Dez 032016
 

Ach meeh. Ein Punkt sind zwei zu wenig.
Ey. Stabiler Auftritt gegen zwölf Mann und zu null!

Ihr seht, wir sind uns selbst nicht ganz einig, was man aus diesem Spiel gegen die Region mitnehmen soll.

Advent Advent, die rote Laterne brennt. Angesichts des Rückstands in der Tabelle eh unmöglich, daran was zu ändern. Die Anspannung ist groß, der frühe Freitagabendtermin sorgt einmal mehr für unnötigen Stress. Für gepflegtes Vorglühen bleibt keine Zeit, aber immerhin schafft man’s noch rechtzeitig in den Block. Während offenbar draußen auf dem Dom herumgeböllert wird, schallt es „Hooligans, Hooligans“-Rufe durch die Gegengerade. Apropos zündeln: Die Landwirte Lauterer haben ein paar Blinklichter kurz vor Anpfiff am Start, was eigentlich ganz ansehnlich wäre … wenn deren sonstige Block-Dekoration nicht so ein fürchterlicher Plastikkram wäre, der aussieht, als hätten sie das Zeug von einem überdimensionalen Weihnachtsbaum im Baumarkt-Foyer heruntergezuppelt.

Schweigeminute am Millerntor

Immer wieder ein gewaltiger Gänsehaut-Moment, wenn 30.000 Leute kollektiv still in sich gehen (mit Ausnahme weniger respektloser Spackos, die die fünfzehn Sekunden nicht die Fresse halten können). Wir gedenken des Flugzeugabsturzes in Bolivien Anfang der Woche, bei dem unter anderem der Großteil der Mannschaft von AF Chapecoense aus Brasilien ums Leben kam. Auch wenn wohl nur Verfolger des südamerikanischen Fußballs vorher mit dem Verein was anfangen konnten: ein aufrichtes „You’ll never walk alone“ von uns an die Hinterbliebenen!

Dann aber Fußball

Wenig überraschend bieten wir im 15. Spiel die 15. Startformation auf. Oh mann. Verlieren will heute keiner, nicht zuletzt, weil Ewalds Stuhl wackeliger wird. Auf Gedei und Verderb an einem Trainer festzuhalten, nur weil er cool ist, kann nicht Sinn der Sache sein. Dennoch möchten wir den Kerl echt gern behalten.
Mit dem Rücken zur Wand spielt es sich in den vergangenen Partien leider nicht so befreit, wie die Situation geböte. Heute aber sieht’s echt anders aus. Von Beginn an lassen die Boys in Brown keinen Zweifel aufkommen, wer hier das Sagen hat. Der FCSP macht das Spiel schnell und auch wenn nicht jeder Pass ankommt, wo er soll, und mal ein Ball verstolpert wird: Im Großen und Ganzen wirkt das. Schon nach einer Viertelstunde stehen (Statistiker mögen nachzählen) gefühlt mehr Chancen auf der Haben-Seite als in den vergangenen drei Spielen zusammen.

Allein, es wird nix draus

Lasse köpft an die Latte, ein Abseitstreffer von Bouhaddouz – Kicker schreibt „deutlich“, wir konnten das so nicht sehen – , das langt leider beides nicht. Stattdessen auf der anderen Seite der Schock: robuster Einsatz im Strafraum von Gonther (müsste man auch noch mal als Fernsehbild sehen, dem Eindruck nach muss man den aber nicht geben), Elfmeter für die Falschen. Himmelmann humpelt vor der Ausführung aus dem Strafraum. Geil, ist das jetzt psychologische Kriegsführung, um die Lauterer zu verwirren? Nee, der muss wirklich raus. Oh je oh je. Heerwagen darf, noch völlig kalt, rein … das in so einer Situation.

magischerfc-st-pauli-1-fc-kaiserslautern-dezember-2016

Es ist übrigens kalt.

Zum Glück haut Stieber die Pille neben das Tor und alles bleibt offen. Und das bleibt es bis zum Schluss. Trotz Chancenplus für Braunweiß gelingt einfach kein Treffer in diesem Spiel. Zwischenzeitlich pennt der Support auf Gegengerade und sogar auf der Süd ganz schön ein. Apropros Süd: Dürfen wir das Spruchband „Avanti Dilletanti“ als erbauliche Aufforderung an die Spieler verstehen?
Für richtig Feuer auf den Rängen sorgt vor allem das Schiedsrichtergespann. Ob das jetzt faktisch richtige Entscheidungen waren oder nicht, man kann sich des Eindrucks nicht verwehren, dass die Leute in Gelb uns wenig Sympathie entgegenbringen.

Gegen Ende der Partie, es wird entsprechend der vielen Unterbrechungen einiges nachgespielt, stehen dann wie gehabt null Tore und damit je ein Punkt auf der Tafel. Immerhin, es steht die Null und das trotz Torwartwechsel. Kein beschissenes Eigentor, kein in der letzten Minute dumm kassierter Gegentreffer … darauf kann man ja aufbauen, haha. Nee, das ist eigentlich zu wenig. Wir kommen uns vor wie Gollum und Smeagol, die in einem Körper sitzen, aber ziemlich zwiegespalten sind. Scheiße, das hätte heute ein Sieg sein müssen! Hey, das motiviert und mit dem Schwung gewinnst du zwei der nächsten drei Spiele. Ja was denn nun? Wissen wir auch nicht. Befürchten wir das Schlimmste und hoffen wir das Beste.

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Nov 282016
 

Auch wenn die lateinische Überschrift Qualität suggeriert, lasst euch bitte nicht täuschen. Es folgen die belanglosen und langweiligen Aufzeichnungen über eine belanglose und langweile Tour irgendwo dort unten. Im Staate und auf der Tabelle.

Wenn sich erst gegen späten Freitagnachmittag dazu entschliesst, in ein Auto nach Heidenheim zu steigen, hat das den Nachtteil, dass man nicht mehr ausreichend vorschlafen kann. Also durchmachen! Kein Problem! Aber in solchen Nächten will es einfach nicht spät werden. Und so fällt man nach ein paar Gläsern und Zügen doch noch für 1,5 Stunden ins Bett, kurz vor 3Uhr wieder hoch und mit der S-Bahn nach Altona. Gute Vorausssetzungen für eine erfolgreiche Fahrt quer durch den Nationalstaat. Im Auto schlafen geht selbstredend nicht und gibt es stundenlang nichts zu sehen außer der A7 und Nebel.

Im Süden wird immerhin die Sicht und das Bier besser. Das Navi führt uns durch einmal quer durch Heidenheim, was allerdings auch nicht so dramatisch ist, denn allzu groß ist die Stadt mit ca. 40.000 EinwohnerInnen dann auch nicht. Kurzer Einwurf: Ihr könnt wirklich froh sein, dass dieser Bericht nicht von dem Blog-Beauftragten für vorchristliche Völker geschrieben wurde. So bleiben Euch diverse Wortwitze ob des Stadtnamens erspart.

magischerfc-heidenheim-vs-st-pauli-november-2016Sightseeing erscheint wenig lohnenswert und so geht es direkt Richtung Stadion. Ein nahegelegenes, sehr rurales schwäbisches Wohngebiet bietet einen Parkplatz und die nachfolgende Suche nach Frühstück führt uns immerhin zum einem Discounter mit Bäckerei. Man will als Gast ja auch nicht wählerisch sein.
Vor dem Stadion ist alles etwas kleiner als anderswo. Und auch vergleichsweise entspannt. Die ca. zehn stationierten Kräfte der Polizei beschränken sich darauf, ein bisschen böse in die Richtung zu gucken, aus der eine Gras-Wolke durch die Landluft hinüberwabert. Wirklich außergewöhnlich ist das Stadion dann allerdings nicht. Ziemlicher Standard in jederlei Hinsicht. Mit 13.000 Plätzen eher klein, aber vollkommen ausreichend für einen Ort dieser Größe.

