schon eklig genug wäre, um so einen Schund nicht anzuziehen.

Daher ist zumindest eine Sache beweisbar: ein Hang zu hässlichen Klamotten aus hässlichen Umfeldern.

Was im Kopf so eines Menschen vorgeht, das wissen wir nicht. Vier Erklärungsmuster gibt es.

  1. Er ist extrem unsensibel und einfach unfassbar dumm, was die Klamottenauswahl angeht.
  2. Er hat einen Hang zu der „harten Jungs“ Szene, denn nur in diesen Shops bekommt man so einen Kram.
  3. Er ist überzeugter Neonazi.
  4. Er weiß schon ganz genau was er da trägt und will provozieren.

Können wir nicht wissen und wir wollen auch nix unterstellen. Wir sind eben keine Zeitung mit vier Buchstaben.

Aber was wir wissen, ist, dass ein Mensch mit solcher Vorliebe für diese Klamotten nix beim FCSP zu suchen hat. Alleine schon weil unsere Stadionordnung natürlich auch gegenüber Pressevertretern gilt. Und diese in diesem Punkt bewusst allgemein und deutlich formuliert ist. Nun wollen wir – bei aller Sympathie für diese Forderung – nicht gleich schreiben „Schmeißt die Blöd raus und alle ihre Reporter“, aber bei aller Pressefreiheit könnte auch diese Zeitung mal überlegen, ob sie nicht noch irgendeinen jungen Reporter hat, der besser zu uns passt. Und vielleicht kann der Verein diesen Gedanken in aller angemessenen Form unterstützen? Informiert sind die zuständigen Stellen bei unserem liebsten Verein und man wollte das „prüfen“.

Und für den Herren gibt es doch garantiert andere Aufgaben im Konzern Axel Springer. Wie wäre es mit Hauptarchivar? Da werden Klamotten wenigstens schnell dreckig.

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Aug 012016
 

Gedanken zum Testspiel gegen den FC Sevilla

Es ist schwer, die zweite Liga vorherzusagen. Während man in der ersten Liga garantiert eine gute Chancen hat richtig zu liegen, wenn man Dortmund und Bayern auf 1 und 2 tippt, wäre ein solcher Tipp in der zweiten Liga immer sehr gewagt. Natürlich gibt es auch hier Favoriten und Außenseiter. Für die beiden Absteiger gibt es traditonell leicht zu benennende Favoriten; Sandhausen und Würzburg die großen Außenseiter. Aber ruft mal in Paderborn oder Darmstadt an. Dann wisst ihr, wie präzise solche Vorhersagen sind.

Und irgendwo in diesem Mix ist der FCSP. Wo genau kann niemand sagen. Man hat versucht, das Team vorsichtig weiterzuentwickeln und Abgänge zu ersetzen. Ob dies geklappt hat, wird die Zeit zeigen.

Erste, vielleicht zarte Erkenntnisse gibt dafür das Spiel gegen Sevilla. ABER solche Spiele sind immer sehr mit Vorsicht zu genießen. Wir zumindest sind keine Experten, ob dies nun der A-, B- oder C-Kader des FC Sevilla war. Ein Vergleich mit der Aufstellung im letztjährigen UEFA-Euro-League-Finale zeigt immerhin einige Übereinstimmungen, sodass dies nicht die erweiterte A-Jugend war, die Celtic ja z. B. gerne mal ans Millerntor geschickt hat.

So dominiert Sevilla an diesem Tag auch das spielerische Geschehen in der ersten Halbzeit, ohne nun Torchance auf Torchance zu haben. Unsere Jungs agieren noch deutlicher in einem 4-4-2 als letzte Saison. Und selbst bei hohem Druck wandelt man die Abwehrkette nicht in eine Fünf-Mann-Kette um, was letzte Saison ständig gemachte wurde. Vielmehr wird versucht, in zwei sehr eng aufeinander spielenden Ketten zu verteidigen. Ob dies dann auch in der regulären Saison der Plan ist, wird sich zeigen. Die Abwehrkette steht dabei höher als letzte Saison und man überlässt dem Gegner nicht so stark das Mittelfeld.

Die Spieler in Braunweiß

Vorne mit Fafà und Bouhaddouz zwei echte Stürmer, die viel auf die Flanken ausweichen und die noch nicht perfekt abgestimmt sind. Was aber gefällt, ist, dass der Bouhaddouz sehr beweglich wirkt und mit etwas mehr Auge als Thy in der letzten Saison. Aber wie schon gesagt: Alles Annahmen auf sehr kleiner Erfahrungsbasis. (Die Amis sagen dazu „small sample size“ und das ist so schön, wie es unübersetzbar ist.) Das 1-ist war dann ein sehr schöner Spielzug mit Tempo und Druck. In der zweiten Liga hätte Bouhaddouz den letzten Ball wahrscheinlich verloren, als er ihn doch ordentlich springen lässt. Aber der dann folgende perfekte Abschluss macht auch Hunger auf mehr.

Was uns definitiv fehlt, ist ein Spieler, der aus dem Mittelfeld einen Angriff präzise und schnell einleiten kann. Die mittleren zwei Positionen der Mittelfeldkette besetzen Avevor und Buchti; und bei aller Liebe, aus beiden wird dieser Typ Spieler nicht mehr. Auf Außen mit Kalla und Hedenstad zwei Spieler, die sich extrem bemühen. Wir denken, Kalla wird auch diese Saison eher wieder der zwöflte Mann sein; derjenige, der bei Verletzungen oder Formschwäche alle Positionen übernehmen kann. Auf den Außenbahnen stehen mit Ryo, Sobotta etc. pp garantiert offensiv stärkere Spieler als er zur Verfügung. Oder dies ist der „Auswärtslook“, wo die Außen im Mittelfeld halt eher defensiv denken sollen und müssen. Mal abwarten.

Hedenstad gefällt sehr. Der Junge hat ein gutes Tempo und eine ordentliche Technik.

Was nicht so gefällt? Zwei Abwehrfehler, zwei Tore. Und eben häufig nicht genug Tempo im Umschalten von Abwehr auf Angriff. Da mal schneller den zweiten Risikopass zu spielen ist genauso schwierig wie selten bei uns.

Zum Drumherum

16.000 Zuschauer geben dem ganzen einen ordentlichen Rahmen. Sevilla-Fans eher keine, die lebenslangen Dauerkarten sind vom Verein auf VIP-Plätze eingeladen. Umsonst ist das Catering da ganz nett, wenn wir dafür richtig Geld zahlen würden, sähe das anders aus. Wenn ihr uns fragt. Autogrammstunde, Musik etc. folgten nach dem Spiel.

Wichtige Dinge im „drumherum“? Der FCSP hat das Team der Geflüchteten des FC Lampedusa unter seine Fittiche genommen, was insbesondere ganz viel Unterstützung bei der Logistik bedeutet. Details zum neuen FC Lampedusa St. Pauli findet ihr hier. Ein Spieler von Lampedusa macht dann auch den feierlichen Kick Off unter lautem Beifall von den Rängen. Weiterhin sind viele Geflüchtete im Stadion als Zuschauer. Alles nur kleine Gesten des Miteinanders, die hoffentlich weiter politischen Druck aufbauen und einen gesellschaftlichen Gegenpol zu den Hetzern der Marke Seehofer schaffen.

Und mehr gibt es nicht zu berichten. Erster Test dieser Eindrücke dann am nächsten Montag in Stuttgart.

Noch eine Anmerkung: Kapitän des Haufens ist wieder Gonther, ein Spieler, der eher selten spielen wird, wenn keine Verletzungen passieren. Dies gepaart mit seinen Karlsruhe-Ideen wirkt auf den ersten Blick komisch. Lienen ist aber wohl eher wichtig, dass es ein Spieler ist, der in der Umkleide und auf dem Trainingsplatz führt. Und da kann man sich Gonther sehr gut vorstellen. Ein Spieler halt, der in der Kabine „Schnauze“ sagt und alle sind ruhig. Wir haben mit Kalla, Sobiech und auch bald Hornschuh noch mehr geborene Führungsspieler, sodass es uns an dieser Gruppe nicht mangeln wird.