Touren in den Süden erfreuen sich innerhalb der organisierten Fanszene ja immer des zweifelhaften Vergnügens, dass hier – etwas zugespitzt formuliert – der Ultra neben dem Sympathisanten aus Crailsheim steht, der sein erstes „Pauli-Spiel“ besucht. Und wenn dieser dann bei jedem angetrunkenen, euphorischen Hochreißen der Arme dir den Kopf anhaut und 27 mal „Wir sind Zecken“ anstimmt, dann ist das schon eher ungeil. Naja, lassen wir das vielleicht auf sich beruhen. Das ist ja auch nicht die größte Baustelle aktuell. Ihr könnt euch ja vorstellen, was wir meinen.

Das bringt uns zum Support. Die Choreo „Kein Weg zu weit für die eine große Liebe“ sieht ganz ordentlich aus und passt natürlich hervorragend zu dieser Tour. Ansonsten subjektiv gesehen eher leise. Mit zunehmender Dauer eher noch schlimmer. Auf der Heimseite war man ganz bemüht, aber größere Teile der gegenüberliegenden Tribüne konnte man selten mobilisieren.

Ach ja, Fußball. Schwieriges Thema. Die Niederlage geht auf jeden Fall in Ordnung. Heidenheim spielt zwar nicht überragend, aber ein Tor machen reicht gegen uns aktuell offensichtlich. Der zweifelhafte Elfmeter gegen Ende des Spiels tut das Übrige, um die Moral zu brechen. Was hier die grundlegende Spielidee ist, entzieht sich unser Kenntnis. Egal, ab ins Auto. Es liegen sechs Stunden vor uns.

Und nun? Klar, es sieht düster aus. Ja, es wird vermutlich in absehbarer Zeit nicht besser. Wir melden uns auf jeden Fall, sobald wir ein Patentrezept gegen die Krise haben. Bis dahin und lasst euch nicht unterkriegen. Forza FCSP!

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Nov 212016
 

Was willst du so einen Auftritt noch im einzelnen analysieren? Da funktioniert auf dem Platz zur Zeit von 1 bis 11 gar nix.

Willst du nun den Trainer tauschen? Seien wir ehrlich: Hier geht es nicht mehr um Qualität des Trainings oder um die tolle taktische Spielidee. Trainer, die da eine garantiert höhere Qualität liefern, werden sich einen abgeschlagenen Tabellenletzten nicht antun. Das einzige – wahrscheinlich sehr stichhaltige – Argument für einen Wechsel ist dieser neue Funken, dieser letzte verzweifelte Versuch einer Trendumkehr. Kann klappen, hat schon häufig genug geklappt und ist irgendwann wahrscheinlich die letzte realistische Chance. Denn ob man im Winter den Wunderspieler findet, der alles alleine rumreißt, kann auch getrost bezweifelt werden.

Machen wir uns nichts vor. Unsere Lage ist mehr als bescheiden. Man kann die Teams, die nach einem solchen Start noch die Klasse gehalten haben, wahrscheinlich an einer Hand abzählen. Alles spricht gegen uns. Insbesondere, weil nun alle drei Länderspielpausen nicht zu einem Neustart und einem Ausbruch geführt haben. Und es gibt auch wenig Anzeichen, die auf eine Besserung deuten würden. Uns fehlt alles. Ganz einfach. Das Ganze ist ein Prototyp einer Abstiegssaison, wie Herr @leuchtetnurhier richtig anmerkte.

Jedoch: Es sind eben auch noch 63 Punkte zu vergeben und unser Rückstand zum rettenden Ufer beträgt gerade einmal 5 Punkte. Es ist eben nicht vorbei, bis der Schiedsrichter am 34. Spieltag abpfeift. Das sind jetzt Pfiffe im sehr dunklen Wald. Das ist uns auch klar. Aber was wollen wir machen? Uns jetzt auf einzelne Spieler einschießen? Wie armseelig ist das denn? Geht mal ins Archiv und blättert alles über Stefan Hanke nach. Und dann lasst ihr das bitte. Insbesondere wenn dieser Spieler Buballa heißt, der nun auch schon häufig genug Spiele sehr großartig bestritten hat und gegen die Fortuna nun wirklich nicht schlechter war als alle anderen.

Und realistisch ist weder abmelden, noch die E-Jugend schicken, noch Bruno holen. Also bleibt nur ab jetzt zu gewinnen.

Noch ein, zwei, drei Anmerkungen: Viel wurde gemeckert über „auf den Rängen“ und gerade individuelles Gepöbel war auch in unserer Hörweite mehr als grenzwertig. Aber nennt uns mal ein Stadion, wo es die Ultra-Truppe in der Schlussviertelstunde schafft, noch mal große Teile der Ränge zu Support zu bewegen.

Danke an Daggi für das „unser Tabellenplatz ist bekannt“. Und da stimmt nach all den Jahren mal der Termin auf der Anzeigentafel (der ist sonst IMMER falsch) und dann verhaut sie den Termin des nächsten Spieles. Passiert. Schwamm drüber.

Ach ja: Anstoßzeiten 3. Liga: 19 und 14 Uhr. Ob das nächste Saison so bleibt, werden wir eventuell bemerken.

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Nov 182016
 

Achtung. Dies ist kein Text für Menschen, die sich einfach empören wollen und aufregen wollen. Dies ist kein Text, der die Blödzeitung als den personifizierten Teufel ansieht. Dies ist ein Text zum Nachdenken, wenn die Aufregung vorbei ist.

Der Sachverhalt

Gestern lief ein Tweet über den offiziellen Account, der sich wiederum auf einen Tweet von Kai Diekmann bezog. Dieser Tweet ließ uns erstmal ziemlich sprachlos. Das müssen auch wir zugeben. Und auch wir machten unsere spontane Enttäuschung in Tweets deutlich.

Der Verein kassierte in der Folgezeit das, was man wohl einen mittelschweren Shitstorm nennen würde. Abends fand sich dann ein erläuternder Text auf der Homepage, der jedoch die Aufregung nur bedingt besänftigt hat.

Vorbemerkung

Leute, die Blöd ist Scheiße. Das steht außer Frage. Und das berühmte Max-Goldt-Zitat ist ein absolut erstrebenswertes Idealbild. Ob sich das in einem öffentlichen Mediengeschäft immer so 100-prozentig leben lässt, sei mal dahingestellt. Die wahrscheinlichste Antwort ist „nein“. Das ist dieses Tribünentrainer-Ding, wenn man nicht für 25 junge Männer und 30.000 Abhängige direkt verantwortlich ist, lassen sich Ideale und Haltungen viel freier formulieren, als wenn man diese Verantwortung hat. Dies sollten alle begreifen.

Was man weiterhin begreifen sollte, ist, dass die Bildzeitung langsam der liebgewonnene Aufreger und bei weitem nicht mehr der Rechtsaußen-Tabubrecher überhaupt ist. Habt ihr mal das neue Focus-Titelblatt gesehen? Oder euch mal die Reichweiten solcher Internetseiten wie Compact angeguckt? Und gesehen, was die so schreiben? Dagegen wirkt die Blöd harmlos. Wohlgemerkt: „wirkt“ ist nicht gleich „ist“! Nur damit das niemand falsch versteht. Und was uns an „Journalismus“ blüht, wenn solcher Dreck wie Breitbart in Europa Fuß fasst, möchten wir uns gar nicht ausdenken.

Und noch eine Vorbemerkung

Merkt ihr eigentlich, wie sehr ihr mit diesen Shitstorms der rechten Empörungskultur auf den Leim geht? Wie sehr ihr jedes Maß verliert? Was haben wir gestern lesen müssen? „Lebenslanges Stadionverbot“ z. B. Ja, kann man denken, aber ist euch eigentlich klar, wie scheiße das aussieht, wenn man für Dreck schreiben lebenslanges Stadionverbot fordert? Ist euch eigentlich klar, wie schnell man das für Pyro, Plakete etc. umdrehen kann? Mal ganz davon ab: Lebenslang ist so wie Chaot, Linksradikal etc. es ist eine Schublade, in die man einen Menschen steckt, aus der er nie wieder raus kommt. Ist das ein humanistisches Weltbild? Die bibelfesten unter uns werden von „Kainsmal“ reden. Und dieses verträgt sich mit einem „linken“ humanistischen Weltbild aber so gar nicht.

Anders ausgedrückt: Kai Diekmann mag noch so ein Arschloch sein, er ist weder der Teufel persönlich, noch ist es ausgeschlossen, dass er sein Unrecht einsieht und sich ändert. Das ist unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen.

Daher sollte man vielmehr innehalten, die andere Seite hören, dann sich in Ruhe seine Meinung bilden und diese auch mit einer durchhaltbaren Konsequenz besetzen. Irgendwelche „Brennt die Geschäftsstelle nieder!“-Forderungen sind Unsinn, wenn man sie nicht durchhält. In dem Fall auch, wenn man sie durchhält.

Noch was zu dem Thema Shitstorm: Ist euch eigentlich noch bewusst, worüber ihr euch vor zwei Wochen aufgeregt habt? Was für eine unglaubliche Energie heutzutage in tagesaktuelle Aufregung gesteckt wird, ist einfach nur fürchterlich. Wäre eine langfristige, besonnene Politik der richtigen Schritte nicht viel besser? Es ist echt so: Man kann Kai Diekmann sehr gut ignorieren und ihn doch politisch bekämpfen. Man muss sich auch nicht über jeden Mist aufregen, den Erika Steinbach absondert, und mag sie trotzdem nicht. Geht. Und ist viel gesünder und konstruktiver. Glaubt es uns. Reicht doch, wenn der Blutdruck jede Woche beim Spiel ins Unermessliche steigt.

Wenn man dies alles bedenkt, dann…

… kann man jetzt die Stellungnahme und den Tweet nochmal lesen. Und dann kommen wir zu folgender Bewertung:

  1. Man muss Kai Diekmann uns seiner PR-Maschine nicht auf den Leim gehen. Deswegen ist ignorieren eigentlich immer das Beste, gerade als Verein, Vereinsoffizieller, Vereinsaccount etc. pp. Insbesondere, wenn man wie Kai Diekmann selber ein absolut guter Spindoctor ist und auch noch diverse andere Spindoctors in seiner Hinterhand hat. Wer Interesse hat, kann gerne mal die anderen Twitteraccounts der Blöd-Verantwortlichen googeln. Wir verlinken so etwas nicht.
  2. Ist Andreas Rettig irgendwie verdächtig, ein Blödzeitungsjünger zu sein? Die Frage zu stellen, ist sie zu verneinen, oder?
  3. Kann ein Vizepräsident des FCSP beruflich Kai Diekmann einladen? Ach Leute, da kommen wir wieder zu dem Idealbild. Wir wissen ja nicht mal, was eigentlich Inhalt dieser Konferenz war. Und wir wissen nur, dass er Böh… äh, Varufakis und Dunja Hayali auch eingeladen waren. Wir wissen auch nicht, wozu sein Vortrag war. Ganz ehrlich: Wenn es z. B. um „Wie beeinflusse ich Öffentlichkeit?“ ginge, gäbe es wohl wenig talentierte als Diekmann. Siehe 2.
  4. Muss man dann als Vize ein Treffen zwischen Diekmann und Rettig organisieren? Denn das „spontane“ Treffen ist garantiert nicht so 100 Prozent spontan, was man schon an bereitliegenden Geschenken sieht. Oder haben das alle Teilnehmer bekommen? Wir wissen es nicht. Aber hier bewegt man sich natürlich massiv auf Glatteis. Siehe 2.
  5. Kann man eine Entschuldigung von Kai Diekmann annehmen? Ja, kann man. Man wird sehen, ob sie dann glaubwürdig ist. Man kann da SEHR skeptisch sein. Aber da sind wir wieder oben bei dem humanistischen Weltbild.
  6. Kann man Kai Diekmann etwas schenken und ihn zum FCSP einladen? Ist wieder sehr dünnes Eis. Kommt ein bisschen darauf an, ob man meint noch irgendwie einen guten Funken in das Hirn von Diekmann setzen zu können. Wenn man dies aber meint, dann ist das Kochbuch und ein Besuch im Hort der Revolution das richtige Geschenk.
  7. War der Tweet Murks?
    Jo. Da kommt die dahinter stehende Idee nicht rüber und mit „Lieber“ muss man Diekmann auch nicht zwingend ansprechen. Außer man ironisiert sehr viel stärker. Typische Social-Media-Verkürzung. Und siehe 2.

Fazit

Oh ja, man muss das ganze kritisch betrachten, man muss als handelnde Personen des FCSP daraus lernen. Und dieses Lernen endet nie. Keine Fehler machen nur Polizisten und Leute, die nie handeln. Die Ironie im letzten Satz müssen wir nicht kennzeichnen, oder?

ABER kommt mal runter, macht nicht diese Dauerempörung mit immer härteren Forderungen mit. Das ist Bullshit und mit einer „linken“ Denke nicht vereinbar.

Lest gern auch, was der Übersteiger zur gleichen Geschichte schrieb. Auch ’ne Haltung.

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Nov 162016
 

Liebe Spieler des FCSP. Die Startelf, die letzten Montag den nächsten Nackenschlag in einer Saison von Nackenschlägen verkraften musste, war im Schnitt irgendwas von knapp über 23 Jahren alt.

Im normalen Berufsleben würde man von jungen Männern in der Findungsphase sprechen und ihnen garantiert nicht die Verantwortung für 150 Festangestellte und über 30.000 Abhängige übertragen. Aber so ist der Fußball, und das euch nicht nur positiv das Herz zittert, wenn ihr ins Millerntor einlauft, das ist in dieser Situation auch klar.

Wir haben ein „Wir! müssen! verfickt! nochmal! gewinnen!“-Spiel vor der Brust. Nein falsch, wir haben bis zur Winterpause davon fünf vor der Brust. Und ihr sollt sie gewinnen.