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Jul 152016
 

Worte vor den Worten

Gestern war die Pressekonferenz zur Trikotvorstellung und wie es langsam gute Praxis ist, wurden neben der versammelten Presse auch Blogger eingeladen.

Empfangen wurde man im Vorraum der Geschäftsstelle, wo Under Armour (UA ab jetzt) aufgefahren hatte. So reichte man kleine Cocktailhappen. Ein Vorgeschmack auf das, was man wohl so ein bisschen mit Clash of cultures beschreiben kann. Klar, das ist ein leeres Stichwort und sehr plakativ, aber wir wollen es trotzdem mal benutzen.

So richtig denkt man beim FCSP ja immer noch nicht an Cocktailhappen und hochwertiges Fingerfood. Aber nun gut. Das ist ein Sponsor und der will sich damit natürlich auch ein bisschen wohlwollende Presse erkaufen. Das ist aus unserer Sicht vollkommen legitim, aber man muss das eben auch werten können.

Die Kampagne

UA hat die ganze Kampagne unter das Stichwort „Welcome hell“ gestellt. Warum man hier das „to the“ weggelassen hat, wissen wir nicht, es waren auch auf dem Podium keine Nachfragen vorgesehen, sonst hätten wir mal gefragt. Kann natürlich rechtliche, inhaltliche oder auch werbetechnische Gründe haben. Diese Sponsorenschlagwörter existieren, man kann sie nervig finden, man muss sie aber wohl als Realität hinnehmen. Sie müssen einen ja nicht ansprechen. Und besser als „First never follows“ ist das definitiv.

Oke begrüßte den Mob (Achtung: Alle Zitate bitte mit Vorsicht, weil wir nur ganz schnell mit-geschrieben haben und Fehler absolut nicht auszuschließen sind. Einen unserer Fehler korrigierte Oke gestern schon per Twitter, danke dafür. In Klammern ein paar Anmerkungen von uns.) mit den Worten, dass dies unsere Heimat sei (war das so eine kleine Spitze gegen die Happen?) Dies sei eine Partnerschaft wo man sich auch in einigen Dingen gegenseitig herausfordern würde. (Für einen reinen Werbetermin wurden die gewissen Zweifelsfragen die man bei UA haben kann doch relativ deutlich und offen angesprochen. Das gefiel.)

Gehen wir durch den Gang

Das Programm startete mit einer Führung durch einen massiv umgestalteten Kabinengang. Ach ja, wir verzichten jetzt mal größtenteils auf Fotos, die findet ihr viel besser auf der offiziellen HP und in der Presse.

Man hat nicht nur Heim- und Auswärtskabine getauscht, was einem Wunsch der sportlichen Leitung entsprach, sondern man hat auch den Kabinengang umgestaltet. Sven Brux erläuterte dieses und meinte, der Gang hätte vorher ja den Charme eines UKE (Universitätsklinikum Eppendorf für die Nicht-Hamburger) Kellerganges gehabt. Nun sei das mehr St. Paulimäßig. Man habe das sowieso umgestalten wollen und da UA sich dort auch habe präsentieren wollen, hat man das gemeinsam gemacht. Dann wären die Werber gekommen und hätten einige crazy Ideen gehabt, die man auch teilweise hätte wieder einfangen müssen, weil es gewisse Vorgaben bei Laufwegen und ähnlichem gäbe.

Ja will so man nun den Kabinengang beschreiben? Schwarz, auf der linken Seite ein „I will“ (als Trademark gekennzeichnet) und darum Unterschriften unserer Spieler. Das ist natürlich SEHR amerikanisch, wo solche Motivationssprüche im Kabinengang bei Sportteams die Regel und auch eine lang gepflegte Übung sind (in Europa fällt uns gerade spontan nur das „This is Anfield“ Schild als Klassiker ein.), es sollen dort weitere Spielerunterschriften über die Jahre gesammelt werden. Dann viele Künstler, die sich an der Wand verewigt haben. Sven Brux sprach von einem Drogentrip („Wobei ich natürlich nicht weiß, wie sich das anfühlt“, fügte er unter Gelächter hinzu) und das trifft es schon sehr gut. Letztendlich ist ein dreidimensionaler Totenkopf aufgebracht, der in die Mix-Zone endet. Diese ist nun wie ein Bolzkäfig (das ist nicht unsere Beschreibung, sondern die von Brux benutzte, unsere Assoziation war eher Kaiserkeller, der sah mal ganz früher so aus, wie unser Opi sagte) gestaltet. Gitter und Metall prägen das Bild. Auch der Spielertunnel hat nun eine entsprechende Optik und ist aus Metall und auch hier ist ein dreidimensionaler Totenkopf verewigt.

Hm. Ja, ganz nett. Wie immer auch sehr Geschmackssache. Diese Spielertunnel mit dem Charme des UKE haben natürlich auch irgendwie was bodenständiges, nicht vermarktetes, ursprüngliches. Aber anderseits ist schwarz, Metall und Totenkopf natürlich auch eine nette Optik.

Wie UA sich sieht

Im Spielertunnel dann die Pressekonferenz. Geleitet von Sascha Bandermann (Sky), was wir erstmal erstaunlich fanden, dass man für so etwas einen externen Moderator engagiert. Aber nun gut. Das ist halt eine Show. Ob eine solche Show für eine Trikotpräsentation notwendig und angemessen ist, sei mal jedem selbst überlassen.

Natürlich folgte nun kein journalistisches Interview, sondern Sascha Bandermann betätigte sich als eloquenter Stichwortgeber. Das machte er selbst nicht extrem anbiedernd, sondern sachlich und elegant. Und machte über seine Rolle noch kleine Witzchen. Dazu noch in einem sehr flüssigen gutem Englisch.

Es gab erstmal ein Werbefilm über UA, der halt amerikanisch war. Freunde des gepflegten Antiamerikanismus werden hier Millionen Angriffspunkte finden (wie in ganz vielen anderen Dingen), ist definitiv nicht unser Ding. Der Film, aggressiv geschnitten, ganz viel Training und „work hard“-Ethos und ganz viel „winning“ und „Team“ etc. Auch sehr amerikanisch, was jetzt keine inhaltliche Abwertung ist, sondern eine rein sachliche Feststellung. Da muss man sich nur die Social Media Auftritte von Amis vs. Europäern angucken. Bei den Amis wird dieses „work hard“ vielmehr nach vorne geholt, als bei den Europäern. Das heißt nicht, dass die nun weniger arbeiten, es wird halt anders verkauft. Und ist natürlich jetzt nur unser subjektiver Eindruck. Dazu wurde die Marke immer als „young“ und „agressiv“ dargestellt und diese Stichworte zogen sich durch die Präsentation. „Make athletes win“ ist so ein anderer Spruch. Das dann relativ schnell gesagt wurde, das würde ja von der „Marke“ zum FCSP fassen, lies uns ob der ja bekannten sportlichen Erfolge des FCSP doch ein bisschen schmunzeln. UA empfindet sich aber als anders und will sich auch so ein bisschen als kleiner, schneller, aggressiver Konkurrent zu den Schwergewichten der Branche präsentieren. Das passt dann natürlich schon zum FCSP.

Die Erfolge nun runter zu reissen, die UA Athleten in den USA erreicht haben, sparen wir uns mal. Der für europäische Ohren wahrscheinlich bekannteste Athlet ist Steph Curry, aber auch Bryce Harper (BÄÄÄÄH sagt unser Baseballexperte) und andere Superstars des amerikanischen Sportes.

Danach sagte Chris Bale (Europachef UA) ein paar Worte (auf englisch, so dass hier die Zitate bitte noch mehr mit Vorsicht zu genießen sind). Er begrüßte die Leute mit „Moin Moin“ und sagte dann, dass dies sein ganzes Deutsch sei (Okay, der weiß wie er Leute begeistert). UA sei 20 Jahre als, der Gründer habe College Football gespielt und damals gab es noch nicht mal Kompression Unterwäsche. Dies habe er dann entwickelt und habe damit Freunde und Teamkollegen ausgestattet, da sein College Team sehr gut gewesen sei und 10 Spieler in die NFL gekommen sei, habe sich die Marke schnell rumgesprochen und damit sei der Beginn gelegt. (Ob dieser Gründungsmythos stimmt, ist wie bei allen Mythen um Gründungen schwer zu sagen, lassen wir mal so stehen).