Wir wissen nicht, ob ihr das auf dem Platz umsetzen könnt, selbst wenn jetzt ein paar „erfahrene“ Spieler den Schnitt immerhin auf 26 Jahre heben. Wir wissen nur, dass wir – egal was passiert – diese fünf Spiele hinter euch stehen.

Ja, wir haben viel genörgelt und, wer uns kennt, weiß, dass dies nicht immer gerecht ist und manchmal sehr schwarz/weiß. Wir haben jeden Spieler schon auf die Tribüne verbannt und in den Himmel gelobt. So sind Fußballfans. Aber als Kollektiv können – und müssen – wir euer 12. Mann sein. Derjenige, der den Unterschied macht.

Also Vegar, Cenk, Brian, Christopher, Lasse und wie ihr alle heißt: Geht da raus, hold your head up high, wie es so schön in einem kitschigen Pathosfußballlied heißt, und ballert die Fortuna aus dem Stadion.

Und ihr da auf den Rängen, egal ob Nord, Süd, Gegen oder Haupt, vergesst Sonntag das Studium, die Kneipe, das Nörgeln über Dauergesang oder zu leise Tribünen, nörgelt nicht nach einem Fehlpass, sondern stärkt den Jungs den Rücken und macht 95 die Hölle heiß. 90 Minuten.

Wir sind St. Pauli! Alle zusammen!

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Nov 012016
 

Intro

Montagsspiele. Es wird keine Liebe mehr. Zu spät, zu doll in der Woche und irgendwie nicht schön. Man merkt das am Millerntor. Außer von den üblichen Schwarzmarktgesichtern nur wenig „suche Karte“-Schilder und auch in den sozialen Netzwerken überstiegen die Gebote bei weitem die Gesuche. Es ist eigentlich schade, dass im Fußball keine reale Zuschauerzahl erhoben wird, sondern nur die verkauften Tickets. Die Differenz – die bei elektronischen Einlasssystemen ja einfachst zu messen ist – wäre bei diesem Spiel echt mal interessant.

Entsprechend leer ist es auch auf der Gegengerade, was aber übereifrige Ordner nicht davon abhält, sich in Minute 38 in den Aufgang zu stellen und Leuten verbieten zu wollen, wieder zu ihren Plätzen zu gehen. In Minute 38. Wo ein stetiger Strom von Menschen zum Bier und zum Klo geht. Brilliante Idee. Und sich dann noch aufregen, wenn man nur ein „Ich steh da“ (mit Fingerzeig) antwortet und weiter geht. Wie schon gesagt: Platz ohne Ende in unserem Bereich. Dafür sind die Nürnberger für die Distanz und Montagabend sehr zahlreich erschienen. Ach warte mal, die Lumpen haben ja einen zusätzlichen Feiertag. Scheiß Förderalismus.

Ontro

Das Aufgebot auf dem Platz ist wohl als „die Übriggebliebenen“ zu bezeichnen. Wir haben zur Zeit natürlich auch das Verletzungspech, was zu einer ordentlichen Krise dazugehört. Nebenbei: Nicht immer ist das Pech, aber wir können nicht bemessen, inwieweit es bei uns Pech ist. Klar kannst du in der Viererkette noch diskutieren, ob nun Hedenstad oder Hornschuh, aber das ist ungefähr die Art an Alternativen, die wir zur Zeit haben. Und man kann, wenn man sich richtig gut auskennt, fragen, inwieweit Verletzungsanfälligkeit fehlerhafter Teil des Spielsystems/der Spielanlage ist. Positiv hingegen: Herr Neudecker ist im Kader.

Das Spiel beginnt ordentlich, die Truppe ist heiß und im Gegensatz zu Spielen gegen Aue oder in Sandhausen kann man ihnen 90 Minuten lang den Einsatz nicht absprechen. Das 1-0 ist dann selbst intelligent herausgespielt – mit ein „bisschen“ Nürnberger Mithilfe – und am Ende perfekt von Buchtmann vollendet. Und wieder denkt man „frühes Tor müsste doch Sicherheit geben“ und wieder ist es wie gegen Aue. Sicherheit gibt dieses Tor nur einer Mannschaft und das ist Nürnberg. Die nächsten 25 Minuten kannst du getrost in die Tonne treten. Ein Ausgleich müsste trotzdem nicht fallen, aber erneut gelingt es uns nach einem Standard nicht, zu den Gegenspielern zugeordnet zu bleiben, und so kann Burgstaller in Ruhe ausgleichen. Das ist zu billig. Der hat fünf Schritte Rückstand zum Ball im Vergleich zu unserem Verteidiger und nimmt ihm auf 20 Schritte 30 Schritte ab. Oder so ähnlich.

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Da ist die Welt noch in Ordnung.

Pause und unsere Jungs kommen geordneter und besser aus der Halbzeit. Es folgt eine wirklich gute Hälfte mit Kampf, Leidenschaft, zwei Kopfbällen, die mit ein bisschen Glück auch drin sind, und einer riesigen Chance von Şahin. Lies keine Kommentare, haben sie uns gesagt. Wir haben es trotzdem getan. Und wie da der Stab über einen jungen Spieler zerbrochen wird, das ist einfach nur menschenverachtend und scheiße. Mal ganz davon ab, der junge Mann ist unser einziger Siegtorschütze dieses Jahr. Nebenbei aus einer ähnlichen Aktion heraus. Diesmal bekommt er den Ball nicht richtig auf den Schlappen und leider ist die Chance vorbei. Passiert. Leider. Kopf hoch Cenk, der nächste sitzt.

Nürnberg hadert nach dem Spiel mit dem Schiedsrichter. Sagen wir es mal so: Das ist einfach anstrengend, wie das Spiel geführt wird. Jeder Einwurf, jeder Freistoß wird von Nürnberg zehn Meter vorverlegt. Jeder zweite Einwurf ist nicht annähernd richtig ausgeführt. Dazu dieses theatralische Ermahnen und eben übliche Fehlentscheidungen. Denn seien wir ehrlich: Wenn das kein Handelfmeter ist, dann ist nur noch fangen Handelfmeter. Diesmal halt zu unseren Gunsten, besser macht es die Leistung nicht.

Miyaichi war dann auch mal insgesamt 45 Minuten oder so fit. Es ist ein Kreuz mit dem Jungen. Diesmal mit Gehirnerschütterung raus. Was dabei in unsere Köpfe kommt: Der Junge spielt noch minutenlang weiter, obwohl der schon direkt nach dem Zusammenprall derbst benommen ist. Gibt es im Fußball eigentlich keine Testprotokolle für die Teamärzte und Schiedsrichter? Wie kann das durchgehen? Man darf nicht vergessen, dass Gehirnerschütterungen alles andere als harmlos sind und Langzeitfolgeschäden haben können (siehe den Wikipedia-Eintrag zum American Football). In den USA ist die Gehirnerschütterung wegen dieser Langzeitfolgen ein riesiges Thema, nachdem man das lange ignoriert hat. Gibt es im Fußball eigentlich feste Regeln? Football hat diese und hat diese auch öffentlich gemacht. Wen es genauer interessiert: Hier entlang. Wohlgemerkt: Da ist u. a. ein neutraler Beobachter vorgesehen, um dies zu erkennen. Man kann sich gut fragen, ob dies im Fußball nicht auch langsam Zeit wird.