Man habe vor zwei Jahren begonnen eine Europastrategie zu entwickeln und sei dann schnell auf den FCSP gekommen, weil man „something different“ gesucht habe. Man habe etwas gesucht, was man den US-amerikanischen Direktoren, die keine Ahnung haben von Fußball habe verkaufen können. Als erstes habe man in Europa Memphis Depay unter Vertrag genommen, der sei „our kind of athlete“ er sein nicht der talentierteste, aber würde hart arbeiten. Gleiches wurde über Andy Murray gesagt. Lustigerweise wurde als Fußballer auch Tah genannt.

Danach habe man Vereine gesucht und auf Southampton und St. Pauli gestoßen. (Wo die Gemeinsamkeiten dieser beiden Vereine sind, könnt ihr mal versuchen zu ergründen. Uns ist das unklar.) Was aber hier von allen betont wurde und wohl auch richtig ist UA ist wohl frühzeitig und aggressiv auf den FCSP zugekommen. Das ist wohl eher ungewöhnlich in diesem Geschäft.

Man habe dann über Weihnachten abgeschlossen. Lustig: Das ganze wird mit einem Foto des Bunkers mit Pyro (ihr erinnert?) unterlegt und Chris Bale spricht von „our kind of communication“. Ich hoffe der FCSP hat eine Klauseln drin, dass die ab jetzt die Pyrostrafen zahlen, dann liefern wir denen gerne noch ein bisschen ihrer Art der Kommunikation. 😉

Insgesamt sei es ein „perfect match“

Man wolle dem Team helfen zu gewinnen (wir lachen), dies nicht nur über Textilien, sondern auch über die geplanten und schon vorhandenen Apps. (Zur Erklärung: UA hat auch so ganz viele Fitness Tracker und Fitness Seiten im Angebot und will das alles mit dem reinen Textil vernetzen (sic!) und alles in einem anbieten.) UA hat Fitnessplattformen mit ungefähr 160 Millionen Nutzern weltweit. U.A. auch 20.000 in Hamburg, was ein guter Start sei. Die Genderbalance sei 50/50 (wir könnten nicht so richtig erahnen, ob nun weltweit oder in HH), was sehr ungewöhnlich für solche Seiten sei und toll. (Das so etwas in den Vordergrund gestellt wird, ist auch sehr amerikanisch, wo Firmen zumindest in ihrer Präsentation so etwas wie Gender Gleichheit hoch halten.)

In der Zukunft wolle man, dass bei einem Fitnessnetzwerk an UA gedacht werde, so wie man bei Social Network an Facebook denke.

Er fragte dann die Leute, ob sie wüssten, was ihre Blutgruppe sei. Es gingen vielleicht zwei Arme hoch. Und er sagte dann, dies sei normal, die Leute wüssten mehr über ihr Auto, als über ihren Körper. Dies wolle man ändern. (Jo, der Junge kann sich und die Idee seiner Firma verkaufen, das muss man absolut ihm lassen.)

Was wir als nervig empfanden: Man hatte natürlich ganz viele Helfer engagiert, die sich um die Gäste kümmerten und die hier auch als Stichwortklatscher fungierten. Das ist in einer Pressekonferenz eher komisch.

Mehr als ein Sponsor?

Als Willkommensgeschenk bekam dann Oke ein Modell des neuen Gitterraumes überreicht, was er nach eigenem Bekunden in das Museum bringen werden. Oke selber überreichte ein Refugees Welcome-Shirt.

Oke sagte dann, das dies mehr als ein Sponsor sei, man wolle Ideen miteinander anschieben und sei im direkten Dialog miteinander soziale Projekte anzuschieben und habe dafür auch einen eigenen Etat im Vertrag. (Auch dies ist gerade im US amerikanischen Sport absolut Gang und Gäbe.) Details wurden nicht erläutert. (Und natürlich muss man auch abwarten, ob und was sich aus diesen Worten entwickelt. Erstmal sind das nur leere Ankündigungen. Ob die dann mit Inhalt gefüllt werden oder ob man in drei Jahren enttäuscht getrennte Wege geht wird sich zeigen.)

Man habe von einem Sponsor einen so umfassenden Support noch nicht erlebt, dies werde die Spieler auch körperlich besser machen.

Weiterhin habe man vereinbart ein Budget für Nachwuchsspieler zu haben, die man (wie später Rettig ergänzte) so auch hofft an den Verein binden zu können. So nach dem Prinzip „ihr bekommt hier zwar nicht die riesige Kohle, aber die geilste Ausrüstung und Unterstützung“. Auch dieses Budget sei außergewöhnlich, meinte Oke, er habe da auch mal in die Historie der Ausrüsterverträge geguckt.

Man war mit 16 Leuten bei UA (wir verstanden erstmal 60, man entschuldige unser Roggnrollgehör) gewesen, Vertretern von Fanszene, AFM und Amateurabteilungen. Man habe da unterschiedliche Blickwinkel gehabt und auch Dinge kontrovers diskutiert. „Wir haben uns nicht nur gegenseitig auf die Schultern geklopft“. Man habe auch Sachen gegenüber UA kritisch hinterfragt. (Was genau und ob es da nach einer Ansprache auch Bewegung bei UA gibt, wurde nicht gesagt.)

Dann wurde noch die Mannschaft zugeschaltet, so ein bisschen so getan, als ob live, war natürlich nicht live. Unsere Aufzeichnungen dazu lesen sich wie folgt: „blablupp“. Einzige Aussage, die bei uns hängen blieb „das ist schön eng, da ist man nicht so gut zu greifen“. Worauf Spieler so achten. Welcher Spieler da was gesagt hat, war von unserem Platz nicht so schnell mitzuschneiden, wenn wir es richtig gesehen haben, hatte man Lasse, Schnecke, Bernd da platziert, aber unsere Sicht war relativ eingeschränkt.

Danach wurde dann die Optik präsentiert, habt ihr gesehen, Rettig sagte, man habe vom Verein eher schlicht gewollt und habe dies auch verwirklichen können. Geschmacksdiskussionen könnt ihr im Forum führen.

Danach gab es noch eine Führung durch die Millerntor-Gallery und eine „After Show Party“ im Ü&G, wir mussten jedoch aufgrund anderer Termine dies ausfallen lassen.

Bleibt nur noch eines zu erwähnen: Es gab für jeden ein Trikot mit Wunschbeflockung (immerhin ein 75 Euro Gegenwert), was wohl auch ein relativ simpler Versuch ist Sympathie zu erkaufen. Nun können wir lange über unmoralisch diskutieren, aber hey, wer schlägt schon ein geschenktes „Kalla“-Trikot aus? Wir und der hochgeschätzte Übersteiger Frodo nicht.

Der subjektive Stofftest sagt, dass das relativ dünner, angenehm sich anfühlender Stoff ist. Die Größe L passt unserem Längsten (1,90) und Dicksten (wir schweigen hier über Daten), ist dann immer noch sehr lang, aber auch eng.

Das zur Dokumentation der Vorstellung. Falls ihr Tippfehler oder ähnliches findet, dann be-haltet sie einfach. Wir haben das jetzt für eure Info ganz schnell zwischendurch runtergetippt, so dass es natürlich ein bisschen fehlerhaft sein kann.

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Mai 192016
 

Wenn man auf die Saison zurück blickt, dann sind die grundlegenden Zahlen erstmal erfreulich. Vierter Platz mit 53 Punkten und damit 11 Plätze mehr, als letztes Jahr und 26 Punkte mehr. Bei allen Detailbetrachtungen, die nun folgen, sollte man dies nie vergessen. Und nun kommt er. Der gnadenlose Saisonrückblick:

Im Allgemeinen

Es ist wahrscheinlich keine neue Feststellung, wenn man schreibt, dass der Abstand zwischen den einzelnen Vereinen immer größer wird. Der Abstand von Liga 1 zu Liga 2 ebenso wie der Abstand in Liga 1. Dies ist – wie wir letztens schon erläuterten- insbesondere mit den Fernsehgeldern zu erklären und nahezu nicht zu ändern. Zumindest ist es so lange nicht, so lange ein Verein wie Bayern München auf zwei Wettbewerbssituationen guckt. Wettbewerb 1 (Bundesliga) soll da für Bayern (und auch Dortmund etc.) genug Geld generieren, dass man in Wettbewerb 2 (Champions League) mit anderen Europäern mithalten kann. Da ist die Neigung, in Wettbewerb 1 auf Geld zu verzichten und damit gleichmäßiger zu verteilen, nicht gegeben. Und das ist auch nicht böse, sondern aus der eigenen Wettbewerbssituation vollkommen legitim. Dies ist auch der große Unterschied zur Premier League. Die können sich auch deswegen eine andere Verteilung gönnen, weil sie a. Wettbewerb 2 nicht ganz so hoch bewerten und b. In Wettbewerb 1 sowieso mehr als genug Kohle einnehmen.