Eventuell sollte der Fußball für solche Fälle auch mal über eine Regeländerung nachdenken. Eine Prüfung der Gehirnerschütterung ist ja auch dadurch erschwert, dass man währenddessen in Unterzahl spielt. Hier so etwas einzuführen, was dem Blood Replacement beim Rugby entspricht, sollte ernsthaft überlegt werden. Ja, dies würde das Spiel ändern, wäre aber trotzdem absolut sinnnvoll. Denn die langfristige Gesundheit der Spieler geht vor.

Offtro

Weiterhin zu bemerken ist, dass 2/3 unserer Stadionsprechercrew krank zu Hause ist. Verletzungspech auch hier! So leitet Klaus alleine durch das Programm, was diesmal (angesicht des Geburtstags?) prall gefüllt mit Ska und anderer Skinhead-Musik ist. (Uns fällt gerade kein besserer Sammelbegriff ein.). Gute Besserung, Daggi und Rainer.

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Hahaha. Haha. Ha.

Nürnberg ist auch so eine Öddelfanszene vor dem Herren. Da wird das eigene Lied gespielt und direkt danach stimmt man fröhlich ein „Scheiß St. Pauli“ an. Kann man mal machen. Da muss man auch gar nicht rätseln, ob man für die nun Sympathien haben will oder so. Genauso wenig werden wir dieses 90-Minuten Fahne-schwenken-ohne-Bezug-zum-Support verstehen. Da machst du so einen Hin-Hock-Wechselgesang, was ja selbst noch ganz cool und dynamisch wirkt, aber hey, die Fahne, die muss trotzdem geschwenkt werden. Nun gut. Und über das Plakat hat die Kreativitätskommission der Ultras Nürnberg ungefähr auch 20000 Tage gebrütet. Das war so kreativ. Nicht.

Und nun?

Haben wir nach viel „könnte“, „sollte“ und „offensichtlich“ seit dem Ende des Spiels keinen Sportdirektor mehr. Wir können uns weder an diese „Köpfe müssen rollen“-Mentalität des Fußballs gewöhnen, noch an die Sky-Jurek-(so zumindest der Twittername eines dieser Geier)-Leichenfledderer, die jede nicht News schon mal in die Welt hinausposaunen. Das geht da immer noch um Menschen und im Notfall um deren Job, ihr Arschlöcher!

Aber! Wir können auch nicht beurteilen, ob diese Entlassung notwendig oder gerechtfertigt ist. Wir wissen nicht, was täglich auf der Geschäftsstelle passiert. „Unterschiedliche Auffassungen über die strategische Ausrichtung des Clubs“ vermeldet der Verein als Grund. Das ist ungefähr die größte Leerformel, die einem so auf die Schnelle einfallen kann. Machtkampf? Streit? Sind ja alles nicht die einfachsten Charaktere, die wir da haben. Oder wirklich vollkommen unterschiedliche Ideen, wie der FCSP funktionieren kann? Hätte man diese unterschiedliche Auffassung auch auf Platz 2 gehabt? Wir wissen es alles nicht.

Ist nicht unsere Aufgabe, das zu beurteilen. Wir wünschen Thomas alles Gute. Er hat so oder so St. Pauli über mehrere Jahrzehnte geprägt. Und verlieren tun immer beide Seiten. Denn es war ja ein gemeinsamer Plan, den man mit diesem Angestellten verwirklichen wollte. Und sich dann getäuscht hat. Siehe dazu auch unseren Bericht von letztens.

Ach ja: Zu einfach ist es aber das ganze an den „Fehleinkäufen“ fest zu machen. Zum einen entscheidet das hoffentlich nicht einer alleine und zum anderen: Wer ist denn bitte ein „Fehleinkauf“ aus heutiger Sicht? Man bedenke dabei immer, welche Rolle ein Spieler ohne Verletzungen im Kader gespielt hätte. Was man vorwerfen kann sind Nichteinkäufe, aber dazu hatten wir schon was geschrieben.

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Okt 282016
 

Tja, nun der Pokal

Vorweg, immerhin haben wir es in die zweite Runde geschafft. Haha.
Beginnen wir am besten ganz vorne, wie man das halt so macht. Die Vorzeichen des Spiels waren – das ist kein Geheimnis – sehr schlecht. Zuhause gegen Aue verloren, in diesem Vorort von Heidelberg ebenfalls unterirdisch präsentiert und folgerichtig keinen Punkt mitgenommen.

Lienens vielbeachtete Brandrede und die Aktion der Spieler, sich vor dem Anpfiff nochmals den Tribünen zuzuwenden, zeugte zwar von einer leicht veränderten Einstellung innerhalb der sportlich Verantwortlichen und dem Team, aber reicht das alleine? Nein, natürlich nicht. Die Probleme, die wir in den vorherigen auf dem Platz gesehen haben, lassen sich nicht durch eine Rede und ein kurzfristiges Umdenken beilegen. Also das Spiel vielleicht als ersten Schritt in die Richtung ansehen? Hätten wir mit der Leistung wie in Sandhausen vielleicht sogar 0:12 verloren? Möglicherweise.

Der neue Hipsterverein Berlins also zugegen am Millerntor

Während wir im Beitrag zum Spiel gegen Aue noch kritisierten, dass man in der Basch (wenn auch nur in einem Nebensatz) und bei der Schickeria Verständnis für das reaktionäre Aufstreben gegen „der Tradition widersprechende“ farbige Auswärtstrikots zeigt, bewies Herthas organisierte Fanszene in der folgenden Woche eindrucksvoll, welch homophoben, menschenfeindlichen Habitus Teile ebendieser kultivieren. Schaut man in die Ostkurve, fühlt man sich eben weniger an Berlin-Mitte 2016 erinnert, sondern eher an Berlin-Olympiastadion 1936. Warum also nicht mit dieser besten deutschen „Tradition“ brechen und ein wenig rumhipstern, lieber BSC? Schlimmer macht es das auch nicht mehr.

Hertha ist in der gegenwärtigen Verfassung gut zwei Spielklassen über den Boys in brown. Von daher ist eine Niederlage nicht unbedingt unerwartet. Das spiegelt sich übrigens auch nicht gerade selten auf dem Spielfeld wieder.
Trotzdem sei hier daran erinnert, dass der Kampf seitens der Braun-Weißen angenommen wird und auch wenn blöde Fehler zu Gegentoren führen, das doch deutlich mehr Hoffnung macht als die Spiele zuvor.

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Wie Sie sehen, sehen Sie nichts

Pokal heißt natürlich auch volle Ränge. Es ist wirklich physisch eng. Woran liegt das eigentlich? Sind doch auch nicht mehr Leute da als bei ausverkauften Ligaspielen, oder? Die Anspannung und die Uhrzeit passen natürlich hervorragend zusammen und so nehmen wir die Stimmung als überdurchschnittlich wahr, wenigstens in der ersten Halbzeit bis zum ärgerlichen ersten Gegentor. Die Choreos auf Süd und Gegengerade sehen ebenfalls amtlich aus. Der Gästeblock phasenweise mit ganz ordentlichem Auftritt, die Pyroshow … Geschmackssache. Kreativ und außergewöhnlich ist es jedenfalls nicht. Passt ja gar nicht zum trendigen Hipster-Image!