Nur das System wird auf kurz oder lang zu einer Zementierung der Verhältnisse führen. Bayern muss schon sehr viel falsch machen, um mal zwei Jahre nicht in der Champions League zu spielen. Ein Abstieg erscheint komplett unmöglich. Bayern kauft zur Zeit Spieler, als ob es Aktien des Neuen Marktes in dessen Hochzeiten wären. (Danke an @xxlhonk für diesen passenden Vergleich). Man bedenke, dass Bayern mal eben den Jahresumsatz von Köln (geschätzte Zahl) für zwei Spieler als Ablösesumme raus haut, die eher in die Kategorie „Nice to have“ fallen. Solche Summen hätte Bayern vor einigen Jahren nur raus getan, um den absoluten Superstar eines anderen Teams zu kaufen. Oder einen fertigen Spieler der Marke Robben. Und so gut die beiden auch sein mögen, dies sind beide nicht.

Diese Gruppen an Vereinen wird man nur aufbrechen können, wenn ich externes Geld generiere oder diverse Jahre über meine Verhältnisse spiele. Und bei beiden Ideen ist die Fallhöhe immer hoch. Siehe Paderborn. Siehe aber auch Mainz. Die durch viele gute Saisons nun langsam aber sicher auch nach unten ein Polster bekommen, da sie sehr von den Fernsehgeldern profitieren. Aber trotzdem muss ein Verein wie Mainz jedes Jahr seine Mannschaft neu zusammenstellen, weil wieder irgendein größerer Hai kommt und sich die Spieler holt.

Dies alles wird zum Ende von 50+1 führen. Und das ist wahrscheinlich auch besser, als diese ganzen komischen Umgehungsstratigien wie sie in Hannover, Augsburg oder Leipzig gefahren werden. Was man bei einer Aufgabe von 50 +1 wissen muss, ist, dass es kein Allheilmittel ist. Denn zum einen wird ein Managment nicht plötzlich besser, weil kein e. V. mehr dahinter steht, und zum anderen gibt es im Notfall auch immer nur einmal richtig viel externes Geld. Danach profitieren eher die Eigentümer.

In diesem ganzen Umfeld muss der FCSP bestehen. Er versucht seinen eigenen Weg zu gehen, was natürlich nicht risikolos ist, gerade weil wir auch wenig Puffer nach unten haben. Der FSV Frankfurt war vor vier Jahren vierter der zweiten Liga. Aber man erhält sich eben auch das, was man als Besonderheit oder in Marktingsprech als „USP“ bezeichnet. Haben wir alles ausgeführt. Hier nur als Erinnerungsposten.

Natürlich kann man sich fragen, ob eine „Europa League“ als Closed Shop nicht langsam besser ist und den Wettbewerb 1 nicht für alle anderen attraktiver machen würde, als eine 90-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass Bayern 1. und Dortmund 2. wird. Die Zukunft wird zeigen, ob der Fußball sich dahin bewegt. Und ob er dort seine Fans findet.

Auf dem Platz beim FC

Um eine Saison endgültig zu bewerten, ist es immer interessant nicht nur auf die gesamte Punktzahl zu blicken, sondern auch auf die in Hin- und Rückrunde erzielten Punkte. Daran hätte man in der Saison 13/14 schon den krassen Abwärtstrend sehen können, der uns in der Saison 14/15 beinah das Genick gebrochen hätte. Und auch dieses Jahr muss man einen gewissen negativen Trend sehen. Fünf Punkte weniger in der Rückrunde im Vergleich zur Hinrunde. 13/14 waren es acht Punkte Differenz. Wenn man aber die Rückrunde 14/15 als Vergleich sieht, dann herrscht hier ein Gleichstand. Daher würden wir die Rückrunde als Warnsignal nicht überbewerten wollen, sie eher als Mahnung zum richtigen Zeitpunkt verstehen wollen. Der Rückgang ist auch erklärbar damit, dass man ein „Sicherheit zuerst“-System eingeführt hatte, nachdem man in der Hinrunde 14/15 mit Hurrafußball doch eher unterging. Dies überraschte zu Beginn noch viele Vereine, irgendwann hatten sie uns aber auch durchschaut und unsere Schwächen (Spiel machen) gepeilt. Hier muss die Weiterentwicklung einsetzen.

Wo kann sich der FCSP nächste Saison noch verbessern? Tore erzielen. Das ist offensichtlich. Ebenso offensichtlich ist die Unfähigkeit, nach Rückständen das Spiel noch in eine positive Richtung zu drehen. Wenn wir richtig zählen (da dies während des Kaiserslautern-Spiels erfolgte, bitte keine Garantie), dann holte man gerade mal zwei Punkte nach einem Rückstand. Und besserte diese Bilanz dann auf fünf Punkte durch den Sieg gegen Kaiserslautern auf. In einem besseren Trainingsspiel.

Daran ist zu arbeiten. Das ist auch immer eine Charakter- und Leidensfrage. Häufig vermisste man diese Saison den Spieler, der mit dem Kopf durch die Wand geht und so noch einen Umschwung erzwang. Gerade am Millerntor fehlte ein Spieler, der Mannschaft und Publikum in Spiele zurück brachte und so einen Umschwung erzwingen konnte.

Das eben Geschriebene muss man aber auch immer im Lichte der starken Verbesserung im defensiven Bereich sehen. Bei uns denken halt elf Spieler zuerst einmal defensiv und häufig genug war Thys Hauptaufgabe die eines ersten Verteidigers. Das führte zu diversen Zu-null-Ergebnissen, die Basis für unseren Erfolg waren. Aber führt natürlich dazu, dass man schwer umdenken und Spiele drehen kann. Viele frühe Gegentore versauten diese Quote noch ein bisschen und gerade in der Rückrunde wurden diverse erste Halbzeiten verschlafen. Hier muss und wird an der Konzentration von der ersten Minuten an zu arbeiten sein.

Die einzelnen Spieler

Wie haben sich die einzelnen Spieler in unserer unbedeutenden Meinung gemacht? Das ist jetzt natürlich alles sehr subjektiv und aus dem Bauch heraus. Wenn ihr eine andere Meinung habt, dann können wir das nachvollziehen. Wir gehen hier mal von allen Spielern aus, welche die offizielle Homepage als Kaderspieler der ersten Mannschaft nennt.

Heerwagen: Das er ein geiler Typ ist, kann man im Millernton nachhören. Ansonsten ein Ersatztorhüter, wie man sich ihn wünscht. Teamplayer und man hat immer das Gefühl, dass er Leistung bringen würde, wenn er denn mal aufgestellt werden müsste. Bleibt uns noch mindestens ein Jahr erhalten. Wir freuen uns drauf.

Himmelmann: Rettete uns ganz viele Spiele und Punkte mit tollen Paraden. Ist auf der Linie wahrscheinlich einer der Besten. Abstöße und Strafraumberrschung fallen da schon ein bisschen ab. In einem Scouting würde das wahrscheinlich immer als Schwäche aufgeführt werden, auch weil er relativ (!) klein für einen Torhüter ist. Trotzdem einer absoluten Hightlight-Spieler dieser Saison. Bleibt uns hoffentlich noch eine Weile erhalten oder geht zumindest dahin, wo er in der ersten Bundesliga wirklich spielt.

Brodersen: Wird häufig zu DFB-Lehrgängen eingeladen und ist noch super jung. Mal sehen, was der so die nächsten Jahre zeigen kann. Talent ist allemal vorhanden. Aber der Schritt zum Profitorhüter ist immer ein großer.