Wie weiter?

Klar, Nürnberg weghauen! Den Kampfgeist behalten, weiter konzentriert arbeiten und dann wird das schon irgendwie. Es kann nur besser werden. Forza!

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Okt 242016
 

Es ist immer so einfach im Fußball. Der Sportdirektor, der Trainer, der Investor, wer auch immer ist schuld. Und der muss dann gefeuert werden und alles wird gut.

Dass dies so einfach nicht der Fall ist, beweisen die Abgründe im Volkspark. Denn dort geht es auch unter dem 100sten Manager und dem 1000sten Trainer drunter und drüber. Der einfache Austausch der handelnden Personen hat also eigentlich gar nix gebracht.

Aber wir wollen nicht über den Volkspark reden. Wir stecken bis zum Hals in der Scheiße. Wir haben gerade gegen ein extrem schwaches Sandhausen verloren und haben auch gegen Aue nicht wirklich gut ausgesehen. Der Trend geht in die falsche Richtung, und Leben ist in der Mannschaft nicht zu erkennen.

Man macht sich daher natürlich so seine Gedanken. Die vielleicht nix mit der Wahrheit zu tun haben, denn wir wissen nicht, was hinter verschlossenen Türen so passiert. Wir können es vermuten, aber wissen tun wir es alle nicht.

Was gibt es nun zu tun?

Arbeiten alle?

Erstmal abchecken, ob jeder seine tägliche Arbeit macht. Einen Kaffeetrinker, Lowperformer, was auch immer können wir uns zur Zeit nicht leisten. Wir gehen erst einmal davon aus, dass sowohl Manager als auch Trainer als auch Spieler jeden Tag ihr Bestes geben. Ist dies nicht der Fall, dann muss man da handeln.

Man muss sich so einen Mannschaftskader als nicht unproblematische Gruppe vorstellen. Um die 30 Egos, 30 Ideen und 30 Einstellungen müssen sich zusammenraufen, und der Stürmer muss den Fehler des linken Verteidigers ausbügeln, auch wenn der Grün wählt und man selber Linkspartei. Oder so. Dass eine solche Gruppe sowohl gute als auch schlechte Dynamiken entwickeln kann, weiß jeder, der schon mal einen Mannschaftssport betrieben hat. Sollte es hier Spieler geben, die sich als toxisch beweisen, dann muss man die bei allem Personalmangel eingrenzen und aus der Gruppe entfernen. Und das ist nicht mal ein persönlicher Vorwurf. Spieler A kann in Gruppe 1 super ankommen, aber in Gruppe 2 kann er sich als absolut fehl am Platz beweisen. Dies vorher zu erahnen ist nebenbei die hohe Kunst des Managers und Trainers bei Neuzugängen. Eine Kunst, die niemand fehlerfrei spielen kann.

Was macht der Trainer?

Unser Trainer ist ein Querkopf. Das ist wohl aus allem, was man so von ihm erlebt, eine feste Tatsache. Man muss sich immer fragen: Wirkt dieser Trainer noch auf die Mannschaft ein? Zu Beginn der Saison hatte man uneingeschränkt dieses Vertrauen, denn obwohl nicht immer die Ergebnisse da waren wurden taktische Änderungen übernommen und ausgeführt. Man kann das bei Spielverlagerung nachlesen. Ist dies noch der Fall? Kann man aus der Mannschaft noch etwas rausholen?

Erneut: Auch hier gibt es wenig persönliche Vorwürfe. Mal passt ein Trainer wie Arsch auf Eimer, mal passt er nicht. Und man arbeitet hier in einem Bereich der Hochleistung, wo Motivation teilweise auch kurzfristig und über Adrenalin gesteigert wird. Eine flammende Rede kann einmal wirken, zweimal, aber irgendwann nutzt sie sich vielleicht ab. Die Kunst des Trainers ist dann noch eine zweite, dritte, vierte Art der Motivation zu finden. Ihr selber wisst das. Was heute noch einen richtig kickt und motiviert, das ist morgen schon fade und langweilig.

Und kommt nun nicht mit dem „aber die verdienen viel Geld damit“. Springt Ihr des Montags morgens immer jubelnd aus dem Bett, weil Ihr nun zu dem Job müsst, der „viel Geld“ – hoffentlich – einbringt? Nein! Tut niemand.

Und etwas ist auch klar: Ist erstmal eine miese Dynamik drin wird die Motivationsansprache schwieriger. Weil sie bisher schon nicht funktioniert hat. Da stimmt dann der Spruch der neuen Besen, die gut kehren.

Wir können hier Ewald nicht beurteilen. Wollen wir nicht. Aber das gilt es zu überprüfen.

Klar hat auch Lienen offensichtliche Fehler gemacht. Dies fängt schon damit an, dass er die jungen Nachwuchsspieler bringt, um sie dann zur Halbzeit auszuwechseln. Viel deutlicher kannst Du so einem Spieler nicht das Vertrauen entziehen. Und gerade bei einem Nachwuchsspieler wird dies nicht zu einer Steigerung der Leistung beitragen.

Manager?

„Die Öffentlichkeit“ hat sich auf den Manager eingeschossen. Klar, das mit dem fehlenden zentralen Mittelfeldspieler sieht jeder. Ist dies der Fehler des Managers? Hat Thomas Meggle das verschlafen? Leute, dieser Gedanke ist schon ein bisschen naiv, oder? Mal ganz davon ab, dass er in der Winterpause 14/15 und in der Saison 15/16 noch für seine super Transfers gefeiert wurde. Zum einen entscheidet den Einkauf eines Spielers ein Manager nicht mehr alleine in einem dunklen Zimmer. Auch der FC St. Pauli hat Analysten – Leute, die beobachten, Leute die Kader planen und einen ganzen Stab an Leuten, die sich mit dem Thema „wie plane ich eine Truppe“ auseinandersetzen. Sind die alle unfähig? Wissen wir nicht, wenn ja, dann haben sie schon viele Körner als blinde Hühner gefunden. Selbst wenn man jetzt Meggle vor die Tür setzen würde, könnte ein neuer Manager nur auf den Daten dieser Truppe aufbauen. Oder wieder wie in der Steinzeit arbeiten und sein individuelles Notizbuch abarbeiten und Spieler holen, die er – ohne Rücksprache mit einem Team – für geil findet. Mal so gefragt: Welche Methode haltet Ihr denn für langfristig erfolgreicher?

Und wie sichere ich eine längerfristige Spielerbeobachtung und Entwicklung, wenn der neue Manager aus seinem Notizbuch alleine im dunklen Zimmerchen arbeitet und irgendwann geht? Fang ich dann immer wieder von Null an? Ja, so ist lange genug beim FCSP gearbeitet worden. Einer der Hauptpersonen, die dieses gerade ändert, ist ein gewisser Thomas Meggle. Wahrscheinlich zu spät. Was der so im Hintergrund anstößt kann man u.a. beim Millernton aus dem November 2015 nachhören.

Und wisst ihr, ob wir nicht den super-duper-zentralen Mittelfeldspieler an der Angel hatten? (oder ihn selbst mit Schahin verpflichtet haben, der Junge aber leider nicht so schnell fit geworden ist, wie alle erhofft haben?) Und dann kam Mainz und bot das Doppelte? Zu einfach ist es da, Ratsche oder Alushi nachzutrauern. Bei beiden gab es Gründe, warum man sich nicht auf eine weitere Zusammenarbeit einigen konnte, und so etwas passiert zwischen Himmel und Hölle. Dass für beide der Wechsel nicht wirklich super gelaufen ist, macht das ganze noch bitterer. Ratsche wärmt die Bank, und seitdem sich Alushi verletzt hat, läuft es bei Nürnberg.