Sobiech: Das Bild vom nicht wankenden Turm in der Schlacht wird jetzt mit ihm bebildert. Auch er rettete ganz viele Spiele mit tollen Leistungen. Auch immer wieder schön waren seine Noteinsätze als Mittelstürmer. Brachte dann immer wieder Torgefahr in diesen Situationen. Borussia Dortmund sollte sich nebenbei fragen, ob sie nicht zu früh die Kontrolle über diesen Spieler abgegeben haben, der ja doch Dortmunder durch und durch ist (was vollkommen okay ist). Wird nicht mehr lange brauchen, bis er erste Liga spielen wird. Vielleicht ja mit uns?

Ziereis: Verdrängte mehr oder minder Gonther aus der Startformation und dies mit wirklich starken Leistungen. Fiel dann ab, als die „XYZ will ihn haben“-Schlagzeilen aufkamen, wobei das wahrscheinlich eher an der ersten vollen Saison als Profistammspieler lag, die am Ende halt auch Spuren hinterließ. Ganz viel Talent ist vorhanden, aber noch sind auch immer wieder Fehler zu sehen. Aber das stellt man ab, wenn man Erfahrung bekommt. Die sollte er sich vielleicht noch weiter auf dem Niveau Liga 2 suchen, als gleich in das Abenteuer Liga 1 zu starten. Mal sehen, ob er und sein Berater auch so denken.

Keller: Kam ein paar mal zum Einsatz und zeigte da sehr viel Anlagen und ist ja auch ein riesiger Baum von Kerl. Wenn er uns erhalten bleibt, wird er garantiert der notwendige absichernde fünfte Verteidiger werden und seine Einsatzzeiten bekommen, auch weil er relativ flexibel auf allen vier Kettenpositionen spielen kann.

Buballa: Hey, verkaufen wir mal den Halstenberg, haben wir doch mit Buballa beinah gleichwertigen Ersatz! Wow. Lücke gesehen, Lücke gestopft. Okay, offensiv gibt es da noch Steigerungspotential, aber die Position des Außenverteidigers sucht da auch die eierlegende Wollmilchsau. Und die ist nahezu nicht zu finden. Deswegen auch der Mondpreis für Halstenberg. Er macht das gut, bleibt uns erhalten und wird weiterhin garantiert seine Zeiten bekommen.

Hornschuh: Als Last-Minute-Verpflichtung und als Backup gekommen, als Spieler mit Vertrag bis 2020 geblieben. Wer dies vorausgesagt hätte, den hätte man für verrückt erklärt. Der Junge war beim Absteiger FSV Frankfurt aussortiert worden und spielt nun beim vierten der Liga FC St. Pauli eine riesige Rolle. Womit man wieder sieht, was Umfeld, Trainer und auch ein bisschen Glück ausmachen können. Offensiv garantiert noch mit Steigerungspotential, aber das wird. Und vielleicht darf er dann irgendwann mal vor der Dortmunder Südtribüne spielen (noch so ein Dortmunder). Wenn auch in Braun-Weiß.

Eden: Als Spieler für die zweite Mannschaft geholt, der im Notfall oben aushelfen soll. Das hat er getan. Wenn er gebraucht wurde, hat er still und ruhig seine Aufgabe erledigt.

Deichmann: Ebenso Backup, wenn gefordert, war er da. Unvergessen sein spontaner Einsatz gegen Fürth. Das war großes Tennis. Verlässt uns in unbekannte Richtung. Alles Gute dazu.

Gonther: Im Team, verletzt, im Team, wieder verletzt. Das ist die Saison von unserem Kapitän. Wenn alle fit wären, wäre es ein interessanter Dreikampf um die beiden Innenverteidiger-Posten geworden, den er wahrscheinlich gegen Ziereis verloren hätte. Wobei Ziereis auch nach außen hätte spielen können. Mal sehen, ob wir diese Situation nächste Saison mal erleben.

Kalla: Wird immer mehr zu einem flexibel einsetzbaren zwölften Mann. Wird so auf keiner Position der Beste im Kader sein, ist aber zum Löcherstopfen auf allen Positionen unwahrscheinlich wichtig. Das er dazu noch in der Kabine wichtig ist, sollte bekannt sein. Wird in dieser Aufgabe weiter aufgehen, aber wahrscheinlich eher im Mittelfeld und nur in der Not in der Abwehr. Und am Ende wird er wieder 25 Spiele gemacht haben, auf dem Betzenberg getroffen haben und alles wird gut sein. Wird uns hoffentlich bis zur Rente erhalten bleiben.

Startsev: Hatte seine Zeit unter Meggle, hat dann nie wieder seine Chancen bekommen und wird uns verlassen. Es ist eben ein riesiger Sprung von den U-Mannschaften in die zweite Bundeslga. Hat hier nicht geklappt. Hoffentlich woanders. Viel Glück.

Nehrig: Umso gesünder, umso wichtiger. Kann eine echte Führungsperson sein und viel Verantwortung im Mittelfeld übernehmen. Wenn er fit ist. Deutete diese Saison seine Qualitäten an und bleibt uns deswegen erhalten.

Dudziak: Talent, Talent, Talent. Und wahrscheinlich einer der besten Spieler in unserem Kader. Der Schritt von Dortmund zu St. Pauli ist ihm aber noch nicht ganz gelungen. Oder anders ausgedrückt: Die Anpassung an die harte Wirklichkeit der zweiten Liga steht noch aus. Mal sehen, ob die nächste Saison kommt. Die Chance dazu hat er weiterhin bei uns.

Buchtmann: Spielt gefühlt schon ewig bei uns, bekommt gefühlt jedes Spiel eine gelbe Karte. Und ist doch erst 24 und bekam gerade mal sieben gelbe Karten diese Saison. Vielleicht ein bisschen zu langsam, vielleicht ein bisschen zu ungefährlich vor dem Tor; aber ansonsten einer der Spieler bei uns, die ein Spiel dirigieren und lesen können. Insbesondere im defensiven Bereich. Bleibt uns noch eine Weile erhalten, schön so.

Rzatkowski: In der Hinrunde wie in der Rückrunde in den ersten zehn Spielen der Spieler der Liga. Danach war bei ihm jeweils der Dampf raus. Das ist bei seinem Pensum auch nahezu unvermeidlich. Da muss er eben noch an Kondition arbeiten und sich vielleicht auch besser einteilen. Wird uns über kurz oder lang verlassen und sollte seinen Weg in der ersten Liga gehen. Mal gucken, ob jetzt schon für Geld oder erst nächste Saison. Sollte das österreichische Interesse wirklich für diese Filiale des Dosenkonzern geäußert worden sein, wäre es Perlen vor die Säue werfen.

Miyaichi: Verletzt. Das war seine Saison. Es wäre zu hoffen, dass er mal eine Saison fit bleibt. Könnte in dem Trainingsspiel gegen Kaiserslautern zeigen, welches Potential er hat. Er muss nun fit bleiben, die Vorbereitung komplett mitmachen und dann kann er zeigen, was er kann.

Alushi: So ein Spieler, bei dem man immer wieder brüllen will. Stopft defensiv ganz viele Löcher, macht mit seiner Technik vieles richtig und gut. Verlangsamt aber auch immer wieder das Spiel so weit, dass man verrückt wird. Verlässt uns aus persönlichen Gründen. Wir würden ihm gönnen, wenn er noch einen Verein finden würde, wo er und seine Frau gemeinsam leben und nicht zuviele KM voneinander kicken könnten. Mach es gut!

Rosin: Jo, stand im Kader.

Sobota: Könnte immer dann seine Stärken ausspielen, wenn wir mal schnell umgeschaltet haben und er Platz hatte. Ist eine unserer offensiven Waffen und sollte noch besser werden, wenn er die Bälle besser vorbereitet bekommt. Das Tor in Fürth war so etwas von technischer Sahne. Bleibt uns erhalten.

Maier: Wenn es Hannover schafft, dass der Junge konstant sein Potential abruft, dann werden sie ganz viel Spaß an ihm haben. Konstanz war drei Jahre sein riesiges Problem bei uns. Einem richtig guten Spiel folgten wieder ganz viele schlechte oder durchschnittliche Spiele. Und dann kam wieder ein Hammer. Muss sich mehr zutrauen, dann ist sein Schuss eine echte Waffe. Bisher aber eher ein Spieler, der Talent hat, es aber nicht konstant abruft. Vielleicht ja bei unserer Filiale in Hannover? Auch wenn dort ein riesiger Druck herrschen wird, mit dem (nicht nur) er klar kommen werden muss.

Litka: Jo, stand im Kader

Kurt: Hat leider auch den Sprung nicht geschafft. Es ist schade, wenn ein Junge wie er, der Balljunge war, der mit sieben Jahren in den Veren kam, dessen Augen mehr funkelten als jedes Flutlicht, wenn er am Millerntor spielte, es nicht gepackt hat. Noch trauriger ist, dass man es nicht schafft, ihm ein paar Abschiedsminuten zu bescheren. Mach es gut, Okan.

Choi: Hat den Sprung geschafft, hat sich als Ergänzungsspieler einen guten Namen gemacht und wird nächste Saison auf Einsatzzeiten drücken. Ist noch nicht ganz konstant, aber die Ansätze sind da. Mal sehen, ob er nun auch den nächsten Schritt gehen kann.

Picault: Erinnert ihr euch an das Spiel in Heidenheim? Da drehten auf dem Platz mehrere seiner Mitspieler und der Co-Trainer wegen seiner mangelnden Disziplin in der Rückwärtsbewegung durch. Das ist sein großes Defizit, an dem er arbeiten muss, wenn er mehr in der zweiten Liga werden will. Tempo, Technik und Torgefahr hat der Junge. Müsste ab und zumal noch den Kopf hoch nehmen, wenn er den Ball hat, dann wird es auch was mit Jürgen. Wenn, dann aber als zentrale Spitze. Auf den Außenbahnen ist er doch zu defensiv schwach. Bleibt bei uns, wird wahrscheinlich die Waffe von der Bank werden.

Verhoek: Irgendwie bei uns nie angekommen. Und als er ankam, Qualität bewies, da verletzte er sich. Wird es in Heidenheim hoffentlich besser haben. Viel Erfolg, Big John.

Thy: Sein Auftritt gegen Düsseldorf wird unvergessen bleiben. Seine Torausbeute über die Saison blieb eher durchschnittlich. Als Kampfsau und erster Verteidiger war er absolut überdurchschnittlich. Ob dies für Werder reicht? Wird allemal schwer für ihn, aber wer weiß? Insbesondere, da er ja auch auf anderen Positionen als zentraler Stürmer spielen kann. Viel Erfolg an der Weser. Und vergiss das Fangirl nicht.

Empen: Jo, stand im Kader.

Was ist mit dem Nachwuchs?

Liegt es an Ewald, ist die Qualität im Nachwuchs nicht da? Wir wissen es nicht. Fakt ist, dass die Durchlässigkeit, die man sich in die erste Mannschaft erhofft, nur von Choi genutzt werden konnte. Alle anderen Spieler kamen nicht annähernd an den Profibereich ran. Man kann so etwas schnell dem Cheftrainer anlasten, aber das ist natürlich sehr einfach. Es ist ja nicht so, dass unsere U23 erste ihrer Liga ist und es nicht auch ganz böse Geschichten aus diesem Bereich gibt. U. a. im Abendblatt nachzulesen. Was an diesen Geschichten dran ist, ob da vernünftig gearbeitet wird, ob sich etwas verbessern lässt, dies alles wissen wahrscheinlich nur Insider. Ob es in diesem Bereich mit Boll weiter geht, wird man sehen. Dies ist natürlich auch davon abhängig, ob sein Chef weiter macht und ob die Vorstellungen des Vereines mit den Vorstellungen von Fabian in Einklang zu bringen sind. Was man hier als Fan vermeiden sollte, ist eine emotionale Parteinahme. Wir alle wissen nicht, was gesprochen wird, und die Beteiligten werden immer nur ihre kleinen Ausschnitte der Presse weitergeben. Trotzdem würde es uns natürlich freuen, wenn Boll irgendwo im Verein seinen Beitrag weiter leisten kann.

Und außerhalb des Platzes?

Würde es eigentlich ganz gut laufen, wenn man nicht so ein bisschen Bauchweh ob der Infos vom Aktionsbündnis hätte. Man verstehe uns nicht falsch, es gibt garantiert wichtigere Dinge im Kampf gegen Homophobie als Schnürsenkel; aber die Aussage, man wolle nix mehr am Spieltag machen, lässt in dieser Allgemeinheit doch aufhorchen. Denn das die Mannschaft auch zu solchen Aktionen ermuntert wird und diese durchzieht, ist für uns ein absolut zentraler Bestandteil des FC St. Pauli.

Daher: Liebe sportliche Leitung, setzt euch mit dem Aktionsbündnis zusammen, plant da gute Dinge und wir verbuchen diese Episode unter „dumm gelaufen“. Insbesondere, da sich der Verein ja nun anders an dem Aktionstag beteiligt hat. Ein absolutes „Mannschaft macht nix an Spieltagen“ wäre jedoch in Zukunft nicht verträglich mit dem Image, dass sich der FCSP aufgebaut hat und was ihn auch nach außen prägen sollte. Wichtig ist, dass wir alle hier auch unsere kritische Distanz und unser kritisches Nachfragen behalten. NIchts ist schlimmer, als eine Harmoniesauce, in der alles abgenickt wird.

Auf den Rängen?

Die Gegengerade verkackt am letzten Spieltag mal so richtig eine Choreo. Passiert, haben andere Vereine (hallo Volkspark) auch mal was zu lachen. Halb so wild. Ganz viel Liebe an die ganzen Menschen, die immer noch unzählige Stunden aufbringen, um Choreos auf den Tribünen vorzubereiten. Und ganz viel Liebe an Menschen, die auf ihre Art versuchen, die Mannschaft anzufeuern. Egal, ob nun Ultrà-Style oder Bierpöbel-Style. Aktives Miterleben des Spieles, das ist schon viel wert.

Der Supportblock hat sich eine Trommel angeschafft und wenn man die bisherigen Spiele mit Trommel gegen die Spiele ohne Trommel vergleicht, dann scheint dies eine gute Idee zu sein. Nun sind es aber zu wenige Spiele, um hier von einer wirklichen Trendwende auszugehen.

In der Süd fehlen immer noch genügend Stimmen durch die Stadionverbote. Das hört und merkt man. Keine Frage. Mal sehen, wie lange dieses Thema noch unseres bleibt. In einer zweiten Liga nahezu ohne ernsthafte Risikospiele war es ansonsten eigentlich relativ ruhig. Trotzdem fuhr die Polizei eigentlich zu jedem Spiel groß auf. Ohne Sinn und Verstand. Aber da kannst du mit einer Steinmauer reden. Die zeigt mehr Vernunft als die Hamburger Polizei.

Nicht nur dort ist es wahrscheinlich schwierig, auf Vernunft zu hoffen. Auch bei der kleinen Gruppe an Leuten, die meinen, Spiele des FCSP für Angriffe auf ganz normale gegnerische Fans nutzen zu müssen. Sorry, aber das ist nun gar nicht FCSP-Style. Diesen macht auch aus, dass jemand aus Kaiserslautern oder von wo auch immer ganz entspannt sein Bierchen in unseren Kneipen süffeln kann, wenn er individuell korrekt ist. Egal, wie sein Verein im Großen und Ganzen drauf ist.

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Mai 182016
 

Das letzte Spiel der Saison (Lesen Sie auch unseren Saisonrückblick!) gegen die Region kann aufgrund der vergleichsweise schwachen Rückrunde entspannt angegangen werden. Auch für die Gäste geht es um nichts mehr und so liegt eine entspannte Grundstimmung in der Luft.

Mosaik-Choreo und Trommeln

Auf den Stufen der Gegengerade fällt direkt auf, dass sich im Supportblock heute mal viel Platz findet. Der Flyer mit den Informationen zur Choreo in der Hand lässt schon böses vorahnen. Wende-Choreo auf der Gegengerade? Das wird doch nix! Und ja, der Verfasser sollte recht behalten. Aber ganz ehrlich, Choreos auf einer Tribüne dieser Größe sind nicht einfach. Vor allem, wenn man keine Ultrà-Gruppe mit mehreren hundert Leuten hat, die das ganze routiniert durchzieht. Keinen Vorwurf also an den Supportblock.