Erzählen wird man uns das nicht. Wie sähe es aus, wenn man nun sagen würde „wir hatten XYZ an der Angel, aber dann kam Mainz“? Viel schlimmer kann man in das Selbstvertrauen der Truppe nicht reinhauen.

Was auffällt: Man wollte definitiv eine offensivere Spielidee umsetzen. Dafür waren die ganzen schnellen technischen Außen gedacht. Diese Idee und diese Spieler haben bisher nicht funktioniert. War die Spielidee ein Fehler? War das Meggles Idee? Lienens Idee? Die Idee des ganzen Stabes? Sie ist in die Hose gegangen. Das muss man sich ehrlich zugestehen.

Nein, das ist kein absolutes Plädoyer für den Verbleib von Meggle. Denn wir wissen nicht, ob er auf seine Kaderplaner hört und welche Kompetenzen wer hat. Wir wissen nur, dass ein eventueller Ersatz jemand sein müsste, der genau diese ganzen Strukturen weiter nach vorne bringt. Kaffeetrinker, die bei Schalke 04 alle Spieler ausleihen, hatten wir lange genug.

Spieler?

Es ist offensichtlich, dass viele Spieler nicht annähernd die Form der letzten Saison wiederholen können. Ob da was im Training schief läuft? Keine Ahnung. Ob da einfach auch die erfahrenen Leute fehlen?

Fakt ist: Wir sind – wenn wir es richtig sehen – bisher nicht zwei Mal hintereinander über 90 Minuten mit der gleichen Viererkette gekommen. Gerade in diesem Bereich, in dem Eingespieltheit und Vertrauen ein extrem hohes Gut ist, haben wir nicht annähernd eine Formation gefunden. Meistens durch Verletzungen, Sperren oder Erkrankungen. Hier wäre Konstanz Gold wert. Und hier passieren auch die meisten haarsträubenden Fehler, die eben aus ganz vielen schlechten 0-0-Spielen ganz viele schlechte Niederlagen machen.

Denn seien wir ehrlich: Auch letztes Jahr hat uns nach Vorne meistens ausschließlich der liebe Gott geholfen. Aber hinten standen wir eben extrem sicher. Auch, weil wir eine relativ feste Formation hatten.

Hinzu kommt, dass ein Spieler wie Avevor, der – so erkennen wir es wenigstens – als Backup für all diese defensiven Positionen geholt wurde, zur Zeit gar nicht funktioniert. Keine Ahnung, wie der Junge an sich und der Welt arbeitet. Persönliche Vorwürfe wären absolut fehl am Platz. Aber auf demselben funktioniert er nicht.

Das Gleiche gilt aus unserer Sicht für Dudziak. Der Junge hat alles, was man eigentlich für einen Offensiven braucht, könnte mit seiner Technik garantiert auch zentral was reissen. Aber er bringt seine PS nicht auf dem Platz. Warum nicht? Das gilt es zu intern erörtern.

Die Mittelfeldzentrale ist mit Buchtmann und Nehrig mit zwei Spielern besetzt, die letzte Saison super funktioniert haben. Aber zur Zeit? Kommt da nix. Deswegen mal ehrlich: Wer hätte gedacht, dass trotz dieser beiden Namen dies unser absoluter Schwachpunkt werden würde? Klar „Qualität“ auch im Sinne von „Kadertiefe“ ging verloren, aber so extrem?

Wie voran?

Erstmal die oben angerissenen Fragen beantworten. Das können wir Externen nicht, intern muss aber dran gearbeitet werden und wird dran gearbeitet werden. Da sind wir sicher.

Was noch?

– Kick!

Die Jungs brauchen einen Kick. Klassische Art, diesen Kick zu holen, ist ein Trainerwechsel. Geht es auch anders? Irgendjemand schlug vor, dass die Jungs mit dem Bus nach Stuttgart fahren und den dort verlorenen Spirit abholen sollten, anstatt zu trainieren. Das ist natürlich etwas radikal, aber vielleicht bringen ja die 30 Minuten schweigender Gästeblock und die anschließende Diskussion im ICE etwas. Respekt nebenbei an allen Spielern, die sich dieser Diskussion stellten. Die weiteren Klassiker: Mannschaftsabend, Aussprache etc. pp. Vielleicht wäre ein Besuch am Mittwoch beim USP-Treffen auch das Richtige? Mal sehen, was Leute so Verrücktes machen für diesen Verein? Keine Ahnung.

Fakt ist: Die normale Trainingsroutine wird diesen Kick nicht bringen.

So kommt das Pokalspiel vielleicht doch nicht zur Unzeit? Sicher, man kann nicht an Fehlern trainieren, aber das haben die sowieso schon getan. Die sollten einfach rausgehen und Fußball spielen. Ohne Druck des gewinnen Müssens.

Sportpsychologe? Vielleicht ist das ein Weg. Aber da ist in dem veralteten Führungsstil des Fußballs wahrscheinlich der Trainer gefragt, dass er dies nicht als Untergraben seiner Kompetenz auffasst.

– Fehler abstellen!

Aus den oben beschriebenen Fehlern muss gelernt werden. Das ist einfacher gesagt als getan, muss aber Priorität sein. Nicht das Ergebnis zählt, nicht der schöne Fußball – die Null hinten. Die zählt. Das muss erste Bürgerpflicht von 1 bis 11 sein. Und jeder muss bereit sein, für den anderen zu arbeiten. Über die Kotzgrenze hinaus. Nur so geht es. Wer dies nicht will und kann, der ist fehl am Platz. Aber erstmal trauen wir das jedem zu.

– Zusammenhalten

Wir wissen nicht, wie es im Kader aussieht. Aber was wir wissen ist, dass wir eine Wohlfühloase sind und auch bleiben sollten am Millerntor. Auspfeifen oder beleidigen wird die Jungs nicht weiterbringen. Und intern muss eben an diesem Zusammenhalt gearbeitet werden. Klar, das ist alles pfeifen im dunklen Walde.

– Don’t panic!

Noch ist genug Zeit und auch nach der Winterpause gibt es diesmal 17 Spiele, so dass wir doch mehr Zeit haben als in den letzten Saisons. Ja, es ist gerade alles Scheisse, aber wir haben immer noch nix verloren.

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Okt 222016
 

Ich sah zwei Tore. Sie standen auf dem Platz.

Ja liebe Leser, was will man eigentlich schreiben? Habt ihr schon mal versucht einem Nichtsportfan zu erklären, warum ihr da immer wieder hin geht? Oder wie weh es tut in Sandhausen in die Fresse zu bekommen?

„Du wirst hier heute verlieren; wirst dich wieder mal blamieren; hinten Tor um Tor kassieren; Voran FC St. Pauli“

Ja liebe Leser Sandhausen spielte Fußball der Marke Steinzeit. Elf Mann igeln sich ein und man hofft auf den Ballverlust und die Konterbewegung. Die nicht mal gut vorgeführt wird. Aber für uns reicht das. Der Höhepunkt der Unzulänglichkeiten ist ein Arschwackler der Marke „das funktioniert in der Freizeitliga nicht“. In der Freizeitliga vielleicht nicht. Bei uns schon. Bumm. Tor.