Ein Blick auf Youtube zeigt allerdings, dass es nicht allzu schlimm aussieht. Wie ein Mosaik ohne klar erkennbare Schriftzeichen. Geht gerade noch in Ordnung.

Was hingegen wirklich positiv auffällt, ist die Trommel (besagter Verfasser stand zuvor in der Südkurve). Es scheint relativ eindeutig zu sein, dass Gesänge koordinierter sind, mehr Leute mobilisiert und länger gehalten werden können. Unseren Respekt also auch an den Trommler, auch wenn es hier und da noch leicht am Tempo hapert

MagischerFC St. Pauli 1. FC Kaiserslautern Mai 2016

Happy Birthday, lieber FCSP!

Übrigens, an diese Stelle auch gerne ein Blick auf die Nordkurve. Habt ihr jetzt eine Trommel, Nordsupport und Co.? Das sieht aus unserer Perspektive so aus. Auf der Gegengerade hat es sich zumindest bereits bewährt.

Den Rest der Choreo finden wir übrigens ganz gut gelungen. Auch im Gästeblock sah das optisch ganz in Ordnung aus.

Die Verabschiedung der Spieler vor dem Spiel lässt uns ein wenig ratlos zurück. Dass Thy nicht zu halten ist, absehbar. Maier und Verhoek … nun gut. Als wirklich ärgerlich wird eher empfunden, dass junge Talente wie Deichmann und Kurt den Verein verlassen. Hätte man auf die nicht bauen können?

1 Spiel (wie) auf Haze

Sportlich geht es ausgesprochen turbulent los. Heftig, wie die Boys in Brown da beim ersten Angriff des FCK gedanklich noch gar nicht dem Platz sind. Weniger als der Supportblock. Und ihr, liebe Abwehr, musstet beim Anpfiff nicht mal einen Joint entflammen! Und das bei dem Wind! Aber zum Glück schlägt in den nächsten Minuten das Spiel schneller um als das Wetter. (Wow, was eine Analogie!)

Miyaichi zeigt eindrucksvoll, warum er bei vielen immer noch als Riesentalent gilt. Aber auch der Pass von Maier sei nicht unerwähnt. Super Kombination. Den zweiten Treffer nur wenige Minuten später bereitet Ryo dann selbst vor und Lennart Thy steht genau richtig.

In der zweiten Hälfte kann der lange verletzte Miyaichi dann erneut zeigen, warum er für viele ein offensiver Hoffnungsträger für die kommende Saison ist. Nicht nur erzielt er das leicht abgefälschte 3:1, auch der Schuss an die Unterkante der Latte einige Minuten zuvor zeugt von einer großen technischen Stärke bei ihm.

Darauf wird auch Maier aktiver im Offensivspiel und wurde folgerichtig mit einem Tor in der 72. Minute, vorbereitet durch Sobota, belohnt, auch wenn das Team aus der Pfalz auf die Ungültigkeit des Treffers besteht.

Der Gegenzug zum 4:2 sieht zwar ziemlich gut aus, zeigt aber auch keine realistischen Chancen mehr auf, zumal Buchtmanns Fernschuss zum 5:2 wenig später den Abstand wieder auf drei Treffer vergrößert.

Was bleibt also vom Spiel?

Maier und Thy konnten sich beide mit je einem Tor gebührend verabschieden, Miyaichi spielt verdammt stark und dieses Match reiht sich in eine lange Reihe erfolgreicher Saisonabschlussspiele am Millerntor ein.

Zwei bis fünf Bier im Jolly später ist die Saison 2015/2016 beendet. Ob das reicht, um diese Saison schließlich ansprechend abzuschließen, sei jedem selbst in der Beurteilung überlassen. Für unsere Einschätzung schaut ihr am besten in unser Saisonfazit. Also dann bis zur nächsten Serie. Euch allen eine schöne Sommerpause!

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Mai 102016
 

Der Sonderzug nach Nürnberg

Es ist mal wieder so weit. Die Saison geht dem Ende entgegen, das letzte Auswärtsspiel steht an. Da und da geht es traditionell gern auf dem Schienenweg hin. Dieses Jahr ist das Frankenland das Ziel.
Zum Zeitpunkt, da man sich entschließen sollte, an der Sonderzugfahrt teilzunehmen, klang das noch besonders attraktiv. In Nürnberg kann man ja auch mal aufsteigen oder zumindest noch einen spannenden Kampf und den Relegationsplatz ausfechten. In den vergangenen Wochen aber zeigte sich, dass wir uns derartige Ambitionen in die Haare schmieren können. Naja, dann eben eine entspannte und ein bisschen sinnlose Fahrt. Oder?

Joa. Kein Motto dieses Jahr, zudem Ultrà Sankt Pauli komplett auf eigene Faust unterwegs ist aus Solidarität mit einigen Angehörigen, denen die Nürnberger Behörden mal eben ein komplettes Stadtverbot ausgesprochen haben. Da Kompromisse seitens der Behörden abgelehnt worden seien, bleibe den Diffidati die Sonderzugfahrt verwehrt – so unsere Informationen. Auch holten nicht alle der Fanclubs ihre Karten ab. Ganz schön bekloppt, andere lecken sich die Finger nach Sonderzug-Möglichkeiten und ihr lasst das liegen!? Zugegeben, man kann sich an diesem sonnenverwöhnten Maitag auch coolere Dinge vorstellen als früh aufzustehen und mehr als zwölf Stunden im Zug zu hocken (Muddern besuchen vielleicht). Aber dann sagt doch beim Fanladen ab, Kinners.

Die Hinfahrt …

… verläuft ohne besondere Vorkommnisse. Ganz schön bäh, stocknüchtern aus dem Viertel aufzubrechen, während in den frühen Sonntagmorgenstunden noch zerfeierte Reste unterwegs sind! Im Zug dann wirkt es relativ ruhig auf dem Weg durch ein sonnengebadetes Land. (Hey Fanladen, wie wäre es das nächste Mal mit einem Cabrio-Zug?) Etliche Abteile sind so oder so leer, sodass auch Stehplatzfahrer sitzen können.

Moderater Alkoholismus darf natürlich nicht fehlen. Gute drei Stunden vor Anpfiff wird Nürnberg geentert und es entsteht einmal mehr dieses surreale Bild, wie eine Horde Braunweiße (früher sagte man ja auch „Schlachtenbummler“ dazu) durch einen Bahnhof gepresst wird, während teilweise behelmte Cops Spalier stehen und bedrohlich aussehen. Zum Glück nimmt die gefühlte Präsenz der Staatsmacht auf dem gar nicht mal so kurzen Weg zum Stadion etwas ab. Uns wiederfährt in der U-Bahn und auf dem Fußweg zum Grundig Stadion nichts Bemerkenswertes.

MagischerFC 1. FC Nuernberg FC St. Pauli Sonderzug Mai 2016

Es ist ein Wetter zum Eierlegen, wie Muddern zu sagen pflegt. Im Schatten der Bäume lässt es sich vor dem Einlass ins Stadion noch ganz gut aushalten, auch wenn die Versorgung Speis und Trank alles andere ales lückenlos ist. Im Stadion selbst flutscht das hingegen ganz gut. USP ist – sofern keine Stadionverbote vorliegen – dann übrigens doch da. Etliche Lappen hängen, es wird getrommelt und gesungen. Auch wenn der hier Schreibende ein bisschen Auswärtsmuffel ist und daher die Vergleichsmöglichkeiten gering sind, scheint es, als sei die Support-Leistung heute ordentlich. Ganz ganz positive Randbemerkung: Die Musikverantwortlichen vom FCN spielen Marcus Wiebuschs „Der Tag wird kommen“ vorm Anpfiff – dicken Daumen hoch!

Das Spiel hingegen …

… das lässt sich echt gar nicht mal so geil beobachten. Gut, meiner Einer ist ohnehin viel zu sehr mit Herumkreischen (und Bier, ist ja warm!) beschäftigt; aber aus dem weiten Rund erscheinen die Spieler jenseits der Laufbahnen in diesem Old-School-Stadion doch echt weit weg. In einer wohl gar nicht so schlechten Phase fangen wir uns ganz dahinten ein dummes Gegentor ein. Dann schießt auch noch das Schiedsrichtergespann einen fetten Bock, als eine deutliche Notbremse wegen Abseits nicht als solche gewertet wird. Hätte hätte, Fahrradkette.