„OH ARMES OH ARMES OH ARMES ST PAULI GEWINNEN WIRST DU NIE“

Ja wir haben Ballbesitz ohne Ende aber Tempo Druck all das haben wir nicht. Erst als Ryo und Fafa kommen gibt es mal Spieler auf dem Platz die ein schnelleres Tempo wenigstens versuchen (!) Aber sonst? Jungs! Ja verunsichert, läuft nicht, alles klar. Aber dann tretet den wenigstens mit Macht die Kno äh den Rasen kaputt. Geht mit Blut im Mund raus. Macht. Irgendwas.

„Oh St Pauli wir folgen dir egal wohin, in 19 Stadien der dritten Liga sind wir dabei und singt die ganze Ultragruppe nur für dich, ja dann wirst du an diesem Tag der Verlierer sein“

Nach 60 Minuten stellten unsere Vorsänger den Support ein. Und das zu Recht. Keine Diskussion. Das sind ja keine Supportmaschinen und auch wenn man immer Details kritisieren kann (heute die Liedauswahl Anm. der Mitfahrerin: Nö!), so ist das Engagement der Jungs (warum sind das eigentlich nur Jungs auf dem Zaun?) echt toll. Diese Emotionen, dieses Feuer mal auf dem Platz.

„Hilfe blanker Fußballhorror; das ist unser St. Pauli; Zitterpässe Gegentore; Zweitligaspiel allesamt Fehlpassspiel und Ballverstolpler; keine Chance auf Raumgewinn; Hilfe blanker Fussballhorror; lala“

Wie nun weiter? Wisst ihr 2014 gab es irgendwie die einfache Antwort. Der Truppe damals fehlte jede Kraft und nach 20 Minuten war sie platt. Da ist es einfach dies zu ändern. Aber nun? Klar ein dominanter Mittelfeldspieler in der Winterpause muss her. Aber wie bekommst du sonst die Zitterfüsse wieder in Zauberfüsse?

Die Mechanismen des Geschäftes fordern schon wahlweise den Job des Trainers und/oder Sportdirektors. Das ist ja immer die einfache Lösung. Hat so etwas von „Verhaften sie die üblichen Verdächtigen“. Und wir wissen was das  in dem zitierten Film gebracht hat. Nix! Außer  einen schönen Titel für einen anderen wunderbaren Film. Aber während der Teufel die Welt davon überzeugen konnte, dass er nicht existierte, sind wir von dieser Lösung nicht überzeugt. Klar wir kennen das Geschäft lang genug um zu wissen was kommen kann und wahrscheinlich ohne drei Punkte gegen Nürnberg kommen wird, aber wer sind wir denn hier jemanden den Verlust seines Jobs zu wünschen?

Und so sitzen wir hier im ICE mit der Mannschaft (anderer Wagen) und dichten Lieder um. Aber so negativ wollen wir nicht enden. Sondern damit was uns aus der Krise bringen wird:

„WIR SIND OOOOOOOOOOOOOHHHH ST. PAULI!“


 

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Okt 182016
 

Was willst du nach so einem Spiel schreiben?

Einem Spiel, was die Wende bringen sollte, ja musste. Freitagabend, Flutlicht, volles Haus. Eigentlich die perfekten Voraussetzungen für ein Kampfspiel, einen späten Sieg und damit einen Neustart in die Saison.

Die Lektüre der Basch vor dem Spiel ist ganz interessant und daher mal erwähnenswert. Vorab: Ja, dort äußern sich Einzelpersonen und es wird nicht die Gruppenmeinung dargestellt, aber trotzdem bedarf es hier mal eines Einwurfs. Warum zur Hölle wird die Solidaritätsbekundung der Schickeria beim Spiel gegen Hertha positiv hervorgehoben? Da engagieren sich dieselben Leute, die ihr zusammen mit Babelsberg aus Potsdam gejagt habt und die jetzt Respekt bezeugen, weil sie sich gegen „der Tradition widersprechenden Trikots“ wehren? Nur weil Hertha auswärts in pink aufläuft, muss man sich nicht solidarisieren und schon gar nicht in einer solchen Rhetorik, die viel eher in den Volkspark passt.

Wenden wir uns widerwillig dem Spiel zu

Es geht ja gut los, denn bereits nach drei Minuten bekommen wir einen Elfmeter, den Ducksch sicher verwandelte. Genau, Ducksch, der anstatt von Aziz vorne drin spielt. Etwas verwunderlich auf den ersten Blick, auf den zweiten Blick haben wohl Nationalmannschaftsreisen diese Entscheidung herbeigeführt.

Nun ist der Weg doch geebnet. Frühe Führung, Millerntor, ein Gegner, der nun eigentlich aufmachen muss und mehr Sicherheit bei den Jungs durch die Führung.

Es kommt anders

Gefühlt ist nur Aue am Ball und unsere Jungs erstarrten wie vor einer Schlange. So fällt irgendwann der Ausgleich, auch wenn Aue über weiter Strecken genau so inkompetent wirkt wie die Crew in Braunweiß.

Halbzeit. Positiv hier: Die zahlreichen und gut sichtbaren Spruchbänder und Tapeten für Deniz Naki, der sich gerade in der Türkei für die Vebreitung von Propaganda im Zusammenhang mit der PKK verantworten muss. Auch wir wünschen dir viel Kraft, Deniz!

Zweite Hälfte

Neu gruppieren und nun auf „unsere Kurve“ den Gegner unter Druck setzen.

Es bleibt bei der Hoffnung. Wirklicher Druck kommt eigentlich nie auf. Klar, man könnte, sollte, müsste noch einen zweiten Elfmeter bekommen, aber so läuft der Tag einfach nicht. Die drei Verletzungen von Spielern dezimierten schnell das Wechselkontingent und lassen uns am Ende mehr oder minder mit zehn Leuten spielen.

Und so netzt Aue in letzter Sekunde ein und das Millerntor fällt in eine Art Schock.

Wir wissen gerade nicht, was wir aus diesem Abend Positives nehmen sollen. Dass wir jemanden haben, der Elfmeter schießen kann? Dass es gegen Aue Vollbier gibt? Dass Millerntor immer noch Heimat ist? Ach, irgendwie ist gerade alles scheiße. Tiefpunkt erreicht. Analyse? Alles Kagge! Uns fehlt ein zentraler Spieler. Einer, der ein Spiel lenkt und im Mittelfeld bestimmt. Zwar wurden verbale Bewerbungen abgegeben, aber auf dem Platz zeigt kein Spieler auch nur annähernd Fähigkeiten, die in diese Richtung gehen.

Stimmung?

Die war deutlich ausbaufähig. Liebe Gegengerade, wenn ihr mal loslegt, versteht man in Mittelblock der Südkurve fast sein eigenes Wort nicht mehr. Nutzt dieses Potenzial! Aber irgendwie, wenn dann mal kleine Fünkchen entstehen, so springen die nie zwischen Platz und Rängen hinterher. Und seien wir ehrlich: Stimmung ensteht nicht im luftleeren Raum.

Gut, dass es an den Fanräumen viel Bier gibt.

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