MagischerFC 1. FC Nuernberg FC St. Pauli Stadion Mai 2016
So jedenfalls geht das Match für Braunweiß abermals in die Hose und die Tendenz der letzten Spiele weist ganz schön bekackt nach unten. Ist das ein psychischer Dämpfer, dass aus welchem Grund auch immer die Aufstiegschance so doof verdaddelt wurde? Wenn man jedenfalls die Leistung des FCSP in Halbserien betrachtet, so trübt das den Eindruck einer eigentlich guten Saison. Mal gucken, ob wir die Region nächstes Wochenende noch aus dem Millerntor boxen und damit ein versönliches Saisonfinale erleben.

Die Rückfahrt …

… da haben wir schon mehr gelacht. Der bescheidene Verfasser dieser Zeilen macht den cleveren Move, nach erschöpfendem Gelatsche durch die sommerlichen Temperaturen sich mal einen Augenblick hinzulegen – zack, ist es mitten in der Nacht und wir haben Kopf Schmerzfeld längst passiert. Was derweil im Partywagen passiert, entzieht sich so unserer Kenntnis. Aber wie heißt es eh so schön? Was im Sonderzug passiert, bleibt im Sonderzug.

Aus der geplanten Ankunft gegen ein Uhr in Hamburg wird so rein gar nix. Mehrere ungeplante Zwischenstopps, auch wegen Personenschäden auf der Strecke, halten den Sonderzug auf. Wir wissen nichts Genaues, aber wenn Menschenleben zu Schaden kommen, sind Verspätungen das geringste Übel. Jedenfalls wird es vier Uhr nachts, bis der Wohnungsschlüssel seufzend ins Türschloss sinkt und der Müll des Hafengeburtstag-Wochenendes draußen bleibt. Es ist nicht jeder zum Auswärtsfahrer geboren.

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Mai 022016
 

Bevor wir uns allen anderen Dingen widmen:

Herr Kircher, egal ob Sie nun schlechter, besser oder gleich wie alle anderen Schiedsrichter gepfiffen haben. Egal ob Sie nun Freitag mal mit einem Pfiff daneben lagen oder richtig: Alles Gute für den Schiedsrichterruhestand. Wer 243 Bundesligaspiele und 127 Zweitligaspiele (Zahlen laut weltfussball.de) pfeift, der hat sehr lange seinen Kopf hingehalten und ist selten zurecht und meistens zu unrecht von den Hobbyschiedsrichtern auf der Tribüne bepöbelt worden. Dafür sei ihm nach seinem letzten Spiel auch mal ein riesiger Respekt gezollt. Einer unserer Schreiberlinge sah damals vor mehr als fünfzehn Jahren sogar sein erstes FCSP-Spiel unter Ihrer Leitung. Daher noch mal alles Gute!

So Freitag. 1860. Nicht gerade das Team, was am Millerntor viele Sympathien genießt. Das mag mal anders gewesen sein, hat sich aber auch aus diversen Gründen geändert. Eine Horde juveniler Sechziger großmäulig vor dem Spiel an der Gegengerade entlangkrakeelend ist ein Teil davon. Immerhin ein Team, was einen vollen Gästeblock macht. Das ist insofern bemerkenswert, dass wir diese Saison zu häufig Spiele hatten, wo sich nur leere Betonstufen und 150 Leute über einen Auswärtssieg gefreut haben, während man sich selbst geärgert hat. Überhaupt ist eine Heimschwäche nicht von der Hand zu weisen. Und ein Herz für Abstiegskandidaten. Gegen die letzten sechs der Tabelle lassen wir am Ende 23 Punkte liegen. Davon nur ein Drittel holen und Nürnberg würde weinen. Muss Ewald besser machen mit seinen Jungs. Kann er zum Glück noch zwei Jahre besser machen, wie der Verein gerade eben verkündete (Zeitpunkt des Schreibens).

Magischer FC St. Pauli 1860 Muenchen April 2016 Supportblock TrommelNormaler Ablauf vor einem Freitagsspiel

Viele kommen spät, viel Hektik, später viel Bier. Die Stimmung auf der Gegengerade ist zu Beginn weit über dem Durchschnitt und bleibt dies auch. Ja, wir hören sie schon wieder die ganzen Nögler und Zyniker, die immer glauben, sie müssten überall die Gegengerade hören, ständig, dauerhaft. Vielleicht wäre mal auch ein bisschen Grundwissen an Akustik ganz hilfreich in der Beurteilung von Tribünen, die nicht die eigene ist. Es gibt eine Änderung. Der Supportblock hat sich eine Trommel zugelegt. Die Aktivisten haben gehadert, lange mit sich gerungen, wir haben es letztens auch provokativ gefordert. Und der Versuch ist aus der im Nebenblock stehenden Perspektive ein Erfolg. Der Supportblock dringt lauter, häufiger ins Ohr und Fangesänge brennen mal länger als ein Strohfeuer. Trotz der besagten schwierigen Akustik. Hoffentlich hält das eine Weile an! Schön auch die bunte Chroeo, zu sehen u. a. bei Groeni.

Leider kann die Mannschaft nur bedingt das Feuer des Blocks aufnehmen. Der Gegner rennt wie von Löwen gehetzt und wir halten halbwegs vernünftig dagegen. Typisches 0-0, wenn uns jemand fragt. Denn wirkliche Torgefahr strahlen beide Mannschaften nicht aus. Der Gast kommt nicht so weit, der Gastgeber schon, aber die meisten Angriffe enden in einem genervten „Schieß doch!!!!“ von den Tribünen. Wer hat unseren Jungs eigentlich abgewöhnt, aus der sogenannten zweiten Reihe zu schießen? Dabei haben wir doch Leute, die echt Brände aus dieser Entfernung entfachen können. Gerade Maier müsste sich viel häufiger ein Herz nehmen. Die Hamburger Presse schreibt was von „gefährlichen Distanzsschüssen“ durch ihn. Haben wir ehrlich gesagt nicht gesehen. Gilt ebenso für den Rest der Truppe.

Magischer FC St. Pauli 1860 Muenchen April 2016
Dann spielt Alushi einen Traumpass. In den Fuß des Gegners. Das Unglück ist nicht mehr aufzuhalten. 0-1. Ein Spielerbashing werdet ihr hier nicht lesen. Passiert. Schwamm drüber. Draus lernen, auch im älteren Fußballeralter und weiter machen. Macht unsere Mannschaft auch. Kommt regelmäßig bis 20 Meter vor dem Tor, aber dann fehlt halt der letzte Ruck. Vielleicht auch der Spieler, der mit dem Kopf durch die Wand will. Fafa vielleicht? Aber wenn es mal knapp wird, dann springt der Ball auch immer so, dass 1860 das notwendige Glück hat. Es fehlt der Killer. Es fehlt auch ein Abnehmer für die reichlichen Flanken unserer Jungs. Denn auf Außen wird sich mehrfach durchkombiniert und geflankt. Aber Fafa ist kein Hrubesch. Und eine Alternative haben wir da gerade nicht.

Dann spielen wir irgendwann alles oder nix und es wird nix

Auch weil Alushi seinen zweiten Bock schießt, nun aber unter anderen Voraussetzungen. Es muss schnell gehen, es ist spät im Spiel, er geht volles Risiko. Und es misslingt. Wäre beim Stand von 1-0 nicht passiert.

Begeistern kann das alles nicht. Es mag ein halbwegs vernünftiges Spiel aus der Sicht eines Trainers gewesen sein, der Ärger als Tribünenbesucher überwiegt allerdings. Zwar mag ein Klassenerhalt von FSV Frankfurt und 1860 für uns am Ende selbst besser sein als ein Paderborner Klassenerhalt (von wegen Fernsehgelder), aber Rationalität und Fans muss sich schlecht vertragen. Das ist nebenbei auch der vollständige Kommentar zum Thema „Hummels“. Wenn ein Fan nur noch kalt analysiert, dann ist er kein Fan mehr.

Das war es auch schon. Wir freuen uns auf eine entspannte Sonderzugfahrt nach Nürnberg.

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